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Kugellager einstellen

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Werner Holtfreter

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Jun 23, 2018, 5:48:52 PM6/23/18
to
Hallo,

Konuslager einstellen, so dass sie weder Spiel haben noch
schwergängig/hakend drehen, ist nicht leicht, jedenfalls für mich.
Beim Anziehen der Kontermutter verringert sich das Spiel ja noch um
den Gewindespalt, so dass man sowieso mehrfach probieren muss.

Gehe ich recht in der Annahme, dass man das Lenkungslager eher auf
Spannung einstellen soll, damit die Kugeln sich nicht in die
Lagerschale hämmern aber Tretlager und Nabenlager auf Spiel, damit
diese leicht laufen?
--
Gruß Werner
Die Freiheit des Denkens muss grenzenlos sein
www.nzz.ch/feuilleton/inquisition-gibt-es-noch-heute-sie-funktioniert-nur-anders-als-vor-vierhundert-jahren-ld.1380666

Bodo G. Meier

unread,
Jun 25, 2018, 7:10:00 AM6/25/18
to
Am 23.06.2018 um 23:48 schrieb Werner Holtfreter:
> Hallo,
>
> Konuslager einstellen, so dass sie weder Spiel haben noch
> schwergängig/hakend drehen, ist nicht leicht, jedenfalls für mich.
> Beim Anziehen der Kontermutter verringert sich das Spiel ja noch um
> den Gewindespalt, so dass man sowieso mehrfach probieren muss.

Am einfachsten ist es mMn, wenn man auf einer Seite fest kontert und die
Achse mit dieser Seite in einem Schraubstock fest spannt. Dann mit einem
dünnen Konusschlüssel und einem Gabelschlüssel die Gegenseite einstellen
und kontern.

> Gehe ich recht in der Annahme, dass man das Lenkungslager eher auf
> Spannung einstellen soll, damit die Kugeln sich nicht in die
> Lagerschale hämmern aber Tretlager und Nabenlager auf Spiel, damit
> diese leicht laufen?

Bei Nabenlagern kenne ich es so:

- bei Mutterbefestigung mit Vollachse muss ganz leicht "auf Spannung"
eingestellt werden, da die Muttern beim Festziehen gegen die
Ausfallenden die Achse geringfügig dehnen (länger ziehen). Dadurch wird
dann aus "auf Spannung" die Spielfreiheit der Konuslager.

- bei Schnellspannbefestigung mit Hohlachse stellt man die Konuslager
ganz leicht "auf Spiel" ein, da beim Anziehen der Spannachse die
Hohlachse geringfügig gestaucht wird und das Spiel dadurch verschwindet.
Den Erfolg der Lagereinstellung kann man bei dieser Variante am
einfachsten am eingebauten Laufrad fühlen.

Mit "neumodischen" Steckachsen und was es möglicherweise sonst noch gibt
kenne ich mich allerdings gar nicht aus.

Jetzt bin ich auf andere Meinungen gespannt. :-)

Gruss,
Bodo


Chr. Maercker

unread,
Jun 25, 2018, 7:36:53 AM6/25/18
to
Werner Holtfreter wrote:
> Konuslager einstellen, so dass sie weder Spiel haben noch
> schwergängig/hakend drehen, ist nicht leicht, jedenfalls für mich.
> Beim Anziehen der Kontermutter verringert sich das Spiel ja noch um
> den Gewindespalt, so dass man sowieso mehrfach probieren muss.

ACK, das ist echt Kunst, trotz der Feingewinde. Seit die Gewinderinge
aus Alu sind (weil der Stahl der Gabeln nicht mehr so toll ist wie
früher?), sind zudem alle paar Jahre neue Steuerköpfe dran und damit die
Kunst der Feineinstellung.

> Gehe ich recht in der Annahme, dass man das Lenkungslager eher auf
> Spannung einstellen soll, damit die Kugeln sich nicht in die
> Lagerschale hämmern aber Tretlager und Nabenlager auf Spiel, damit
> diese leicht laufen?

Der Lenker muss sich quasi von selbst drehen, wenn das Vorderrad
angehoben wird, sonst spürt man beim Lenken einen unangenehmen
Widerstand. Trotzdem darf die Lenkung kein vertikales Spiel haben.
Beides hinzubekommen ist die o.g. Kunst. ;-)
--


CU Chr. Maercker.

Transport + Sport = Radfahren

Werner Holtfreter

unread,
Jun 25, 2018, 7:43:15 AM6/25/18
to
Bodo G. Meier wrote:

> Am 23.06.2018 um 23:48 schrieb Werner Holtfreter:

>> Konuslager einstellen, so dass sie weder Spiel haben noch
>> schwergängig/hakend drehen, ist nicht leicht, jedenfalls für
>> mich. Beim Anziehen der Kontermutter verringert sich das Spiel ja
>> noch um den Gewindespalt, so dass man sowieso mehrfach probieren
>> muss.
>
> Am einfachsten ist es mMn, wenn man auf einer Seite fest kontert
> und die Achse mit dieser Seite in einem Schraubstock fest spannt.
> Dann mit einem dünnen Konusschlüssel und einem Gabelschlüssel die
> Gegenseite einstellen und kontern.
>
>> Gehe ich recht in der Annahme, dass man das Lenkungslager eher
>> auf Spannung einstellen soll, damit die Kugeln sich nicht in die
>> Lagerschale hämmern aber Tretlager und Nabenlager auf Spiel,
>> damit diese leicht laufen?
>
> Bei Nabenlagern kenne ich es so:
>
> - bei Mutterbefestigung mit Vollachse muss ganz leicht "auf
> Spannung" eingestellt werden, da die Muttern beim Festziehen gegen
> die Ausfallenden die Achse geringfügig dehnen (länger ziehen).

Die Muttern übertragen ihre Kraft über die Ausfallenden auf die
Kontermutter. Was bleibt ist ggf. die leichte Spannung, die sich
ergibt, wenn beiden Ausfallenden etwas weiter auseinander stehen,
als es nötig ist, um das Rad einzusetzen. Diese kraft ist aber so
gering (vielleicht 2 kp / 20 N), dass dadurch die Achse nicht
merklich gedehnt wird.

Falls ich dich richtig verstanden habe.

Falls es eine Veränderung durch den Einbau gibt sehe ich eher eine
Gefahr in nicht ganz parallelen Ausfallenden, sodass die Achse auf
Biegung verspannt wird, was das Spiel verringert.

Ich habe auch schon Lager eingestellt, die verschlissen waren und
bei denen ich nur die Kugeln getauscht habe, weil sie teilweise
nicht mehr Rund waren. In diesem Fall kommt hinzu (so jedenfalls
meine Vermutung) dass auch bei bereits gespannter Achse ein
radiales Spiel bestehen bleibt, weil die Lagerschalen in radialer
Richtung abgenutzt sind.

Ich vermute weiter, dass in einem Lager ohne Spiel die Kugeln nicht
sauber rollen sondern teilweise geschoben werden. So jedenfalls der
hakende Eindruck, wenn man direkt die Achse dreht.

Werner Holtfreter

unread,
Jun 25, 2018, 8:43:48 AM6/25/18
to
So brutal wollte ich nicht verspannen, dass sich der Lenker nicht
mehr allein dreht. Es ging nur darum, wo etwas Spiel und wo etwas
Spannung das kleinere Übel ist, nachdem der ideale Übergangszustand
schwer zu treffen ist.

Hans CraueI

unread,
Jun 25, 2018, 9:53:05 AM6/25/18
to
Chr. Maercker schrieb

> Werner Holtfreter wrote:
>> Konuslager einstellen, so dass sie weder Spiel haben noch
>> schwergängig/hakend drehen, ist nicht leicht, jedenfalls für mich.
>> Beim Anziehen der Kontermutter verringert sich das Spiel ja noch um
>> den Gewindespalt, so dass man sowieso mehrfach probieren muss.
>
> ACK, das ist echt Kunst, trotz der Feingewinde. Seit die Gewinderinge
> aus Alu sind (weil der Stahl der Gabeln nicht mehr so toll ist wie
> früher?), sind zudem alle paar Jahre neue Steuerköpfe dran und damit
> die Kunst der Feineinstellung.

Mit "neue Steuerkoepfe" meinst du vermutlich "neue Lenklager"?
Vor vielen Jahren bin ich mit einem defekten Lenklager zum FdgM,
es solle erneuert werden und was fuer eines ich nehmen solle,
damit es ein bisschen laenger haelt. Mir wurde beschieden:
Wichtig sei, dass die Lagersitze plangefraest sind, so dass die
beiden Lager moeglichst genau parallel laufen. Dann hielten auch
Lenklager aus niedrigeren Preisklassen dauerhaft.
So liess ich also die Sitze planfraesen und ein relativ einfaches
Lenklager einbauen. Das hielt dann auch.
Mit dem Material der Gewinderinge hat das wenig zu tun. Die
Laufflaechen des Lagers sind immer aus Stahl.

Spaeter dann das gleiche mit einem (Konus-) Tretlager noch einmal:
Ebenfalls planfraesen.
Darum rate ich allen, die Konuslager einbauen und nachstellen,
sich ganz zuvoerderst mal um saubere Lagersitze zu kuemmern.

Hans

Werner Holtfreter

unread,
Jun 25, 2018, 12:08:52 PM6/25/18
to
Hans CraueI wrote:

> Mit "neue Steuerkoepfe" meinst du vermutlich "neue Lenklager"?
> Vor vielen Jahren bin ich mit einem defekten Lenklager zum FdgM,
> es solle erneuert werden

Mir ist noch nie ein Lenklager kaputt gegangen. Kann mir mal jemand
von den Hardcore-Radfahrern erklären, woran man ein kaputtes, d.h.
nicht mehr verwendbares Lager erkennt?

Lehrer...@web.de

unread,
Jun 25, 2018, 12:32:13 PM6/25/18
to
Am Montag, 25. Juni 2018 18:08:52 UTC+2 schrieb Werner Holtfreter:
> Mir ist noch nie ein Lenklager kaputt gegangen. Kann mir mal jemand
> von den Hardcore-Radfahrern erklären, woran man ein kaputtes, d.h.
> nicht mehr verwendbares Lager erkennt?

Genau erkennen kann man es nur, wenn man es auseinanderbaut.
Irgendwann fressen sich die Kugeln Rillen ins Lager (mit dem Dreck) und dann
frisst sich das Lager bei ungünstiger Gelegenheit fest und lässt sich am Ende
gar nicht mehr drehen.

Die Laufflächen des Lagers werden uneben! Zuerst ist bei mir irgendetwas mit der
Lagerdichtung und dann entwickelt sich der Rest von ganz alleine.

Wenn das Lager nicht festgezogen ist oder eben immer schräg belastet wird (läuft
nicht plan), bekommt das Lager Schläge ab, die regelrecht Furchen reinfressen.

Auf der ebenen Straße (ohne Schlaglöcher) sollte das Lager das Radleben
überstehen.

Werner Holtfreter

unread,
Jun 25, 2018, 1:00:50 PM6/25/18
to
Unebenheiten in den Lagerschalen habe ich bei alten Rädern schon
gesehen, sogar sehr deutliche. Ich habe aber noch keins gesehen,
das nicht mehr verwendbar war, denn der Hebelarm des Lenkers ist ja
so groß, dass man kleine Hemmungen gar nicht merkt.

Chr. Maercker

unread,
Jun 25, 2018, 1:20:24 PM6/25/18
to
Hans CraueI wrote:
> Mit "neue Steuerkoepfe" meinst du vermutlich "neue Lenklager"?

Unter anderem Namen werden die nicht verkauft. Ich selber habe sie
bisher immer Lenk(ungs)lager genannt o.ä.

> Vor vielen Jahren bin ich mit einem defekten Lenklager zum FdgM,
> es solle erneuert werden und was fuer eines ich nehmen solle,
> damit es ein bisschen laenger haelt. Mir wurde beschieden:
> Wichtig sei, dass die Lagersitze plangefraest sind, so dass die
> beiden Lager moeglichst genau parallel laufen. Dann hielten auch
> Lenklager aus niedrigeren Preisklassen dauerhaft.
> So liess ich also die Sitze planfraesen und ein relativ einfaches
> Lenklager einbauen. Das hielt dann auch.
> Mit dem Material der Gewinderinge hat das wenig zu tun. Die
> Laufflaechen des Lagers sind immer aus Stahl.

Die Kugellager gehen ja auch kaum kaputt, die Lagerschalen auch nicht.
Aber die Gewinderinge, seit sie aus Alu sind. Ist wohl gewollt, damit es
nicht die Gabeln erwischt. Da die früher auch mit Stahlringen nicht
kaputtgegangen sind, muss das Material der Gabeln entweder besser
gewesen sein oder es ist ein Zugeständnis an höhere Bremskräfte, die auf
die Lenkung wirken.

> Spaeter dann das gleiche mit einem (Konus-) Tretlager noch einmal:
> Ebenfalls planfraesen.

Ist das auch bei hochpreisigen Rädern (Patria) erforderlich?

Chr. Maercker

unread,
Jun 25, 2018, 1:21:51 PM6/25/18
to
Werner Holtfreter wrote:
> Mir ist noch nie ein Lenklager kaputt gegangen. Kann mir mal jemand
> von den Hardcore-Radfahrern erklären, woran man ein kaputtes, d.h.
> nicht mehr verwendbares Lager erkennt?

Konterring und damit obere Lagerabdeckung lassen sich nicht mehr
festziehen, weil Gewinde kaputt. Irknwann rutscht die Gabel unten raus
... ;-)

Johannes Knelangen

unread,
Jun 25, 2018, 1:51:02 PM6/25/18
to
Werner Holtfreter <holtf...@gmx.de> writes:

> Hans CraueI wrote:
>
>> Mit "neue Steuerkoepfe" meinst du vermutlich "neue Lenklager"?
>> Vor vielen Jahren bin ich mit einem defekten Lenklager zum FdgM,
>> es solle erneuert werden
>
> Mir ist noch nie ein Lenklager kaputt gegangen. Kann mir mal jemand
> von den Hardcore-Radfahrern erklären, woran man ein kaputtes, d.h.
> nicht mehr verwendbares Lager erkennt?

Die Kugeln erzeugen "Abdrücke" in den Laufflächen und zwar in der
Geradeaus-Stellung.

Eine Art "Einrasten" in eben der Geradeaus-Stellung ist die Folge.
Mit den Händen am Lenker ist das zunächst kaum zu merken, aber sobald
man freihändig fährt ...

Ich habe mal einen halben Liter Kefir auf mir und meinem Fahrrad
verteilt, als ich diesen freihändig trinken wollte - Sturz gerade noch
verhindert.

Danach bin ich noch eine ganze Weile mit dem gleichen Lenkkopflager
weitergefahren, denn wenn mans weiß, lässt man eben mindestens eine Hand
am Lenker. Wenn man weiß, was man tut, KANN man auch noch freihändig
fahren, muss sich natürlich ständig dessen bewusst sein, dass man um die
Geradeaus-Stellung explizit stärker "lenken" muss. Also nix für die
Teilnahme am allgemeinen Straßenverkehr.

Abhilfe schafft ein Nadellager in der unteren Lenkkopflagerhälfte.



--
Johannes Knelangen

j.kne...@t-online.de

Andre Eiger

unread,
Jun 25, 2018, 3:16:57 PM6/25/18
to
Am Mon, 25 Jun 2018 18:08:51 +0200 schrieb Werner Holtfreter:

> Hans CraueI wrote:
>
>> Mit "neue Steuerkoepfe" meinst du vermutlich "neue Lenklager"? Vor
>> vielen Jahren bin ich mit einem defekten Lenklager zum FdgM,
>> es solle erneuert werden
>
> Mir ist noch nie ein Lenklager kaputt gegangen. Kann mir mal jemand von
> den Hardcore-Radfahrern erklären, woran man ein kaputtes, d.h.
> nicht mehr verwendbares Lager erkennt?

Der häufigste Defekt, den ich beobachtet habe, sind kleine Mulden in den
Lagerringen, wo sich bei Geradeausfahrt die Kugeln befinden. Ob sich die
Kugeln in die Lagerringe drücken oder mit der Zeit durch die
Rüttelbewegung Material abtragen, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall
merkt man irgendwann Rastpunkte beim Drehen des Lenkers, gerne auch beim
Nachstellen eines losen Steuerlagers. Wird u.a. im Rahmen der HU bei
Motorrädern geprüft.
Ich nehme an, dass ein Spiel im Steuerlager diese Muldenbildung fördert.
Moderne Ausführungen mit Nadel- oder Kegelrollen dürften weniger
empfindlich sein.
Dann hatte ich bei einem MTB ein unteres Lager, bei dem offenbar (trotz
Dichtung) durch die Schmirgelwirkung von Sand im Fett die Lagerringe
durch die Kugeln so tief ausgearbeitet waren, dass die Ringe Kontakt
bekamen. Effekt war eine nicht mehr ganz frei laufende Lenkung. Die Fahrt
damit fühlte sich irgendwie anstrengend an, weil ständig ein kleines
Losbrechmoment nötig war.
Weitere Begebenheiten: Ein oberes Lager, bei dem vermutlich durch
Korrosion der Blechring, der die Kugeln hält, nahezu verschwunden war,
worauf sich die Kugeln alle auf einer Seite sammelten. Und einen Fall, wo
der obere Kugelring gar nicht montiert war.

--

Andre Eiger

unread,
Jun 25, 2018, 3:29:37 PM6/25/18
to
Am Mon, 25 Jun 2018 14:43:47 +0200 schrieb Werner Holtfreter:

> Chr. Maercker wrote:
>
>> Werner Holtfreter wrote:
>> Der Lenker muss sich quasi von selbst drehen, wenn das Vorderrad
>> angehoben wird, sonst spürt man beim Lenken einen unangenehmen
>> Widerstand. Trotzdem darf die Lenkung kein vertikales Spiel haben.
>> Beides hinzubekommen ist die o.g. Kunst. ;-)
>
> So brutal wollte ich nicht verspannen, dass sich der Lenker nicht mehr
> allein dreht. Es ging nur darum, wo etwas Spiel und wo etwas Spannung
> das kleinere Übel ist, nachdem der ideale Übergangszustand schwer zu
> treffen ist.

Beim Steuerlager versuche ich den Punkt mit leichter Vorspannung zu
treffen. Bei den geklemmten Ahead-Steuersätzen glaube ich das
hinzukriegen (ohne Druck spielfrei anziehen + einige Grad Drehwinkel).
Bei Gewindesteuersätzen ist es bei mir ein (wiederkehrendes)
Geduldsspiel. Am Ende ist meist doch etwas Luft zu spüren und ich
verdränge das einfach.
Ist das Steuerlager angeschlissen und lässt mit Vorspannung bereits
Rastpunkte spüren, geht es eh nur mit etwas Spiel.

--


Andre Eiger

unread,
Jun 25, 2018, 3:52:03 PM6/25/18
to
Am Mon, 25 Jun 2018 13:43:13 +0200 schrieb Werner Holtfreter:

> Bodo G. Meier wrote:
>
>> Am 23.06.2018 um 23:48 schrieb Werner Holtfreter:
>
>
> Falls es eine Veränderung durch den Einbau gibt sehe ich eher eine
> Gefahr in nicht ganz parallelen Ausfallenden, sodass die Achse auf
> Biegung verspannt wird, was das Spiel verringert.

Ja, Biegung der Achse ist ein Punkt. Ich schätze, dass sie auch durch die
dynamische Belastung merklich gebogen wird, zumindest nach den Maßstäben
für ein Kugellager.
Ich stelle die Konuslager mit gerade so fühlbarer Luft ein. Bei fertigen
Rillenkugellagern hatte ich irgendwo die Empfehlung gelesen, für's
Fahrrad die Sorte C3 mit erhöhtem Lagerspiel zu nehmen.
Ich schätze, die modernen Steckachsen entschärfen das Thema Durchbiegung
nachhaltig.

Ausfallszenarien hatte ich bisher zwei:
Typisch sind Pittings auf der Lauffläche der Konen. Die lassen sich meist
noch einfach wechseln. Blöd sind Pittings in den Lagerschalen.
Zweites Thema war bei mir ein zu schwach gekonterter rechter Konus an der
Hinterachse. Der hatte sich mit der Zeit gelöst, was unter dem
Freilaufkörper aber nicht direkt sichtbar war. Im ausgebauten Zustand
ging die Achse leicht. Eingebaut mit fest angezogenem Schnellspanner war
so viel Druck auf den Lagern, dass das Hinterrad nicht mehr völlig frei
lief. Als mir das auffiel, war die Nabe bereits Schrott (Shimano Deore).

> Ich habe auch schon Lager eingestellt, die verschlissen waren und bei
> denen ich nur die Kugeln getauscht habe, weil sie teilweise nicht mehr
> Rund waren. In diesem Fall kommt hinzu (so jedenfalls meine Vermutung)
> dass auch bei bereits gespannter Achse ein radiales Spiel bestehen
> bleibt, weil die Lagerschalen in radialer Richtung abgenutzt sind.

Bei der Kegelform der Konen kann ich mir das nicht vorstellen.

> Ich vermute weiter, dass in einem Lager ohne Spiel die Kugeln nicht
> sauber rollen sondern teilweise geschoben werden. So jedenfalls der
> hakende Eindruck, wenn man direkt die Achse dreht.

Können auch beginnende Pittings sein, oder Schmutz im Lager. Ich hatte
allerdings auch schon quasi neue Naben von Shimano in der Hand, die ab
Werk nach meinen Maßstäben viel zu stramm gekontert waren und sich hakelig
anfühlten.

--

Volker Borchert

unread,
Jun 25, 2018, 6:21:01 PM6/25/18
to
Chr. Maercker wrote:
> sonst spürt man beim Lenken einen unangenehmen Widerstand.

Wenn du mal nach Mainz-Kostheim kommst, darfst du mal eine Lenkung
mit _wirklich_ fühlbarem Widerstand ausprobieren.

IHC 453

Mit Frontlader.

Ohne Hilfskraftlenkung.

Mit einem 500 kg Heuballen auf dem Frontlader.

--

"I'm a doctor, not a mechanic." Dr Leonard McCoy <mc...@ncc1701.starfleet.fed>
"I'm a mechanic, not a doctor." Volker Borchert <v_bor...@despammed.com>

Werner Holtfreter

unread,
Jun 25, 2018, 7:05:19 PM6/25/18
to
Andre Eiger wrote:

> Ob sich die Kugeln in die Lagerringe drücken oder mit
> der Zeit durch die Rüttelbewegung Material abtragen, kann ich
> nicht sagen. Auf jeden Fall merkt man irgendwann Rastpunkte beim
> Drehen des Lenkers,

Generell gilt für Wälzlager, dass sie ab einer bestimmten Last- und
Größenabhängigen Drehzahl "dauerfest" werden: Die Kugeln oder
Nadeln schwimmen auf dem vom Fett abgesonderten Ölfilm auf, so dass
keine metallische Berührung mehr stattfindet. Das Lager hält dann
so lange, wie das Fett noch Öl liefert. Auf diese Art sind oder
waren die Lager in Festplatten ausgelegt.

Bei einem Lager, dass sich langsam oder fast gar nicht bewegt, wie
das Lenklager, ist metallische Berührung und daher Verschleiß nicht
vermeidbar.

Werner Holtfreter

unread,
Jun 25, 2018, 7:05:24 PM6/25/18
to
Andre Eiger wrote:

> Am Mon, 25 Jun 2018 13:43:13 +0200 schrieb Werner Holtfreter:

>> Ich habe auch schon Lager eingestellt, die verschlissen waren und
>> bei denen ich nur die Kugeln getauscht habe, weil sie teilweise
>> nicht mehr Rund waren. In diesem Fall kommt hinzu (so jedenfalls
>> meine Vermutung) dass auch bei bereits gespannter Achse ein
>> radiales Spiel bestehen bleibt, weil die Lagerschalen in radialer
>> Richtung abgenutzt sind.
>
> Bei der Kegelform der Konen kann ich mir das nicht vorstellen.

Ist schon sehr lange her und ich möchte es nicht beschwören, aber
der Konus ist ja kein Kegel sondern folgt der Form der Kugeln. Wenn
der Konus nun noch abgenutzt ist, kann ich mir vorstellen, dass die
Kugeln nicht mehr so stark gespreizt werden.

Gerald Eіscher

unread,
Jun 25, 2018, 7:26:26 PM6/25/18
to
Am 25.06.18 um 19:20 schrieb Chr. Maercker:
>
> Die Kugellager gehen ja auch kaum kaputt, die Lagerschalen auch nicht.

Kannst du *endlich* damit aufhören, dich zu technischen Dingen zu
äußern? So viel Unverstand schmerzt geradezu.
Die Kugellager werden nach ausreichend Laufleistung kaputt, irgendwann
erzeugen die Kugeln Abdrücke auf ihren Laufbahnen.

> Aber die Gewinderinge, seit sie aus Alu sind.

Die obere Lagerschale und die Kontermutter sind nicht generell aus Alu,
wie du suggerierst, sondern nur bei hochwertigen Steuersätzen, um
Gewicht zu sparen und kaputt werden die üblicherweise nicht.
Beim weit verbreiteten Ahead-System gibt es an der Stelle gar keine Gewinde.

> Ist wohl gewollt, damit es nicht die Gabeln erwischt.

Unsinn, mit den Gabeln hat dies nichts zu tun.

> Da die früher auch mit Stahlringen nicht
> kaputtgegangen sind, muss das Material der Gabeln entweder besser
> gewesen sein oder es ist ein Zugeständnis an höhere Bremskräfte, die auf
> die Lenkung wirken.

Faszinierend, was du dir aus deinen Fingerns saugst.

--
Gerald

| FAQ zu de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/ |
| Wiki von de.rec.fahrrad: http://de-rec-fahrrad.de |

johannes richter

unread,
Jul 5, 2018, 7:02:19 PM7/5/18
to
Bodo G. Meier <bgm...@kabelmail.de> wrote:
>
> Am 23.06.2018 um 23:48 schrieb Werner Holtfreter:
> > Hallo,
> >
> > Konuslager einstellen, so dass sie weder Spiel haben noch
> > schwergängig/hakend drehen, ist nicht leicht, jedenfalls für mich.
> > Beim Anziehen der Kontermutter verringert sich das Spiel ja noch um
> > den Gewindespalt, so dass man sowieso mehrfach probieren muss.
>
> Am einfachsten ist es mMn, wenn man auf einer Seite fest kontert und die
> Achse mit dieser Seite in einem Schraubstock fest spannt. [..]

Ruiniert ma sich da nicht leicht das Achsgewinde, wenn ma die Achse
einfach so in einen Schraubstock einspannt?
- nicht umsonst gibt es Werkzeuge wie z.B. von Parktool das AXLE VISE.
(Ich kenns eher in dieser Variante:
https://static.modernbike.com/Product_Images/large_129983_
20171212093200.jpg https://preview.tinyurl.com/y7ahsoja )

Gruesse,
johannes.

Martin Wohlauer

unread,
Jul 6, 2018, 1:58:01 AM7/6/18
to
Am 06.07.2018 um 01:02 schrieb johannes richter:
> Bodo G. Meier <bgm...@kabelmail.de> wrote:
>>
>> Am 23.06.2018 um 23:48 schrieb Werner Holtfreter:
>>> Hallo,
>>>
>>> Konuslager einstellen, so dass sie weder Spiel haben noch
>>> schwergängig/hakend drehen, ist nicht leicht, jedenfalls für mich.
>>> Beim Anziehen der Kontermutter verringert sich das Spiel ja noch um
>>> den Gewindespalt, so dass man sowieso mehrfach probieren muss.
>>
>> Am einfachsten ist es mMn, wenn man auf einer Seite fest kontert und die
>> Achse mit dieser Seite in einem Schraubstock fest spannt. [..]
>
> Ruiniert ma sich da nicht leicht das Achsgewinde, wenn ma die Achse
> einfach so in einen Schraubstock einspannt?

Da steht »kontert«: Zwei Muttern nehmen, die gegeneinander zudrehen, und
an/mit der Stelle in den Schraubstock spannen. So kommt das Gewinde
selbst gar nicht mit dem Schraubstock in Berührung. In unserem Fall ist
eine der Muttern der Konus. Mit bisschen Fummeln habe ich's bisher aber
auch immer ganz ohne Schraubstock ihn bekommen. Ist halt manchmal 5 mal
wieder etwas auf machen und nochmal ansetzen.

Grüßle,

Martin.

Gerald Eіscher

unread,
Jul 6, 2018, 7:28:46 AM7/6/18
to
Am 06.07.18 um 01:02 schrieb johannes richter:
> Bodo G. Meier <bgm...@kabelmail.de> wrote:
>>
>> Am einfachsten ist es mMn, wenn man auf einer Seite fest kontert und die
>> Achse mit dieser Seite in einem Schraubstock fest spannt. [..]
>
> Ruiniert ma sich da nicht leicht das Achsgewinde, wenn ma die Achse
> einfach so in einen Schraubstock einspannt?

Man spannt mit Gefühl den Sechskant der Kontermutter ein.

Harald Meyer

unread,
Jul 16, 2018, 3:27:27 PM7/16/18
to
Am 25.06.2018 13:53:03 -0000 (UTC) meinte Hans Crauel:

>Chr. Maercker schrieb
>> Werner Holtfreter wrote:
>>> Konuslager einstellen, so dass sie weder Spiel haben noch
>>> schwergÀngig/hakend drehen, ist nicht leicht, jedenfalls fÌr mich.
>>> Beim Anziehen der Kontermutter verringert sich das Spiel ja noch um
>>> den Gewindespalt, so dass man sowieso mehrfach probieren muss.
>>
>> ACK, das ist echt Kunst, trotz der Feingewinde. Seit die Gewinderinge
>> aus Alu sind (weil der Stahl der Gabeln nicht mehr so toll ist wie
>> frÌher?), sind zudem alle paar Jahre neue Steuerköpfe dran und damit
>> die Kunst der Feineinstellung.
>
>Mit "neue Steuerkoepfe" meinst du vermutlich "neue Lenklager"?

Nee, das ist wieder ein typischer NixMaercker und seinem sehr hohen
technischen Unverstand geschuldet. Diese fahrradtechnische Hohlniete
konnte sich offensichtlich den Begriff *Steuersatz* nicht merken. :(

Wie Gerald schon zutreffend schrieb:
|Kannst du *endlich* damit aufhören, dich zu technischen Dingen zu
|äußern? So viel Unverstand schmerzt geradezu.

Dem möchte ich mich vollumfänglich anschließen. Aua!


Beste Grüße -Harald-

--
Warum wird eigentlich zunehmend das gute Usenetprinzip "Keiner hat
Anspruch darauf, von jedem gelesen zu werden." in Richtung "Ich darf
jeden Blödfug schreiben, weil's eh ja keiner Lesen *muß*" mißbraucht?
[*Ulrich F. Heidenreich in hamster.de.talk*]
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