Sattel-Bezugsmaterial gesucht

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Hannes Kuhnert

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Aug 20, 2021, 2:14:42 PMAug 20
to
Ich suche ein Bezugsmaterial für einen Schaumstoff-Fahrradsattel. Es
soll möglichst glatt sein, hinreichend gut drapierbar und angemessen
wetterbeständig.

Hat jemand eine Empfehlung?
--
Hannes Kuhnert

Gerald Eіscher

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Aug 21, 2021, 3:37:09 PMAug 21
to
Am 20.08.21 um 20:14 schrieb Hannes Kuhnert:
Bei einem Sattler oder Tapezierer fragen?

--
Gerald

| FAQ zu de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/ |
| Wiki von de.rec.fahrrad: http://de-rec-fahrrad.de |

Bodo G. Meier

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Aug 21, 2021, 4:29:02 PMAug 21
to
Am 21. Aug.. 2021 um 21:37 schrieb Gerald Eіscher:
> Am 20.08.21 um 20:14 schrieb Hannes Kuhnert:
>> Ich suche ein Bezugsmaterial für einen Schaumstoff-Fahrradsattel. Es
>> soll möglichst glatt sein, hinreichend gut drapierbar und angemessen
>> wetterbeständig.
>>
>> Hat jemand eine Empfehlung?
>
> Bei einem Sattler oder Tapezierer fragen?

Oder doch eher in einer Segelmacherwerkstatt?

Gruß,
Bodo

--
Postheroische Vampirkartoffel! (Sepp Ruf in de.rec.fahrrad)

Hans CraueI

unread,
Aug 21, 2021, 5:58:41 PMAug 21
to
Hannes Kuhnert schrieb
Für Fahrradsättel nicht, und ich sehe auch erstmal nicht so recht,
wozu das gut sein soll. Kommt teurer als ein neuer Sattel.

Sattlerei wurde ja schon erwähnt. Da habe ich einmal gute
Erfahrungen gemacht, allerdings mit der Erneuerung der
Nieten eines Brooks, nicht mit einem Neubezug eines Sattels.

Bei Motorrad-Sitzbänken steht Erneuerung des Bezugs häufiger mal
an. Da könntest du mal fragen.

Hans

Gerald Eіscher

unread,
Aug 21, 2021, 8:18:28 PMAug 21
to
Am 21.08.21 um 22:28 schrieb Bodo G. Meier:
> Am 21. Aug.. 2021 um 21:37 schrieb Gerald Eіscher:
>> Am 20.08.21 um 20:14 schrieb Hannes Kuhnert:
>>> Ich suche ein Bezugsmaterial für einen Schaumstoff-Fahrradsattel. Es
>>> soll möglichst glatt sein, hinreichend gut drapierbar und angemessen
>>> wetterbeständig.
>>>
>>> Hat jemand eine Empfehlung?
>>
>> Bei einem Sattler oder Tapezierer fragen?
>
> Oder doch eher in einer Segelmacherwerkstatt?

Die haben geeignetes Kunstleder?

Bodo G. Meier

unread,
Aug 22, 2021, 2:12:21 AMAug 22
to
Am 22. Aug.. 2021 um 02:18 schrieb Gerald Eіscher:
> Am 21.08.21 um 22:28 schrieb Bodo G. Meier:
>> Am 21. Aug.. 2021 um 21:37 schrieb Gerald Eіscher:
>>> Am 20.08.21 um 20:14 schrieb Hannes Kuhnert:
>>>> Ich suche ein Bezugsmaterial für einen Schaumstoff-Fahrradsattel. Es
>>>> soll möglichst glatt sein, hinreichend gut drapierbar und angemessen
>>>> wetterbeständig.
>>>>
>>>> Hat jemand eine Empfehlung?
>>>
>>> Bei einem Sattler oder Tapezierer fragen?
>>
>> Oder doch eher in einer Segelmacherwerkstatt?
>
> Die haben geeignetes Kunstleder?

Du meinst, der Stoff muss wasserdicht sein?
Das ist Segelstoff natürlich nicht, aber sehr witterungsbeständig.

Andreas Borutta

unread,
Aug 22, 2021, 4:01:22 AMAug 22
to
Gerald Eіscher:

> Am 20.08.21 um 20:14 schrieb Hannes Kuhnert:
>> Ich suche ein Bezugsmaterial für einen Schaumstoff-Fahrradsattel. Es
>> soll möglichst glatt sein, hinreichend gut drapierbar und angemessen
>> wetterbeständig.
>>
>> Hat jemand eine Empfehlung?
>
> Bei einem Sattler [...] fragen?

Ich habe vor einiger Zeit mal bei einem Händler für diverse technische
Bezugsstoffe nachgefragt, aus dem gleichen Motiv wie Du, Hannes.

Der hatte passendes Kunstleder in seinem Ladengeschäft von der Rolle.

Aus der Erinnerung war es bezahlbar.

https://www.weissbach24.de/


Umgesetzt habe ich die Reparatur des Sattels bisher nicht. Ich war zu
unsicher, ob das Kunstleder elastisch genug ist, dass es keine Falten
wirft und ich war auch unsicher, ob im "Kunststoff-Gerüst" des
günstigen Sattels Tackerklammern gut halten würden.

Erfahrung mit so einer Reparatur hatte hierzugroup AFAIR niemand.


Andreas
--
http://fahrradzukunft.de

Nico Hoffmann

unread,
Aug 22, 2021, 5:10:08 AMAug 22
to
Andreas Borutta hat noch offene Pläne:
+1

Ich hab' vor Jahren mal geplant, den Sattel des Randonneurs neu zu
beziehen und irgendein Stück Kunstleder gekauft. Viele Monate später
(den Sattel hatte ich noch nicht angerührt) bin ich über den gleichen
Sattel als Neuware gestolpert - ein Billigteil, das ich dann genommen
habe. Das Kunstleder ist noch ewig rumgelegen bis ich's entsorgt oder
vertickt hab.

N.

P.S.: Außerdem ist das blöde Ding viel zu hart.
--
Immer das Gemache mit den Signaturen!

Marc Stibane

unread,
Aug 24, 2021, 8:28:19 AMAug 24
to
Hannes Kuhnert <hannes....@gmx.de> wrote:

> Ich suche ein Bezugsmaterial für einen Schaumstoff-Fahrradsattel. Es
> soll möglichst glatt sein, hinreichend gut drapierbar und angemessen
> wetterbeständig.

Ich habe bei Decathlon einen kompletten Sattel-Überzug gekauft, weil ich
bei meinen Originalsattel die Satteldecke entfernt und den Schaumstoff
unter den Kronjuwelen ausgehöhlt habe. Seitdem kann ich auch länger als
30km fahren ohne dass sich das "taube" Gefühl einstellt.
Gibt es mit und ohne Gel-Polsterung.

https://www.decathlon.at/?prod_de%5Bquery%5D=Sattel-%C3%9Cberzug

--
In a world without walls and fences,
who needs windows and gates?

Hans CraueI

unread,
Aug 26, 2021, 8:37:09 AMAug 26
to
Martin Gerdes schrieb

> Hans CraueI schrieb:
>> Sattlerei wurde ja schon erwähnt. Da habe ich einmal gute
>> Erfahrungen gemacht, allerdings mit der Erneuerung der
>> Nieten eines Brooks, nicht mit einem Neubezug eines Sattels.
>
> Der Sattler hat Dir die Nieten des Brooks neu eingeschlagen?

Es sind neue Nieten eingesetzt worden, mit deutlich größeren
Köpfen, silberfarben. Sah nicht schlecht aus.

Aber "Buchschrauben" (Link gelöscht) sind wohl auch gut geeignet.

Hans

Patrick Rudin

unread,
Aug 28, 2021, 8:00:40 AMAug 28
to
Marc Stibane wrote:
> Ich habe bei Decathlon einen kompletten Sattel-Überzug gekauft, weil ich
> bei meinen Originalsattel die Satteldecke entfernt und den Schaumstoff
> unter den Kronjuwelen ausgehöhlt habe. Seitdem kann ich auch länger als
> 30km fahren ohne dass sich das "taube" Gefühl einstellt.

30km? Das geht ja selbst mit jedem 0815-Sattel und Billighosen von Löffler.

Man nehme einen Brooks Cambium und fahre über fünf Stunden. Dann
entdeckt man den Unterschied (eher Universen als Welten) zwischen einer
Mille GT und Mille GTS.

Ob die GTO noch besser ist, weiss ich nicht, war mir bislang zu teuer...


Grüsse

Patrick

Anton Ertl

unread,
Aug 28, 2021, 11:19:40 AMAug 28
to
Patrick Rudin <tax...@gmx.ch> writes:
>Marc Stibane wrote:
>> Ich habe bei Decathlon einen kompletten Sattel-Überzug gekauft, weil ich
>> bei meinen Originalsattel die Satteldecke entfernt und den Schaumstoff
>> unter den Kronjuwelen ausgehöhlt habe. Seitdem kann ich auch länger als
>> 30km fahren ohne dass sich das "taube" Gefühl einstellt.
>
>30km? Das geht ja selbst mit jedem 0815-Sattel und Billighosen von Löffler.
>
>Man nehme einen Brooks Cambium und fahre über fünf Stunden. Dann
>entdeckt man den Unterschied (eher Universen als Welten) zwischen einer
>Mille GT und Mille GTS.

Ist der Brooks Cambium so schlimm? Ich fahre 0815-Saettel und
Billighosen von Loeffler (oder in frueheren Zeiten bzw. auf kuerzeren
Strecken auch einfach Jeans und sowas), und in frueheren Zeiten auch
weit ueber 5h (mit Pausen). Wo soll sich da ein Universum finden?

Wichtig ist allerdings, dass der Sattel richtig eingestellt ist. Marc
Stibanes Problem klingt nach falscher Einstellung oder (und?) zuviel
Polsterung.

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben.
Ist der Radverkehr erst separiert, diskriminiert man ihn voellig ungeniert.

Patrick Rudin

unread,
Aug 28, 2021, 11:53:30 AMAug 28
to
Anton Ertl wrote:
> Ist der Brooks Cambium so schlimm?

Nein, zumindest für meinen Hintern ist er perfekt.

> Ich fahre 0815-Saettel und
> Billighosen von Loeffler (oder in frueheren Zeiten bzw. auf kuerzeren
> Strecken auch einfach Jeans und sowas), und in frueheren Zeiten auch
> weit ueber 5h (mit Pausen).

Und heute?

> Wo soll sich da ein Universum finden?

Löffler-Hosen aus dem hiesigen Migros hatte ich auch mal, der Pamperteil
fängt nach spätestens zwei Stunden an sehr unangenehm zu reiben. Mille
GT geht für Mittelstrecken, wird aber auch bald unangenehm. Sechs
Stunden schaffe ich nur mit den GTS-Hosen, ohne dass mir das Polster die
Laune verdirbt. Beim Anprobieren im Laden merkt man vom Unterschied nichts.

> Wichtig ist allerdings, dass der Sattel richtig eingestellt ist.

Das setze ich voraus. Wobei ich einen Rennlenker habe, mit geradem
Lenker und permanenter aufrechter Position wird das auch nicht einfacher...


Gruss

Patrick

Anton Ertl

unread,
Aug 28, 2021, 12:27:42 PMAug 28
to
Patrick Rudin <tax...@gmx.ch> writes:
>Anton Ertl wrote:
>> Ist der Brooks Cambium so schlimm?
>
>Nein, zumindest für meinen Hintern ist er perfekt.
>
>> Ich fahre 0815-Saettel und
>> Billighosen von Loeffler (oder in frueheren Zeiten bzw. auf kuerzeren
>> Strecken auch einfach Jeans und sowas), und in frueheren Zeiten auch
>> weit ueber 5h (mit Pausen).
>
>Und heute?

Heute fahre ich laengere Touren in den meisten Faellen mit dem
Liegerad. Nicht wegen Sattelproblemen, mehr wegen der Haende und weil
es weniger ermuedet, und weil mein Liegerad eine Uebersetzung hat, mit
der ich mich auch traue, laengere steile Steigungen zu fahren.

Das von Dir genannte Problem sollte allerdings auch da existieren,
habe ich aber nicht.

>> Wo soll sich da ein Universum finden?
>
>Löffler-Hosen aus dem hiesigen Migros hatte ich auch mal, der Pamperteil
>fängt nach spätestens zwei Stunden an sehr unangenehm zu reiben. Mille
>GT geht für Mittelstrecken, wird aber auch bald unangenehm. Sechs
>Stunden schaffe ich nur mit den GTS-Hosen, ohne dass mir das Polster die
>Laune verdirbt. Beim Anprobieren im Laden merkt man vom Unterschied nichts.

Ok, solche Probleme kenne ich nicht. Was ich so gelesen habe, haben
die GTS-Hosen extrem dicke Polster. Wenn Du mit anderen solchen Hosen
vergleichst, kann ich mir vorstellen, dass es da Probleme mit sich
ansammelndem Schweiss gibt.

Gerald Eіscher

unread,
Aug 28, 2021, 2:28:26 PMAug 28
to
Am 28.08.21 um 17:53 schrieb Patrick Rudin:
>
> Löffler-Hosen aus dem hiesigen Migros hatte ich auch mal, der Pamperteil
> fängt nach spätestens zwei Stunden an sehr unangenehm zu reiben. Mille
> GT geht für Mittelstrecken, wird aber auch bald unangenehm.

Sitzcreme oder, preiswerter, Melkfett mit Ringelblumen (dm) hilft.

Marc Stibane

unread,
Aug 29, 2021, 4:55:47 AMAug 29
to
Anton Ertl <an...@mips.complang.tuwien.ac.at> wrote:
>> Marc Stibane wrote:

>>> bei meinen Originalsattel die Satteldecke entfernt und den
>>> Schaumstoff unter den Kronjuwelen ausgehöhlt habe.
> Wichtig ist allerdings, dass der Sattel richtig eingestellt ist. Marc
> Stibanes Problem klingt nach falscher Einstellung oder (und?) zuviel
> Polsterung.

Der Sattel hatte in der Mitte einen Buckel statt einer Mulde. So wie das
früher halt üblich war. Und das ergab zuviel Druck auf den Dammbereich.
Also ja, zuviel Polsterung an den falschen Stellen.

Ich hatte vor der Modifikation einen SQlab 6OX Ergowave ausprobiert,
aber der war mir zu hart. Auch war ich von den Elastomer-dampers sehr
enttäuscht, auch der weichste war viel zu hart. Rotation um die
Längsachse kleiner als 1mm ist witzlos...

Meine Partnerin ist mit ihrem SQlab 603 sehr zufrieden.

Patrick Rudin

unread,
Aug 29, 2021, 8:40:14 AMAug 29
to
Anton Ertl wrote:
> Was ich so gelesen habe, haben
> die GTS-Hosen extrem dicke Polster.

Nein, die sind sogar eher dünn. Die Hosen Löffler haben riesige Pampers.
Weil vermutlich viele Leute denken, viel Polsterung hilft viel...


Gruss

Patrick

Anton Ertl

unread,
Aug 29, 2021, 1:11:49 PMAug 29
to
Patrick Rudin <tax...@gmx.ch> writes:
>Die Hosen Löffler haben riesige Pampers.

Beim letzten mal, als ich Loeffler-Hosen gekauft habe, habe ich auch
welche mit dickem Polster gesehen, aber zumindest damals gab's auch
welche mit duennem Polster.

>Weil vermutlich viele Leute denken, viel Polsterung hilft viel...

Ja.

Gerald Eіscher

unread,
Aug 29, 2021, 3:29:54 PMAug 29
to
Am 29.08.21 um 14:40 schrieb Patrick Rudin:
> Anton Ertl wrote:
>> Was ich so gelesen habe, haben
>> die GTS-Hosen extrem dicke Polster.
>
> Nein, die sind sogar eher dünn. Die Hosen Löffler haben riesige Pampers.

Löffler verwendet unterschiedliche Sitzpolster. Komischerweise je
sportlicher die Zielgruppe, desto dicker.
https://www.loeffler.at/de/loeffler-welt/radsitzpolster-uebersicht/

Marc Stibane

unread,
Aug 30, 2021, 1:06:15 PMAug 30
to
Gerald E?scher <Dein-H...@liebt-dich.info> wrote:
> Am 29.08.21 um 14:40 schrieb Patrick Rudin:
>> Anton Ertl wrote:

>>> Was ich so gelesen habe, haben die GTS-Hosen extrem dicke Polster.
>> Nein, die sind sogar eher dünn. Die Hosen Löffler haben riesige
>> Pampers.
> Löffler verwendet unterschiedliche Sitzpolster. Komischerweise je
> sportlicher die Zielgruppe, desto dicker.
> https://www.loeffler.at/de/loeffler-welt/radsitzpolster-uebersicht/

Lustig. Bei den Sätteln ist es genau umgekehrt - je sportlicher, umso
härter der Sattel bzw. umso dünner die Polsterung. Was man beim Sattel-
polster weglässt, steckt man folglich in Sitzpolster.

Irgendwie finde ich es sinnvoller, den Sattel ausreichend zu polstern
statt sich immer an Windeln erinnernde Einlegepolster in die Radhosen
stecken zu müssen...

Anton Ertl

unread,
Aug 31, 2021, 4:02:11 AMAug 31
to
spamf...@arcor.de (Marc Stibane) writes:
>Irgendwie finde ich es sinnvoller, den Sattel ausreichend zu polstern
>statt sich immer an Windeln erinnernde Einlegepolster in die Radhosen
>stecken zu müssen...

Dicke Polster sind auf beiden Seiten kontraproduktiv. Sie verteilen
den Druck von den Bereichen unter den Knochen, die ihn aushalten (auch
wenn man etwas Training braucht, bis man sich dran gewoehnt hat) auf
Bereiche, die dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden.

Polster sind also eher etwas fuer Leute, die selten und kurz
radfahren. Also eigentlich fuer die meisten Radfahrer. Vermutlich
sieht man deshalb soviel dick gepolsterte Hosen und Saettel in den
Geschaeften.

Bernhard Kraft

unread,
Aug 31, 2021, 9:33:08 AMAug 31
to
Am 30.08.2021 um 19:06 schrieb Marc Stibane:
>
> Irgendwie finde ich es sinnvoller, den Sattel ausreichend zu polstern
> statt sich immer an Windeln erinnernde Einlegepolster in die Radhosen
> stecken zu müssen...
>

Rennsportler können mit einem ultraleichten und ungepolsterten
Carbonsattel ein paar Gramm rausholen. Für alle Anderen ist es fast
nur eine Geschmacksfrage. Es ist aber nicht nur die Optik. Viele stört
auch, dass sich Nässe im Polster sammelt. Meine Erfahrung: Nässe ist
nicht das Problem, aber bei hohen Temperaturen fühlt man sich unwohl,
wenn man so einen dicken Stoff am Hintern hat. Wirklich stören tut es
nicht.

Der Trend geht auch mal wieder in eine
andere Richtung:

<https://raddeluxe.com/rennradsattel-test/ezero-sattel-everve/>

Natürlich braucht man dann für diesen gepolserten Rennsattel wieder
eine spezielle Hose ohne Polster. Naja, irgend eine Wald- und
Wiesenhosen aus Stretch-Material wird es wahrscheinlich auch tun.

Für alle anderen gibt es bei SQlab Sättel in allen Komfort-Stufen.



Joerg

unread,
Sep 1, 2021, 2:29:34 PMSep 1
to
Fuer echte Maenner nur Granit, das erfuellt schonmal die Punkte glatt
und angemessen wetterbestaendig :-)

https://www.sheldonbrown.com/real-man.html

<duck>

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

Wolfgang Strobl

unread,
Sep 2, 2021, 5:49:33 AMSep 2
to
Am Tue, 31 Aug 2021 07:48:47 GMT schrieb
an...@mips.complang.tuwien.ac.at (Anton Ertl):

>spamf...@arcor.de (Marc Stibane) writes:
>>Irgendwie finde ich es sinnvoller, den Sattel ausreichend zu polstern
>>statt sich immer an Windeln erinnernde Einlegepolster in die Radhosen
>>stecken zu m?..
>
>Dicke Polster sind auf beiden Seiten kontraproduktiv. Sie verteilen
>den Druck von den Bereichen unter den Knochen, die ihn aushalten (auch
>wenn man etwas Training braucht, bis man sich dran gewoehnt hat) auf
>Bereiche, die dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden.

Das ist auch meine Erfahrung. Ein _dünnes_ Polster sowohl auf dem
ansonsten harten Sattel und eine ebenso dünne Polsterung in einer
Radhoste sind bisweilen nützlich, um an Kanten keine blauen Flecken zu
bekommen. Aber als die zivilen aussehendenRadhosen, die ich bevorzugte,
vom Markt verschwanden, waren eine Weile nur noch solche zu bekommen,
deren herausnehmbares Polster tatsächlich Windelcharakter hatte. Die
habe ich dann ohne benutzt. Auf der freien Rolle oder vorher auf dem
Tacx 1680 verwende ich meist nur eine Radfahrunterhose aus
Synthetikmaterial, von denen ich zum Glück noch einen ganzen Stapel
habe. "Zum Glück", weil ich gerade sehe, dass auch die so langsam vom
Markt verschwinden.


>
>Polster sind also eher etwas fuer Leute, die selten und kurz
>radfahren. Also eigentlich fuer die meisten Radfahrer. Vermutlich
>sieht man deshalb soviel dick gepolsterte Hosen und Saettel in den
>Geschaeften.

Viele Benutzer von elektrisch angetriebenen Pseudofahrrädern,
seltsamerweise nicht nur die MTB-Variante, kompensieren offensichtlich
mangelnde Eigenleistung zusätzlich zum Motor auch durch martialische
Sportkleidung. Das ist auch nicht hilfreich. Dem passen sich die
Hersteller von Funktionskleidung leider an. Für jemand der keinen Sport
treibt, auch nicht so aussehen mag, die Vorteile der Funktionalität von
Rennrädern als Verkehrsmittel und von Funktionskleidung zur
Schweißabfuhr und wegen des Schnitts schätzt, ist das ärgerlich.


--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen

Gerald Eіscher

unread,
Sep 2, 2021, 10:00:28 AMSep 2
to
Am 31.08.21 um 09:48 schrieb Anton Ertl:
> spamf...@arcor.de (Marc Stibane) writes:
>>Irgendwie finde ich es sinnvoller, den Sattel ausreichend zu polstern
>>statt sich immer an Windeln erinnernde Einlegepolster in die Radhosen
>>stecken zu müssen...
>
> Dicke Polster sind auf beiden Seiten kontraproduktiv. Sie verteilen
> den Druck von den Bereichen unter den Knochen, die ihn aushalten (auch
> wenn man etwas Training braucht, bis man sich dran gewoehnt hat) auf
> Bereiche, die dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden.

Deswegen sind die Poster von Löffler (und sicher auch anderer
Hersteller) abgestuft in der Dicke. Dick unter den Sitzknochen,
mitteldick im Dammbereich und dünn am Rand.

> Polster sind also eher etwas fuer Leute, die selten und kurz
> radfahren.

Löffler ist gegenteiliger Ansicht, jedenfalls deren Poster für
Langstreckenfahrer ist mit 14 mm eines der dickeren, wobei ich annehme,
dass damit die größte Dicke unter den Sitzknochen gemeint ist.

Gerald Eіscher

unread,
Sep 2, 2021, 10:14:24 AMSep 2
to
Am 30.08.21 um 19:06 schrieb Marc Stibane:
> Gerald E?scher <Dein-H...@liebt-dich.info> wrote:
>
>> Löffler verwendet unterschiedliche Sitzpolster. Komischerweise je
>> sportlicher die Zielgruppe, desto dicker.
>> https://www.loeffler.at/de/loeffler-welt/radsitzpolster-uebersicht/
>
> Lustig. Bei den Sätteln ist es genau umgekehrt - je sportlicher, umso
> härter der Sattel bzw. umso dünner die Polsterung.

Was daran liegt, dass bei sportlichen Radfahrern mehr Körpergewicht auf
Armen und Beinen und weniger auf dem Sattel lastet. Zudem polstert bei
Sportlern die vermehrt vorhandene Muskulatur.

> Irgendwie finde ich es sinnvoller, den Sattel ausreichend zu polstern
> statt sich immer an Windeln erinnernde Einlegepolster in die Radhosen
> stecken zu müssen...

Sinnvoller finde ich anatomisch angepasste Sättel oder zumindest in zum
Sitzknochenabstand passender Breite.
Die nun fälligen Lobeshymnen auf Ledersättel sollen bitte andere
anstimmen :-)

Hannes Kuhnert

unread,
Sep 5, 2021, 9:38:56 AMSep 5
to
Hans CraueI schrieb:
> Hannes Kuhnert schrieb
>
>> Ich suche ein Bezugsmaterial für einen Schaumstoff-Fahrradsattel. […]
>> Hat jemand eine Empfehlung?
>
> Für Fahrradsättel nicht, und ich sehe auch erstmal nicht so recht,
> wozu das gut sein soll. Kommt teurer als ein neuer Sattel.

Nein, wenn wir nicht von Billigst-Sätteln reden, kann so eine
Bezugserneuerung monetär kaum teurer als ein Neukauf kommen. Unter
Betracht des Arbeitsaufwands mag es sich aber freilich doch nur selten
wirtschaftlich lohnen. Wenn es einem aber etwas wert ist, dass
funktionierende Dinge in Gebrauch bleiben, dann lohnt so eine
Sattelüberarbeitung sich durchaus.

Ein bisschen Recherche im Netz, ein paar Euro fürs Material und ein oder
zwei Stunden entspanntes Basteln am Sonnabend – das ist es mir wert,
einen anständigen Sattel wieder herzurichten, keine Frage!
--
Hannes Kuhnert

Hannes Kuhnert

unread,
Sep 5, 2021, 11:01:37 AMSep 5
to
Andreas Borutta schrieb:
> Gerald Eіscher:
>
>> Am 20.08.21 um 20:14 schrieb Hannes Kuhnert:
>>> Ich suche ein Bezugsmaterial für einen Schaumstoff-Fahrradsattel. Es
>>> soll möglichst glatt sein, hinreichend gut drapierbar und angemessen
>>> wetterbeständig.
>>>
>>> Hat jemand eine Empfehlung?
>>
>> Bei einem Sattler [...] fragen?
>
> Ich habe vor einiger Zeit mal bei einem Händler für diverse technische
> Bezugsstoffe nachgefragt, aus dem gleichen Motiv wie Du, Hannes.
>
> Der hatte passendes Kunstleder in seinem Ladengeschäft von der Rolle.

Ich habe letztlich eine der drei gewünschten Eigenschaften hinten
angestellt und Echtleder genommen. Wie sich mit der
Wasserschutzbedürftigkeit des Leders umgehen lässt, wird sich zeigen.
Jedenfalls war – anders als mit anderen Materialen – nicht von
vornherein die Machbarkeit fraglich; von Leder ist bekannt, dass es in
Wasser eingeweicht exzellent drapierbar ist.

Also habe ich einfach mal von Langlauf Schuhbedarf Lederreste erworben.
Ein Kilogramm Lederstücke, je mindestens A5 groß – da wird wohl was
passendes dabei sein. So war es dann auch; 16 Stücke bekam ich und
einige davon sind gerade groß genug, um einen Sattel damit zu beziehen.

Zum Leder geraten und beim Arbeiten geholfen hat mir eine schöne
Anleitung: <http://radbasteln.de/sattelbezug>

Die Form des Sattels habe ich wegen des Gel-Elements leider nicht wie
geplant zurechtbringen können.

Als unvorteilhaft erwies sich auch die Bauweise meines Sattels: Der
Bezug ist nicht mit angeschraubten Klemmteilen gefasst, sondern nur
geklebt sowie unter ein nicht entfernbares Klemmteil im Mittelbereich
gebracht. Daher habe den Bezug reicht zeitig beim Drapieren angetackert,
hinten mit zwei Klammern, vorn mit einer. Ging so erstaunlich gut!

Als ich schon ziemlich weit war, riss an einer Stelle der Oberfläche
eine Schicht des Leders auf. Da erst bemerkte ich, dass das Leder mit
einer Kunststoffschicht veredelt war. Die habe ich schließlich bis an
die Klemmränder abgezogen und -gerieben. Beim Drüberwischen zeigte sich,
dass Wasser in noch beschichten Bereichen stärker abperlt. Klingt an
sich gut, aber wenn die Beschichtung sich beim Herumziehen des
durchgeweichten Leders löst, nützt sie mir nichts.

An den Rändern habe ich mit UHU Kraft geklebt. Recht nachvollziehen
konnte ich den Klebeansatz von <http://radbasteln.de/sattelbezug> jedoch
nicht. So ein gängiger Polyurethan-Klebstoff verträgt sich beim
Verarbeiten nunmal nicht mit Wasser. Das Leder muss aber zunächst noch
feucht sein und darf erst nach dem (klebenden …) Anbringen richtig
trocknen. Aufs feuchte Leder gebracht trocknet der Klebstoff aber „vom
Leder weg“. Mir scheint, dass bei mir der angebrachte Kleber nur eine
geringe Rolle spielt.

Wesentlich war bei mir das schon erwähnte Tackern, das Klemmen im
Mittelbereich sowie das Trocknen in zurechtgegebrachter Form.

Beim Zurechtdrücken und beim Hineindrücken in die Klemmspalte tat ein
geerbter, rund gewordener mittelkleiner Schraubendreher guten Dienst.
Trotzdem will ich mir ein Falzbein besorgen.

Da ich den Sattel am nächsten Morgen wieder benutzen wollte, lies ich
ihn über Nacht bei 50 °C im Backofen fertig werden.

Was rausgekommen ist, gefällt mir richtig gut. Es ist nicht nur besser
als vorher. Ich find es auch ansehnlich, nicht nur relativ zur
Unerfahrenheitdes Bastlers. Praktisch brauchbar ist es allemal.

<http://hannes-kuhnert.de/Fahrrad/Sattel_1.jpeg>
<http://hannes-kuhnert.de/Fahrrad/Sattel_2.jpeg>
<http://hannes-kuhnert.de/Fahrrad/Sattel_3.jpeg>
[je < 300 kiB]

Schaumstoffsattel neu beziehen ist wie Laufräder bauen. Selber gemacht
haben macht Freude und bringt Ergebnisse, die es nicht zu kaufen gibt.

Ich geh gleich nochmal raus und fahr damit herum.


> Erfahrung mit so einer Reparatur hatte hierzugroup AFAIR niemand.

Ich hatte noch im WWW herumgeschaut und habe letztlich nach der
Anleitung <http://radbasteln.de/sattelbezug> gearbeitet.

Solche Basteleien, Erfahrung als Buchbinder und davon gern berichten –
das erinnert mich sehr an Richard Blume (?), der auch schon hier im
Usenet unterwegs war.
--
Hannes Kuhnert

Andreas Borutta

unread,
Sep 5, 2021, 12:49:13 PMSep 5
to
Hannes Kuhnert:

> Zum Leder geraten und beim Arbeiten geholfen hat mir eine schöne
> Anleitung: <http://radbasteln.de/sattelbezug>

> [...]
Glückwunsch!

Sehr schöner Bericht von Deiner Sattelaufwertung!
Danke für's Teilen.



Andreas
--
http://fahrradzukunft.de

Bodo G. Meier

unread,
Sep 5, 2021, 1:26:25 PMSep 5
to
Am 05. Sept.. 2021 um 17:01 schrieb Hannes Kuhnert:

[wie er einen Sattel neu mit Leder bezog]

> Ich habe letztlich eine der drei gewünschten Eigenschaften hinten
> angestellt und Echtleder genommen. Wie sich mit der
> Wasserschutzbedürftigkeit des Leders umgehen lässt, wird sich zeigen.
> Jedenfalls war – anders als mit anderen Materialen – nicht von
> vornherein die Machbarkeit fraglich; von Leder ist bekannt, dass es in
> Wasser eingeweicht exzellent drapierbar ist.
> [...]
> Was rausgekommen ist, gefällt mir richtig gut. Es ist nicht nur besser
> als vorher. Ich find es auch ansehnlich, nicht nur relativ zur
> Unerfahrenheitdes Bastlers. Praktisch brauchbar ist es allemal.
>
> <http://hannes-kuhnert.de/Fahrrad/Sattel_1.jpeg>
> <http://hannes-kuhnert.de/Fahrrad/Sattel_2.jpeg>
> <http://hannes-kuhnert.de/Fahrrad/Sattel_3.jpeg>
> [je < 300 kiB]
>
> Schaumstoffsattel neu beziehen ist wie Laufräder bauen. Selber gemacht
> haben macht Freude und bringt Ergebnisse, die es nicht zu kaufen gibt.

Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht!
Klingt ganz schön aufwändig, aber manchmal macht eine Frickelei ja auch
Spaß.
Umso mehr, wenn das Ergebnis einen zufriedenstellt.

Gruß,

Bo"gerade eben ein bisher noch unbekanntes ThinkPad geöffnet"do

Andreas Oehler

unread,
Sep 9, 2021, 5:49:50 AMSep 9
to
Vielen Dank für die ausführliche Dokumentation hier!

Vor vielen Jahren hatte ich mal einen Sattel selber mit Leder bezogen.
Meine Idee war damals die Nutzung von hochwertigem
Silikon-Schaum-Dichtungsmaterial - was sich bei Anlagen aus der
Lebensmittelindustrie bei Türdichtungen bewährt hat. Solche Dichtprofile
hatte ich nebeneinander auf einen 70er-Jahre
Hartplastik-Billig-"Rennsport"-Sattel geklebt und mit einem scharfen
Messer auf Wunschform geschnitzt. DAbei ging es um ca. 2cm Schaum unter
den Sitzknochen, wenig in der Mitte des Sattels und gar nichts seitlich
vorne. Überzogen habe ich das mit dem stabilen, dickwandigen Leder einer
alten Schweißer-Schürze. Die hatte ich zuerst grob zugeschnitten, in
warmen Wasser eingeweicht und um den Sattel herumgezogen und mit
dutzenden stabilen Wächseklammern festgeklemmt und mit Nadel und Faden -
wo Klammern keinen Halt fanden. Ein paar mal nachgezogen, bis sich keine
Falten mehr zeigten. Trocknen lassen. Dann alles mit viel Pattex
eingesaut und Leder erneut mit Wäschklammern und Faden gespannt. Nach
Trocknen habe ich an die äußeren Ecken je ein Loch gebohrt und eine
ballig gehämmerte Edelstahl-Scheibe mit einer Kupferniete angebracht -
zum fixieren des Bezug, als Schutz beim Umfallen oder Anlehnen, aber
natürlich auch zur Deko. Den Sattel bin ich so viele Jahre im Alltag
gefahren. Schön bequem und der Silikonschaum war viel haltbarer als
damals üblicher Schaumstoff auf Satteln. Leider warf das Leder dann doch
bald Falten, wurde fleckig und der ganze Sattel wirkte etwas schief.
Aber er war bequem. Das Leder war allerding begierig nach Wasser und
einmal nass geworden hatte man lange einen feuchten Hintern beim
Fahren... Mehrmals gebrochenes Gestell und rau/häßlich gewordenes Leder
führten damals dann zur Entsorgung.

Bitte berichte, wie sich Deine Lösung nach einem Jahr regelmäßiger
Nutzung so bewährt!

Andreas
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