>Mein Hauptproblem: Wenn ich vom 5. in den 4. Gang schalte, ist der
>Strich auf der Clickbox nicht Deckungsgleich mit der Markierung (wie
>es sein sollte), sondern um einen Gang verschoben. Mit der
>Einstellschraube am Bowdenzug direkt an der Klickbox kann ich den
>ganzen Gang auch nicht nachstellen (selbst wenn komplett
>rausgedreht). Wie kann ich den Bowdenzug nachspannen? Ich sehe weder
>vorne am Drehgriff noch an der Clickbox irgendwo eine Spannschraube,
>die den Bowdenzug hält? Muss ich die irgendwie auseinandernehmen (ich
>will ja nichts kaputt machen)? Ich möchte gerne den höchsten Gang
>wieder haben!
Da scheint die Vorspannung floeten gegangen zu sein.
>Zweitens: Bei Demontage des Hinterrades zum Flicken, funktioniert nach
>der Montage meine Schaltung meist nicht richtig, obwohl ich genau
>nach Bedienungsanleitung vorgehe (1.Gang, Führungssteg der
>Fixierbuchs liegt auch im Schlitz des Schaltrohres). Beim
>Hochschalten bin ich plötzlich wieder in den kleinsten Gänge oder ich
>habe generell nur kleine Gänge. Nach ein paar mal wieder ab und
>dranmontieren der Clickbox, ein paar mal Reindrücken des
>Schaltrohres, Hoch und Runterschalten der Gänge vor Montage, usw.
>(=ich weiß nicht, was ich eigentlich mache) funktionierts dann auch
>zufällig irgendwann wieder.
Duerfte auch eine Folge des Problems der geschwundenen Vorspannung sein.
>Drittens: In letzter Zeit geht mir häufig, besonders bei größerer
>Belastung die Kette vom hinteren Ritzel flöten. Woran kann das
>liegen? Hinterrad zu wenig gespannt? Ich versuche es bei der Montage
>schon so gut ich kann vor und beim Festziehen der Achsmuttern nach
>hinten zurückzuziehen. Durch die einseitige Belastung beim Fahren
>verschiebt es sich mit der Zeit schon mal ein wenig auf der
>Ritzelseite (Besonders wenn man häufig hart anfährt oder bei
>Steigungen). Laut BDA soll man die Achsmuttern auch nur mit 35NM
>anziehen.
Die Kette laengt sich mit der Zeit. Das kann man durch Zuruecksetzen des
Rades ausgleichen, aber eben nicht ueber Gebuehr. Wenn allerdings das Rad
rutscht, wuerde ich es, 35NM hin oder her, staerker anziehen.
>Hat vielleicht noch wer diese merkwürdige Schaltung. Bisher hatte ich
>nur Kettenschaltungen und komme mit der Nabenschaltung nicht so gut
>klar. Das (billige) 28" Supermark-Rad (Marke "Konsul Cityline") hatte
>neu vor 2-3 Jahren in einer Angebotsaktion nur 49EUR gekostet, sonst
>hätte ich mir wieder eins mit Kettenschaltung geholt.
Na ja, allein fuer den Gang zahlts du schon fast das Dreifache!
Also: lade Dir das Haendler-Service-Manual von SRAM herunter, mach die Klickbox
auf und erzeuge die Vorspannung neu. Da muss man wirklich KRAEFTIG wickeln.
Viele Gruesse
Christoph Gartmann
--
Max-Planck-Institut fuer Phone : +49-761-5108-464 Fax: -452
Immunbiologie
Postfach 1169 Internet: gartmann@immunbio dot mpg dot de
D-79011 Freiburg, Germany
http://www.immunbio.mpg.de/home/menue.html
> Mein Hauptproblem: Wenn ich vom 5. in den 4. Gang
> schalte, ist der Strich auf der Clickbox nicht
> Deckungsgleich mit der Markierung (wie es sein
> sollte), sondern um einen Gang verschoben.
Laß mich mal raten: Das Fahrrad wurde längere Zeit nicht genutzt und es
steht ungeschützt draußen der Witterung ausgesetzt?
In dem Fall sind die beiden kleinen Schalthebelchen in der Klickbox
verrostet und mindestens einer dieser Hebelchen bewegt sich aufgrund des
Rostansatzes nicht mehr so wie er sollte.
> Ich möchte gerne den höchsten Gang wieder haben!
In einfachen Fällen hilft es, ggf. etwas Sprühöl mit Rostlöserwirkung in
die Öffnung der abgenommenen Klickbox zu sprühen, die Klickbox zu
montieren und dann fleißig zu schalten, daß sich die Mechanik wieder vom
Rost freirubbelt. Im allgemeinen hilft aber nur: Klickbox und Schaltzug
auswechseln gegen Neuteile.
> Zweitens: Bei Demontage des Hinterrades zum Flicken,
> funktioniert nach der Montage meine Schaltung meist
> nicht richtig, obwohl ich genau nach Bedienungsanleitung
> vorgehe (1.Gang, Führungssteg der Fixierbuchs liegt
> auch im Schlitz des Schaltrohres). Beim Hochschalten
> bin ich plötzlich wieder in den kleinsten Gänge oder
> ich habe generell nur kleine Gänge.
Ja, so kann's gehen. Wenn Du Dein Fahrrad nicht in einem Schuppen gut
regengeschützt und trocken abstellen kannst, solltest Du unbedingt
mindestens zweimal im Jahr die Klickbox abnehmen und in die Öffnung
vorsorglich ordentlich Sprühöl reingeben, damit die beiden Hebelchen da
drinnen keinen Rost ansetzen können.
> Drittens: In letzter Zeit geht mir häufig, besonders bei
> größerer Belastung die Kette vom hinteren Ritzel flöten.
> Woran kann das liegen? Hinterrad zu wenig gespannt?
Wenn Dir die Kette häufiger abläuft ist im Allgemeinen die
Kettenspannung zu niedig. Je nachdem wieviele tausend Kilometer Du
gefahren bist, könnte aber auch das Ritzel stark abgenutzt oder einige
Zähne schon abgebrochen sein.
> Ich versuche es bei der Montage schon so gut ich kann vor und
> beim Festziehen der Achsmuttern nach hinten zurückzuziehen.
> Durch die einseitige Belastung beim Fahren verschiebt es
> sich mit der Zeit schon mal ein wenig auf der Ritzelseite
> (Besonders wenn man häufig hart anfährt oder bei Steigungen).
Falls Du unter 200 Kilo wiegst, ist das nicht normal. Hast Du die
vorschriftsmäßigen Unterlegscheiben mit den Verdrehsicherungsnasen unter
den Muttern liegen, so daß die Verdrehsicherungsnasen ins Ausfallende
greifen und die Achse am Verdrehen hindern? Diese Unterlegscheiben
müssen nach dem Einsetzen des Hinterrades immer als erstes auf die Achse
drauf, d.h. insbesondere an der rechten Achsseite: Erst die
Unterlegscheibe mit Verdrehsicherung drauf, dann den schwarzen
Klickbox-Schutzbügel, dann erst die Radmutter.
> Hat vielleicht noch wer diese merkwürdige Schaltung.
Ja, hier in der Familie hat jeder ein Rad mit dieser Schaltung. Das ist
eine absolut zuverlässige und langlebige Gangschaltung.
> Das (billige) 28" Supermark-Rad (Marke "Konsul Cityline")
> hatte neu vor 2-3 Jahren in einer Angebotsaktion nur 49EUR
> gekostet
Ein absoluter Spottpreis, da hätte ich mir gleich mehrere geholt! Beim
Händler kostet schon ein fertig eingespeichtes Hinterrad mit
S7-Getriebenabe "nackt" (ohne Schaltgriff, ohne Klickbox, ohne Reifen)
um die 150 Euronen als Ersatzteil.
Jürgen
> Scheinbar ist die Service-Manual irgendwie falsch.
Wenn Du Dir für ein 2006 gekauftes Fahrrad das Getriebenabenhandbuch von
1999 holst, dann ist das falsch.
Es gibt nämlich je nach Baujahr mindestens drei verschiedene
Ausführungen der Schaltungsbetätigung: vom Daumenschalter mit fest
montiertem Schaltdraht und ganz alter Klickbox über die alten schwarzen
Drehgriffe mit alter Klickbox bis hin zu den silber-schwarzen neuen
Drehgriffen und neuer Klickbox und dem satten Klacken beim Schalten.
Wenn Dein Fahrrad einen silber-schwarzen Drehgriff hat und eine Klickbox
mit durchsichtiger Kappe, in der quer drüber eine Linie im Plexiglas
sichtbar ist, die mit Einkerbungen im roten Stellteil zur Deckung
gebracht werden muß, hast Du die neueste Ausführung. Besorge Dir einfach
mal eine neuere Version des Getriebenabenhandbuchs von der SRAM-Seite!
Jürgen
Muss nicht mal unbedingt sein und trotzdem ...
> In dem Fall sind die beiden kleinen Schalthebelchen in der Klickbox
> verrostet und mindestens einer dieser Hebelchen bewegt sich aufgrund des
> Rostansatzes nicht mehr so wie er sollte.
An denen haben sich beim Rad meines Sohnes ganz gemeine und knüppelharte
Rostnarben gebildet.
>> Ich möchte gerne den höchsten Gang wieder haben!
Ich auch! ;-)
> In einfachen Fällen hilft es, ggf. etwas Sprühöl mit Rostlöserwirkung in
> die Öffnung der abgenommenen Klickbox zu sprühen, die Klickbox zu
> montieren und dann fleißig zu schalten, daß sich die Mechanik wieder vom
> Rost freirubbelt. Im allgemeinen hilft aber nur: Klickbox und Schaltzug
> auswechseln gegen Neuteile.
Das reichte nicht. Außerdem weiß ich nicht, ob sich die weiße Schmiere
(irgendeine der Damen hierzugroup hat das Zeugs mal "sauce hollandaise"
getauft) mit Maschinenöl vertragt. Deshalb habe ich nur einen Tropfen Öl
zwischen die Hebelchen laufen lassen. Wegen der noch vorhandenen
Fettreste habe ich nicht gewagt, die Hebelchen mit Stahlwolle zu
entrosten. Schlimmstenfalls kleistern die Schmirgelreste zusammen mit
der Schmiere alles zu.
> Ja, so kann's gehen. Wenn Du Dein Fahrrad nicht in einem Schuppen gut
> regengeschützt und trocken abstellen kannst, solltest Du unbedingt
> mindestens zweimal im Jahr die Klickbox abnehmen und in die Öffnung
> vorsorglich ordentlich Sprühöl reingeben, damit die beiden Hebelchen da
> drinnen keinen Rost ansetzen können.
Zu spät, in meinem Fall auch. Die SRAM7 ist im Gegensatz zur SRAM5 recht
wartungsfreundlich. Sie lässt sich zerlegen und auch die
Plexisglas-Scheibe oben lässt sich zum Einstellen der Vorspannung
einfach abnehmen. Nutzt aber wenig, wenn in oder nach der Klickbox ein
mechanischer Widerstand liegt. Dann springt der Schaltzug alsbald wieder
von der Rolle. Da Stäbchen und Röhrchen in der Nabe jetzt leicht laufen
(nach ich selbige gut geölt hatte), kann der Widerstand einklich nur
noch von den Hebelchen kommen. Oder kann es sein, dass das drehbare
Plastikteil in der Klickbox klemmt? Beim Drehen von Hand hatte ich den
Eindruck. Aber das Teil öle ich besser nicht.
--
CU Christoph Maercker.
RADWEGE sind TOD-SICHER!
> Da Stäbchen und Röhrchen in der Nabe jetzt leicht laufen
> (nach ich selbige gut geölt hatte), kann der Widerstand
> einklich nur noch von den Hebelchen kommen.
Auch einzelne gerissene Drähtchen des Schaltzugs können zu einer
hakeligen Schaltung führen. In dem Fall wäre nur der Schalt-Innenzug zu
erneuern.
> Oder kann es sein, dass das drehbare Plastikteil in der
> Klickbox klemmt?
Wohl kaum. Meistens setzt die Korrosion den kleinen Schalthebelchen in
der Klickbox zu. Insbesondere längere Stillstandszeiten bei
gleichzeitiger Feuchtigkeitseinwirkung (Fahrrad den Winter über
ungeschützt draußen parken und nicht damit fahren) können dazu führen,
daß nicht nur die Kontaktfläche zwischen den beiden Hebelchen
korrodiert, sondern sich auch in der Bohrung des Hebelchens, das auf
einem Kunststoff-Zapfen sitzt, so viel Korrosion bildet, daß sich das
Hebelchen kaum noch mit Krafteinwirkung auf dem Zapfen drehen läßt. Wenn
die Klickbox abgenommen und der Schaltzug entspannt ist, müssen sich die
beiden Hebelchen in der Klickbox praktisch kräftefrei bewegen lassen,
sonst ist da etwas nicht in Ordnung.
Schaltprobleme können allerdings auch entstehen, wenn Schalthülse,
Schaltstift oder das kleine rote Plastik-Distanzstück auch nur leicht
verbogen sind: Die Plastiknase an dem roten Distanzstück verbiegt
leicht, wenn man sie nur einmal falsch herum aufsetzt, so daß die Nase
auf die Achse schlägt und verbiegt. Der Schaltstift ist dünner als eine
Kugelschreibermine, einmal zu hart angefaßt und er ist kaum merklich
verbogen. Wenn der Schaltzug und die Hebelchen der Klickbox auf
Leichtgängigkeit überprüft wurden und es hakelt noch immer, hilft ggf.
ein Austausch des Sets aus Schaltröhrchen, Schaltstift und roter
Distanzhülse zu einer hakelfreien Schaltung.
BTW: Die alte Klickbox mit der Pfeilmarkierung im Sichtfenster braucht
als Vorspannung des Schaltseils einen Schlag Umschlingung, die neue
Klickbox mit dem Strich im Plexiglasdeckel braucht nach einer völligen
Entspannung des Schaltseils zwei Schlage Umschlingung (einen Schlag
drumherumlegen, einen weiteren Schlag um die Feder vorzuspannen).
Jürgen
Jürgen Schlottke wrote:
> Auch einzelne gerissene Drähtchen des Schaltzugs können zu einer
> hakeligen Schaltung führen. In dem Fall wäre nur der Schalt-Innenzug zu
> erneuern.
Dann würde es aber auch ohne angeschlossene Klickbox haken. Ist bei
unserem Rad nicht so.
>> Oder kann es sein, dass das drehbare Plastikteil in der
>> Klickbox klemmt?
> Wohl kaum.
Der 7. Gang lässt sich gar nicht mehr schalten, der 6. eigentlich auch
schon nicht mehr. Wenn man es dennoch versucht, springt promt das
Drahtseil von der Rolle. Als wäre es ca. 1cm zu kurz! Kann aber nicht
sein, es hat ja lange genug funktioniert.
> der Klickbox zu. Insbesondere längere Stillstandszeiten bei
> gleichzeitiger Feuchtigkeitseinwirkung (Fahrrad den Winter über
> ungeschützt draußen parken und nicht damit fahren) können dazu führen,
> daß nicht nur die Kontaktfläche zwischen den beiden Hebelchen
> korrodiert, sondern sich auch in der Bohrung des Hebelchens, das auf
> einem Kunststoff-Zapfen sitzt, so viel Korrosion bildet, daß sich das
> Hebelchen kaum noch mit Krafteinwirkung auf dem Zapfen drehen läßt. Wenn
> die Klickbox abgenommen und der Schaltzug entspannt ist, müssen sich die
> beiden Hebelchen in der Klickbox praktisch kräftefrei bewegen lassen,
> sonst ist da etwas nicht in Ordnung.
Wirklich geklemmt haben die Hebelchen nie. Nach der Ölung lassen sie
sich zwar nicht super, aber doch einigermaßen leicht bewegen.
> Schaltprobleme können allerdings auch entstehen, wenn Schalthülse,
> Schaltstift oder das kleine rote Plastik-Distanzstück auch nur leicht
> verbogen sind: Die Plastiknase an dem roten Distanzstück verbiegt
> leicht, wenn man sie nur einmal falsch herum aufsetzt, so daß die Nase
> auf die Achse schlägt und verbiegt. Der Schaltstift ist dünner als eine
> Kugelschreibermine, einmal zu hart angefaßt und er ist kaum merklich
> verbogen. Wenn der Schaltzug und die Hebelchen der Klickbox auf
> Leichtgängigkeit überprüft wurden und es hakelt noch immer, hilft ggf.
> ein Austausch des Sets aus Schaltröhrchen, Schaltstift und roter
> Distanzhülse zu einer hakelfreien Schaltung.
Plastiknase, Stift und Hülse sind meines Erachtens noch OK. Die Klickbox
macht schon ohne Verbindung zur Nabe Probleme.
> BTW: Die alte Klickbox mit der Pfeilmarkierung im Sichtfenster braucht
> als Vorspannung des Schaltseils einen Schlag Umschlingung, die neue
> Klickbox mit dem Strich im Plexiglasdeckel braucht nach einer völligen
> Entspannung des Schaltseils zwei Schlage Umschlingung (einen Schlag
> drumherumlegen, einen weiteren Schlag um die Feder vorzuspannen).
Auf dem Fensterchen ist ein Pfeil und mehr als eine Umschlingung gehen
sowieso nicht. Insofern sollte es so OK sein, wie ich den Schaltzug
eingebaut habe. Die Mechnik in der Klickbox muss ich mir allerdings
nochmal genauer ansehen.