im kommenden Jahr möchte ich eine Radtour von Oberstdorf nach Flensburg
(über Bremen) planen. Also einmal der Länge nach durch die Republik.
Aus diesem Grund die die Bitte nach Tipps von erfahrenen Radtourenplaner.
Welche Streckenführung würdet Ihr wählen?
Ich bin übrigens ein absolut durchschnittlicher Fahrer (normales Tourenrd),
aber erprobt an diverses
Flussfahrten.
Gruß
Fred
Oh, das klingt wunderschön.
> Welche Streckenführung würdet Ihr wählen?
Mir fallen spontan zwei Möglichkeiten für den Abschnitt bis
Bremen ein:
a) die Flußvariante mit Umweg, aber maximaler
Höhenmetervermeidung
Oberstdorf - Kempten - Ulm ~ Göppingen ~ Stuttgart -
Heilbronn - Mannheim - Mainz - Koblenz(*) - Köln(*) -
Oberhausen _ Coesfeld _ Rheine _ Quakenbrück _
Vechta _ Bremen
b) ein einigermaßen direkter Weg mit Höhenmetern
Oberstdorf - Kempten - Ulm ~ Aalen - Crailsheim ~
Weikersheim - Lauda - Hanau(*) ~ Nidda ~
Romrod (bei Alsfeld) ~ Treysa ~ Bad Wildungen ~
Scherfede (bei Warburg) ~ Detmold ~ Löhne ~
Rahden _ Bremen
jeweils
"-" für Fahrt mit Flüssen
"_" für sonstige Flachstücke
"~" für hügeligeres Terrain
"*" sind Orte, in denen es mir überhaupt keinen
Spaß gemacht hat Rad zu fahren
Ermittelt jeweils durch groben Blick auf die Karte, einige
Teilstücke bin ich aber auch schon gefahren.
Route a) ist ein Umweg und vermutlich gleich schnell zu
fahren wie Route b).
Route a) dürfte deutlich langweiliger sein. als b).
Route a) geht durch dichter besiedelte Areale als b).
Bei b) könnte eventuell der schwierigste Teil am
Anfang liegen. Den Abschnitt Ulm - Weikersheim
kenne ich nicht. Das "Mittelgebirge" nördlich Hanau
ist aber auf jeden Fall gut zu bewältigen und es
geht über angenehm fahrbare Straßen durch
schöne Landschaft. Hanau selbst ist aber
ätzend, und da rauszukommen schwierig.
Daniel
> "*" sind Orte, in denen es mir überhaupt keinen
Was hast du gegen Koblenz? Der Rheinabschnit zwischen Mainz-Koblenz-Bonn ist
einer der schönsten, den man sich denken kann - Zumindest deutlich romantischer
als Mannheim mir seinem lanweiligen Flachland oder dem Kessel Stuttgart!?
Köln sehe ich ein. Köln ist gerade außerhalb der Stadt eine hässliche Großstadt
mir viel Industrie. Aber Koblenz?
Grüße Boris
Ich empfehle hier mal eine Strecke für die Region, in der ich mich
auskenne.
Sehr schön und praktisch finde ich den Weserradweg. Wenn du
Tourenradler und kein Renner bist, dann ist der in Ordnung für dich.
Der Weserradweg beginnt logischerweise in Hann Münden, aber es gibt
bestimmt auch einen Fuldaradweg. Den kenne ich aber nicht.
Wenn du nach Flensburg willst musst du die Weser irgendwann verlassen,
weil deine ungefähre Zielrichtung mehr Hamburg als Bremen ist. Ich
schildere mal meine Lieblingsstrecke von der Weser nach Hamburg. Wenn
du nicht durch Hamburg fahren willst, musst du früher von meiner Route
abweichen und z.B. die Fähre Lühe-Schulau verwenden.
Also los gehts:
Weserradweg bis Hameln verwenden. Kurz hinter Hameln wird auf die
"Fischbeck-Variante" der Weserradwegs verwiesen. Die nimmst du. Du
kommst auf eine ehemalige Bundesstrasse. Auf der fährst du bis ein
Abzweig nach Barksen kommt. Von nun ist die Strecke auf normalen
Landstrassen, auf denen aber nur geringes Verkehrsaufkommen ist. Die
gesamte Strecke läuft nur über Straßen, die mit gelben Schildern
deutlich ausgeschildert sind, bis auf eine Ausnahme. Es gibt nur zwei
Berge: Der eine von Barksen nach Langenfeld (ziemlich hart) und der
andere von Reinsdorf nach Reinsen (eher gemächlich).
Jetzt die Kette der Ortsnamen:
Barksen (bei Hess. Oldendorf) - Langenfeld - Hattendorf - Klein
Holtensen -
Schoholtensen - Reinsdorf - Reinsen - Heuerßen -Kobbensen - Lindhorst
-
Sachsenhagen - Bad Rehburg - Rehburg - Husum - Linsburg - Wenden -
Steinbke - Lichtenhost - Rethem - Groß Eilstorf -
In Groß Eilsdorf die letzte Straße links ab nach Vethem. Hier gibt es
kein Schild. Am Ortseingang von Vethem gibt es einen Ortsplan. Dort
draufschauen und rausfinden, wie man zum Sportplatz kommt. Über die
Straße, die am Sportplatz vorführt, den Ort verlassen. Nach ein paar
Kilometer kommt man wieder auf eine normale Landstrasse und landet in
Idsingen dann weiter bis
Visselhövede - Neuenkirchen - Schneverdingen - Wintermoor - Welle.
Wenn du jetzt nach Hamburg willst, fährst du weiter nach Holm -
Jesterburg - Hitfeld - Harburg.
Wenn du die Fähre nehmen willst, würde ich ab Schneverdingen in
Richtung Buxtehude abbiegen. Man kann auch ab Welle den Radweg an der
B3 benutzen. Der ist ganz nett gemacht, hat aber teilweise tückische
Baumwurzeln.
Ich bin schon sehr oft von Ostwestfalen/Weserbergland nach Hamburg
gefahren. Im Laufe der Jahre hat sich diese Strecke als die beste
herausgestellt. Wenig Autoverkehr, aber flottes vorankommen ohne
Orientierungsschwierigkeiten.
Eine Route durch die Südheide bei Eschede und Hermannsburg und die
Lüneburger Heide ist bestimmt landschaftlich schöner. Die lässt sich
aber schlecht mit dem Weserradweg kombinieren. Es ist auch schwierig
durch den Ballungsraum Hannover/Braunschweig zu kommen. Als Anfahrtsweg
kann ich das Leinetal nicht empfehlen.
mfG
Bernhard
Gibt es. Das Problem, was Fred bekommen dürfte, ist halt erstmal
halbwegs streßfrei an die Weser zu kommen. Wenn er Ziel Bremen
hat und nicht Zickzack fahren möchte würde das bedeuten, die
ganze Süd-Nord-Route bis Hann. Münden weiter östlich zu
nehmen. Das sind dann nochmal deutlich mehr Höhenmeter.
> Wenn du nach Flensburg willst musst du die Weser irgendwann verlassen,
Er will ja erstmal nach Bremen...
Daniel
Nicht was hilft...
> Der Rheinabschnit zwischen Mainz-Koblenz-Bonn ist
> einer der schönsten, den man sich denken kann - Zumindest deutlich romantischer
> als Mannheim mir seinem lanweiligen Flachland oder dem Kessel Stuttgart!?
Der Rhein zwischen Bingen und Höhe Bonn ist wunderschön, ohne
Frage. Aber davor ist der Abschnitt ab Mannheim eben eher langweilig.
> Köln sehe ich ein. Köln ist gerade außerhalb der Stadt eine hässliche Großstadt
> mir viel Industrie. Aber Koblenz?
Von Bingen nach Koblenz fährt man ja zweckmäßigerweise
linksrheinisch. Wenn man sich bei Bonn und Köln allzu viel
Stadtgebiet ersparen wird muß man eigentlich schon bei Koblenz
auf die rechte Rheinseite queren. Und den Abschnitt bis in den
Raum Neuwied habe ich dann einfach nur als gruselig empfunden,
insbesondere auch wegen der für Radfahrer schwierigen
Streckenführung dort. Durch Koblenz Stadt kommt man allerdings
in der Tat recht schmerzfrei durch.
Daniel
> Das Problem, was Fred bekommen dürfte, ist halt erstmal
halbwegs streßfrei an die Weser zu kommen.
Wenn man vom Main (Gemünden) aus durch das Sinntal fährt müssten
sich die Steigungen in Grenzen halten. Kurz vor Fulda stößt man dann
auf die Fulda.
> Er will ja erstmal nach Bremen...
Achso, dann braucht er nur dem Weserradweg zu folgen und kann Ist ja
noch einfacher. Dann kann er die ganze Dörferliste von mir vergessen.
:-)
Das hatte ich mir aus anderen Gründen auch schon mal auf
der Karte angeschaut, sieht von der HM-Bilanz her recht
gut fahrbar aus.
> > Er will ja erstmal nach Bremen...
> Achso, dann braucht er nur dem Weserradweg zu folgen und kann Ist ja
> noch einfacher. Dann kann er die ganze Dörferliste von mir vergessen.
> :-)
Jetzt müßte sich Fred mal festlegen, wie bei ihm die Prios hängen.
Soll es direkt sein oder sind touristische Schnörkel erwünscht?
Höhenmeter nehmen oder umfahren? Brauchbares Reisetempo
wichtig oder eher Nebensache?
Die Weser ist vor allem im ersten Teil bis in den Raum Hameln
wunderschön. Allerdings mäandert sie auch ganz gut durch
die Landschaft, eine direkte Route ist das wahrlich nicht.
Und der Weserradweg dürfte abschnittsweise nicht gerade
flott zu befahren sein, weil's da unterwegs doch immer
wieder mal ein paar "Gemeinheiten" gibt.
Daniel
> Die Weser ist vor allem im ersten Teil bis in den Raum Hameln
> wunderschön. Allerdings mäandert sie auch ganz gut durch
> die Landschaft
Stimmt. Den großen Weserbogen bei Vlotho kann man sich sparen. Dann
macht doch meine Route wieder Sinn. Bei Hessisch Oldendorf wie
vorgeschlagen die Weser verlassen und meine Route bis Husum verfolgen
und bei Nienburg wieder zurück zur Weser.
Daniel Roedding wrote:
> Fred Derfla schrieb:
>> im kommenden Jahr möchte ich eine Radtour von Oberstdorf nach
>> Flensburg (über Bremen) planen. Also einmal der Länge nach durch
>> die Republik.
>
> Oh, das klingt wunderschön.
Volle Zustimmung!!!
>> Welche Streckenführung würdet Ihr wählen?
> Mir fallen spontan zwei Möglichkeiten für den Abschnitt bis
> Bremen ein:
>
> a) die Flußvariante mit Umweg, aber maximaler
> Höhenmetervermeidung
>
> Oberstdorf - Kempten - Ulm ~ Göppingen ~ Stuttgart -
> Heilbronn - Mannheim - Mainz - Koblenz(*) - Köln(*) -
> Oberhausen _ Coesfeld _ Rheine _ Quakenbrück _
> Vechta _ Bremen
Die Strecke Mainz - Oldenburg (Oldb) über Wesel bin ich dieses Jahr
gefahren. War Klasse!!! Und nahezu flach. Mir haben die Städte fast
nirgends wirklich zugesagt. Kann aber auch an mir liegen. :-)
Wenn es um eine flache Strecke geht, würde ich auf jeden Fall die
Version a empfehlen/nehmen.
Grüsse
Marten
> Von Bingen nach Koblenz fährt man ja zweckmäßigerweise
> linksrheinisch. Wenn man sich bei Bonn und Köln allzu viel
> Stadtgebiet ersparen wird muß man eigentlich schon bei Koblenz
> auf die rechte Rheinseite queren.
Man kann links bleiben und die Fähre bei Linz nehmen. Oder bis Bonn und dann
auf der Südbrücke auf die andere Seite fahren (den Wegweisern Richtung
"Beuel" folgen"). Innerhalb Bonns ist auf jeden Fall die rechte Seite netter
zu fahren, die linke ist eine Zumutung. Aber das sehen Wanderfahrer ja
sowieso irgendwie anders.
Gabriele
Daniel
Hallo,
danke erst einmal an alle, die Ihre Tipps und Meinungen hergegeben haben.
Die Streckenführung muss nicht unbedingt gradlinig sein. Große Steigungen
vor allen Dingen über längere Strecken würde ich allerdings gerne meiden.
Das Tempo ist eher von untergeordneter Bedeutung, weil ich dann Zeit habe
(Beginn Ruhestand). Den Abstecher über Bremen möchte ich gerne machen, weil
ich dort jemanden abholen möchte.
Gruß
Fred
> Wenn man vom Main (Gemünden) aus durch das Sinntal fährt müssten
> sich die Steigungen in Grenzen halten. Kurz vor Fulda stößt man dann
> auf die Fulda.
ich bin die Strecke zwar in der anderen Richtung gefahren; stimmt
trotzdem.
> ... Kurz vor Fulda stößt man dann auf die Fulda.
Gersfeld, um genauer zu sein.
... und wer ein, zwei Berge nicht scheut, kann von da aus auch den Weg
über die Wasserkuppe ins Werratal nehmen ...
--
regards