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Hinterbau an Stahlrahen selber aufweiten

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Andreas Borutta

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Jan 28, 2014, 7:07:27 PM1/28/14
to
Moin.

Ich habe da einen älteren Feld-Wald-und-Wiesen-Stahlrahmen, dessen
Hinterbau nicht breit genug für eine SRAM-7-Gang-Nabe (vom Schrott
gezogen) ist.

Haltet ihr es für kritisch, den Hinterbau selber aufzuweiten?
Hat das jemand von Euch schonmal improvisiert, mit 'ner
Gewindestange ...?

Danke.

Andreas
--
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Mathias Böwe

unread,
Jan 29, 2014, 1:35:21 AM1/29/14
to
Andreas Borutta <bor...@gmx.de> wrote:

> Ich habe da einen älteren Feld-Wald-und-Wiesen-Stahlrahmen, dessen
> Hinterbau nicht breit genug für eine SRAM-7-Gang-Nabe (vom Schrott
> gezogen) ist.

Wie weit müßtest Du den Hinterbau denn aufweiten? Bei wenigen
Millimetern und Stahl hätte ich genau gar keine Bedenken.

> Haltet ihr es für kritisch, den Hinterbau selber aufzuweiten?

Nö, jedenfalls nicht unter den o. g. Randbedingungen. Die zweite ist ja
offensichtlich erfüllt, jetzt kommt es nur auf die erste an. Stahl ist
aber grundsätzlich sehr gutmütig.

> Hat das jemand von Euch schonmal improvisiert, mit 'ner
> Gewindestange ...?

BTDTGTT, IIRC von 126mm auf 130mm. Mittels Gewindestange, zwei Muttern,
zwei soliden Karosserieschrauben und etwas Gefühl geht das relativ fix.
Weil Stahl recht elastisch ist, mußt Du, um die gewünschte Weite zu
erzielen, übers Ziel hinausschießen, also weiter spreizen als die
endgültige Breite sein soll. Also heißt es: Weiten, entspannen, messen,
weiter weiten bis es paßt. Am Ende ist es *sehr* zu empfehlen, die
Auffallenden wieder parallel auszurichten, damit die Nabe (oder genauer:
deren Achse) später nicht unter einer Biegevorspannung leidet. Es gibt
passendes Werkzeug, bei weniger festen Stahlsorten kann man aber auch
mit Gewindestange, Nuttern und Karosseriescheiben (oder, falls
verfügbar, besser etwas Soliderem) problemlos improvisieren. Hier ist
ein wenig mehr Fingerspitzengefühl gefordert. Die Ausrichtung kann man
überprüfen, indem man einseitig auf der Außenseite ein Vorderrad mit
Schnellspanner einklemmt. Durch den großen Raddurchmesser fällt eine
Schiefstellung deutlich ins Auge.

Mathias
--
inzwischen wieder ohne Signatur

Georg Wieser

unread,
Jan 29, 2014, 4:16:52 AM1/29/14
to
Am 29.01.2014 01:07, schrieb Andreas Borutta:
> Moin.
>
> Ich habe da einen älteren Feld-Wald-und-Wiesen-Stahlrahmen, dessen
> Hinterbau nicht breit genug für eine SRAM-7-Gang-Nabe (vom Schrott
> gezogen) ist.
>
> Haltet ihr es für kritisch, den Hinterbau selber aufzuweiten?
> Hat das jemand von Euch schonmal improvisiert, mit 'ner
> Gewindestange ...?
>
> Danke.
>
> Andreas
>


Ein paar mm gehen fast immer. Als wir als Jungendliche Tandems gebaut
haben nussten wir da öfter was anpassen. Wenns mehr als drei, vier mm
sind, sorge dafür, daß die "Laschen" hinterher wieder einigermaßen
parallel sind und nicht nur der Hinterbau aufgebogen und die "Laschen"
für die Achsaufnahme nach innen verschränkt sind.

Gerald E:scher

unread,
Jan 29, 2014, 1:40:08 PM1/29/14
to
Am 29.01.14 07:35 schrieb Mathias Böwe:
> Andreas Borutta <bor...@gmx.de> wrote:
>
>> Hat das jemand von Euch schonmal improvisiert, mit 'ner
>> Gewindestange ...?
>
> BTDTGTT, IIRC von 126mm auf 130mm. Mittels Gewindestange, zwei Muttern,
> zwei soliden Karosserieschrauben und etwas Gefühl geht das relativ fix.

Weichei. Den Hinterbau von meinem ersten Rennrad (in Italien gelötete
österr. Qualität) habe ich damals[tm] einfach per Handkraft aufgebogen.
Damals hatte ich allerdings noch eine Modelfigur[1].

[1] jrvoyvpur Zbqry, ahe qnf Gnvyyra-Uüsg-Ireuäygavf cnffgr avpug tnam

--
Gerald

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Olaf Schultz

unread,
Jan 29, 2014, 1:50:42 PM1/29/14
to
Andreas Borutta wrote:
> Moin.
>
> Ich habe da einen älteren Feld-Wald-und-Wiesen-Stahlrahmen, dessen
> Hinterbau nicht breit genug für eine SRAM-7-Gang-Nabe (vom Schrott
> gezogen) ist.
>
> Haltet ihr es für kritisch, den Hinterbau selber aufzuweiten?

Bei St und Wutz sehe ich da keine Probleme.

> Hat das jemand von Euch schonmal improvisiert, mit 'ner
> Gewindestange ...?

Jupp... inzwischen drei Bromptonschwingen... (Bei der zweiten war nach
x-Jahren der Quersteg durchgerostet..., die ist jetzt gefixt auf Reserve
gelegt).

Olaf

Andreas Borutta

unread,
Jan 29, 2014, 7:18:02 PM1/29/14
to
Mathias Böwe schrieb:

> Andreas Borutta <bor...@gmx.de> wrote:
>
>> Ich habe da einen älteren Feld-Wald-und-Wiesen-Stahlrahmen, dessen
>> Hinterbau nicht breit genug für eine SRAM-7-Gang-Nabe (vom Schrott
>> gezogen) ist.
>
> Wie weit müßtest Du den Hinterbau denn aufweiten?

AFAIR von 118 auf 130 mm.

> BTDTGTT, IIRC von 126mm auf 130mm. Mittels Gewindestange, zwei Muttern,
> zwei soliden Karosserieschrauben und etwas Gefühl geht das relativ fix.
> Weil Stahl recht elastisch ist, mußt Du, um die gewünschte Weite zu
> erzielen, übers Ziel hinausschießen, also weiter spreizen als die
> endgültige Breite sein soll. Also heißt es: Weiten, entspannen, messen,
> weiter weiten bis es paßt.

Ich hatte bei der Methode "Gewindestange", wo ja die Stange nicht
realtiv zur Mittellage des Rahmens fixiert ist, ein asymetrisches
Aufweiten befürchtet.

Aber da hier ja offenbar doch einige so schon vorgangen sind, werde
ich's einfach machen.

Danke an alle für Eure Hinweise :)

Gerald E:scher

unread,
Jan 29, 2014, 8:04:23 PM1/29/14
to
Am 30.01.14 01:18 schrieb Andreas Borutta:
>
> Ich hatte bei der Methode "Gewindestange", wo ja die Stange nicht
> realtiv zur Mittellage des Rahmens fixiert ist, ein asymetrisches
> Aufweiten befürchtet.

Falls der Hinterbau asymmetrisch aufweitet, legst du ihn mit
eingespannter Gewindestange waagrecht auf den Boden und drückst auf das
Tretlager.

Andreas Borutta

unread,
Jan 30, 2014, 3:30:10 AM1/30/14
to
Gerald E:scher schrieb:

> Am 30.01.14 01:18 schrieb Andreas Borutta:
>>
>> Ich hatte bei der Methode "Gewindestange", wo ja die Stange nicht
>> realtiv zur Mittellage des Rahmens fixiert ist, ein asymetrisches
>> Aufweiten befürchtet.
>
> Falls der Hinterbau asymmetrisch aufweitet, legst du ihn mit
> eingespannter Gewindestange waagrecht auf den Boden und drückst auf das
> Tretlager.

OK. Danke :)

Arno Welzel

unread,
Jan 30, 2014, 4:38:24 AM1/30/14
to
Am 29.01.2014 07:35, schrieb Mathias Böwe:

> Andreas Borutta <bor...@gmx.de> wrote:
>
>> Ich habe da einen älteren Feld-Wald-und-Wiesen-Stahlrahmen, dessen
>> Hinterbau nicht breit genug für eine SRAM-7-Gang-Nabe (vom Schrott
>> gezogen) ist.
>
> Wie weit müßtest Du den Hinterbau denn aufweiten? Bei wenigen
> Millimetern und Stahl hätte ich genau gar keine Bedenken.
>
>> Haltet ihr es für kritisch, den Hinterbau selber aufzuweiten?
>
> Nö, jedenfalls nicht unter den o. g. Randbedingungen. Die zweite ist ja
> offensichtlich erfüllt, jetzt kommt es nur auf die erste an. Stahl ist
> aber grundsätzlich sehr gutmütig.
>
>> Hat das jemand von Euch schonmal improvisiert, mit 'ner
>> Gewindestange ...?
>
> BTDTGTT, IIRC von 126mm auf 130mm. Mittels Gewindestange, zwei Muttern,
> zwei soliden Karosserieschrauben und etwas Gefühl geht das relativ fix.

Ältere Naben aus der Zeit, als gerade der Wechsel von 126 auf 130mm kam,
hatten oft auch abgerundete Kontermuttern, damit man die Nabe auch mit
etwas Kraft in den eigentlich zu schmalen Rahmen bekommt. Vor ca. 10
Jahren hatte ich auch noch eine Ultegra für 8/9-fach-Kassetten in der
Hand, bei der das ebenfalls so vorgesehen war.

Alles, was im Bereich von ein paar mm liegt, dürfte daher unkritisch sein.

Siehe auch Sheldon Brown:
<http://sheldonbrown.com/frame-spacing.html>

Zitat:

Ideally, the frame spacing should exactly match the hub spacing. This
makes for easiest wheel replacement. In practice, however, there's a
fair amount of latitude in fit. In fact, when the first 130 mm 8-speed
hubs were introduced, they had locknuts with beveled sides, so that you
could "spring" apart the rear triangle of a frame made for the
then-standard 126 mm spacing.

A conventional cup-and-cone hub tolerates some bearing misalignment, and
in general, you can safely go up one size in spacing this way, just
springing the frame apart. I can't give you an absolute guarantee that
this won't cause damage, but the odds are very much in your favor.

(Zitat Ende)



--
Arno Welzel
http://arnowelzel.de
http://de-rec-fahrrad.de

Mathias Böwe

unread,
Jan 30, 2014, 2:11:12 PM1/30/14
to
Arno Welzel <use...@arnowelzel.de> wrote:

> Ältere Naben aus der Zeit, als gerade der Wechsel von 126 auf 130mm kam,
> hatten oft auch abgerundete Kontermuttern, damit man die Nabe auch mit
> etwas Kraft in den eigentlich zu schmalen Rahmen bekommt.

Da fällt mir ein, daß es durchaus ja auch Stahlrahmen mit 132,5mm
Klemmbreite gibt. Der Gedanke ist der, daß damit sowohl 130mm als auch
135mm breite Naben mit erträglicher elastischer Verformung (1,25mm je
Seite, was wirklich unproblematisch ist) eingebaut werden können.

Hans CraueI

unread,
Jan 30, 2014, 4:20:00 PM1/30/14
to
Mathias Böwe schrieb
Mir faellt da ein, dass es ja auch Naben mit 132,5mm Breite gibt,
etwa Sanduhr XC Pro Griesgard.

Ansonsten habe ich einen Umbau von Torpedo Dreigang auf SRAM7 durch
Einsatz purer Gewalt bewerkstelligt. Einfach die Hinterbaustreben
beherzt auseinandergezogen, bis die Verformung plastisch wurde.
Bei einem im Originalzustand mit Torpedo Dreigang ausgestatteten
Rahmen ist das allerdings auch kein grosses Kunststueck.

Hans CraueI

Arno Welzel

unread,
Jan 31, 2014, 2:53:12 AM1/31/14
to
Mathias Böwe, 2014-01-30 20:11:
Yep - ich habe zufällig so einen Rahmen. In 8 Jahren hat bislang die
verwendete Nabe kein Problem damit gehabt.

Christoph Strauch

unread,
Jan 31, 2014, 3:08:51 AM1/31/14
to
Die frz. Naben hatten damals [TM] üblicherweise 123mm Einbaubreite und mein Raleigh-Rahmen hat 128mm. Fahrradbau ist kein Präzisionsmaschinenbau.
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