Zentrierständer - Abdrücken und Mitte finden ohne das LR rausnehmen zu müssen?

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Jens Herrmann

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Sep 15, 2021, 5:59:54 AMSep 15
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Ich war bisher mit dem einfachen Modell von Rosebikes unterwegs was derzeit für 55 Euro zu haben ist. Das ist ok wenn man es nur gelegentlich macht, auf Dauer nervt es aber jedesmal das LR ausspannen zu müssen, den Schnellspanner entfernen zu müssen nur weil man die Mitte prüfen oder abdrücken will. Centrimaster bietet ein Modell an das beides kann. Welche Alternativen gäbe es sonst noch?


Bodo G. Meier

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Sep 15, 2021, 7:51:46 AMSep 15
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Der einfache Rose-Zentrierständer ist der Nachbau/Weiterbau eines
Modells von Minoura aus den 90ern.
Ich hatte den Rose damals bestellt, war aber so entsetzt von der
Verarbeitung, dass ich ihn retourniert habe. Wenn Du damit
ordentliche Laufräder bauen kannst, musst Du schon sehr versiert sein,
alle Achtung!

Wenn Du die Preisklasse von Centrimaster in Erwägung ziehst, brauche ich
Dir gar nicht erst mit meinem "billigen" Park Tool TS-2, Baujahr ca.
1995, kommen. Den habe ich 2014 mit dem TS-RK Kit und
Caliper Upgrade Kit zum TS-2.2 aufgerüstet.
Dank einer geänderten Konstruktion auf der Achse, welche die Ständerarme
bewegt, lässt sich der TS-2.2 schnell und einfach selbst zentrieren.
Damit kann man dann ein Laufrad mittig zentrieren. Eine Zentrierlehre
zur Kontrolle habe ich aber auch noch.
Um für alle Laufradgrößen und Nabenweiten gerüstet zu sein, greift man
heute wohl am besten zum TS-4.2 von Park Tool.

Unter Abdrücken verstehe ich die rundum fortschreitende Belastung der
Felge gegen die Nabe, wobei sich die Speichen entspannen und eine
vorhandene Torsion verlieren: beim waagerechten Laufrad stützt man sich
von oben kräftig auf die Felge, während die Nabe auf einem Holzklotz mit
Bohrung für die Achse aufliegt.
Meine Phantasie reicht nicht aus, um mir vorzustellen, wie man diesen
Arbeitsschritt bei einem Laufrad erledigen kann, das in einen
Zentrierständer eingespannt ist.
Ich muss wohl bei Centrimaster nachlesen...

Viel Erfolg bei Deiner Suche!
Gruß,
Bodo

--
Postheroische Vampirkartoffel! (Sepp Ruf in de.rec.fahrrad)

Jens Herrmann

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Sep 15, 2021, 1:20:11 PMSep 15
to
On 15.09.21 13:51, Bodo G. Meier wrote:
> Ich hatte den Rose damals bestellt, war aber so entsetzt von der
> Verarbeitung, dass ich ihn retourniert habe. Wenn Du damit
> ordentliche Laufräder bauen kannst, musst Du schon sehr versiert sein,
> alle Achtung!
Sehe ich auch so. Meiner kippelt und auf einer Seite ist der Spacer auf der Schraube zu kurz.

> Meine Phantasie reicht nicht aus, um mir vorzustellen, wie man diesen
> Arbeitsschritt bei einem Laufrad erledigen kann, das in einen
> Zentrierständer eingespannt ist.
Centrimaster empfielt das nur bei dem Modell Comfort, da wird die Achse mit einer Klaue gehalten. Ich hatte so ein Teil noch nie in der Hand und weiß nicht wie gut das in der Praxis wirklich funktioniert. Das Abdrückwerkzeug scheint jedenfalls keine gelagerte Rolle zu haben.

Bodo G. Meier

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Sep 15, 2021, 4:31:41 PMSep 15
to
Am 15. Sept.. 2021 um 19:20 schrieb Jens Herrmann:
> On 15.09.21 13:51, Bodo G. Meier wrote:
>> Ich hatte den Rose damals bestellt, war aber so entsetzt von der
>> Verarbeitung, dass ich ihn retourniert habe. Wenn Du damit
>> ordentliche Laufräder bauen kannst, musst Du schon sehr versiert
>> sein, alle Achtung!
> Sehe ich auch so. Meiner kippelt und auf einer Seite ist der Spacer
> auf der Schraube zu kurz.
>
>> Meine Phantasie reicht nicht aus, um mir vorzustellen, wie man
>> diesen Arbeitsschritt bei einem Laufrad erledigen kann, das in
>> einen Zentrierständer eingespannt ist.
> Centrimaster empfielt das nur bei dem Modell Comfort, da wird die
> Achse mit einer Klaue gehalten.

Mit dem "Digital" soll es auch gehen, wohl weil der den gleichen
Grundrahmen wie der "Comfort" hat.

> Ich hatte so ein Teil noch nie in der Hand und weiß nicht wie gut das
> in der Praxis wirklich funktioniert.

Ich auch nicht, weil ich als Hobbyist niemals so viel Geld für einen
Zentrierständer ausgeben würde.

> Das Abdrückwerkzeug scheint
> jedenfalls keine gelagerte Rolle zu haben.

Sieht merkwürdig aus.

Aber etwas ganz anderes:
Die Nabenlager müssen bei dieser Konstruktion die über das
Abdrückwerkzeug eingeleitete Kraft aufnehmen, wenn ich jetzt keinen
Denkfehler mache.
Das ist genauso kritisch, wie wenn man beim herkömmlichen Abdrücken das
Laufrad auf den Achsenden abstützt, anstatt mit Holzklotz und Bohrung
auf dem Nabenflansch.

Mir ist dieser Centrimaster zu abgedreht. Aber im Video mit dem
Speichenschlüssel "wild" herumdrehen... :-D

Es gibt hierzugrupp eine Reihe erfahrener Laufradbauer.
Deren Meinungen wären interessant.

HC Ahlmann

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Sep 15, 2021, 5:54:41 PMSep 15
to
Bodo G. Meier <bgm...@kabelmail.de> wrote:

> Die Nabenlager müssen bei dieser Konstruktion die über das
> Abdrückwerkzeug eingeleitete Kraft aufnehmen, wenn ich jetzt keinen
> Denkfehler mache.

Bei Konuslagern ist das weniger kritisch als bei Rillenkugelllagern.
--
Munterbleiben
HC

Frank Möller

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Sep 16, 2021, 10:18:38 AMSep 16
to
Bodo G. Meier:

> Um für alle Laufradgrößen und Nabenweiten gerüstet zu sein, greift man
> heute wohl am besten zum TS-4.2 von Park Tool.

Das ist freilich das non plus ultra Top-Gerät - aber eben auch preislich.
Wenn man keine Fat Bikes hat und auch nicht plant, reicht dann schon noch
der TS-2.2.

> Unter Abdrücken verstehe ich die rundum fortschreitende Belastung der
> Felge gegen die Nabe, wobei sich die Speichen entspannen und eine
> vorhandene Torsion verlieren:

Jep, ich auch.

> beim waagerechten Laufrad stützt man sich von oben kräftig auf die Felge,
^^^^^^^^^^^^

Meinst Du beim senkrecht stehenden Laufrad?

> während die Nabe auf einem Holzklotz mit Bohrung für die Achse aufliegt.

Ääähm, näää.

Ich kenne das so, daß man das fertig eingespeichte und zentrierte Leufrad
_senkrecht_ auf eine Unterlage wie Pappe oder Gummimatte stellt, es
zwischen die Beine nimmt und sich dann von oben her mit beiden Händen auf
die Felge stützt, sodaß die senkrechten Speichen entlastet werden und ggf.
etwas knacksen, weil sie dann eine evtl. vorhandene Torsion verlieren.

Dann dreht man das Laufrad auf der Stelle zum nächsten Speichenloch weiter
und wiederholt das Aufstützen. Das macht man so lange rundherumn, bis man
wieder an der Anfangsstelle angekommen ist.

> Meine Phantasie reicht nicht aus, um mir vorzustellen, wie man diesen
> Arbeitsschritt bei einem Laufrad erledigen kann, das in einen
> Zentrierständer eingespannt ist.

Dito.

--

Jens Herrmann

unread,
Sep 16, 2021, 10:58:26 AMSep 16
to
On 15.09.21 22:31, Bodo G. Meier wrote:
> Die Nabenlager müssen bei dieser Konstruktion die über das
> Abdrückwerkzeug eingeleitete Kraft aufnehmen, wenn ich jetzt keinen
> Denkfehler mache.
> Das ist genauso kritisch, wie wenn man beim herkömmlichen Abdrücken das
> Laufrad auf den Achsenden abstützt, anstatt mit Holzklotz und Bohrung
> auf dem Nabenflansch.
DT Swiss macht das bei seinen Laufrädern auch mit einer Rolle die seitlich drückt. Und die haben Rikula drin.
https://youtu.be/w3NpgqZD4SU?t=969

Jens Herrmann

unread,
Sep 16, 2021, 11:05:57 AMSep 16
to
In einem älteren Video machen sie es noch wie von dir beschrieben.
https://youtu.be/HfgVjb7ZXao?t=471

Bodo G. Meier

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Sep 16, 2021, 11:16:45 AMSep 16
to
Am 16. Sept.. 2021 um 16:15 schrieb Frank Möller:
> Bodo G. Meier:
>
>> Um für alle Laufradgrößen und Nabenweiten gerüstet zu sein, greift man
>> heute wohl am besten zum TS-4.2 von Park Tool.
>
> Das ist freilich das non plus ultra Top-Gerät - aber eben auch preislich.
> Wenn man keine Fat Bikes hat und auch nicht plant, reicht dann schon noch
> der TS-2.2.
>
>> Unter Abdrücken verstehe ich die rundum fortschreitende Belastung der
>> Felge gegen die Nabe, wobei sich die Speichen entspannen und eine
>> vorhandene Torsion verlieren:
>
> Jep, ich auch.
>
>> beim waagerechten Laufrad stützt man sich von oben kräftig auf die Felge,
> ^^^^^^^^^^^^
>
> Meinst Du beim senkrecht stehenden Laufrad?

Nää, w a a g e r e c h t.
So wie hier gezeigt:
https://youtu.be/_MLyw7LiCLc?t=3904

(Dieses Video ist nichts für Anfänger und schwache Nerven! ;-) )

>> während die Nabe auf einem Holzklotz mit Bohrung für die Achse aufliegt.
>
> Ääähm, näää.
>
> Ich kenne das so, daß man das fertig eingespeichte und zentrierte Leufrad
> _senkrecht_ auf eine Unterlage wie Pappe oder Gummimatte stellt, es
> zwischen die Beine nimmt und sich dann von oben her mit beiden Händen auf
> die Felge stützt, sodaß die senkrechten Speichen entlastet werden und ggf.
> etwas knacksen, weil sie dann eine evtl. vorhandene Torsion verlieren.
>
> Dann dreht man das Laufrad auf der Stelle zum nächsten Speichenloch weiter
> und wiederholt das Aufstützen. Das macht man so lange rundherumn, bis man
> wieder an der Anfangsstelle angekommen ist.

Jeder Jeck ist anders. ;-)
Mit meinen /zarten Intellektuellenpfötchen/ finde ich das Drücken gegen
die Felgenbreitseiten angenehmer als gegen die schmalen "Felgenhörner"
wie bei Deiner Methode. Der Effekt ist der gleiche.

Früher, als ich noch weniger Ahnung hatte als heute, kannte ich den
Arbeitsschritt des Abdrückens noch nicht. Der erledigte sich dann auf
den ersten gefahrenen Metern mit einem neuen Laufrad von selbst -
"plink, plonk, plink..." ! Ich gestehe freimütig, dass das Murks war... :-\

Bodo G. Meier

unread,
Sep 16, 2021, 11:23:00 AMSep 16
to
Am 16. Sept.. 2021 um 17:05 schrieb Jens Herrmann:
> In einem älteren Video machen sie es noch wie von dir beschrieben.
> https://youtu.be/HfgVjb7ZXao?t=471

Genau! Da kann der F.M. mal sehen...! ;-P


"Der Aufbau und die Wartung von Laufrädern dürfen nur von Fachkräften
durchgeführt werden. Wenden Sie sich bei Fragen und Zweifeln an Ihren
Händler..."

Jo. ;-))

Frank Möller

unread,
Sep 16, 2021, 12:07:07 PMSep 16
to
Bodo G. Meier:
> Am 16. Sept.. 2021 um 16:15 schrieb Frank Möller:
>> Bodo G. Meier:

>>> Unter Abdrücken verstehe ich die rundum fortschreitende Belastung der
>>> Felge gegen die Nabe, wobei sich die Speichen entspannen und eine
>>> vorhandene Torsion verlieren:

>> Jep, ich auch.

>>> beim waagerechten Laufrad stützt man sich von oben kräftig auf die Felge,
>> ^^^^^^^^^^^^

>> Meinst Du beim senkrecht stehenden Laufrad?

> Nää, w a a g e r e c h t.
> So wie hier gezeigt:
> https://youtu.be/_MLyw7LiCLc?t=3904

Und danach soll man sich in eine Zeitschleife begeben und nachzentrieren
und wieder auf diese Weise abdrücken und nachzentrieren und ...

NÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ! MÄWORR!

Bei "meiner" Methode muß man nur ganz selten nochmal nachzentrieren. Kann
mal vorkommen, ist aber wirklich selten.

> (Dieses Video ist nichts für Anfänger und schwache Nerven! ;-) )

Das gehört doch verboten.

>>> während die Nabe auf einem Holzklotz mit Bohrung für die Achse aufliegt.

>> Ääähm, näää.

>> Ich kenne das so, daß man das fertig eingespeichte und zentrierte Leufrad
>> _senkrecht_ auf eine Unterlage wie Pappe oder Gummimatte stellt, es
>> zwischen die Beine nimmt und sich dann von oben her mit beiden Händen auf
>> die Felge stützt, sodaß die senkrechten Speichen entlastet werden und ggf.
>> etwas knacksen, weil sie dann eine evtl. vorhandene Torsion verlieren.

>> Dann dreht man das Laufrad auf der Stelle zum nächsten Speichenloch weiter
>> und wiederholt das Aufstützen. Das macht man so lange rundherumn, bis man
>> wieder an der Anfangsstelle angekommen ist.

> Jeder Jeck ist anders. ;-)
> Mit meinen /zarten Intellektuellenpfötchen/ finde ich das Drücken gegen
> die Felgenbreitseiten angenehmer als gegen die schmalen "Felgenhörner"
> wie bei Deiner Methode.

Ich hatte es nicht extra erwähnt, aber Du darfst selbstverfreilich
Handschühchen anziehen und/oder etwas zwischen die Händchen und die
Felgenhörner dazwischenlegen.

Ich glaube, wenn ich groß bin, erfinde ich für alle Felgenbreiten jeweils
eine passende Einlage, die genau in das jeweilige Felgenbett paßt, und dann
werde ich Ultratrillionär und fliege mit eigenen Raketen zum Neptun. Oder
so.

> Der Effekt ist der gleiche.

Ich habe so den Eindruck, daß corsätzliches Provozieren eines Seitenschlags
doch _nicht_ genau der gleiche Effekt ist. ;-]

> Früher, als ich noch weniger Ahnung hatte als heute, kannte ich den
> Arbeitsschritt des Abdrückens noch nicht. Der erledigte sich dann auf
> den ersten gefahrenen Metern mit einem neuen Laufrad von selbst -
> "plink, plonk, plink..." ! Ich gestehe freimütig, dass das Murks war... :-\

Hab ich dazumal auch so gemacht (bevor's mir ein Schrauber gezeigt hat).
Und schließlich war noch vor Ankunft an der Eisdiele das neu zentrierte
Laufrad "entplingt". What shalls?

--

Bodo G. Meier

unread,
Sep 16, 2021, 12:32:06 PMSep 16
to
Am 16. Sept.. 2021 um 16:15 schrieb Frank Möller:
> Bodo G. Meier:
>
>> Um für alle Laufradgrößen und Nabenweiten gerüstet zu sein, greift man
>> heute wohl am besten zum TS-4.2 von Park Tool.
>
> Das ist freilich das non plus ultra Top-Gerät - aber eben auch preislich.
> Wenn man keine Fat Bikes hat und auch nicht plant, reicht dann schon noch
> der TS-2.2.

Gerade bin ich auf den Zentrierständer von VAR gestoßen - ein
klassischer franz. Hersteller von Fahrradwerkzeugen und -zubehör.
Der sieht sehr interessant aus, verglichen mit den Park Tool-Geräten.

https://www.bike24.de/p1277644.html?menu=1000,5,185,187

Für den gibt es auch ein umfangreiches Zubehör:
https://www.vartools.com/en/professional-wheel-truing-stand-with-options-var-p1770.php

Aber die Anforderungen des OP erfüllt der wohl auch nicht.

Arno Welzel

unread,
Sep 20, 2021, 8:14:30 AMSep 20
to
Frank Möller:

> Bodo G. Meier:
[...]
>> beim waagerechten Laufrad stützt man sich von oben kräftig auf die Felge,
> ^^^^^^^^^^^^
>
> Meinst Du beim senkrecht stehenden Laufrad?

Nein.

>> während die Nabe auf einem Holzklotz mit Bohrung für die Achse aufliegt.
>
> Ääähm, näää.

Ähm, doch.

> Ich kenne das so, daß man das fertig eingespeichte und zentrierte Leufrad
> _senkrecht_ auf eine Unterlage wie Pappe oder Gummimatte stellt, es
> zwischen die Beine nimmt und sich dann von oben her mit beiden Händen auf
> die Felge stützt, sodaß die senkrechten Speichen entlastet werden und ggf.
> etwas knacksen, weil sie dann eine evtl. vorhandene Torsion verlieren.

Siehe auch das hier schon genannte Video:

<https://youtu.be/HfgVjb7ZXao?t=471>



--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de

Frank Möller

unread,
Sep 20, 2021, 8:42:53 AMSep 20
to
Arno Welzel:
> Frank Möller:

>> Ich kenne das so, daß man das fertig eingespeichte und zentrierte Leufrad
>> _senkrecht_ auf eine Unterlage wie Pappe oder Gummimatte stellt, es
>> zwischen die Beine nimmt und sich dann von oben her mit beiden Händen auf
>> die Felge stützt, sodaß die senkrechten Speichen entlastet werden und ggf.
>> etwas knacksen, weil sie dann eine evtl. vorhandene Torsion verlieren.

> Siehe auch das hier schon genannte Video:

> <https://youtu.be/HfgVjb7ZXao?t=471>

Wie schon geschrieben: Das halte ich für völlig irre, auf diese Weise
direkt nach dem Zentrieren durch absichtlich nicht bestimmungsgemäße
Laufradbelastung einen Achter zu provozieren, zumal man dann erst wieder
auf Seiten- und Höhenschlag prüfen, nachzentrieren und wieder auf diese
Weise abdrücken soll, um erneut auf Seiten- und Höhenschlag usw. usf. ...

Bei "meiner" Methode hingegen ist ein Nachzentrieren höchst selten nötig,
und wenn doch, dann vielleicht einmal und nur kurz, dann paßt's. Wer will,
kann's ja gerne selber überprüfen.

--

Arno Welzel

unread,
Sep 20, 2021, 8:54:31 AMSep 20
to
Frank Möller:

> Arno Welzel:
>> Frank Möller:
>
>>> Ich kenne das so, daß man das fertig eingespeichte und zentrierte Leufrad
>>> _senkrecht_ auf eine Unterlage wie Pappe oder Gummimatte stellt, es
>>> zwischen die Beine nimmt und sich dann von oben her mit beiden Händen auf
>>> die Felge stützt, sodaß die senkrechten Speichen entlastet werden und ggf.
>>> etwas knacksen, weil sie dann eine evtl. vorhandene Torsion verlieren.
>
>> Siehe auch das hier schon genannte Video:
>
>> <https://youtu.be/HfgVjb7ZXao?t=471>
>
> Wie schon geschrieben: Das halte ich für völlig irre, auf diese Weise
> direkt nach dem Zentrieren durch absichtlich nicht bestimmungsgemäße
> Laufradbelastung einen Achter zu provozieren, zumal man dann erst wieder
> auf Seiten- und Höhenschlag prüfen, nachzentrieren und wieder auf diese
> Weise abdrücken soll, um erneut auf Seiten- und Höhenschlag usw. usf. ...

Das musst Du der Firma DT Swiss erzählen, die das genau so machen.
Alternativ durch eine extra dafür konstruierte Maschine, wie hier auch
schon gezeigt wurde.

> Bei "meiner" Methode hingegen ist ein Nachzentrieren höchst selten nötig,
> und wenn doch, dann vielleicht einmal und nur kurz, dann paßt's. Wer will,
> kann's ja gerne selber überprüfen.

Ich bevorzuge ja, frei nach Sheldon Brown, die Speichen beim Spannen ein
kleines Stück weiterzudrehen als nötig, damit man sie am Ende wieder ein
Stück zurückdrehen kann. Dann müssen sich beim Abdrücken auch nicht so
viele Speichen zurückdrehen.

Siehe auch <https://www.sheldonbrown.com/wheelbuild.html>, Zitat:

"As the wheel begins to come into tension, you start to have to deal
with spoke torsion. When you turn your spoke wrench, the spoke will
first twist a bit from the friction of the threads. Once the nipple has
turned far enough, the twist in the spoke will give enough resistance
that the threads will start to move, but the spoke will remain twisted.
What a good wheelbuilder can do that a robot machine can't do is feel
this twist. If you "finish" your wheel up, and it is perfectly true in
your stand, but the spokes are twisted, the wheel will not stay true on
the road. The twist in the spokes will eventually work itself out, and
the wheel will go out of true.

This problem can be prevented by sensitive use of your spoke wrench. You
need to overshoot and back off. In other words, suppose you want to
tighten a particular spoke 1/4 turn. You don't just turn the wrench 1/4
turn, you turn it a little farther, then back it up that same little
bit. The nipple winds up being 1/4 turn tighter, but the backing up
releases the twist in the spoke."

Frank Möller

unread,
Sep 20, 2021, 10:58:09 AMSep 20
to
Andreas Oehler:
> Mon, 20 Sep 2021 14:41:03 +0200, Frank Möller:
>> Arno Welzel:
>>> Frank Möller:

>>>> Ich kenne das so, daß man das fertig eingespeichte und zentrierte Leufrad
>>>> _senkrecht_ auf eine Unterlage wie Pappe oder Gummimatte stellt, es
>>>> zwischen die Beine nimmt und sich dann von oben her mit beiden Händen auf
>>>> die Felge stützt, sodaß die senkrechten Speichen entlastet werden und ggf.
>>>> etwas knacksen, weil sie dann eine evtl. vorhandene Torsion verlieren.

>>> Siehe auch das hier schon genannte Video:

>>> <https://youtu.be/HfgVjb7ZXao?t=471>

>> Wie schon geschrieben: Das halte ich für völlig irre, auf diese Weise
>> direkt nach dem Zentrieren durch absichtlich nicht bestimmungsgemäße
>> Laufradbelastung einen Achter zu provozieren, zumal man dann erst wieder
>> auf Seiten- und Höhenschlag prüfen, nachzentrieren und wieder auf diese
>> Weise abdrücken soll, um erneut auf Seiten- und Höhenschlag usw. usf. ...

> Es geht darum, Speichen temporär zu entlasten, ohne gewaltige lokale
> Kräfte auf die Felge einzuleiten. Das geht auf die gezeigte Art und Weise
> am einfachsten.

Das sehe ich gerade nicht so, daß das "am einfachsten" wäre.

> Eigentlich macht das jeder seriöse Laufradbauer so.

"Eigentlich trägt jeder seriöse Radler Helm." - Nee, für mich ist das nix,
und wenn es noch so "serlös" sein soll.

> Nach besser ist es, das Laufrad am Ende kräftig "Durchzuwalken" im Sinne
> von Jobst Brandt: Je ein rechtes und linkes Paar paralleler Speichen
> umgriefen und mit maximaler Handkraft zusammendrücken.

Das mache ich zum Schluß beim Zentrieren instinktiv (wenn auch vielleicht
nicht mit "maximaler" Handkraft), bevor ich dann auf "meine Art" abdrücke.

> So werden dieses Speichen momentan erheblich stärker gespannt. Der
> Speichenbogen bettet sich dabei leicht in den Nabenflansch ein und
> verbliebene Spannungen im Speichenbogen werden abgebaut. Ggf. muß auch
> dann nochmal nachzentriert werden.

> Klar dauert das - aber ein so gequältes Laufrad muß dann später nicht
> nochmal angefaßt werden, weil keine Setzerscheinungen auch bei rauher
> Fahrweise mehr zu erwarten sind.

Meine Laufräder fasse ich gerne nochmal an, das macht mir nix aus; und die,
die vom Schrauber kamen, waren auf genau jene beschriebene Weise abgedrückt
(von genau denen wurde mir das so gezeigt) und wurden erst nach etlichen
Jahren mal wieder angefaßt.

--

Frank Möller

unread,
Sep 20, 2021, 12:16:31 PMSep 20
to
Arno Welzel:
> Frank Möller:
>> Arno Welzel:
>>> Frank Möller:

>>>> Ich kenne das so, daß man das fertig eingespeichte und zentrierte Leufrad
>>>> _senkrecht_ auf eine Unterlage wie Pappe oder Gummimatte stellt, es
>>>> zwischen die Beine nimmt und sich dann von oben her mit beiden Händen auf
>>>> die Felge stützt, sodaß die senkrechten Speichen entlastet werden und ggf.
>>>> etwas knacksen, weil sie dann eine evtl. vorhandene Torsion verlieren.

>>> Siehe auch das hier schon genannte Video:

>>> <https://youtu.be/HfgVjb7ZXao?t=471>

>> Wie schon geschrieben: Das halte ich für völlig irre, auf diese Weise
>> direkt nach dem Zentrieren durch absichtlich nicht bestimmungsgemäße
>> Laufradbelastung einen Achter zu provozieren, zumal man dann erst wieder
>> auf Seiten- und Höhenschlag prüfen, nachzentrieren und wieder auf diese
>> Weise abdrücken soll, um erneut auf Seiten- und Höhenschlag usw. usf. ...

> Das musst Du der Firma DT Swiss erzählen, die das genau so machen.

Aha, muß ich das. Na, dann...

> Alternativ durch eine extra dafür konstruierte Maschine, wie hier auch
> schon gezeigt wurde.

Von mir aus können die das so machen und dafür auch gerne ihre extra
Maschine verkaufen - wenn's schee mocht.

--

Arno Welzel

unread,
Sep 20, 2021, 12:24:54 PMSep 20
to
Frank Möller:

> Arno Welzel:
>> Frank Möller:
>>> Arno Welzel:
[...]
>>>> <https://youtu.be/HfgVjb7ZXao?t=471>
>
>>> Wie schon geschrieben: Das halte ich für völlig irre, auf diese Weise
>>> direkt nach dem Zentrieren durch absichtlich nicht bestimmungsgemäße
>>> Laufradbelastung einen Achter zu provozieren, zumal man dann erst wieder
>>> auf Seiten- und Höhenschlag prüfen, nachzentrieren und wieder auf diese
>>> Weise abdrücken soll, um erneut auf Seiten- und Höhenschlag usw. usf. ...
>
>> Das musst Du der Firma DT Swiss erzählen, die das genau so machen.
>
> Aha, muß ich das. Na, dann...

... eine E-Mail an DT Swiss geschickt, dass sie "völlig irre" Methoden
in ihrer Laufradproduktion einsetzen. Oder willst Du nicht, dass die
Menschheit endlich lernt, wie man Laufräder richtig baut?

>> Alternativ durch eine extra dafür konstruierte Maschine, wie hier auch
>> schon gezeigt wurde.
>
> Von mir aus können die das so machen und dafür auch gerne ihre extra
> Maschine verkaufen - wenn's schee mocht.

Die verkaufen die Maschine nicht. Es wurde ein Video genannt, wo gezeigt
wurde, dass die so eine Maschine in ihrer Produktion einsetzen:

<https://youtu.be/w3NpgqZD4SU?t=969>

Frank Möller

unread,
Sep 20, 2021, 12:46:39 PMSep 20
to
Arno Welzel:
> Frank Möller:
>> Arno Welzel:
>>> Frank Möller:

>>>> Wie schon geschrieben: Das halte ich für völlig irre, auf diese Weise
>>>> direkt nach dem Zentrieren durch absichtlich nicht bestimmungsgemäße
>>>> Laufradbelastung einen Achter zu provozieren, zumal man dann erst wieder
>>>> auf Seiten- und Höhenschlag prüfen, nachzentrieren und wieder auf diese
>>>> Weise abdrücken soll, um erneut auf Seiten- und Höhenschlag usw. usf. ...

>>> Das musst Du der Firma DT Swiss erzählen, die das genau so machen.

>> Aha, muß ich das. Na, dann...

> ... eine E-Mail an DT Swiss geschickt, dass sie "völlig irre" Methoden
> in ihrer Laufradproduktion einsetzen.

Wenn sie meinen, sie müßten das so machen...

> Oder willst Du nicht, dass die Menschheit endlich lernt, wie man
> Laufräder richtig baut?

Wieso sollte ich wollen, daß "die Menschheit" usw. usf.? Bin ich Moses?

>>> Alternativ durch eine extra dafür konstruierte Maschine, wie hier auch
>>> schon gezeigt wurde.

>> Von mir aus können die das so machen und dafür auch gerne ihre extra
>> Maschine verkaufen - wenn's schee mocht.

> Die verkaufen die Maschine nicht.

Gut, dann nicht.

--

Bodo G. Meier

unread,
Sep 20, 2021, 12:50:25 PMSep 20
to
Bloss, dass der Ziegenbart mit der hippen Brille dazu eine Erklärung
liefert, mit der ich das Walken der Speichen begründen würde. :-o

Verwirrte Grüße,

Jens Herrmann

unread,
Sep 21, 2021, 4:12:33 AMSep 21
to
On 20.09.21 14:14, Arno Welzel wrote:
> Siehe auch das hier schon genannte Video:
> <https://youtu.be/HfgVjb7ZXao?t=471>
Es gibt dazu noch ein Video aus der Produktion von DT Swiss. Dort liegt die Felge in vollem Umfang auf und der Druck wird auf den Nabenkörper ausgeübt. Das geht schneller als alles andere.
https://youtu.be/2zkt-kM8JIA?t=927

Bodo G. Meier

unread,
Sep 21, 2021, 4:29:13 AMSep 21
to
Danke für den link!
Für einen Hobbyisten ist so eine Anordnung nicht einfach zu realisieren.

Wenn ich richtig sehe, dreht der Bediener das Laufrad je Seite 3x
weiter, also jeweils um ca. 120 °. Es wundert mich, dass das notwendig ist.

Gruss,

Arno Welzel

unread,
Sep 21, 2021, 4:49:56 AMSep 21
to
Bodo G. Meier:

> Am 21. Sept.. 2021 um 10:12 schrieb Jens Herrmann:
>> On 20.09.21 14:14, Arno Welzel wrote:
>>> Siehe auch das hier schon genannte Video:
>>> <https://youtu.be/HfgVjb7ZXao?t=471>
>> Es gibt dazu noch ein Video aus der Produktion von DT Swiss. Dort liegt die Felge in vollem Umfang auf und der Druck wird auf den Nabenkörper ausgeübt. Das geht schneller als alles andere.
>> https://youtu.be/2zkt-kM8JIA?t=927
>
> Danke für den link!
> Für einen Hobbyisten ist so eine Anordnung nicht einfach zu realisieren.
>
> Wenn ich richtig sehe, dreht der Bediener das Laufrad je Seite 3x
> weiter, also jeweils um ca. 120 °. Es wundert mich, dass das notwendig ist.

Wenn man genau hinsieht, sieht man auch, dass die Felge nur auf zwei
Punkten aufliegt. Deshalb wird sie mehrfach gedreht.

Bodo G. Meier

unread,
Sep 21, 2021, 5:15:59 AMSep 21
to
Da das Laufrad ja bereits zentriert wurde, sollte das nicht an dessen
"Eierigkeit" liegen, sondern gewollt sein.
Ob ich beim nächsten Mal ein Laufrad auf die Toilettenbrille lege...:-D

Oben rechts an der Maschine ist ein Schild verpixelt, oder?
Was soll die Allgemeinheit da nicht sehen...? Mystisch...

Gruß,
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