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Trommelbremsen

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Markus Thiesmeyer

unread,
Sep 6, 2000, 4:30:59 AM9/6/00
to
Hallo,

ich denke im Augenblick über den Kauf eines neuen Fahrrads nach. Dabei habe
ich eines gefunden, daß mir optisch sehr gut gefällt, weil es absolut
schlicht ist. Dies wird u.a. durch eine Naben-Schaltung und Trommelbremsen
vorne und hinten erreicht.

Nun habe ich keine Erfahrungen mit Trommelbremsen. Vielleicht kann mir hier
mal jemand seine Erfahrungen schildern. Wie sieht's zB. mit dem Verschleiß
und der Wartung aus? Muß man da viel dran machen? Kann man das dann selber
erledigen?

Fragen über Fragen,

Markus


Markus Imhof

unread,
Sep 6, 2000, 4:54:00 AM9/6/00
to
Markus Thiesmeyer wrote:
>
> Hallo,
>
...

> Nun habe ich keine Erfahrungen mit Trommelbremsen. Vielleicht kann mir hier
> mal jemand seine Erfahrungen schildern. Wie sieht's zB. mit dem Verschleiß
> und der Wartung aus?

Welche ? Sachs/SRAM, Sturmey-Archer oder Shimano ?

Gruß
Markus

Uwe Borchert

unread,
Sep 6, 2000, 7:07:34 AM9/6/00
to
Hallo Markus,

..[...]...


>
>Nun habe ich keine Erfahrungen mit Trommelbremsen. Vielleicht kann mir hier
>mal jemand seine Erfahrungen schildern. Wie sieht's zB. mit dem Verschleiß
>und der Wartung aus? Muß man da viel dran machen? Kann man das dann selber
>erledigen?
>

Ich habe einige Sachs TB gefahren, jetzt waere das SRAM. Die Bremsen
sind relativ zuverlaessig. Gelegentlich muss man die alten Belaege mit
feinem Schmirgelpapier (600er Koernung) wieder aufrauen. Die Lager sind
sehr stabil und die Achsen unkaputbar. Leider neigen die TB bei flotter
Fahrweise im Huegelland zu Ueberhitzungserscheinungen. Deshalb wuerde
ich die TB alleine nicht fuer Huegelland oder Berge verwenden. Bei so
einer Verwendung wuerde ich mindestens eine Felgenbremse zusaetzlich
installieren. Die Naben mit Ruecktrittbremse leiden unter den gleichen
Maengeln.

MfG

Uwe Borchert

Klaus Woerle

unread,
Sep 6, 2000, 5:45:12 AM9/6/00
to
> Nun habe ich keine Erfahrungen mit Trommelbremsen. Vielleicht kann mir hier
> mal jemand seine Erfahrungen schildern. Wie sieht's zB. mit dem Verschleiß
> und der Wartung aus? Muß man da viel dran machen? Kann man das dann selber
> erledigen?

Meine Erfahrung mit Sachs Trommelbremsen: Wartung und Verschleiß ist
praktisch kein Thema. Problematisch werden Trommelbremsen erst, wenn
man mehrfach die Speichen nachgespannt hat, das Laufrad neu zentriert
hat oder sogar neu eingespeicht hat. Dann nämlich ist die Bremstrommel
kaum mehr richtig "rund" zu bekommen, d.h. durch leicht unterschiedlichen
Speichenzug "eiert" die Bremstrommel minimal, was zur Folge hat, dass das
Zentrieren der Bremsbacken in der Bremstrommel schwieriger wird und
die Bremsen quitschen. Auch der lange Bremszug zur hinteren Bremse kann
im Laufe der Jahre Probleme bereiten (elastische Dehnung!). Bei der
hinteren Bremse wäre es vorteilhaft, wenn die Drehmomentstütze nicht an
einem Anlötteil am Ausfallende befestigt wird, sondern mit einer
Schelle, denn dadurch wird vermieden, dass nach Anschrauben der
Drehmomentstütze Kraft auf diese ausgeübt wird, was leicht zum
Verkanten der Bremsbacken im Bremszylinder führt.

Insgesamt bin ich mit den Trommelbremsen (zwei am Alltagsrad, eine
am Tandem) schon zufrieden, würde aber beim nächsten Rad wegen des
Gewichts ein anderes System nehmen.

Ciao
Klaus


--
http://u-r.de

"Be wiser than other people if you can; but do not tell them so." -- Lord
Chesterfield

Oliver Nekola

unread,
Sep 6, 2000, 7:19:16 AM9/6/00
to
In article <39b601f9$0$10...@businessnews.de.uu.net>,

"Markus Thiesmeyer" <mt...@gmx.de> wrote:
> Hallo,
>
> ich denke im Augenblick über den Kauf eines neuen Fahrrads nach.
Dabei habe
> ich eines gefunden, daß mir optisch sehr gut gefällt, weil es absolut
> schlicht ist. Dies wird u.a. durch eine Naben-Schaltung und
Trommelbremsen
> vorne und hinten erreicht.
>
> Nun habe ich keine Erfahrungen mit Trommelbremsen. Vielleicht kann
mir hier
> mal jemand seine Erfahrungen schildern. Wie sieht's zB. mit dem
Verschleiß

Verschleiß ist praktisch kein Thema, da z.B. die Sachs Bremsbeläge gut
100 000 km lang halten.

> und der Wartung aus?

Wartung beschränkt sich in der Regel auf die Züge. Diese können bei
schlechter Verlegung jedoch viel Bremsleistung kosten.

Jetzt genug gelobt, die Nachteile:
recht weiches Bremsverhalten, bei längeren Abfahrten (vorallem bei
Dauerbremsung) Probleme mit Überhitzung, schwer

Sachs/SRAM: nach längerem Stillstand des Rades kann sich auf der
Bremsfläche Flugrost bilden der bei den ersten 1-2 Bremsungen für eine
digitale Wirkung sorgt (offen oder blockiert)

Shimano: mangelhafte Bremswirkung, muß regelmäßig nachgefettet werden,
nach Shimano-Bedienungsanleitung liegt extremer Gebrauch bei häufigem
Fahren über 18 km/h bzw. häufigem Bremsen (das heißt für mich
Stadtverkehr) vor.

Sturmey-Archer: Hinterradachse bricht häufig

Ciao
Oliver


Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Before you buy.

Christoph Laggies

unread,
Sep 6, 2000, 7:20:35 AM9/6/00
to
Markus Thiesmeyer schrieb:

> mal jemand seine Erfahrungen schildern. Wie sieht's zB. mit dem Verschleiß
> und der Wartung aus? Muß man da viel dran machen? Kann man das dann selber
> erledigen?

Meine Sturmey-Archer Trommelbremsen funktionieren seit
nunmehr 24 Jahren hervorragend und wartungsfrei, wenn
man von neuen Bremszügen absieht, und ich benutze das
Rad fast jeden Tag.

Christoph

Anja + Martin Rogge

unread,
Sep 6, 2000, 8:13:39 AM9/6/00
to

Hallo Uwe !

Uwe Borchert schrieb:
[gekürzt]


> Leider neigen die TB bei flotter
> Fahrweise im Huegelland zu Ueberhitzungserscheinungen.

> Die Naben mit > Ruecktrittbremse leiden unter den gleichen
> Maengeln.

naive Frage: wodurch äußert sich das bei Rücktritt-
Naben? Meine müßten dann schon oft zu heiß geworden sein.

grübelnde Grüße aus Dortmund - Martin Rogge

Ingo Zoller

unread,
Sep 6, 2000, 9:00:30 AM9/6/00
to
Hi,

Anja + Martin Rogge wrote:
> naive Frage: wodurch äußert sich das bei Rücktritt-
> Naben? Meine müßten dann schon oft zu heiß geworden sein.

Falls Du z.B. in ein Dorf einfaehrst, und sich alle dort die Nase
zuhalten, dann ist Deine Trommelbremse zu heiss geworden. Die
meines Vaters stank z.B. grausam nach der Abfahrt von der Burg
Wildenstein ins Donautal. Aufgrund nachlassender Bremsleistung
konnte er damals auch meinem Bruder und mir bei der Abfahrt nicht
mehr folgen, wir konnten dank der Felgenbremsen doch deutlich
spaeter vor der Kurve noch bremsen :-).
Andererseits war die Trommelbremse meiner Mutter damals nicht mal
lauwarm, was an ihrem Abfahrtstempo gelegen haben muss. Wir haben
gute 10 Minuten auf sie warten muessen...

Gruss
Ingo

Uwe Borchert

unread,
Sep 6, 2000, 10:46:05 AM9/6/00
to
Hallo Oliver,

..[...]...


>
>Sachs/SRAM: nach längerem Stillstand des Rades kann sich auf der
>Bremsfläche Flugrost bilden der bei den ersten 1-2 Bremsungen für eine
>digitale Wirkung sorgt (offen oder blockiert)
>

Aufmachen und die Bremsbelaege und Trommelinnenseite mit 600er Sand-
papier bearbeiten. Dabei kann man gleich die Lager nachstellen und
die Mechanik oelen.

>Shimano: mangelhafte Bremswirkung, muß regelmäßig nachgefettet werden,
>nach Shimano-Bedienungsanleitung liegt extremer Gebrauch bei häufigem
>Fahren über 18 km/h bzw. häufigem Bremsen (das heißt für mich
>Stadtverkehr) vor.
>

Wiebitte? Man-O-Man!!! Das ist ganz normaler Standard. Entweder man
faehrt eine Reisegeschwindigkeit von 20 bis 25 km/h oder man faehrt
im Stadtverkehr. Also sind die Shimano Deiner Meinung nach fuer den
normalen Radler unbrauchbar?

MfG

Uwe Borchert
--
Der die Sachs TB ganz gut findet und auf deren Langlebigkeit steht.

Christoph Gartmann

unread,
Sep 6, 2000, 10:07:47 AM9/6/00
to
In article <39B634F3...@t-online.de>, Anja + Martin Rogge <Rogge-D...@t-online.de> writes:
>
>Hallo Uwe !
>
>Uwe Borchert schrieb:
>[gekürzt]
>> Leider neigen die TB bei flotter
>> Fahrweise im Huegelland zu Ueberhitzungserscheinungen.
>> Die Naben mit > Ruecktrittbremse leiden unter den gleichen
>> Maengeln.
>
>naive Frage: wodurch äußert sich das bei Rücktritt-
>Naben? Meine müßten dann schon oft zu heiß geworden sein.

Das habe ich einmal erlebt: nach ca. 30 km nur bergab begann die Nabe meines
Vordermanns (3-Gang-Ruecktritt, F&S) zu rauchen. Angehalten, Wasser
druebergekippt, etwas gewartet, weitergefahren und von da an mit der
Vorderbremse abgewechselt bzw. pulsartig gebremst. Hat die restlichen 30 km
bergab gut funktioniert. Und auf den restlichen 1000 km ist das Phaenomen nicht
wieder aufgetreten.

Gruss
Christoph Gartmann

-----------------------------------------------------------------------+
| Max-Planck-Institut fuer Phone : +49-761-5108-464 Fax: -452 |
| Immunbiologie |
| Postfach 1169 Internet: gart...@immunbio.mpg.de |
| D-79011 Freiburg, FRG |
+--------- http://www.immunbio.mpg.de/home/english/menue.html ---------+

Jens Papenfuhs

unread,
Sep 6, 2000, 10:57:59 AM9/6/00
to
Christoph Laggies <clag...@materna.de> wrote:

>Meine Sturmey-Archer Trommelbremsen funktionieren seit
>nunmehr 24 Jahren hervorragend und wartungsfrei, wenn
>man von neuen Bremszügen absieht, und ich benutze das
>Rad fast jeden Tag.

Da wir gerade bei Antiquitäten sind: Mit den Sturmey-Archer
Trommelbremsen am Raleigh-Rad meiner Frau hatten wir seit 17 Jahren
ein Trauerspiel zwischen Schleifen und Nichtbremsen erlebt. Und
gequietscht hat es sowieso :-(

Jetzt haben wir die Dreigangnabe endlich gegen eine von SRAM mit
Rücktritt ausgetauscht und die Not hat nun ein Ende.

Jip

Patrick Schelauske

unread,
Sep 6, 2000, 12:55:50 PM9/6/00
to
In article <39B62883...@materna.de>, Christoph Laggies <clag...@materna.de> writes:
>Markus Thiesmeyer schrieb:
>
>> mal jemand seine Erfahrungen schildern. Wie sieht's zB. mit dem Verschleiß
>> und der Wartung aus? Muß man da viel dran machen? Kann man das dann selber
>> erledigen?
>
>Meine Sturmey-Archer Trommelbremsen funktionieren seit
>nunmehr 24 Jahren hervorragend und wartungsfrei,
^^^^^^^^^^^^^^

Hervorragend? wuerde sagen eher unterduchschnittlich, verglichen mit gut
eingestellten Cantis oder gar Vs.
Ich hab hier ne Sturmey und eine Sachs beide bremsen eher maessig, sehr
maessig, dafuer zuverlaessig. Wem's hilft?


Patrick Schelauske

Uwe Borchert

unread,
Sep 6, 2000, 3:10:11 PM9/6/00
to
Hallo Martin,

>
>naive Frage: wodurch äußert sich das bei Rücktritt-
>Naben? Meine müßten dann schon oft zu heiß geworden sein.
>
>grübelnde Grüße aus Dortmund - Martin Rogge

^^^^^^^^

Achso, Fischkopf... Bei euch gibt es keine Berge oder echte Huegel
oder so was aehnliches. Klar das Du das nicht kennst. Also die Nabe
laeuft heiss und das Fett und Oel laufen aus. Dabei geht einerseits
die Schmierung der Kugellager zum Teufel - die Lager gehen u.U.
schneller kaputt - und andererseits verfetten die Sperrklinken - die
Schaltung funktioniert nur noch sehr hakelig und ruppig. So eine
heissgelaufene Nabe kann man - wenn man Wert auf eine hochwertige
Schaltung legt - nur noch zerlegen, putzen und neu abschmieren.
Die Nabe gut fetten, die Sperrklinken nur oelen. Ach ja: eine
Vorderradtrommelbremse wird meistens besser gekuehlt. Da tauchen
weniger Probleme auf und diese lassen sich durch Intervallbremsen
(kurzes, stossweises Bremsen) gut kontrollieren , aber im Hinterrad
wird es echt kritisch.

MfG aus Dunkeldeutschland - ein Schwabe in Bayern

Uwe Borchert

Anja + Martin Rogge

unread,
Sep 6, 2000, 4:21:40 PM9/6/00
to

Hi Uwe !

Uwe Borchert schrieb:


> >naive Frage: wodurch äußert sich das bei Rücktritt-
> >Naben? Meine müßten dann schon oft zu heiß geworden sein.
> >
> >grübelnde Grüße aus Dortmund - Martin Rogge
> ^^^^^^^^
> Achso, Fischkopf... Bei euch gibt es keine Berge oder echte Huegel
> oder so was aehnliches. Klar das Du das nicht kennst. Also die Nabe
> laeuft heiss und das Fett und Oel laufen aus.

> MfG aus Dunkeldeutschland - ein Schwabe in Bayern

^^^^^^^^^^^^^^^^^
... und ich dachte immer, südlich von Köln hieße alles Bayern ;-))

Solche Abfahrten habe ich allerdings eher selten.

Danke für die Erläuterungen.

Oliver Nekola

unread,
Sep 7, 2000, 2:47:11 AM9/7/00
to
In article <39b64...@news.unibw-muenchen.de>,

borc...@informatik.unibw-muenchen.de (Uwe Borchert) wrote:
> Hallo Oliver,
>
> ..[...]...
> >
> >Sachs/SRAM: nach längerem Stillstand des Rades kann sich auf der
> >Bremsfläche Flugrost bilden der bei den ersten 1-2 Bremsungen für
eine
> >digitale Wirkung sorgt (offen oder blockiert)
> >
> Aufmachen und die Bremsbelaege und Trommelinnenseite mit 600er Sand-
> papier bearbeiten. Dabei kann man gleich die Lager nachstellen und
> die Mechanik oelen.

Stimmt natürlich, aber wenn mensch nicht dran denkt gibt es eine
Flugvorführung mit schlechter B-Note.

> >Shimano: mangelhafte Bremswirkung, muß regelmäßig nachgefettet
werden,
> >nach Shimano-Bedienungsanleitung liegt extremer Gebrauch bei häufigem
> >Fahren über 18 km/h bzw. häufigem Bremsen (das heißt für mich
> >Stadtverkehr) vor.
> >
> Wiebitte? Man-O-Man!!! Das ist ganz normaler Standard. Entweder man
> faehrt eine Reisegeschwindigkeit von 20 bis 25 km/h oder man faehrt
> im Stadtverkehr. Also sind die Shimano Deiner Meinung nach fuer den
> normalen Radler unbrauchbar?

Exakt!

Grüße

Steffen H.

unread,
Sep 6, 2000, 5:57:17 AM9/6/00
to

"Markus Thiesmeyer" <mt...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39b601f9$0$10...@businessnews.de.uu.net...

nun, trommelbremsen sind wartungsarm aber ab und an trotzdem aml
nachschauen.
wenig geeignet für bergabfahrten mit gepäck, kriegste schon auf wenig
gefälle bis zur rotglut und einschränkung der bremsleistung.
für alltagsanwendung bei ebene strecken, etc. prima.

steffen


Klaus Woerle

unread,
Sep 7, 2000, 4:59:55 AM9/7/00
to Gerald Eischer
Gerald Eischer wrote:
> Anja + Martin Rogge <Rogge-D...@t-online.de> schrieb:
> > .... und ich dachte immer, südlich von Köln hieße alles Bayern ;-))
> Dachte, Bayern ist nur bis zum Weißwurschtäquator

richtig - wie schon sinngemäß Euer früherer Kanzler meinte:
Bayern ist nicht mehr Österreich und noch nicht Deutschland.

:-)

Klaus


--
http://u-r.de

Mathias Helm

unread,
Sep 7, 2000, 6:15:37 AM9/7/00
to
In <39b61...@news.unibw-muenchen.de> schrieb
borc...@informatik.unibw-muenchen.de (Uwe Borchert):

> [..]


> Ich habe einige Sachs TB gefahren, jetzt waere das SRAM.

Dito, 2 Ausführungen der VT5000 (Vorderrad) und HT5000 (Hinterrad).
Habe mal bei http://www.sram.com vorbeigeschaut (http://www.sram.de
ist sozusagen noch kaum vorhanden). Unter "what's NEW" kann man u.a.
Teile des sgn. deutschen Händlerkatalogs für das Jahr 2000
herunterladen. In der Datei german_spectro.pdf wurde ich fündig:
Zumindest die VT5000 wird noch gebaut, die Hinterradbremse war nur als
Bestandteil von Nabenschaltungen (3x, 5x, 7x) aufgeführt und ist
vermutlich nicht mehr in Naben für Schraubkränze erhältlich. Die
Nabenschaltungen heißen jetzt "SPECTRO", aber es steht zusätzlich der
Schriftzug "SACHS" drauf.

> Die Bremsen
> sind relativ zuverlaessig. Gelegentlich muss man die alten Belaege mit
> feinem Schmirgelpapier (600er Koernung) wieder aufrauen. Die Lager sind
> sehr stabil und die Achsen unkaputbar.

Die Bremsen selber waren bei mir zuverlässig. Selbst wenn man eine
Wartung ganz unterläßt, arbeiten Trommelbremsen mehrfach länger
zuverlässig als Felgenbremsen.

Aber bei mir ist je eine Achse einer HT5000 mit Konuslagerung und
einer HT5000 mit Industrielagerung nach 10000km bzw. 11000km
ausgefallen. Theoretisch hätte die Achse der industriegelagerten
HT5000 deutlich länger halten sollen, aber praktisch war eine
umlaufende Kerbe direkt am ritzelseitigen Lagersitz vorhanden. Der
Dauerbruch dort war genauso klassisch wie der am Gewinde unter dem
ritzelseitigen Lagerkonus.

Nun bin ich im Harz gefahren und wog um 90kg herum. Bei einem
moderaten Fahrprogramm in der Ebene kann eine Hinterrad-Achse auch um
ein mehrfaches haltbarer sein als bei mir.


> Leider neigen die TB bei flotter
> Fahrweise im Huegelland zu Ueberhitzungserscheinungen. Deshalb wuerde

> ich die TB alleine nicht fuer Huegelland oder Berge verwenden. [..]

Außer bei einer Brocken-Überquerung, bei der ich mit einem Bekannten
auf dem Rennrad wenigstens den Plattenweg Richtung Eckertalsperre
bergab mithalten wollte, hatte ich keine Probleme. Nach den erstem
paar hundert Metern Abfahrens mit ca. 30km/h ließ die Bremswirkung
deutlich nach und ich hielt schleunigst an. Nach kurzer Pause bin ich
problemlos mit etwa 15km/h weiter abgefahren.
Bei normalen Straßen im Mittelgebirge bremse ich überwiegend
aerodynamisch (gegebenenfalls aufrichten, nur enge Kurven werden
angebremst).
Bei den steileren der Alpenpässe hätte ich auch Bedenken. Wer es da
wartungsarm mag bzw. Downhill-Rennen fährt, wird Scheibenbremsen
einsetzen. Ansonsten reichen "gute" Felgenbremsen.

Da Dein Vorredner ein Alltagsrad sucht, wird er sich auch bei
Trommelbremsen selten bis nie mit Bremsfading herumschlagen müssen.


> Bei so
> einer Verwendung wuerde ich mindestens eine Felgenbremse zusaetzlich
> installieren. Die Naben mit Ruecktrittbremse leiden unter den gleichen
> Maengeln.

Nur drastisch stärker.

Wir lassen Tandems mal "außen vor". Dann reichen Trommelbremsen von
SRAM außer bei verschärften Passabfahrten thermisch völlig aus. Wer
keine längeren Gefälle dauerbremsend zügig herabfährt, für den ist die
dritte Bremse hinten so notwendig wie ein Kropf.

Inzwischen bevorzuge ich hydraulischer Felgenbremsen (Magura). Da
benötigt man über den Daumen nur die halbe für Trommelbremsen
notwendige Handkraft. Die Dosierbarkeit ist praktisch nicht mehr zu
verbessern und prinzipiell um Klassen besser als bei fahrradüblichen
Trommelbremsen. Die Wartung beschränkt sich, solange keine
Bremsleitung demontiert werden muß, für einige Jahre auf den
kinderleichten Austausch der Bremsklötze. Bei häufigem Fahren im Regen
+ Gebirge kann leider schon nach 10000km ein Felgentausch fällig
werden. Da kann sich der Einbau einer vergleichsweise teueren
hydraulischen Scheibenbremse rechnen, für die aber wie bei
Trommelbremsen die passenden Einbauvoraussetzungen an Hinterbau und
Gabel vorhanden sein müssen.


--
Mathias Helm

Mathias Helm

unread,
Sep 7, 2000, 6:15:42 AM9/7/00
to
In <39B61228...@woerle.net> schrieb Klaus Woerle
<kl...@woerle.net>:


> Meine Erfahrung mit Sachs Trommelbremsen: Wartung und Verschleiß ist
> praktisch kein Thema.

Im Flachland bei moderatem Fahrstil für mindestens 30000km nicht,
sofern sie richtig montiert sind und die Bremszüge nicht
vernachlässigt werden.

> Problematisch werden Trommelbremsen erst, wenn
> man mehrfach die Speichen nachgespannt hat, das Laufrad neu zentriert
> hat oder sogar neu eingespeicht hat. Dann nämlich ist die Bremstrommel
> kaum mehr richtig "rund" zu bekommen, d.h. durch leicht unterschiedlichen
> Speichenzug "eiert" die Bremstrommel minimal, was zur Folge hat, dass das
> Zentrieren der Bremsbacken in der Bremstrommel schwieriger wird und
> die Bremsen quitschen.

Auch Laufräder mit Trommelbremsen lassen sich im Neuzustand so
gleichmäßig und fest zentrieren, daß man praktisch für die Lebensdauer
des Laufrades mit den Speichen Ruhe hat. Die Lebensdauer beim
Speichenrad ist eigentlich nur durch katastrophale Ereignisse wie
"Stock zwischen den Speichen" oder "tiefes Schlagloch bei hoher
Geschwindigkeit" begrenzt. Speziell bei meinem selbst vierfach
gekreuzt eingespeichten 26" - Laufradsatz mit stabilen MTB -
Hohlkammerfelgen war Nachspannen überflüssig.

Leider sind die meisten massengefertigten Laufräder ab Händler viel zu
locker gespannt, das heißt, sie vertragen eine teils mehr als doppelt
so hohe Speichenspannung. Sh. auch /1/. Vor allen Dingen an
Hinterrädern führt diese Unsitte häufig zu guter Beschäftigung des
freundlichen Fahrradhändlers von nebenan. Der dann eventuell noch
behauptet, daß die Beanspruchung der Speichen durch Trommelbremsen so
hoch sei, daß sie wesentlich häufiger brechen als an felgengebremsten
Laufräder. -:(

Die Trommelbremsen von SACHS/SRAM quietschen m.E. übrigens
überdurchschnittlich nicht nur wegen Verformung der Bremstrommel unter
der Speichenspannung, sondern schon aufgrund der auch ansonsten
labilen Konstruktion und der selbstverstärkenden Bremswirkung an der
"auflaufenden" Bremsbacke. SACHS hatte nach Einführung der
Fahrrad-Trommelbremse Schwierigkeiten mit bei Vollbremsungen
brechenden Gabeln, d.h. dort hatten sich die Bremsen regelrecht
festgeschweißt. Daraufhin wurde das Material der Bremsbeläge
"entschärft" (war wohl von irgendeiner Mofa- oder Mopedbremse
übernommen worden) und eine verstärkten Gabel als Einbauvoraussetzung
gefordert.


> Auch der lange Bremszug zur hinteren Bremse kann
> im Laufe der Jahre Probleme bereiten (elastische Dehnung!).

Die Bremszug-Probleme beruhen m.E. auf Verschleiß, Verschmutzung,
schlechter Verlegung sowie mangelnder Schmierung.

Wo siehst Du bei Bremszügen Probleme, die auf *elastischer* Dehnung
beruhen, die sich *im Laufe der Jahre* ergibt? O.k., es gibt labbrige
Bremszuggegenhalter aus Blech und für den Trommelbremsbetrieb zu dünne
Züge. Dann kann man aber schon im Neuzustand die Bremsgriffe bis an
den Lenker durchziehen und sollte dem Händler ein solches Rad nicht
abnehmen.


> Bei der
> hinteren Bremse wäre es vorteilhaft, wenn die Drehmomentstütze nicht an
> einem Anlötteil am Ausfallende befestigt wird, sondern mit einer
> Schelle, denn dadurch wird vermieden, dass nach Anschrauben der
> Drehmomentstütze Kraft auf diese ausgeübt wird, was leicht zum
> Verkanten der Bremsbacken im Bremszylinder führt.

(Bremstrommel heißt dem Dingens, Bremszylinder zur Betätigung der
Bremsbacken gibt es erst mit Hydraulik. :)

Wichtig: Die Gabel muß für Trommelbremsen und Scheibenbremsen
gegenüber dem Betrieb mit Felgenbremse verstärkt sein. Ein passendes
Anlötteil ist zumindest ein Indiz dafür. Bei meinem Hercules MTB
Street war auf die Drehmomentstütze ein Stück Schrumpfschlauch
aufgeschrumpft. Die Drehmomentstütze hatte in dem Anlötteil der
Vordergabel vor dem Festschrauben des Vorderrades seitlich mindestens
3mm Spiel, sodaß im Ruhezustand keine seitlichen Kräfte auf die
Drehmomentstütze auftraten.

Zur Montage hast Du hier bereits mit <3928FC73...@woerle.net>
vom 22.5.2000 die entscheidenden und guten Tips gegeben.

Nach den ersten ca. 9000km habe ich mir Anfang der 90er völlig
überflüssigerweise einen neuen Bremsträger für die Vorderradbremse
besorgt, bevor ich den Trick erfuhr, die Bremsen bei der Montage unter
Spannung zu setzen.


> Insgesamt bin ich mit den Trommelbremsen (zwei am Alltagsrad, eine
> am Tandem) schon zufrieden, würde aber beim nächsten Rad wegen des
> Gewichts ein anderes System nehmen.

Das Gewicht ist zwar auch ein Kriterium, aber an meinem Alltagsrad ein
nachrangiges.
Mehr störte mehr die schlechte Dosierbarkeit und die hohen notwendigen
Handkräfte.

Die schlechte Dosierbarkeit müßte in dieser Ausprägung bei einer
Trommelbremse nicht sein. Zur Vermeidung hätte SACHS unter anderem
spielfreiere und steifere Lagerungen für den Bremsexzenter und die
Bremsbacken, einen steiferen Bremsträger sowie präzisere Passungen
zwischen Bremsträger und Achse spendieren müssen.
Als Nebeneffekt hätte man die Trommelbremsen idiotensicher montierbar
bekommen können, die notwendigen Handkräfte hätten ein wenig sinken
können, Gewicht und Preis wären leider gestiegen. Als Sahnehäubchen
hätte Sachs noch den Korrosionsschutz ein wenig verbessern können.
Leider sah SACHS am Massenmarkt nur wenig Platz für aufwendig
gefertigte Teile für Alltagsrädern. Bei den hochwertigen Gruppen für
MTB und Rennräder haben sie sich deutlich mehr Mühe gegeben. Siehe
z.B. SACHS New Success mit Scheibenbremsen.

/1/ Siehe die "Bibel" zum Laufradbau, "Das Fahrrad Rad" von Jobst
Brandt.

--
Mathias "ohne" Helm

Sebastian Fischer

unread,
Sep 7, 2000, 6:41:38 AM9/7/00
to
Werner Icking wrote:

> Du meinst, der Bayer ist der Übergang vom Österreicher zum Menschen?
>
> Wobei in der Kölner Bucht Menschen leben. Etwas weiter nördlich -
> da ist der Kölner ganz sicher - leben Neandertaler.

Meinst du welche die braunes Bier trinken?
Dafür ham die vernünftige Gläser .....
Sebastian

Uwe Borchert

unread,
Sep 7, 2000, 9:06:01 AM9/7/00
to
Hallo Mathias,

>Aber bei mir ist je eine Achse einer HT5000 mit Konuslagerung und
>einer HT5000 mit Industrielagerung nach 10000km bzw. 11000km
>ausgefallen. Theoretisch hätte die Achse der industriegelagerten
>HT5000 deutlich länger halten sollen, aber praktisch war eine
>umlaufende Kerbe direkt am ritzelseitigen Lagersitz vorhanden. Der
>Dauerbruch dort war genauso klassisch wie der am Gewinde unter dem
>ritzelseitigen Lagerkonus.
>
>Nun bin ich im Harz gefahren und wog um 90kg herum. Bei einem
>moderaten Fahrprogramm in der Ebene kann eine Hinterrad-Achse auch um
>ein mehrfaches haltbarer sein als bei mir.
>

Stadtverkehr mit Bordsteinen und Schlagloechern geht auch auf die
Achse.

..[...]...


>
>Außer bei einer Brocken-Überquerung, bei der ich mit einem Bekannten
>auf dem Rennrad wenigstens den Plattenweg Richtung Eckertalsperre
>bergab mithalten wollte, hatte ich keine Probleme. Nach den erstem
>paar hundert Metern Abfahrens mit ca. 30km/h ließ die Bremswirkung
>deutlich nach und ich hielt schleunigst an. Nach kurzer Pause bin ich
>problemlos mit etwa 15km/h weiter abgefahren.

Wie? Ich lasse meinen Bock immer schoen rollen. So 60 bis 70 km/h
sind eigentlich noch ganz ueblich.

>Bei normalen Straßen im Mittelgebirge bremse ich überwiegend
>aerodynamisch (gegebenenfalls aufrichten, nur enge Kurven werden
>angebremst).

Klar, das mache ich auch.

>Bei den steileren der Alpenpässe hätte ich auch Bedenken. Wer es da
>wartungsarm mag bzw. Downhill-Rennen fährt, wird Scheibenbremsen
>einsetzen. Ansonsten reichen "gute" Felgenbremsen.
>
>Da Dein Vorredner ein Alltagsrad sucht, wird er sich auch bei
>Trommelbremsen selten bis nie mit Bremsfading herumschlagen müssen.
>

In Staedten wie z.B. Stuttgart oder Esslingen a.N. wuerde ich das aber
nicht ausschliessen.


>
>> Bei so
>> einer Verwendung wuerde ich mindestens eine Felgenbremse zusaetzlich
>> installieren. Die Naben mit Ruecktrittbremse leiden unter den gleichen
>> Maengeln.
>
>Nur drastisch stärker.
>
>Wir lassen Tandems mal "außen vor". Dann reichen Trommelbremsen von
>SRAM außer bei verschärften Passabfahrten thermisch völlig aus. Wer
>keine längeren Gefälle dauerbremsend zügig herabfährt, für den ist die
>dritte Bremse hinten so notwendig wie ein Kropf.
>

Hinten? Nix hinten, VORNE! Eine VT5000 und eine einfache Seitenzug-
bremse langen fuer einen tollen Vorderradblockierer incl Ueberschlag.

>Inzwischen bevorzuge ich hydraulischer Felgenbremsen (Magura). Da
>benötigt man über den Daumen nur die halbe für Trommelbremsen
>notwendige Handkraft.

Wie sehen da die Preise aus?

..[...]...


>kinderleichten Austausch der Bremsklötze. Bei häufigem Fahren im Regen
>+ Gebirge kann leider schon nach 10000km ein Felgentausch fällig
>werden.

Laenger haelt eine Stadtradfelge idR nicht. Meine jetzige hat rund
15000 km drauf und ist schon gut vermackt, muss also bald runter.
Und das Rad lief auch viel Langstrecke, nicht nur Stadtverkehr. Da
die Speichen aber auch schon so alt sind ist das kein grosses Drama,
das HR ist halt abgenudelt. Das HR besteht aus einem Maillard Diabollo
Lager mit einer Alesa 913-Felge und DE-Swiss Spokes (ich wiege ueber
100kg). Da der Rahmen eine Hinterbauweite von 125mm aufweist kann ich
nur schwer auf Kasettennaben umsteigen.

MfG

Uwe Borchert

Uwe Borchert

unread,
Sep 7, 2000, 9:21:47 AM9/7/00
to
Hallo Mathias,

..[...]...

>des Laufrades mit den Speichen Ruhe hat. Die Lebensdauer beim
>Speichenrad ist eigentlich nur durch katastrophale Ereignisse wie
>"Stock zwischen den Speichen" oder "tiefes Schlagloch bei hoher
>Geschwindigkeit" begrenzt.

Nee, bei meinem Gewicht und bei meiner Benutzung (Stadtverkehr,
Huegelland) sind alle HR nach spaetestens 15 Tkm so abgenudelt,
das die Speichen regelmaessig brechen. Trotz regelmaessigem
Nachspannen und Kontrolle.

..[...]...


>
>Leider sind die meisten massengefertigten Laufräder ab Händler viel zu
>locker gespannt, das heißt, sie vertragen eine teils mehr als doppelt
>so hohe Speichenspannung. Sh. auch /1/. Vor allen Dingen an
>Hinterrädern führt diese Unsitte häufig zu guter Beschäftigung des
>freundlichen Fahrradhändlers von nebenan. Der dann eventuell noch
>behauptet, daß die Beanspruchung der Speichen durch Trommelbremsen so
>hoch sei, daß sie wesentlich häufiger brechen als an felgengebremsten
>Laufräder. -:(
>

Ich speiche idR meine Raeder selber ein und gehe auch recht hohe
Spannungen rauf. Aber nach einer gewissen Zeit fangen die Speichen
in den HR an zu reissen. Das sind bei guten Felgen, 125mm Nabe, 36
Loch, 28 Zoll und DE-Swiss-Spokes rund 8000 km Stadtverkehr und
Huegelland. Danach reissen die Speichen immer haeufiger, die MDBF
geht dann bei 12 bis 15 Tkm unter 1000 km (MDBF -> Mean Distace
Between Failure). Nur die Nabenschaltungen haben dieses Problem
nicht, da diese wesentlich symetrische Ausgelegt sind. Bei den
breiten Naben ist das Problem auch etwas entschaerft, aber wohl
immer noch da.

MfG

Uwe Borchert

Uwe Borchert

unread,
Sep 7, 2000, 2:07:04 PM9/7/00
to
Hallo Lars,

>
>Wenn Du regelmäßig nachspannen mußt, speichst Du zu weich ein. Mein
>jetziges HR hat über 20Mm runter, und ich hatte lediglich 2
>Speichenrisse nach wenigen hundert km. Da sind die Speichen (DT
>Comp) aber am Gewindeansatz gerissen. Ausgetauscht, seitdem ist
>Ruhe. Nachzentrieren war bisher nicht notwendig.
>
Ich muss nicht nachspannen, sondern meistens nachzentrieren. Inner-
halb der ersten 100 km nach dem Einspeichen erhoehe ich die Spannung
beim Nachzentrieren immer wieder, aber dannach ist meistens fuer
lange Zeit Ruhe, bis auf eine Kontrolle bei einigen hundert km.
Erst wenn nach 8000 km die ersten Speichen ersetzt werden muessen,
muss man da u.U. etwas nachziehen.

>Ach ja, ich habe je nach Streckenwahl zwischen 100 und 250
>Höhenmeter auf dem Weg zur Arbeit und zurück, mein Gewicht hat sich
>in den letzten 2 Jahren von 120 auf 105kg reduziert.


>
>
>> >Leider sind die meisten massengefertigten Laufräder ab Händler viel zu
>> >locker gespannt, das heißt, sie vertragen eine teils mehr als doppelt
>> >so hohe Speichenspannung. Sh. auch /1/. Vor allen Dingen an
>

>Jupp.


>
>> Ich speiche idR meine Raeder selber ein und gehe auch recht hohe
>> Spannungen rauf. Aber nach einer gewissen Zeit fangen die Speichen
>> in den HR an zu reissen.
>

>Also offensichtlich nicht hart genug. Sagt Dir Spannungsabbau was?
>
Ja, aber der tritt am Anfang auf, nach 100 bis 200 km sollte der bei
ausreichender Spannung gegessen sein? Und bis zu den 200 km spanne ich
meistens noch nach. Ich habe bisher echt den folgenden Effekt gehabt:

^
| x
| x
| x x
Spannungs- | x x
nachlass | x x
| x s
+----------+--x--x--x--x+-x--x--x----+--->
0 100 1000 10000

Laufleistung

(x) ist die Laengenaenderung pro Fahrstrecke (also die differentielle
Laengenaenderung) und (s) ist der Punkt an dem die ersten Speichen
krepieren. Meistens faellt der mit einer neuen Phase zusammen: die
differentielle Laengenaenderung nahm einige Zeit vorher wieder dras-
tisch zu. Zwischen unter 500 und ueber 5000 km sind keinerlei Probleme
aufgetaucht. Hier sind die Fruehausfaelle durch Materialfehler in den
ersten km natuerlich nicht eingetragen. Aber im Endeffekt sind die
Felgen nach 10Tkm so verdallt das es eigentlich egal ist. Aber das
gehoert in eine andere Rubrik: Radwege und andere Arten des Abenteuer-
urlaubs in D. :-(

Laut einiger Aussagen von Radsportverkaeufern sind 10 000 km durchaus
als viel fuer ein HR zu betrachten...

MfG

Uwe Borchert

Lars Birlenbach

unread,
Sep 8, 2000, 5:37:10 AM9/8/00
to
Uwe Borchert schrieb:

> Ich muss nicht nachspannen, sondern meistens nachzentrieren. Inner-
> halb der ersten 100 km nach dem Einspeichen erhoehe ich die Spannung
> beim Nachzentrieren immer wieder, aber dannach ist meistens fuer
> lange Zeit Ruhe, bis auf eine Kontrolle bei einigen hundert km.

Warum baust Du das Rad denn nicht gleich so, daß kein nachzentrieren
notwendig ist? Das hört sich so an, als würden Deine Laufräder bei
normaler Nutzung schon unrund würden.


> >Also offensichtlich nicht hart genug. Sagt Dir Spannungsabbau was?
> >
> Ja, aber der tritt am Anfang auf, nach 100 bis 200 km sollte der bei
> ausreichender Spannung gegessen sein?

Der sollte beendet sein, bevor das Laufrad seinen ersten Meter
rollt.

Ich mag jetzt nicht die ganze Theorie und Bauanleitung aus Jobsts
_The Bicycle Wheel_ wiedergeben, nur so viel:

Wenn Du das Rad eingespeicht, zentriert und auf eine mäßige
Spannung gebracht hast, wird, während die Spannung weiter erhöht
wird, immer wieder ein Spannungsabbau durchgeführt. Dazu nimmst Du
die 4 Speichen, die weitgehend parallel laufen, faßt sie in der
Mitte und drückst sie in der Laufradebene bis zur Schmerz- oder
Kraftgrenze zusammen. Danach wieder zentrieren, Spannung erhöhen,
Spannungsabbau.

Wenn Du es genau wissen willst, besorg Dir das Buch, die deutsche
Ausgabe gibts IIRC bei Grofa, das ist ein Fahrradteile-Großhändler.
Gabs auch eine Anleitung im Netz? Bin grad zu faul zum suchen.

> tisch zu. Zwischen unter 500 und ueber 5000 km sind keinerlei Probleme
> aufgetaucht. Hier sind die Fruehausfaelle durch Materialfehler in den
> ersten km natuerlich nicht eingetragen.

Hört sich ziemlich deutlich nach falsch (=zu weich) gebaut an.


> Aber im Endeffekt sind die
> Felgen nach 10Tkm so verdallt das es eigentlich egal ist. Aber das
> gehoert in eine andere Rubrik: Radwege und andere Arten des Abenteuer-
> urlaubs in D. :-(

Auch seltsam. Die Alesa Sputnik vorne hat jetzt etwa 20Mm runter und
zeigt nicht allzuviel Verschleiß. Und ich bremse fast ausschließlich
vorne.


> Laut einiger Aussagen von Radsportverkaeufern sind 10 000 km durchaus
> als viel fuer ein HR zu betrachten...

Laut Aussage von einem Fachbuchautor ist ein Satz Speichen für
200Mm gut.

Lars

Steffen H.

unread,
Sep 7, 2000, 5:30:01 AM9/7/00
to

"Anja + Martin Rogge" <Rogge-D...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39B634F3...@t-online.de...

>
> Hallo Uwe !
>
> Uwe Borchert schrieb:
> [gekürzt]
> > Leider neigen die TB bei flotter
> > Fahrweise im Huegelland zu Ueberhitzungserscheinungen.
> > Die Naben mit > Ruecktrittbremse leiden unter den gleichen
> > Maengeln.
>
> naive Frage: wodurch äußert sich das bei Rücktritt-
> Naben? Meine müßten dann schon oft zu heiß geworden sein.

blau anlaufen, fett auskochen, kann bis zur dunkelrotglut gehen

steffen


Uwe Borchert

unread,
Sep 8, 2000, 8:36:28 AM9/8/00
to
Hai Lars,

..[...]...


>
>Warum baust Du das Rad denn nicht gleich so, daß kein nachzentrieren
>notwendig ist? Das hört sich so an, als würden Deine Laufräder bei
>normaler Nutzung schon unrund würden.
>

Klar, hier ein Bordstein, da ein Schlagloch, dort ein Felgenklemmer
AKA Fahrradstaender (das heisst in CH Velovigra?).

>
>> >Also offensichtlich nicht hart genug. Sagt Dir Spannungsabbau was?
>> >
>> Ja, aber der tritt am Anfang auf, nach 100 bis 200 km sollte der bei
>> ausreichender Spannung gegessen sein?
>
>Der sollte beendet sein, bevor das Laufrad seinen ersten Meter
>rollt.
>

Jaja, ich kenne diese Theorie, aber ich habe da keine grossen Vorteile
gegenueber meiner Methode gemerkt. Noch was: ich spanne am Anfang
bereits recht kraefig, aber das genau Einstellen probiere ich lieber
aus. Zu harte gespannte Speichen koenne auch brechen. Und das Zerren
an den Speichen wird auch fleissig nach Deiner beschriebenen Methode
praktisziert, aber nicht ganz bis zur Schmerzgrenze.

..[...]...

>wird, immer wieder ein Spannungsabbau durchgeführt. Dazu nimmst Du
>die 4 Speichen, die weitgehend parallel laufen, faßt sie in der
>Mitte und drückst sie in der Laufradebene bis zur Schmerz- oder
>Kraftgrenze zusammen. Danach wieder zentrieren, Spannung erhöhen,
>Spannungsabbau.
>

Zu schmerzhaft. Lieber voller Antritt und HighSpeed ueber einige
KM Kopfsteinpflaster heizen, mit knallharten Reifen natuerlich.
Du wuerdest Dich wundern wie schoen ein nach Deiner Methode
behandeltes Rad noch klingen kann.

>Wenn Du es genau wissen willst, besorg Dir das Buch, die deutsche
>Ausgabe gibts IIRC bei Grofa, das ist ein Fahrradteile-Großhändler.
>Gabs auch eine Anleitung im Netz? Bin grad zu faul zum suchen.
>

Jaja, gibt es. Und da gibt es verschiedene Ansaetze. Ich tendiere
nun mal zur anderen Fraktion. Ein Teil des Spannungsabbaus kann auch
durch Kopfsteinpflaster und Co erfolgen.

>> tisch zu. Zwischen unter 500 und ueber 5000 km sind keinerlei Probleme
>> aufgetaucht. Hier sind die Fruehausfaelle durch Materialfehler in den
>> ersten km natuerlich nicht eingetragen.
>
>Hört sich ziemlich deutlich nach falsch (=zu weich) gebaut an.
>

Nein, das ist eine normale Verschleisskurve. Die Fruehausfaelle waren
zB absolut herstellerspeziefisch. Da hat es permanent die Unionspeichen
erwischt, die DT-Swiss waren davon nie betroffen.


>
>> Aber im Endeffekt sind die
>> Felgen nach 10Tkm so verdallt das es eigentlich egal ist. Aber das
>> gehoert in eine andere Rubrik: Radwege und andere Arten des Abenteuer-
>> urlaubs in D. :-(
>
>Auch seltsam. Die Alesa Sputnik vorne hat jetzt etwa 20Mm runter und
>zeigt nicht allzuviel Verschleiß. Und ich bremse fast ausschließlich
>vorne.
>

Nix Riefen, Dellen in der Felge durch unsanften Kontakt mit der Welt
zu Deinen Fuessen. Das trifft aber idR die HR, meinen Vorderaedern
ist da nie viel passiert. Ich kann mich an kein echt beschaedigtes
VR errinnern.


>
>> Laut einiger Aussagen von Radsportverkaeufern sind 10 000 km durchaus
>> als viel fuer ein HR zu betrachten...
>
>Laut Aussage von einem Fachbuchautor ist ein Satz Speichen für
>200Mm gut.
>

Bei einer Dreigangnabe (SRAM Spektro S3 oder Sachs H3111) kann ich
mir einige 10 Tkm bis 100 Tkm gut vorstellen. Gleiches gilt natuerlich
auch fuer die VR. Bei einer Kettenschaltung mit 125mm Einbaumass ist
die Belastung viel zu unsymmetrisch. Die angegebenen 10Tkm erscheinen
mir ganz plausibel. Ein modernes Reiserad mit breiten Arsch koennte
IMHO einiges mehr schaffen, Federungen entlassten die Speichen auch.

MfG

Uwe Borchert

Helmut Springer

unread,
Sep 8, 2000, 7:44:04 AM9/8/00
to
Uwe Borchert <borc...@informatik.unibw-muenchen.de> wrote:
> aus. Zu harte gespannte Speichen koenne auch brechen. Und das Zerren
wodurch?

--
MfG/best regards, helmut springer
de...@FaVeVe.Uni-Stuttgart.DE

"Freedom's just another word for nothing left to lose"

Klaus Woerle

unread,
Sep 8, 2000, 8:56:05 AM9/8/00
to Gerald Eischer
Gerald Eischer wrote:
> Nördlich des Weißwurschtäquators leben Saupreißn und Fischköppe.
>
> Liest hier ein/e kompetente/r Bayer/in mit, der/die mich
> gegebenfalls berichtigen kann?

Was gibt's da zu berichtigen? ;-)

> begin Geschichte.DOC
> Zum Glück wurde der Anschluss Deutschlands an Österreich 1945
> wieder rückgängig gemacht und Deutschland wieder selbstständig ;-)
> end

Wobei in BY (zumindest in Altbayern) bei der Wiedervereinigung
manche durchaus ernsthaft darüber sinniert haben, ob Bayern sich
nicht besser bei Österreich aufgehoben fühlt als in D-Land, weil
man sich sprachlich und von der Mentalität her doch näher ist
als dem Rest D-Lands.

Klaus


--
http://u-r.de

Don't hate yourself in the morning, sleep until noon.

Uwe Borchert

unread,
Sep 8, 2000, 11:09:50 AM9/8/00
to
Hallo Helmut,

In <14t39b8d0f...@tp.faveve.uni-stuttgart.de>, de...@faveve.uni-stuttgart.de (Helmut Springer) writes:
>Uwe Borchert <borc...@informatik.unibw-muenchen.de> wrote:
>> aus. Zu harte gespannte Speichen koenne auch brechen. Und das Zerren
>wodurch?

Ueberzogen! Die Festigkeitsgrenze wird einfach ueberschritten. Dazu
langen einfache Bodenwellen oder Schlagloechle bei 40 aus. Ein anderes
nicht zu vernachlaessigendes Problem sind dann noch die ausreissenden
Felgen. Alles was nicht doppeltgeoest ist, ist davon stark gefaehrdet.
Edelstahlfelgen haben sich da besonders hervorgetan, einige einfache
Alufelgen waren da kaum besser. Daher wuerde ich eine SRAM VT 5000 nur
mit guten, doppeltgeoesten Hohlkammerfelgen verbauen. Eine einfache
Weinman 622x20 ist mir bereits auf einer VT5000 weggebrochen. In wie
weit die Felge schuld war weiss ich nicht, aber ich habe dann eine
doppeltgeoeste Alesa 917 Felge aufgezogen (jetzt nicht mehr erhaelt-
lich, aehnlich zur Alesa 9017, diese muesste im neuen Rigida-Programm
der Endeavour R entsprechen).

MfG

Uwe Borchert

Kurt Fischer

unread,
Sep 8, 2000, 2:00:15 PM9/8/00
to
Klaus Woerle <kl...@woerle.net> wrote:

> Gerald Eischer wrote:
> > Nördlich des Weißwurschtäquators leben Saupreißn und Fischköppe.
> >
> > Liest hier ein/e kompetente/r Bayer/in mit, der/die mich
> > gegebenfalls berichtigen kann?
>
> Was gibt's da zu berichtigen? ;-)

Nichts, nur hinzuzufügen, daß nicht die Preißn das Problem
sind, sondern die Zuagroastn(Zugereiste), die unsere
original bayrische Kultur verwässern. Ich frage mich, wann
mir unser Bäcker Schrippen statt Semmeln andrehen wird. ;-)


> Wobei in BY (zumindest in Altbayern) bei der Wiedervereinigung
> manche durchaus ernsthaft darüber sinniert haben, ob Bayern sich
> nicht besser bei Österreich aufgehoben fühlt als in D-Land, weil
> man sich sprachlich und von der Mentalität her doch näher ist
> als dem Rest D-Lands.

Stimmt, hier träumen einige von der sogenannten
Alpenrepublik, da könnten wir die Südtiroler auch noch
gleich eingemeinden. Die Finanzierung dürfte kein Problem
sein, alleine schon durch Zölle, Mauten und
Durchfahrtsabgaben.
Als Staatsform käme wohl eine (repräsentative) Monarchie mit
einem König à la Ludwig an der Spitze in Frage.

Und vergesst eines nicht, Leute, gäbe es keine Berge, wäre
die Gangschaltung wahrscheinlich heute noch nicht erfunden
worden!

Servus,
Kurt "Entschuldigt meinen krampfhaften Versuch, die Sache
on topic zu bekommen"

Volker Speer

unread,
Sep 8, 2000, 3:33:13 PM9/8/00
to
Kurt Fischer schrieb:

>
> Klaus Woerle <kl...@woerle.net> wrote:
>
> > Gerald Eischer wrote:
> > > Nördlich des Weißwurschtäquators leben Saupreißn und Fischköppe.
> > >
> > > Liest hier ein/e kompetente/r Bayer/in mit, der/die mich
> > > gegebenfalls berichtigen kann?
> >
> > Was gibt's da zu berichtigen? ;-)
>
> Nichts, nur hinzuzufügen, daß nicht die Preißn das Problem
> sind, sondern die Zuagroastn(Zugereiste), die unsere
> original bayrische Kultur verwässern. Ich frage mich, wann
> mir unser Bäcker Schrippen statt Semmeln andrehen wird. ;-)

Also lange genug habe ich mir diese Spalterteatigkeit ja angesehen (bzw.
gelesen).
Aber, wenn du jetzt schon zu sachlich unpassender Argumentation greifen
muszt:
Eine "Schrippe" wird nie(*) als "Semmel" verkauft werden und eine
"Semmel" nie(*) als "Schrippe".

> Als Staatsform käme wohl eine (repräsentative) Monarchie mit
> einem König à la Ludwig an der Spitze in Frage.

Kann man sich dafuer auch als Auswaertiger melden?
Erste Anordnung: Alle Untertanen mit ungewoehnlichen muskelgetriebenen
Fahrzeugen haben eine Probefahrt zu ermoeglichen (anschlieszende
Enteignung nicht ausgechlossen)!

Vol"Bringt-jetz-schon-dem-dritten-Baecker-bei,-was-eine-Schrippe-ist"ker

* - verantwortungsbewuszte Backwarenerzeuger vorausgesetzt

--
"Radfahrer, besetzt die Fahrspurmitte!"

Kurt Fischer

unread,
Sep 8, 2000, 4:44:24 PM9/8/00
to
Volker Speer <volker...@gmx.de> wrote:

> Kurt Fischer schrieb:



> Eine "Schrippe" wird nie(*) als "Semmel" verkauft werden und eine
> "Semmel" nie(*) als "Schrippe".

Kurze Erklärung des Unterschieds möglich? Oder f'up to
de.rec.mampf?


> > Als Staatsform käme wohl eine (repräsentative) Monarchie mit
> > einem König à la Ludwig an der Spitze in Frage.
>
> Kann man sich dafuer auch als Auswaertiger melden?

Natürlich. Aber eins sage ich dir gleich: Mia nemman ned an
jedn. (Wir nehmen nicht jeden) ;-)


> Erste Anordnung: Alle Untertanen mit ungewoehnlichen muskelgetriebenen
> Fahrzeugen haben eine Probefahrt zu ermoeglichen (anschlieszende
> Enteignung nicht ausgechlossen)!

Also das mit der Enteignung schmeckt mir gar nicht, trotzdem
wärst du irgendwie ein König nach meinem Herzen. Wird der
Enteignete dann wenigstens zum k&k Hoflieferant ernannt?

Aber ich müßte da ja sowieso keine Angst haben, was kann ein
König schon anderes fahren wollen als ein Kingcycle
(Liegerad aus England)? Leider wird es nicht mehr
hergestellt, wohl wegen mangelnder Nachfrage durch radelnde
Monarchen.

servus,
Kurt "Ob unser Ludwig wohl auch so trübsinnig gewesen
wäre, wenn es zu seiner Zeit schon ein Kingcycle gegeben
hätte?"

Mathias Helm

unread,
Sep 8, 2000, 6:29:45 PM9/8/00
to
In <39b78...@news.unibw-muenchen.de> schrieb
borc...@informatik.unibw-muenchen.de (Uwe Borchert):

>> [...]

>> Die Lebensdauer beim
>> Speichenrad ist eigentlich nur durch katastrophale Ereignisse wie
>> "Stock zwischen den Speichen" oder "tiefes Schlagloch bei hoher
>> Geschwindigkeit" begrenzt.
>
> Nee, bei meinem Gewicht und bei meiner Benutzung (Stadtverkehr,
> Huegelland) sind alle HR nach spaetestens 15 Tkm so abgenudelt,
> das die Speichen regelmaessig brechen. Trotz regelmaessigem

> Nachspannen und Kontrolle. [..]

Bist Du nach "Das Fahrrad Rad" vorgegangen? Gerade bei asymmetrischer
Einspeichung am Hinterrad muß man mit der Spannung ans mögliche
Maximum gehen, welches für jede neue Kombination Nabe-Speichen-Felge
individuell bestimmt werden muß. Hinterher mußt Du den korrekten
Spannungsabbau ("Stress Relieving") vornehmen usw..
Wenn Du ein Laufrad nach allen Regeln der Kunst einspeichst, bekommst
Du ein Hinterrad, bei dem sich im Betrieb nichts mehr merklich
"setzt".

Wenn Du dann Bürgersteigkanten etc. einigermaßen kontrolliert
befährst, gibt es bei einem stabilen Hinterrad (bei mir 26" 36 Loch,
Speichen 2mm-1,8mm-2mm, 4x gekreuzt, 7x Zahnkranz) eher Ärger mit der
Achse der Sachs-TB als mit den Speichen.

Natürlich gibt es nichts, was von einem temperamentvollen Riesenbaby
nicht geschlachtet werden kann. :)

Der Autor von "Das Fahrrad Rad" ist übrigens selbst nicht gerade
zierlich geraten und fuhr (ich weiß nicht, ob auch in 2000) lange
Jahre, wenn immer möglich, im Sommer mit dem Rennrad lange Strecken in
den europäischen Alpen herum und hat auch lesenswerte Reiseberichte
darüber ins Netz gestellt.
In de.rec.fahrrad ist er auch alle paar Jahre kurz aufgeschlagen, aber
einigermaßen regelmäßig ist er in rec.bicycles.tech zu lesen. Seine
Brötchen hat er u.a. auch mal als Ingenieur bei Porsche verdient.

--
Mathias Helm

Mathias Helm

unread,
Sep 9, 2000, 2:29:54 AM9/9/00
to
In <39b8f...@news.unibw-muenchen.de> schrieb
borc...@informatik.unibw-muenchen.de (Uwe Borchert):

>>> [..Uwe Borchert ..]

>>> Zu harte gespannte Speichen koenne auch brechen. Und das Zerren
>> wodurch?
>
> Ueberzogen! Die Festigkeitsgrenze wird einfach ueberschritten. Dazu
> langen einfache Bodenwellen oder Schlagloechle bei 40 aus.

Typisch für ein nicht ausreichend vorgespanntes Laufrad. Wenn man den
Messungen von Jobst Brandt trauen darf, erreichst Du die Streckgrenze
der Speichen *im Betrieb* nicht annähernd. Du vermeidest aber peinlich
den Fall, daß die Speiche von einer Zugkonstruktion in eine
Druckkonstruktion mutiert.


> Ein anderes
> nicht zu vernachlaessigendes Problem sind dann noch die ausreissenden
> Felgen. Alles was nicht doppeltgeoest ist, ist davon stark gefaehrdet.
> Edelstahlfelgen haben sich da besonders hervorgetan, einige einfache
> Alufelgen waren da kaum besser. Daher wuerde ich eine SRAM VT 5000 nur

> mit guten, doppeltgeoesten Hohlkammerfelgen verbauen. [..]

Korrekt. Letzteres ist unabdingbare Voraussetzung für das Verfahren.
Für "labberige" Kastenfelgen ist es ungeeignet. Die sind IMHO nur dazu
geeignet, zu üben, wie man rechtzeitig das Felgenchippen erkennt.

Jobst Brandt ist auch absolut unglücklich über die inzwischen
eingerissene Unsitte, Alufelgen hart zu eloxieren. Sowas ist für
dauerfeste Alukonstruktionen eigentlich peinlich zu vermeiden, aber
verkauft sich dem Publikum zur Zeit dank schicker Farben erheblich
besser als irgendwelche Ösen, die die Speichen dauerhaft in der Felge
halten.

Manche Leute vergessen auch die korrekte Schmierung beim Einspeichen.
Genau wie bei Speichen mit zu stark verjüngtem Mittelteil knacken die
Speichen beim Spannen dann gerne weg, aber nicht wegen zu hohem Zug,
sondern wegen der zusätzlichen Torsion.

--
Mathias Helm

Uwe Borchert

unread,
Sep 9, 2000, 7:38:09 AM9/9/00
to
Hallo Mathias,

..[...]...

Also "Das Fahrrad Rad" kenn ich nicht, aber:

> Gerade bei asymmetrischer Einspeichung am Hinterrad muß man mit
> der Spannung ans mögliche Maximum gehen, welches für jede neue
> Kombination Nabe-Speichen-Felge individuell bestimmt werden muß.

Ja, das ist mir klar. Deshalb muss ich die ersten km oefters noch
die Spannung erhoehen.

..[...]...

>Wenn Du ein Laufrad nach allen Regeln der Kunst einspeichst, bekommst
>Du ein Hinterrad, bei dem sich im Betrieb nichts mehr merklich
>"setzt".
>

Nur solange die Speichen noch halbwegs intakt sind. Irgendwann mal
nach einigen Tkm gehen die Speichen hopps.

>Wenn Du dann Bürgersteigkanten etc. einigermaßen kontrolliert
>befährst, gibt es bei einem stabilen Hinterrad (bei mir 26" 36 Loch,
>Speichen 2mm-1,8mm-2mm, 4x gekreuzt, 7x Zahnkranz) eher Ärger mit der
>Achse der Sachs-TB als mit den Speichen.
>

Moment: 26" ist um einiges stabiler als 28". Bei dicker Bereifung
wird viel gedaempft. Federungen entlasten noch mehr.

>Natürlich gibt es nichts, was von einem temperamentvollen Riesenbaby
>nicht geschlachtet werden kann. :)
>

Viele Speichenbrueche waren auf fatale Ereignisse zurueckzufuehren.
Also Bordsteine zu hart erwischt, ueberladen eine Bodenwelle voll
ueberfahren. Aber nach etwa 12000km kam es zu echte Zufallsbruechen.
Mehrere Radsportler haben dies auch fuer Rennraeder angegeben. Und
das sind meine Alltagsraeder bzgl der Laufraeder eigentlich. Und zwar
622-13er Felgen mit 622-28er Reifen. Das geht wesentlich staerker aufs
Material als die von die angegebenen 26" Laufraeder. Bei einer 50er
Bereifung ist das meilenweit von der Belastung in meinen Laufraedern
weg und sollte ein vielfaches (30 bis 50 Tkm???) halten.

>Der Autor von "Das Fahrrad Rad" ist übrigens selbst nicht gerade
>zierlich geraten und fuhr (ich weiß nicht, ob auch in 2000) lange
>Jahre, wenn immer möglich, im Sommer mit dem Rennrad lange Strecken in
>den europäischen Alpen herum und hat auch lesenswerte Reiseberichte
>darüber ins Netz gestellt.
>In de.rec.fahrrad ist er auch alle paar Jahre kurz aufgeschlagen, aber
>einigermaßen regelmäßig ist er in rec.bicycles.tech zu lesen. Seine
>Brötchen hat er u.a. auch mal als Ingenieur bei Porsche verdient.
>

Weissach, Flaacht, Wuermtal, super Gegend zum Radfahren! Und wenn
man auf guten Wegen unterwegs ist halten die Laufraeder wesentlich
laenger. ;-)

MfG

Uwe Borchert

Volker Speer

unread,
Sep 9, 2000, 3:17:53 AM9/9/00
to
Kurt Fischer schrieb:

>
> Volker Speer <volker...@gmx.de> wrote:
>
> > Kurt Fischer schrieb:
>
> > Eine "Schrippe" wird nie(*) als "Semmel" verkauft werden und eine
> > "Semmel" nie(*) als "Schrippe".
>
> Kurze Erklärung des Unterschieds möglich? Oder f'up to
> de.rec.mampf?

Schrippe - 1 Brotchen;
Semmel - Gebinde aus 2 Broetchen mit Sollbruchstelle.

> > Erste Anordnung: Alle Untertanen mit ungewoehnlichen muskelgetriebenen
> > Fahrzeugen haben eine Probefahrt zu ermoeglichen (anschlieszende
> > Enteignung nicht ausgechlossen)!
>
> Also das mit der Enteignung schmeckt mir gar nicht, trotzdem
> wärst du irgendwie ein König nach meinem Herzen. Wird der
> Enteignete dann wenigstens zum k&k Hoflieferant ernannt?

Dieser Titel ist nur in Verbindung mit einer Anstellung als "Chauffeur"
(Tandem) zu haben.

> Aber ich müßte da ja sowieso keine Angst haben, was kann ein
> König schon anderes fahren wollen als ein Kingcycle
> (Liegerad aus England)? Leider wird es nicht mehr
> hergestellt, wohl wegen mangelnder Nachfrage durch radelnde
> Monarchen.

Ein Anruf von Monarch zu Monarch sollte die Queen dazu veranlassen
koennen, die Herstellung wieder anzuordnen.

> "Ob unser Ludwig wohl auch so trübsinnig gewesen
> wäre, wenn es zu seiner Zeit schon ein Kingcycle gegeben
> hätte?"

Vol"Ein-Surfbike-waere-wohl-angemessener-gewesen"ker

Helmut Springer

unread,
Sep 9, 2000, 7:14:45 AM9/9/00
to
Uwe Borchert <borc...@informatik.unibw-muenchen.de> wrote:
> Ja, das ist mir klar. Deshalb muss ich die ersten km oefters noch
> die Spannung erhoehen.
weswegen Dir ja alle zu erklaeren versuchen, dass Du sie am anfang
wohl mit zu wenig spannung eingespeicht hast.

*seufz*

Uwe Borchert

unread,
Sep 9, 2000, 8:20:29 AM9/9/00
to
Hallo Mathias,

..[...]...

>> Ueberzogen! Die Festigkeitsgrenze wird einfach ueberschritten. Dazu


>> langen einfache Bodenwellen oder Schlagloechle bei 40 aus.
>
>Typisch für ein nicht ausreichend vorgespanntes Laufrad. Wenn man den
>Messungen von Jobst Brandt trauen darf, erreichst Du die Streckgrenze
>der Speichen *im Betrieb* nicht annähernd.

Aber die Nippel halten nicht ewig! Also darf ich nicht staerker spannen
als es die Nippel zB aushalten. Die Felgen sind auch nicht unkaputbar.
Und so weiter....

..[...]...

>> Ein anderes
>> nicht zu vernachlaessigendes Problem sind dann noch die ausreissenden
>> Felgen. Alles was nicht doppeltgeoest ist, ist davon stark gefaehrdet.
>> Edelstahlfelgen haben sich da besonders hervorgetan, einige einfache
>> Alufelgen waren da kaum besser. Daher wuerde ich eine SRAM VT 5000 nur
>> mit guten, doppeltgeoesten Hohlkammerfelgen verbauen. [..]
>
>Korrekt. Letzteres ist unabdingbare Voraussetzung für das Verfahren.
>Für "labberige" Kastenfelgen ist es ungeeignet. Die sind IMHO nur dazu
>geeignet, zu üben, wie man rechtzeitig das Felgenchippen erkennt.
>
>Jobst Brandt ist auch absolut unglücklich über die inzwischen
>eingerissene Unsitte, Alufelgen hart zu eloxieren. Sowas ist für
>dauerfeste Alukonstruktionen eigentlich peinlich zu vermeiden, aber
>verkauft sich dem Publikum zur Zeit dank schicker Farben erheblich
>besser als irgendwelche Ösen, die die Speichen dauerhaft in der Felge
>halten.
>

Ich kaufe nur noch doppeltgeoeste Alufelgen. Die Farbe sieht man nach
einigen km sowieso nicht mehr.

>Manche Leute vergessen auch die korrekte Schmierung beim Einspeichen.
>Genau wie bei Speichen mit zu stark verjüngtem Mittelteil knacken die
>Speichen beim Spannen dann gerne weg, aber nicht wegen zu hohem Zug,
>sondern wegen der zusätzlichen Torsion.
>

Das habe ich bei meinem jetzigen Laufrad mal weggelassen. Ich wollte
sehen ob man auch ohne fetten ueber die Runden kommt. Es sieht aber
nicht so aus. Bisher habe ich immer gefettet und dachte dies waere
hauptsaechlich fuer die vernickelten Speichen notwendig. Dem ist aber
nicht so, auch Edelstahl ist dem Fetten sehr zugetan.

Aber ich bin trotzdem der Meinung: Speichen halten nicht ewig. Bei
einem 28" Rad mit Kettenschaltung, 622x28er Bereifung und solider
Felgen sind die Speichen im "harten" Alltagseinsatz nach etwa 10Tkm
gefaehrdet. Besonders bei Temperaturen von -5°C oder tiefer gehen
dann die Speichen - zusammen mit den Rollen in den Ketten - sehr
gerne kaputt. Das Salz auf den Strassen traegt wahrscheinlich auch
seinen Teil dazu bei. Bei 26" mit dicken Reifen duerfte die Lebens-
dauer der Speichen wesentlich hoeher sein, ein Faktor 3 oder 5
wuerde mich nicht wundern. Und dann bist Du schnell in einem Bereich
in dem die anderen Teile bereits so kaputt sind, dass Du das Rad vor
der Altersgrenze fuer die Speichen wegwerfen kannst.

MfG

Uwe Borchert

Uwe Borchert

unread,
Sep 9, 2000, 8:47:36 AM9/9/00
to
Hallo Helmut,

..[...]...

>> Ja, das ist mir klar. Deshalb muss ich die ersten km oefters noch
>> die Spannung erhoehen.
>weswegen Dir ja alle zu erklaeren versuchen, dass Du sie am anfang
>wohl mit zu wenig spannung eingespeicht hast.
>

Die Spannung kenne ich ja gar nicht, die ist abhaengig von den Speichen
und der Felge. Und ein Versuch die Grenze von oben anzupeilen ist IMHO
etwas unsinnig. Ausserdem kenne ich ja das Fahrverhalten noch nicht so
richtig. Ich muss also mit einer eher weicheren Einsoannung das Rad
testen und dann auf die endgueltige Haerte gehen. Nur wenn ich Felge
und Speichen schon etliche Mal verbaut habe kann ich gleich auf die
gewuenschte Haerte gehen. Das kann ich nur bei den Alesa 90XX und 9XX
mit 2,3mm Speichen. Und die Rigida Chrina scheint die gleichen Eigen-
schaften wie die 913 zu haben.

>*seufz*
>
*mitseufz*

MfG

Uwe Borchert

Tim Heinemann

unread,
Sep 9, 2000, 7:47:30 AM9/9/00
to
Moin Mathias Helm <reply2...@gmx.net>, Du schrubst:

>...


>Jobst Brandt ist auch absolut unglücklich über die inzwischen
>eingerissene Unsitte, Alufelgen hart zu eloxieren. Sowas ist für
>dauerfeste Alukonstruktionen eigentlich peinlich zu vermeiden,

>...

Koennest Du das mal etwas genauer erklaeren? Wo liegt bei
harteloxierten Felgen das Problem, ist das Oberflaechenversproedung
oder sowas?

Tim
--

---1964 Norton Dominator 750---

Parts falling off this motorcycle are of the finest british craftsmenship!

Helmut Springer

unread,
Sep 9, 2000, 9:13:19 AM9/9/00
to
Tim Heinemann <th_a...@yahoo.de> wrote:
> Koennest Du das mal etwas genauer erklaeren? Wo liegt bei
http://draco.acs.uci.edu/rbfaq/FAQ/93.html ist die erklaerung von
Jobst dazu...

Tim Heinemann

unread,
Sep 9, 2000, 9:24:52 AM9/9/00
to
Moin de...@faveve.uni-stuttgart.de (Helmut Springer), Du schrubst:

>http://draco.acs.uci.edu/rbfaq/FAQ/93.html ist die erklaerung von
>Jobst dazu...

Bedankt, ich werd´s mir zu Gemuete fuehren.

Helmut Springer

unread,
Sep 9, 2000, 9:36:57 AM9/9/00
to
Uwe Borchert <borc...@informatik.unibw-muenchen.de> wrote:
> Zu schmerzhaft. Lieber voller Antritt und HighSpeed ueber einige
> KM Kopfsteinpflaster heizen, mit knallharten Reifen natuerlich.
> Du wuerdest Dich wundern wie schoen ein nach Deiner Methode
> behandeltes Rad noch klingen kann.
stressabbauน in den speichen klingt nicht. wenn es klingt sind's
wahrscheinlich die verdrillten speichen, die bei entlastung ihre
torsionsspannung abbauen. sollte in einem gut gebauten rad nicht
vorkommen.

http://draco.acs.uci.edu/rbfaq/FAQ/92.html ist Jobsts article dazu

Ralph Aichinger

unread,
Sep 9, 2000, 2:47:23 PM9/9/00
to
Volker Speer <volker...@gmx.de> wrote:

> Schrippe - 1 Brotchen;

Whatever.

> Semmel - Gebinde aus 2 Broetchen mit Sollbruchstelle.

Tu bitte die Semmel nicht so trivialisieren! Obiges beschreibt z.B. ganz
gut eine Langsemmel, wie sie angeblich in Kaernten (und jeder Billa-Filiale)
verbreitet ist.

Eine Kaisersemmel hat jedoch einen viel komplexeren Aufbau. Ob man von
Sonnensymbolik spricht oder mit einem leicht schraeg eingespeichten
Laufrad (damits nicht ganz OT wird) vergleicht, das ist dann schon
egal. Aber mit "Schribbhen" will ich das nicht verglichen wissen.

Was kommt als naechstes? Werden bald die Kipferl oder die Powidldatschkerl
in den Untergrund gedraengt? Eine Benutzungspflicht fuer die Tunke zum
Wienerschnitzel? Bockwurst statt Weisswurst?

/ralph

Volker Speer

unread,
Sep 9, 2000, 4:04:09 PM9/9/00
to
Ralph Aichinger schrieb:

>
> Volker Speer <volker...@gmx.de> wrote:
>
> Tu bitte die Semmel nicht so trivialisieren! Obiges beschreibt z.B. ganz
> gut eine Langsemmel, wie sie angeblich in Kaernten (und jeder Billa-Filiale)
> verbreitet ist.

'tschuldigung, ich kann hier nur fuer "erschlossene" Gebiete von D und
Umgebung Stellung nehmen.

> Eine Kaisersemmel hat jedoch einen viel komplexeren Aufbau.

^^^^^^
Ja, danke das du jetzt noch eine weitere Variante einbringst :-(
[Als Widerspruch grundweg abgelehnt; Ha!]

> Was kommt als naechstes? Werden bald die Kipferl oder die Powidldatschkerl
> in den Untergrund gedraengt? Eine Benutzungspflicht fuer die Tunke zum
> Wienerschnitzel? Bockwurst statt Weisswurst?

Vol"Andere-Laender-andere-Speisen"ker

PS: Da OT langsam ueberhand nimmt: f'up d.r.m

Tim Heinemann

unread,
Sep 9, 2000, 4:07:12 PM9/9/00
to
Moin de...@faveve.uni-stuttgart.de (Helmut Springer), Du schrubst:

>http://draco.acs.uci.edu/rbfaq/FAQ/93.html ist die erklaerung von
>Jobst dazu...

Ich hab es mal durchgelesen, kann man nachvollziehen. Ich war in
meinem jugendlichen Leichtsinn allerdings auch bisher davon
ausgegangen, dass sie die fertigen Felgen eloxieren, was die Gefahr
von Mikrorissen verringerte.
Naja, man lernt halt nie aus...;-)

Ingo Keck

unread,
Sep 10, 2000, 1:37:44 PM9/10/00
to
Gerald Eischer <usen...@utanet.at> wrote:

[...]


> Nördlich des Weißwurschtäquators leben Saupreißn und Fischköppe.
>
> Liest hier ein/e kompetente/r Bayer/in mit, der/die mich
> gegebenfalls berichtigen kann?

Saupreißn gibts auch östlich und westlich von Bayern.

Ingo.
--
Ingo...@stud.uni-regensburg.de funktioniert nicht mehr!
Mail an to...@ingokeck.de landet ungelesen im Papierkorb.

Helmut Springer

unread,
Sep 11, 2000, 4:17:17 AM9/11/00
to
Uwe Borchert <borc...@informatik.unibw-muenchen.de> wrote:
> Weissach, Flaacht, Wuermtal, super Gegend zum Radfahren! Und wenn
> man auf guten Wegen unterwegs ist halten die Laufraeder wesentlich
> laenger. ;-)
besagter autor ist allerdings weder ausgewiesener flachlandfahrer
noch auf einem MTB unterwegs...

http://www-math.science.unitn.it/Bike/Countries/Europe/#Jobst

Klaus Woerle

unread,
Sep 11, 2000, 4:18:36 AM9/11/00
to
Mathias Helm wrote:
> In <39B61228...@woerle.net> schrieb Klaus Woerle
> > Auch der lange Bremszug zur hinteren Bremse kann
> > im Laufe der Jahre Probleme bereiten (elastische Dehnung!).
>
> Die Bremszug-Probleme beruhen m.E. auf Verschleiß, Verschmutzung,
> schlechter Verlegung sowie mangelnder Schmierung.

Ja, das meinte ich. Bei der hinteren Trommelbremse erscheinen mir
diese Dinge problematischer als bei Felgenbremsen. Auch weil der
Bremszug bei Trommelbremsen bis zur Nabe reichen muss, bei Felgen-
bremsen nur bis oben an die Hinterbaustreben.

> Wo siehst Du bei Bremszügen Probleme, die auf *elastischer* Dehnung
> beruhen, die sich *im Laufe der Jahre* ergibt? O.k., es gibt labbrige
> Bremszuggegenhalter aus Blech und für den Trommelbremsbetrieb zu dünne
> Züge.

Gibt es für Trommelbremsen spezielle (dickere) Züge?

> > ... Verkanten der Bremsbacken im Bremszylinder führt.
>
> (Bremstrommel heißt dem Dingens, Bremszylinder zur Betätigung der
> Bremsbacken gibt es erst mit Hydraulik. :)

Klar - daher der Name! Danke für die Korrektur.

Ciao
Klaus


--
http://u-r.de

Als Mensch kann man vernünftig denken und trotzdem unsinnig handeln.

Helmut Springer

unread,
Sep 11, 2000, 4:52:29 AM9/11/00
to
hi,

Tim Heinemann <th_a...@yahoo.de> wrote:
> meinem jugendlichen Leichtsinn allerdings auch bisher davon
> ausgegangen, dass sie die fertigen Felgen eloxieren, was die

vielleicht macht's ja inzwischen wer, waere mir allerdings noch
nicht durch bewerbung aufgefallen...anfragen?

Lars Birlenbach

unread,
Sep 8, 2000, 9:00:38 PM9/8/00
to
Sorry für die späte Antwort, die Uni war übers Wochenende mal wieder
offline ...

Uwe Borchert schrieb:


> >Warum baust Du das Rad denn nicht gleich so, daß kein nachzentrieren
> >notwendig ist? Das hört sich so an, als würden Deine Laufräder bei
> >normaler Nutzung schon unrund würden.
> >
> Klar, hier ein Bordstein, da ein Schlagloch, dort ein Felgenklemmer
> AKA Fahrradstaender (das heisst in CH Velovigra?).

Ich bügle über Schlaglöcher, abgesenkte Bordsteine und ähnliche
Hindernisse mit >20km/h drüber, und ich habe trotz meines Gewichts
und teilweise schwerem Einkauf am Rad keine Schwierigkeiten mehr.

Felgenklemmständer meide ich aber wie der Teufel das Weihwasser.

> >> >Also offensichtlich nicht hart genug. Sagt Dir Spannungsabbau was?
> >> Ja, aber der tritt am Anfang auf, nach 100 bis 200 km sollte der bei
> >> ausreichender Spannung gegessen sein?
> >Der sollte beendet sein, bevor das Laufrad seinen ersten Meter
> >rollt.
> >
> Jaja, ich kenne diese Theorie, aber ich habe da keine grossen Vorteile
> gegenueber meiner Methode gemerkt.

Ich schon: Ich habe keine Speichenrisse mehr.

> Noch was: ich spanne am Anfang
> bereits recht kraefig, aber das genau Einstellen probiere ich lieber
> aus. Zu harte gespannte Speichen koenne auch brechen.

Ja, Produktionsfehler. Die treten dann aber nach wenigen hundert km
auf, danach ist Ruhe.


> Und das Zerren
> an den Speichen wird auch fleissig nach Deiner beschriebenen Methode
> praktisziert, aber nicht ganz bis zur Schmerzgrenze.

Hajo meinte hier mal, daß Warmduscher dazu auch Arbeitshandschuhe
benutzen könnten ;-)

> >wird, immer wieder ein Spannungsabbau durchgeführt. Dazu nimmst Du
> >die 4 Speichen, die weitgehend parallel laufen, faßt sie in der
> >Mitte und drückst sie in der Laufradebene bis zur Schmerz- oder
> >Kraftgrenze zusammen. Danach wieder zentrieren, Spannung erhöhen,
> >Spannungsabbau.
> >
> Zu schmerzhaft. Lieber voller Antritt und HighSpeed ueber einige
> KM Kopfsteinpflaster heizen, mit knallharten Reifen natuerlich.
> Du wuerdest Dich wundern wie schoen ein nach Deiner Methode
> behandeltes Rad noch klingen kann.

Ich habe mich allerdings gewundert: Nämlich das ein gut gebautes Rad
keinen einzigen Ton von sich gibt, wenn es die ersten Meter gefahren
wird.

> Jaja, gibt es. Und da gibt es verschiedene Ansaetze. Ich tendiere
> nun mal zur anderen Fraktion. Ein Teil des Spannungsabbaus kann auch
> durch Kopfsteinpflaster und Co erfolgen.

Nein, kann es nicht.

> >> tisch zu. Zwischen unter 500 und ueber 5000 km sind keinerlei Probleme
> >> aufgetaucht. Hier sind die Fruehausfaelle durch Materialfehler in den
> >> ersten km natuerlich nicht eingetragen.
> >
> >Hört sich ziemlich deutlich nach falsch (=zu weich) gebaut an.
> >
> Nein, das ist eine normale Verschleisskurve.

Nein. Speichen, bei denen die Spannung immer im positiven Bereich
bleibt, verschleißen nicht.

> Die Fruehausfaelle waren
> zB absolut herstellerspeziefisch. Da hat es permanent die Unionspeichen
> erwischt, die DT-Swiss waren davon nie betroffen.

Ich hatte bisher 2 DT Comp, die sich am Gewindeansatz verabschiedet
haben.


> >Auch seltsam. Die Alesa Sputnik vorne hat jetzt etwa 20Mm runter und
> >zeigt nicht allzuviel Verschleiß. Und ich bremse fast ausschließlich
> >vorne.
> >
> Nix Riefen, Dellen in der Felge durch unsanften Kontakt mit der Welt
> zu Deinen Fuessen.

Also auch zu wenig Luft im Reifen. Ich fahre hinten nichts unter
5bar, meistens 6bar, auch wenn neim Marathon nur 5 erlaubt sind.

Gut, hohe Bordsteine kann man damit auch nicht hochfahren, aber
Kanten im 1-2cm - Bereich stören nicht weiter.


Also: Du kannst Dich entweder von mir und den anderen, die Dir
geantwortet haben, überzeugen lassen, oder bei Deiner Meinung und
Deinen Problemen bleiben. Sorry, Thread ends here.

In Zeitnot,
Lars

Tim Heinemann

unread,
Sep 11, 2000, 5:20:23 AM9/11/00
to
Moin de...@faveve.uni-stuttgart.de (Helmut Springer), Du schrubst:

>> ausgegangen, dass sie die fertigen Felgen eloxieren, was die


>vielleicht macht's ja inzwischen wer, waere mir allerdings noch
>nicht durch bewerbung aufgefallen...anfragen?

Ich befuerchte nicht, wenn ich mir so die Laxheit anschaue, mit
der im Fahrradsektor konstruiert wird und was alles so an doch eher
wenig durchdachten Dingen auf den Markt geworfen wird, ist da ein
gesundes Misstrauen seitens der Benutzer durchaus angebracht. Und wenn
Felgen erst nach dem Biegen eloxiert werden, dann nicht wegen
moeglicher Kerbwirkung, sondern wohl eher weil es geldwerte Vorteile
fuer den Produzenten hat. Aber nachfragen koennte man schon mal,
mal schauen, ich hab im Augenblick viel um die Ohren wegen
Klausuren, aber interssieren taet es mich schon.

Uwe Borchert

unread,
Sep 11, 2000, 9:37:00 AM9/11/00
to
Hallo Lars,

..[...]...


>
>Ich bügle über Schlaglöcher, abgesenkte Bordsteine und ähnliche
>Hindernisse mit >20km/h drüber, und ich habe trotz meines Gewichts
>und teilweise schwerem Einkauf am Rad keine Schwierigkeiten mehr.
>

Radgroesse? Das ist sehr wichtig... Macht grosse Unterschiede.

..[...]...

>> Jaja, ich kenne diese Theorie, aber ich habe da keine grossen Vorteile
>> gegenueber meiner Methode gemerkt.
>
>Ich schon: Ich habe keine Speichenrisse mehr.
>

Ich hatte die Speichenrisse auch auf den Spannungsabgebauten Raedern.

..[...]...


>
>Ja, Produktionsfehler. Die treten dann aber nach wenigen hundert km
>auf, danach ist Ruhe.
>

Stimmt weitgehend.

..[...]...


>
>Nein. Speichen, bei denen die Spannung immer im positiven Bereich
>bleibt, verschleißen nicht.
>

Alles geht mal hopps, bei Speichen sind das je nach Rad und Belastung
halt einige zehntausend km. Das steht auch auf einigen Seiten. Auch
auf der Seite mit den Mavic-Felgenbrechnern stand was mit einigen
tausend Meilen, nix haelt ewig.

>> >
>> Nix Riefen, Dellen in der Felge durch unsanften Kontakt mit der Welt
>> zu Deinen Fuessen.
>
>Also auch zu wenig Luft im Reifen. Ich fahre hinten nichts unter
>5bar, meistens 6bar, auch wenn neim Marathon nur 5 erlaubt sind.
>

Ja klar, 5 bis 6 bar ist ok. Aber das nutzt nix wenn Wege weggespuelt
werden und die Loecher durch Laub oder Wasserflaechen verdeckt werden.
Das laesst sich nicht vermeiden.

>Gut, hohe Bordsteine kann man damit auch nicht hochfahren, aber
>Kanten im 1-2cm - Bereich stören nicht weiter.
>

Klar, aber das meine ich nicht. Ich dachte da so in den Bereich ab
einigen cm. Das bekommt ein Alltagsrad ganz schnell ab.

MfG

Uwe Borchert

Florian Ladwig

unread,
Sep 11, 2000, 4:35:09 PM9/11/00
to
Tim Heinemann <Tim.He...@gmx.de> schrieb:

> Und wenn
> Felgen erst nach dem Biegen eloxiert werden, dann nicht wegen
> moeglicher Kerbwirkung, sondern wohl eher weil es geldwerte
> Vorteile fuer den Produzenten hat.

Hast Du schon mal ein eloxiertes Teil gebogen?

Gruß Flo

Tim Heinemann

unread,
Sep 11, 2000, 3:56:34 PM9/11/00
to
Moin florian...@gmx.de (Florian Ladwig), Du schrubst:

>Hast Du schon mal ein eloxiertes Teil gebogen?

Was willst Du damit sagen? Die Aussage war, dass
Felgen _vor_ dem Eloxieren gebogen werden.

Tim Heinemann

unread,
Sep 11, 2000, 4:01:54 PM9/11/00
to
Moin Tim Heinemann <Tim.He...@gmx.de>, Du schrubst:

>Felgen _vor_ dem Eloxieren gebogen werden...

ups, da fehlt ein Stueck, sollte heissen:

...das Felgen _vor_ dem Eloxieren gebogen
werden sollten, es aber anscheinend nicht
werden.


Sorry; ich hasse es, wenn meine Gedanken mal
wieder spazieren gehen, ohne mir Bescheid zu
sagen.

Florian Ladwig

unread,
Sep 11, 2000, 8:01:51 PM9/11/00
to
Tim Heinemann <Tim.He...@gmx.de> schrieb:

> Moin florian...@gmx.de (Florian Ladwig), Du schrubst:
>
> >Hast Du schon mal ein eloxiertes Teil gebogen?
>
> Was willst Du damit sagen? Die Aussage war, dass
> Felgen _vor_ dem Eloxieren gebogen werden.

Ist das sicher? Was ich meinte ist Folgendes: Eloxalschichten
sind hart und reissen beim Biegen schnell ein, ich kann mir
nicht vorstellen, daß Felgenhersteller so vorgehen. Ein
weiteres Indiz: Felgen werden nach dem Biegen gebohrt, die
Wandung der Bohrlöcher ist (soweit ich mich erinnern kann)
auch eloxiert, ergo?

Gruß Flo

Tim Heinemann

unread,
Sep 12, 2000, 2:56:58 AM9/12/00
to
Moin florian...@gmx.de (Florian Ladwig), Du schrubst:

>> Was willst Du damit sagen? Die Aussage war, dass


>> Felgen _vor_ dem Eloxieren gebogen werden.


Wie gesagt, der Satz ist latuernich sinnentstellend.
Siehe zweites Posting.

>Was ich meinte ist Folgendes: Eloxalschichten

>sind hart und reissen beim Biegen schnell ein,....

Ach, das ist aber mal eine Neuigkeit....Wer lesen kann, ist klar im
Vorteil, und raw messages haben den kleinen Vorzug, dass man sich die
Referenz-Postings schnell mal durchlesen kann. Haettest Du das getan,
haettest Du den Link auf genau diese Frage bzw. deren Antwort von
Jobst Brandt gelesen. Der war zweifelsfrei seine Behauptung zu
entnehmen, dass mehrere Hersteller erst eloxieren, dann biegen, was zu
miesen Folgen in der Kerbwirkung fuehrte. Insofern danke fuer den
ungemein wertvollen Beitrag...;-)

Mathias Helm

unread,
Sep 14, 2000, 3:00:00 AM9/14/00
to
In <39ba2...@news.unibw-muenchen.de> schrieb
borc...@informatik.unibw-muenchen.de (Uwe Borchert):

>>> ..[...]...

>>> Ja, das ist mir klar. Deshalb muss ich die ersten km oefters noch
>>> die Spannung erhoehen.

>> weswegen Dir ja alle zu erklaeren versuchen, dass Du sie am anfang
>> wohl mit zu wenig spannung eingespeicht hast.


> Die Spannung kenne ich ja gar nicht, die ist abhaengig von den Speichen
> und der Felge.

Soweit o.k.

> Und ein Versuch die Grenze von oben anzupeilen ist IMHO

> etwas unsinnig. [..]

Du kannst aus Speichen, Nabe und Felgen in *einer* Sitzung ein Laufrad
bauen, welches nicht mehr nachgespannt werden muß. D.h. "die Grenze"
wird während dieser Sitzung von unten her kommend bestimmt.
Jobst Brandt hat das Verfahren für stabile 36-Loch-Rennradfelgen
entwickelt.

Schmierung der Speichen übrigens bitte nicht mit Fett, sondern für
Speichensitz in der Felge und Speichengewinde mit Öl.

Korrekt gefertigte und geschmierte Messingnippel machen i.d.R. keinen
Ärger beim Einspeichen mit höchstmöglicher Speichenspannung. Wichtig
ist ein Speichenschlüssel mit gutem Sitz, sonst werden eventuell die
Außenvierkante der Nippel beschädigt.

Randbedingungen:

Die Methode von Jobst Brandt zum Laufrad-Bau kannst Du optimal nur mit
konventionellen stabilen Teilen durchziehen. Also besonders für
Hinterräder stabile Hohlkammerfelgen möglichst zwischen 32-Loch
(leichter Fahrer) und 40-Loch (Tandem), doppelt geöst, optimal aus
poliertem Aluminium, Edelstahlspeichen mit rundem Querschnitt und
nicht zu starker Verjüngung des Mittelteils, Messingnippel, Naben mit
nicht allzu asymmetrischer Einspeichung.


--
Mathias "Mit Geduld und Spuck^W10W40" Helm

Mathias Helm

unread,
Sep 14, 2000, 3:00:00 AM9/14/00
to
In <39BC955C...@woerle.net> schrieb Klaus Woerle
<kl...@woerle.net>:


> [..]Gibt es für Trommelbremsen spezielle (dickere) Züge? [..]

Bei meinem HERCULES MTB Street waren stabile MTB-Züge verbaut. Keine
Sonderanfertigung.

Bremsgriffe für Vierfinger-Betätigung, die möglichst viel Seilweg
machen, sind nicht schlecht. Leider habe ich in dem in
http://www.sram.com stehenden Prospekt keine Bremsgriffe für
Trommelbremsen gefunden. Früher hat SACHS speziell zu Trommelbremsen
passende Bremshebel angeboten.

Hercules hatte an meinem MTB Street irgendwelche Taiwan-Hebel
montiert. Ich habe dann sehr stabile Vierfinger-Bremshebel aus der
ersten Version der DEORE DX - Gruppe mit STI nachgerüstet. Da ich
Handschuhgröße 10 benötige und meine Finger somit ordentlich "Weg
machen können", kamen mir die etwas grobschlächtigen Hebel sehr
entgegen. Sie machten mindestens 5mm mehr Seilweg als die Taiwan-Ware.

Einige Monate später erfuhr ich den Trick, wie der Trommelbremsträger
vernünftig zentriert einzubauen ist.

--
Mathias Helm

Uwe Borchert

unread,
Sep 15, 2000, 3:00:00 AM9/15/00
to
Hallo Mathias,

..[...]...
>


>> Die Spannung kenne ich ja gar nicht, die ist abhaengig von den Speichen
>> und der Felge.
>

>Soweit o.k.
>
Klar, das ist ja das Hauptproblem an der Sache. Besonders die billigen
Felgen reissen mal am Loch aus. Und manchmal krepieren die Gewinde in
den Nippel, das sind dann aber definitiv Produktionsfehler.

..[...]...


>
>Du kannst aus Speichen, Nabe und Felgen in *einer* Sitzung ein Laufrad
>bauen, welches nicht mehr nachgespannt werden muß. D.h. "die Grenze"
>wird während dieser Sitzung von unten her kommend bestimmt.
>Jobst Brandt hat das Verfahren für stabile 36-Loch-Rennradfelgen
>entwickelt.
>

Hasdde da ne URL?

>Schmierung der Speichen übrigens bitte nicht mit Fett, sondern für
>Speichensitz in der Felge und Speichengewinde mit Öl.
>

Autowinteroel als Standardschmiermittel fuer die meisten Teile oder
manchmal normales Kriechoel aus der Dose.

Und das passende Werkzeug habe ich natuerlich aber:


>
>Randbedingungen:
>
>Die Methode von Jobst Brandt zum Laufrad-Bau kannst Du optimal nur mit
>konventionellen stabilen Teilen durchziehen. Also besonders für
>Hinterräder stabile Hohlkammerfelgen möglichst zwischen 32-Loch
>(leichter Fahrer) und 40-Loch (Tandem), doppelt geöst, optimal aus
>poliertem Aluminium, Edelstahlspeichen mit rundem Querschnitt und
>nicht zu starker Verjüngung des Mittelteils, Messingnippel, Naben mit
>nicht allzu asymmetrischer Einspeichung.

Der letzte Teil... Ich habe 125mm mit 6fach Schraubkranz... Das ist arg
asymmetrisch. Bei einem Vorderrad ist das trivial, die speicht man idR
auf einmal ein, macht u.U. noch eine Probefahrt und das wars. Die Pro-
befahrt ist wichtig: ich habe ein radial gespeichtes VR (Alesa 913),
da wird das Rad bei normalen Speichenspannungen sehr weich bzgl seit-
licher Kraefte. Da ich jetzt aber viel Kopfsteinpflaster und Feinkies
ueberfahren muss kann ich nun ins VR mit 622x28 max 4 bar geben,
ansonsten ist das Rad fast nicht mehr zu halten. Ein gerade noch er-
traegliches Fahrverhalten habe ich bei 3,5bar. Wenig Spielraum. :-(

Aber bei den ueblichen HR sehe ich etwas schwarz. Ich kann natuerlich
eine 3 Gangnabe mit Edelstahlspeichen 2mm und einer doppeltgeoesten
Hohlkammerfelge auf ein Mal einspeichen und das Rad wird locker 50 Tkm
laufen, aber bereits billige vernickelte Speichen und eine einfache
Weinmann-Alu-Flege halten da idR laenger als 20 Tkm. Da ist die ver-
wendung von 2,3mm Speichen absoluter Luxus und vermutlich wird das Rad
nie in den kritischen km-Bereich von Materialermuedung laufen. Und dann
noch 26" und die Grenze geht gegen unendlich... Aber es gibt eine Ober-
grenze die IMHO bei einigen Raedern durchaus im 10 Tkm Bereich liegen
kann. Einer der Faelle waere eine stark asymmetrische Einspeichung
auf einem HR das mit relativ hohen Druck auf rauhem Untergrund gefahren
wird. Das sind ueblicherweise Leichtlaufraeder im Alltagseinsatz.
Zusammen mit den unvermeidlichen Dellen in die Felge und den damit
verbundenen Verspannungen ist die reale Lebensdauer beschraenkt.

MfG

Uwe Borchert


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