Projekt Aremberg

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Wolfgang Strobl

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Jun 25, 2022, 3:37:36 AMJun 25
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2018 hatte ich in einem langen Frankreichurlaub begonnen, mit dem
Fahrrad auch wieder etwas längere Strecken zu fahren und habe das dann
in den Jahren danach mit Touren durch die hiesige Region fortgesetzt und
dabei sowohl Distanz als auch Höhenmeter ganz vorsichtig gesteigert. Ein
"Projekt", den höchsten Berg des Ahrgebirges (Aremberg, 624 Meter) von
Bonn aus per Rad zu besuchen, erschien mir aber bis zuletzt ausser
Reichweite. Interessant war das für mich insofern, als ich sowohl Berg
als auch Umgebung von mehreren Schullandheimaufenthalten in guter
Erinnerung habe. Bis auf etwa sieben Kilometer Luftlinie war ich
schließlich zwar schon herangekommen, Ortschaft und Berg sind aber
abgelegen und nur auf Umwegen zu erreichen. Das habe ich mir nicht
zugetraut, weil von den beiden Alternativen die eine, Ahrtal via Schuld
problematisch erschien, die andere - über das Land - ziemlich hügelig
ist.

Nun ergab der Umstand, dass meine damalige Klasse für die Feier von "50
Jahre Abi" neben einigen anderen Aktivitäten auch einen Besuch des
Schullandheims organisiert hatte, die Gelegenheit, das Rennrad in den
Kofferraum der Familienkutsche zu packen und dort nach der Führung durch
das Schullandheim nicht direkt zurückzufahren, sondern vom Aremberg aus
die beiden Hin- und Rückwegmöglichkeiten abzufahren. Ganz habe ich das
nicht geschafft, die angekündigten 36 Grad im Schatten wurden erreicht
und z.T. sogar überschritten, das Auto hatte am Vormittag auf der
Strasse wie immer in der prallen Sonne gestanden und hat keine
Klimaanlage. Im Endeffekt habe ich dann mit dem Rad nur schlappe 19 km
abfahren können. Das hat mir aber trotz des Hitzestress so gut gefallen,
dass ich noch am selben Abend auf der Basis der vorhandenen Tracks eine
Tour hin und zurück skizziert hatte und mir vornahm, das "irgenwann mal"
zu versuchen. Tatsächlich gemacht habe ich es dann vier Tage später,
als ich mich von der Autofahrt erholt hatte. Ahrtal, nie wieder, schon
gar nicht im heissen Auto :-)

Motiv war wie so oft: wenn nicht jetzt, wann dann. Der Wetterbericht
versprach für den Tag milde 28 Grad, kündigte aber Regen und Gewitter
für die Restwoche an. Und die Radtour war eine reine Wonne, besonders
der neu gefahrene Teil. Der kurze und knapp bebilderte Bericht davon ist
hier:



<https://www.mystrobl.de/ws/pluspora/plainpostings/20220623t1307-2022_06_22_hausrunde_mit_dem_rennrad_diesmal_138_km_bonn_aremberg.html>

<snip>
2022-06-22: Hausrunde mit dem Rennrad, diesmal 138 km Bonn <-> Aremberg

2022-06-22: 07:54:53 138.6 km 1921 m up, 17.5 km/h Schnitt in Bewegung


Die Entscheidung, mich an dem da gefahrenen Stück orientierend nicht für
die Richtung Ahr führende Strecke (L73 ff.) zu entscheiden, sondern wie
im vorherigen Posting erläutert zu fahren, war goldrichtig. Die sowohl
hin als auch zurück gefahrende Route über Land/über die Hügel war zwar
recht anstrengend (siehe Höhenprofil weiter unten), aber wenig befahren
und oft angenehm schattig. Wie wertvoll das ist, merkte man an den
Stücken, die in praller Sonne lagen.

Brutto über neun Stunden, da ich vor allem am Ziel eine ausgiebige Pause
gemacht habe und auch meine Wasservorräte auffüllen musste - einen Liter
hatte ich in der Trinkflasche, einen weiteren als 1l Gerolsteiner in der
Trapeztasche, benötigt hätte ich lt. der Garmin-Heuristik fast vier
Liter, getrunken habe ich tatsächlich etwas weniger als drei Liter. Den
fehlenden Liter habe ich bekommen, indem ich in einem Gasthof in Zielort
Aremberg, der inzwischen aber zu einer Art Ferienwohnung mutiert zu sein
scheint, den derzeitigen Bewohner überredet hatte, mir einen Liter
Trinkwasser abzufüllen, nachdem das Mißverständnis ausgeräumt war, es
handele sich da um den Wirt. Tatsächlich war's ein freundlicher
Holländer, bei dem etwas unklar blieb, ob der ein Zimmer, eine Wohnung
oder das ganze Haus gemietet hatte.

Zur Fahrweise: ich habe mich diesmal eisern an die Regel gehalten, meine
Ausdauerleistung von ca 100 W nicht nennenswert zu überschreiten,
regelmässig kleine Mengen zu trinken und die mitgeführten Müsliriegel
gleichmäßig über die Fahrt zu futtern. Insgesamt habe ich so zwar nur
ein Drittel der durch die Fahrt verbrauchten ca 3000 Kalorien
konsumiert, das hat aber gereicht, um bei und nach der Fahrt weder
Muskelkrämpfe noch andere Ausfallerscheinungen zu haben. Der sparsam
aufgetragene Faktor 30-Sonnenschutz hat auch gereicht.

--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
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