Markus Luft wrote:
> Was soll denn das sein, was langwierig demontiert werden muß?
z.B. Laufräder mit Pitlocks, Lenker | Sattel, die fest im Rahmen
klemmen, ...?
> Bei meinem ehemaligen FHmgM tauchten reihenweise Kunden mit geklauten
> Kurbeln auf. Die haben am Ende Sicherheitsschrauben bei einem
> Solargerätehersteller gekauft, dann hörte das auf.
Also solchen Krams wie Pitlocks, wo man niemals das Werkzeug verlieren
darf. Auch nicht optimal. Abgesehen davon: Kurbeln lassen sich nicht
besonders schnell und leicht demontieren, die sitzen bisweilen
bombenfest. Abzieher etc. muss $Dieb dazu schon mitführen. Ohne die
Kette vorher durchzuschneiden oder sonstwie zu entspannen, wird's auch
nicht leichter.
> Ich habe mir von einem Verlegenheitsfahrraddieb zeigen lassen, wie
> schnell man meine Pitlocks mit einer Spitzzange öffnet...
Gut zu wissen, sollte ich für den Notfall vielleicht mal üben. Viel
Kraft kann man mit Spitzzangen aber nicht entwickeln und Radmuttern
sitzen manchmal auch ziemlich fest. Problematischer finde ich die
Adapter für Rohloffnaben. Statt Torx sollten sich die auch mit passenden
(Schlitz)Schraubendrehern öffnen lassen. Am Pitlock muss da gar nicht
gedreht werden.
> Das hilft auch nur gegen Gelegenheitsdiebe.
Das wäre schon wichtig, ich denke, Profis sind eine Minderheit und sie
konzentrieren sich auf größere Ansammlungen von Fahrrädern.
> Das Gerücht hält sich ja hartnäckig. Auslandverschiebung ist sehr, sehr
> selten. Organisierte Diebesringe, welche im großen Maßstab klauen,
> verschieben von Stadt zu Stadt innerhalb Deutschland.
ACK, es dürfte beides geben. Auf Märkten in .pl soll es aber auffallend
viele gute Fahrradteile geben ...
> Der Großteil bleibt aber in der Stadt, weil es unorganisierte Diebe
> sind und die verhökern an Geiz-ist-geil-Leute. Gut, ein Teil geht
> sicher auch über Ebay-Kleinanzeigen.
Örtliche A&V-Läden verdienen ebenfalls Beachtung.
> Was sollten denn Räder auch in Polen oder noch weiter östlich?
Autos "verirren" sich massenhaft dorthin. In Polen kann ich mir aber gut
vorstellen, dass es dort inzwischen auch diverse Freunde von
Schickimicki-Rädern gibt. Möglicherweise achten die - bisher - aber mehr
auf Design + modischen Schnickschnack als auf echte Qualität.
> Wenn, dann geht das nach den Niederlanden oder Gähnemark.
In diese Richtungen sollte die Kripo in der Tat mal genauer schauen.
Oder jene Schlapphüte, die uns zwar rund um die Uhr ausspionieren, aber
zu blöd sind, uns vor Verbrechern zu schützen.
>> BTW: Geschicktes Boruttisieren sollte manche Einzelteile vor solchen
>> Langfingern bewahren oder machen die sich wirklich die Arbeit, den
>> ganzen Krempel aufzupolieren?
> Wenn Du an Studenten verkaufst, ist das nicht notwendig, die suchen
> einfach nur ein fahrtüchtiges Rad für kleines Geld.
d.h. für die ist Baumarktschrott, welches mit gleichwertigem Schloss
"gesichert" war, das passende Diebesgut. Unterhalb von Studenten gibt es
noch eine Gruppe von Kleinkriminellen, die ein Auge auf sehr schlecht
oder gar nicht gesicherte Räder haben, um sie anschließend selbst zu
fahren und sei es nur für kurze Zeit. Die nehmen auch alles, Hauptsache
es ist (so gut wie) nicht gesichert.
> Hierzustadt funktioniert das zu Geld machen von geklauten Dingen
> nicht mehr so einfach. Die Schrottis sind nicht dämlich und
> erkennen sehr schnell ob ihnen da jemand Gestohlenes unterjubeln
> will, die jagen Dich wieder vom Hof, es sei denn, die kennen Dich
> schon seit Jahren. Die habe es nicht nötig sich für ein paar
> Euro sich im Zweifel Ärger einzuhandeln.
Mich wundert sowieso, wieso das Schrottgeschäft so lange funktionierte
und wieso es sich bei den Preisen, die ich gelegentlich gesehen habe,
überhaupt lohnt. Mit Stahl oder Alu jedenfalls nicht wirklich.