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mdr umschau mit ADAC Radfahrer bashing 'Licht'

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Ervin Peters

unread,
Nov 24, 2009, 2:31:53 PM11/24/09
to

Ausgezeichnete Rhetorik...

Wiederholung morgen
Mi, 25.11.2009 | 10:48 Uhr

Um die Gefährlichkeit zu untersteichen wurden Ausserortsunfallsituationen
gezeigt, unser Christop hiher in Wohlsborn, ein Radfahrer der eine rote
Ampel querte und ein Radfahrer, der von einer Bushaltestelle
runterrauschte um dann beim Queren einer Fahrbahn von einem Taxi erfasst
zu werden.

Daraufhin wurden in Halle oder Leiozig in der hell erleuchteten
Innenstadt Radfahrer ohne Licht angemacht 'mit Nachtsichtkamera' und auf
ihr 'gefährliches Tun' aufmerksam gemacht....

ervin

--
Wer Territorien sät wird Grenzstreitigkeiten ernten.

Ervin Peters

unread,
Nov 24, 2009, 2:50:07 PM11/24/09
to
Ingrid am Tue, 24 Nov 2009 20:31:53 +0100:

hier noch der Link zum Text:

http://www.mdr.de/umschau/6884458.html

> Wiederholung morgen
> Mi, 25.11.2009 | 10:48 Uhr

Hab die Redaktion gebeten sich mal bei mir zu melden, weil die Sendung,
wie auch die zugrundeliegende ADAC Pressemitteilung, gravierende Mängel
enthält.

Christian Ulrich

unread,
Nov 26, 2009, 3:39:46 AM11/26/09
to
Ervin Peters wrote:

> http://www.mdr.de/umschau/6884458.html


> Hab die Redaktion gebeten sich mal bei mir zu melden, weil die Sendung,

> wie auch die zugrundeliegende ADAC Pressemitteilung, gravierende M�ngel
> enth�lt.

Kannst ja mal die Reaktion posten.
BTW hab ich in den letzten Tagen so viele Huper "geerntet" wie schon das
ganze bisher vergangene Jahr nicht... Ob das auch dem in quasi allen
Medien Radfahrer-Bashing zu verdanken ist?

Gru� CU.

Ervin Peters

unread,
Nov 26, 2009, 3:54:12 AM11/26/09
to
Christian Ulrich am Thu, 26 Nov 2009 09:39:46 +0100:

> Ervin Peters wrote:
>
>> http://www.mdr.de/umschau/6884458.html Hab die Redaktion gebeten sich
>> mal bei mir zu melden, weil die Sendung, wie auch die zugrundeliegende

>> ADAC Pressemitteilung, gravierende Mängel enthält.


>
> Kannst ja mal die Reaktion posten.

------
vielen Dank für Ihre e-Mail und Ihr Interesse an den Umschau-Sendungen.

Ihre Ausführungen zu unserem Beitrag "Unfallrisiko Fahrradfahrer ohne
Licht" haben wir zur Kenntnis genommen. Leider können wir Ihren Zeilen
nicht konkret entnehmen, wo Sie eine Kritik an unserem Beitrag sehen.
Wir würden uns freuen, wenn Sie uns diesbezüglich nähere Anmerkungen
zukommen lassen.

Wir würden uns freuen, Sie auch weiterhin als interessierten Zuschauer
unserer Umschau-Sendungen begrüßen zu dürfen und verbleiben
-----

hab dann ausführlich geantwortet, siehe unten...

> BTW hab ich in den letzten Tagen so viele Huper "geerntet" wie schon das
> ganze bisher vergangene Jahr nicht... Ob das auch dem in quasi allen
> Medien Radfahrer-Bashing zu verdanken ist?

Ich beobachtet das zum Ende der Ausflugsradfahrersaison die Nervereien
ansteigen so September Oktober. Das jetzige Radfahrerbashing kann diese
Nervereien fördern, als Ideen für andere Ursachen:

- höheres Kraftverkehrsaufkommen durch Witterungsflüchter
- Unverständnis der Witterungsflüchter *jetzt* noch Rad zu fahren
- Streß durch evolutionär bedingte Programmierung auf Wintervorbereitung
- weniger Sonnenlicht
- Mehr Streß durch anstrengende Dunkelfahrten
- Ungehalten sein darüber aufgrund äusserer Bedingungen vermehrt langsam
fahren zu müssen
- perverse Kultur der Weihnachtsvorbereitung

Meine Antwort:
----
Sehr geehrte Umschau Redaktion,

Das was mir zu der Sendung aufgefallen ist, füllte in Stichpunkten ein
ganzen DIN A4 Blatt - war mir zuviel für Ihr Webformular.

Jetzt aber, da ich Ihre Mailadresse habe, will ich gern ausführlich
meine Kritik äussern. Und auch meine Bereitschaft bekunden, dass wir
darüber und eventuelle weitere Bereichte die Radfahren betreffen gern
auch im Vorfeld kommunizieren.

Ich fange mit der zugrundeliegenden ADAC Pressemitteilung an, die unter

http://www.presse.adac.de/meldungen/verkehrssicherheit/
Nur_jedes_zweite_Fahrrad_faehrt_mit_Licht.asp?
ComponentID=273609&SourcePageID=231009#0

verfügbar ist.

1. "40% aller Radfahrer seinen ohne Licht unterwegs, bei *weiteren* 12%
fehlte Scheinwerfer oder Rücklicht..."

Dies ist sehr mißverständlich formuliert - da es sehr unwahrscheinlich
ist, dass ein Rad richtig beleuchtet ist, wenn Scheinwerfer oder
Rücklicht fehlen, legt diese Ausdrucksform nahe das mehr als die
tatsächlich festgestellten 40% - die übrigens auch innerorts bei
Stichproben des ADFC in der Größenordnung bestätigt werden - ohne Licht
unterwegs seien.
Ausserorts liegen die Dunkelquoten von Radfahrern deutlich niedriger,
schon allein weil Radfahrer ausserorts zum sehen darauf angewiesen sind.

Wie man ausgehend davon zu einer Aussage wie 'bis zu 70% aller
Radfahrer fahren ohne Licht kommen kann, sehe ich nicht.

Dieser Absatz ist also schon unklar und mißverständlich formuliert.

Es fehlt auch der Vergleich zu anderen Verkehrsteilnehmern, z.B.
Kraftfahrern, wo bei den Beleuchtungstests festgestellt wird dass 36%
aller gecheckten Fahrzeuge Mängel an der Beleuchtung aufweisen.

2. Warnwesten, Helm: Der Sicherheitsgewinn, also die Verminderung der
Unfallhäufigkeit und Unfallschwere ist für beide Ausrüstungsgegenstände
nicht belegt.
Das Tragen dieser Ausrüstungsgegenstände mit Sicherheit in Verbindung
zu bringen ist damit Vortäuschung falscher Tatsachen.

3. Kernpunkt ist aber die Aussage, dass das Radfahren ohne Licht
gefährlich sei. Tatsächlich ist es Unfallstatistisch nicht relevant.
Etwa in 2,3% der Fahrradunfälle waren technische Mängel, darunter auch
fehlendes Licht, mitursächtlich, an erster Stelle allerdings defekte
Bremsen.

z.B. Unfallstatistik für Regensburg 2008:
-------
Unfälle mit Radfahrer-Beteiligung: 276
davon festgestellte Fahrzeugmängel bei Radfahrer: 8
davon Bremsen: 3
davon Beleuchtung: 1
davon sonstige: 4
-------

Obwohl es so empfunden wird, ist das Unfallgeschehen, welches durch eine
nichtfunktionierende Beleuchtung bei Radfahrern mitverursacht wird,
gegenüber anderen Verkhaltensweisen insbesondere der
Hauptunfallverursachenden Kraftfahrer, unbedeutend.

Das ist vermutlich auch der Grund weswegen es ihnen offensichtlich sehr
schwer fiel entsprechende Unfallhergänge für die Reportage aufzutreiben
und zu rekonstruieren.

Ihr erster Unfall, der Radfahrer der hier auf der B85 bei Daasdorf
überfahren wurde - er hatte kein Licht. Das ist bedauerlich, auch wenn
es nicht allein unfallursächlich war, den der Kraftfahrer hat
offensichtlich das Sichtfahrgebot mißachtet:

http://www.adfc-weimar.de/sicherheit/stvo/§3-1-sichtfahrgebot.shtml

Und genau dies fehlte in Ihrer Kommentierung.
Stehende Räder müssen nicht Beleuchtet sein, Fußgänger auch nicht, mit
allem müssen Kraftfahrer auf ausserörtlichen Straßen mit
unbeleuchteten Verkehrsteilnehmern rechnen und aus diesem Grund das
Sichtfahrgebot einhalten.

Bei Apolda wurde letztes Jahr auch ein Fußgänger überfahrern - dort
kann sich niemand mit einer Beleuchtungspflicht herausreden.

Auch die Wahrnehmung von Fahrradrücklichtern durch Kraftfahrer ist
eingeschränkt - wie Radfahrer gelegentlich schildern und ich schon
selbst bemerken durfte.
Bei Interesse können wir mal Wahrnehmungstests von gängigen
Fahrradrücklichtern auf dunklen Ausserortsstraßen machen, als
Denkanstoß:

http://www.ervnet.de/rad/dtoplight.shtml


Die anderen beiden Beispiele behandeln Querungsunfälle, die auch durch
Licht nicht hätten verhindert werden können, da beide Male die
Radfahrer quer zur Fahrbahn in diese einfuhren ohne auf den bevorangten
Verkehr dort zu achten. In dem zweiten Fall war sogar die
gegenseitige Sicht noch deutlich durch die Betonwände der Bushaltestelle
eingeschränkt.

Diese Beispiele taugen nicht um die Gefährdung durch fehlendes Licht
darzustellen und so driftete der Beitrag dann auch partiell in
allgemeines Stimmungmachen gegen Radfahrer ab - sehr bedauerlich -
wird damit das Verkehrsklima nur noch weiter gestört.


Die Show mit dem Nachtsichtgerät war peinlich übertrieben. Während es
auf einer nächtlichen Bundesstraße bei Neumond sicher ein geeignetes
Intrument wäre schwarzgekleidete Dunkelradler aufzufinden ist es in
einer hell erleuchteten Innenstadt einfach nicht notwendig. Radfahrer
wie auch Fußgänger sieht man dort auch so - und auch hier muß man als
Verkehrsteilnehmer auf die unbeleuchteten Fußgänger achten.

Im Lichtermeer dieser Straßen werden die gesetzlich vorgeschriebenen
(StVZO) Fahrradlampen nicht wahrgenommen, ein großer, bewegter, dunkler
Schatten ist sehr viel eher besser zu sehen und in der Bewegung
einzuschätzen.


Gehwegradfahren ist im Gegensatz zum fehlenden Licht sehr viel
gefährlicher, in den Unfallstatistiken ein Großteil der mitursächlichen
'falschen Straßenbenutzung' (nebem dem Geisterradeln auf RVA [1]).
Insofern ist Ihr Satz lobenswert, der fragte 'Und wenn jemand aus der
Tür tritt', als ein für einen Gehweg zu schneller Radfahrer gezeigt
wurde - hat nur nichts mit dem Thema Licht zu tun.

Die Kommentare zu den auf der schmalen Fahrhbahn fahrenden Radfahrern
war überflüssig, sie wurden auch ohne Licht gut gesehen, der eine fuhr
an dem LKW der ordnungswidrig auf dem Schutzstreifen mit ordnungswidrig
eingeschaltetem Warnblinklicht parkte mit dem vorgeschriebenem
seitlichen Sicherheitsabstand vorbei.


Und - was zu einer guten Sendung fehlte - war der Hinweis darauf wie
eine gute Fahrradbeleuchtung auszusehen hat, mit der Empfehlung zu den
modernen LED-Scheinwerfern und großflächigen Rücklichtern - nebst
Nabendynamo und wie man sie richtig einstellt.

Auch eine kritische Würdigung der überholten StVZO Regelungen die
Teilweise auf em technischen Stand von 1950 sind, fehlte völlig.

Auch wurde nicht betrachtet, was Radfahrer eigentlich mit so einer
Standardbeleuchtung z.B. auf einer dunklen Ausserortsstraße selbst
sehen, oder auf einem einseitigen Zweirichtungsradweg bei Gegenverkehr
[2].

Dies sind die Eindrücke die ich bei Ihrem Beitrag gewonnen habe, für
eine weitergehende Kommentierung muß ich mir den Beitrag noch mal
ansehen.
Steht er mittlerweile als LiveStream zur Verfügung?
Wenn ja, können Sie mir die URL nennen?

Ansonsten wäre ich sehr erfreut, wenn Sie ihre Berichterstattung über
Radfahrer und Verkehrssicherheit nicht auf dem Stammtischniveau des ADAC
sondern fundierter angehen würden. Der adfc, insbesondere in meiner
Person, steht ihnen dazu gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Ervin Peters

http://www.adfc-weimar.de
http://www.adfc-thueringen.de
http://www.adfc.de

[1] Die Nichtbenutzung von Radverkehrsanlagen tritt als Unfallursache
nicht auf
[2] Hinweis: Das Abblendlicht ist asymetrisch, wenn Autofahrer
überhaupt mal bei Radfahrern im Gegenverkehr abblenden...


--
Ervin Peters
Paul-Klee-Str.10
D-99425 Weimar

+49 172 2043926
+49 3643 805745
----


--
"Hätte er einen Helm aufgehabt, wäre er ohne jetzt tot!"

Andreas Cammin

unread,
Nov 26, 2009, 6:36:05 AM11/26/09
to
Christian Ulrich schrieb:

> BTW hab ich in den letzten Tagen so viele Huper "geerntet" wie schon das
> ganze bisher vergangene Jahr nicht... Ob das auch dem in quasi allen
> Medien Radfahrer-Bashing zu verdanken ist?

Das kann sogar sein. Du h�ttest mal kurz nach dem "Turbo-Rolf"-Unfall
einen Mercedes im Stuttgarter Raum bewegen sollen...

Andreas
--
Offizielles Mitglied von Roland M�sls Killfile
"Photovoltaik ersetzt 10cm Benzin pro Jahr."
(Roland M�sl in de.rec.fahrrad)

Olaf Schultz

unread,
Nov 26, 2009, 1:32:50 PM11/26/09
to
On Thu, 26 Nov 2009 09:54:12 +0100, Ervin Peters wrote:

...


Nicht nur in der Studie der Regensburger...auch in HH und Münster sind
Technische Mängel im niedrigen einstelligen Prozentbereich mitursächlich.

Unfallberichte lagern hier irgendwo rum...

Olaf

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Olaf Schultz

unread,
Nov 26, 2009, 2:41:24 PM11/26/09
to
On Thu, 26 Nov 2009 18:32:50 +0000, Olaf Schultz wrote:

> On Thu, 26 Nov 2009 09:54:12 +0100, Ervin Peters wrote:
>
> ...
>
>
> Nicht nur in der Studie der Regensburger...auch in HH und Münster sind
> Technische Mängel im niedrigen einstelligen Prozentbereich
> mitursächlich.
>
> Unfallberichte

Natürlich Unfallstatistiken, grumpf...als PDF in den unendliche Weiten
der Festplatten...

Olaf

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