Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Der perfekte Radweg?

107 views
Skip to first unread message

Thomas Bliesener

unread,
May 18, 2022, 1:05:28 PM5/18/22
to
Hatte ich an der Côte d'Azur etwa den seit Jahrzehnten gesuchten idealen
Radweg entdeckt? <http://melix.mx/~bli/misc/DSC01033.webp> (229 kibyte)

Meine Gedanken waren: keine Rechtsabbieger, keine Linkskabbieger, keine
Grundstücksausfahrten, keine Kreuzungen, keine Drei-Sekunden-Grünphasen,
keine Stehzeuge, keine Fußgänger ("Interdit aux pietons"), keine
Geisterradler, keine Wurzelaufbrüche, keine Glasscherben, Schnee- oder
Laubhaufen, keine Mülltonnen, Cafétischchen oder Bauschuttcontainer,
keine Strommasten oder Laternen, keine rechten Winkel.

Sah befahrbar aus. Nichts, was ich unbedingt brauche, aber wenn man sich
schon soviel Mühe gibt, dann fahre ich dort halt.

Die ersten 100 m waren ok. Der Fahrstreifen daneben ist zwar deutlich
breiter, aber da ich niemanden überholen mußte, war das kein großer
Nachteil.

Und dann kam die kalte Dusche: <http://melix.mx/~bli/misc/DSC01034.webp>
(284 kibyte). Überflüssig zu sagen, daß ich geradeaus weiterfahren wollte
und erst warten mußte, bis der rechte Fahrstreifen frei war und dann, bis
der linke frei war. (Ich hätte für das Foto nicht warten sollen, bis die
Kfz durch waren, das wäre instruktiver gewesen.)

Wer denkt sich so einen Scheiß aus? So ein Kubikmeter Tunnel ist
schließlich nicht billig. Ob es darum geht, einer Grünphase voll Kfzler
das Überholen zu ermöglichen, und danach ist es dann egal?
--
bli

Bodo G. Meier

unread,
May 18, 2022, 1:54:06 PM5/18/22
to
Am 18. Mai. 2022 um 19:05 schrieb Thomas Bliesener:
> Hatte ich an der Côte d'Azur etwa den seit Jahrzehnten gesuchten idealen
> Radweg entdeckt? <http://melix.mx/~bli/misc/DSC01033.webp> (229 kibyte)

Monaco!

Das Schild mit dem grünen Fahrradsymbol "Port Itinéraire Conseillé"
übersetze ich mit /Empfohlener Weg zum Hafen/.
Aber ich fürchte, mein Französisch versagt gerade... :-(

2011 gab es dort keinen Radweg und auch keine Wegempfehlung mehr:
https://www.google.com/maps/@43.7302577,7.417352,3a,36.3y,64.88h,81.11t/data=!3m6!1e1!3m4!1s0TdC0PyA1FEGvf8OtYKkTw!2e0!7i13312!8i6656

Aber der Tunnel ist wenigstens nicht für Radfahrende verboten!

Gruß,
Bodo

--
Sofortige Zusammenlegung von Wladimir Putin, Naftali Bennet und Richard
Nixon!

Karl Müller

unread,
May 19, 2022, 1:52:55 AM5/19/22
to
Am Wed, 18 May 2022 19:54:03 +0200 schrieb Bodo G. Meier:

> Am 18. Mai. 2022 um 19:05 schrieb Thomas Bliesener:
>> Hatte ich an der Côte d'Azur etwa den seit Jahrzehnten gesuchten
>> idealen Radweg entdeckt? <http://melix.mx/~bli/misc/DSC01033.webp> (229
>> kibyte)
>
> Monaco!
>
> Das Schild mit dem grünen Fahrradsymbol "Port Itinéraire Conseillé"
> übersetze ich mit /Empfohlener Weg zum Hafen/.
> Aber ich fürchte, mein Französisch versagt gerade... :-(
>
> 2011 gab es dort keinen Radweg und auch keine Wegempfehlung mehr:
> https://www.google.com/maps/@43.7302577,7.417352,3a,36.3y,64.88h,81.11t/
data=!3m6!1e1!3m4!1s0TdC0PyA1FEGvf8OtYKkTw!2e0!7i13312!8i6656
>
> Aber der Tunnel ist wenigstens nicht für Radfahrende verboten!
>

Vielleicht erwartet der Thomas einen Extra-Tunnel nur für Radfahrer. Und
würde dann darüber meckern, das dieser Tunnel 100m länger und 0,8% mehr
Steigung hat als der Tunnel für die Autofahrer

Also ich bin mal virtuell durch den Tunnel gefahren - der sieht gut
aus[1], auch für Radfahrer

mfg

Karl

[1] Die Fahrt durch einen längeren Tunnel ist bei vielen
Fahrzeugbenutzern mit einem mulmigen Gefühl verbunden. Dies ist nicht
vollkommen unbegründet, lauern doch im Tunnel zahlreiche Gefahren und ist
eine Flucht nicht ohne weiteres möglich. Durch moderne Technik sind die
Tunnel jedoch in den letzten Jahrzehnten deutlich sicherer geworden. Und
mit dem richtigen Verhalten kann jeder Verkehrsteilnehmer noch zusätzlich
zur Sicherheit im Tunnel beitragen.

Wolfram Jahn

unread,
May 19, 2022, 2:46:59 AM5/19/22
to
Am 18.05.22 um 19:05 schrieb Thomas Bliesener:
> Hatte ich an der Côte d'Azur etwa den seit Jahrzehnten gesuchten idealen
> Radweg entdeckt? <http://melix.mx/~bli/misc/DSC01033.webp> (229 kibyte)

Danke für den Link, der einen nach dem Öffnen sofort ungefragt mit
Werbung zusch**sst.

Karl Müller

unread,
May 19, 2022, 3:07:51 AM5/19/22
to
Aha - ein AdBlocker kann gegen eine solche Belästigung hilfreich sein

mfg

Karl

Sepp Ruf

unread,
May 19, 2022, 6:23:11 AM5/19/22
to
Am 19.05.22 um 09:07 schrieb Karl Müller:
> Am Thu, 19 May 2022 08:46:57 +0200 schrieb Wolfram Jahn:
>> Am 18.05.22 um 19:05 schrieb Thomas Bliesener:
>>> Hatte ich an der Côte d'Azur etwa den seit Jahrzehnten gesuchten
>>> idealen Radweg entdeckt? <http://melix.mx/~bli/misc/DSC01033.webp> (229
>>> kibyte)
>>
>> Danke für den Link, der einen nach dem Öffnen sofort ungefragt mit
>> Werbung zusch**sst.

Soso.

> Aha - ein AdBlocker kann gegen eine solche Belästigung hilfreich sein

So schlimm find ich die dezente Werbung links oben fuer das
Briefmarkenmuseum gar nicht. Gecharterte Luxusjacht im Hafen langweilt
Boxenluder doch nur. ;-1

Ralph Angenendt

unread,
May 19, 2022, 8:11:34 AM5/19/22
to
Das ist sehr interessant:

|bash-5.1$ curl http://melix.mx/~bli/misc/DSC01033.webp | identify -
| % Total % Received % Xferd Average Speed Time Time Time Current
| Dload Upload Total Spent Left Speed
|100 228k 100 228k 0 0 2497k 0 --:--:-- --:--:-- --:--:-- 2723k
|-=>/var/folders/_2/s9h1tc990132w546xb1zz_bc0000gq/T/magick-3Ypr6LmT0BaO2X91Tjm1ocWV3uDhCdPQ WEBP 1061x1020 1061x1020+0+0 8-bit sRGB 234304B 0.020u 0:00.018
|bash-5.1$

Wie scheißt dich ein 1061x1020 Pixel großes Bild im webp-Format mit Werbung zu?

Erzähl mal.

Ralph
--
Übervaterlandverräter und Mutterkornblumenblau

Thomas Bliesener

unread,
May 19, 2022, 9:00:05 AM5/19/22
to
Bodo G. Meier schrieb:
Interessant. Also eine übliche Verschlimmbesserung. (Meine Bilder sind
vom Februar 2022. Es gab 2011 also *noch* keinen Radweg.)

> Aber der Tunnel ist wenigstens nicht für Radfahrende verboten!

Von den zahlreichen Tunneln dort habe ich nur einen gesehen, der für
Radfahrer verboten war. Vermutlich weil er zur Autobahn führt.
--
bli

Thomas Bliesener

unread,
May 19, 2022, 9:00:06 AM5/19/22
to
Wolfram Jahn schrieb:
>> Radweg entdeckt? <http://melix.mx/~bli/misc/DSC01033.webp> (229 kibyte)
>
> Danke für den Link, der einen nach dem Öffnen sofort ungefragt mit
> Werbung zusch**sst.

Das sollte nicht sein. Bist Du sicher, daß Du allein auf Deinem Rechner
bist?
--
bli

HC Ahlmann

unread,
May 19, 2022, 10:13:32 AM5/19/22
to
Ich hab' nix gesehen...
Die Installation von Add-Ons oder eines Pi-Holes ist zwar geheimes
Herrschaftswissen, aber Herrschaftszeiten, in Zeitungen kam man nicht so
leicht um die Anzeigen herum, da musste aktives Ausblenden im User
trainiert werden, heute erledigt es der Rechnenknecht im epischen Spiel
"Advertising vs. Blocker".
--
Munterbleiben
HC

Ulli Horlacher

unread,
May 19, 2022, 11:01:56 AM5/19/22
to
Thomas Bliesener <use...@xabs.de> wrote:
> Wolfram Jahn schrieb:
> >> Radweg entdeckt? <http://melix.mx/~bli/misc/DSC01033.webp> (229 kibyte)
> >
> > Danke für den Link, der einen nach dem Öffnen sofort ungefragt mit
> > Werbung zusch**sst.
>
> Das sollte nicht sein.

Ist auch nicht so.
Da kommt nur binary das Bild:

HTTP/1.1 200 OK
Date: Thu, 19 May 2022 14:54:19 GMT
Server: Apache/2.4.10 (Debian) SVN/1.8.10 OpenSSL/1.0.1t
Last-Modified: Wed, 18 May 2022 16:33:49 GMT
ETag: "39340-5df4bd2661540"
Accept-Ranges: bytes
Content-Length: 234304
Vary: User-Agent
Keep-Alive: timeout=15, max=100
Connection: Keep-Alive


Es fehlt zwar Content-Type Header, was unschoen ist, aber kein HTML oder
sonstiges Gedoehns.


--
+ Ulli Horlacher + fram...@tandem-fahren.de + http://tandem-fahren.de/ +

Chr. Maercker

unread,
May 19, 2022, 11:34:52 AM5/19/22
to
Thomas Bliesener wrote:
[http://melix.mx/~bli/misc/DSC01033.webp> (229 kibyte)]

>> Danke für den Link, der einen nach dem Öffnen sofort ungefragt mit
>> Werbung zusch**sst.
>
> Das sollte nicht sein. Bist Du sicher, daß Du allein auf Deinem Rechner
> bist?

AddBlock hilft: nix Werbung zu sehen. Es gibt freilich Websites, auf
denen ist damit überhaupt nix zu sehen. :-\

Was den Randstreifen betrifft: da wirst Du recht haben, der ist nur zum
freien Überholen vorm Tunnel gedacht. Haben Radfahrer am Streifenende de
jure Nachrang? Ware bei hiesigen Schutzstreifen nicht so. Was anderes
ist de facto, klar.
--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.

Anton Ertl

unread,
May 19, 2022, 11:43:45 AM5/19/22
to
Thomas Bliesener <use...@xabs.de> writes:
>Hatte ich an der Côte d'Azur etwa den seit Jahrzehnten gesuchten idealen
>Radweg entdeckt? <http://melix.mx/~bli/misc/DSC01033.webp> (229 kibyte)
>
>Meine Gedanken waren: keine Rechtsabbieger, keine Linkskabbieger, keine
>Grundstücksausfahrten, keine Kreuzungen, keine Drei-Sekunden-Grünphasen,
>keine Stehzeuge, keine Fußgänger ("Interdit aux pietons"), keine
>Geisterradler, keine Wurzelaufbrüche, keine Glasscherben, Schnee- oder
>Laubhaufen, keine Mülltonnen, Cafétischchen oder Bauschuttcontainer,
>keine Strommasten oder Laternen, keine rechten Winkel.

Und nicht benutzungspflichtig (eckiges Schild).

>Sah befahrbar aus. Nichts, was ich unbedingt brauche, aber wenn man sich
>schon soviel Mühe gibt, dann fahre ich dort halt.
>
>Die ersten 100 m waren ok. Der Fahrstreifen daneben ist zwar deutlich
>breiter, aber da ich niemanden überholen mußte, war das kein großer
>Nachteil.
>
>Und dann kam die kalte Dusche: <http://melix.mx/~bli/misc/DSC01034.webp>
>(284 kibyte). Überflüssig zu sagen, daß ich geradeaus weiterfahren wollte
>und erst warten mußte, bis der rechte Fahrstreifen frei war und dann, bis
>der linke frei war. (Ich hätte für das Foto nicht warten sollen, bis die
>Kfz durch waren, das wäre instruktiver gewesen.)

Was Dir scheinbar gar nicht augefallen ist, ist das Geroell, das neben
der Wand liegt, und sicher gelegentlich auf dem Radweg liegt und dort
(wenn sich die Kfz an den Radweg halten) wesentlich laenger liegt als
auf der Fahrbahn. Mich hat so ein Radweg auf der Fahrt aus dem Jura
nach Biel 1994 eine einen Patschen und eine Felge gekostet:

https://www.complang.tuwien.ac.at/anton/recumbent-pics/photo07.jpg

- anton
--
de.rec.fahrrad FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Radfahrer sollten vor oder hinter fahrenden Kfz fahren und nicht daneben.
Ist der Radverkehr erst separiert, diskriminiert man ihn voellig ungeniert.

Marco Moock

unread,
May 19, 2022, 12:03:22 PM5/19/22
to
Am Donnerstag, 19. Mai 2022, um 05:52:52 Uhr schrieb Karl Müller:

> lauern doch im Tunnel zahlreiche Gefahren und ist
> eine Flucht nicht ohne weiteres möglich.

Da lauern ständig Monster, ist wie im Horrofilm. :-)
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass die Tunnel heute oft nicht mehr
rund, sondern eckig bauen, weil das bei den Leuten weniger Angst
auslösen soll.

Flucht geht über die dort vorhandenen Fluchtwege, die müssen zumindest
bei längeren Tunneln in Deutschland vorhanden sein.
Wenn man sich so die Unfälle ansieht ist es zumindest in Deutschland
wahrscheinlicher woanders Unfälle zu haben. ist zumindest der Eindruck,
den ich von Medien bekomme.

Olaf Schultz

unread,
May 19, 2022, 12:25:33 PM5/19/22
to
Am 19.05.22 um 17:23 schrieb Anton Ertl:
Wobei der 440er Reifen auch echt mies war... gut wurde ein bißchen
kompensiert durch die geringe Vorderradlast;-) Habe die Umrüstung auf
406 mit Magura-anlötern bisher nie bereut:-)

BTW... erinnert mich daran, daß ich das neue Sitzgestell hier noch zum
phosphatieren/galvanisch verzinken bringen muß und danach Pulvern... das
Original ist doch tatsächlich nach 32 Jahren durchgerostet... tut es
aber noch... ist aber die Version mit den 5 M5-Schrauben für die
Rückenlehnenspannung, nicht die Umschlingung+Spannriehmen;-)

Olaf, das Dino ist hier noch im Einsatz

Gerald Eіscher

unread,
May 19, 2022, 12:41:14 PM5/19/22
to
Am 19.05.22 um 14:44 schrieb Thomas Bliesener:
In Österreich ist jeder ernstzunehmende Tunnel für Radfahrer verboten,
insbesonders, wenn dort Radtouristen auftreten. Dann darf man wie z.B.
in Hallstatt und Dürnstein nicht durch den Umfahrungstunnel sondern muss
durch den mit Touristen verstopften Ortskern.

--
Gerald

| FAQ zu de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/ |
| Wiki von de.rec.fahrrad: http://de-rec-fahrrad.de |

Arno Welzel

unread,
May 19, 2022, 12:50:20 PM5/19/22
to
Wolfram Jahn:
Welche Werbung? Ich sehe da nur ein Bild und der Werbeblocker springt
auch nicht an.


--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de

Gerald Eіscher

unread,
May 19, 2022, 12:59:46 PM5/19/22
to
Am 18.05.22 um 19:05 schrieb Thomas Bliesener:
> Hatte ich an der Côte d'Azur etwa den seit Jahrzehnten gesuchten idealen
> Radweg entdeckt? <http://melix.mx/~bli/misc/DSC01033.webp> (229 kibyte)
>
[...]
>
> Und dann kam die kalte Dusche: <http://melix.mx/~bli/misc/DSC01034.webp>
> (284 kibyte). Überflüssig zu sagen, daß ich geradeaus weiterfahren wollte
> und erst warten mußte, bis der rechte Fahrstreifen frei war und dann, bis
> der linke frei war.

Du hast einfach nicht verstanden. Rad_weg!-Planer wissen viel besser als
du, wo du hin möchtest. Am Beginn des Tunnel-Rad_weg!_s wird dir eindeutig
per Schild angezeigt, dass du zum Hafen möchtest.

Thomas Bliesener

unread,
May 19, 2022, 3:00:05 PM5/19/22
to
Anton Ertl schrieb:
> Was Dir scheinbar gar nicht augefallen ist, ist das Geroell,

Das habe ich durchaus wahrgenommen, aber die zweimal, die ich durch den
Tunnel gefahren bin, war alles wie abgeleckt. Vermutlich fährt dort jede
Nacht die Straßenreinigung ebenso wie in den anderen Straßen des
Fürstentums durch.

> das neben der Wand liegt, und sicher gelegentlich auf dem Radweg liegt
> und dort (wenn sich die Kfz an den Radweg halten) wesentlich laenger
> liegt als auf der Fahrbahn.

Normalerweise ist es so, wie Du beschreibst. Die Mexikaner schaffen das
auch ohne Tunnel. Hier das Foto eines vielbejubelten und seeligmachenden
Radwegs, der zu einer großen Uni führt:
<http://melix.mx/~bli/misc/12046593_958065230901273_6287043735074117337_n.jpg>
(108 kibyte, werbefrei).

Kraftverkehr ist zwar nervig, aber ich kann auch einige Vorteile
erkennen. Die Fahrbahn wird nicht nur von Unrat gesäubert, auch werden
Dummheiten und Rücksichtslosigkeiten anderer Verkehrsteilnehmer stark
reduziert.

Ich kann den Unterschied deutlich sehen, wenn in Guadalajara
Sonntagvormittag für die Vía RecreActiva mehrere dutzend Kilometer
Hauptverkehrsstraßen für den Kraftverkehr gesperrt werden und 100.000
bis 200.000 Einwohner zu Fuß oder auf dem Rad die Straßen füllen. Dann
sind zwar Lärm und Gestank weg, aber die Anarchie hält Einzug. Dann wird
ohne zu schauen gewendet, in den Gegenverkehr gefahren oder kaum
sichtbare Hundeleinen über eine ganze Fahrspur gespannt. Wo ich die
Woche über entspannt mit 30 oder 40 km/h entlangfahren kann, habe ich
nun bei 20 km/h einen erhöhten Adrenalinspiegel.
--
bli

Hans CraueI

unread,
May 19, 2022, 8:11:20 PM5/19/22
to
Eigentlich mag ich die Sendung ja, aber ...

<https://www.youtube.com/watch?v=grsBabVl994&t=11m16s>

Mit Radverkehrsexpertin.

Hans

Wolfram Jahn

unread,
May 20, 2022, 4:17:50 AM5/20/22
to
Am 19.05.22 um 08:46 schrieb Wolfram Jahn:
>
> Danke für den Link, der einen nach dem Öffnen sofort ungefragt mit
> Werbung zusch**sst.

Sorry, war mein Fheler.

Hatte irgendwann mal .webp mit Chrome assoziiert zum herumprobieren, und
Chrome hat ja nichts besseres zu tun als fleißig Werbung einzuspielen.

An den Naseweisen Karl: ich hatte schon Adblocker in Betrieb, da warst
du vermutlich noch nicht geboren.

--
w

Wolfram Jahn

unread,
May 20, 2022, 4:21:31 AM5/20/22
to
Am 19.05.22 um 14:11 schrieb Ralph Angenendt:
.webp war mit Chrome assoziiert, Chrome hat entschieden, dass beim Start
erstmal Werbefilmchen eingespielt werden müssen, bevor vielleicht
irgendwann später versucht wird, das anzuzeigen, was der Anwender
eigentlich sehen wollte.

--
w

Karl Müller

unread,
May 20, 2022, 4:52:17 AM5/20/22
to
Danke für das Kompliment - da fühle ich mich sofort noch ein paar Jahre
jünger :-)

Zum Topic: Radfahren hält jung - egal ob auf dem perfekten Radweg oder
auf der Fahrbahn

mfg

Karl

Hannes Kuhnert

unread,
May 20, 2022, 5:03:20 AM5/20/22
to
Thomas Bliesener hat geschrieben:
> Hatte ich an der Côte d'Azur etwa den seit Jahrzehnten gesuchten idealen
> Radweg entdeckt? <http://melix.mx/~bli/misc/DSC01033.webp> (229 kibyte)
>
> […]
>
> Die ersten 100 m waren ok. Der Fahrstreifen daneben ist zwar deutlich
> breiter, aber da ich niemanden überholen mußte, war das kein großer
> Nachteil.
>
> Und dann kam die kalte Dusche: <http://melix.mx/~bli/misc/DSC01034.webp>
> (284 kibyte).
>
> […]
>
> Wer denkt sich so einen Scheiß aus? So ein Kubikmeter Tunnel ist
> schließlich nicht billig.

Die Tunnel sind nicht für diese Fahrstreifenmarkierung errichtet worden.
Es gingen mal zwei volle Fahrstreifen in den Tunnel, die in
unterschiedliche Richtungen führten.

Einen von zwei Fahrstreifen durch einen Radfahrstreifen zu ersetzen oder
an seiner Stelle einen Schutzstreifen zu markieren, ist also nicht nur
in Deutschland verkehrsbehördlich beliebt. Dumm nur, wenn dadurch die
Richtungssortierung gravierend erschwert wird!

Nebenbei ist die Beleuchtung des Tunnels auffällig. Sind da abwechselnd
warmweiße und kalt- oder neutralweiße Lampen montiert? Bei
Leuchtstofflampen und Leuchtdioden fiele mir ob kein guter Grund dafür
ein. Da könnte man ja gleich allen einen mittleren Farbton geben – außer
man wollte bei Halbbeleuchtung zwischen zwei Farben wählen können.
Alternativ könnte es sich um Natriumdampf- und um Quecksilberdampflampen
handeln, aber dass es die in solcher Längsform gäbe, wäre mir neu.
--
Hannes Kuhnert

HC Ahlmann

unread,
May 20, 2022, 5:33:01 AM5/20/22
to
Das ist eine Sendung, die unmarkierte Satire enthalten kann. Vielleicht
können die auch schon "Satire^2" und keiner hat's gemerkt.
--
Munterbleiben
HC

Chr. Maercker

unread,
May 20, 2022, 6:48:50 AM5/20/22
to
Thomas Bliesener wrote:
> Normalerweise ist es so, wie Du beschreibst. Die Mexikaner schaffen das
> auch ohne Tunnel. Hier das Foto eines vielbejubelten und seeligmachenden
> Radwegs, der zu einer großen Uni führt:
> <http://melix.mx/~bli/misc/12046593_958065230901273_6287043735074117337_n.jpg>
> (108 kibyte, werbefrei).

Sieht nicht so aus, als ob dort überhaupt irknein Fahrzeug fährt. Selbst
Fahrräder würden auf so einem Dreckhaufen Spuren hinterlassen.

> Kraftverkehr ist zwar nervig, aber ich kann auch einige Vorteile
> erkennen. Die Fahrbahn wird nicht nur von Unrat gesäubert, auch werden
> Dummheiten und Rücksichtslosigkeiten anderer Verkehrsteilnehmer stark
> reduziert.

Die Erziehungsfunktion haben sie leider. Mit dem Dreck ist es auf den
autofreien Straßen und Wegen, die ich befahre, nicht gar so schlimm,
ausgenommen so Feiertage wie der nächste Woche bevorstehende.

> Ich kann den Unterschied deutlich sehen, wenn in Guadalajara
> Sonntagvormittag für die Vía RecreActiva mehrere dutzend Kilometer
> Hauptverkehrsstraßen für den Kraftverkehr gesperrt werden und 100.000
> bis 200.000 Einwohner zu Fuß oder auf dem Rad die Straßen füllen. Dann
> sind zwar Lärm und Gestank weg, aber die Anarchie hält Einzug. Dann wird
> ohne zu schauen gewendet, in den Gegenverkehr gefahren oder kaum
> sichtbare Hundeleinen über eine ganze Fahrspur gespannt. Wo ich die
> Woche über entspannt mit 30 oder 40 km/h entlangfahren kann, habe ich
> nun bei 20 km/h einen erhöhten Adrenalinspiegel.

Gleiches Prozedere auf der Sternbrücke zu Magdeburg. Um die 80% der
beteiligten Verkehrsteilnehmer haben Führerschein ...

Sepp Ruf

unread,
May 20, 2022, 11:09:10 AM5/20/22
to
Am 20.05.22 um 11:03 schrieb Hannes Kuhnert:

> Nebenbei ist die Beleuchtung des Tunnels auffällig. Sind da abwechselnd
> warmweiße und kalt- oder neutralweiße Lampen montiert? Bei
> Leuchtstofflampen und Leuchtdioden fiele mir ob kein guter Grund dafür
> ein. Da könnte man ja gleich allen einen mittleren Farbton geben – außer
> man wollte bei Halbbeleuchtung zwischen zwei Farben wählen können.
> Alternativ könnte es sich um Natriumdampf- und um Quecksilberdampflampen
> handeln, aber dass es die in solcher Längsform gäbe, wäre mir neu.

Man koennte die gelben nachts ausschalten, weil die Lenker dann schon
halbwegs dunkeladaptiert sind, bzw. dann nicht so oft ihre Sonnenbrillen
auf der Nase vergessen (BTDT) haben. Ich vermute allerdings eher,
aufgrund des auf dem Foto grelleren gelbs, dass es sich bei den
seitlichen Leuchtenbaendern um schon aeltere Ergaenzung/Teilaustausch
bestehender Na-Hochdrucklampen-Leuchten durch welche mit blaeulicheren
L-Lampen handelt.

Joerg

unread,
May 20, 2022, 3:27:04 PM5/20/22
to
On 5/20/22 3:48 AM, Chr. Maercker wrote:
> Thomas Bliesener wrote:

[...]


>> Ich kann den Unterschied deutlich sehen, wenn in Guadalajara
>> Sonntagvormittag für die Vía RecreActiva mehrere dutzend Kilometer
>> Hauptverkehrsstraßen für den Kraftverkehr gesperrt werden und 100.000
>> bis 200.000 Einwohner zu Fuß oder auf dem Rad die Straßen füllen. Dann
>> sind zwar Lärm und Gestank weg, aber die Anarchie hält Einzug. Dann wird
>> ohne zu schauen gewendet, in den Gegenverkehr gefahren oder kaum
>> sichtbare Hundeleinen über eine ganze Fahrspur gespannt. Wo ich die
>> Woche über entspannt mit 30 oder 40 km/h entlangfahren kann, habe ich
>> nun bei 20 km/h einen erhöhten Adrenalinspiegel.
>
> Gleiches Prozedere auf der Sternbrücke zu Magdeburg. Um die 80% der
> beteiligten Verkehrsteilnehmer haben Führerschein ...
>

Ich frage mich immer wieder, warum das in einigen Gegenden funktioniert
und in anderen nicht. Gestern bin ich 78km gefahren, 95% davon auf einem
Radweg und das ganze volle Kamelle, was eben so rausging aus dem
Beinmuskeln. Die meiste Zweit zu zweit nebeneinander. Nur an einer
Stelle haben wir das Drehmoment etwas zurueckgenommen, als wir zwei Park
Ranger Fahrzeuge am Rand sahen. Doch es war aber niemand drin und kein
Radargeraet montiert, also Drehmoment wieder drauf.

Oft ist der Ausblick dort auch recht nett :-)

https://s.hdnux.com/photos/11/23/56/2440095/8/rawImage.jpg

Weniger angenehm war lediglich der Teil, wo es ueber Fahrbahnen ohne
Radstreifen ging oder wo wir uns zum Abbiegen auf den linken von fuenf
Fahrstreifen einordnen mussten. Da muss man gut aufpassen. Auf dem
Radweg war hingegen nur auf Eichhoernchen zu achten, deren IQ offenbar
so niedrig ist, dass sie beim Kreuzen umdrehen und einem ins Rad rennen
koennen. So wie Truthaehne, nur sind die langsamer.

Meine Erfahrungen in den Niederlanden in den 80er Jahren decken sich
fast mit denen hier in Kalifornien, nur dass es dort keine Truthaehne
gab und die Eichhoernchen nicht so dumm waren.

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

Frank Möller

unread,
May 20, 2022, 3:57:29 PM5/20/22
to
Wolfram Jahn:
> Am 19.05.22 um 14:11 schrieb Ralph Angenendt:
>> Well, Wolfram Jahn <wj...@kirchweg.de> wrote:

>>> Danke für den Link, der einen nach dem Öffnen sofort ungefragt mit
>>> Werbung zusch**sst.

>> [ ... ]

>> Wie scheißt dich ein 1061x1020 Pixel großes Bild im webp-Format mit Werbung zu?

>> Erzähl mal.

> .webp war mit Chrome assoziiert, Chrome hat entschieden, dass beim Start
> erstmal Werbefilmchen eingespielt werden müssen, bevor vielleicht
> irgendwann später versucht wird, das anzuzeigen, was der Anwender
> eigentlich sehen wollte.

Mein Chrome tut das nicht, und zwar ganz ohne AdBlocker o. ä. IIRC habe ich
nur mal vor Urzeiten nach dessen Installation in den Einstellungen ein paar
Häkchen gesetzt, mit denen alles an automagischem Laden verboten wurde, was
eben so ging. Daran hält er sich auch.

--

Joerg

unread,
May 20, 2022, 4:29:46 PM5/20/22
to
On 5/20/22 1:52 AM, Karl Müller wrote:

[...]

> Zum Topic: Radfahren hält jung - egal ob auf dem perfekten Radweg oder
> auf der Fahrbahn
>

Auf der Fahrbahn haengt das u.a. davon ab, wieviel Dieselabgase einem in
die tief durchatmenden Lungen gepustet wird. Einer der vielen Gruende,
warum ich separierte Radwege bevorzuge.

Eine gute Bekannte von uns bekam letztes Jahr Lungenkrebs, obwohl sie
und niemand anders in der Familie je geraucht hat. Doch sie wuchs in Los
Angeles auf ...

Sepp Ruf

unread,
May 20, 2022, 5:57:17 PM5/20/22
to
Am 20.05.22 um 22:29 schrieb Joerg:
> On 5/20/22 1:52 AM, Karl Müller wrote:
>
> [...]
>
>> Zum Topic: Radfahren hält jung - egal ob auf dem perfekten Radweg oder
>> auf der Fahrbahn
>>
>
> Auf der Fahrbahn haengt das u.a. davon ab, wieviel Dieselabgase einem in
> die tief durchatmenden Lungen gepustet wird. Einer der vielen Gruende,
> warum ich separierte Radwege bevorzuge.
>
> Eine gute Bekannte von uns bekam letztes Jahr Lungenkrebs, obwohl sie
> und niemand anders in der Familie je geraucht hat. Doch sie wuchs in Los
> Angeles auf ...

Erst verwechselst Du bis zu 200k Torkeltoreros^Wbewegte Mexikaner auf
einigen urbanen Strassen mit zwei geuebten Radfahrern im
mittelnordkalifornischen Hinterland, dann blaest Du eine bedauerliche
Einzelfaellin, die in L.A. in einer Gegend mit relativ wenig
Dieselabgasen aus rueckwaertigen Auspuffendrohren aufwuchs, zur
Fahrbahnkrebsstatistik auf. Hast Du etwa wieder mit dem Heimbrauen
angefangen?

Bodo G. Meier

unread,
May 20, 2022, 6:36:57 PM5/20/22
to
Am 20. Mai. 2022 um 21:27 schrieb Joerg:
> On 5/20/22 3:48 AM, Chr. Maercker wrote:
>> Thomas Bliesener wrote:
>
> [...]
>
>
>>> Ich kann den Unterschied deutlich sehen, wenn in Guadalajara
>>> Sonntagvormittag für die Vía RecreActiva mehrere dutzend Kilometer
>>> Hauptverkehrsstraßen für den Kraftverkehr gesperrt werden und 100.000
>>> bis 200.000 Einwohner zu Fuß oder auf dem Rad die Straßen füllen. Dann
>>> sind zwar Lärm und Gestank weg, aber die Anarchie hält Einzug. Dann wird
>>> ohne zu schauen gewendet, in den Gegenverkehr gefahren oder kaum
>>> sichtbare Hundeleinen über eine ganze Fahrspur gespannt. Wo ich die
>>> Woche über entspannt mit 30 oder 40 km/h entlangfahren kann, habe ich
>>> nun bei 20 km/h einen erhöhten Adrenalinspiegel.
>>
>> Gleiches Prozedere auf der Sternbrücke zu Magdeburg. Um die 80% der
>> beteiligten Verkehrsteilnehmer haben Führerschein ...
>>
>
> Ich frage mich immer wieder, warum das in einigen Gegenden funktioniert
> und in anderen nicht. Gestern bin ich 78km gefahren, 95% davon auf einem
> Radweg und das ganze volle Kamelle, was eben so rausging aus dem
> Beinmuskeln. Die meiste Zweit zu zweit nebeneinander. Nur an einer
> Stelle haben wir das Drehmoment etwas zurueckgenommen, als wir zwei Park
> Ranger Fahrzeuge am Rand sahen. Doch es war aber niemand drin und kein
> Radargeraet montiert, also Drehmoment wieder drauf.
>
> Oft ist der Ausblick dort auch recht nett :-)
>
> https://s.hdnux.com/photos/11/23/56/2440095/8/rawImage.jpg

Das sieht nach einem soliden und hohen Geländer aus, über das man nicht
so schnell rüber stürzt.

https://www.shz.de/lokales/sylter-rundschau/holtenauer-bruecke-radfahrer-stuerzt-in-den-tod-id2533351.html

Gruß,
Bodo

--
Sofortige Zusammenlegung von Wladimir Putin, Naftali Bennet und Richard
Nixon!

Joerg Fischer

unread,
May 21, 2022, 3:08:03 AM5/21/22
to
Joerg <ne...@analogconsultants.com> wrote:

> Radweg war hingegen nur auf Eichhoernchen zu achten, deren IQ offenbar
> so niedrig ist, dass sie beim Kreuzen umdrehen und einem ins Rad rennen
> koennen. So wie Truthaehne, nur sind die langsamer.

Hatte ich vor paar Tagen - mit Enten. Der Herr des Hauses ist ja
auffällig gezeichnet, den konnte man sehen. Ich fahre also extra wegen
dem Schnattermann auf die andere Seite des Weges und nehm etwas
Geschwindigkeit raus. Im letzten Moment seh ich das seine Madam sich
auf der nun von mir befahrenen Seite in den Staub gekuschelt hatte und
sich konsequent auf ihre Tarnung verlies, sie war fast unsichtbar...

Allemal besser als die Blindschleiche, die ich aus Versehen überfuhr
weil sie quer auf dem Weg in der Sonne lag. :-(

Tschau, Jörg

Karl Müller

unread,
May 21, 2022, 3:34:31 AM5/21/22
to
Am Fri, 20 May 2022 13:29:44 -0700 schrieb Joerg:

> On 5/20/22 1:52 AM, Karl Müller wrote:
>
> [...]
>
>> Zum Topic: Radfahren hält jung - egal ob auf dem perfekten Radweg oder
>> auf der Fahrbahn
>>
>>
> Auf der Fahrbahn haengt das u.a. davon ab, wieviel Dieselabgase einem in
> die tief durchatmenden Lungen gepustet wird. Einer der vielen Gruende,
> warum ich separierte Radwege bevorzuge.

Das gilt nur, wenn Du zu dem Perfekten Radweg noch die Bedingung einer
Abschirmung gegen "normale" Außenluft verbunden mit einer
kontinuierlichen Lüftung mit gereinigter Luft hinzufügst

Und selbst dann bin ich mir noch nicht so sicher...

> Eine gute Bekannte von uns bekam letztes Jahr Lungenkrebs, obwohl sie
> und niemand anders in der Familie je geraucht hat. Doch sie wuchs in Los
> Angeles auf ...

Danke für den Hinweis - dann werde ich Los Angeles großräumig umfahren
wenn ich mal in der Nähe bin

mfg

Karl

Wolfram Jahn

unread,
May 21, 2022, 3:56:54 AM5/21/22
to
Am 20.05.22 um 21:39 schrieb Frank Möller:
> Mein Chrome tut das nicht, und zwar ganz ohne AdBlocker o. ä. IIRC habe ich
> nur mal vor Urzeiten nach dessen Installation in den Einstellungen ein paar
> Häkchen gesetzt, mit denen alles an automagischem Laden verboten wurde, was
> eben so ging. Daran hält er sich auch.
>

Ja, danke für den Hinweis, aber ich nutze Chrome nicht, außer das eine
Mal vor ein paar Jahren, um $irgendetwas-was-ich-nicht-mehr-weiß
auszuprobieren.

Dennoch gut zu wissen.

-
w

Anton Ertl

unread,
May 21, 2022, 4:34:23 AM5/21/22
to
"Bodo G. Meier" <bgm...@kabelmail.de> writes:
>Am 20. Mai. 2022 um 21:27 schrieb Joerg:
>> https://s.hdnux.com/photos/11/23/56/2440095/8/rawImage.jpg
>
>Das sieht nach einem soliden und hohen Geländer aus, über das man nicht
>so schnell rüber stürzt.

Braucht man auch nicht, weil das Gelaender schon so gestaltet wurde,
dass eine Kollision auch ohne Absturz besonders gefaehrlich ist. Dann
steht in der Presse vermutlich sowas wie: "Die Radfahrerin spiesste
sich auf".

Stefan

unread,
May 21, 2022, 5:29:02 AM5/21/22
to
Am 21.05.22 um 10:28 schrieb Anton Ertl:
> Braucht man auch nicht, weil das Gelaender schon so gestaltet wurde,
> dass eine Kollision auch ohne Absturz besonders gefaehrlich ist. Dann
> steht in der Presse vermutlich sowas wie: "Die Radfahrerin spiesste
> sich auf".

Die Spieße sollen Leute davon abhalten absichtlich über die Brücke zu
springen.

Vor einiger Zeit waren Geländer wesentlich niedriger. Genau genommen
sollte die erhöhte Steinreihe vollkommen ausreichen versehentlich von
der Brücke abzukommen. Diese bietet für Fußgänger und Radfahrer genügend
Widerstand *versehentlich* von der Bahn abzukommen.

Heute werden die Geländer so gestaltet, dass man sogar absichtlich kaum
drüber kommt. Im Gegenzug hat sich parkour entwickelt, die es dennoch
irgendwie schaffen.

Unfälle wird es immer geben, egal wo groß die Sicherheitseinrichtung
sind. Beim Downhill mit Motorradschutzkleidung und Integralhelm wird
erfahrungsgemäß so schnell gefahren, dass dennoch etwas passieren kann.

Es gibt sogar Untersuchungen, dass im Endeffekt die Verletzungen durch
Sicherheitseinrichtungen im Durchschnitt sogar schwerer sind als ohne.
Natürlich kann nichts das eine Leben ausgleichen, welches tatsächlich
gerettet wird (auch die Statistik nicht).

Beim Klettern führt FreeBase z.B. mit einer letzten Sicherung zu
noch riskanteren Kletterrouten. (anstelle zu bouldern, wo die maximal
mögliche Fallhöhe noch halbwegs sicher ist)

Die Menschen finden immer Wege ein höheres Sicherheitsniveau auszugleichen.

Thomas Bliesener

unread,
May 21, 2022, 7:00:06 AM5/21/22
to
Joerg schrieb:
> Auf der Fahrbahn haengt das u.a. davon ab, wieviel Dieselabgase einem in
> die tief durchatmenden Lungen gepustet wird. Einer der vielen Gruende,
> warum ich separierte Radwege bevorzuge.

Separiert mit Plexiglasscheiben?

> Eine gute Bekannte von uns bekam letztes Jahr Lungenkrebs, obwohl sie
> und niemand anders in der Familie je geraucht hat. Doch sie wuchs in Los
> Angeles auf ...

Nach Rauchen ist Radon der zweitwichtigste Auslöser für Lungenkrebs.
Asbest ein weiterer.
--
bli

Anton Ertl

unread,
May 21, 2022, 7:14:02 AM5/21/22
to
Stefan <ste...@epiket.de> writes:
>Am 21.05.22 um 10:28 schrieb Anton Ertl:
>> Braucht man auch nicht, weil das Gelaender schon so gestaltet wurde,
>> dass eine Kollision auch ohne Absturz besonders gefaehrlich ist. Dann
>> steht in der Presse vermutlich sowas wie: "Die Radfahrerin spiesste
>> sich auf".
>
>Die Spieße sollen Leute davon abhalten absichtlich über die Brücke zu
>springen.

Ja, das ist mir klar, wird aber fuer diejenigen, die ihnen beim
Radfahren zum Opfer fallen (bzw. fuer ihre Angehoerigen) kein Trost
sein.

>Vor einiger Zeit waren Geländer wesentlich niedriger. Genau genommen
>sollte die erhöhte Steinreihe vollkommen ausreichen versehentlich von
>der Brücke abzukommen. Diese bietet für Fußgänger und Radfahrer genügend
>Widerstand *versehentlich* von der Bahn abzukommen.

"Erhoehte Steinreihe"? Wovon redest Du?

>Unfälle wird es immer geben, egal wo groß die Sicherheitseinrichtung
>sind.

Bloedsinniger Fatalismus, der natuerlich gerne herausgeholt wird, um
gefaehrliche Zustaende zu rechtfertigen, wenn sie Radfahrer betreffen.
Bei Autofahrern tut man dagegen sehr viel, um sie vor den Konsequenzen
grober Fahrfehler zu schuetzen (z.B. keine Kreuzungen, getrennte
Richtungsfahrbahnen, massive Leitplankenkonstuktionen auf
schnurgerader Strecke im Spreewald, usw.), natuerlich meistens ohne
die Autofahrer einzuschraenken.

Und als Ergebnis sinken die toedlichen Unfaelle bei Autofahrern seit
Jahrzehnten deutlich staerker als die von Fussgaengern und Radfahrern.
Und dann kommen die Autofahrer auch noch daher, und fordern
Einschraenkungen fuer Radfahrer, weil das ja angeblich so gefaehrlich
sei.

Joerg

unread,
May 21, 2022, 12:24:56 PM5/21/22
to
On 5/21/22 3:16 AM, Thomas Bliesener wrote:
> Joerg schrieb:
>> Auf der Fahrbahn haengt das u.a. davon ab, wieviel Dieselabgase einem in
>> die tief durchatmenden Lungen gepustet wird. Einer der vielen Gruende,
>> warum ich separierte Radwege bevorzuge.
>
> Separiert mit Plexiglasscheiben?
>

Nein, weit genug weg und mit gut Vegetation dazwischen. Auf dem Weg nach
Sacramento riecht man fast die ganze Strecke nichts an Abgas. Wenn man
hingegen den einige hundert Meter suedlich davon parallel laufenden
Folsom Boulevard runterfaehrt (Fahrbahn und manchmal Radstreifen),
stinkt es staendig.

Die besten Wege sind natuerlich die, wo man ein MTB braucht und die
naechste (wenig befahrene) Strasse meilenweit weg ist, wie hier:

https://www.analogconsultants.com/ng/bike/SouthFork1.JPG


>> Eine gute Bekannte von uns bekam letztes Jahr Lungenkrebs, obwohl sie
>> und niemand anders in der Familie je geraucht hat. Doch sie wuchs in Los
>> Angeles auf ...
>
> Nach Rauchen ist Radon der zweitwichtigste Auslöser für Lungenkrebs.
> Asbest ein weiterer.
>

In Los Angeles weniger. Wobei es ueber die letzten 25 Jahre deutlich
sauberer geworden ist. Als ich Anfang der 80er da war, wollte ich nur
noch raus aus dieser Stadt.

Joerg

unread,
May 21, 2022, 1:25:32 PM5/21/22
to
On 5/20/22 11:08 PM, Joerg Fischer wrote:
> Joerg <ne...@analogconsultants.com> wrote:
>
>> Radweg war hingegen nur auf Eichhoernchen zu achten, deren IQ offenbar
>> so niedrig ist, dass sie beim Kreuzen umdrehen und einem ins Rad rennen
>> koennen. So wie Truthaehne, nur sind die langsamer.
>
> Hatte ich vor paar Tagen - mit Enten. Der Herr des Hauses ist ja
> auffällig gezeichnet, den konnte man sehen. Ich fahre also extra wegen
> dem Schnattermann auf die andere Seite des Weges und nehm etwas
> Geschwindigkeit raus. Im letzten Moment seh ich das seine Madam sich
> auf der nun von mir befahrenen Seite in den Staub gekuschelt hatte und
> sich konsequent auf ihre Tarnung verlies, sie war fast unsichtbar...
>

Es war bei mir eine Rehdame, die sich mitten auf einem Trail
hingekringelt hatte und eingeschlafen war. Ein Hoch auf 8-Zoll
Scheibenbremsen. Als ich kurz vor ihr stand, guckt sie mich an, ganz
lieb und ruhig, dann ploetzlich "GAAAH! Das ist ja ein Mensch!" und
zischte ab.


> Allemal besser als die Blindschleiche, die ich aus Versehen überfuhr
> weil sie quer auf dem Weg in der Sonne lag. :-(
>

Ich habe mal eine fette Klapperschlange mit dem MTB ueberfahren, konnte
nicht mehr bremsen. Bin aber nicht zurueck, um nachzusehen. Etwa 15km
weiter auf demselben Trail noch eine, ausgestreckt querliegend. Die sah
mich an, mit einem Blick nach dem Motto "Das hier ist mein Trail, wage
es doch mal ...". Da habe ich durchs Gebuesch einen Bogen herum gemacht.

Dabei bekam ich den Eindruck, dass hier sogar Klapperschlangen
fettleibig geworden sein muessen.

Bodo G. Meier

unread,
May 21, 2022, 4:43:13 PM5/21/22
to
Wie hoch können die denn springen, wenn sich ein Fahrrad mit Mensch
darauf nähert?
Wenn man ein Überfahren nicht mehr vermeiden kann, zielt man wohl am
besten auf den Kopf und nimmt die Beine von den Pedalen möglichst hoch?
Falls das auf einem Trail überhaupt möglich ist...

Joerg Fischer

unread,
May 23, 2022, 1:41:20 AM5/23/22
to
Joerg <ne...@analogconsultants.com> wrote:

> Es war bei mir eine Rehdame, die sich mitten auf einem Trail
> hingekringelt hatte und eingeschlafen war. Ein Hoch auf 8-Zoll

Ein Kitz auf dem Trail hatte ich auch schon mal. Das hätte ich sicher
auch überfahren, völlig unsichtbar das Baby-Reh auf dem Weg. Es sprang
aber in letzter Sekunde auf und hüpfte davon. Keine Ahnung wer dann
mehr Herzklopfen hatte.

> Dabei bekam ich den Eindruck, dass hier sogar Klapperschlangen
> fettleibig geworden sein muessen.

So'n Scheiß haben wir hier zum Glück nicht. Das giftigste Tier das ich
je sah war eine Kreuzotter. In dem Fall aber beim Wandern.

Tschau, Jörg

Chr. Maercker

unread,
May 23, 2022, 5:57:01 AM5/23/22
to
Joerg wrote:
[Chaotische Fahrweise auf autofreien Straßen und Wegen]
> Ich frage mich immer wieder, warum das in einigen Gegenden funktioniert
> und in anderen nicht. Gestern bin ich 78km gefahren, 95% davon auf einem
> Radweg ...

In der Tat eine dankbare Aufgabe für Verkehrspsychologen. Insbesondere
wenn es stimmt, dass nicht überall so chaotisch gefahren wird, sobald
keine Kfz die Straßen unsicher machen. Ansonsten würde ich es mir mit
dem Argument "hier kann ich's mir erlauben" erklären. Ein wichtiger
Grund, weswegen Radwege so beliebt sind.

> Weniger angenehm war lediglich der Teil, wo es ueber Fahrbahnen ohne
> Radstreifen ging oder wo wir uns zum Abbiegen auf den linken von fuenf
> Fahrstreifen einordnen mussten. Da muss man gut aufpassen.

Mir ist hierzulande kaum noch eine mehrstreifige Straße bekannt, die
keine Randwege hat. Allenfalls noch einzelne Landstraßen. Allerdings
kenne ich genau eine Straße mit 2*3 Fahrstreifen und Randwegen *ohne*
Radwegpflicht: Berlin, Kaiserdamm.

> Radweg war hingegen nur auf Eichhoernchen zu achten, deren IQ offenbar
> so niedrig ist, dass sie beim Kreuzen umdrehen und einem ins Rad rennen
> koennen. So wie Truthaehne, nur sind die langsamer.

Junge Katzen bringen das auch zustande, bei denen scheint es der
Spieltrieb zu bewirken. Die springen bisweilen unter Autos hervor direkt
ins Vorderrad. So erlebt, vor über 40 Jahren. Möglicherweise wurden
derart verspielte Individuen aber inzwischen von Darwin aus dem Rennen
genommen.

> Meine Erfahrungen in den Niederlanden in den 80er Jahren decken sich
> fast mit denen hier in Kalifornien, nur dass es dort keine Truthaehne
> gab und die Eichhoernchen nicht so dumm waren.

Eichhörnchen sehe ich hierzustadtpark kaum noch. Das war vor 20 Jahren
anders. Die Füchse sind anscheinend völlig verschwunden. Letzten Winter
dafür erstmalig ein Dachs im Schweinwerferkegel.

Ralph Angenendt

unread,
May 23, 2022, 6:48:40 AM5/23/22
to
Well, Wolfram Jahn <wj...@kirchweg.de> wrote:
> Am 19.05.22 um 14:11 schrieb Ralph Angenendt:
>> Wie scheißt dich ein 1061x1020 Pixel großes Bild im webp-Format mit Werbung zu?
>
> .webp war mit Chrome assoziiert, Chrome hat entschieden, dass beim Start
> erstmal Werbefilmchen eingespielt werden müssen, bevor vielleicht
> irgendwann später versucht wird, das anzuzeigen, was der Anwender
> eigentlich sehen wollte.

webp ist ein Bildformat. Mein Chrome macht das nicht, sicher, dass du
der einzige Admin auf deinem Rechner bist?

--
Übervaterlandverräter und Mutterkornblumenblau

Arno Welzel

unread,
May 23, 2022, 8:39:43 AM5/23/22
to
Wolfram Jahn:

> Am 19.05.22 um 14:11 schrieb Ralph Angenendt:
[...]
>> Wie scheißt dich ein 1061x1020 Pixel großes Bild im webp-Format mit Werbung zu?
>>
>> Erzähl mal.
>>
>> Ralph
>>
>
> .webp war mit Chrome assoziiert, Chrome hat entschieden, dass beim Start
> erstmal Werbefilmchen eingespielt werden müssen, bevor vielleicht
> irgendwann später versucht wird, das anzuzeigen, was der Anwender
> eigentlich sehen wollte.

Was nach einem reichlich kaputten Setup klinkt und nicht weit von
Malware entfernt sein dürfte.


--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de

Joerg

unread,
May 23, 2022, 1:03:20 PM5/23/22
to
On 5/21/22 1:43 PM, Bodo G. Meier wrote:
> Am 21. Mai. 2022 um 19:25 schrieb Joerg:

[...]


>> Ich habe mal eine fette Klapperschlange mit dem MTB ueberfahren, konnte
>> nicht mehr bremsen. Bin aber nicht zurueck, um nachzusehen. Etwa 15km
>> weiter auf demselben Trail noch eine, ausgestreckt querliegend. Die sah
>> mich an, mit einem Blick nach dem Motto "Das hier ist mein Trail, wage
>> es doch mal ...". Da habe ich durchs Gebuesch einen Bogen herum gemacht.
>
> Wie hoch können die denn springen, wenn sich ein Fahrrad mit Mensch
> darauf nähert?


Halbe Laenge, also wenn die Schlange 1.2m lang ist, dann 60cm. Das
funktioniert aber nur, wenn sie aufgerollt liegt und wie eine
Sprungfeder losgehen kann.


> Wenn man ein Überfahren nicht mehr vermeiden kann, zielt man wohl am
> besten auf den Kopf und nimmt die Beine von den Pedalen möglichst hoch?
> Falls das auf einem Trail überhaupt möglich ist...
>

Doch, das funktioniert schon, wenn man nicht gerade aus dem Sitz heraus
faehrt. Die Schlange lag in diesem Fall ausgestreckt quer ueber dem
Trail und da haette sie nur wenige Zentimeter geschafft. Sie hat mich
aber wohl nicht erwartet, genausowenig wie ich sie. M.W. bekommen sie
anrueckende Feinde ueber Bodenvibrationen mit und fliehen, aber diese
muss wohl geschlafen haben.

Die zweite hingegen hatte definitiv ein "Bully-Verhalten".

Joerg

unread,
May 23, 2022, 1:07:09 PM5/23/22
to
On 5/22/22 9:54 AM, Joerg Fischer wrote:
> Joerg <ne...@analogconsultants.com> wrote:
>
>> Es war bei mir eine Rehdame, die sich mitten auf einem Trail
>> hingekringelt hatte und eingeschlafen war. Ein Hoch auf 8-Zoll
>
> Ein Kitz auf dem Trail hatte ich auch schon mal. Das hätte ich sicher
> auch überfahren, völlig unsichtbar das Baby-Reh auf dem Weg. Es sprang
> aber in letzter Sekunde auf und hüpfte davon. Keine Ahnung wer dann
> mehr Herzklopfen hatte.
>

Ganz knapp wurde es bei einem jungen Bock. Er kam von schraeg rechts
hinten und querte direkt vor mir den Trail, ohne jeden Schulterblick.
Ich kam in einer gehoerigen Staubwolke zum Stehen und der Bock rannte
einfach weiter, bis er ueber einen Huegel verschwand. Er hatte es sehr
eilig.


>> Dabei bekam ich den Eindruck, dass hier sogar Klapperschlangen
>> fettleibig geworden sein muessen.
>
> So'n Scheiß haben wir hier zum Glück nicht. Das giftigste Tier das ich
> je sah war eine Kreuzotter. In dem Fall aber beim Wandern.
>

Dafuer habt Ihr aber Wildschweine und die sollen schonmal pampig werden.

Joerg

unread,
May 23, 2022, 1:22:19 PM5/23/22
to
Moin Christoph,

Leider ist Dein Post diesmal wohl nicht zum News Server individual.de
durchgedrungen, den ich benutze. War kein Text drin.

Anton Ertl

unread,
May 23, 2022, 1:39:52 PM5/23/22
to
"Chr. Maercker" <Zwei...@gmx-topmail.de> writes:
>Joerg wrote:
>[Chaotische Fahrweise auf autofreien Straßen und Wegen]
>> Ich frage mich immer wieder, warum das in einigen Gegenden funktioniert
>> und in anderen nicht. Gestern bin ich 78km gefahren, 95% davon auf einem
>> Radweg ...
>
>In der Tat eine dankbare Aufgabe für Verkehrspsychologen. Insbesondere
>wenn es stimmt, dass nicht überall so chaotisch gefahren wird, sobald
>keine Kfz die Straßen unsicher machen. Ansonsten würde ich es mir mit
>dem Argument "hier kann ich's mir erlauben" erklären.

Das ist so. Prinzip Radweg.

Ansonsten: Wenn Du alleine auf dem Radweg unterwegs bist, spielt es
keine Rolle, wenn die nichtvorhandenen anderen sich chaotisch
verhalten. Und Joerg beschreibt ja selbst, dass auf seinen Radwegen
so wenig Radfahrer unterwegs sind, dass sich da allerlei Tiere
hinlegen (wie das mit seiner Behauptung zusammenpasst, es wuerden
Massen von Autofahrern auf das Fahrrad umsteigen?).

Und auf einem Radweg mehrere km von irgendeinem Ziel entfernt und auch
nicht in der Naehe von Kreuzungen ist die Wahrscheinlichkeit hoch,
dass ein Radfahrer, dem Du begegnest, einfach nur geradeaus fahren
will. Er kann zwar immer noch links ranfahren wollen, waehrend Du ihn
ueberholst, aber Du wirst dieses Verhalten seltener beobachten als auf
einem Radweg mitten in einem Naherholungsgebiet, schon allein, weil
dort viel weniger Radfahrer unterwegs sind, aber auch weil jeder von
denen seltener links ranfahren will.

Und schliesslich kommt noch der Krypton-Faktor in's Spiel. Auf der
Erde gibt's z.B. in Amerika keine Rehe in freiher Wildbahn
(Disney-Bambi ist kein Reh), auf Krypton offenbar schon.

Joerg

unread,
May 23, 2022, 2:41:39 PM5/23/22
to
On 5/23/22 10:16 AM, Anton Ertl wrote:
> "Chr. Maercker" <Zwei...@gmx-topmail.de> writes:
>> Joerg wrote:
>> [Chaotische Fahrweise auf autofreien Straßen und Wegen]
>>> Ich frage mich immer wieder, warum das in einigen Gegenden funktioniert
>>> und in anderen nicht. Gestern bin ich 78km gefahren, 95% davon auf einem
>>> Radweg ...
>>
>> In der Tat eine dankbare Aufgabe für Verkehrspsychologen. Insbesondere
>> wenn es stimmt, dass nicht überall so chaotisch gefahren wird, sobald
>> keine Kfz die Straßen unsicher machen. Ansonsten würde ich es mir mit
>> dem Argument "hier kann ich's mir erlauben" erklären.
>
> Das ist so. Prinzip Radweg.
>

Deiner Meinung nach sind also alle Radfahrer ziemlich verantwortungslos?
Interessante Einstellung.


> Ansonsten: Wenn Du alleine auf dem Radweg unterwegs bist, spielt es
> keine Rolle, wenn die nichtvorhandenen anderen sich chaotisch
> verhalten. Und Joerg beschreibt ja selbst, dass auf seinen Radwegen
> so wenig Radfahrer unterwegs sind, ...


Das ist nicht so. Auf dem Radweg war gut Verkehr. Er ist aber breit
genug, dass man bequem ueberholen kann. Auch sind die meisten Fahrer
dort recht gut in Form und selbst bei 30mk/h sind welche an uns
vorbeigezischt.

Wir konnten sogar zu zweit nebeneinanderfahren, auch wenn zwei Fahrer
nebeneinander entgegenkamen. Ob die anderen fuer sowas routiniert genug
sind, sieht man ganz gut. RR, gutes Tempo, und so. Aufpassen muss man
bei E-Fahrraedern, die leider auch hier jetzt im Kommen sind.


> ... dass sich da allerlei Tiere
> hinlegen (wie das mit seiner Behauptung zusammenpasst, es wuerden
> Massen von Autofahrern auf das Fahrrad umsteigen?).
>

Trails =! Radweg

Zwei ganz verschiedene Dinge. Auf Trails ist an Wochentagen nur sehr
wenig Verkehr.


> Und auf einem Radweg mehrere km von irgendeinem Ziel entfernt und auch
> nicht in der Naehe von Kreuzungen ist die Wahrscheinlichkeit hoch,
> dass ein Radfahrer, dem Du begegnest, einfach nur geradeaus fahren
> will. Er kann zwar immer noch links ranfahren wollen, waehrend Du ihn
> ueberholst, aber Du wirst dieses Verhalten seltener beobachten als auf
> einem Radweg mitten in einem Naherholungsgebiet, schon allein, weil
> dort viel weniger Radfahrer unterwegs sind, aber auch weil jeder von
> denen seltener links ranfahren will.
>

Sehr simple Abhilfe: Vor dem Ueberholen rufen wir kurz "On your left".


> Und schliesslich kommt noch der Krypton-Faktor in's Spiel. Auf der
> Erde gibt's z.B. in Amerika keine Rehe in freiher Wildbahn
> (Disney-Bambi ist kein Reh), auf Krypton offenbar schon.
>

Hier gibt es viele Rehe in freier Wildbahn. Auch ausserhalb der freien
Wildbahn, etwa in unserem Garten.

Bodo G. Meier

unread,
May 23, 2022, 2:43:06 PM5/23/22
to
Das ist wohl wahr, besonders Bachen, die Frischlinge führen.
Aber selbst Schwarzwild meidet /normalerweise/ Kontakte mit Menschen.

Das gefährlichste Tier im deutschen Wald und Flur ist /Ixodes ricinus/,
der gemeine Holzbock und seine Kumpanen: furchtlos, beharrlich, schwer
zu entdecken.

Anton Ertl

unread,
May 24, 2022, 5:12:34 AM5/24/22
to
Joerg <ne...@analogconsultants.com> writes:
>On 5/23/22 10:16 AM, Anton Ertl wrote:
>> Das ist so. Prinzip Radweg.
>>
>
>Deiner Meinung nach sind also alle Radfahrer ziemlich verantwortungslos?
>Interessante Einstellung.

Jetzt liest Du schon so lange hier mit, und hast noch immer nicht das
geringste vom Prinzip Radweg verstanden.

Und das, obwohl Du selbst hier schoene Beispiele dafuer gebracht hast.

Andre Eiger

unread,
May 24, 2022, 5:35:17 AM5/24/22
to
Bodo G. Meier <bgm...@kabelmail.de> wrote:
> Am 23. Mai. 2022 um 19:07 schrieb Joerg:
...
>> Dafuer habt Ihr aber Wildschweine und die sollen schonmal pampig werden.

> Das ist wohl wahr, besonders Bachen, die Frischlinge führen.
> Aber selbst Schwarzwild meidet /normalerweise/ Kontakte mit Menschen.

Für das belebte Rhein-Main-Gebiet kann ich sagen, dass die Bachen die
von Menschen begangenen Wege natürlich auch genau kennen. Die gehen mit
ihren ganz kleinen Frischlingen da gar nicht hin. Und wenn man im Sommer
mal den größer gewordenen auf einem Weg begegnet, verläuft das entspannt.
Ist mir schon mehrmals passiert, hatte mich erst gewundert, was das für
Hunde im Wald sind.

Schlecht ist, wenn man die bekannten Wege verlässt und sich ins Gebüsch
schlägt, und das ist schon besetzt ...


> Das gefährlichste Tier im deutschen Wald und Flur ist /Ixodes ricinus/,
> der gemeine Holzbock und seine Kumpanen: furchtlos, beharrlich, schwer
> zu entdecken.

Full ACK

--


Thomas Bliesener

unread,
May 24, 2022, 12:08:05 PM5/24/22
to
Anton Ertl schrieb:
> Jetzt liest Du schon so lange hier mit, und hast noch immer nicht das
> geringste vom Prinzip Radweg verstanden.

Jetzt liest Du schon so lange hier mit und hast noch immer nicht das
geringste vom Prinzip Dogma verstanden.

SCNR.
--
bli

Chr. Maercker

unread,
May 24, 2022, 12:29:17 PM5/24/22
to
Joerg wrote:
[Chaotische Fahrweise auf autofreien Straßen und Wegen]
>>>> Ich frage mich immer wieder, warum das in einigen Gegenden funktioniert
>>>> und in anderen nicht.

>>> In der Tat eine dankbare Aufgabe für Verkehrspsychologen. Insbesondere
>>> wenn es stimmt, dass nicht überall so chaotisch gefahren wird, sobald
>>> keine Kfz die Straßen unsicher machen. Ansonsten würde ich es mir mit
>>> dem Argument "hier kann ich's mir erlauben" erklären.
>>
>> Das ist so.  Prinzip Radweg.

> Deiner Meinung nach sind also alle Radfahrer ziemlich verantwortungslos?
> Interessante Einstellung.

Würde ich nicht so lesen, aber dass der Wechsel vom Autositz in den
Fahrradsattel bei fast allen Leuten merkwürdige Verhaltensänderungen
bewirkt, ist Erfahrungstatsache, beileibe nicht nur von mir. Es geht
bekanntlich so weit, das Rinks und Lechts verwexelt werden.

Anton Ertl

unread,
May 24, 2022, 2:18:43 PM5/24/22
to
"Chr. Maercker" <Zwei...@gmx-topmail.de> writes:
>Würde ich nicht so lesen, aber dass der Wechsel vom Autositz in den
>Fahrradsattel bei fast allen Leuten merkwürdige Verhaltensänderungen
>bewirkt, ist Erfahrungstatsache, beileibe nicht nur von mir. Es geht
>bekanntlich so weit, das Rinks und Lechts verwexelt werden.

Fahren die dann auf der Fahrbahn auf der linken Seite? Beobachte ich
nicht haeufiger als bei Autofahrern.

Dass auf Radfahrer gerne geschimpft wird, und dabei gerne mit
Verstoessen gegen Verkehrsregeln argumentiert wird, waehrend
Verstoesse beim Autofahren entweder ignoriert werden oder ihnen
Verstaendnis entgegengebracht wird, ist auch eine Tatsache, die sich
hier wieder einmal bestaetigt.

Gerald Eіscher

unread,
May 24, 2022, 5:29:40 PM5/24/22
to
Am 23.05.22 um 19:16 schrieb Anton Ertl:
>
> Und schliesslich kommt noch der Krypton-Faktor in's Spiel. Auf der
> Erde gibt's z.B. in Amerika keine Rehe in freiher Wildbahn
> (Disney-Bambi ist kein Reh), auf Krypton offenbar schon.

Das originale Bambi von Felix Salten war noch ein Reh, aber weil
eben außer auf Krypton in GOC keine Rehe existieren, hat Disney
daraus einen Weißwedelhirsch gemacht. Die sind aber eh nur bis zu
doppelt so groß und fünf Mal so schwer wie Rehe, die kann man schon
wervechseln.

--
Gerald

| FAQ zu de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/ |
| Wiki von de.rec.fahrrad: http://de-rec-fahrrad.de |

Joerg

unread,
May 25, 2022, 1:57:00 AM5/25/22
to
Auf den hiesigen Radwegen kann ich das nicht bestaetigen. Nur wenn dort
Kinder fahren, aber irgendwo muessen die ja lernen. Da passt man eben
gut auf, genauso wie wenn sie auf der Fahrbahn radeln.

Anton hat offenbar die US-Radwege ueberhaupt nicht richtig
kennengelernt, sonst haette er es erlebt. Da wird flott und routiniert
gefahren. 25km/h Schnitt ist ueberhaupt kein Problem, wenn es die
eigenen Beinmuskeln hergeben. Wenn ich hier losfahre, kann ich fast die
Uhr danach stellen, wann ich in Sacramento ankomme. Der meiste Teil der
Strecke, etwa 45km davon, ist Radweg. Aber eben ein gescheit gebauter.

Was Fahrverhalten angeht, ist es eher umgekehrt. Viele Leute fahren in
der Blechdose ruepelhafter als auf dem Fahrrad. Besonders, wenn sie eine
Blechdose mit viel Zunder unter der Motorhaube haben.

Ralph Angenendt

unread,
May 25, 2022, 5:57:07 AM5/25/22
to
Well, Joerg <ne...@analogconsultants.com> wrote:
> Moin Christoph,
>
> Leider ist Dein Post diesmal wohl nicht zum News Server individual.de
> durchgedrungen, den ich benutze. War kein Text drin.

Msg-ID bitte, ansonsten weiß ja niemand auf welchen "Post" du dich
beziehst.

Ralph
--
Übervaterlandverräter und Mutterkornblumenblau

Joerg

unread,
May 25, 2022, 2:47:19 PM5/25/22
to
On 5/25/22 2:57 AM, Ralph Angenendt wrote:
> Well, Joerg <ne...@analogconsultants.com> wrote:
>> Moin Christoph,
>>
>> Leider ist Dein Post diesmal wohl nicht zum News Server individual.de
>> durchgedrungen, den ich benutze. War kein Text drin.
>
> Msg-ID bitte, ansonsten weiß ja niemand auf welchen "Post" du dich
> beziehst.
>

Tja, die bekomme ich auch nicht. Der von mir benutzte Newsserver hat den
Post bis auf den Header wohl nicht uebernommen und damit bleibt ein
Klick auf "Message Source" wirkungslos. Kommt ab und zu vor.

Stefan

unread,
May 25, 2022, 3:37:56 PM5/25/22
to
> gefahren. 25km/h Schnitt ist ueberhaupt kein Problem, wenn es die
> eigenen Beinmuskeln hergeben. Wenn ich hier losfahre, kann ich fast die
> Uhr danach stellen, wann ich in Sacramento ankomme. Der meiste Teil der
> Strecke, etwa 45km davon, ist Radweg. Aber eben ein gescheit gebauter.

dies ist ein wesentlicher Unterschied - hier ist das Radwegenetz ein 1m
bis 2,3m breiter Flickenteppich, wo es plötzlich auf die Straße geht:

Hier beginne ich man auf der Fahrbahn, wechsel nach 100m auf den Radweg,
der 1,5m breit ist, dann geht es zur Ampel, die für Fußgängerräumzeiten
schaltet, darf an der nächsten Ampel nicht links abbiegen und fahren
dann demzufolge bei 60% bei Rot über die Ampel (da ich diese nicht sehen
kann). Dann geht's über 1,5m breite Radwege bis der Radweg plötzlich
kurz vor einer Eisenbahnunterführung endet. Unmittelbar nach der
Unterführung auf der Straße fängt der Radweg natürlich erneut
-benutzungsplfichtig- an.

Dann kommt (vielleicht, da für 500m ein Klappschild mit Verbot für
Radfahrer und Radfahrer absteigen am 1860er Stadion) ein 1m breiter
Radweg (benutzungspflichtig) der am Beginn der nächsten Ortschaft endet
(selber Weg gleiche Fahrbahnmarierung aber Fußweg mit Radfaher frei
-6km/h- auf dem Fußweg - nicht mal der Trennstrich auf dem Fußweg ist weg).

Dann geht es etwa 35km auf der Straße weiter, bis irgendwo wieder für
500m ein Radweg anfängt, wo aber an der nächsten Kreuzung auf dem
"Radweg" eine abweichende Vorfahrtregelung zur Straße existiert (obwohl
nur 3,5m abgesetzt). Dieser endet wieder und in 6km gib't des nächste
Stückchen Radweg für 500m.
Dieser ist an einer Stelle jetzt ganze 30cm breit (ein Maulwurf hat sich
durch den Weg durchgefressen).


Wenn man nicht sowieso ständig vom Radweg auf die Straße wechseln
müsste, wäre dieser auch stärker akzeptiert.

Hier sind Radwege alles zwischen 70cm und 2m breit. Bei 2,3 m handelt es
sich um gemeinsame Rad- und Fußwege in beide Richtungen (auf einen Weg).

An vielen Stellen müssen hier Radfahrer auch gleichzeitig auf der
rechten und linken Straßenseite benutzungspflichtig fahren.

Ich nehme an dass der Radweg Sacramento auch in den USA eher eine
positive Ausnahme bildet und es im Gegensatz zu Deutschland nicht einmal
Besserung geplant ist. Aber natürlich ist dort auch weniger
Straßenverkehr, wenn die Gegenden nicht so dicht besiedelt sind.

Joerg

unread,
May 25, 2022, 4:25:28 PM5/25/22
to
On 5/25/22 12:37 PM, Stefan wrote:
>> gefahren. 25km/h Schnitt ist ueberhaupt kein Problem, wenn es die
>> eigenen Beinmuskeln hergeben. Wenn ich hier losfahre, kann ich fast
>> die Uhr danach stellen, wann ich in Sacramento ankomme. Der meiste
>> Teil der Strecke, etwa 45km davon, ist Radweg. Aber eben ein gescheit
>> gebauter.
>
> dies ist ein wesentlicher Unterschied - hier ist das Radwegenetz ein 1m
> bis 2,3m breiter Flickenteppich, wo es plötzlich auf die Straße geht:
>
> Hier beginne ich man auf der Fahrbahn, wechsel nach 100m auf den Radweg,
> der 1,5m breit ist, dann geht es zur Ampel, die für Fußgängerräumzeiten
> schaltet, darf an der nächsten Ampel nicht links abbiegen und fahren
> dann demzufolge bei 60% bei Rot über die Ampel (da ich diese nicht sehen
> kann). Dann geht's über 1,5m breite Radwege bis der Radweg plötzlich
> kurz vor einer Eisenbahnunterführung endet. Unmittelbar nach der
> Unterführung auf der Straße fängt der Radweg natürlich erneut
> -benutzungsplfichtig- an.
>
> Dann kommt (vielleicht, da für 500m ein Klappschild mit Verbot für
> Radfahrer und Radfahrer absteigen am 1860er Stadion) ein 1m breiter
> Radweg (benutzungspflichtig) der am Beginn der nächsten Ortschaft endet
> (selber Weg gleiche Fahrbahnmarierung aber Fußweg mit Radfaher frei
> -6km/h- auf dem Fußweg - nicht mal der Trennstrich auf dem Fußweg ist weg).
>

Das ist ja aetzend. Hat der ADFC denn gar keinen Einfluss?


> Dann geht es etwa 35km auf der Straße weiter, ...


Wenn die vielbefahren und ohne Radstreifen ist, wuerde ich mein Auto
benutzen.


> ... bis irgendwo wieder für
> 500m ein Radweg anfängt, wo aber an der nächsten Kreuzung auf dem
> "Radweg" eine abweichende Vorfahrtregelung zur Straße existiert (obwohl
> nur 3,5m abgesetzt). Dieser endet wieder und in 6km gib't des nächste
> Stückchen Radweg für 500m.
> Dieser ist an einer Stelle jetzt ganze 30cm breit (ein Maulwurf hat sich
> durch den Weg durchgefressen).
>

Dafuer gibt es Schilder :-)

https://anwo.com/store/media/ss_size1/molecrossing.JPG

>
> Wenn man nicht sowieso ständig vom Radweg auf die Straße wechseln
> müsste, wäre dieser auch stärker akzeptiert.
>
> Hier sind Radwege alles zwischen 70cm und 2m breit. Bei 2,3 m handelt es
> sich um gemeinsame Rad- und Fußwege in beide Richtungen (auf einen Weg).
>

Bei uns wird es hingegen manchmal uebertrieben. Ich habe zur
Verdeutlichungen einen 2m langen Zollstock auf den Radstreifen gelegt:

https://www.analogconsultants.com/ng/bike/Bikelane1.JPG

Der ist auch nicht schlecht, fahre ich oft aus der Tiefebene nach Hause:

https://www.analogconsultants.com/ng/bike/Bikepath1.JPG


> An vielen Stellen müssen hier Radfahrer auch gleichzeitig auf der
> rechten und linken Straßenseite benutzungspflichtig fahren.
>
> Ich nehme an dass der Radweg Sacramento auch in den USA eher eine
> positive Ausnahme bildet und es im Gegensatz zu Deutschland nicht einmal
> Besserung geplant ist.


Aehm, mir scheint der Bedarf umgekehrt zu sein, bei Euch besteht
offenbar dringend Verbesserungsdedarf, nach dem, was ich von Dir und
anderen immer wieder lese. Ich wuesste nicht, was man am Radweg nach
Sacramento noch gross verbessern sollte. Hie und da wird er wegen
hoeherem Verkehrsaufkommen verbreitert. Doch er wurde von Anfang an
gescheit geplant. Mit "Grade Separation", sodass er Querstrassen
entweder per Bruecke oder (in den meisten Faellen) per Unterfuehrung
kreuzt. Da muss man nichtmal die Bremshebel antatzen. Selbst die
Abfahrten sind oft so gebaut, dass man mit gut Schmackes dort reinrollen
kann.

An den ganz wenigen Querungsstellen mit (geringem) Autoverkehr sieht es
fuer den Autofahrer so aus:

https://www.analogconsultants.com/ng/bike/StopSign.jpg

Was mich ein wenig stoert, ist das Tempolimit von 24km/h, wobei es bis
gut 30km/h normalerweise keine Knolle gibt. Der Abzweiger nach Sueden
ist noch breiter, mehr als 6m und hat kein Tempolimit, sodass auch die
Leute mit Velomobilen ihre Kisten richtig ausreizen koennen:

https://cloudfront.traillink.com/photos/folsom-south-canal-recreation-trail_153667_sc.jpg

Was will man mehr?


> ... Aber natürlich ist dort auch weniger
> Straßenverkehr, wenn die Gegenden nicht so dicht besiedelt sind.


Sacramento und fast die ganze Gegend oestlich (um den Radweg herum) ist
dicht besiedelt und auf den Fahrbahnen gibt es die ueblichen taeglichen
Staus. In denen ich definitiv nicht auf meinem Fahrrad haengen will.
Vergleichbar ist es in etwa mit dem Bereich Koeln-Leverkusen, nur dass
wir da zumindest bis in die 80er keinen Langstreckenradweg hatten. Da
war man immer auf der B8, ziemlich unangenehm.

Anton Ertl

unread,
May 25, 2022, 5:06:14 PM5/25/22
to
Joerg <ne...@analogconsultants.com> writes:
>Anton hat offenbar die US-Radwege ueberhaupt nicht richtig
>kennengelernt, sonst haette er es erlebt.

Travnicek wuerde sagen: "I bin do net deppat!"
<https://www.youtube.com/watch?v=3vTKmdX7ONA>

Tatsaechlich habe ich genug US-Radwege richtig kennengelernt, um zu
wissen, dass das Prinzip Radweg auch fuer sie gilt. Und Deine
Berichte legen das auch nahe.

Joerg

unread,
May 26, 2022, 12:56:57 AM5/26/22
to
On 5/25/22 2:01 PM, Anton Ertl wrote:
> Joerg <ne...@analogconsultants.com> writes:
>> Anton hat offenbar die US-Radwege ueberhaupt nicht richtig
>> kennengelernt, sonst haette er es erlebt.
>
> Travnicek wuerde sagen: "I bin do net deppat!"
> <https://www.youtube.com/watch?v=3vTKmdX7ONA>

:-)

>
> Tatsaechlich habe ich genug US-Radwege richtig kennengelernt, ...


Sorry, aber das zweifle ich inzwischen ernsthaft an.


> ... um zu
> wissen, dass das Prinzip Radweg auch fuer sie gilt. Und Deine
> Berichte legen das auch nahe.
>

Beispiele? Hic Rhodus, hic salta. Zitate bitte (nicht Message ID, die
funktioniert hier nicht).

Anton Ertl

unread,
May 26, 2022, 9:14:26 AM5/26/22
to
Joerg <ne...@analogconsultants.com> writes:
>> Tatsaechlich habe ich genug US-Radwege richtig kennengelernt, um zu
>> wissen, dass das Prinzip Radweg auch fuer sie gilt. Und Deine
>> Berichte legen das auch nahe.
>>
>
>Beispiele?

|Man sieht es sogar auf Radschnellwegen. Da stehen Schilder "Achtung
|Kurve in 200m" ... "10mph" ... "5mph" ... "Slow!" ... "Achtung, jetzt
|kommt sie wirklich", oder so.
<cog87k...@mid.individual.net>

|15mph ist in Kalifornien auf Radwegen meist das Limit,
|aber es gibt keine Knolle, solange man nicht zu nahe an 20mph kommt. Das
|finde ich fuer einen fitten Radfahrer angemessen.
<gdaljt...@mid.individual.net>

Offensichtlich hast Du das Prinzip Radweg sehr verinnerlicht. Als
unfitter Radfahrer (3 Wochen Zwangspause und danach ein fuer meine
Fitness zu langer Lauf) fuhr ich auf dem Nach-Hause-Weg vom Laufen
bis zu 44km/h (27mph). Anders als auf Krypton gibt's auf der Erde
Rueckenwind und Gefaelle.

Was die 15mph (24km/h) und die 5mph (8km/h) betrifft, entweder sind
die Radwege so gebaut, dass mehr aus Sicherheitsgruenden nicht geht;
das waere dann ganz offensichtlich das Prinzip Radweg.

Oder es ist eine reine Schikane; das waere dann in erster Linie ein
Beispiel fuer den zweiten Satz meiner .sig, aber eigentlich laesst
sich das vom Prinzip Radweg auch nicht trennen.

>Hic Rhodus, hic salta.

Bist Du Dir sicher, dass Du weisst, was das bedeutet?

>Zitate bitte (nicht Message ID, die
>funktioniert hier nicht).

Message-Ids funktionieren ueberall auf der Erde. Fuer Krypton lege
ich meine Hand allerdings nicht in's Feuer.

HC Ahlmann

unread,
May 26, 2022, 4:41:12 PM5/26/22
to
Joerg <ne...@analogconsultants.com> wrote:

> Was Fahrverhalten angeht, ist es eher umgekehrt. Viele Leute fahren in
> der Blechdose ruepelhafter als auf dem Fahrrad. Besonders, wenn sie eine
> Blechdose mit viel Zunder unter der Motorhaube haben.

Darin unterscheiden sich Rad- und Autofahrer genau gar nicht.

Wir waren am Wochenende mit einer gemischten Väter-Kinder-Truppe auf der
Vennbahn auf "echten Fahrrädern"™ zwischen Aachen und Monschau
unterwegs.
Am Samstag fiel auf, dass "unechte Fahrräder"™ mit eDoping weit
überwogen, aber die Fahrkünste der Aufsitzenden reziprok zur Buntheit
ihrer (obligatorischen) Funktionskleidung sind. Da wir nur die
Müsli-Motoren hatten, waren die Überholer fast ausschließlich
elektrische, aber auch talwärts fuhren mehr elektrische als echte
Fahrräder.
Am Sonntag fiel auf, dass zusätzlich mehr Rennradfahrer in beiden
Richtungen unterwegs waren, die ihr Fahrzeug deutlich besser
beherrschten (Geschwindigkeit, Verhalten im Verkehr, Vorausschau). Dass
einer dieser Rennradfahrer an einer Verschwenkung in Kornelimünster
durch eine gemischte Gruppe von Radfahrenden und zu Fuß Gehenden auf
einem mit Z.240 bezeichneten Weg schrotete und wie ein Rohrspatz
schimpfte, ist ein bedauerlicher Einzelfall.
--
Munterbleiben
HC

Karl Müller

unread,
May 27, 2022, 1:08:38 AM5/27/22
to
Am Thu, 26 May 2022 22:41:10 +0200 schrieb HC Ahlmann:

> Joerg <ne...@analogconsultants.com> wrote:
>
>> Was Fahrverhalten angeht, ist es eher umgekehrt. Viele Leute fahren in
>> der Blechdose ruepelhafter als auf dem Fahrrad. Besonders, wenn sie
>> eine Blechdose mit viel Zunder unter der Motorhaube haben.
>
> Darin unterscheiden sich Rad- und Autofahrer genau gar nicht.
>

Volle Zustimmung - es ist hier schon auffallend wie arrogant einige
Mitschreiber hier die Radfahrer als einzig kompetente Verkehrsteilnehmer
darstellen obwohl die Realität wie immer irgendwo in der Mitte liegt

> Wir waren am Wochenende mit einer gemischten Väter-Kinder-Truppe auf der
> Vennbahn auf "echten Fahrrädern"™ zwischen Aachen und Monschau
> unterwegs.
> Am Samstag fiel auf, dass "unechte Fahrräder"™ mit eDoping weit
> überwogen, aber die Fahrkünste der Aufsitzenden reziprok zur Buntheit
> ihrer (obligatorischen) Funktionskleidung sind. Da wir nur die
> Müsli-Motoren hatten, waren die Überholer fast ausschließlich
> elektrische, aber auch talwärts fuhren mehr elektrische als echte
> Fahrräder.
> Am Sonntag fiel auf, dass zusätzlich mehr Rennradfahrer in beiden
> Richtungen unterwegs waren, die ihr Fahrzeug deutlich besser
> beherrschten (Geschwindigkeit, Verhalten im Verkehr, Vorausschau). Dass
> einer dieser Rennradfahrer an einer Verschwenkung in Kornelimünster
> durch eine gemischte Gruppe von Radfahrenden und zu Fuß Gehenden auf
> einem mit Z.240 bezeichneten Weg schrotete und wie ein Rohrspatz
> schimpfte, ist ein bedauerlicher Einzelfall.

Die von Dir gemachten Erfahrungen stimmen ziemlich exakt mit meinen
überein - wobei ich mir für mich wünsche: "Gib mir die Gelassenheit,
Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu
ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu
unterscheiden. “

Zum Thema "echte Fahrräder"™: hier zeigt sich in der Verwendung der
Begriffe eine ähnliche Entwicklung wie beim Thema Straße vs. Fahrbahn:
durch unexakte Verwendung seine eigene kognitive Dissonanz zu
verschleiern. Deshalb habe ich mich entschlossen, die korrekte
Bezeichnung Fahrrad und Pedelec konsequent zu verwenden (nicht immer zum
Wohlwollen der Schein-E-Bike-Fahrer)

mfg

Karl

Chr. Maercker

unread,
May 27, 2022, 1:56:48 AM5/27/22
to
Anton Ertl wrote:
> Fahren die dann auf der Fahrbahn auf der linken Seite? Beobachte
> ich nicht haeufiger als bei Autofahrern.

Auf welchen Straßenteilen das bevorzugt passiert, habe ich so oft
geschrieben, dass ich keine Lust habe, es zu wiederholen.

> Dass auf Radfahrer gerne geschimpft wird, und dabei gerne mit
> Verstoessen gegen Verkehrsregeln argumentiert wird, waehrend
> Verstoesse beim Autofahren entweder ignoriert werden oder ihnen
> Verstaendnis entgegengebracht wird, ist auch eine Tatsache, die sich
> hier wieder einmal bestaetigt.

Nicht zuletzt deswegen, weil es *andere* Vertöße sind.

Chr. Maercker

unread,
May 27, 2022, 1:59:34 AM5/27/22
to
Sorry, ich vergaß:
Anton Ertl wrote:
> Fahren die dann auf der Fahrbahn auf der linken Seite?

Ja, sobald es keinen Kfz-Verkehr gibt. Genau das beobachte ich ja
regelmäßig auf der Magdeburger Sternbrücke. Sobald dort stärkerer
Freizeitverkehr herrscht, aber nicht nur dann, wird völlig regellos
gefahren.

> Beobachte ich nicht haeufiger als bei Autofahrern.

Auf solchen *mit* Kfz-Verkehr, ja.

Chr. Maercker

unread,
May 27, 2022, 2:04:15 AM5/27/22
to
Joerg wrote:
[fahren ohne Regeln auf Straßen ohne Kfz-Verkehr]
> Auf den hiesigen Radwegen kann ich das nicht bestaetigen. Nur wenn dort
> Kinder fahren, aber irgendwo muessen die ja lernen. Da passt man eben
> gut auf, genauso wie wenn sie auf der Fahrbahn radeln.

Wenn es nur die Kids wären, OK. Aber es sind Jugendliche und Erwachsene.

> Anton hat offenbar die US-Radwege ueberhaupt nicht richtig
> kennengelernt, sonst haette er es erlebt. Da wird flott und routiniert
> gefahren. 25km/h Schnitt ist ueberhaupt kein Problem, wenn es die
> eigenen Beinmuskeln hergeben. Wenn ich hier losfahre, kann ich fast die
> Uhr danach stellen, wann ich in Sacramento ankomme. Der meiste Teil der
> Strecke, etwa 45km davon, ist Radweg. Aber eben ein gescheit gebauter.

Nun ja, das sind jene, die mit unseren straßenbegleitenden Randwegen
nicht vergleichbar sind. *Vergleichbare* Wege gibt es hierzulande nur
außerorts und dort ist Falschfahren sogar behördlich angeordnet. Schadet
nur deswegen nicht, weil die meisten außerörtlichen Randwege so wenig
befahren sind, dass sie eigentlich rausgeschmissenes Geld sind.

> Was Fahrverhalten angeht, ist es eher umgekehrt. Viele Leute fahren in
> der Blechdose ruepelhafter als auf dem Fahrrad. Besonders, wenn sie eine
> Blechdose mit viel Zunder unter der Motorhaube haben.

Ich denke, in den USA gibt es so drastische Strafen, z.B. für das
Übermangeln von Radfahrern beim Rechtsabbiegen? Wer kann sich da solche
Fahrweise leisten?

Chr. Maercker

unread,
May 27, 2022, 2:10:51 AM5/27/22
to
Stefan wrote:
> dies ist ein wesentlicher Unterschied - hier ist das Radwegenetz ein 1m
> bis 2,3m breiter Flickenteppich, wo es plötzlich auf die Straße geht:

Mit straßenbegleitendem Randgedöns unserer Städte sind die Radweg, die
Jörg regelmäßig zeigt nicht vergleichbar. Allenfalls mit denen an
Landstraßen, eher noch mit manchen selbständigen Wegen.

> Dann geht es etwa 35km auf der Straße weiter, bis irgendwo wieder für
> 500m ein Radweg anfängt, wo aber an der nächsten Kreuzung auf dem
> "Radweg" eine abweichende Vorfahrtregelung zur Straße existiert (obwohl
> nur 3,5m abgesetzt). Dieser endet wieder und in 6km gib't des nächste
> Stückchen Radweg für 500m.

Die Zwangsradwege befinden sich gern in Ortschaften, wo 50 km/h max.
gilt. Die Landstraße davor und danach, wo 100 km/h+ gilt, hat gar keinen
Randweg. Alles für die Sicherheit von Radfahrern :-\

> Ich nehme an dass der Radweg Sacramento auch in den USA eher eine
> positive Ausnahme bildet und es im Gegensatz zu Deutschland nicht einmal
> Besserung geplant ist. Aber natürlich ist dort auch weniger
> Straßenverkehr, wenn die Gegenden nicht so dicht besiedelt sind.

Eben, die Amis haben jede Menge Platz für Straßen- und Wegebau. Für
Autos sogar 4..6 Fahrstreifen pro Richtung wie in LA - oder sind es noch
mehr?

Chr. Maercker

unread,
May 27, 2022, 2:18:59 AM5/27/22
to
Anton Ertl wrote:
> Offensichtlich hast Du das Prinzip Radweg sehr verinnerlicht. Als
> unfitter Radfahrer (3 Wochen Zwangspause und danach ein fuer meine
> Fitness zu langer Lauf) fuhr ich auf dem Nach-Hause-Weg vom Laufen
> bis zu 44km/h (27mph). Anders als auf Krypton gibt's auf der Erde
> Rueckenwind und Gefaelle.

Das liegt irknwo zwischen Rennrad und üblichem Durchschnitt. Auf
gewöhnlichen deutschen Randwegen lässt sich so ein Tempo nicht annähernd
halten. Dazu müsste ich mich sogar auf einer Fahrbahn anstrengen. ;-)

> Was die 15mph (24km/h) und die 5mph (8km/h) betrifft, entweder sind
> die Radwege so gebaut, dass mehr aus Sicherheitsgruenden nicht geht;
> das waere dann ganz offensichtlich das Prinzip Radweg.

> Oder es ist eine reine Schikane; das waere dann in erster Linie ein
> Beispiel fuer den zweiten Satz meiner .sig, aber eigentlich laesst
> sich das vom Prinzip Radweg auch nicht trennen.

Vermutlich ist das ähnlich wie die 80 mph auf den Highways. Auch da
dürfte es etliche geben, wo schnelleres Fahren ungefährlich ist.

> Message-Ids funktionieren ueberall auf der Erde.

Mailer, die nebenbei auch als Newsreader arbeiten, interpretieren
Message-IDs von jeher als MailTo.

Chr. Maercker

unread,
May 27, 2022, 2:26:32 AM5/27/22
to
Karl Müller wrote:
>> Joerg <ne...@analogconsultants.com> wrote:
>>> Was Fahrverhalten angeht, ist es eher umgekehrt. Viele Leute fahren in
>>> der Blechdose ruepelhafter als auf dem Fahrrad. Besonders, wenn sie
>>> eine Blechdose mit viel Zunder unter der Motorhaube haben.

>> Darin unterscheiden sich Rad- und Autofahrer genau gar nicht.

> Volle Zustimmung - es ist hier schon auffallend wie arrogant einige
> Mitschreiber hier die Radfahrer als einzig kompetente Verkehrsteilnehmer
> darstellen obwohl die Realität wie immer irgendwo in der Mitte liegt

*Vorzuwerfen* haben sich Kraft- und Radfahrer rein gar nichts. Die Art
ihrer jeweiligen Verstöße sind aber ziemlich verschieden. Kraftfahrer
fahren regelmäßig hart über dem erlaubten Tempolimit und brettern volles
Rohr bei Kirschgrün über Kreuzungen. Radfahrer verwexeln Lechts und
Rinks und fahren gern mal bei Vollrot. Nur zwei Beispiele, es gibt
weitere. Selten wird dabei geschaut, was wirklich zu Unfällen führt.
Einige der o.g. Verstöße sind dabei, andere, wichtige, fehlen.

Karl Müller

unread,
May 27, 2022, 2:48:29 AM5/27/22
to
Das *Vorzuwerfen* überlassen wir mal schön der Exekutive und der
Entscheidung, ob der Vorwurf zutrifft, letztendlich der Justiz

Im Übrigen berücksichtigt der Gesetzgeber Deinen Einwurf bezüglich der
Unfallträchtigkeit von Ordnungswidrigkeiten durch einen abgestuften
Bußgeld-Katalog und dem Zulassen eines Ermessensspielraums durch den
jeweilige Ordnungsübwacher

Wenn sich allerdings alle einfach mal an die Vorschriften halten würden
dann wäre unsere Welt wahrscheinlich ein klein wenig besser

Der Trick für einige besteht allerdings darin, nur die Einhaltung der
Vorschriften durch andere zu beobachten. Sich selbst, als Mittelpunkt des
Universums, vergisst man dann sehr leicht

Das sind nur meine 2 Cent zum Thema: andere dürfen natürlich anderer
Auffassung sein

mfg

Karl

Chr. Maercker

unread,
May 27, 2022, 6:40:14 AM5/27/22
to
Karl Müller wrote:
> Das *Vorzuwerfen* überlassen wir mal schön der Exekutive und der
> Entscheidung, ob der Vorwurf zutrifft, letztendlich der Justiz

An den "Stammtischen" wird es weiter passieren.

> Im Übrigen berücksichtigt der Gesetzgeber Deinen Einwurf bezüglich der
> Unfallträchtigkeit von Ordnungswidrigkeiten durch einen abgestuften
> Bußgeld-Katalog und dem Zulassen eines Ermessensspielraums durch den
> jeweilige Ordnungsübwacher

Bei Radfahrern bedarf es einer Überprüfung, was gehäuft zu Unfällen
führt. Es sind beileibe nicht die teuersten OWis ...

> Wenn sich allerdings alle einfach mal an die Vorschriften halten würden
> dann wäre unsere Welt wahrscheinlich ein klein wenig besser

Interessanterweise verleiten ausgerechnet "Radwege" zum Gegenteil. Das
sollt mal Verkehrspsychologen interessieren. Wobei Radwege eine sehr
große Teilmenge von kfz-freien Straßen bzw. Wegen darstellen, wie wir
gerade entdeckt haben.
Abgesehen davon, unfallfreie Verkehrsteilnahme ist nicht zwangsläufig
die Folge von strikter Einhaltung von Vorschriften. Für etliche
(Rechtsfahrgebot, Vorfahrt- und Abbiegeregeln) trifft es sicher zu, für
andere nicht unbedingt. Im Grunde ist es das, was § 1 StVO beinhaltet.
Zudem hat Straßenverkehr einige de-facto-Regeln, die besser eingehalten
werden als so manche StVO-Vorschrift. Verstöße dagegen werden z.T.
heftigst sanktioniert, unabhängig davon, dass die meisten davon gerade
*nicht* unfallverhütend sind. Radwegbenutzung ist nur eine davon.

Chr. Maercker

unread,
May 27, 2022, 6:48:22 AM5/27/22
to
Bodo G. Meier wrote:
[Wildschweine]
> Das ist wohl wahr, besonders Bachen, die Frischlinge führen.
> Aber selbst Schwarzwild meidet /normalerweise/ Kontakte mit Menschen.

Sie führen u.U. Scheinangriffe durch, um anschließend mit der restlichen
Rotte ungestört weiterziehen zu können. Auch mal erlebt, aber zu Fuß.

> Das gefährlichste Tier im deutschen Wald und Flur ist /Ixodes ricinus/,
> der gemeine Holzbock und seine Kumpanen: furchtlos, beharrlich, schwer
> zu entdecken.

FULL ACK. Zum Glück hatte ich schon etwas Erfahrung mit Tierversuchen an
der eigenen Hauskatze, bevor mich der erste befallen hat. Früher waren
es Stechmücken und Bremsen, aber die haben stark abgenommen.

Karl Müller

unread,
May 27, 2022, 8:49:30 AM5/27/22
to
Am Fri, 27 May 2022 12:40:12 +0200 schrieb Chr. Maercker:

> Karl Müller wrote:
>> Das *Vorzuwerfen* überlassen wir mal schön der Exekutive und der
>> Entscheidung, ob der Vorwurf zutrifft, letztendlich der Justiz
>
> An den "Stammtischen" wird es weiter passieren.
>
>> Im Übrigen berücksichtigt der Gesetzgeber Deinen Einwurf bezüglich der
>> Unfallträchtigkeit von Ordnungswidrigkeiten durch einen abgestuften
>> Bußgeld-Katalog und dem Zulassen eines Ermessensspielraums durch den
>> jeweilige Ordnungsübwacher
>
> Bei Radfahrern bedarf es einer Überprüfung, was gehäuft zu Unfällen
> führt. Es sind beileibe nicht die teuersten OWis ...
>

Welches Fehlverhalten von Radfahrern meinst Du konkret? Gibt es dazu eine
sortierte Liste nach Unfallhäufigkeit?

>> Wenn sich allerdings alle einfach mal an die Vorschriften halten würden
>> dann wäre unsere Welt wahrscheinlich ein klein wenig besser
>
> Interessanterweise verleiten ausgerechnet "Radwege" zum Gegenteil. Das
> sollt mal Verkehrspsychologen interessieren. Wobei Radwege eine sehr
> große Teilmenge von kfz-freien Straßen bzw. Wegen darstellen, wie wir
> gerade entdeckt haben.

Generell verleiten Regeln, die für den Einzelnen in der konkreten
Situation nicht nachvollziehbar sind, zum ignorieren derselben. Das ist
eine menschliche Schwäche - Roboter haben dank Programmierung mit dem
Einhalten der Regeln kein Problem

> Abgesehen davon, unfallfreie Verkehrsteilnahme ist nicht zwangsläufig
> die Folge von strikter Einhaltung von Vorschriften. Für etliche
> (Rechtsfahrgebot, Vorfahrt- und Abbiegeregeln) trifft es sicher zu, für
> andere nicht unbedingt. Im Grunde ist es das, was § 1 StVO beinhaltet.
> Zudem hat Straßenverkehr einige de-facto-Regeln, die besser eingehalten
> werden als so manche StVO-Vorschrift. Verstöße dagegen werden z.T.
> heftigst sanktioniert, unabhängig davon, dass die meisten davon gerade
> *nicht* unfallverhütend sind. Radwegbenutzung ist nur eine davon.

Auch hier: kannst Du das bitte mal konkretisieren. Welche de-facto-Regeln
meinst Du die besser eingehalten werden als die StVO-Vorschriften?

mfg

Karl

P.S.: der Gesetzgeber hat sich schon darüber Gedanken gemacht, zwischen
"leichten" Verstößen und "gefährdenden" Verstößen zu unterscheiden. Dies
kann man gut im Bußgeldkatalog nachvollziehen (mit Gefährdung, mit
Sachbeschädigung, mit Vorsatz usw. wird's teurer) Anpassungen werden auch
regelmäßig, wenn auch nicht gerade jährlich, durchgeführt. Spätestens
wenn irgendwann die Inflationskurve abgeflacht ist, kommt eine Anpassung
wieder in Frage. Hoffentlich muss dann nicht alles verdreifacht werden


Rolf Mantel

unread,
May 27, 2022, 8:56:00 AM5/27/22
to
Am 27.05.2022 um 14:49 schrieb Karl Müller:
> Auch hier: kannst Du das bitte mal konkretisieren. Welche de-facto-Regeln
> meinst Du die besser eingehalten werden als die StVO-Vorschriften?

Einfachstes Beispiel Rechtsabstand:

StvO "so weit rechts dass andere VT nciht gefährdet werden"
De-facto: "hart am rechten Fahrbahnrand, egal ob das den Radfahrer,
Fußgänger oder 'aus-dem-Auto aussteiger' gefährdet"

Karl Müller

unread,
May 27, 2022, 12:20:14 PM5/27/22
to
Es mag sein, dass Du nach dieser "de-facto-Regel"[1] Fahrrad fährst - das
sei Dir unbenommen[2]. Aber andere dürfen hoffentlich auch anders fahren
- z.B. entsprechend der Regelung "möglichst weit rechts" zu fahren

Das man andere nicht gefährden darf steht schon in §1 der StVO und wird
beim Rechtsfahrgebot nicht extra erwähnt - wozu auch?

mfg

Karl

[1] Was soll ein de-facto-Regel eigentlich sein? Die Naturgesetze würde
ich als de-facto-Regel akzeptieren, alles andere, von Menschen erdachte
Regeln, ist zumindest als de-facto fragwürdig

[2] Es gibt eine ungeklärte Frage, ob sich ein Verkehrsteilnehmer selber
gefährden darf. Dies ist mit Sicherheit nicht erlaubt, wenn durch
Eigengefährdung ein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet wird. Ob
allerdings ohne Fremdgefährdung eine Eigengefährdung wegen dem Recht auf
Selbstbestimmung erlaubt ist, mögen andere entscheiden. Ich bin dafür,
also go ahead und fahr nach Deiner de-facto-Regel hart am Fahrbahnrand!

Chr. Maercker

unread,
May 27, 2022, 12:20:56 PM5/27/22
to
Karl Müller wrote:
[Bei Radfahrern bedarf es einer Überprüfung, was gehäuft zu Unfällen
führt. Es sind beileibe nicht die teuersten OWis ...]
>>
>
> Welches Fehlverhalten von Radfahrern meinst Du konkret? Gibt es dazu eine
> sortierte Liste nach Unfallhäufigkeit?

Es gibt zumindest Unfälle, die in nahezu jeder (städtischen)
Unfallstastistik die vorderen Plätze belegen:
1. Geisterradeln auf Randwegen, völlig irreführend als "Falsche
Fahrbahnbenutzung" bezeichnet, weil von Kfz her oft keine andere
Kategorie vorhanden.
2. Fehler beim Abbiegen, Verursacher sind mehrheitlich Kfz-Führer
3. Vorfahrtfehler, Verursacher mehrheitlich Kfz-Führer
4. "Fehler beim Einfachen in den fließenden Verkehr" = abrupte
Radwegenden etc.
5. Türunfälle

Erst dann folgen z.B. Rotlichtverstöße, und ganz weit hinten fehlende
Beleuchtung. Nichtbenutzen von (beschilderten) Radwegen ist in 1.
enthalten, dort aber nahezu irrelevant, weil es viel zu selten vorkommt.
Dennoch war der Tarif für Falschfahren auf Radwegen lange Jahre billiger
als der für Verstoß gegen § 2 (4) StVO, ebenso Gehwegradeln.

> Generell verleiten Regeln, die für den Einzelnen in der konkreten
> Situation nicht nachvollziehbar sind, zum ignorieren derselben. Das ist
> eine menschliche Schwäche - Roboter haben dank Programmierung mit dem
> Einhalten der Regeln kein Problem

Auch auf Straßen ohne Kfz-Verkehr, aber allerhand Fuß- und Radverkehr
ist das Rechtsfahrgebot eine sehr sinnvolle Regel und sehr wohl
nachvollziehbar. Nur *ein* Beispiel.

>> Abgesehen davon, unfallfreie Verkehrsteilnahme ist nicht zwangsläufig
>> die Folge von strikter Einhaltung von Vorschriften. Für etliche
>> (Rechtsfahrgebot, Vorfahrt- und Abbiegeregeln) trifft es sicher zu, für
>> andere nicht unbedingt. Im Grunde ist es das, was § 1 StVO beinhaltet.
>> Zudem hat Straßenverkehr einige de-facto-Regeln, die besser eingehalten
>> werden als so manche StVO-Vorschrift. Verstöße dagegen werden z.T.
>> heftigst sanktioniert, unabhängig davon, dass die meisten davon gerade
>> *nicht* unfallverhütend sind. Radwegbenutzung ist nur eine davon.

> Auch hier: kannst Du das bitte mal konkretisieren. Welche de-facto-Regeln
> meinst Du die besser eingehalten werden als die StVO-Vorschriften?

z.B.:
Es darf, ja muss geradezu, überall um die 10% über der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit gefahren werden.
Oder:
- Radfahrer dürfen überall fahren, außer auf der Fahrbahn. Auf jeden
Fall gilt das, sobald irgendwas randwegartiges oder auch nur blaue
Schilder zu sehen sind.
- Wenn Radfahrer Fußgänger überholen wollen, müssen sie klingeln.
Grenzfall:
- Beim Abbiegen müssen Radfahrer Handzeichen geben. Der viel wichtigere
Rest aus §9 StVO, gültig für *alle* Fahrzeuge, wird gewöhnlich vergessen.

> P.S.: der Gesetzgeber hat sich schon darüber Gedanken gemacht, zwischen
> "leichten" Verstößen und "gefährdenden" Verstößen zu unterscheiden.
Für Kfz stimmt das, deren Unfälle wurden sinnvoll ausgewertet. Für
Fahrradunfälle taugen schon die dabei entstandenen Kategorien nicht
immer, Beispiel siehe oben.

Karl Müller

unread,
May 27, 2022, 12:41:32 PM5/27/22
to
Am Fri, 27 May 2022 18:20:53 +0200 schrieb Chr. Maercker:

> Karl Müller wrote:
> [Bei Radfahrern bedarf es einer Überprüfung, was gehäuft zu Unfällen
> führt. Es sind beileibe nicht die teuersten OWis ...]
>>>
>>>
>> Welches Fehlverhalten von Radfahrern meinst Du konkret? Gibt es dazu
>> eine sortierte Liste nach Unfallhäufigkeit?
>
> Es gibt zumindest Unfälle, die in nahezu jeder (städtischen)
> Unfallstastistik die vorderen Plätze belegen:
> 1. Geisterradeln auf Randwegen, völlig irreführend als "Falsche
> Fahrbahnbenutzung" bezeichnet, weil von Kfz her oft keine andere
> Kategorie vorhanden.

Mit böser Tastatur könnte ich jetzt schreiben: wer sich in Gefahr begibt
kommt darin um. Erstaunlich ist allerdings, dass die
Haftpflichtversicherung vielfach für den Schaden am Radfahrer und Fahrrad
aufkommt. Auch ohne Verschulden des Autofahrers (was diese manchmal
verwundert)

> 2. Fehler beim Abbiegen, Verursacher sind mehrheitlich Kfz-Führer

Was hat den das mit dem Verhalten des Radfahrers zu tun?

> 3. Vorfahrtfehler, Verursacher mehrheitlich Kfz-Führer

siehe Punkt 2 - was kann denn der Radfahrer dafür?

> 4. "Fehler beim Einfachen in den fließenden Verkehr" = abrupte
Radwegenden etc.

Wenn der Radweg zu Ende ist muss man beim Einfädeln auf die Fahrbahn den
Vorrang anderer Verkehrsteilnehmer respektieren. Wer das nicht tut...

> 5. Türunfälle

Sie schädigten beim Ein- bzw. Aussteigen andere Verkehrsteilnehmer = 50€
Bußgeld + bei Körperverletzung ein Verfahren nach StGB

Nur Gefährden ist 10€ billiger und es gibt kein Ermittlungsverfahren

>
> Erst dann folgen z.B. Rotlichtverstöße, und ganz weit hinten fehlende
> Beleuchtung. Nichtbenutzen von (beschilderten) Radwegen ist in 1.
> enthalten, dort aber nahezu irrelevant, weil es viel zu selten vorkommt.
> Dennoch war der Tarif für Falschfahren auf Radwegen lange Jahre billiger
> als der für Verstoß gegen § 2 (4) StVO, ebenso Gehwegradeln.

Das wurde doch jetzt angepasst - Du siehst, auch unser Gesetzgeber ist
lernfähig!

>> Generell verleiten Regeln, die für den Einzelnen in der konkreten
>> Situation nicht nachvollziehbar sind, zum ignorieren derselben. Das ist
>> eine menschliche Schwäche - Roboter haben dank Programmierung mit dem
>> Einhalten der Regeln kein Problem
>
> Auch auf Straßen ohne Kfz-Verkehr, aber allerhand Fuß- und Radverkehr
> ist das Rechtsfahrgebot eine sehr sinnvolle Regel und sehr wohl
> nachvollziehbar. Nur *ein* Beispiel.
>

Auf Straßen mit Fahrbahn muss man doch sowieso die Fahrbahn benutzen -
ist keine Fahrbahn vorhanden muss man sich bei Fußverkehr entsprechend so
verhalten, das niemand gefährdet wird

>>> Abgesehen davon, unfallfreie Verkehrsteilnahme ist nicht zwangsläufig
>>> die Folge von strikter Einhaltung von Vorschriften. Für etliche
>>> (Rechtsfahrgebot, Vorfahrt- und Abbiegeregeln) trifft es sicher zu,
>>> für andere nicht unbedingt. Im Grunde ist es das, was § 1 StVO
>>> beinhaltet. Zudem hat Straßenverkehr einige de-facto-Regeln, die
>>> besser eingehalten werden als so manche StVO-Vorschrift. Verstöße
>>> dagegen werden z.T. heftigst sanktioniert, unabhängig davon, dass die
>>> meisten davon gerade *nicht* unfallverhütend sind. Radwegbenutzung ist
>>> nur eine davon.
>
>> Auch hier: kannst Du das bitte mal konkretisieren. Welche
>> de-facto-Regeln meinst Du die besser eingehalten werden als die
>> StVO-Vorschriften?
>
> z.B.:
> Es darf, ja muss geradezu, überall um die 10% über der zulässigen
> Höchstgeschwindigkeit gefahren werden.

Woher hast Du solche Phantasien? Es darf nur mit der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit gefahren werden. Es wird sogar kontrolliert und
entsprechend geahndet, wenn man sich nicht daran hält

> Oder:
> - Radfahrer dürfen überall fahren, außer auf der Fahrbahn. Auf jeden
> Fall gilt das, sobald irgendwas randwegartiges oder auch nur blaue
> Schilder zu sehen sind.

Phantasie? In Deutschland musst Du nur auf den Radweg, wenn ein blaues
Schild das vorschreibt. In Österreich darfst Du mit dem Rennrad beim
Training sogar immer auf der Fahrbahn bleiben. Das sollte man übrigens in
Deutschland auch mal einführen, ich wäre dafür!

> - Wenn Radfahrer Fußgänger überholen wollen, müssen sie klingeln.

Wo steht das denn? In der Tat gibt es Raudis, die so etwas machen. Ich
hoffe, Du gehörst nicht dazu und überholst korrekt


> Grenzfall:
> - Beim Abbiegen müssen Radfahrer Handzeichen geben. Der viel wichtigere
> Rest aus §9 StVO, gültig für *alle* Fahrzeuge, wird gewöhnlich
> vergessen.
>
>> P.S.: der Gesetzgeber hat sich schon darüber Gedanken gemacht, zwischen
>> "leichten" Verstößen und "gefährdenden" Verstößen zu unterscheiden.
> Für Kfz stimmt das, deren Unfälle wurden sinnvoll ausgewertet. Für
> Fahrradunfälle taugen schon die dabei entstandenen Kategorien nicht
> immer, Beispiel siehe oben.

Was noch nicht ist kann ja noch werden! Think positiv

mfg

Karl

Anton Ertl

unread,
May 27, 2022, 1:56:23 PM5/27/22
to
"Chr. Maercker" <Zwei...@gmx-topmail.de> writes:
>Anton Ertl wrote:
>> Offensichtlich hast Du das Prinzip Radweg sehr verinnerlicht. Als
>> unfitter Radfahrer (3 Wochen Zwangspause und danach ein fuer meine
>> Fitness zu langer Lauf) fuhr ich auf dem Nach-Hause-Weg vom Laufen
>> bis zu 44km/h (27mph). Anders als auf Krypton gibt's auf der Erde
>> Rueckenwind und Gefaelle.
>
>Das liegt irknwo zwischen Rennrad und üblichem Durchschnitt. Auf
>gewöhnlichen deutschen Randwegen lässt sich so ein Tempo nicht annähernd
>halten.

Es geht nicht um halten. Du brauchst das Tempo nicht zu halten, um
das Tempolimit zu ueberschreiten und dafuer bestraft zu werden. Du
kannst auch Gift darauf nehmen, dass die Kontrollore sich nicht an
eine 5%-Steigung stellen und das Tempo derer messen, die hinauffahren,
sondern die messen das Tempo derer, die hinunterfahren (und zwar an
der Stelle, wo sie am schnellsten sind).

>Dazu müsste ich mich sogar auf einer Fahrbahn anstrengen. ;-)

Ich habe ohne Anstrengung oefters Geschwindigkeiten ueber 80km/h
erreicht.

>> Was die 15mph (24km/h) und die 5mph (8km/h) betrifft, entweder sind
>> die Radwege so gebaut, dass mehr aus Sicherheitsgruenden nicht geht;
>> das waere dann ganz offensichtlich das Prinzip Radweg.
>
>> Oder es ist eine reine Schikane; das waere dann in erster Linie ein
>> Beispiel fuer den zweiten Satz meiner .sig, aber eigentlich laesst
>> sich das vom Prinzip Radweg auch nicht trennen.
>
>Vermutlich ist das ähnlich wie die 80 mph auf den Highways.

"Die 80mph"? Das hoechste, was ich gesehen habe, waren 75mph auf
einer Strasse in Montana.

>Auch da
>dürfte es etliche geben, wo schnelleres Fahren ungefährlich ist.

Schneller als 128km/h ungefaehrlich? Ich weiss, Du bist Deutscher,
aber hohe Geschindigkeiten haben immer ein Gefahrenpotential. Es wird
zwar sehr viel getan, um die Gefahren auf Autobahnen moeglichst gering
zu halten, trotzdem passiert immer wieder etwas.

Aber es geht nicht um ein Tempolimit von, um bei Kalifornien zu
bleiben 65mph oder 55mph (die ueblichen Tempolimits in Kalifornien
fuer die Fahrbahnen von Ueberlandstrassen
<https://pw.lacounty.gov/tnl/SpeedLimits.shtml>). Sondern darum, dass
laut Joerg die meisten Radwege in Kalifornien ein 15mph Limit haben.

Wenn jemand ohne Grund fuer die meisten Fahrbahnen ein Tempolimit von
15mph vorschlagen wuerde, wuerde er ausgelacht (auch wenn erst ab
20mph gestraft wuerde), aber keinesfalls wuerde jemand (und schon gar
nicht Joerg) das fuer angemessen halten.

Und wenn jemand die meisten Fahrbahnen so gefaehrlich bauen wuerde,
dass darauf ein Tempolimit von 15mph gerechtfertigt waere, dann waere
das ein Riesenskandal und der Fehler wuerde so schnell wie moeglich
behoben. Tatsaechlich kommt aber niemand auf die Idee, die meisten
Fahrbahnen so zu bauen.

Die 15mph auf den meisten Radwegen in Kalifornien sind also ein
schoenes Beispiel fuer das Prinzip Radweg:

|Radwege sind "Verkehrswege 2. Wahl" und sie werden als solche
|behandelt. Fast alles, was mit Radwegen geschieht und wie mit ihnen
|umgegangen wird, ist auf einer Fahrbahn undenkbar oder zumindest würde
|es heftigen Protest hervorrufen. Dieses Prinzip steckt in den Köpfen
|der Menschen und es ist dort auch nicht herauszubekommen, indem man
|einen "guten Radweg" erfindet.
Bernd Sluka in <http://bernd.sluka.de/Radfahren/Prinzip.html>

>> Message-Ids funktionieren ueberall auf der Erde.
>
>Mailer, die nebenbei auch als Newsreader arbeiten, interpretieren
>Message-IDs von jeher als MailTo.

Und mein Newsreader interpretiert eine Message-Id einfach als Text.
Das heisst nicht, dass sie nicht funktioniert.

Thomas Bliesener

unread,
May 27, 2022, 3:00:05 PM5/27/22
to
Chr. Maercker schrieb:
> Kraftfahrer fahren regelmäßig hart über dem erlaubten Tempolimit und
> brettern volles Rohr bei Kirschgrün über Kreuzungen. Radfahrer
> verwexeln Lechts und Rinks und fahren gern mal bei Vollrot.

Bezüglich der Verkehrsdisziplin sehe ich keinen Unterschied. Einen
immensen Uunterschied gibt es in den Auswirkungen: daß ein Radfahrer einen
anderen Verkehrsteilnehmer tötet kommt sehr selten vor. Daß Kraftfahrer
töten ist alltäglich.
--
bli

Thomas Bliesener

unread,
May 27, 2022, 3:08:06 PM5/27/22
to
Chr. Maercker schrieb:

Der unangefochtene Spitzereiter fehlt:

0. Alleinunfälle

> 1. Geisterradeln auf Randwegen, völlig irreführend als "Falsche

Der letzte tödliche Unfall in Guadalajara wurde von einem Geisterradler
verursacht. Ein Fahrer eines Lastendreirads war auf einer PBL
linksseitig unterwegs. Ein entgegenkommender Radfahrer ist mit ihm
kollidiert oder wollte ausweichen und ist über die Begrenzungssteine der
PBL gestürzt. Die Zeitungsberichte widersprechen sich hier. Einig sind
sich jedoch alle, daß er auf der Fahrbahn von einem Bus überrollt wurde.
Logischerweise wird er von den Ghostbikern nicht als Radwegopfer, sondern
als Opfer des ÖPNV gezählt.
--
bli

Joerg

unread,
May 27, 2022, 3:50:33 PM5/27/22
to
On 5/26/22 5:56 AM, Anton Ertl wrote:
> Joerg <ne...@analogconsultants.com> writes:
>>> Tatsaechlich habe ich genug US-Radwege richtig kennengelernt, um zu
>>> wissen, dass das Prinzip Radweg auch fuer sie gilt. Und Deine
>>> Berichte legen das auch nahe.
>>>
>>
>> Beispiele?
>
> |Man sieht es sogar auf Radschnellwegen. Da stehen Schilder "Achtung
> |Kurve in 200m" ... "10mph" ... "5mph" ... "Slow!" ... "Achtung, jetzt
> |kommt sie wirklich", oder so.
> <cog87k...@mid.individual.net>
>

Das ist im Auto hier in bergiger Gegend genauso. Kurz hinter der Kurve
sieht man dann Schleifspuren auf der Fahrbahn, weggebrochene Baeume,
Plastiksplitter, und so weiter, und weiss, warum diese Schilder dort
standen. An manchen Radwegen sieht man das auch. An einer Stelle war es
zu spaet, der Radfahrer ist die Schlucht runter und starb :-(


> |15mph ist in Kalifornien auf Radwegen meist das Limit,
> |aber es gibt keine Knolle, solange man nicht zu nahe an 20mph kommt. Das
> |finde ich fuer einen fitten Radfahrer angemessen.
> <gdaljt...@mid.individual.net>
>
> Offensichtlich hast Du das Prinzip Radweg sehr verinnerlicht. Als
> unfitter Radfahrer (3 Wochen Zwangspause und danach ein fuer meine
> Fitness zu langer Lauf) fuhr ich auf dem Nach-Hause-Weg vom Laufen
> bis zu 44km/h (27mph). Anders als auf Krypton gibt's auf der Erde
> Rueckenwind und Gefaelle.
>
> Was die 15mph (24km/h) und die 5mph (8km/h) betrifft, entweder sind
> die Radwege so gebaut, dass mehr aus Sicherheitsgruenden nicht geht;
> das waere dann ganz offensichtlich das Prinzip Radweg.
>
> Oder es ist eine reine Schikane; das waere dann in erster Linie ein
> Beispiel fuer den zweiten Satz meiner .sig, aber eigentlich laesst
> sich das vom Prinzip Radweg auch nicht trennen.
>

Ah ja. Und fuer den Porschefahrer sind dann unsere 55mph und 65mph auch
reine Schikane, oder? Ich dachte, Du warst mal in Amerika.


>> Hic Rhodus, hic salta.
>
> Bist Du Dir sicher, dass Du weisst, was das bedeutet?
>

Yup.


>> Zitate bitte (nicht Message ID, die
>> funktioniert hier nicht).
>
> Message-Ids funktionieren ueberall auf der Erde. Fuer Krypton lege
> ich meine Hand allerdings nicht in's Feuer.
>

Die haben auch in Germanien nicht funktioniert. Wie Christoph schrieb,
ergbit das nur ein "Mail To" Fenster.

Joerg

unread,
May 27, 2022, 4:01:56 PM5/27/22
to
On 5/26/22 11:10 PM, Chr. Maercker wrote:
> Stefan wrote:

[...]


>> Ich nehme an dass der Radweg Sacramento auch in den USA eher eine
>> positive Ausnahme bildet und es im Gegensatz zu Deutschland nicht einmal
>> Besserung geplant ist. Aber natürlich ist dort auch weniger
>> Straßenverkehr, wenn die Gegenden nicht so dicht besiedelt sind.
>
> Eben, die Amis haben jede Menge Platz für Straßen- und Wegebau. Für
> Autos sogar 4..6 Fahrstreifen pro Richtung wie in LA - oder sind es noch
> mehr?
>

Nicht in Staedten. Manchmal muss man einfach die Prioritaeten richtig
setzen so wie in unserer Nachbarstadt Folsom:

https://goo.gl/maps/ZSSRnoYHFnkyGaER6

Ein Zweirichtungsradweg ist nicht mein Favorit, doch hier macht er Sinn.
Die weitaus meisten Fahrtziele sind auf dessen Seite und so hat er auch
direkten Anschluss nach Sacramento. U.a. ist auf der Seite das grosse
Fahrradgeschaeft Mike's Bikes, hinter dem Restaurant links.

Thomas Bliesener

unread,
May 27, 2022, 4:08:06 PM5/27/22
to
Chr. Maercker schrieb:
> Die Zwangsradwege befinden sich gern in Ortschaften, wo 50 km/h max.
> gilt. Die Landstraße davor und danach, wo 100 km/h+ gilt, hat gar keinen
> Randweg. Alles für die Sicherheit von Radfahrern :-\

Die B1 zwischen Helmstedt und Magdeburg ist ein unschönes Beispiel.
Nachdem man außerorts flott auf der Fahrbahn unterwegs war, soll man im
nächsten Dorf plötzlich auf übelsten hoppeligen, engen und verwinkelten
Gehwegen fahren. Am Ortsausgang darf man dann wieder auf die tödliche
Fahrbahn.
--
bli

Joerg

unread,
May 27, 2022, 4:24:15 PM5/27/22
to
On 5/27/22 9:47 AM, Anton Ertl wrote:
> "Chr. Maercker" <Zwei...@gmx-topmail.de> writes:

[...]


>> Dazu müsste ich mich sogar auf einer Fahrbahn anstrengen. ;-)
>
> Ich habe ohne Anstrengung oefters Geschwindigkeiten ueber 80km/h
> erreicht.
>

Klar, Du bist ja auch der Ueberflieger.

Der Porschefahrer schafft ohne Anstrengung 250km/h, darf hier aber nur
100km/h ... <fuss_aufstampf>


>>> Was die 15mph (24km/h) und die 5mph (8km/h) betrifft, entweder sind
>>> die Radwege so gebaut, dass mehr aus Sicherheitsgruenden nicht geht;
>>> das waere dann ganz offensichtlich das Prinzip Radweg.
>>
>>> Oder es ist eine reine Schikane; das waere dann in erster Linie ein
>>> Beispiel fuer den zweiten Satz meiner .sig, aber eigentlich laesst
>>> sich das vom Prinzip Radweg auch nicht trennen.
>>
>> Vermutlich ist das ähnlich wie die 80 mph auf den Highways.
>
> "Die 80mph"? Das hoechste, was ich gesehen habe, waren 75mph auf
> einer Strasse in Montana.
>

Ebent! Hast Du Dir mal ueberlegt, warum das so ist? Und warum es 15mph
bei Radfahrern gibt?


>> Auch da
>> dürfte es etliche geben, wo schnelleres Fahren ungefährlich ist.
>
> Schneller als 128km/h ungefaehrlich? Ich weiss, Du bist Deutscher,
> aber hohe Geschindigkeiten haben immer ein Gefahrenpotential. Es wird
> zwar sehr viel getan, um die Gefahren auf Autobahnen moeglichst gering
> zu halten, trotzdem passiert immer wieder etwas.
>
> Aber es geht nicht um ein Tempolimit von, um bei Kalifornien zu
> bleiben 65mph oder 55mph (die ueblichen Tempolimits in Kalifornien
> fuer die Fahrbahnen von Ueberlandstrassen
> <https://pw.lacounty.gov/tnl/SpeedLimits.shtml>). Sondern darum, dass
> laut Joerg die meisten Radwege in Kalifornien ein 15mph Limit haben.
>

Und Autobahnen haben 65mph Limit. Beides hat Gruende. Mir leuchten die ein.

Im uebrigen hatte ich mehrfach geschrieben, dass es Radwege ohne
Tempolimit gibt so wie diesen, den ich regelmaessig fahre:

https://www.youtube.com/watch?v=ylo-h5Sklzo

An denen darfst Du legal im Velomobil mit 60km/h vorbeizischen, und das
tun Leute auch. Wo war nochmal die kalifornische Autobahn ohne Tempolimit?


> Wenn jemand ohne Grund fuer die meisten Fahrbahnen ein Tempolimit von
> 15mph vorschlagen wuerde, wuerde er ausgelacht (auch wenn erst ab
> 20mph gestraft wuerde), aber keinesfalls wuerde jemand (und schon gar
> nicht Joerg) das fuer angemessen halten.
>
> Und wenn jemand die meisten Fahrbahnen so gefaehrlich bauen wuerde,
> dass darauf ein Tempolimit von 15mph gerechtfertigt waere, dann waere
> das ein Riesenskandal und der Fehler wuerde so schnell wie moeglich
> behoben. Tatsaechlich kommt aber niemand auf die Idee, die meisten
> Fahrbahnen so zu bauen.
>

Ja, die anderen "zu langsamen" Radfahrer sind ein Skandal. Klar.
Schonmal ueberlegt, warum man Flugzeuge und Autos nicht auf der gleichen
Bahn nebeneinander erlaubt? Vielleicht leuchtet es dann ein.

Ok, ausser bei uns im Dorf, aber da mussten wir vor dem Hauskauf erst
die besonderen Verkehrsregeln lernen und unterschreiben. 1200rpm max auf
dem Propeller und in Landfahrzeugen nicht mehr als 25mph:

https://laughingsquid.com/wp-content/uploads/2021/01/A-Recumbent-Trike-Tour-of-Cameron-Airpark-Estates-.png


> Die 15mph auf den meisten Radwegen in Kalifornien sind also ein
> schoenes Beispiel fuer das Prinzip Radweg:
>
> |Radwege sind "Verkehrswege 2. Wahl" und sie werden als solche
> |behandelt. Fast alles, was mit Radwegen geschieht und wie mit ihnen
> |umgegangen wird, ist auf einer Fahrbahn undenkbar oder zumindest würde
> |es heftigen Protest hervorrufen. Dieses Prinzip steckt in den Köpfen
> |der Menschen und es ist dort auch nicht herauszubekommen, indem man
> |einen "guten Radweg" erfindet.
> Bernd Sluka in <http://bernd.sluka.de/Radfahren/Prinzip.html>
>


Pffft. Mit derselben "Logik" sind also auch kalifornische Autobahnen
Verkehrswege zweiter Wahl?


>>> Message-Ids funktionieren ueberall auf der Erde.
>>
>> Mailer, die nebenbei auch als Newsreader arbeiten, interpretieren
>> Message-IDs von jeher als MailTo.
>
> Und mein Newsreader interpretiert eine Message-Id einfach als Text.
> Das heisst nicht, dass sie nicht funktioniert.
>

In den ueblichen Readers funktionieren die nicht.

Martin Kozlowski

unread,
May 28, 2022, 4:24:20 AM5/28/22
to
Am 27.05.22 schrieb Karl Müller:

> [2] Es gibt eine ungeklärte Frage, ob sich ein Verkehrsteilnehmer selber
> gefährden darf. Dies ist mit Sicherheit nicht erlaubt, wenn durch
> Eigengefährdung ein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet wird. Ob
> allerdings ohne Fremdgefährdung eine Eigengefährdung wegen dem Recht auf
> Selbstbestimmung erlaubt ist, mögen andere entscheiden.

Ein Aspekt dazu vom BGH in seinem Urteil zu Anschnallpflicht vom
20.3.1979, VI ZR 152/78, Randnummer 30 und 29:

"Darüber hinaus schützt die Anschnallpflicht in vielfacher Weise
berechtigte Interessen der Allgemeinheit (so auch die amtliche
Begründung zu § 21a StVO in VerkBl 1975, 675). So wird nach einem Unfall
ein Beteiligter, der, weil er angeschnallt war, nicht oder nur leicht
verletzt ist, noch sachgerecht reagieren können, wo das erforderlich
ist, um die Schädigung anderer Verkehrsteilnehmer zu vermeiden.
[...]
Zwar verbietet unser Rechtssystem, solange nicht überwiegende Belange
der Allgemeinheit entgegenstehen, dem Einzelnen nicht jede
Selbstgefährdung. Begibt er sich indessen als Insasse eines
Kraftfahrzeuges in den allgemeinen Straßenverkehr, dann handelt er nicht
nur auf sein eigenes Risiko, sondern entscheidet auch über das Ausmaß
des im heutigen Straßenverkehr immer gegenwärtigen Risikos des anderen
mit, rechtlich oder wenigstens moralisch für schwere Verletzungen oder
gar den Tod des "Gurtgegners" mitverantwortlich zu werden."



Karl Müller

unread,
May 28, 2022, 8:20:12 AM5/28/22
to
Am Sat, 28 May 2022 10:24:16 +0200 schrieb Martin Kozlowski:

> Am 27.05.22 schrieb Karl Müller:
>
>> [2] Es gibt eine ungeklärte Frage, ob sich ein Verkehrsteilnehmer
>> selber gefährden darf. Dies ist mit Sicherheit nicht erlaubt, wenn
>> durch Eigengefährdung ein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet wird. Ob
>> allerdings ohne Fremdgefährdung eine Eigengefährdung wegen dem Recht
>> auf Selbstbestimmung erlaubt ist, mögen andere entscheiden.
>
> Ein Aspekt dazu vom BGH in seinem Urteil zu Anschnallpflicht vom
> 20.3.1979, VI ZR 152/78, Randnummer 30 und 29:
>
> "Darüber hinaus schützt die Anschnallpflicht in vielfacher Weise
> berechtigte Interessen der Allgemeinheit (so auch die amtliche
> Begründung zu § 21a StVO in VerkBl 1975, 675). So wird nach einem Unfall
> ein Beteiligter, der, weil er angeschnallt war, nicht oder nur leicht
> verletzt ist, noch sachgerecht reagieren können, wo das erforderlich
> ist, um die Schädigung anderer Verkehrsteilnehmer zu vermeiden.
> [...]

Hier wird die Anschnallpflicht dadurch begründet, eine Gefährdung für
andere zu vermeiden. Da bei der Teilnahme am Straßenverkehr gemäß §1 die
Gefährdung anderer auszuschließen ist ergibt sich ein schlüssige
Begründung für die Anschnallpflicht

> Zwar verbietet unser Rechtssystem, solange nicht überwiegende Belange
> der Allgemeinheit entgegenstehen, dem Einzelnen nicht jede
> Selbstgefährdung. Begibt er sich indessen als Insasse eines
> Kraftfahrzeuges in den allgemeinen Straßenverkehr, dann handelt er nicht
> nur auf sein eigenes Risiko, sondern entscheidet auch über das Ausmaß
> des im heutigen Straßenverkehr immer gegenwärtigen Risikos des anderen
> mit, rechtlich oder wenigstens moralisch für schwere Verletzungen oder
> gar den Tod des "Gurtgegners" mitverantwortlich zu werden."

Durch das Anschnallen gefährdet sich doch niemand selbst, also ist das
kein gutes Beispiel für eine Selbstgefährdung.

Ein gut gewähltes Beispiel ist allerdings das Fahren am äußerst rechten
Rand - das ist nicht verboten stellt allerdings (zumindest nach
Auffassung vieler Mitschreiber hier) eine Selbstgefährdung dar. Wer also
so mit dem Fahrrad fährt begeht keine Ordnungswidrigkeit und setzt
trotzdem andere rechtlich oder wenigstens moralisch der Gefahr aus, für
seine Verletzung oder sogar Tod verantwortlich zu sein

Das müsste nach obiger Begründung dann auch verboten sein - oder nicht?

mfg

Karl


Stefan

unread,
May 28, 2022, 3:02:02 PM5/28/22
to
Am 27.05.22 um 18:20 schrieb Chr. Maercker:
> Es gibt zumindest Unfälle, die in nahezu jeder (städtischen)
> Unfallstastistik die vorderen Plätze belegen:
> 1. Geisterradeln auf Randwegen, völlig irreführend als "Falsche
> Fahrbahnbenutzung" bezeichnet, weil von Kfz her oft keine andere
> Kategorie vorhanden.


Ich weiß nicht warum die Radwegbenutzung entgegen der Fahrtrichtung
gefährlich sein soll. Die Polizei hat mich vollkommen überzeugt (mit
etwas über 300 Seiten), dass die Benutzung des Radweges entgegen der
vorgeschriebenen Fahrtrichtung zulässig und vollkommen sicher ist
(zumindest sicherer als das direkte UND das indirekte Links-Abbiegen).

Dabei können doch überhaupt keine Unfälle passieren und dies ist
vollkommen sicher und zulässig.


</Ironie>

Joerg

unread,
May 28, 2022, 3:12:29 PM5/28/22
to
Er war kein Radwegopfer, sondern ist nach Deiner Schilderung durch grob
fahrlaessiges Fehlverhalten eines anderen Radfahrers umgekommen. Wer
genau schuld war oder prozential wieviel, haengt auch von der Situation
ab. Dunkelheit? Beleuchtung? Raserei?

Wir hatten gerade zwei toedliche Unfaelle mit Muell-LKW. Einer davon:

https://www.torklaw.com/sacramento/news/santiago-mccrea-killed-in-sacramento-garbage-truck-accident-by-deer-lake-drive-and-la-tarriga-way/

Auf Fahrbahn, dort gibt es keine Radwege oder Radstreifen.

Olaf Schultz

unread,
May 28, 2022, 3:31:19 PM5/28/22
to
Am 28.05.22 um 21:12 schrieb Joerg:
Randwege bringen nichts... gerade mal wieder bewiesen...

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Lathen-Auto-faehrt-in-Radfahrer-Gruppe-Frau-stirbt,lathen192.html


Olaf

Joerg

unread,
May 28, 2022, 3:46:15 PM5/28/22
to
Gescheite Radwege bringen es. Um mit dem Auto auf dem Radweg nach
Sacramento zu landen, waere schon ein Absturz von einer Bruecke
erforderlich. Oder so ein KFZ:

https://transportup.com/wp-content/uploads/2020/10/alosja8oifomrccwdmht-1300x860.jpeg


> https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Lathen-Auto-faehrt-in-Radfahrer-Gruppe-Frau-stirbt,lathen192.html
>

Das erwischt Dich genausogut auf der Fahrbahn. Fragt sich, warum das KFZ
nach links von der Fahrbahn abkam. Normal ist das ja nicht.

Olaf Schultz

unread,
May 29, 2022, 3:03:41 AM5/29/22
to
Am 28.05.22 um 21:46 schrieb Joerg:
> On 5/28/22 12:31 PM, Olaf Schultz wrote:
..

>> https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Lathen-Auto-faehrt-in-Radfahrer-Gruppe-Frau-stirbt,lathen192.html
>
> Das erwischt Dich genausogut auf der Fahrbahn. Fragt sich, warum das KFZ
> nach links von der Fahrbahn abkam. Normal ist das ja nicht.
>

Kurve steht doch da. Also Mutmaßung der wohl zu 85% häufigsten Ursachen:
-Zu schnell
-Gedaddelt mit dem $Phone
-Übermüdet
-Zugedröhnt mit $stoff

Olaf

Martin Kozlowski

unread,
May 29, 2022, 7:55:43 AM5/29/22
to
Am 28.05.22 schrieb Joerg:

> Gescheite Radwege bringen es.

Nicht ganz:

„So in many places, you know, you can implement great bicycle lanes,
which is a very crucial first step. But you also have to build a second
culture around that to make sure that those bike things get used
property. And so I think it’s not that people don’t want to go on the
bicycle, but we’re also counteracting forces, you know, like Maud said,
thr government from the economy that that wants to get more people on
cars, and creates a car culture, we also have to create a bicycle
culture. [...] building the lanes is important having the bicycle city
is important, but to get to this point where you know, where you can see
more cycling is human infrastructure that’s making a difference."

Quelle (im Transkript 41:44):
Why are cyclist numbers dropping in the Netherlands, asks BYCS?
<https://www.the-spokesmen.com/bicyclemayors/>

Auch darin:

""Well, actually, something really bad is happening in the Netherlands
right now. And, and we have to talk about this. And it’s happening to
the children. Because years and years now less children are getting on
bikes in the Netherlands. And that’s a big problem, because we’re
actually losing the cycling culture…
Is that they’re going into scooters instead, or they’re going in cars,
where were they going?
Yeah, it’s like when they’re really young, you know, the parents feel
like it’s less safe for a kid to be on the bike, which is not true, but
they feel like that. So that is a big problem, I think. And the second
thing is also cargo bikes. So lots of parents travelling, getting cargo
bikes, and they then are a bit older, when they get to learn how to ride
themselves, which is maybe not a good thing. And then also still to a
lot of kids, especially in the retail, parents, especially reason taking
the kids to school by car, which is a problem. So we have this fight for
school streets, as well as other countries. But I think in the
Netherlands, it’s like in Amsterdam, 25% of the kids can’t even bike and
in the Netherlands as a whole a third of all children is not cycling"

Fahrradstadt Amsterdam:
Mit Deepl übersetzter Tweet (mit Bild) eines Amsterdamer
Architekturhistoriker vom 26. Mai 2022:
"Kilometerlange Staus zum Dam-Platz, auf der Rokin, Damstraat, Amstel,
den ganzen Tag lang. Was ist das für ein Wahnsinn? Sind wir eine
Provinzstadt? Schließen Sie das alte Herz von Amsterdam für den
Autoverkehr."
<https://twitter.com/WSchoonenberg/status/1529842219384963074>





Joerg

unread,
May 29, 2022, 6:17:31 PM5/29/22
to
Das meinte ich. Und ein Radweg, der baulich z.B. mit einer Leitplanke
von der Fahrbahn getrennt ist, bringt dann durchaus eine Menge Schutz.

Joerg

unread,
May 29, 2022, 6:26:58 PM5/29/22
to
Wenn die Radkultur wegschrumpft, nimmt der Radverkehr ab, klar. Aber er
nimmt weit staerker ab, wenn Radwege abgebaut werden. In den
Niederlanden moegen Leute nicht auf Fahrbahnen radeln, ausser in
Wohngebieten. Ich habe da viele Jahre gewohnt.

Es ist nicht abzuaendern, der Trend geht weg vom rein muskelgetriebenen
Fahrrad und hin zum E-Bike. Persoenlich mag ich das nicht gern, aber es
wird so kommen. Bin gerade zurueck von einem Rennrad-Toern und heute sah
ich mal wieder prozentual mehr E-Bikes als richtige Fahrraeder. Ok,
wenigstens betaetigen sich deren Fahrer noch ein wenig koeperlich und
sie kutschieren in dem Moment auch keine Blechvehikel.

Thomas Bliesener

unread,
May 29, 2022, 7:00:05 PM5/29/22
to
Joerg schrieb:
Die Frage, die man sich bei jedem Unfall stellen sollte: "Hätte ein
Radweg den Unfall verhindert?"

Zu obigem Unfallgeschehen heißt es: "Santiago Azryele McCrea was
traveling through an intersection on a bicycle when he was struck by a
trash truck."

Alle Radwege, die ich kenne, weisen den krassen Planungsfehler auf, daß
sie an Kreuzungen, also ausgerechnet den Orten, wo sich die Unfälle
konzentrieren, unterbrochen sind und die Radfahrer völlig schutzlos
lassen.

> Auf Fahrbahn, dort gibt es keine Radwege oder Radstreifen.

Das ist egal, da der Unfall auf einer Kreuzung geschah. Ein Radweg wäre
völlig nutzlos gewesen.

Im Falle des Unfalls in Guadalajara ist die Sache auch klar: die Straße
hat einen Radweg, der den tödlichen Unfall nicht verhindert hat.

> Er war kein Radwegopfer, sondern ist nach Deiner Schilderung durch grob
> fahrlaessiges Fehlverhalten eines anderen Radfahrers umgekommen.

Diese grobe Fahrlässigkeit hat aber erst der Radweg ermöglicht und
gefördert. Auf der Fahrbahn ist mir noch nie ein Lastendreirad auf
meinem Fahrstreifen entgegengekommen. Selbst einspurige Geisterradler
sind dort sehr selten, und in den Fällen habe ich viel Platz zum
Ausweichen, ohne daß mir Beton im Weg ist.

> Wer genau schuld war oder prozential wieviel, haengt auch von der
> Situation ab. Dunkelheit? Beleuchtung? Raserei?

Das war am hellichten Tage. Trotz der supersicheren Protected Bike Lane
ist der junge Radfahrer jetzt tot. Ohne PBL würde er noch leben.
--
bli
It is loading more messages.
0 new messages