die englische Fa. Kirk stellt seit einiger Zeit Fahrradrahmen aus Magnesium (AZ91)
im Druckguss her (Vertrieb in Deutschland - Centurion Renner).
Der Rahmen besteht dabei im wesentlichen aus einem einzigen
Druckgussteil. Das Aussehen der Rahmen ist etwas gewoehnungsbeduerftig soll aber
nach Herstellerangaben in Gewicht, Steifigkeit und Daempfung besser sein als
teurere Stahl- oder Aluminiumrahmen.
Wie sieht es mit praktischen Erfahrungen aus ? Gibt es Erfahrungen im Alltags-
und/oder Rennbetrieb ?
Ciao Uwe
********************die...@iw.uni-hannover.de*******************
* Uwe Diekmann Tel: INT-49-511-762-3906
* Institut fuer Werkstoffkunde FAX: INT-49-511-762-5245
* Universtitaet Hannover
* Appelstrasse 11 A
* W 3000 Hannnover 1; Germany
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>die englische Fa. Kirk stellt seit einiger Zeit Fahrradrahmen aus
>Magnesium (AZ91)
^^^^^^^^^^ was fuer ne legierung/zusammensetzung ?
bei regen gaebe es bei reinem magnesium ja ein feuerwerk, oder ?
und die dichte von magnesium (ca. 60% der von Alu)
spricht auch nicht fuer hohe reinheit
Ciao, Peter
Peter Alteheld (spe...@physik.uni-paderborn.de) schreibt:
| was fuer ne legierung/zusammensetzung ?
| bei regen gaebe es bei reinem magnesium ja ein feuerwerk, oder ?
Nein! Du kannst das Magnesiumfahrrad zwar sicher mit einem
Schneidbrenner anz"unden und es brennt dann auch weiter, wenn man
versucht mit CO_2 oder Wasserdampf zu l"oschen. Aber die
Wasserl"oslichkeit ist viel weniger ausgepr"agt als bei Kalzium oder
Natrium. Vielleicht weil Magnesiumoxid ziemlich unl"oslich in Wasser
ist.
| und die dichte von magnesium (ca. 60% der von Alu)
| spricht auch nicht fuer hohe reinheit
Reines Magnesium ist zu weich. Deshalb mu"s man eine Legierung
nehmen.
++b...@aixfile1.urz.uni-heidelberg.de++
(Karl Brodowsky)
Die Legierung ist meines Wissens AZ91A
nach DIN Werkstoffnummer 3.5912
Zusammensetzung:
Basis Magnesium, Aluminium 9%, Zink 1%
Beschreibung nach ASM:
Die casting alloy with better corrosion resistance,
APPLICATIONS: Used when corrosion resistance is required.
Einige Eigenschaften:
Dichte 1.81 im Vergleich zu ~2.7 bei Aluminiumlegierungen
E-Modul 45000 MPa
Zugfestigkeit 230 MPa
Streckgrenze 150 MPa
> bei regen gaebe es bei reinem magnesium ja ein feuerwerk, oder ?
Nein, man braucht schon Aktivierungsenergie um es in kompakter Form, d.h. nicht als
Staub oder feine Spaene zum Brennen zu bewegen.
> und die dichte von magnesium (ca. 60% der von Alu)
> spricht auch nicht fuer hohe reinheit
Dichte hat mit Reinheit nichts zu tun.
>
>Ciao, Peter
>>>die englische Fa. Kirk stellt seit einiger Zeit Fahrradrahmen aus
>>>Magnesium (AZ91)
>> ^^^^^^^^^^ was fuer ne legierung/zusammensetzung ?
>Die Legierung ist meines Wissens AZ91A
>nach DIN Werkstoffnummer 3.5912
>Zusammensetzung:
>Basis Magnesium, Aluminium 9%, Zink 1%
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ soll das heissen: 90% Mg ?
>Einige Eigenschaften:
>Dichte 1.81 im Vergleich zu ~2.7 bei Aluminiumlegierungen
>E-Modul 45000 MPa
>Zugfestigkeit 230 MPa
>Streckgrenze 150 MPa
aehnliche werte habe ich fuer reines magnesium gefunden
>> und die dichte von magnesium (ca. 60% der von Alu)
>> spricht auch nicht fuer hohe reinheit
>Dichte hat mit Reinheit nichts zu tun.
okay, ich habe geringe dichte mit schlechter steifigkeit verbunden
und zur erzielung einer hohen steifigkeit sollte eigentlich vieles
andere drin sein
nach dem vergleich der von dir angegebenen elastischen und plastischen daten
mit den von stahl und aluminium scheint mir, dass magnesium noch einen
schritt weiter geht in richtung gewichtsabnahme, abnahme der steifigkeit
--- dementsprechend muessen magnesiumraeder noch klobiger aussehen als
alu-raeder -- ist das richtig, so ?
Wie ist es eigentlich mit der umweltvertaeglichen Herstellung von Magnesium
-- im Vergleich zu Aluminium/Stahl ?
Ciao, Peter