Antwort von der Hannelore-Kohl-Stiftung

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Kai Borgolte

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Mar 22, 2007, 9:09:18 AM3/22/07
to
Diesen Mailwechsel moechte ich euch nicht vorenthalten.

To: Hannelore-Kohl-Stiftung <in...@xxxxxxxxx-xxxx-xxxxxxxx.de>
Subject: Diskussion um Helmpflicht fuer Radfahrer

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Text Ihrer Pressemitteilung, die auch auf Ihrer Webseite
<http://www.hannelore-kohl-stiftung.de/presse/pressemitteilungen/pm_2007_02_helmpflicht_prof_bock.html>
wiedergegeben ist, wurde kuerzlich im Bonner General-Anzeiger als Leserbrief
veroeffentlicht.

Gegner einer Helmpflicht haben in Diskussionsforen vor allem die folgende
Aussage aufgegriffen: "Eine im letzten Jahr veroeffentlichte Studie zeigt, [...]
Annaehernd 85 Prozent der schaedelhirntraumatisierten Fahrradfahrer trugen
keinen Helm". Folgende Fragen kamen auf:

- Um welche Quelle handelt es sich?

- Darf man den Umkehrschluss ziehen, dass ueber 15 % der Fahrradfahrer mit SHT
einen Helm trugen?

- Haben Sie eine Erklaerung dafuer, dass diese Quote ein Vielfaches der
Helmtragequote im Strassenverkehr betraegt?

- Ist das nicht ein deutliches Indiz gegen den Sinn von Fahrradhelmen?

Ich waere Ihnen dankbar, wenn Sie zu einer Aufklaerung beitragen koennten.

Mit freundlichen Gruessen

Subject: Ein Helm hilft, bevor wir helfen müssen!
From: "hannelore-kohl-stiftung.de" <xxx>

Sehr geehrter Herr Borgolte,

vielen Dank für Ihre eMail. Ich bitte um Entschuldigung für die
verspätete Rückmeldung.
Zu Ihren Fragen:

Die Studie heißt "Schädel-Hirn-Verletzung - Epidemiologie und
Versorgung", Herausgeber sind Eckhard Rickels, Klaus von Wild, Paul
Wenzlaff und Wolfgang J. Bock.

In den übrigen 15 % sind die Fälle zusammengefasst, bei denen der
Radfahrer einen Helm trug bzw. keine Angaben zum Helmtragen vorlagen.

Mehr als 40 Mio Deutsche fahren regelmäßig Rad, davon tragen etwa 5 % (=
2 Mio) einen Helm. Bei polizeilich erfassten Unfällen werden jährlich
mehr als 70.000 (0,2 %) Radfahrer im Straßenverkehr verletzt. Dabei
erleiden mehr als 23.000 (= 33 %) eine Schädelhirnverletzung, 19.550 (=
85 %) ohne Helm und 3.450 (= 15 %) mit Helm.

Einen Fahrradhelm zu tragen, macht Sinn, weil das Risiko, bei einem
Unfall ein SHT zu erleiden, für Radfahrer ohne Helm fünfmal so hoch ist.
Außerdem gibt es zahlreiche von Polizei und Unfallchirurgen
dokumentierte Fälle, in denen der Helm den Träger vor lebensbedrohlichen
Kopfverletzungen bewahrt hat. Ich habe Radfahrer kennengelernt, deren
Kopf bei einem Sturz dank Helm unversehrt bliebt. Und ich habe Radfahrer
kennengelernt, die durch den Aufprall des ungeschützten Kopfes eine
dauerhafte Schädigung des Zentralen Nervensystems erlitten haben.

Für mich ist es gar keine Frage mehr, ob der Helm Sinn macht. Ein guter
Helm, der richtig sitzt und unbeschädigt ist, kann Leben retten. Diese
Chance nutze ich gern.

Mit freundlichem Gruß
XXX
ZNS - Hannelore Kohl Stiftung

--
Kai Borgolte, Bonn

Christoph Strauch

unread,
Mar 22, 2007, 9:17:30 AM3/22/07
to
On 22 Mrz., 14:09, Kai Borgolte <Kai.Borgo...@gmx.de> wrote:
> Diesen Mailwechsel moechte ich euch nicht vorenthalten.

HKS: Mehr als 40 Mio Deutsche fahren regelmäßig Rad, davon tragen etwa
5 % (=
HKS: 2 Mio) einen Helm. Bei polizeilich erfassten Unfällen werden
jährlich
HKS: mehr als 70.000 (0,2 %) Radfahrer im Straßenverkehr verletzt.
Dabei
HKS: erleiden mehr als 23.000 (= 33 %) eine Schädelhirnverletzung,
19.550 (=
HKS: 85 %) ohne Helm und 3.450 (= 15 %) mit Helm.

Die genannten Zahlen sind vermutlich falsch. Der Verband der
Unfallkassen berichtet z.B.:

Schülerunfälle mit ärztl. Behandlung
gesamt: 34.992
davon Kopfverletzung: 7.598

Schülerunfälle mit Hospitalisierung
gesamt: 2.199
davon mit Kopfverletzung: 1.111

also 23% Kopfverletzungen, allerdings nur auf Schülerunfälle bezogen.

Daniel Roedding

unread,
Mar 22, 2007, 9:19:31 AM3/22/07
to
Kai Borgolte wrote:
> Diesen Mailwechsel moechte ich euch nicht vorenthalten.

Wahnsinn.

[ Zitat Hannelores Helmwerbeinstitut: ]


> Mehr als 40 Mio Deutsche fahren regelmäßig Rad, davon tragen etwa 5 % (=
> 2 Mio) einen Helm. Bei polizeilich erfassten Unfällen werden jährlich
> mehr als 70.000 (0,2 %) Radfahrer im Straßenverkehr verletzt. Dabei
> erleiden mehr als 23.000 (= 33 %) eine Schädelhirnverletzung, 19.550 (=
> 85 %) ohne Helm und 3.450 (= 15 %) mit Helm.

Ok, danke, reicht. Belegt die Schadwirkung von Helmen eindeutig.

[ Zitat Werbeinstitut weiter: ]


> Außerdem gibt es zahlreiche von Polizei und Unfallchirurgen
> dokumentierte Fälle, in denen der Helm den Träger vor lebensbedrohlichen
> Kopfverletzungen bewahrt hat.

Wenn es solche Fälle tatsächlich gibt müssen rein statistisch
rückgerechnet auf jeden Fall, wo ein Helm tatsächlich eine
Schutzwirkung entfaltet hat, mindestens drei Fälle gekommen
sein, in denen er tatsächlich sogar Schaden angerichtet hat.
Anders sind die im ersten Block zitierten Zahlen nicht zu
erreichen.

> Für mich ist es gar keine Frage mehr, ob der Helm Sinn macht.

Für mich auch nicht. Spätestens nach diesem Zahlenwerk sollte
jedem klar sein: Bloß nicht mit Helm! Helme sind wissenschaftlich
nachgewiesenermaßen lebensgefährliches Teufelszeug!

Daniel

Daniel Roedding

unread,
Mar 22, 2007, 9:21:40 AM3/22/07
to
Christoph Strauch wrote:

[ Verband Unfallkassen über Schülerunfälle ]


> also 23% Kopfverletzungen, allerdings nur auf Schülerunfälle bezogen.

Paßt schon. Wenn man sich die Unfallstatistiken grob anschaut
sieht man, daß Schüler zwar häufig Unfallbeteiligte sind, bei
dieser Gruppe aber verhältnismäßig wenig passiert. Viel kritischer
bezogen auf schwere oder tödliche Verletzungen sind die Unfälle
der Altersklasse über 60 Jahren.

Daniel

Florian Janßen

unread,
Mar 22, 2007, 9:29:35 AM3/22/07
to
Kai Borgolte schrieb:

> Subject: Ein Helm hilft, bevor wir helfen müssen!
> From: "hannelore-kohl-stiftung.de" <xxx>
> In den übrigen 15 % sind die Fälle zusammengefasst, bei denen der
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

> Radfahrer einen Helm trug bzw. keine Angaben zum Helmtragen vorlagen.
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Ab hier kann man aufhören irgendetwas bezüglich (Un-)Sinn oder
Wirksamkeit von Fahrradhelmen zu diskutieren.

> Mehr als 40 Mio Deutsche fahren regelmäßig Rad, davon tragen etwa 5 % (=
> 2 Mio) einen Helm. Bei polizeilich erfassten Unfällen werden jährlich
> mehr als 70.000 (0,2 %) Radfahrer im Straßenverkehr verletzt. Dabei
> erleiden mehr als 23.000 (= 33 %) eine Schädelhirnverletzung, 19.550 (=
> 85 %) ohne Helm und 3.450 (= 15 %) mit Helm.

^^^^^^^^^^^^^^^^ oder keine Angaben


> Einen Fahrradhelm zu tragen, macht Sinn, weil das Risiko, bei einem
> Unfall ein SHT zu erleiden, für Radfahrer ohne Helm fünfmal so hoch ist.

Nein, nur die Chance im Krankenhaus einen Radfahrer, der ohne Helm fuhr
zu finden ist 5x höher.

Gruß Florian

P.S.: Ich finde das tragen von Helmen generell sinnvoll, allerdings
Fahrradhelme nur bedingt.
--
"Schlaf? - ist das nicht dieser halbherzige Koffeinersatz?"

http://www.florian-Janssen.de

Max Sievers

unread,
Mar 22, 2007, 9:26:52 AM3/22/07
to
Also die altbekannten Anteile. 5% Helmträger unter den Radfahrern insgesamt
und 15% Helmträger unter den verunfallten Radfahrern mit
Schädelhirnverletzung. Deswegen empfiehlt die
Hannelore-Kohl-Stiftung beim Radfahren ein Radhelm zu tragen.

Florian Janßen

unread,
Mar 22, 2007, 9:33:23 AM3/22/07
to
Daniel Roedding schrieb:

> Kai Borgolte wrote:
>> Diesen Mailwechsel moechte ich euch nicht vorenthalten.
>
> Wahnsinn.
>
> [ Zitat Hannelores Helmwerbeinstitut: ]
>> Mehr als 40 Mio Deutsche fahren regelmäßig Rad, davon tragen etwa 5 % (=
>> 2 Mio) einen Helm. Bei polizeilich erfassten Unfällen werden jährlich
>> mehr als 70.000 (0,2 %) Radfahrer im Straßenverkehr verletzt. Dabei
>> erleiden mehr als 23.000 (= 33 %) eine Schädelhirnverletzung, 19.550 (=
>> 85 %) ohne Helm und 3.450 (= 15 %) mit Helm.
>
> Ok, danke, reicht. Belegt die Schadwirkung von Helmen eindeutig.

Nein, da
| From: "hannelore-kohl-stiftung.de" <xxx>


| In den übrigen 15 % sind die Fälle zusammengefasst, bei denen der

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^


| Radfahrer einen Helm trug bzw. keine Angaben zum Helmtragen vorlagen.

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Gruß Florian

Till Kinstler

unread,
Mar 22, 2007, 9:33:36 AM3/22/07
to
Kai Borgolte schrieb:

> Subject: Ein Helm hilft, bevor wir helfen müssen!
> From: "hannelore-kohl-stiftung.de" <xxx>

[...]

> Die Studie heißt "Schädel-Hirn-Verletzung - Epidemiologie und
> Versorgung", Herausgeber sind Eckhard Rickels, Klaus von Wild, Paul
> Wenzlaff und Wolfgang J. Bock.


Präzise Quellenangabe... Das müsste das Werk sein:
<http://gso.gbv.de/DB=2.1/CMD?ACT=SRCHA&PRS=HOL&IKT=1016&SRT=YOP&TRM=ppn+513889280>.
Da steht auch gleich drunter, bei welchen Hochschulbibliotheken in
Norddeutschland das Teil erhältlich ist.

Gruß,
Till

Daniel Roedding

unread,
Mar 22, 2007, 9:43:18 AM3/22/07
to
Florian Janßen wrote:
> Daniel Roedding schrieb:
> > Kai Borgolte wrote:
> > [ Zitat Hannelores Helmwerbeinstitut: ]

> >> Dabei
> >> erleiden mehr als 23.000 (= 33 %) eine Schädelhirnverletzung, 19.550 (=
> >> 85 %) ohne Helm und 3.450 (= 15 %) mit Helm.
> > Ok, danke, reicht. Belegt die Schadwirkung von Helmen eindeutig.
>
> Nein, da
> | From: "hannelore-kohl-stiftung.de" <xxx>
> | In den übrigen 15 % sind die Fälle zusammengefasst, bei denen der
> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
> | Radfahrer einen Helm trug bzw. keine Angaben zum Helmtragen vorlagen.
> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Hannelores Werbeinstitut hat aber in der weiteren Argumentations-
linie "keine Angabe" dem Status "mit Helm" gleichsetzt (siehe mein
Zitat oben). Also muß sie damit leben daß ihre Zahlen auch
entsprechend ausgelegt werden. Denn schließlich ist ja Hannelores
Lobbybude ein seriöser Haufen und man kann ihren Angaben
uneingeschränkt trauen.

Daniel

Christoph Strauch

unread,
Mar 22, 2007, 9:47:19 AM3/22/07
to

Schon, aber betrifft das nicht eher die Unfallfolgen, denn den
verletzten Körperteil?


Daniel Roedding

unread,
Mar 22, 2007, 9:58:11 AM3/22/07
to

Ja. Ich sehe den Widerspruch aber nicht.

Du führtest die Zahl Kopfverletzungen bei Schülern an und merktest
an, daß die 23 % Kopfverletzungen unter den von Hannelores Lobbybude
propagierten 33 % liegen.

Ich entgegnete lediglich, daß bei Schülern nach allgemeiner
Unfallstatistik zwar viele Unfälle passieren, diese aber eher
leicht ablaufen, während es bei der Gruppe Ü60 anders aussieht.

Eine Statistik über Kopfverletzungsquote in der Gruppe Ü60
ist mir nicht bekannt. Es würde mich aber nicht wundern wenn
dort tatsächlich überproportional viele Kopfverletzungen
auftauchen, denn ein Merkmal des Älterwerdens ist ja, daß
Reaktionsschnelligkeit und Reflexe nachlassen.

Daniel

Steffen Stein

unread,
Mar 22, 2007, 10:00:31 AM3/22/07
to
Florian Janßen schrieb am Donnerstag, 22. März 2007 14:29:

> Kai Borgolte schrieb:
>> Subject: Ein Helm hilft, bevor wir helfen müssen!
>> From: "hannelore-kohl-stiftung.de" <xxx>
>> In den übrigen 15 % sind die Fälle zusammengefasst, bei denen der
> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
>> Radfahrer einen Helm trug bzw. keine Angaben zum Helmtragen vorlagen.
> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
> Ab hier kann man aufhören irgendetwas bezüglich (Un-)Sinn oder
> Wirksamkeit von Fahrradhelmen zu diskutieren.
>
>> Mehr als 40 Mio Deutsche fahren regelmäßig Rad, davon tragen etwa 5 % (=
>> 2 Mio) einen Helm. Bei polizeilich erfassten Unfällen werden jährlich
>> mehr als 70.000 (0,2 %) Radfahrer im Straßenverkehr verletzt. Dabei
>> erleiden mehr als 23.000 (= 33 %) eine Schädelhirnverletzung, 19.550 (=
>> 85 %) ohne Helm und 3.450 (= 15 %) mit Helm.
> ^^^^^^^^^^^^^^^^ oder keine Angaben

selbst wenn man davon ausgeht, dass bei diesen 15% zu 2/3 keine gesicherten
Angaben vorliegen (warum eigentlich nicht, und warum wird der Anteil der
Helmträger nicht explizit genannt und die restlichen Fälle als "ohne
Angabe" gesondert ausgewiesen?) - dann ist der Helm genau gar nicht
wirksam. Zumindest haben wir das jetzt mehr oder weniger "amtlich" ;-)

>> Einen Fahrradhelm zu tragen, macht Sinn, weil das Risiko, bei einem
>> Unfall ein SHT zu erleiden, für Radfahrer ohne Helm fünfmal so hoch ist.
>
> Nein, nur die Chance im Krankenhaus einen Radfahrer, der ohne Helm fuhr
> zu finden ist 5x höher.

... während auf der Strasse 19x so viele Radler ohne wie mit fahren -
irgendwie können die bei der HKS nicht mit Zahlen umgehen...

> Gruß Florian
>
> P.S.: Ich finde das tragen von Helmen generell sinnvoll, allerdings
> Fahrradhelme nur bedingt.

Naja, Helme an sich haben durchaus in bestimmten Bereichen ihre Berechtigung
- nicht umsonst fordern die Berufsgenossenschaften, als _der_ grosse
Unfallversicherer, in etlichen Bereichen das Tragen von Helmen. Zu
Radhelmen haben sie aber genau gar keine Meinung, obwohl sie ja auch für
Versicherung der AN auf dem Arbeitsweg zuständig sind und zum Thema Alkohol
oder Übermüdung im Strassenverkehr auch schon Kampagnen hatten. Wenn SHT
bei Radfahrern ein signifikantes Thema wäre, dann hätten die BGs sich dazu
schon geäussert.

Steffen

--
Dieser Beitrag kann Übertreibungen, ironische Bestandteile und seltsame
Zeichenfolgen enthalten

Christoph Strauch

unread,
Mar 22, 2007, 10:10:16 AM3/22/07
to
On 22 Mrz., 14:58, "Daniel Roedding" <d...@roedding.de> wrote:

>
> Eine Statistik über Kopfverletzungsquote in der Gruppe Ü60
> ist mir nicht bekannt. Es würde mich aber nicht wundern wenn
> dort tatsächlich überproportional viele Kopfverletzungen
> auftauchen, denn ein Merkmal des Älterwerdens ist ja, daß
> Reaktionsschnelligkeit und Reflexe nachlassen.

OK, so hatte ich es verstanden. Deine Aussage ist aber spekulativ und
geht nicht aus der bekannten Tatsache schwererer Unfallfolgen bei
älteren Menschen hervor. Deswegen kann sie natürlich trotzdem richtig
sein.

Daniel Roedding

unread,
Mar 22, 2007, 10:18:47 AM3/22/07
to
Christoph Strauch wrote:
> OK, so hatte ich es verstanden. Deine Aussage ist aber spekulativ und
> geht nicht aus der bekannten Tatsache schwererer Unfallfolgen bei
> älteren Menschen hervor. Deswegen kann sie natürlich trotzdem richtig
> sein.

Aus den Unfallstatistiken bekannt sind eigentlich nur folgende
Fakten:

- Kinder/Schüler/Jugendliche sind zahlenmäßig bei den Vorfällen
überrepräsentiert, jedoch laufen die Unfälle eher glimpflich ab
- Ältere (spätestens ab 60, teilweise bereits ab 50 Jahren) sind
auch wieder überrepräsentiert, wobei hier auch die Schwer-
verletztenquote eher hoch liegt
- die mittleren Altersklassen sind gegenüber den erstgenannten
beiden Gruppen eher unterrpresentiert, wenn's allerdings
kracht dann häufig auch gleich mit schweren Verletzungen oder
sogar Todesfolge

Daniel

Florian Janßen

unread,
Mar 22, 2007, 11:58:16 AM3/22/07
to
Daniel Roedding schrieb:

> Florian Janßen wrote:
>> Daniel Roedding schrieb:
>>> Kai Borgolte wrote:
>>> [ Zitat Hannelores Helmwerbeinstitut: ]
>>>> Dabei
>>>> erleiden mehr als 23.000 (= 33 %) eine Schädelhirnverletzung, 19.550 (=
>>>> 85 %) ohne Helm und 3.450 (= 15 %) mit Helm.
>>> Ok, danke, reicht. Belegt die Schadwirkung von Helmen eindeutig.
>> Nein, da
>> | From: "hannelore-kohl-stiftung.de" <xxx>
>> | In den übrigen 15 % sind die Fälle zusammengefasst, bei denen der
>> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
>> | Radfahrer einen Helm trug bzw. keine Angaben zum Helmtragen vorlagen.
>> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
>
> Hannelores Werbeinstitut hat aber in der weiteren Argumentations-
> linie "keine Angabe" dem Status "mit Helm" gleichsetzt (siehe mein
> Zitat oben). Also muß sie damit leben daß ihre Zahlen auch
> entsprechend ausgelegt werden.

Ja, da hast Du Recht. Aber ich kann auch nichts dafür, dass sie ihren
eigenen Text nicht verstehen...

Sören Reiche

unread,
Mar 22, 2007, 12:08:51 PM3/22/07
to
On 22 Mrz., 14:33, Florian Janßen <do.not.deli...@gmx.de> wrote:
> Daniel Roedding schrieb:
>
> > Kai Borgolte wrote:
> >> Diesen Mailwechsel moechte ich euch nicht vorenthalten.
>
> > Wahnsinn.
>
> > [ Zitat Hannelores Helmwerbeinstitut: ]
> >> Mehr als 40 Mio Deutsche fahren regelmäßig Rad, davon tragen etwa 5 % (=
> >> 2 Mio) einen Helm. Bei polizeilich erfassten Unfällen werden jährlich
> >> mehr als 70.000 (0,2 %) Radfahrer im Straßenverkehr verletzt. Dabei
> >> erleiden mehr als 23.000 (= 33 %) eine Schädelhirnverletzung, 19.550 (=
> >> 85 %) ohne Helm und 3.450 (= 15 %) mit Helm.
>
> > Ok, danke, reicht. Belegt die Schadwirkung von Helmen eindeutig.
>
> Nein, da
> | From: "hannelore-kohl-stiftung.de" <xxx>
> | In den übrigen 15 % sind die Fälle zusammengefasst, bei denen der
> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
> | Radfahrer einen Helm trug bzw. keine Angaben zum Helmtragen vorlagen.
> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Und?

Das ist doch nur ein Bauerntrick, durch den sich eben das Gegenteil
ihren Behauptung nicht beweisen läßt. Aber genauso gut ist damit ihre
Bahauptung nicht bewiesen.

Wenn die Zahlen ihre Behauptung belegt hätten, hätten sie sicherlich
die unbekannten herausgerechnet.

Bis die Tage,
Sören

Florian Janßen

unread,
Mar 22, 2007, 12:18:17 PM3/22/07
to
Sören Reiche schrieb:

> On 22 Mrz., 14:33, Florian Janßen <do.not.deli...@gmx.de> wrote:
>> Daniel Roedding schrieb:
>>> Kai Borgolte wrote:
>>> [ Zitat Hannelores Helmwerbeinstitut: ]
>>>> Mehr als 40 Mio Deutsche fahren regelmäßig Rad, davon tragen
>>>> etwa 5% (= 2 Mio) einen Helm. [...] 19.550 (= 85 %) ohne Helm

>>>> und 3.450 (= 15 %) mit Helm.
>>> Ok, danke, reicht. Belegt die Schadwirkung von Helmen eindeutig.
>> Nein, da
>> | From: "hannelore-kohl-stiftung.de" <xxx>
>> | In den übrigen 15 % sind die Fälle zusammengefasst, bei denen der
>> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
>> | Radfahrer einen Helm trug bzw. keine Angaben zum Helmtragen vorlagen.
>> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
> Das ist doch nur ein Bauerntrick, durch den sich eben das Gegenteil
> ihren Behauptung nicht beweisen läßt. Aber genauso gut ist damit ihre
> Bahauptung nicht bewiesen.

Ja, kann sein. Wie ich in dem anderen Post schon schrieb lässt sich so
überhaupt nichts eindeutig sagen.

Thorsten Gretenkordt

unread,
Mar 22, 2007, 1:02:27 PM3/22/07
to
Kai Borgolte <Kai.Bo...@gmx.de> schrieb:

[Antwort auf seine Anfrage über unklares Zahlenwerk bei der
Hannelore-Kohl-Stiftung]

>Sehr geehrter Herr Borgolte,
>
>vielen Dank für Ihre eMail. Ich bitte um Entschuldigung für die
>verspätete Rückmeldung.
>Zu Ihren Fragen:
>
>Die Studie heißt "Schädel-Hirn-Verletzung - Epidemiologie und
>Versorgung", Herausgeber sind Eckhard Rickels, Klaus von Wild, Paul
>Wenzlaff und Wolfgang J. Bock.
>
>In den übrigen 15 % sind die Fälle zusammengefasst, bei denen der
>Radfahrer einen Helm trug bzw. keine Angaben zum Helmtragen vorlagen.

Also statistisch ungesichert das ganze.



>Mehr als 40 Mio Deutsche fahren regelmäßig Rad, davon tragen etwa 5 % (=
>2 Mio) einen Helm. Bei polizeilich erfassten Unfällen werden jährlich
>mehr als 70.000 (0,2 %) Radfahrer im Straßenverkehr verletzt. Dabei
>erleiden mehr als 23.000 (= 33 %) eine Schädelhirnverletzung, 19.550 (=
>85 %) ohne Helm und 3.450 (= 15 %) mit Helm.

Was fehlt ist die Angabe, wie viele Kopfverletzungen _ohne_ SHT es
gab, also reine Platzwunden, Zahn- und Kieferfrakturen, reine
Schädelfrakturen, Schürfwunden. _Sauber_ aufgeschlüsselt ob Helm
Ja/Nein/Unbekannt. Und das ganze nochmal über Verletzungen im
Hals-Nacken-Bereich.

Was noch fehlt, ist ein Vergleich anderer schwerer Verletzungen um
Herauszufinden, ob eine Korrelation zwischen Helmtragequote und
Verletzungsschwere auftritt.

Ungeklärt bleibt also ein möglicherweise anderes Risikoverhalten von
Helmträgern.

Was vor allem fehlt ist eine Erklärung, warum bei diesen Zahlen
dreimal soviele Helmträger ein Schädelhirntrauma erleiden, als es
ihrem Anteil an der Gesmatmenge entspricht. Wenn a) die Zahlen stimmen
und b) die H.-K.-S. das überhaupt wissen will.

>Außerdem gibt es zahlreiche von Polizei und Unfallchirurgen
>dokumentierte Fälle, in denen der Helm den Träger vor lebensbedrohlichen
>Kopfverletzungen bewahrt hat. Ich habe Radfahrer kennengelernt, deren
>Kopf bei einem Sturz dank Helm unversehrt bliebt. Und ich habe Radfahrer
>kennengelernt, die durch den Aufprall des ungeschützten Kopfes eine
>dauerhafte Schädigung des Zentralen Nervensystems erlitten haben.

Diese Anekdoten sind genauswenig aussagekräftig wie das beliebte
Beispiel vom Oppa, der bis ins hohe Alter zuviel gefressen, geraucht
und gesoffen hat; oder der vegane Gesundheitsapostel der beim sanften
Joggen einem Herzanfall erlag.

--
Bei Antwort per email: bitte den Absender in @gmx.de ändern
Antworten an gmx.net behandle ich wie automatisierten spam.

--
Bei Antwort per email: bitte den Absender in @gmx.de ändern
Antworten an gmx.net behandle ich wie automatisierten spam.

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Erik Buchmann

unread,
Mar 22, 2007, 2:53:12 PM3/22/07
to
Kai Borgolte wrote:
> From: "hannelore-kohl-stiftung.de"

> Mehr als 40 Mio Deutsche fahren regelmäßig Rad, davon tragen etwa 5 % (=
> 2 Mio) einen Helm. Bei polizeilich erfassten Unfällen werden jährlich
> mehr als 70.000 (0,2 %) Radfahrer im Straßenverkehr verletzt. Dabei
> erleiden mehr als 23.000 (= 33 %) eine Schädelhirnverletzung, 19.550 (=
> 85 %) ohne Helm und 3.450 (= 15 %) mit Helm.
>
> Einen Fahrradhelm zu tragen, macht Sinn, weil das Risiko, bei einem
> Unfall ein SHT zu erleiden, für Radfahrer ohne Helm fünfmal so hoch ist.

Die HKS muss Orwell's 1984 nicht nur sehr gründlich gelesen, sondern
tatsächlich verstanden haben. Das ist gar nicht so einfach - die
allermeisten Leser reduzieren ihn nur auf den sehr oberflächlichen
"Big Brother" :-)

http://de.wikipedia.org/wiki/Doppeldenk
bzw.
http://en.wikipedia.org/wiki/Doublethink

Erik

Mathias Böwe

unread,
Mar 22, 2007, 4:27:41 PM3/22/07
to
Kai Borgolte <Kai.Bo...@gmx.de> zitierte:

> Mehr als 40 Mio Deutsche fahren regelmäßig Rad, davon tragen etwa 5 % (=
> 2 Mio) einen Helm. Bei polizeilich erfassten Unfällen werden jährlich
> mehr als 70.000 (0,2 %) Radfahrer im Straßenverkehr verletzt. Dabei
> erleiden mehr als 23.000 (= 33 %) eine Schädelhirnverletzung, 19.550 (=
> 85 %) ohne Helm und 3.450 (= 15 %) mit Helm.
>
> Einen Fahrradhelm zu tragen, macht Sinn, weil das Risiko, bei einem
> Unfall ein SHT zu erleiden, für Radfahrer ohne Helm fünfmal so hoch ist.

ARRRRRGGHHH!!!!!!!1

Du schuldest mir eine neue Tischkante!

Bei der Person, die diesen Text verfaßt hat, gibt es eh nichts mehr, was
ein idealer leHm schützen könnte :-/

Mathias
--
inzwischen auch ohne signature

Steffen Stein

unread,
Mar 22, 2007, 4:38:20 PM3/22/07
to

Vielleicht ist er / sie auch einmal zu oft auf den Helm gefallen :-(

Ervin Peters

unread,
Mar 23, 2007, 2:30:07 AM3/23/07
to
Mathias Böwe am Thu, 22 Mar 2007 21:27:41 +0100:

Eben, bei diesem personenkreis hat auch die Schulpflicht, und
möglicherweise auch die folgende akademische Ausbildung *nichts* genützt
um simpelste statistische Zusammenhänge zu begreifen.

Traurig, echt deprimierend, und diese Menschen begründen mit ihrem
akademischen Grad das sie die 15fache Kohle abfassen wie die
Reinigungsfachkraft, die ihren Dreck wegmachen, deprimierend.

ervin

--
Ervin Peters
99425 Taubach
Wer Wissen und Knowhow durch Betriebswirtschafter und Rechtsanwälte
verwalten läßt, pokert mit der Evolution.

Ervin Peters

unread,
Mar 23, 2007, 2:42:03 AM3/23/07
to
Till Kinstler am Thu, 22 Mar 2007 14:33:36 +0100:

Mal angenommen, jemand in z.B. Stendal würde das durch einen dieser
modernen kopier-scanner-mit-email-versand-als-pdf-Möglichkeit, sich
senden und dann ausgesuchten drf Fachkreisen weiterleiten, dann würde das
das Urheberecht verletzen, nicht war?

Nur mal so, eigentlich völlig OT, gefragt.

Das wäre dann der Verbreitung von Erkenntnis nicht zuträglich.

Lüko Willms

unread,
Mar 23, 2007, 3:11:33 AM3/23/07
to
Am Thu, 22 Mar 2007 14:00:31 UTC, schrieb Steffen Stein
<steffe...@gmail.com> auf de.rec.fahrrad :

> Helme an sich haben durchaus in bestimmten Bereichen ihre Berechtigung
> - nicht umsonst fordern die Berufsgenossenschaften, als _der_ grosse
> Unfallversicherer, in etlichen Bereichen das Tragen von Helmen. Zu
> Radhelmen haben sie aber genau gar keine Meinung, obwohl sie ja auch für
> Versicherung der AN auf dem Arbeitsweg zuständig sind und zum Thema Alkohol
> oder Übermüdung im Strassenverkehr auch schon Kampagnen hatten. Wenn SHT
> bei Radfahrern ein signifikantes Thema wäre, dann hätten die BGs sich dazu
> schon geäussert.

Das sollte man nochmal festhalten.


Mfg,
L.W.


Lüko Willms

unread,
Mar 23, 2007, 3:11:35 AM3/23/07
to
Am Thu, 22 Mar 2007 17:02:27 UTC, schrieb Thorsten Gretenkordt
<thorsten.g...@gmx.net> auf de.rec.fahrrad :

> Was fehlt ist die Angabe, wie viele Kopfverletzungen _ohne_ SHT es
> gab, also reine Platzwunden, Zahn- und Kieferfrakturen, reine
> Schädelfrakturen, Schürfwunden. _Sauber_ aufgeschlüsselt ob Helm
> Ja/Nein/Unbekannt. Und das ganze nochmal über Verletzungen im
> Hals-Nacken-Bereich.
>
> Was noch fehlt, ist ein Vergleich anderer schwerer Verletzungen um
> Herauszufinden, ob eine Korrelation zwischen Helmtragequote und
> Verletzungsschwere auftritt.

Ich hab vorgestern endlich mal diesen entfernten Verwandten von mir
angerufen und nach seinem Unfall gefragt, wo er -- in Berlin eine
Straße entlangradelnd -- plötzlich mit einer sich öffnenden Autotüre
konfrontiert war. Er hat wohl versucht, dieser auszuweichen -- am Rad
wären keine oder nur sehr geringe Schäden festzustellen gewesen --
dann aber den ganzen Schwung mit seinen Weichteilen abgefangen, was
einen Riß in der Leber bewirkt hat. Danach ist er bewußtlos geworden
und beim Fallen mit dem Hinterkopf irgendwo aufgeschlagen (Straße oder
Auto, oder Türholm), hat eine schwere Gehirnerschütterung erlitten und
eine dauerhafte Schädigung des Geruchssinns. Er meint, mit einem Helm,
der ja nach hinten rausragt, wäre letzteres wohl nicht passiert.


MfG,
L.W.

Lüko Willms

unread,
Mar 23, 2007, 3:11:34 AM3/23/07
to
Am Thu, 22 Mar 2007 13:33:36 UTC, schrieb Till Kinstler
<ti...@fs.is.uni-sb.de> auf de.rec.fahrrad :

> > Die Studie heißt "Schädel-Hirn-Verletzung - Epidemiologie und
> > Versorgung", Herausgeber sind Eckhard Rickels, Klaus von Wild, Paul
> > Wenzlaff und Wolfgang J. Bock.
>
>
> Präzise Quellenangabe... Das müsste das Werk sein:
> <http://gso.gbv.de/DB=2.1/CMD?ACT=SRCHA&PRS=HOL&IKT=1016&SRT=YOP&TRM=ppn+513889280>.
> Da steht auch gleich drunter, bei welchen Hochschulbibliotheken in
> Norddeutschland das Teil erhältlich ist.

Ich hab bisher nur von Prozentzahlen gelesen -- gibt es auch Angaben
darüber, wie umfangreich die gesamte untersuchte Population war? Ich
hab mal die Doktorarbeit eines Mediziners gesehen, da wurden gerade
mal 19 Fälle untersucht und statistisch aufbereitet. In meinem
Statistikstudium habe ich allerdings gelernt, daß man für eine
zuverlässige Stichprobe aus einer beliebig großen Gesamtheit immer
eine Stichprobe von mindestens 2000 Fällen braucht.

MfG,
L.W.



Daniel Roedding

unread,
Mar 23, 2007, 3:23:09 AM3/23/07
to
Ervin Peters wrote:

[ Studie: Rickels/Wild/Wenzlaff/Bock: Schädel-Hirn-Verletzung -
Epidemiologie und Versorgung, München 2006, ISBN-10 3-88603-896-3,
ISBN-13 9783886038961, Zuckschwerdt-Verlag ]

> Mal angenommen, jemand in z.B. Stendal würde das durch einen dieser
> modernen kopier-scanner-mit-email-versand-als-pdf-Möglichkeit, sich
> senden und dann ausgesuchten drf Fachkreisen weiterleiten, dann würde das
> das Urheberecht verletzen, nicht war?

Ja, einfach verbreiten geht nicht. Auszugsweises knappes Zitieren
relevanter Passagen ist aber natürlich zulässig. Und mehr wird
wohl auch kaum sinnvoll sein, denn diese Studie scheint sich
primär mit ganz anderen Dingen zu beschäftigen, wie z. B.
der Artikel unter

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&id=52371

belegt. Auch dort übrigens: Bild von einem der Schockplakate
aus Hannelores Gruselkiste, während der eigentliche Mitteilungstext
kein Wort über Fahrradfahrer enthält. Im Gegenteil ist nur wenige
Pixel entfernt zu lesen, daß "im Gegensatz zu fast allen anderen
Ländern ... in Deutschland nicht mehr der Verkehrsunfall (26 Prozent)
an der Spitze der Ursachen für SHT [steht], sondern mit 52.5 Prozent
Stürze bei der Arbeit sowie im Haus und in der Freizeit".

Auch andere im Netz zugängliche Verweise auf die genannte
Studie referenzieren diese nicht bezogen auf Fahrradhelme,
sondern ausschließlich bezogen auf SHT-Versorgungsfragen
allgemein.

Daniel

Harald Meyer

unread,
Mar 23, 2007, 4:09:28 AM3/23/07
to
"Lüko Willms" <l.wi...@domain.invalid> schrieb:

> Ich hab vorgestern endlich mal diesen entfernten Verwandten von mir
>angerufen und nach seinem Unfall gefragt, wo er -- in Berlin eine
>Straße entlangradelnd -- plötzlich mit einer sich öffnenden Autotüre
>konfrontiert war.

Er fuhr also deutlich zu weit rechts, wenn er auf der Fahrbahn fuhr.
Über den Fehler Rad_weg_e zu benutzen müssen wir hier hoffentlich
nicht dikutieren.

>Er hat wohl versucht, dieser auszuweichen -- am Rad
>wären keine oder nur sehr geringe Schäden festzustellen gewesen --
>dann aber den ganzen Schwung mit seinen Weichteilen abgefangen, was
>einen Riß in der Leber bewirkt hat. Danach ist er bewußtlos geworden
>und beim Fallen mit dem Hinterkopf irgendwo aufgeschlagen (Straße oder
>Auto, oder Türholm), hat eine schwere Gehirnerschütterung erlitten und
>eine dauerhafte Schädigung des Geruchssinns. Er meint, mit einem Helm,
>der ja nach hinten rausragt, wäre letzteres wohl nicht passiert.

Stimmt!
In diesem Fall des Falles hätte er vermutlich dank eines Genickbruches
überhaupt nix mehr gerochen. Dieser nach hinten herausragende und
angeblich die Aerodynamik verbessernde Bürzel an heutigen Styropor-
hütchen ist nur eines der von der Kirche der Helmgläubigen nicht/wenig
bekannten Gefährdungspotenziale dieses unnützen Kopfschmuckes. Nicht
umsonst se(a)hen sich sogar einige Hersteller genötigt, Rollerskater
vor dem Tragen eines Snueenquryzrf speziell wegen dieser, bei Skatern
wohl häufigeren Unfallvariante, zu warnen! Leider ist der informative,
nachstehende Link zwischenzeitlich wieder vom Netz genommen, man hatte
wohl irnkwie doch gemerkt, daß man sich in Sachen leHm hier delbst ins
Knie geschossen hatte.
[http://www.webzine.bayer.de/produkte/speedskating/trendig_und_sicher/page2397.htm]
Zitat daraus:
|„Im Prinzip kann es aber durchaus auch ein guter Fahrradhelm sein“, sagt
|Günther Kocher von der Firma Uvex, „solange er keine Tropfenform hat.
|Die würde bei Stürzen auf den Rücken die Halswirbelsäule gefährden."

Teufel auch, sie wissen im Prinzip _genau_ was sie tun!

Beste Grüße -Harald-
--
Genau das ist es, was Helme sind. Ein (kläglicher) Versuch, das
Radfahren idiotensicher zu machen - und der gelungene Versuch, die
Idioten, die daran glauben, mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit aus
der genetischen Erbfolge zu entfernen. [*Helmuth Schutzeich in drf*]

Christoph Strauch

unread,
Mar 23, 2007, 4:35:08 AM3/23/07
to
On 22 Mrz., 14:58, "Daniel Roedding" <d...@roedding.de> wrote:

> Eine Statistik über Kopfverletzungsquote in der Gruppe Ü60
> ist mir nicht bekannt. Es würde mich aber nicht wundern wenn
> dort tatsächlich überproportional viele Kopfverletzungen
> auftauchen, denn ein Merkmal des Älterwerdens ist ja, daß
> Reaktionsschnelligkeit und Reflexe nachlassen.

In einer älteren österreichischen Studie wird sogar von
überproportional vielen Kopfverletzungen bei Kindern berichtet. Die
älteste Altersklasse ist da aber 50+. Ich hätte "älter" erst so ab 60
oder 65 angesetzt. Abgesehen davon dürfte der Einfluß dieser
Altersklasse auf den Durchschnitt relativ gering sein wegen des
niedrigen Anteils am Gesamt.

Norbert Lack

unread,
Mar 23, 2007, 4:44:02 AM3/23/07
to
Mal 'ne andere Frage zur Hannelore-Kohl-Stiftung: Hat deren
Namensgeberin zu Lebzeiten die leHm-Propaganda mit getragen, oder könnte
man jetzt an ihrem Grab einen Generator installieren, um die auftretende
Rotationsenergie auszunutzen?

Gruß
Norbert

--
Nichts ist so gerecht verteilt wie der Verstand,
jeder ist davon überzeugt, er habe genug davon.

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Kai Borgolte

unread,
Mar 23, 2007, 5:05:21 AM3/23/07
to
Ervin Peters schrieb:

>Mathias Böwe am Thu, 22 Mar 2007 21:27:41 +0100:

<geloescht>

Bitte unterlasst die persoenlichen Angriffe. Ich habe die Verfasserin
auf Google Groups hingewiesen und hoffe, dass Sie hier mitliest.
--
Kai Borgolte, Bonn

Lüko Willms

unread,
Mar 23, 2007, 5:00:11 AM3/23/07
to
Am Fri, 23 Mar 2007 07:23:09 UTC, schrieb "Daniel Roedding"
<d...@roedding.de> auf de.rec.fahrrad :

> il ist nur wenige
> Pixel entfernt zu lesen, daß "im Gegensatz zu fast allen anderen
> Ländern ... in Deutschland nicht mehr der Verkehrsunfall (26 Prozent)
> an der Spitze der Ursachen für SHT [steht], sondern mit 52.5 Prozent
> Stürze bei der Arbeit sowie im Haus und in der Freizeit".

Helmpflicht für Hausfrauen jetzt!


MfG,
L.W.

Message has been deleted

Jens Müller

unread,
Mar 23, 2007, 5:48:32 AM3/23/07
to
Kai Borgolte schrieb:

Hoffe ich auch. Da könnte sie noch was lernen. Im übrigen wurde kein
Name genannt.

Steffen Stein

unread,
Mar 23, 2007, 6:18:28 AM3/23/07
to

Ich hatte dazu vor ein oder zwei Jahren schon mal bei meiner BG angefragt,
ausser allgemeines Blabla, ich könne meine Kollegen mit Infomaterial zum
sicheren Radfahren beglücken usw. wurde keine weiteren Empfehlungen
gegeben, obwohl ich explizit nach Radhelmen gefragt hatte.
Vielleicht sollte ich mal schauen ob die Unfallstatistiken der BGen irgendwo
einsehbar sind.

Gruss Steffen

Harald Meyer

unread,
Mar 23, 2007, 6:25:16 AM3/23/07
to
[Kaputtes Quoting repariert]
Kai Borgolte <Kai.Bo...@gmx.de> nörgelte:

>Ervin Peters schrieb:
>
>>Mathias Böwe am Thu, 22 Mar 2007 21:27:41 +0100:

>>> Kai Borgolte <Kai.Bo...@gmx.de> zitierte:
>
><geloescht>
^^^^^^^^^ Lass' den Blödzinn. Wenn du nix vom Text der zitierten
Poster stehen läßt, kannst du dir deren namentliche Nennung genauso
sparen - da kannste auch gleich richtig[tm] Frankberkeln. >:-((


>
>Bitte unterlasst die persoenlichen Angriffe. Ich habe die Verfasserin
>auf Google Groups hingewiesen und hoffe, dass Sie hier mitliest.

Aber sonst geht's dir gut, ja? Wenn du Usenet mit Mädchenpensionat
wervexselst, hast du offensichtlich ein Wahrnehmungsproblem. Sollte
die Verfasserin hier gebauchpinselt werden, nur weil du sie eingeladen
hast, mal real zu reflektieren, wie ihr Zinnober anderswo beurteilt
wird? Du meintest wohl das hier verbergen (funktioniert eh nicht) zu
müssen:

>>>> Mehr als 40 Mio Deutsche fahren regelmäßig Rad, davon tragen etwa 5 %
>>>> (= 2 Mio) einen Helm. Bei polizeilich erfassten Unfällen werden
>>>> jährlich mehr als 70.000 (0,2 %) Radfahrer im Straßenverkehr verletzt.
>>>> Dabei erleiden mehr als 23.000 (= 33 %) eine Schädelhirnverletzung,
>>>> 19.550 (= 85 %) ohne Helm und 3.450 (= 15 %) mit Helm.
>>
>>>> Einen Fahrradhelm zu tragen, macht Sinn, weil das Risiko, bei einem
>>>> Unfall ein SHT zu erleiden, für Radfahrer ohne Helm fünfmal so hoch
>>>> ist.
>
>>> ARRRRRGGHHH!!!!!!!1
>
>>> Du schuldest mir eine neue Tischkante!
>
>>> Bei der Person, die diesen Text verfaßt hat, gibt es eh nichts mehr, was
>>> ein idealer leHm schützen könnte :-/

>>Eben, bei diesem personenkreis hat auch die Schulpflicht, und
>>möglicherweise auch die folgende akademische Ausbildung *nichts* genützt
>>um simpelste statistische Zusammenhänge zu begreifen.
>>
>>Traurig, echt deprimierend, und diese Menschen begründen mit ihrem
>>akademischen Grad das sie die 15fache Kohle abfassen wie die
>>Reinigungsfachkraft, die ihren Dreck wegmachen, deprimierend.

Das stimmt mich allerdings auch sehr traurig.

Andreas Schulze-Bäing

unread,
Mar 23, 2007, 6:34:45 AM3/23/07
to

Du scheinst ja in der Tat Hoffnung zu haben, dass die HKS ihre Meinung
ändert. Vielleicht gibt es ja in demnächst eine HKS-Kampagne "Alternative
zum Helm - Crashkurs für Judofallübungen" Oder sie gehen noch weiter als
bislang und fordern passende Integralhelme für Radfahrer und Fußgänger.
Konsequent wäre das :-)

Andreas

Christoph Strauch

unread,
Mar 23, 2007, 6:50:07 AM3/23/07
to
On 22 Mrz., 15:00, Steffen Stein <steffen.st...@gmail.com> wrote:

> Naja, Helme an sich haben durchaus in bestimmten Bereichen ihre Berechtigung


> - nicht umsonst fordern die Berufsgenossenschaften, als _der_ grosse
> Unfallversicherer, in etlichen Bereichen das Tragen von Helmen. Zu
> Radhelmen haben sie aber genau gar keine Meinung, obwohl sie ja auch für
> Versicherung der AN auf dem Arbeitsweg zuständig sind und zum Thema Alkohol
> oder Übermüdung im Strassenverkehr auch schon Kampagnen hatten. Wenn SHT
> bei Radfahrern ein signifikantes Thema wäre, dann hätten die BGs sich dazu
> schon geäussert.

http://www.hvbg.de/d/pages/presse/archiv/archiv01/rad.html

Steffen Stein

unread,
Mar 23, 2007, 7:08:11 AM3/23/07
to

ja, aber ausser dieser "Voll korrekt" - Nummer scheint dort neuerer Zeit
nicht mehr gelaufen zu sein, wenn man den Suchergebnissen auf der
HVBG-Seite glauben darf. Wobei eine sinnvolle Anwendung für radhelme
scheint man da gefunden zu haben:
http://www.hvbg.de/d/bgag/forsch/projekte/werbung/index.html ;-)

Lüko Willms

unread,
Mar 23, 2007, 7:51:41 AM3/23/07
to
Am Fri, 23 Mar 2007 10:34:45 UTC, schrieb Andreas Schulze-Bäing
<mib...@yahoo.com> auf de.rec.fahrrad :

> fordern passende Integralhelme für Radfahrer und Fußgänger.
> Konsequent wäre das :-)

es könnte einem ja auch der Himmel auf den Kopf fallen.


MfG,
L.W.


Dirk Wagner

unread,
Mar 23, 2007, 8:09:50 AM3/23/07
to
Christoph Strauch <cstr...@freenet.de> wrote:

> http://www.hvbg.de/d/pages/presse/archiv/archiv01/rad.html

Ich zietiere mal:
"Neben den Berufsgenossenschaften beteiligen sich die Barmer Ersatzkasse
und mehrere private TV-Stationen, unter anderem Pro7, Kabel 1, TM3 und
DSF. Die Sender strahlen die Spots kostenlos in nicht ausgebuchten
Werbeblöcken aus."

Was bin ich froh, dass meine Kinder nur KiKa kucken ;-) und damals
überhaupt noch zu klein waren zum fernsehen...

Ciao

dirk

Michael Buege

unread,
Mar 23, 2007, 8:09:34 AM3/23/07
to
Zitat Lüko Willms:

Er meint?

Ich hab auch noch ne Geschichte...
Fast genau so wie deine, andere Sturzursache, kurze Bewusstlosigkeit, sonst
keine aeusseren Verletzungen.
Diagnose ebenfalls schwere Gehirnerschuetterung, ebenfalls begleitet vom
temporaeren Verlust des Geschmacksinns.
Frage an den Arzt, ob ein Helm das verhindert haette.
Dieser meinte, der Braegen waere, wie vom Traegheitsgesetz vorgeschrieben,
ordnungsgemaess deformiert worden und verrutscht.
Da hilft kein Helm.

Tja, was nu...?

Michael
--
openstreetmap.org

Christoph Maercker

unread,
Mar 23, 2007, 8:14:34 AM3/23/07
to
Erik Buchmann wrote:
> Die HKS muss Orwell's 1984 nicht nur sehr gründlich gelesen, sondern
> tatsächlich verstanden haben. Das ist gar nicht so einfach - die
> allermeisten Leser reduzieren ihn nur auf den sehr oberflächlichen
> "Big Brother" :-)

Und zwar nicht nur deswegen:
> http://de.wikipedia.org/wiki/Doppeldenk
> http://en.wikipedia.org/wiki/Doublethink

Sondern wegen des Rechen-Exempels "2+2=5"
--


CU Christoph Maercker.

RADWEGE sind TODSICHER!

Christoph Maercker

unread,
Mar 23, 2007, 8:21:45 AM3/23/07
to
Kai Borgolte wrote:
> Mehr als 40 Mio Deutsche fahren regelmäßig Rad, davon tragen etwa 5 % (=
> 2 Mio) einen Helm. Bei polizeilich erfassten Unfällen werden jährlich
> mehr als 70.000 (0,2 %) Radfahrer im Straßenverkehr verletzt. Dabei
> erleiden mehr als 23.000 (= 33 %) eine Schädelhirnverletzung, 19.550 (=
> 85 %) ohne Helm und 3.450 (= 15 %) mit Helm.

Von so einer geballten Ladung "Statistik" kriege ich Kopfweh. Mit oder
ohne Helm.

> Einen Fahrradhelm zu tragen, macht Sinn, weil das Risiko, bei einem
> Unfall ein SHT zu erleiden, für Radfahrer ohne Helm fünfmal so hoch ist.

Als ernst zu nehmende Autorität hat sich die HKS damit endgültig erledigt.

> Für mich ist es gar keine Frage mehr, ob der Helm Sinn macht. Ein guter
> Helm, der richtig sitzt und unbeschädigt ist, kann Leben retten. Diese
> Chance nutze ich gern.

Sollen sie machen. Aber bitte nicht nur auf dem Fahrrad.

Christoph Strauch

unread,
Mar 23, 2007, 8:30:15 AM3/23/07
to
On 23 Mrz., 13:21, Christoph Maercker <cmaerc...@gmx.net> wrote:
> Kai Borgolte wrote:
> > Mehr als 40 Mio Deutsche fahren regelmäßig Rad, davon tragen etwa 5 % (=
> > 2 Mio) einen Helm. Bei polizeilich erfassten Unfällen werden jährlich
> > mehr als 70.000 (0,2 %) Radfahrer im Straßenverkehr verletzt. Dabei
> > erleiden mehr als 23.000 (= 33 %) eine Schädelhirnverletzung, 19.550 (=
> > 85 %) ohne Helm und 3.450 (= 15 %) mit Helm.
>
> Von so einer geballten Ladung "Statistik" kriege ich Kopfweh. Mit oder
> ohne Helm.
>
> > Einen Fahrradhelm zu tragen, macht Sinn, weil das Risiko, bei einem
> > Unfall ein SHT zu erleiden, für Radfahrer ohne Helm fünfmal so hoch ist.
>
> Als ernst zu nehmende Autorität hat sich die HKS damit endgültig erledigt.

Naja, ich würde das nicht überbewerten. Welche Funktion hat der der
Vertreter der HKS, der hier geantwortet hatte? MIr wäre es jedenfalls
lieber, wenn man ihnen nachweisen könnte, dass, wie ich vermute, ihre
Zahlen schon falsch sind und nicht nur die hier unbeholfen
vorgetragenen Schlußfolgerungen.

Lüko Willms

unread,
Mar 23, 2007, 8:51:31 AM3/23/07
to
Am Fri, 23 Mar 2007 12:09:34 UTC, schrieb Michael Buege
<mic...@buegehome.de> auf de.rec.fahrrad :

Gehirnerschütterung:

> Frage an den Arzt, ob ein Helm das verhindert haette.
> Dieser meinte, der Braegen waere, wie vom Traegheitsgesetz vorgeschrieben,
> ordnungsgemaess deformiert worden und verrutscht.

Braegen?


MfG,
L.W.

Peter Bruells

unread,
Mar 23, 2007, 9:09:45 AM3/23/07
to
"Lüko Willms" <l.wi...@domain.invalid> writes:

Küchensprache für Hirn.

Sören Reiche

unread,
Mar 23, 2007, 9:18:03 AM3/23/07