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DT-Swiss Onyx/Cerit/370 HR-Nabe zerlegen

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Volker Bartheld

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Sep 13, 2014, 10:50:41 AM9/13/14
to
Hallo!

An der o. g. Scheibenbremsnabe (6-Loch) ist mir einige Male der Freilauf
durchgerutscht, fieses Ger�usch.

Das entsprechende "Technical Hub Manual DT Swiss ONYX & CERIT"
(xOnyxMan04D&E, [1]) liegt mir vor, ich wollte aber gerne minimalinvasiv
vorgehen, d. h. nicht mehr abbauen und ersetzen, als n�tig. Den erw�hnten
Achsklemmblock k�nnte ich improvisieren, Kugellager ggfs. mit Steckn�ssen
und dem alten Lager als Puffer auftreiben. Allerdings schien mir der
abgebildete 17er Maulschl�ssel doch recht schlank. Au�erdem ist aus der
Explosionszeichnung nicht so recht zu ersehen, wo die zwei Sperrklinken
des Freilaufs eingreifen und ob man in dem Bereich typischerweise mehr
austauscht als nur die Klinken und die Klinkenfeder.

Mit diesen Fragen im Hinterkopf ging ich also ans Werk, eine investigative
Zerlegung stand auf dem Plan. Fazit:

Das Wartungshandbuch �bertreibt da ma�los. Um die Endanschl�ge
abzuschrauben reicht ein ganz normaler 17er Gabelschl�ssel f�r die
R�ndelscheibe, auf der anderen Seite mu� man mit einem 17er gegenhalten.
Danach kann man erst den kassettenseitigen Endanschlag nebst Dichtung und
schlie�lich, mit etwas Gewackle, den Freilaufk�rper selbst abziehen.
Dieser enth�lt ein eingepre�tes Lager (Segering) und den Ratschenring, in
den die zwei Sperrklinken eingreifen.

Darunter kommt eine Schlitzmutter zum Vorschein (im Handbuch mit
"Lagerschale" bezeichnet), die eines der zwei Radlager an ihrem Platz h�lt
(Linksgewinde!), die Sache ist so designt, da� das Lager auch dort bleiben
kann und man den Nadelk�fig, die Ringfeder f�r die Sperrklinken und die
Sperrklinken selbst auch so abbekommt. Ebenso bleibt die Hohlachse, auf
der die Lager sitzen, an Ort und Stelle. Wollte man hier Lager tauschen,
m��te diese Lagerschale runter (z. B. mit einem Sonderwerkzeug, das man
sich mit einem Trennschleifer und einer entsprechend gro�en metrischen
Mutter bastelt) und man treibt erst mit der Hohlachse das eine Lager und
sodann mit einem Durchschlag oder Innenauszieher das andere Lager
herunter. Daneben wird ein 12er Innensechskantschl�ssel ben�tigt.

Klassische Motorradtechnik, in meinem Fall aber eine unn�tige Komplikation,
die Lager (6000-2RSR, 6900-2RSR und im Freilaufk�rper ein 16100-2RSR,
Bezugsquelle z. B. [2]) waren sauber und laufen sauber.

Ursache der Freilaufprobleme war schlicht und ergreifend
staubartig-br�unlicher Dreck, der sich da reingeschafft und das schon
etwas harzige Fett kontaminiert hat - der Mechanismus an sich ist
unbesch�digt. Durch die Verschmutzung richteten sich die Klinken manchmal
nicht mehr sauber auf und rutschten durch. Alles in Petroleum gereinigt
und mit d�nnem Fett wieder zusammengebaut, auch den Nadelk�fig mit neuem
Fett versehen. Dabei den Federring (den man eigentlich h�tte tauschen
sollen) etwas nachgebogen, soda� er straffer sitzt und die Klinken st�rker
einrasten.

Wenn man es vorher wei�, mu� man nicht einmal die Kassette abnehmen - ich
habe das aber getan, auch weil ich die Nuten am Freilaufk�rper und den
Festsitz der Abschlu�mutter kontrollieren wollte. 40Nm an der Stelle sind
schon ordentlich. Der Freilaufk�rper (Stahl) ist jungfr�ulich, an der
Mutter gibt es so eine Art Unterlegscheibe, die hat Marken vom der
R�ndelung, kein gro�es Ding.

M. M. n. besteht am ganzen Konstrukt kein weiterer Handlungsbedarf, das ist
sicher nochmal f�r etliche Jahre gut. Und im Zweifel dr�ckt man eben neue
Lager rein und fertig.

Gr��e,
Volker

[1] http://www.birota.ru/manuals/dtswiss/onicundceritrev2003-2004.pdf
[2] http://www.kugellager-express.de/Rillenkugellager/Rillenkugellager-16---/Rillenkugellager-16100-10x28x8-mm.html

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