On Wed, 22 May 2013 23:56:34 +0200, Frank $tudt wrote:
> Am 22.05.2013 22:06, schrieb Markus Luft:
>> On Wed, 22 May 2013 20:23:59 +0200, Frank $tudt wrote:
>>
>>
>> Bei einer Schrittlänge von 88 cm passen die 175er Kurbeln.
>> Zu kurze Kurbeln können auch schaden, denn es kann dann zu einer
>> Sehnenverkürzung kommen.
>>
>
> Steile These. Welche Sehnen verkürzen sich denn durch kurze Kurbeln so
> unnatürlich, das irgendwelche Beschwerden (bei welchen Tätigkeiten?)
> auftreten? Vor allem wie verläuft dieser Prozess der Sehnenverkürzung
> durch kurze Kurbeln? Das Ganze auch gerne als Link zu einem Fachartikel.
>
Sehnenverkürzung tritt regelmäßig bei einseitiger Belastung auf.
Wenn die Kurbeln zu kurz sind, dann wird der Kreisbogen kleiner und der
Muskel wird nicht mehr in alle Winkellagen bewegt, entsprechend verkürzen
sich auch die Sehnen. Einen Fachartikel kann ich nicht finden.
Ich plappere ja nur das nach, was mir mein Chirurg gesagt hat, der kennt
sich allerdings mit Radfahren nicht so gut aus, der verarztet hier die
Handballer, hat also immerhin reichlich Erfahrung mit Leistungspochtlern.
>> Wenn man tatsächlich sehr viel Rad fährt und wenig läuft, dann schaden zu
>> leichte Gänge, weil die schützenden Muskeln abgebaut werden und ebenso
>> wie bei Überlast, der Knorpel nicht mehr vernünftig ernährt werden kann.
>
>
> Was macht eigentlich der Knorpel bei leichten Menschen im Bereich von
> 50-60 Kg. Da müssen die Gelenke ja total kaputt sein, weil der Knorpel
> an Unterernährung stirbt und erst der Muskelschwund bei diesen
> Leichtgewichten. Auch diese These von Muskel- und Knorpelschwund durch
> leichte Gänge halte ich für Quatsch. Jemand, der mit einer Dauerleistung
> von 150-250 Watt "sehr viel Rad fährt" wird mit Sicherheit keine durch
> hohe Trittfrequenz (90-120 Rpm) induzierte körperliche Anomalien zeigen.
>
Wieso soll das Quatsch sein? Wenn Du Deinen Knorpel einem geringeren Druck
aussetzt als beim Gehen, dann funktioniert die Ernährung eben nicht mehr.
Wenn man das dauernd so macht, dann geht der Knorpel eben kaputt.
Wieviel Kg das sein müssen, weiß ich nicht. Was hat der Steinzeitmensch
denn üblicherweise so gewogen? Offensichtlich reichen da 50-60 Kg.
Probleme habe da doch eher Übergewichtige.
Leichte Personen haben tatsächlich meistens weniger Kraft als Schwerere,
und laufen dann auch leichter in Gefahr ihre Knie zu überlasten, weil
ihnen schützende Muskeln fehlen, die müssen dann eben kleinere Gänge
fahren.
Und ich habe hier schon von IMHO Mini-Gängen gelesen, die dann
üblicherweise in der Ebene gefahren werden, weil bei höheren Gängen
angeblich die Knie weich würden, da habe ich mich schon gefragt, ob
da nicht tatsächlich schon ein krankhafter Muskelabbau im Spiel sein
könnte. Das sollte sich aber am ehesten beim Gehen (Treppe) offenbaren.
Die Angabe einer Leistung ist da wenig hilfreich, wenn man den Druck
(Kraft pro Fläche) wissen will. Wieviel N bringt denn ein Radfahrer
auf die Pedale, bei Deinen Angaben?
>
>> Der Knorpel benötigt einen gewissen Druck und der ist auf den üblichen
>> Druck beim Laufen optimiert.
>
>
> Der so optimierte Knorpel ist bei nicht wenigen im Alter zwischen 20 und
> 40 Jahren so kaputt, dass sie nicht beschwerdefrei Treppen laufen können
> etc.. Auch hier hat die Evolution mal wieder vollkommen versagt. Deine
> Empfehlung lautet also, der durch "üblichen Druck" zerstörte Knorpel
> soll durch den selben "üblichen Druck" regeneriert werden?
>
Die Evolution hat z.B. auch keine Schuhe vorgesehen und schon gar keine
hochhackigen. Knorpel wird kaum regeneriert. Man kann den Schaden aber
verschlimmern in dem man das Knie ständig schont oder überlastet.
Und beim Schonen habe ich schlicht den Eindruck, Du übertreibst das
beim Radfahren. Die üblichen 50-60 TF Schwertreter machen beim Alltags-
Radfahren garantiert nicht ihre Knie kaputt, auch dann nicht, wenn sie
vor dem Anfahren nicht mal runter Schalten. Wenn die längere Zeit so
bergauf fahren, kriegen die schon rechtzeitig weiche Beine und schalten
dann entweder runter oder können nicht mehr weiter. Lediglich Spochtler
würden das ignorieren...
In meinen Knorpel sind übrigens viele Microlöcher gebohrt worden,
damit das eintretende Blut mit seinen Stammzellen den Knorpel wieder
etwas aufbaut. Nur ist das dann kein hyaliner Knorpel mehr, es bildet
sich nur noch weicher Knorpel. Arthrose ist bis zu einem gewissen Grad
auch völlig normal, die Evolution konnte ja nicht ahnen, daß wir so
alt werden, genauer gesagt, es ist ihr vollkommen wurscht. Der
Reproduktionsakt ist mit 40 schon lange gelaufen...
>
>>> Auf dem Fahrrad ist meiner Ansicht nach Stadtverkehr mit häufigen
>>> Beschleunigungsphasen nicht so dolle fürs Knie.
>>> Gut fürs Knie ist moderates Ausdauertraining (Fahrrad) ohne großen
>>> Krafteinsatz.
>>>
>> Gut für das kranke, sowie für das gesunde Knie, ist moderates
>> Krafttraining, das gilt auch bestimmt für lädierte Menisken.
>
> Einigen wir uns auf moderates Kraft- und Ausdauertraining. Wobei
> moderates Ausdauertraining auf dem Rad meiner Ansicht Krafttraining
> impliziert. Ausdauertraining findet für mich vorwiegend im Bereich von
> 150-250 Watt statt.
>
Ausdauer ist immer gut. Ich mußte nach meiner OP aber erst Krafttraining
machen. Anfangsbelastung etliche Wochen nach der OP waren auf der
Beinpresse 30-40 Kg einbeinig und 60-70 Kg beidbeinig. (lächerlich)
Und gaanz langsam. Der Muskel soll auch weich werden bei den Übungen,
sonst baut sich da Nichts auf. Radfahren ging vom Kraftaufwand gefühlt
deutlich leichter. Ich fürchte, beim normalen Radfahren baut man nicht
sonderlich viel Muskeln auf. Oder ist Dir schon mal aufgefallen, daß
die Schwertreter unter den Alltagsradfahrern besonders dicke Beine
hätten? Der Witz beim Muskelaufbau ist ja eine kontrollierte
Überlastung, über eine begrenzte Zeit.
Die Angabe einer Leistung finde ich jetzt nicht sonderlich geeignet
um eine Kraft anzugeben. Das hat mehr etwas mit Ausdauer zu tun.
Es würde mich mal brennend interessieren wie viel N ich typischerweise
auf die Pedale bringe.
>> Stöße sollte man vermeiden und ich weiß zwar nicht, wie Du antrittst,
>> aber ich bin mir ziemlich sicher, daß auch bei Dir Gehen mit Schuhen
>> heftigere Stöße auf den Knorpel verursachen als Radfahren.
>
> Das genau zum Vergleich zu quantifizieren fällt mir schwer und es geht
> bei Schädigungen im Kniegelenk auch nicht nur um Stöße sondern darum
> welchen Druck das Gelenk aushalten muss. Ein kurzer Stoß ist da
> harmloser als z.B. ein Ampelsprint, bei dem über mehrere Sekunden >500
> Watt getreten werden.
>
Mit Schuhen gehen, dürfte dem Knorpel mehr schaden, da Du dann ständig
mit der Hacke auftrittst, während die Evolution das Auftreten mit
dem Vorderfuß vorgesehen hat.
Du darfst getrost davon ausgehen, daß man sich beim Alltagsradfahren
seine Knie nicht ruiniert. Das machen Spochtler, die zum Krafttraining
mit 53:11 den Berg durchdrücken und auch nicht aufhören, wenn die Muskeln
weich werden. Da passt dann der Kraftaufwand nicht mehr zu den Muskeln,
die sie ja aufbauen wollen. Wenn man die entsprechenden Muskeln schon
hat, dann kann man Dinge tun, wo normalen Menschen die Patellae
rausspringen würden, allerdings auch nicht zu oft.