Wie die Schilderung schon vermuten lᅵsst, wird der Ausbau der
Kfz-Fahrbahnen hauptsᅵchlich zu Lasten des Fuᅵ- und Radverkehrs
abgewickelt. Zwar ist der Radweg mit 1,6 m geplant (inzwischen haben sie
gemerkt, dass sie ansonsten direkt ᅵrger bekommen), der Fuᅵweg ist aber
stellenweise nichtmal 2,5 m breit. Wie gesagt, dass an einer
Hauptverkehrsstraᅵe mit einem DTV von gut 40.000. Die "Empfehlungen fᅵr
Fuᅵgᅵngerverkehrsanlagen" (EFA 02) sehen da wesentlich breitere Gehwege
vor, zumal an der Straᅵe zwei Realschulen, ein Park, ein Einkaufszentrum
und ein Altenheim unmittelbar angrenzen.
Die Stadt redet sich darauf raus, dass sie den Gehweg ja weitgehend
(exakt!) 2,5 m breit bauen, mehr sᅵhe die RASt06 nicht vor. Schmalere
Stellen seien dann unvermeidbare Engstellen.
Ich gehe schwer davon aus, dass fᅵr die Sanierung erheblich Mittel aus
dem GVFG etc. bezogen werden. Dort gibt es einen Passus (ᅵ3 1c), nach
dem die Ausfᅵhrung "verkehrstechnisch einwandfrei" erfolgen muss.
Meine Frage jetzt (Dietmar scheint ja aktuell auch wieder mitzulesen
;-)): Bedeutet diese "verkehrstechnisch einwandfreie" Ausfᅵhrung nur die
Einhaltung der RASt? Zᅵhlen also die ergᅵnzenden "Empfehlungen" gar nichts?
Ich wᅵrde gerne das Regierungsprᅵsidium als mittelvergebende Behᅵrde auf
die Fehlplanung hinweisen, mᅵchte das aber nicht ohne einigermaᅵen
Erfolgsaussichten tun.
Ich mache mir zwar wenig Hoffnung, dass sie die Straᅵenaufteilung
umplanen. In nᅵchster Zeit stehen aber noch einige Straᅵensanierungen
an, und ich hᅵtte gerne dass die Stadt lernt, Geh- und Radwege
ausreichend zu dimensionieren.
Michael
--
Ob eine Stadt zivilisiert ist, hᅵngt nicht von der Zahl ihrer
Schnellstraᅵen ab, sondern davon, ob ein Kind auf dem Dreirad
unbeschwert ᅵberall hinkommt.
-Enrique Peᅵalosa
Einen GVFG-Kommentar zu schreiben, wäre eine lohnende Aufgabe. Aber
"verkehrstechnisch einwandfrei" ist ganz sicher nicht ein bloßes
Beschränken auf die "Empfohlenen Lösungen für Typische
Entwurfssituationen" der RASt06, Kapitel 5. Das ist ein weit
verbreitetes Missverständnis der Planer (insbesondere der
behördlichen), dass es nicht gibt, was nicht in Kapitel 5 steht. Dabei
würde schon ein Lesen des Kapitel 0 "Geltungsbereich und Aufbau"
zeigen, dass das falsch ist. Auch die Überschrift des Kapitels 5 mit
dem großen T zeigt, dass die dort vorgestellten Lösungen nicht
schematisch über jede Straße gestülpt werden dürfen. Die EFA zu
missachten, nur um eine in Kapitel 5 für _Typische
Entwurfssituationen_ vorgeschlagene Lösung _für etwas Anderes, nämlich
eine Untypische Entwurfssituation_ umzusetzen, ist also sachwidrig und
keinesfalls "verkehrstechnisch einwandfrei".
Aber das das ist ein Mechanismus wie bei den FGSV-"Hinweisen" von
1998: Alles, was auf Seite 15 steht, ist den Herren Gesetz, die Seiten
12-13 und 16ff sind die nicht bereit, zur Kenntnis zu nehmen. In der
Praxis wird es schwer werden, gegen dieses grundlegende
Missverständnis der RASt anzukämpfen, eben weil dort in dem zentralen
Kapitel so einfache Lösungen stehen, die nach allgemeingültigem Gesetz
aussehen. Und hinzu kommt, dass die RASt eine RiLi ist und die EFA nur
eine Empfehlung; das ist aus Sicht der obrigkeitsgläubigen Planer in
der strengen FGSV-Hierarchie eine klare Ansage, alles auszublenden,
was nicht explizit in der RASt steht (oder erwünscht ist). Denen
müsste man also mit der RASt, Kapitel 6 kommen.
Dietmar
Ok, dann bem�he ich mich in n�chster Zeit was dazu zusammenzuschreiben.
> "verkehrstechnisch einwandfrei" ist ganz sicher nicht ein blo�es
> Beschr�nken auf die "Empfohlenen L�sungen f�r Typische
> Entwurfssituationen" der RASt06, Kapitel 5.
Ich glaube, da bin ich mi�verstanden worden: Soweit ich das bisher
�bersehen kann ist die von der Stadt gew�hlte L�sung eben _keine_
Standardl�sung aus der RASt.
Es ist vielmehr so, dass sie (in meinen Augen) statt einer
Standardl�sung hier einen Stra�enzuschnitt w�hlen, der einen wesentlich
gr��eren Fahrbahnraum einr�umt, wof�r die Seitenr�ume (�berm��ig)
beschnitten werden.
Wenn man sie darauf anspricht verteidigen sie sich damit, dass die
Seitenr�ume den Mindestma�en weitgehend entspr�chen. Die Fahrbahn ist im
Vergleich dazu (und auch im Vergleich zu den Standardl�sungen der RASt)
�berdimensioniert.
Michael
--
Ob eine Stadt zivilisiert ist, h�ngt nicht von der Zahl ihrer
Schnellstra�en ab, sondern davon, ob ein Kind auf dem Dreirad
unbeschwert �berall hinkommt.
-Enrique Pe�alosa
Dietmar