1. Fahrradtransport im Flugzeug
2. Zum Fahrradfahren in Spanien
3. Noch ein Wort zu Ersatzteilen
1. Fahrradtransport im Flugzeug
Da die Variante "Fahrrad so gut verpacken, dass ihm gar nichts passieren
kann (also mindestens eine ausgestopfte, sehr feste Pappkiste)" nicht in
Frage kam - wo hätten wir die Kisten lagern sollen? - entschieden wir
uns für Variante 2: "So verpacken, dass schlimme Schäden vermieden
werden, das Fahrrad aber noch als solches (und damit als gefährdetes
Gepäckstück) erkennbar ist und noch gerollt werden kann".
Das bedeutete: Mit bepackten Rädern zum Flughafen (Berlin Tegel)
gefahren, dort Lenker um 90° gedreht, Hörnchen nach unten, Pedale
abgeschraubt und nach innen gedreht wieder angeschraubt, mit Klebeband
am Sattelrohr fixiert. Die großen Rohre hatten wir schon daheim mit
Blasenfolie umwickelt, jetzt kam der ganze Rest dran, je ein großes
Stück über Gepäckträger und Hinterbau und über das Vorderrad, dazu
Lenker, Sattel etc. (Blasenfolie hatte ich übrigens, nach erfolglosen
Versuchen im Baumarkt, kostenlos von einer Umzugsfirma bekommen).
Die Luft haben wir soweit rausgelassen, dass die Reifen beim unbeladenen
Rad gerade sichtbar verformt wurden - ich denke, wenn man so schiebt,
wird der Schlauch nicht allzu sehr gequält. Dass wir sie rauslassen
mussten stand leider in der Information der Fluggesellschaft.
Die Räder wurden in Tegel separat abgeholt (und gebracht), in Málaga
kamen sie einfach auf das normale Gepäckband (bzw. beim Einchecken auf
ein etwas breiteres).
Für das aufgegebene Gepäck (2 Hintertaschen und 4 Lowrider-Taschen von
Ortlieb, Lenkertasche, Zelt und ein Rucksack mit Isomatten drin) hatten
wir zwei Reisetaschen dabei, da kam das nach vorher ausgewogenem System
hinein. Besonders bewährt hat sich, da leicht und robust, die karierte
Riesentasche vom Türken für DM 3,-
In Málaga haben wir die Blasenfolie abgemacht, mit der Karo-Tasche in
die Reisetasche gelegt und diese mit einem Riemen klein gemacht. Noch
ein Zettel mit unserem Namen dran und einer mit der voraussichtlichen
Lagerzeit innenrein, so hat das Bündel die 4 Wochen im Gepäckraum der
Jugendherberge in Málaga verbracht.
Beschädigungen an den Rädern:
Beim Hinflug hat mein Gepäckträger (Tubus Cargo) etwas abgekommen, und
zwar an seinem vordersten Ende, wo ein Rohr etwas übersteht. Das Stück
war ziemlich verbogen und auch schnell angerostet, aber es hat zum Glück
nicht die Tragfähigkeit beeinträchtigt.
Beim Rückflug eine Macke an der vorderen Lampe, aber nur ein
Oberflächenschaden; hätte sich durch etwas mehr Blasenfolie vielleicht
verhindern lassen.
2. Zum Fahrradfahren in Spanien:
Ich hatte vorher extra beim spanischen Tourismusbüro (oder so ähnlich)
in Berlin angerufen und nach Unterschieden zu unseren Verkehrsregeln
gefragt. Als einzigen Unterschied nannte sie die Helmpflicht
außerorts. Ich fragte extra, ob es Straßen gebe, auf denen Radfahren
verboten sei, das wies sie als Gerücht zurück (s.u.).
Und unsere Erfahrungen?
Grundsätzlich sehr positiv, die Spanier fahren sehr freundlich Auto,
finden es gar nicht schlimm, mal einige Zeit hinter zwei Radlern
herzufahren, wenn man nicht überholen kann. Wenn sie dann überholen,
fahren sie in schön weitem Abstand vorbei. Das gilt sowohl für kleine
Bergsträßchen (wo der vordere von uns dann auch mal vorbeiwinkte, wenn
er die Straße einsehen konnte), als auch für große Straßen. Die haben
z.T. eine kleine "Standspur" von vielleicht 1.20 m Breite, auf der wir
gefahren sind, wenn sie frei von Kies und Dreck war. Wenn bergauf mal
eine zweite Spur dazukam, haben uns aber auch die Lkw auf der Spur für
die schnellen überholt und sind nicht, wie ich es in D erwartet hätte,
mit 1 m Abstand auf der Langsamfahrspur an uns vorbeigezogen. Sehr nett.
Überhaupt haben wir meist Straßen erwischt, auf denen nicht sehr viel
los war.
Helmpflicht:
Wenn es die für Radler gibt, dann sicher auch für Mopeds. Trotzdem
fahren in den Dörfern fast alle, in Städten die meisten und über Land
sehr viele ohne Helm, ohne dass die Polizei oder Guardia Civil sich drum
kümmert. Wir hatten nun mal unsre Eierschalen dabei, daher haben wir sie
für die Fahrten von Ort zu Ort auch angezogen; aber auch bei
Tagesfahrten, wo wir sie am Zelt gelassen haben, hat nie ein Offizieller
irgendwas gesagt.
Radwege:
In den Städten, v.a. in Granada, gibt es ziemlich viele Radwege; blaue
Lollis aber habe ich keinen einzigen gesehen (in Cordoba gab es eine
andre Form der Radwegsignalisierung, die ziemlich nach Benutzungspflich
aussah). Wir sind also nicht drauf gefahren, schließlich hatte ich mich
nach Unterschieden erkundigt; ich könnte mir aber gut vorstellen, dass
eigentlich auch für Radwege ohne Lollis Benutzungspflicht besteht -
Verstöße werden halt nur viel lockerer gesehen als bei uns, sowohl von
Polizei als auch von zivilen Dosentreibern.
Und nun dieses Gerücht, man dürfe gewisse Strassen nicht befahren...
Es ist so, wie ich es in D vernommen habe, wirklich nur ein Gerücht,
aber mit einem wahren Hintergrund. Es ist nämlich, genauso wie in D,
verboten, auf Autobahnen Fahrrad zu fahren. Im Unterschied zu D, und das
ist das unangenehme, gibt es aber Stellen, wo es einfach nur eine
Autobahn gibt und sonst nichts.
Wir sind z.B. von Granada über Guadix Richtung Almería gefahren, und am
Ende des ersten Tages kamen wir vor Huéneja an einen Pass. Dort gibt es
zwischen Dólar und Huéneja nur eine einzige geteerte Straße, und das ist
die Autobahn.
Die hat obendrein noch einen wesentlich schmaleren Standstreifen als
deutsche, so dass wir wirklich keine Lust hatten, abends um 7 noch drei
Kilometer darauf bergauf zu fahren. Die Touristinfo in Guadix hatte
gesagt, wir sollten im Ort Dólar nach Feldwegen fragen, die
Kommunikation mit einem Schäfer war aber wenig erfolgreich, obwohl wir
beide einige Brocken Spanisch sprechen. Zum Glück war an der
Autobahnauffahrt eine Tankstelle, wo man uns den Weg der Wahl zeigte:
ein Schotterweg, der bis zur nächsten Ausfahrt parallel zur Autobahn
ging.
Si están en Huéneja, no hay problemas, hatte die Touristinfo-Frau in
Guadix gesagt, wir waren also glücklich, stellten unser Zelt in einen
Olivenhain und fuhren morgens 5 km auf der alten Straße von Huéneja nach
Finana. Aber denkste: wir stießen wieder auf eine Autobahnauffahrt.
Diesmal ohne parallelen Feldweg, und es blieb uns wirklich nichts andres
übrig, als aufzufahren. Zum Glück waren es nur 250 m bis zum
Autobahnende, es ging in eine Autobahnbaustelle und dann in die alte
Straße über. Aber nächstes Jahr, wenn die Autobahn verlängert ist,
dürfte hier das Ende sein. Man kann dann über die Küstenstraße oder,
wenn man es erst in Huéneja merkt, über einen Pass mit 2000m (bzw. 800
zusätzlichen Höhenmetern) ausweichen.
Überhaupt wird beim Straßenbauen in Andalusien (und sie bauen fleissig
Straßen) nicht daran gedacht, dass man ein Fahrrad als Transportmittel
verwenden könnte. Auch zum und vom Flughafen in Málaga muss man auf der
Stadtautobahn fahren, allerdings ohne Autobahnschild und damit nicht
verbotswidrig. Wegen der freundlichen Fahrweise der Spanier war das aber
zum Glück kein großes Problem.
3. Noch ein Wort zu Ersatzteilen: VORSICHT!
Es gibt in Andalusien viele Radfahrer, aber die fahren alle entweder
Mountain-Bike oder Rennrad. Tourenräder (oder auch nur Alltagsräder)
gibt es keine, wir haben wirklich keine von Einheimischen
gesehen. Entsprechend Probleme kann man auch beim Fahrradhändler
bekommen.
Wir mussten das am eigenen Leib erfahren: Gegen Ende des Urlaubs fuhr
uns ein Niederländer mit seinem Mietwagen rückwärts in die an einem Baum
abgestellten Räder und beschädigte eines schwer: Vordergabel und
Lowrider verbogen, Felge gebrochen, Lenker auch verbogen.
Erst mal gab es Probleme mit der Versicherung - wir wollten erfragen, ob
wir das Rad schnell und billig notdürftig fahrbereit machen lassen
konnten und trotzdem noch eine vernünftige Reparatur daheim bezahlt
bekämen, es war nämlich erst 4 Wochen alt.
"What's the insurance of the other car?"
"There's no other car, we hit a bike"
"Oh, yes, what's it's insurance?"
"It doesn't have an insurance, it's a bike. We simply wan't to know
wether..."
"One moment. This is complicated. I'll have to ask - wait a moment"
in verschiedenen Varianten beim Autovermieter und bei der
Versicherung. Wir haben uns dann mit dem Niederländer geeinigt, dass wir
einfach tun was wir wollten und hoffen, dass die Versicherung hinterher
schon zahlt.
Jedenfalls hatte der Radladen ziemliche Probleme:
- Eine Ersatzgabel gab es nicht, da der Teil, der in den Rahmen
geschoben wird, bei unserer viel länger war als bei den in Spanien
üblichen. Er hat dann die alte zurechtgebogen.
- Er hatte nur Mountainbike-Felgen (26") und Rennradfelgen (zu schmal
für unsere Reifen, unangenehm mit Gepäck auf z.T. schlechten Straßen)
vorrätig. Zum Glück hat er im anderen Laden des Ortes eine Felge
aufgetrieben, auf die unser Reifen draufpasste, wenn sie auch etwas
schmaler war.
- Einen Lowrider für die Vordertaschen gab es nicht (vermutlich hätte es
nicht mal einen normalen Gepäckträger gegeben). Er hat den alten
halbwegs zurecht gebogen und, was sehr lustig aussah, falschrum
angebaut. Also rechts und links vertauscht und das, was in die Nähe
der Achse soll, in der Mitte der Gabel angeschraubt und umgekehrt.
Wir sind zum Glück gut durch die letzte Woche gekommen (obwohl die
Inbusschraube der Vorderachse sich nach ca. 100 km gelöst hat, sehr
seltsam).
Das wars soweit, viel Spaß on tour!
Frank
vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht von Eurer Fahrradtour nach
Spanien. Ich habe nur ein paar Fragen. Wohin seid Ihr denn geflogen? Und was
für Karten habt Ihr benutzt? Und habt Ihr auch immer Campingplätze gefunden?
Jürgen (der in der Nähe von Chicago lebt...)
* Jürgen Daartz <jur...@interaccess.com> schrieb:
> Hallo Frank,
>
> vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht von Eurer Fahrradtour nach
> Spanien. Ich habe nur ein paar Fragen. Wohin seid Ihr denn geflogen? Und was
> für Karten habt Ihr benutzt? Und habt Ihr auch immer Campingplätze gefunden?
Das würde mich ebenfalls interessieren.
> Jürgen (der in der Nähe von Chicago lebt...)
[restlichen Vollquote entsorgt]
Tips und Hinweise zum richtigen Posten im Usenet.
http://learn.to/post
http://learn.to/quote
http://got.to/quote
ciao
Ralf Schmidt
--
Auf die Dauer hilft sowieso nur Linuxpower.
Registrierter Linux-User #219586.
> Hallo Frank,
>
> vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht von Eurer Fahrradtour nach
> Spanien. Ich habe nur ein paar Fragen. Wohin seid Ihr denn geflogen?
Berlin-Málaga und zurück.
> Und was für Karten habt Ihr benutzt?
Ach ja, die Karten. Auch so ein Problem.
Da gibt es zum einen eine orangefarbene Andalusien/Spanien-Süd -Karte
von Michelin mit Maßstab 1:400 000, die ist ganz brauchbar. Natürlich
sind nicht alle kleinen Straßen drauf, aber doch ziemlich viele;
problematischer ist, dass nur für die größeren Kilometrierungen
vorhanden sind.
Dann gibt es (erhältlich z.B. in Granada) topographische Karten 1:50 000
und 1:25000, soweit wir gesehen haben in brauchbarer Qualität.
Dazwischen gibt es ein großes Loch. Ich habe immer nach Straßenkarten im
Maßstab 1:100 000 oder 1:200 000 gesucht, aber alles was ich gefunden
habe, waren topographische Karten 1:200 000 von den jeweiligen
Provinzen, von denen wir Málaga und Almería gekauft haben. Die sind aber
grottenschlecht:
- natürlich keine Kilometrierung
- laut Aufdruck von 1998, ich glaube aber nicht, dass seitdem in Almería
eine Autobahn, eine Stadtautobahn und ein vierspuriger
Stadtautobahnzubringer gebaut (und teilweise mit geflicktem Belag
versehen) wurden. Mit anderen Worten: Straßenführung und -existenz
total veraltet.
- Bebauung ist völlig falsch eingezeichnet; wo man in
der Nähe einer Stadt laut Karte im Grünen fahren sollte, erstrecken
sich Häuseransammlungen, die schon das eine oder andre Jahrzehnt auf
dem Buckel haben
- Nicht mal die Straßenführung ist korrekt gezeichnet; bei diesem
Maßstab sollten 50 oder 100 Meter weit ausholende Serpentinen schon
auftauchen - tun sie aber nicht, einfach ein grader Strich. Die
Richtung wie zwei Straßen aufeinanderstoßen könnte man auch der Natur
nachzeichnen, Fehlanzeige. Teilweise war die 400 000er Straßenkarte
hierbei besser
- Ortsnamen mögen vielleicht historisch oder rechtlich korrekt gewesen
sein (viele "El Blabla del A", "Cortijos de B"), aber auf den
Ortsschildern und Wegweisern steht halt doch nur A und B (wie auch in
der Straßenkarte), das erleichtert nicht die Orientierung.
Fazit: Einziger Nutzen sind die Höhenangaben, die in der Straßenkarte
praktisch völlig fehlen, die man im hügeligen bis sehr gebirgigen
Andalusien aber doch nicht missen will
> Und habt Ihr auch immer
> Campingplätze gefunden?
Wir hatten einen Reiseführer, in dem viele kurz beschrieben sind, die
haben wir meistens ausgewählt. Einer der nicht drinstand tauchte genau
am richtigen Ort auf, bei der Fahrt von Granada nach Almería haben wir
einmal wild gezeltet (aber das wussten wir auch vorher, nur für eine
Nacht). Die letzte Nacht haben wir (nach etwas Verwirrung mit einem
gescheiterten Bahntransport) in Antequera verbracht, wo es weder
Zeltplatz noch Jugendherberge gab, in Stadtnähe wollten wir aber auch
nicht wild zelten. Daher nahmen wir eine Pension, Doppelzimmer mit
Bad/Dusche auf dem Gang für 2500 Ptas/30 DM für beide zusammen.
Da fällt mir auf, ich wollte eigentlich nochwas zu "Fahrrad und
öffentliche Verkehrsmittel" schreiben, siehe separates Posting.
Gruß, Frank
Eine Ergänzung noch, nämlich etwas zu
Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel:
1. Bahn
Fahrradmitnahme nur in Bummelzügen. *Wenn* es eine Bummelzugverbindung
gibt, dann ist Zugfahren recht problemlos; separate Fahrradabteile gibt
es zwar meist nicht (einmal schon, da waren allerdings dessen Türen zu,
und wir mussten durch die Normaltür rein und dann durch den engen
Gang). Kosten tut es nichts, nur die Menschen müssen zahlen.
Das Problem ist, dass es auf den schon wenigen Strecken auch noch sehr
wenige Züge gibt (4 pro Tag und Richtung ist normal, davon sind dann 1
bis 3 mit Fahrradbeförderung). Obendrein ist die RENFE ziemlich
desorganisiert, was Informationen angeht. Wir sind letztlich nur einmal
gefahren, von Cordoba nach Ronda mit Umsteigen in Bobadilla, kostete
knapp 40 DM für zwei Leute und dauerte knapp 4 Stunden. Für den letzten
Tag hatten wir auch einen Verbindungsausdruck, ein Zug sollte uns
Sonntagmorgen um 8:45 von Bobadilla nach Málaga bringen. Am Samstag
nachmittag in Bobadilla angekommen mussten wir aber feststellen, dass
der Mann an der Auskunft zu dumm gewesen war, den Computer zu bedienen
(oder uns zuzuhören), denn der Ausdruck war doch für den Tag, an dem wir
gefragt hatten, und Sonntags fuhr der Zug nicht.
(Zum Glück gab es dann von der nächsten Stadt, Antequera, einen
Morgenbus nach Málaga).
2. Busse
Da die Bahn nicht funktioniert, fahren die Spanier mit
Überland-Linienbussen. Diese nehmen grundsätzlich auch Räder mit, obwohl
man immer gesagt bekommt, es hänge davon ab, wieviel Platz noch in den
Gepäckräumen ist. Zumindest in der Nachsaison (wir waren von 15.9. bis
14.10. unterwegs) gab es aber nie Probleme.
Die Räder kosten keinen Aufpreis und werden zum anderen Gepäck unten
rein getan. Manchmal hilft es, den Lenker parallel zum Rad zu drehen,
jedenfalls haben wir immer mit den Taschen festgestopft.
Problem bei den Bussen ist übrigens, dass es keine Aushänge gibt, welche
Firma auf welcher Strecke wohin fährt. Will man in die nächste größere
Stadt, kein Problem, die Information sagt einem die richtige
Firma bzw. den richtigen Schalter. Möchte man als Radfahrer aber nur in
die Mitte fahren, so muss man sich die Karte anschauen und sich
überlegen, wo vielleicht ein Bus entlang fahren und in welchem Ort er
halten könnte, und damit dann zur Information. Möchte man in die
übernächste größere Stadt, so kann es sein, dass man nur die einzige
Direktverbindung gesagt bekommt, obwohl genau diese Firma 5 mal täglich
zur nächsten Stadt und von dort genauso oft zur übernächsten fährt, das
ist uns mit Almería-Granada-Córdoba passiert.
Wir sind ziemlich viel Bus gefahren, von Málaga nach Orgiva (das ist auf
der Hälfte zwischen Granada und der Küste), einmal auf einem
Tagesausflug von Almería zu unsrem Zeltplatz am Cabo de Gata (auf dem
Hinweg sind wir geradelt, 40 km), von dort mit Umsteigen in Almería nach
Córdoba und schließlich (ungeplant) von Antequera nach Málaga. Die
Preise sind in Ordnung, am teuersten war die Fahrt nach Córdoba, 5
Stunden für etwa 6000 Pta (72 DM) für beide; wenn man das mit einer
Nicht-BahnCard-Zugfahrt in Deutschland vergleicht geht das in Ordnung.
Wenn wir schon dabei sind: Geradelt sind wir auch, von Orgiva in die
Alpujarras (Vorberge der Sierra Nevada) nach Pitres, 21 km aber 800
Höhenmeter; von dort nach Granada (gut 80 km), von dort in zwei Etappen
(106 km + 800 Höhenmeter, 125 km und abwärts zum Meer, beide Etappen
zusammen waren aber eigentlich kein Urlaub mehr) zum Cabo de Gata, von
Ronda nach Ardales (bzw. Embalses de Guadalhorce) (60 km, Dauerregen,
12°C und 5km Sandpiste, die blödeste Etappe) und von dort nach Antequera
(gut 60 km). Und natürlich Tagestouren. Insgesamt über 900 km.
Gruß, Frank
> Und nun dieses Gerücht, man dürfe gewisse Strassen nicht befahren...
>
> Es ist so, wie ich es in D vernommen habe, wirklich nur ein Gerücht,
> aber mit einem wahren Hintergrund. Es ist nämlich, genauso wie in D,
> verboten, auf Autobahnen Fahrrad zu fahren. Im Unterschied zu D, und das
> ist das unangenehme, gibt es aber Stellen, wo es einfach nur eine
> Autobahn gibt und sonst nichts.
In soeine Falle sind wir auch mal getappt, aber in Spanien regt
sich keiner darüber auf, wenn man da mit dem Rad fährt. Zum
Glück war von der Guardia nichts zu sehen, die hätte
wahrscheinlich schon eingegriffen. Man sollte bei der Planung
einer Tour genau in die Karte sehen.
> Wir sind z.B. von Granada über Guadix Richtung Almería gefahren, und am
> Ende des ersten Tages kamen wir vor Huéneja an einen Pass. Dort gibt es
> zwischen Dólar und Huéneja nur eine einzige geteerte Straße, und das ist
> die Autobahn.
Granada ist ganz blöd zu erreichen, wir sind aus Richtung Ronda
gekommen und in Antequera in die Regionalbahn gestiegen, auch
aus Granada raus sind wir Richtung Norden mit der Bahn gefahren.
> 3. Noch ein Wort zu Ersatzteilen: VORSICHT!
>
> Es gibt in Andalusien viele Radfahrer, aber die fahren alle entweder
> Mountain-Bike oder Rennrad. Tourenräder (oder auch nur Alltagsräder)
> gibt es keine, wir haben wirklich keine von Einheimischen
> gesehen. Entsprechend Probleme kann man auch beim Fahrradhändler
> bekommen.
Sofern man überhaupt einen findet, das ist praktisch nur in
größeren Städten der Fall. Ansonsten kann ich Deine
Beobachtung nur bestätigen, das Fahrrad ist in Spanien fast
ausschließlich Sportgerät.
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Unterschrift und Siegel. Alle Angaben ohne Gewähr. Wir stellen die Normalität
augenblicklich wieder her, sobald wir wissen was eigentlich normal ist.
florian...@gmx.de http://www.floimnetz.de
> > Und habt Ihr auch immer
> > Campingplätze gefunden?
>
> Wir hatten einen Reiseführer, in dem viele kurz beschrieben sind, die
> haben wir meistens ausgewählt.
Ach ja, und: Zeltplätze sind recht teuer. 25-30 DM pro Nacht für uns beide
waren die Regel. Dafür gibt es dann auch Swimmingpool, teuren
Supermarkt, Kinderspielplatz und Restaurant, was uns natürlich kollosal
wichtig war :-(