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Wie lang muß eine Nabe halten?

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Andreas Raab

unread,
Apr 11, 1993, 12:20:14 PM4/11/93
to
Neulich mußte ich feststellen, daß mein Vorderrad bei leichter Drehung
schnell von allein "steckenbieb". Bei genauerer Untersuchung stellte sich
heraus, daß das Kugellager der Nabe auf einer Seite völlig verschlissen ist.
Der Konus auf der betreffenden Seite hat tiefe Schleifspuren von den Kugeln
und es finden sich Metallspäne im Lager, die vermutlich von dem abgeraspelten
Konus stammen.

Was mich erstaunt, ist nicht nur der schrottige Aufbau der Nabe (es ist eine
Shimano Exage 500 LX), die noch nicht mal gegen Eindringen von Dreck
gekapselt ist, sondern auch die Reaktion des Händlers auf meine Reaktion.

Er meinte zunächst sinngemäß, daß diese Nabe für solche "hohen" Belastungen
(sie ist < 2000 km gelaufen!) gar nicht gedacht ist und zeigte mir eine
*neue* Nabe (auch von Shimano), die schon knirschte als seien Bleikugeln
drin.

Ich gabe mich damit natürlich nicht zufrieden, weil ich der Meinung bin daß
eine Nabe, egal wie billig, deutlich länger halten muß als z.B. ein Reifen.

Der Händler erklärte sich immerhin bereit, die Nabe vorne wieder
instandzusetzen (neue Kugeln, neuer Konus) und die hinten zu reinigen, denn
die hakt auch.

Während ich nun seit zwei Wochen vertröstet werde (keine Zeit, keine Kugeln
da, kommen Sie Ende nächster Woche wieder etc.) hoffe ich auf Rat von Lesern
dieser Newsgroup.

Gehen diese Naben wirklich so schnell kaputt? Hätte ich sie irgendwie warten
müssen? Der Händler hatte davon beim Kauf des Rades (ca. 9 Monate her) nichts
erwähnt und bei meinem alten Rad hatte ich niemals Probleme dieser Art,
obwohl es nur ein Drittel gekostet hat. Die Lager hatten niemals Spiel und
mußten nicht gewartet werden.

Liegt ein Materialfehler vor oder wurde hier wirklich Schrott verbaut? Als
ich die "billige" Nabe beim Händler in der Hand hatte (kostet auch "nur" 100
DM) war ich schon ganz schön schockiert.

Andreas

b...@aixfile1.urz.uni-heidelberg.de

unread,
Apr 13, 1993, 7:35:24 AM4/13/93
to
[Haltbarkeit von Naben bei Vorderr"adern]

Ich bin in meinem Leben vielleicht schon 50000 -- 60000 km mit dem
Fahrrad gefahren. Ein oder zweimal hatte ich eine Vorderradnabe so
kaputt, da"s man die ganze Nabe, also das ganze Vorderrad austauschen
mu"ste. Vielleicht alle 10000 km oder eher seltener waren die
Kugellager der Vorderradnabe im Eimer und ein Austausch des
Kugelk"afigs reichte aus. Mit der richtigen Einstellung der
Kugellager kann man nach meiner Erfahrung die Lebensdauer positiv
beeinflussen. Wenn der H"andler das nicht wei"s, wei"s ich, ob ich Dir
einen Wechsel empfehle.

++b...@clio.iwr.uni-heidelberg.de++
(Karl Brodowsky)

Joern Erbguth

unread,
Apr 14, 1993, 4:58:06 AM4/14/93
to
a...@nvmr.robin.de (Andreas Raab) writes:

>Er meinte zunächst sinngemäß, daß diese Nabe für solche "hohen" Belastungen
>(sie ist < 2000 km gelaufen!) gar nicht gedacht ist und zeigte mir eine
>*neue* Nabe (auch von Shimano), die schon knirschte als seien Bleikugeln
>drin.

>Gehen diese Naben wirklich so schnell kaputt? Hätte ich sie irgendwie warten


>müssen? Der Händler hatte davon beim Kauf des Rades (ca. 9 Monate her) nichts
>erwähnt und bei meinem alten Rad hatte ich niemals Probleme dieser Art,
>obwohl es nur ein Drittel gekostet hat. Die Lager hatten niemals Spiel und
>mußten nicht gewartet werden.

>Liegt ein Materialfehler vor oder wurde hier wirklich Schrott verbaut? Als
>ich die "billige" Nabe beim Händler in der Hand hatte (kostet auch "nur" 100
>DM) war ich schon ganz schön schockiert.

Ich habe einmal gehoert, dass die oberen Container beim Seetransport von Japan
ganz schoen heiss werden und sich dabei das Fett ausdehnt. Um keine Naben zu
verkaufen, wo aussen unansehnliches Fett sichtbar ist, werden die Naben einfach
weniger gefettet. Dieses Fett fehlt dann natuerlich. Auch die billigste
Nabe sollte -sofern kein Produktionsfehler vorliegt- mindestens 5-10 tausend
Kilometer halten - auch wenn sie dabei etwas hakt.
Deshalb koennte nachfetten und nachjustieren die Haltbarkeit auch dieses
Shimano-Schrotts erheblich erhoehen. Schwierig ist allerdings das Justieren:
Normalerweise soll eine Nabe weder Spiel haben noch haken. Dies ist bei
billigen Naben nicht zu erreichen, so dass minimales Spiel bei wenigem Haken
optimal sein duerfte.

Joern

---
Joern Erbguth email: jner...@cip.informatik.uni-erlangen.de

ADDRESS | snail: Resenscheckstr. 16, W8520 Erlangen, Germany
CHANGED * phone: + 49 9131 36322

Adrian Le Hanne

unread,
Apr 14, 1993, 9:47:54 AM4/14/93
to
a...@nvmr.robin.de (Andreas Raab) writes:

>Neulich mußte ich feststellen, daß mein Vorderrad bei leichter Drehung
>schnell von allein "steckenbieb". Bei genauerer Untersuchung stellte sich
>heraus, daß das Kugellager der Nabe auf einer Seite völlig verschlissen ist.
>Der Konus auf der betreffenden Seite hat tiefe Schleifspuren von den Kugeln
>und es finden sich Metallspäne im Lager, die vermutlich von dem abgeraspelten
>Konus stammen.

>Was mich erstaunt, ist nicht nur der schrottige Aufbau der Nabe (es ist eine
>Shimano Exage 500 LX), die noch nicht mal gegen Eindringen von Dreck
>gekapselt ist, sondern auch die Reaktion des Händlers auf meine Reaktion.

[kuerz...]

Die Exage 500 LX gehoert zwar mit zu den billigsten Naben von Shimano,
sollte aber bei Pflege (halbjaehrlich zerlegen und neue Fettpackung) und
der Benutzung bei halbwegs adequatem Wetter (d.h. wenig Naesse) einige
Jahre halten. Haengt natuerlich auch vom Fahrstil ab ;-)
Ich koennte mir vorstellen, das die Nabe entweder mal einen Hochdruck-
strahler abbekommen hat, der das Fett rausgewaschen hat (und danach
Dreck reingekommen ist), oder aber, das der Konus zu fest gezogen wurde,
wodurch bei der mittelmaessigen Kugelqualitaet dieser Nabe Material
abgeplatzt ist.

Bei Naben sollte man *wirklich* ein wenig mehr Geld anlegen, und sich
entweder eine Nabe mit Gummilippendichtung und besseren Kugeln
zulegen (Shimano XT), oder man leistet sich eine Nabe mit Industrie-
kugellagern (z.B. Edco, Huegi), die sich bei Verschleiss leicht gegen
neue austauschen lassen (z.B. SKF, pro Nabe ca 2x10 DM).
Eine weitere Alternative stellen Naben dar, die ueber Greaseguard
Schmiernippel verfuegen, wie z.B. WTB oder Suntour (verwendet WTB Patent).
Diese Naben lassen sich einfach mit einer Fettpresse nachschmieren, wobei
der Dreck an den Konen rausgedrueckt wird. Diese Naben habe ich bis jetzt
nur fuer Schraubkraenze gesehen.

Insgesamt am guenstigsten faehrst Du vermutlich mit einem Satz XT Naben,
da die anderen genannten Naben deutlich teurer sind.

Wenn die Lagerflaeche im Nabenkoerper selbst keine Spuren aufweist,
laesst sich die Nabe problemlos wieder herstellen. Frag Deinen Haendler,
ob er Dir vernuenftiges Kugelmaterial (da gab es verschiedene Abstufungen
fuer die Oberflaechenqualitaet/Haertung) einbauen kann, sowie komplett
neue Konen vorne und hinten.
Wenn Du dann ein paar mal wieder in Regen kommst, solltest Du daran denken,
die Nabe rechtzeitig zu warten. Bei der Exage 500 muss man halt die
Dichtung durch eine grosszuegige Fettpackung realisieren :-(

Zeit, mal wieder nach dem Innenlager zu sehen, es duerfte inzwischen
aehnlich aussehen wie Deine Vorderradnabe.

> Andreas

Gruss,
Adrian
--
Adrian S. Le Hanne Einoed Unix & Netzwerke, Koepenicker Str.154, D-1000
a...@einoed.in-berlin.de Berlin 36. Tel.: 030/611 31 26, Fax.: 030/611 32 86
"On a day such as this you should insist on more than the truth" -Pere Ubu

Marcus Olk

unread,
Apr 15, 1993, 10:37:33 AM4/15/93
to
a...@einoed.in-berlin.de (Adrian Le Hanne) writes:
>Eine weitere Alternative stellen Naben dar, die ueber Greaseguard
>Schmiernippel verfuegen, wie z.B. WTB oder Suntour (verwendet WTB Patent).
>Diese Naben lassen sich einfach mit einer Fettpresse nachschmieren, wobei
>der Dreck an den Konen rausgedrueckt wird. Diese Naben habe ich bis jetzt
>nur fuer Schraubkraenze gesehen.

Die XC Pro Naben von Suntour sind Cassettennaben mit Grease Guard.
Funktioniert wirklich gut.

Marcus

--
Marcus Olk # Internet: o...@informatik.uni-hamburg.de
Schwalbenweg 9a # marcu...@cl-hh.comlink.de
D-2000 Hamburg 61 # Zerberus: MARCU...@CL-HH.ZER
Networks, like parachutes, only function when open.
--
Marcus Olk # Internet: o...@informatik.uni-hamburg.de
Schwalbenweg 9a # marcu...@cl-hh.comlink.de
D-2000 Hamburg 61 # Zerberus: MARCU...@CL-HH.ZER
Networks, like parachutes, only function when open.

Hans-Joachim Zierke

unread,
Apr 23, 1993, 6:00:00 AM4/23/93
to

a...@nvmr.robin.de (Andreas Raab) schrieb am 11.04.93:

>Er meinte zunaechst sinngemaess, dass diese Nabe fuer solche "hohen" Belastungen


>(sie ist < 2000 km gelaufen!) gar nicht gedacht ist und zeigte mir eine
>*neue* Nabe (auch von Shimano), die schon knirschte als seien Bleikugeln
>drin.

>Gehen diese Naben wirklich so schnell kaputt? Haette ich sie irgendwie warten
>muessen?

Ja. Die Kugellaeufe dieser Naben sind nicht nachgeschliffen, deshalb
fuehlen sie sich so eckig an. Den endgueltigen Zustand gibst Du ihnen
waehrend der Fahrt, nimmst sie nach 2000 km auseinander, schmeisst die
Kugelringe weg, nimmst lose Kugeln guter Qualitaet (lose Kugeln lassen
sich beim naechsten Oeffnen leicht zwischen den Haenden reinigen und
wiederverwenden) und eine dicke Packung wasserfesten Kugellagerfettes
(ersetzt die Dichtung), nicht das rote Glibberzeug, das sich bei
scharfem Angucken verfluechtigt.

Nach einigem Gebrauch gehen solche Naben entweder kaputt oder werden
richtig gut, weil sich die Laufbahnen im Gebrauch verfestigen.

Ich weise darauf hin, dass die Stiftung Warentest die Dauerhaltbarkeit
von Fahrraedern nach auf dem Pruefstand simulierten 1500 km bewertet.
Deine Naben sind also "Sehr gut".

hajo

Dirk Feeken

unread,
Apr 23, 1993, 10:21:12 AM4/23/93
to
Hans-Joachim Zierke (ha...@quijote.in-berlin.de) wrote:

: Ich weise darauf hin, dass die Stiftung Warentest die Dauerhaltbarkeit


: von Fahrraedern nach auf dem Pruefstand simulierten 1500 km bewertet.
: Deine Naben sind also "Sehr gut".

inzwischen sogar noch dreimal besser: im Trekkingradtest im Testheft 4/92
steht unter "Dauerhaltbarkeit":
"Auf Rollenpruefstand mit insgesamt 500 km durchgefuehrt"

Deine Naben sind also "Sehr sehr sehr gut". :-)

Die Diskussion ging doch mit einer ausgenudelten Vorderradnabe los.
Eine der effektivsten Methoden das Fett aus den Naben zu bekommen
soll sein, im Regen das Rad auf dem Autodach mit 120km/h ueber die
Autobahn spazierenzufahren (War eins der Hauptargumente bei der
Vorstellung der Grease-Guard-Naben). Danach reichen dann ein paar
Kilometer, und die Nabe ist ploetzlich "sehr mangelhaft". :-)
Vielleicht war's das ja (spekulier).

Dirk


w_p...@cl-hh.comlink.de

unread,
Apr 26, 1993, 1:31:00 PM4/26/93
to
Hans-Joachim Zierke <HAJO%QUIJOTE.IN...@UUCP.ZER> wrote in <FITJalvNNt@UUCP>:

[Shimano-Nabe..]

> Ich weise darauf hin, dass die Stiftung Warentest die Dauerhaltbarkeit
> von Fahrraedern nach auf dem Pruefstand simulierten 1500 km bewertet.

^^^^^^^

Also der durchschnittlichen 3-Jahres-Km-Leistung von ADAC-Mitgliedern :-(
Und deren Horizont ist bei der Stiftung offenbar entscheidend.

"Wolfbert"

* Das ist nur meine persoenliche Meinung * DE: W_P...@CL-HH.comlink.de
(c) '93 In elektronischen Netzen frei - sonst alle Rechte vorbehalten!
-- THE ANSWER V2.03

Andreas Raab

unread,
Apr 30, 1993, 7:32:09 PM4/30/93
to
ha...@quijote.in-berlin.de (Hans-Joachim Zierke) writes:

> >Gehen diese Naben wirklich so schnell kaputt? Haette ich sie irgendwie warten
> >muessen?
>
> Ja.

[Wartunsanleitung gelöscht]


>
> Nach einigem Gebrauch gehen solche Naben entweder kaputt oder werden
> richtig gut, weil sich die Laufbahnen im Gebrauch verfestigen.
>
>
>
> Ich weise darauf hin, dass die Stiftung Warentest die Dauerhaltbarkeit
> von Fahrraedern nach auf dem Pruefstand simulierten 1500 km bewertet.
> Deine Naben sind also "Sehr gut".

Wenn die Lebensdauer solcher Teile wirklich so niedrig ist, dann komme ich
ja auf Kosten von über 10 Pfennig pro km. Angenommen, ich fahre ca. 2000 km
pro Jahr und die Naben sind nach dieser Zeit eben nicht 'richtig gut'
sondern kaputt. Ich mache folgende Abschätzung:

Kosten des Rades: 1500.-
angenommene Lebensdauer : 10 Jahre (wenn's nicht vorher geklaut wird)
1 Satz neue Naben pro Jahr
inc. Einspeichen: 200.-

ergibt bis jetzt 17,5 Pf. pro km. Dabei sind andere Verschleißteile noch gar
nicht mitgerechnet. Die Kosten für einen PKW liegen dann in der gleichen
Größenordnung, vielleicht um den Faktor 2 oder 3 höher (laut ADAC ca. 50 Pf
pro km), aber es ist ja nur eine Schätzung.

Vermutlich ist es naiv zu glauben es könnte anders sein.

Die Sache mit der Nabe ist übrigens so weitergegangen: Der Händler hat 3
Wochen gebraucht, um die Laufräder wieder hinzubekommen. Beim Hinterrad hat
sich nichts geändert, es hakt immer noch. Beim Vorderrad war die Achse
verbogen, es wurde eine neue eingebaut (die hatte er aus einer anderen Nabe
- gibt es bei Shimano eigentlich keine Erzatzteile?) und neue Kugeln
eingesetzt.

Nach dem Einbau und zehn Metern Fahrt ist das Lager rechts aufgegangen und
die Kugeln sind rausgefallen -- eine der zehn neuen Kugeln war falsch (zu
groß) gewesen. Der Mechaniker in der Werkstatt hatte sich schon gewundert
daß die Nabe sich nicht richtig einstellen ließ und so viel SPiel hatte.

Ich sehe schon, nach und nach ist die Einrichtung einer eigenen kleinen
Werkstatt unumgänglich.

Nachdem ich die Shimano Naben jetzt kenne und für unbrauchbar befunden habe,
denn auch die teuren Modelle sind nicht wesentlich anders aufgebaut, frage
ich hier nochmal nach Alternativen:

Welcher Hersteller verwendet geschlossene, wartungsfreie Kugellager mit
hoher Lebensdauer? So um die 10 Millionen Umdrehungen müßte so ein Lager
schon aushalten bevor es verschlissen ist. Ein Radlager eines Motorrades
hält ja schließlich auch eine Weile, dabei dürften die Belastungen
ähnlich sein.

Bin ich jetzt total hinterm Mond und vergleiche Äpfel mit Birnen? Ich will
mein Rad halt benutzen und nicht alle paar hundert km alles
auseinandernehmen müssen. Ist das zuviel verlangt? Ich bin nun mal kein
begeisterter Bastler.

Was kostet ein Rad das nach der Erstinspektion 10000 km fährt ohne daß
großartig was gewartet oder ausgetauscht wird (gut, außer vielleicht
Bremsklötze, Reifen und Kette)?

Vermutlich so viel daß es bald geklaut wird.


Andreas

______________________________________________________________________________
A foreign body Never welcome
and a foreign mind in the land of the blind -- Peter Gabriel

Adrian Le Hanne

unread,
May 2, 1993, 2:15:38 PM5/2/93
to
a...@nvmr.robin.de (Andreas Raab) writes:

>Nachdem ich die Shimano Naben jetzt kenne und für unbrauchbar befunden habe,
>denn auch die teuren Modelle sind nicht wesentlich anders aufgebaut, frage
>ich hier nochmal nach Alternativen:

>Welcher Hersteller verwendet geschlossene, wartungsfreie Kugellager mit
>hoher Lebensdauer? So um die 10 Millionen Umdrehungen müßte so ein Lager
>schon aushalten bevor es verschlissen ist. Ein Radlager eines Motorrades
>hält ja schließlich auch eine Weile, dabei dürften die Belastungen
>ähnlich sein.

Ich komme mit XT Naben eigentlich gut klar. Mein erstes Paar hat ein
Bekannter, die laufen nach drei Jahren immer noch recht gut. Mein zweites
Paar ist immer noch im Einsatz und wird regelmaessig misshandelt. Die Lager-
konen bei diesem Satz sind inzwischen runter, was ca 50 DM fuer beide Naben
kostet (bei Selbsteinbau). Das diese verschlissen sind, haengt mehr damit
zusammen, das ich sie nach einer Schlammtour nicht rechtzeitig gereinigt
und gefettet habe und mit 'Sand im Getriebe' gefahren bin.

Wenn Du kugelsichere/leicht zu wartende Naben haben moechtest, steigt
der Preis allerdings deutlich:

Shimano XT Kassette 160 DM muss regelmaessig gewartet werden,
wenn man nicht im Regen faehrt, so
alle 8-12 Monate.
Suntour CX Pro MD Schraubkranz 280 DM kann mit WTB Greaseguard Fettpresse
sehr einfach gewartet werden.
Ringl'e Bubba Schraubkranz 350 DM Sehr stabile Industrielagernaben,
die Lager werden bei Verschleiss
einfach ausgewechselt. Ca 25 DM
pro Nabe (je nach Qualitaet).
Edco Kassette 390 DM Aehnlich Ringle, jedoch fuer HG
Kassetten von Shimano.

Industrielagernaben haben ein minimales Achsspiel, dafuer muessen keine
Kontermuttern kontrolliert werden, wie bei Suntour und Shimano.

Christian Wolf

unread,
May 2, 1993, 9:45:33 AM5/2/93
to
a...@nvmr.robin.de (Andreas Raab) writes:

>Was kostet ein Rad das nach der Erstinspektion 10000 km fährt ohne daß
>großartig was gewartet oder ausgetauscht wird (gut, außer vielleicht
>Bremsklötze, Reifen und Kette)?

Mein eines Rad duerfte jetzt ca. so viel geschaft haben.
Zu den Verschleissteilen zaehle ich auch die Zahnkraenze.
In sofern ist bei diesem Rad noch alles in Ordnung.

Ein bischen Wartung gehoert natuerlich auch dazu.

So wie sich Deine Geschichte angehoert hat, scheint Dein
Fahrrad-Haendler eine ziemliche Null sein. Wenn der Dein
Rad selber zusammen gezetzt hat, ist es kein Wunder, dass
die Lager kaputt gehen.

>Vermutlich so viel daß es bald geklaut wird.

Natuerlich. Man sollte sein Fahrad eben immer an einem Laternenmast
etc. anschliessen und ein vernuenfiges Buegelschloss verweden, aber
dieses Thema hatten wir schon.

Gruss,
Christian
--
// Christian Wolf, DW-2100 Hamburg 90; Voice: +49-40-7609277; ETG200

Hans-Joachim Zierke

unread,
May 7, 1993, 6:00:00 AM5/7/93
to

a...@nvmr.robin.de (Andreas Raab) schrieb am 30.04.93:

>Wenn die Lebensdauer solcher Teile wirklich so niedrig ist, dann komme ich

>ja auf Kosten von ueber 10 Pfennig pro km.


Voellig richtig, billige Fahrradteile gehoeren zum unrentabelsten, was es
gibt. Unter Rentabilitaetsgesichtpunkten koennen Fahrraeder im
Preisbereich 2000-3000 Mark die billigsten sein. "Koennen" steht dort,
weil es fuer das Geld auch Unfug gibt.


Werte fuer eine Alternativrechnung:

1 Satz Mavic-Schraubkranz-Naben DM 150,-
oder
1 Satz Campagnolo Schraubkranz-Naben DM 150
(nachschmierbare Version verwenden)
1 Sachs New-Success Schraubkranz DM 70

Haltbarkeit der Industriekugellager in der Mavic-Nabe: 50.000 bis
100.000 km.
Komplettes Rebuilding einer Mavic-Nabe nach 50.000 bis 100.000 (vier
RSR - Lager, neue Alu-Hinterachse, Arbeitslohn: ca. 60-70 Mark

oder:
Campagnolo von aussen nachschmieren (dann ist die Nabe aber voll Fett
und etwas schwerer... ;-)
alle 25000 km beim Haendler komplett reinigen und fetten lassen (ca. 20 DM)
Nach ca. 100.000 bis 150.000 km neue Konen
Gesamthaltbarkeit der Nabe voraussichtlich 250.000 bis 300.000 km bei
Einhaltung der Wartungsvorschriften - oder mehr.

Sachs-Kranz: Haltbarkeit voraussichtlich 50.000 km bei regelmaessigem
Nachoelen (von aussen)
Im Durchschnitt alle 8000km 3 Ritzel, 4 Mark /Stueck oder so.


>angenommene Lebensdauer : 10 Jahre (wenn's nicht vorher geklaut wird)

Tja - der Rahmen meines Stadtrades ist jetzt 12 Jahre alt, und ich
wuesste nicht, warum er keine 50 Jahre erreichen sollte (CrMo-Stahl
geloetet). Hat allerdings damals 800 Mark gekostet. Einige der
Original-Teile laufen auch noch.


hajo


P.S.: Der Inhalt meines Mail-Faches wird aufgearbeitet, wenn quijote
sein neues Betriebssystem verdaut hat.

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