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Ursache für ein schief stehendes Hinterrad

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Tobias Meyer

unread,
Jan 29, 2009, 7:26:00 AM1/29/09
to
Hallo,

am Fahrrad eines Freundes ist mir aufgefallen, dass das Hinterrad schief in
den Ausfallenden sitzt. Die Ausfallenden sind horizontal, aber das Laufrad
steht nicht wie üblich um die Hochachse verdreht (liegt also im Extremfall
an der Kettenstrebe an), sondern liegt, sonst gerade eingebaut, oben an der
Bremse an. Das bedeutet ja im Endeffekt, dass der Hinterbau irgendwie
verzogen sein muss. Ich frage mich nun allerdings, in welcher Richtung das
der Fall sein kann, und wie ich das vermessen kann. Ich habe bereits ein
Seil zwischen dem Steuerrohr und je einem Ausfallende gespannt um den
Abstand zum Sitzrohr zu messen, das war aber alles symmetrisch.

Was kann ich mir noch ansehen, um den Schaden zu finden?

Tobi

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Tobias Meyer

unread,
Jan 29, 2009, 8:58:25 AM1/29/09
to
Rainer Mai schrieb:

>>Die Ausfallenden sind horizontal, aber das Laufrad
>>steht nicht wie üblich um die Hochachse verdreht (liegt also im Extremfall
>>an der Kettenstrebe an), sondern liegt, sonst gerade eingebaut, oben an der
>>Bremse an. Das bedeutet ja im Endeffekt, dass der Hinterbau irgendwie
>>verzogen sein muss. Ich frage mich nun allerdings, in welcher Richtung das
>>der Fall sein kann, und wie ich das vermessen kann. Ich habe bereits ein
>>Seil zwischen dem Steuerrohr und je einem Ausfallende gespannt um den
>>Abstand zum Sitzrohr zu messen, das war aber alles symmetrisch.
>>
>>Was kann ich mir noch ansehen, um den Schaden zu finden?

> Erstmal checken, ob du nix schalf gepeilt hast:

Danke für den Versuch, aber...

> # Die Felge steht mittig zwischen den Kettenstreben? (Symmetrie - falls
> von SB o.ä. verdeckt, gleiche Finger beider Hände in die Spalte)

...ja. Oder nein, je nach Wunsch. Ich kann die Nabe in den Ausfallenden
verschieben und mir damit aussuchen, ob der Reifen an der Ketten- oder der
Sitzstrebe anliegt. Derzeit ist das Rad so drin, dass es zu beiden Streben
ungefähr den gleichen Abstand hat, damit es überhaupt drehbar ist.

> # Die Bremse ist wirklich symmetrisch eingestellt und mittig befestigt?
> Orientiere dich eher am Seitenabstand Felge/Reifen zu den Sattelstreben
> statt an der (evtl. windschiefen) Bremse.

Wenn ich das Rad so einsetze, dass es mittig zwischen den Kettenstreben
ist, wird es oben so weit rübergedrückt, dass es an der Sitzstrebe anliegt.

> # Symmetriecheck Hinterrad: Verkehrtrum einbauen, wieder peilen. Falls
> jetzt plötzlich alles andersrum ist, liegt's am Laufrad.

Ja, haben wir falschrum dringehabt. Das Rad ist im Zentrierständer ein
bisschen asymmetrisch, aber das macht den starken Fehler nicht aus.

So aus dem Bauch raus würde ich sagen, dass das linke Ausfallende etwas
nach unten versetzt ist. Nur: Mir fällt keine Möglichkeit ein, das mit
halbwegs vertretbarem Aufwand zu messen. Und wie sollte sich ein Ausfall-
ende in der Richtung verschieben? Dafür ist der Hinterbau doch etwas zu
widerstandsfähig, oder?

Was mich auch noch irritiert: Die Ausfallenden sind ziemlich genau
rechtwinklig zu den Sitzstreben. Wieso ändert sich etwas am Abstand zur
Sitzstrebe, wenn ich das Rad in den Ausfallenden verschiebe?

Tobi

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Tobias Meyer

unread,
Jan 29, 2009, 10:35:50 AM1/29/09
to
Rainer Mai schrieb:

>>Wenn ich das Rad so einsetze, dass es mittig zwischen den Kettenstreben
>>ist, wird es oben so weit rübergedrückt, dass es an der Sitzstrebe anliegt.

>>So aus dem Bauch raus würde ich sagen, dass das linke Ausfallende etwas
>>nach unten versetzt ist.

> Ja, ist wohl so. Höllisch verzogen oder schief gebaut. Geschichte des
> Fahrzeugs?

Vorhanden, mir unbekannt. Der Rahmen ist von Hercules, gemuffter Stahl und
sicher schon einige Jahre alt.

Der Besitzer fährt eher weniger, ist aber letztens mit dem Rad gestürzt.
Danach brachte er es zu mir, das Hinterrad war völlig krumm und musste
zentriert werden.

>>Nur: Mir fällt keine Möglichkeit ein, das mit
>>halbwegs vertretbarem Aufwand zu messen.

> Miss erstmal, wieviel mm die Felge rübermuss, um in die Mitte zu kommen.

Einige Millimeter, vielleicht fünf.

>>Und wie sollte sich ein Ausfall-
>>ende in der Richtung verschieben?

> Siehe oben. Evtl. lässt sich da per Rundfeile was machen - 1mm am
> Ausfallende bringt gut 2mm an der Felge.

Feilen wäre doch aber Symptombekämpfung und etwas, was ich äußerst ungerne
tun würde. Das Rad steht ja aus irgendeinem Grund schief, ich vermute dass
es etwas mit dem Sturz zu tun hat -- nur wie kriege ich raus, wo der Fehler
ist? Hast du nicht noch irgendwelche Tipps, wie man den Rahmen mit Hausmit-
teln vermessen kann?

Tobi

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Tobias Meyer

unread,
Jan 29, 2009, 11:25:29 AM1/29/09
to
Rainer Mai schrieb:

>> Der Besitzer fährt eher weniger, ist aber letztens mit dem Rad gestürzt.
>> Danach brachte er es zu mir, das Hinterrad war völlig krumm und musste
>> zentriert werden.

> Also ersteres.

Möglich.

>> Das Rad steht ja aus irgendeinem Grund schief, ich vermute dass es etwas
>> mit dem Sturz zu tun hat -- nur wie kriege ich raus, wo der Fehler ist?
>> Hast du nicht noch irgendwelche Tipps, wie man den Rahmen mit Hausmit-
>> teln vermessen kann?

> Ja, schon - bin mir aber nicht sicher, ob sich die Beschreibung lohnt.
> Du brauchst dazu u.a. Schlossergeschick,

Ja.

> einen stabilen, gut befestigten Schraubstock,

Auch schon zum puren Messen? Richten wäre ja erst der nächste Schritt...

> Lineale, Winkel etc.

Sowas hab ich, wenngleich nicht riesig.

> und musst das Tretlager (und Peripherkram wie Schutzblech, Schaltwerk,
> Gebäckträger ausbauen) ...

Kein Problem.

> Aber normalerweise wirft man sowas heutzutage weg - so es nicht besonders
> edel ist.

Tja...

Was mich halt wundert und interessiert ist die Art der Verzugs. Meine erste
Vermutung war, dass beim Sturz der Rahmen seitlich belastet wurde, während
Steuerrohr und Hinterachse sich irgendwo absützten. Dadurch wäre dann die
Hinterachse rübergedrückt worden, der Hinterbau wäre seitlich verbogen.
Nur: Dies hätte ich beim Schnürespannen und Abstandmessen theoretisch be-
merken können, habe ich aber nicht. Dass sich eine Strebe spontan verkürzt,
kann ich mir kaum vorstellen, und in den anderen Richtungen ist der Hinter-
bau ja ziemlich steif. Die Sitzstreben selbst sind, wenn man an ihnen ent-
langsieht, nicht ausgeknickt. Welche Freiheitsgrade zum Deformieren bleiben
da noch?

Tobi

Daniel Roedding

unread,
Jan 29, 2009, 11:54:17 AM1/29/09
to
Tobias Meyer schrieb:

> So aus dem Bauch raus würde ich sagen, dass das linke Ausfallende etwas
> nach unten versetzt ist. Nur: Mir fällt keine Möglichkeit ein, das mit
> halbwegs vertretbarem Aufwand zu messen. Und wie sollte sich ein Ausfall-
> ende in der Richtung verschieben? Dafür ist der Hinterbau doch etwas zu
> widerstandsfähig, oder?

Bei einem ähnlich gelagerten Fall, den ich mal gesehen habe,
war die Ursache für den verzogenen Hinterbau eine in die
Speichen überschaltete Kette. Entsprechend hat sich das
Schaltwerk aufgewickelt und am sehr robust ausgeführten
Ausfallende nicht nur das Schaltauge leicht deformiert,
sondern auch noch zusätzlich einen Knick in die rechte
Sattelstrebe produziert. D. h. der Hinterbau war tatsächlich
kurz davor sich aufzufalten.

Mach' mal Linealprobe an den beiden Sattelstreben.

Daniel

Tobias Meyer

unread,
Jan 29, 2009, 1:29:24 PM1/29/09
to
Daniel Roedding schrieb:

> Mach' mal Linealprobe an den beiden Sattelstreben.

Beim Entlangschauen sah man keine groben Knicke, und solche bräuchte man
wohl für die genannte nötige Verkürzung im Millimeterbereich. Aber ich
werde wohl an genau die Stelle nochmal ein Lineal anlegen, wenn ich das Rad
nochmal in die Finger kriege.

Tobi

Rainer H. Rauschenberg

unread,
Jan 30, 2009, 4:42:24 AM1/30/09
to
On 2009-01-29, Rainer Mai <rai...@gmx.de> wrote:

> # Die Felge steht mittig zwischen den Kettenstreben? (Symmetrie - falls von
> SB o.ä. verdeckt, gleiche Finger beider Hände in die Spalte)

Besser auch Finger rein, wenn nicht verdeckt. Da täuscht die Optik
gerne mal.

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