Servus, moin,
eine kleinere Radltour, die ich schon jahrelang machen wollte, war ja
nach Bayerisch Zell sowie die Strecke Sachrang - Aschau im Chiemgau.
Am verlängerten Osterwochenende dieses Jahr konnte ich den Ausflug
endlich einmal machen. Und das Wetter hat auch noch gepasst.
Karfreitag, 19. April 2019:
Los ging's also am Karfreitag, den 19. April dieses Jahres gegen acht
Uhr am Mangfallknie.
Ich nahm wie üblich den "offiziellen" (?) Radlweg nach Bayerisch Zell
über den Seehamer See und möglichst immer in der Nähe der Leitzach
entlang (jener Fluss, der von Bayerisch Zell kommt), fuhr also mitten
durch die Pampas hindurch. Kombinierte viele kleinen Straßen
miteinander. Die Hauptstraße nach Leitzach war gesperrt. Also radelte
ich im Hinterland direkt nach Wörnsmühl.
Blick auf den Seehamer See:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150553.jpg
(99 kB)
In Wörnsmühl vergaß ich leider abzubiegen. Deshalb radelte ich dann auf
der Hauptstraße weiter über Hundham in die Fischbachau. Die meiste Zeit
ging's leicht aufwärts.
Von der Fischbachau weg radelt man um einen Berg herum an der Leitzach
entlang durch einen Einschnitt in ein einges Tal hinein. Dieses Tal
ist von hohen Bergen umgeben. Die Berge wirken vielleicht etwas höher,
als sie tatsächlich sind, weil das Tal nicht sehr breit ist. Am Ende
dieses Tals liegt dann Bayerisch Zell.
Blick auf den Wendelstein:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150558.jpg
(46 kB)
Gegen Mittag war ich dann das erste Mal in meinem Leben in Bayerisch
Zell. Eindruck: ein kleines Dorf. Rathaus, eine grüne Wiese und die
Kirche gegenüber. Viele kleine Geschäfte. Weder Supermärkte, noch
irgendwelche großen Hotels konnte ich ausmachen. Bayerisch Zell scheint
sich seinen Ursprung etwas bewahrt zu haben. Ein Dorf wie aus einer
anderen Zeit. Wer also wissen möchte, wie es in Bayern vor ungefähr
hundert Jahren in den Bergen einmal ausgesehen hat oder zumindest eine
annähernde Vorstellung davon bekommen will, der sollte sich Bayerisch
Zell ansehen. So war zumindest der (erste) Eindruck.
Blick vom Rathaus über die Wiese zur Kirche (Bayerisch Zell):
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150559.jpg
(170 kB)
Blick zurück auf Bayerisch Zell:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150560.jpg
(174 kB)
In Bayerisch Zell stellte ich den Höhenmesser ein. Ich befand mich
laut einer Tafel auf ca. 800 m.
Von Bayerisch Zell aus wollte ich weiter zum Ursprungpass und hinüber
nach Tirol.
Die Erwartungen waren: Bis zu 15 % Steigung, viel Verkehr auf Grund des
Feiertages sowie die Befürchtung, dass ich auf der Hauptstraße fahren
musste.
Doch es kam völlig anders.
Ich fand tatsächlich einen Wander- und Radweg, der sich von Bayerisch
Zell am Bach entlang bis zur Bäckeralm erstreckte. In meiner doch recht
aktuellen Regional-Radkarte vom ADFC war dieser Weg nicht enthalten.
Laut ihr musste man auf der gut ausgebauten, das soll heißen
sehr breiten Hauptstraße fahren.
Einige Male gab es dann jedoch Probleme auf Grund von Schnee und
Überschwemmungen. Kurz vor der Bäckeralm wich ich auf Grund des vielen
Schnees generell auf die Hauptstraße aus. Allerdings war kaum Verkehr.
Ich traf anfans nur auf zwei Rennradfahrer.
Der Weg am Fluss entlang zum Ursprungpass:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150562.jpg
(270 kB)
Rechts im Bild ist noch Schnee zu erkennen.
Ein See oder Überschwemmung auf Grund der Schneeschmelze? In meinen
Karten war kein See eingezeichnet:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150568.jpg
(144 kB)
Parkplatz mit Wasserfall. Auch hier lag noch Schnee:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150569.jpg
(200 kB)
Erste Blumen an der Straße zum Ursprungpass:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150570.jpg
(102 kB)
Das sah gar nicht gut aus:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150571.jpg
(154 kB)
See oder doch Überflutung:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P415072.jpg
(221 kB)
Auf der anderen Seite die Hauptstraße zum Pass. Aber der Weg ging rechts
vor der überfluteten Fläche weg. Puh, Glück gehabt!
Von der Bäckeralm weg radelte ich also die Hauptstraße weiter. Plötzlich
kam ich an einem Schild mit der Aufschrift "Republik Österreich" vorbei.
Etwas später ging es immer steiler abwärts. Ich wunderte mich.
Weiter unten machte die Straße eine Reibe. Rechts davor ein Haus. Neben
der Tiroler Flagge war auch die Bayerische gehisst. Schade, dass man
sowas in Bayern eigentlich überhaupt nie sieht.
Ich drehte um und radelte die etwa 60 hm wieder zurück / hoch.
Der Ursprungpass ist nur durch die Landesgrenze zwischen Bayern und
Tirol markiert:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P415076.jpg
(170 kB)
Bis zur markierten Landesgrenze kurz hinter der Bäckeralpe hatte es von
Bayerisch Zell aus kaum nennenswerte Steigungen gegeben.
Der Ursprungpass selbst war ja gar nicht markiert. Er befand sich laut
meinem GPS-Gerät direkt auf der Landesgrenze. Und liegt nur etwa 50 m
höher als Bayerisch Zell. Ist also etwas weniger anspruchsvoll für
geübte Radfahrer.
Eine Alm folgt dem Ursprungpass (Richtung Österreich):
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150577.jpg
(152 kB)
Erst danach geht es so richtig abwärts.
Die andere, österreichische Seite hinunter nach Kufstein hatte es schon
etwas mehr in sich. Dort waren die 15 % Gefälle, die ich im Kopf gehabt
hatte.
Bis zum Landl ging es abwärts, aber danach bog ich rechts ein und nahm
die Straße über Hinterthiersee nach Thiersee.
Ich musste dabei nochmals auf etwa die gleiche Höhe klettern wie der
Ursprungpass liegt. Die Straße war kurvenreich, unübersichtlich und zum
Teil sehr steil. Aber Gott sei Dank wenig Verkehr!
Schon droben am Ursprungpass hatte ich mich gewundert, weil ich nur
"Deutsche" Nummernschilder gesehen hatte. Und jetzt hier, herüben in
Tirol, bemerkte ich, dass gearbeitet wurde.
Ja, ist hier denn kein Feiertag?, wunderte ich mich. Ich wusste ja, dass
die Österreicher genauso wie die Bayern überwiegend katholisch waren.
Zumindest dachte ich das.
Nach erfolgreicher Kletterei kurz vor Hinterthiersee:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150584.jpg
(104 kB)
Am Karfreitag wurde überall auf meinem Weg durch Tirol gearbeitet:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150586.jpg
(93 kB)
Zum Thiersee ging es wieder ordentlich bergab.
Blick auf den Thiersee:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150588.jpg
(139 kB)
Blick über den Thiersee die Straße zurück, von woher ich gekommen war:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150589.jpg
(108 kB)
Und nochmal als Panorama:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150592
(41 kB)
Die Strecke hinab nach Kufstein war nicht so ideal für einen Radfahrer.
Es gibt keinen Radweg. Man muss also auf der stark befahrenen
Hauptstraße fahren. Nach dem Thiersee hat man viele Kurven, muss zum
Teil wieder Anstiege fahren (nicht sehr steil). Wenn man aber erst
einmal über den nächsten "Pass" drüber ist (die Straße führt zwischen
zwei Felswänden hindurch), rollt es sich wie von selbst.
Es gibt laut Karte noch eine andere Straße vom Thiersee hinunter zum
Inn, auf die andere Seite nach Kiefersfelden. Diese Straße mochte
wesentlich ruhiger sein. Aber ich wollte nach Kufstein.
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4150594.jpg
(245 kB)
Dort kam ich gegen halb vier an.
Kufstein war wesentlich kleiner als erwartet. Ich umrundete einmal den
Berg, auf dem die Festung stand, und kam dabei auch in der Altstadt (nur
eine einzige Straße unterhalb der Festung?) sowie am Stadtplatz und vor
dem Rathaus vorbei.
Den Zeltplatz in Schwoich fand ich ohne Probleme.
Samstag, 20. April 2019
Als ich morgens aus dem Zelt kroch, wunderte ich mich. Das Zelt war
weiß. Über Nacht musste es gefroren haben.
Die Temperaturen waren zu dieser Jahreszeit wieder extrem. Tagsüber
kletterte das Thermometer zuweilen über 25 °C, nachts fiel es wieder
unter den Gefrierpunkt. Also Schwankungen von 25 °C innerhalb eines
halben Tages.
Start gegen halb sieben. Ich radelte zurück nach Kufstein und
anschließend am Inn entlang weiter nach Niederndorf. Diese Strecke
kannte ich schon von früheren Touren.
Um die Hauptstraße nach Sachrang zu umgehen (ich mag keine
stark befahrenen Hauptstraßen, die ich hochfahren muss), bog ich in
Niederndorf ab und nahm die Straße über Niederndorfberg zum Wildbichl.
Ich hatte diesen Weg früher schon einmal genommen, als ich von der
GroßglocknerhochalpenstraßenÜberquerung zurückkam (was für ein Wort!).
Aber damals war ich in einen Sturm geraten und hatte auf Grund der
dichten Wolken und des starken Regens kaum noch etwas gesehen. Foto von
damals:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Grossglockner/Foto0881.jpg
(20 kB)
Dieses Mal sah ich mehr. Von unten wunderte ich mich, dass man überhaupt
rauffahren konnte. Ich musste von etwa 500 m auf mehr als 800 m rauf.
So sah diesmal der Blick hinab ins Inntal Richtung Kufstein aus:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4160603.jpg
(161 kB)
Ganz oben verlor sich dann der Weg. Den höchsten Punkt markierte eine
Schotterstraße. Ich musste einen anderen Weg genommen haben als noch vor
zweieinhalb Jahren.
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4160604.jpg
(95 kB)
In Sachrang suchte ich das Müllner-Peter-Museum, einem Universal-Genie
aus der Gegend. Allerdings hatte dieses geschlossen.
In Aschau hatte ich meine Freude: die Dorfstraße war komplett gesperrt.
Für die Umleitung hatte man extra eine Straße aufgeschüttet, weil es
sonst keine Alternative gab. So umfuhr ich also in einer dichten
Staubwolke das Dorf.
Von Aschau weg nahm ich den Königsseeradweg bis nach Siegsdorf, wo
Verwandte von mir wohnen. Kurz vor der Rottau trocknete ich gegen
Mittag noch mein Zelt in der Sonne.
Diese Strecke radelte ich mittlerweile oft.
Sonntag, 21. April 2019
Heute war ein Ruhetag. Zusammen mit Verwandte besuchte ich nur die
Heimat Berchtesgaden, allerdings leider nicht mit dem Fahrrad. Egal. Die
dortigen Straßen kannte ich weitgehend schon alle vom Fahrradsattel aus.
Empfehlenswert ist der kurze Weg der 9 Seligpreisungen hoch zur Kapelle
der Seligpreisungen auf dem Ponnzenbichl unterhalb des Locksteins. Bei
schönem Wetter hat man von dort einen Blick über die Dächer
Berchtesgadens vom Kehlsteinhaus bis hinüber zum Watzmann. Dabei kennen
den Weg scheinbar gar nicht so viele.
Blick von dort auf den Watzmann:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4170621.jpg
(89 kB)
Wir gingen die große Runde über die Sprungschanze am Kälberstein:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4170634.jpg
(184 kB)
(Bundesleistungszentrum.)
Wir sahen auch beim ehemaligen Haus der Großeltern vorbei. Aber das
hatte man inzwischen verkauft, abgerissen und durch ein neues ersetzt.
Vom ehemals großen Garten war kaum noch etwas übrig geblieben. Man hatte
alles zugebaut.
Montag, 22. April 2019
Heute ging es mit dem Fahrrad wieder zurück ans Mangfallknie. Ich nahm
heute den umständlichen Weg über Traundorf, Grabenstätt und Übersee am
Chiemsee entlang nach Bernau am Inn, und von dort den alten
Salzhandelsweg (Salinenweg) über Riedering nach Rosenheim.
Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich für diese Strecke auf Grund der
vielen Anstiege wesentlich länger brauchen würde als für die Strecke
über Grassau, Bernau, Aschau im Chiemgau und Rohrdorf nach Rosenheim,
aber da täuschte ich mich. Der Weg war nicht nur um gute 10 km kürzer,
sondern auch schneller. Zumal es der schönere Weg ist (man hat Ausblicke
auf den Chiemsee und fährt oft auf Sand- und Kiesstraßen durch Wälder
hindurch), ist er wohl die bessere Wahl. Allerdings geht es ständig auf
und ab.
Blick auf das Bayerische Meer, dem Chiemsee (gesprochen: Keaamsää):
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4180644.jpg
(80 kB)
Der alte Salinenweg:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4180645.jpg
134 kb)
Blick ins Inntal hinab Richtung Rosenheim:
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/Fahrrad/Ursprungspass/P4180646.jpg
(114 kB)
Die Beschilderung war jedoch nicht ganz einwandfrei, weshalb ich einen
unfreiwilligen "Umweg" einlegte (ja, war es denn überhaupt einer?). Ich
hatte den Golfplatz vermisst, den ich von früheren Fahrten her noch
kannte, deshalb war mir das aufgefallen und hatte ich umgedreht.
Allerdings war mir heute dabei aufgefallen, dass es nördlich vom
Salinenweg einen Taleinschnitt von Prien zum Simsee zu geben scheint,
der noch wesentlich kürzer ist. Diesen möchte ich bei nächster
Gelegenheit einmal ausprobieren.
Auf dem Mangfallradweg ab Rosenheim wie gewohnt wieder viele Leute,
Spaziergänger und Radfahrer, an diesem Tag.
Gegen Mittag war ich dann wieder zuhause.
Eine Anmerkung noch zum GPS: Ich konnte diesmal die komplette Tour mit
meinem Navigationsgerät Garmin Oregon 700t aufnehmen. Allerdings nur,
weil ich auf die internen Batterien komplett verzichtete und das Gerät
extern über USB-Anschluss mit Batterien versorgte, die wenigstens 10 Ah
Ladung halten können. Mit einem dieser Batterien hielt das Gerät
wenigstens etwa zweieinhalb Tage durch. Die Batterien habe ich mit
Klebeband einfach an den Rahmen (ans Unterrohr) gepappt. Ideal ist es
dennoch nicht, weil das Gerät damit nicht mehr in den Energiesparmodus
schaltet. Der Bildschirm strahlt damit mit voller Kraft. Es hätte also
noch wesentlich mehr gehen können, aber...
Außerdem weiß ich nicht, ob das Aufladen der Batterien klappt, d. h. ob
ich eine Batterie aufladen kann, bevor die andere leer wird. Ich wollte
es ausprobieren, hatte aber leider das Kabel vom Luxos vergessen gehabt.
Zum Anschluss eines USB-Kabels braucht man für den Luxos (Scheinwerfer
von BUM) ein spezielles Adapterkabel. Das ist nicht so gut gelöst wie
beim AXA, wo man ein USB-Kabel direkt einstecken kann.
Man braucht zwei Batterien. Es hat sich leider gezeigt, dass sich die
Batterie nicht laden lässt und man ihr gleichzeitig Energie entnehmen
kann. Bescheuert, sowas.
A.
--
http://home.chiemgau-net.de/ausserstorfer/
Der Geist ist die Freiheit. (Frei.Wild)