7-Gang SRAM Nabenschaltung

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Ruediger

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Oct 15, 2021, 10:53:19 PMOct 15
to
Hallo Groupies :-)

seit kurzem fahre ein Rad mit o.g. Schaltung. Damit Diese
moeglichst lange haelt 1 Frage zum richtigen Schalten...

Die Gaenge schalten... nur im Leerlauf- oder waehrend man
strampelt? Bei meinem alten Escote' mit 3-Gang Torpedo Sachs hieß
vor Jahrzehnten im Fachhandel... nur im Leerlauf schalten- und
beim rueckwaerz schieben Hinterrad anheben.

Was meint Ihr?
MfG.


----Android NewsGroup Reader----
http://usenet.sinaapp.com/

Helmut Fischer

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Oct 16, 2021, 4:12:55 AMOct 16
to
Am 16.10.21 um 04:53 schrieb Ruediger:

> Die Gaenge schalten... nur im Leerlauf- oder waehrend man strampelt?

<https://www.servicearchive.sram.com/sites/default/files/techdocs/Ins_sram_S7_8_2005.pdf>

sagt: "Während des Schaltens ohne Kraft weitertreten"

Das ist auch meine Erfahrung. Unter Last schalten macht fiese Geräusche,
im Stand (z.B. bei Ampelstop) schalten geht, man sollte aber mit wenig
Last losfahren damit der Gang erst einrasten kann.


> Bei meinem alten Escote' mit 3-Gang Torpedo Sachs hieß vor
> Jahrzehnten im Fachhandel... nur im Leerlauf schalten- und beim
> rueckwaerz schieben Hinterrad anheben.

Letzteres war schon bei meiner ersten Torpedo 3-Gang (ca. 1965) nicht nötig.

Grüße, Helmut

Wolfram Jahn

unread,
Oct 16, 2021, 6:44:59 AMOct 16
to
Am 16.10.21 um 10:12 schrieb Helmut Fischer:
> Letzteres war schon bei meiner ersten Torpedo 3-Gang (ca. 1965) nicht
> nötig.

Ach ja, die gute alte Torpedo...

Ich habe sie (in meinem damaligen Wohnzimmer) tatsächlich mal komplett
zerlegt, gereinigt, gefettet und wieder zusammengebaut -

und sie ging noch! Und besser als zuvor!

Das war ein ziemlich gutes Gefühl, ich schraubte schon damals eher and
Bits, Bytes und Code als an Hardware.

--
w

Hannes Kuhnert

unread,
Oct 16, 2021, 10:52:25 AMOct 16
to
Ruediger schreib:
> [Sram S7]
>
> Die Gaenge schalten... nur im Leerlauf- oder waehrend man
> strampelt? Bei meinem alten Escote' mit 3-Gang Torpedo Sachs hieß
> vor Jahrzehnten im Fachhandel... nur im Leerlauf schalten- und
> beim rueckwaerz schieben Hinterrad anheben.

Man kann da durchaus herumprobieren. Letztlich ist alles in Ordnung, was
weder übermäßiges Geräusch verursacht, noch Unsauberkeit im Treten mit
sich bringt.

Zum langfristigen Erhalt ist außer vernünftigem Gebrauch gelegentliches
Reinigen und Neuschmieren ratsam.
--
Hannes Kuhnert

Hannes Kuhnert

unread,
Oct 16, 2021, 10:52:43 AMOct 16
to
Helmut Fischer hat geschrieben:
> Am 16.10.21 um 04:53 schrieb Ruediger:
>
>> Die Gaenge schalten... nur im Leerlauf- oder waehrend man strampelt?
>
> <https://www.servicearchive.sram.com/sites/default/files/techdocs/Ins_sram_S7_8_2005.pdf>
>
>
> sagt: "Während des Schaltens ohne Kraft weitertreten"
>
> Das ist auch meine Erfahrung. Unter Last schalten macht fiese Geräusche,
> im Stand (z.B. bei Ampelstop) schalten geht, man sollte aber mit wenig
> Last losfahren damit der Gang erst einrasten kann.

Bei meiner wechseln beim Schalten im Stand die Gänge fast ausnahmslos
unmittelbar. Wenn nicht, merkt man das schon beim Betätigen des Schalters.

Wenn man sehr bestimmt tritt, kann man auch unter Last sinnvoll den
Gangschalter betätigen. Das Getriebe bleibt dann sauber im zuvor
gewählten Gang, bis man mit dem Treten nachgibt. Diese Möglichkeit nutze
ich, um schnell anzufahren und zu beschleunigen. Ich fahre bspw. im
zweiten Gang an, schalte tretend umgehend den Schalthebel auf den
vierten, aber nehme erst in dem Moment Kraft von den Pedalen, wenn ich
den Gang tatsächlich gewechselt haben will. Das ergibt die
schnellstmöglichen Schaltvorgänge. Mir macht es großen Spaß, mit dieser
nicht als sportlich geltenden Schaltung meistens mit Abstand der
schnellste zu sein.
--
Hannes Kuhnert

Reindl Wolfgang

unread,
Oct 17, 2021, 10:17:50 AMOct 17
to
Am 16.10.21 16:52, schrieb Hannes Kuhnert:
> Helmut Fischer hat geschrieben:
>>
>> sagt: "Während des Schaltens ohne Kraft weitertreten"

> Bei meiner wechseln beim Schalten im Stand die Gänge fast ausnahmslos
> unmittelbar. Wenn nicht, merkt man das schon beim Betätigen des Schalters.

Hab' aktuell noch original F&S 3er Torpedo und Super 7 in Betrieb. Beide
schalten im Stand völlig problmlos in beiden Richtungen.

> Wenn man sehr bestimmt tritt, kann man auch unter Last sinnvoll den
> Gangschalter betätigen. Das Getriebe bleibt dann sauber im zuvor
> gewählten Gang, bis man mit dem Treten nachgibt. Diese Möglichkeit nutze
> ich, um schnell anzufahren und zu beschleunigen. Ich fahre bspw. im
> zweiten Gang an, schalte tretend umgehend den Schalthebel auf den
> vierten, aber nehme erst in dem Moment Kraft von den Pedalen, wenn ich
> den Gang tatsächlich gewechselt haben will. Das ergibt die
> schnellstmöglichen Schaltvorgänge. Mir macht es großen Spaß, mit dieser
> nicht als sportlich geltenden Schaltung meistens mit Abstand der
> schnellste zu sein.

Geht aber nur beim Raufschalten so (da wird das Schaltseil entlastet).
Beim Runterschalten, z.B. Steigung, wird das Schaltseil gegen Federkraft
in der Nabe/Schaltbox kürzer und das geht unter Last nicht bzw macht
böse Geräusche und es wirkt sofort und nicht erst bei Entlastung vom
Antriebsstrang.

Wolfgang

Ruediger

unread,
Oct 17, 2021, 11:16:58 PMOct 17
to
Andreas Oehler <andreas...@gmx.de> Wrote in message:
> Sat, 16 Oct 2021 04:53:14 +0200 (GMT+02:00), Ruediger:>seit kurzem fahre ein Rad mit o.g. Schaltung. Damit Diese> moeglichst lange haelt 1 Frage zum richtigen Schalten...Fettgeschmierte Nabenschaltungen versterben nicht durch "falschesSchalten" sondern mangelnde Wartung. Einmal jährlich öffnen, mitGetriebeöl einjauchen und abtropfen lassen sowie die Kugellager reinigenund fetten - dann sollte nahezu ewiges Leben möglich sein.Andreas

OK! Dann ist die Topedo-Sachs 3-Gang ja unverwüstlich. Die laeuft
seit 35 Jahren ganz ohne Wartung :-)
--

Chr. Maercker

unread,
Oct 18, 2021, 7:11:24 AMOct 18
to
Andreas Oehler wrote:
> Fettgeschmierte Nabenschaltungen versterben nicht durch "falsches
> Schalten" sondern mangelnde Wartung. Einmal jährlich öffnen, mit
> Getriebeöl einjauchen und abtropfen lassen sowie die Kugellager reinigen
> und fetten - dann sollte nahezu ewiges Leben möglich sein.

Gibt es einklich nachvollziehbare Gründe, warum bei den billigen
Nabenschaltungen auf Ölnippel verzichtet wird, obwohl sie ja regelmäßige
Schmierung brauchen? Getriebeöl sollte sich mit einer Injektionsspritze
o.ä. darüber einfüllen lassen, Fett eher nicht.
Ab und an mal ölen ist für die meisten Radfahrer kein Problem und die
älteren sind es von Anno-Knips noch gewohnt. Schaltnaben zerlegen tun
eher wenige bzw. sie kommen gar nicht auf die Idee, weil sie mangels
Ölnippel irrtümlich von Wartungsfreiheit ausgehen.

--


CU Chr. Maercker.

Transport + Sport = Radfahren

Gerald Eіscher

unread,
Oct 18, 2021, 9:42:06 AMOct 18
to
Am 18.10.21 um 13:11 schrieb Chr. Maercker:
> Andreas Oehler wrote:
>> Fettgeschmierte Nabenschaltungen versterben nicht durch "falsches
>> Schalten" sondern mangelnde Wartung. Einmal jährlich öffnen, mit
>> Getriebeöl einjauchen und abtropfen lassen sowie die Kugellager reinigen
>> und fetten - dann sollte nahezu ewiges Leben möglich sein.
>
> Gibt es einklich nachvollziehbare Gründe, warum bei den billigen
> Nabenschaltungen auf Ölnippel verzichtet wird,

Ja, weil die ab Werk mit Fett geschmiert sind.

> obwohl sie ja regelmäßige
> Schmierung brauchen?

Die brauchen keine regelmäßige Schmierung. Wenn allerdings nach >10
Jahren das Fett verharzt ist und Schaltprobleme auftreten, dann kann man
es so machen, wie von Andreas vorgeschlagen.
Ich würde allerdings das Fett erneuern, was zwar aufwändiger ist, als
das Getriebe in Öl zu tauchen, dafür ist für mindestens 10 Jahre wieder
Ruhe.

> Getriebeöl sollte sich mit einer Injektionsspritze
> o.ä. darüber einfüllen lassen, Fett eher nicht.

Du hast Andreas nicht vollständig gelesen, die Kugellager müssen
weiterhin gefettet werden! Geölte Kugellager würden eine Abdichtung
benötigen, die in dieser Preisklasse nicht drin ist.

--
Gerald

| FAQ zu de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/ |
| Wiki von de.rec.fahrrad: http://de-rec-fahrrad.de |

Chr. Maercker

unread,
Oct 18, 2021, 1:27:24 PMOct 18
to
Andreas Oehler wrote:
> Schmiernippel an 3-Gang-Naben gab es bis in die 50er Jahre. Man fand sowas
> regelmäßig in den 70er/80er Jahren im westdeutschen Sperrmüll.

Torpedonaben hatten die Nippel wesentlich länger.

> Vermutlich wäre durch das Schmiernippel eingetreufeltes Öl auch nicht an
> die kritischen Stellen gelaufen, sondern recht schnell wieder an den
> Bremsmantel und in durch die Lager nach draußen.

Das könnte ein stichhaltiges Argument sein.

> Einem Studienfreund hatte ich ein schönes altes Rad mit Uralt-3-Gang-Nabe
> und Stempelbremse vorn hergerichtet. Er ist damit schwer beladen von
> Kassel Wilhelmshöhe runter in die Stadt dauergebremst - und hat das nicht
> optimale Öl in der 3-Gang-Nabe dabei entflammt. Passanten sprachen ihn auf
> die Flammen am Hinterrad an...

Handelsübliches Maschinenöl brennt vermutlich leichter als das von Dir
empfohlene, weitaus zähere, Getriebeöl. Alten Gewohnheiten folgend
hätten viele Leute evtl. ersteres in die Getriebenaben gekippt.

>> Die brauchen keine regelmäßige Schmierung.
>
> Wenn man nicht regelmäßig schmiert, dann vergißt man es wenn es nötig
> wäre.

So habe ich Dich verstanden. Bisher war ich auch der Ansicht, so etwa
alle zehn Jahre reicht. So manche SRAMsch wird gar nicht mehr so alt.

> Wenn das Fett innen in der Schaltmechanik mal ernsthaft verharzt ist,
> reicht einfaches "einjauchen" der nur grob geöffneten Nabe IMHO nicht
> mehr.

Dünnes Öl wie das Spülöl von Rohloff bekommt das nicht weg? Waschbenzin
schließe ich nach obiger Schilderung lieber aus. ;-)

>> Ich würde allerdings das Fett erneuern, was zwar aufwändiger ist, als
>> das Getriebe in Öl zu tauchen, dafür ist für mindestens 10 Jahre wieder
>> Ruhe.

Hat eine Werkstatt einmal mit meiner SRAMsch gemacht, konnte sie aber
auch nicht mehr flott bekommen.

> Das komplette Zerlegen und ordnungsgemäße Zusammenbauen von 7-/8-/9-Gang
> Naben ist halt für den Anfänger schon eine Herausforderung. Und selbst der
> geübte Mechaniker vermeidet das Gepuzzle wenn es geht.

FULL ACK, das müsste ich auch erst üben. Da es nur alle Jubeljahre dran
ist, bekommt man kaum jemals Routine darin. Und wenn man sie vielleicht
doch endlich hat, gips den Nabentyp garantiert nicht mehr.

>>> Getriebeöl sollte sich mit einer Injektionsspritze
>>> o.ä. darüber einfüllen lassen, Fett eher nicht.

>> Du hast Andreas nicht vollständig gelesen, die Kugellager müssen
>> weiterhin gefettet werden! Geölte Kugellager würden eine Abdichtung
>> benötigen, die in dieser Preisklasse nicht drin ist.

Danke für den Hinweis, dass der Kauf einer Rohlauf auch im Flachland
kein rausgeschmissenes Geld ist.

> Wichtig ist sicherzustellen, dass das Öl bis innen zur Nabe vordringt,
> dann gut abtropft und die Lager normal mit Fett geschmiert werden. Das
> ist insgesamt ein wenig lästig - aber man kann wenig falsch machen. Wenn
> man das Hinterrad zum Wechsel auf/von Spikes eh demontiert, wäre so eine
> Nabenwartung keine große Sache.

Die Hauptarbeit ist ja eigentlich die Demontage + Montage der Nabe. Kann
die entfallen, wenn nur die Lager gefettet werden?

Chr. Maercker

unread,
Oct 18, 2021, 1:30:30 PMOct 18
to
Wolfram Jahn wrote:
> Ach ja, die gute alte Torpedo...
>
> Ich habe sie (in meinem damaligen Wohnzimmer) tatsächlich mal komplett
> zerlegt, gereinigt, gefettet und wieder zusammengebaut -

Die ja, etliche Male. Aber noch nie eine mit Getriebe.

> und sie ging noch! Und besser als zuvor!

Auch das. :-)
Bei einer war der Bremskonus total abgeschliffen.

> Das war ein ziemlich gutes Gefühl, ich schraubte schon damals eher and
> Bits, Bytes und Code als an Hardware.

In jenen Zeiten waren die Augen noch gut genug für Feinmechanik.

Hannes Kuhnert

unread,
Oct 18, 2021, 2:01:07 PMOct 18
to
Reindl Wolfgang hat geschrieben:
> Am 16.10.21 16:52, schrieb Hannes Kuhnert:
>> Wenn man sehr bestimmt tritt, kann man auch unter Last sinnvoll den
>> Gangschalter betätigen. Das Getriebe bleibt dann sauber im zuvor
>> gewählten Gang, bis man mit dem Treten nachgibt. Diese Möglichkeit nutze
>> ich, um schnell anzufahren und zu beschleunigen. Ich fahre bspw. im
>> zweiten Gang an, schalte tretend umgehend den Schalthebel auf den
>> vierten, aber nehme erst in dem Moment Kraft von den Pedalen, wenn ich
>> den Gang tatsächlich gewechselt haben will. Das ergibt die
>> schnellstmöglichen Schaltvorgänge. Mir macht es großen Spaß, mit dieser
>> nicht als sportlich geltenden Schaltung meistens mit Abstand der
>> schnellste zu sein.
>
> Geht aber nur beim Raufschalten so (da wird das Schaltseil entlastet).

Bei meiner geht es meinem Versuch nach in beiden Richtungen.

Wohlbemerkt benutze ich einen alten Super-7-Schalter mit
Zug-Druck-Draht, der die Anschläge von Schaltstange und Schaltrohr sogar
in beiden Richtungen ohne Elastizität unmittelbar mit der
Schalthebelbetätigung verschiebt.
--
Hannes Kuhnert

Reindl Wolfgang

unread,
Oct 18, 2021, 5:36:01 PMOct 18
to
Am 18.10.21 20:01, schrieb Hannes Kuhnert:
Meine Super7 ist von '96, Drehgriffschalter, nur ein Schaltseil in die
Schaltox. Die Schaltbox setzt Zug/Entlastung vom Schaltseil in getennte
Bewegungen vom zentralen Schaltstift in der Nabe (vergleichbar dem Stift
von der 3er Torpedo) und einer 'Hülse' um,; die 'Hülse' wählt zwischen
den 3 Teilgetrieben aus. Beides arbeitet gegen Federn in der Nabe. Mit
'Gewalt' kann man also nur schalten, wenn der Schaltvorgang aktiv gegen
die Feder arbeitet, Feder-Entspannung geht nur bei entlastetem Tritt.
Frühere oder spätere Versionen der Super7 mögen da auch anderst
angesteuert sein, kenn' ich nicht aus eigener Erfahrung. Irgendwo hab'
ich mal was gelesen von einer S7 mit Schaltseil von links und von rechts.

Wolfgang

Reindl Wolfgang

unread,
Oct 18, 2021, 5:50:03 PMOct 18
to
Am 18.10.21 19:27, schrieb Chr. Maercker:
>
> Die Hauptarbeit ist ja eigentlich die Demontage + Montage der Nabe. Kann
> die entfallen, wenn nur die Lager gefettet werden?

Also meinereiner steht mit diesen &$£¢%?§ Konus-Lagern + Konter auf
Kriegsfuß. Die bekomm' ich einfach nicht richtig hin.
Wenn das über schweizer Kräuterzucker [1] gemacht würde, dann wär' es
nullo Problemo, F&S Getriebe zu bearbeiten.

meint
Wolfgang

[1] Rikula!


Hannes Kuhnert

unread,
Oct 18, 2021, 6:42:48 PMOct 18
to
Reindl Wolfgang hat geschrieben:
> Am 18.10.21 20:01, schrieb Hannes Kuhnert:
>> Reindl Wolfgang hat geschrieben:
>>> Am 16.10.21 16:52, schrieb Hannes Kuhnert:
>>>> Wenn man sehr bestimmt tritt, kann man auch unter Last sinnvoll den
>>>> Gangschalter betätigen. Das Getriebe bleibt dann sauber im zuvor
>>>> gewählten Gang, bis man mit dem Treten nachgibt. […]
>>>
>>> Geht aber nur beim Raufschalten so (da wird das Schaltseil entlastet).
>>
>> Bei meiner geht es meinem Versuch nach in beiden Richtungen.
>>
>> Wohlbemerkt benutze ich einen alten Super-7-Schalter mit
>> Zug-Druck-Draht, der die Anschläge von Schaltstange und Schaltrohr sogar
>> in beiden Richtungen ohne Elastizität unmittelbar mit der
>> Schalthebelbetätigung verschiebt.
>
> Meine Super7 ist von '96, Drehgriffschalter, nur ein Schaltseil in die
> Schaltox.

> Die Schaltbox setzt Zug/Entlastung vom Schaltseil in getennte
> Bewegungen vom zentralen Schaltstift in der Nabe (vergleichbar dem Stift
> von der 3er Torpedo) und einer 'Hülse' um,; die 'Hülse' wählt zwischen
> den 3 Teilgetrieben aus. Beides arbeitet gegen Federn in der Nabe. Mit
> 'Gewalt' kann man also nur schalten, wenn der Schaltvorgang aktiv gegen
> die Feder arbeitet,

Bei mir ist es hinter der Schaltbox genau wie bei Dir.

Allerdings wählt meines Erachtens das Rohr – von Dir Hülse genannt –
zwischen den Getriebenutzungsrichtungen und dem Direktgang, was von der
3-Gang-Torpedo bekannt ist. Der Stift – von mir Stange genannt – wählt
das aktive Planetengetriebe. So lese ich die Explosionszeichnung.

Alle Super 7 und Spectro S7 funktionieren auf diese Weise. Nur die
äußere Technik, mit der Stift und Rohr hineingedrückt werden, ist
verändert worden.

> Feder-Entspannung geht nur bei entlastetem Tritt.

Die Federabhängigkeit der Lage von Schaltstift und -rohr ist eine
Erklärung, warum man Übersetzung→Direktgang→Untersetzung sowie 5→6→7 und
3→2→1 vorwählend schalten kann.

Dass sich meiner Beobachtung nach auch alles andere vorwählend schalten
lässt, erklärt die Explosionszeichnung so:

• Der Schubklotz für die Planetensatzwahl wird mit einer Feder auf die
vom Schaltstift gegebene Position gedrückt.

• Das Kupplungsrad wird mit einer Feder gegen seinen Schubklotz gedrückt.

Es ist also nichts von Schaltstift oder -rohr zwangsgeführt, sondern
alles in beiden Richtungen federvermittelt.

> Frühere oder spätere Versionen der Super7 mögen da auch anderst
> angesteuert sein, kenn' ich nicht aus eigener Erfahrung. Irgendwo hab'
> ich mal was gelesen von einer S7 mit Schaltseil von links und von rechts.

Die Pentasport (1987) hatte ursprünglich zwei Schaltseile. Die Super 7
(1993) ist dagegen von Anbeginn mit Stift und Rohr gebaut worden.
--
Hannes Kuhnert

Chr. Maercker

unread,
Oct 19, 2021, 7:03:53 AMOct 19
to
Andreas Oehler wrote:
> Präziser wäre "bis Mitte der 60er Jahre" gewesen.

Dann müssen wir weiter präzisieren: in der DDR hatten die Hinterräder
bis mind. Anfang 1980er Ölnippel. Ab Mitte 1960er wurden sie bei
Vorderrädern eingespart.

> In meiner Studentenzeit
> habe ich sehr viel 3-Gang-Naben aus dem Sperrmüll wieder in Umlauf
> gebracht. Laut
> http://www.scheunenfun.de/f+s_schaltungsnaben.htm
> wurde das "Modell 55" bis 1961 gebaut. Das war das letzte was immer mit
> Schmiernippel ausgerüstet war. Bilder siehe
> http://www.scheunenfun.de/f+s_modell55.htm

Eine 3-Gang-Nabe auf einer DDR-Müllkippe wäre ein Lotto-6er gewesen. ;-)

> Sowohl 55 als auch 515 haben wir damals mit dem Tandem aufgeknackt an der
> Schmiernippelbohrung.

Aufgeknackt mit Werkzeug oder sind sie dort kaputt gegangen?

>>> Wenn das Fett innen in der Schaltmechanik mal ernsthaft verharzt ist,
>>> reicht einfaches "einjauchen" der nur grob geöffneten Nabe IMHO nicht
>>> mehr.
>>
>> Dünnes Öl wie das Spülöl von Rohloff bekommt das nicht weg? Waschbenzin
>> schließe ich nach obiger Schilderung lieber aus. ;-)

> Reines Benetzen des verharzten Fett mit Öl hilft erfahrungsgemäß nicht.
> Man muß schon ein wenig Wischen/Bürsten, um den alten klebrigen Schlonz zu
> entfernen. Dazu muß man aber das Getriebe komplett zerlegen. Das ist
> aufwändig und bietet die Chance bei der Montage etwas falsch zu machen.

Rohloff empfielt ein paar km Fahrt mit Spülöl oder geraume Zeit manuell
kurbeln. Bewegte Teile werden so sauber, aber soviel ich weiß verharzt
das Fett in den Naben an Klinken u.a. Teilen, die evtl. nur selten
bewegt werden. Wär ja auch zu einfach gewesen.

>>>> Ich würde allerdings das Fett erneuern, was zwar aufwändiger ist, als
>>>> das Getriebe in Öl zu tauchen, dafür ist für mindestens 10 Jahre wieder
>>>> Ruhe.
>>
>> Hat eine Werkstatt einmal mit meiner SRAMsch gemacht, konnte sie aber
>> auch nicht mehr flott bekommen.
>
> Eben. Wenn man erst Tätig wird, wenn ernsthafte Schaltprobleme auftreten,
> ist komplettes zerlegen und reinigen unvermeidlich. Das mag/kann kaum
> jemand tun. Die wenigsten Werkstätten werden sich zudem trauen, Dir dann
> mehr als 100 Euro für diese Arbeit in Rechnung zu stellen.

Wurde gemacht, und der Werkstattmensch arbeitete quasi gegen Spende.

>> Die Hauptarbeit ist ja eigentlich die Demontage + Montage der Nabe. Kann
>> die entfallen, wenn nur die Lager gefettet werden?

> Das demontieren der gesamten Getriebeeinheit ist ja kein Aufwand.
> Mutter(n) auf der Rücktritt-Seite abschrauben, Brems-Bauteile und Lager
> entnehmen, Getriebe zur anderen Seite rausziehen. Dann kann man von Aussen
> Reinigen, Öl-Spülen, Fetten. Komplizierter wird es erst, wenn man das
> Getriebe nun weiter zerlegen will, um an die Innereien zu gelangen.

Liest sich noch fast wie bei der Torpedonabe. Gilt aber nur für
3-Gangnaben, oder haben die größeren auch einen Getriebeblock, der sich
komplett rausziehen lässt? Hatte vor Jahren mal eine Explosionszeichnung
der Pentasport gesehen, sah irknwie komplizierter aus. Vielleicht
deswegen, weil in *sämtliche* Einzelteile zerlegt.

--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.

Joachim Mannheim

unread,
Oct 19, 2021, 7:18:16 AMOct 19
to
Am 19.10.21 um 11:59 schrieb Andreas Oehler:

> Das demontieren der gesamten Getriebeeinheit ist ja kein Aufwand.
> Mutter(n) auf der Rücktritt-Seite abschrauben, Brems-Bauteile und Lager
> entnehmen, Getriebe zur anderen Seite rausziehen. Dann kann man von Aussen
> Reinigen, Öl-Spülen, Fetten. Komplizierter wird es erst, wenn man das
> Getriebe nun weiter zerlegen will, um an die Innereien zu gelangen.

Gibts eine Chance, so eine Getriebeeinheit käuflich zu erwerben?
Das könnte ein sinnvoller Kompromiss sein, falls man ohne
Komplettzerlegung nicht weiterkäme.
Spart Zeit und Nerven, und man schmeißt nicht das ganze Laufrad weg.

--
Joachim

Reindl Wolfgang

unread,
Oct 19, 2021, 8:50:06 AMOct 19
to
Am 19.10.21 13:03, schrieb Chr. Maercker:
> Andreas Oehler wrote:

>> In meiner Studentenzeit
>> habe ich sehr viel 3-Gang-Naben aus dem Sperrmüll wieder in Umlauf
>> gebracht.

> Eine 3-Gang-Nabe auf einer DDR-Müllkippe wäre ein Lotto-6er gewesen. ;-)

'Sperrmüll' BRD (ca. bis Mitte 1980er) != Müllkippe DDR

Da hat die Gemeinde 1 bis 3 mal im Jahr einen Termin bekanntgegeben, zu
dem man alles auf die Straße stellen durfte, was man für unbrauchbar
hielt. Im Lauf des Tages kam dann die Abfuhr und hat alles unsortiert
eingesammelt.
War zwar nicht ganz legal, wurde aber geduldet, wenn da Passanten sich
bedient haben bei Sachen, die sie noch für brauchbar hielten. Wie
manchmal bei 'Kunst und Krempel' angesprochen wird waren z.T. auch echte
Wertgegenstände auf dem Sperrmüll zu finden, dazu viel wirklich
brauchbares. Zu Studentenzeiten waren z.B. die Bullaugengläser von
Waschmaschinen als große Salatschüsseln beliebt- habe immernoch etliche
davon in Betrieb ;-)

>> Sowohl 55 als auch 515 haben wir damals mit dem Tandem aufgeknackt an der
>> Schmiernippelbohrung.
>
> Aufgeknackt mit Werkzeug oder sind sie dort kaputt gegangen?

So wie ich den Andreas interpretiert hab: durch Rückschrittbremse derart
aufgeheizt, daß die Nabe an der Schwachstelle aufgerissen ist.
Mir ist eine (Nichtschalt-)Torpedo auf 500 m Strecke mit 32 % Gefälle
verstorben *schnüff*

> Liest sich noch fast wie bei der Torpedonabe.

Jain

> Gilt aber nur für 3-Gangnaben,

ja

> oder haben die größeren auch einen Getriebeblock, der sich
> komplett rausziehen lässt?

AFAIK im Prinzip schon, aber nach weitergehenden Vereinzelung der
Getriebeteile wird die Rekonstruktion schwierig und braucht eine
Schablone, um die Einzelteile wieder richtig gegeneinander auszurichten.
Andernfalls blockiert da was.

Aber ich steh' halt grundsätzlich mit Konuslagern auf Kriegsfuß, die
bekomm' ich einfach nicht richtig eingestellt. Entweder da wackelts oder
es schleift - dazwischen gips nix.

Wolfgang

Joachim Mannheim

unread,
Oct 19, 2021, 9:44:34 AMOct 19
to
Am 19.10.21 um 15:20 schrieb Andreas Oehler:
> Tue, 19 Oct 2021 13:18:15 +0200, Joachim Mannheim:
> Originale Getriebeeinheiten für Sachs/SRAM ("Austauschkit Getriebe
> S7")dürften kaum noch aufzutreiben sein, weil die Produktion von deren
> besseren Getriebenaben ja seit langem eingestellt ist.
>
> Von Shimano sollte es möglich sein über einen größeren, gut organisierten
> Händler Ersatzgetriebe zu bekommen.

Oh danke. Das ist mir als kettenschaltungsaffinem Menschen entgangen,
dass SRAM garnichtsmehr in Richtung Nabenschaltung macht.
"SRAM stellte 2017 wegen geringer Nachfrage und der ansteigenden
Popularität von Pedelecs die Herstellung von Nabenschaltungen ein."
(meint die wikipedalia)

Joachim Mannheim

unread,
Oct 19, 2021, 10:14:52 AMOct 19
to
Am 19.10.21 um 16:02 schrieb Martin Τrautmann:
> On Tue, 19 Oct 2021 15:44:32 +0200, Joachim Mannheim wrote:
>> Oh danke. Das ist mir als kettenschaltungsaffinem Menschen entgangen,
>> dass SRAM garnichtsmehr in Richtung Nabenschaltung macht.
>> "SRAM stellte 2017 wegen geringer Nachfrage und der ansteigenden
>> Popularität von Pedelecs die Herstellung von Nabenschaltungen ein."
>> (meint die wikipedalia)
>
> Den Zusammenhang verstehe ich nicht. Aber der Markt für Pedelecs mit
> Nabenschaltung ist leider mehr als überschaubar - dabei würde ich gerade
> die Kombination von Mittelmotor und Nabenschaltung mit gekapseltem
> Kettenschutz als ideal erwarten. Einziger Wermutstropfen ist das Last
> wegnehmen zum Gangwechsel.
>
> Tatsächlich finde ich z.B. die 8-Gang-Nexus vorrangig an Billigrädern
> (1000 bis 1500 €) mit Frontmotor.
>
Beim Frontmotor muss man sich keine Gedanken machen, ob die
Schaltungsnabe der höheren Belastung gewachsen ist.

Sepp Ruf

unread,
Oct 19, 2021, 11:19:31 AMOct 19
to
Am 19.10.21 um 16:02 schrieb Martin Τrautmann:
> On Tue, 19 Oct 2021 15:44:32 +0200, Joachim Mannheim wrote:
>> Oh danke. Das ist mir als kettenschaltungsaffinem Menschen entgangen,
>> dass SRAM garnichtsmehr in Richtung Nabenschaltung macht.
>> "SRAM stellte 2017 wegen geringer Nachfrage und der ansteigenden
>> Popularität von Pedelecs die Herstellung von Nabenschaltungen ein."
>> (meint die wikipedalia)
>
> Den Zusammenhang verstehe ich nicht.

Die Begruendung ist ja auch schoengelogen von SRAM.

Ignatios Souvatzis

unread,
Oct 19, 2021, 12:40:08 PMOct 19
to
Martin Τrautmann wrote:

> Den Zusammenhang verstehe ich nicht. Aber der Markt für Pedelecs mit
> Nabenschaltung ist leider mehr als überschaubar -

Der Markt für Pedelecs mit Schaltung ist überschaubar. Die dienen nur
als Zierde, es ist immer der längste Gang drin. Wozu schalten, es kann
doch der Motor die Arbeit machen.

-is

Chr. Maercker

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Oct 19, 2021, 12:51:46 PMOct 19
to
Reindl Wolfgang wrote:
> 'Sperrmüll' BRD (ca. bis Mitte 1980er) != Müllkippe DDR

Schon klar. Beim Sperrmüll West war das Angebot besser, die wilden
Müllkippen hierzugegend hatten dafür 24/7 geöffnet. ;-)

> Da hat die Gemeinde 1 bis 3 mal im Jahr einen Termin bekanntgegeben, zu
> dem man alles auf die Straße stellen durfte, was man für unbrauchbar
> hielt. Im Lauf des Tages kam dann die Abfuhr und hat alles unsortiert
> eingesammelt.
> War zwar nicht ganz legal, wurde aber geduldet, wenn da Passanten sich
> bedient haben bei Sachen, die sie noch für brauchbar hielten. Wie
> manchmal bei 'Kunst und Krempel' angesprochen wird waren z.T. auch echte
> Wertgegenstände auf dem Sperrmüll zu finden, dazu viel wirklich
> brauchbares. Zu Studentenzeiten waren z.B. die Bullaugengläser von
> Waschmaschinen als große Salatschüsseln beliebt- habe immernoch etliche
> davon in Betrieb ;-)

In den 1990ern gab es solche Sperrmülltage auch hierzuregion. Und
Gruppen, die sich geradezu bandenmäßig am Sperrmüll bedienten. Wegen
denen wurde später dieses blöde Bestellsystem eingeführt.

>>> Sowohl 55 als auch 515 haben wir damals mit dem Tandem aufgeknackt an
>>> der Schmiernippelbohrung.
>> Aufgeknackt mit Werkzeug oder sind sie dort kaputt gegangen?

> So wie ich den Andreas interpretiert hab: durch Rückschrittbremse derart
> aufgeheizt, daß die Nabe an der Schwachstelle aufgerissen ist.
> Mir ist eine (Nichtschalt-)Torpedo auf 500 m Strecke mit 32 % Gefälle
> verstorben *schnüff*

Das hätte mir auf einer Tour Anno 1990 durch Franken auch passieren
können. Aber die DDR-Torpedos hielten was aus. Von mittig gerissenen
Hinterradnaben habe ich damals nie gehört, genauso wie es damals so gut
wie keine Achsenbrüche oder gar von Tretlagerwellen gab. Nach der
Vereinigung bekamen wir das dann alles frei Haus. :-\

>> Liest sich noch fast wie bei der Torpedonabe.

> Jain
>
>> Gilt aber nur für 3-Gangnaben,

> ja

>> oder haben die größeren auch einen Getriebeblock, der sich
>> komplett rausziehen lässt?

> AFAIK im Prinzip schon, aber nach weitergehenden Vereinzelung der
> Getriebeteile wird die Rekonstruktion schwierig und braucht eine
> Schablone, um die Einzelteile wieder richtig gegeneinander auszurichten.
> Andernfalls blockiert da was.

> Aber ich steh' halt grundsätzlich mit Konuslagern auf Kriegsfuß, die
> bekomm' ich einfach nicht richtig eingestellt. Entweder da wackelts oder
> es schleift - dazwischen gips nix.

Etwas Abgleicharbeit ist nötig, aber im Grunde habe ich es zumindest bei
den Torpedos immer hinbekommen. Jedenfalls gut zu wissen, dass die
Getriebenaben gar nicht soo viel komplizierter aufgebaut sind.

Chr. Maercker

unread,
Oct 19, 2021, 12:54:22 PMOct 19
to
Joachim Mannheim wrote:
> "SRAM stellte 2017 wegen geringer Nachfrage und der ansteigenden
> Popularität von Pedelecs die Herstellung von Nabenschaltungen ein."
> (meint die wikipedalia)

Kann mir gut vorstellen, dass es ganz andere Gründe gab: Meine originale
Pentasport ist ziemlich zählebig, von der viel später gekauften SRAM5
lässt sich das nicht mehr behaupten.

Sascha Dungs

unread,
Oct 19, 2021, 3:28:06 PMOct 19
to
Am 19.10.2021 um 11:59 schrieb Andreas Oehler:

> Eben. Wenn man erst Tätig wird, wenn ernsthafte Schaltprobleme auftreten,
> ist komplettes zerlegen und reinigen unvermeidlich.

Ich zitiere mich diesbezüglich einmal selbst <s262og$qjr$1...@dont-email.me>:

Ich habe vor ca. 10 Jahren für sehr kleines Geld ein komplettes Fahrrad
mit SRAM 7-Gang Nabe gekauft, bei der zu dem Zeitpunkt gerade 'mal noch
2 Gänge funktionierten (und auch die nur eher zäh). Da ich zu der Zeit
kein oder kaum Werkzeug zur Verfügung hatte (temporäre WG), habe ich
damals als ersten quick and dirty Versuch einfach auf der rechten Seite
die Schaltsteuerung abgenommen, den Metallpin entfernt, das Fahrrad auf
die linke Seite gelegt und dann von oben vielleicht max. 5ml Getriebeöl
in das Loch getropft. Nach kurzer anschließender Fahrt funktionierten
alle 7 Gänge wieder.

Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass das nur wenige Monate
vorhalten wird und ich die Nabe irgendwann zerlege und halbwegs
fachgerecht reinige und schmiere, aber bislang war das noch nicht nötig
und die Nabe tut es seit der Zeit am Winterfahrrad (erst bei mir, dann
bei meiner Frau) ziemlich klaglos, allerdings bei vergleichsweise
geringer Laufleistung, denn Winter sind ja meist nur recht kurz.

--
Gruß, Sascha

Hannes Kuhnert

unread,
Oct 20, 2021, 6:29:49 AMOct 20
to
Joachim Mannheim hat geschrieben:
> Das ist mir als kettenschaltungsaffinem Menschen entgangen,
> dass SRAM garnichtsmehr in Richtung Nabenschaltung macht.
> "SRAM stellte 2017 wegen geringer Nachfrage und der ansteigenden
> Popularität von Pedelecs die Herstellung von Nabenschaltungen ein."
> (meint die wikipedalia)

Das klingt wie aus der Firmenchronik, von SRAMs PR-Abteilung verfasst.

Das Pedelec mag sich teils zu Lasten des Fahrradmarkts ausgebreitet
haben. Aber das hält sich in Grenzen; selbst wenn eine
pedelec-kompatible Nabenschaltung undenkbar wäre, wäre das keine
Tatsache, die das Nabenschaltungsgeschäft an sich auch nur ansatzweise
in Frage stellte.

Vielmehr steht einem etwaigen Abgang in den mal angenommenermaßen
nabenschaltungsfernen Pedelec-Bereich eine Unmenge von Käufern von
Fahrrädern mit Kettenschaltung gegenüber, für die ein Fahrrad mit
Nabenschaltung die zweckmäßigere Wahl wäre. Draußen seh ich immerzu
Leute, für die die denkbaren Vorteile einer Kettenschaltung praktisch
keine Rolle spielen, die aber von ihrer Komplexität offensichtlich
überfordert sind. Ein Marktsegment, mit dem das Nabenschaltungs-Geschäft
selbst bei einem „Pedelec-Totalverlust“ unterm Strich wachsen könnte!

SRAM hat 1997 das Fahrradgeschäft von Sachs übernommen. Später hat SRAM
die Produktion aus Schweinfurt nach Taiwan verlagert. Durch
Wechselkursprobleme ist das wirtschaftlich schief gegangen. 2017 haben
sie die Nabenschaltungsproduktion gänzlich beendet.

So hat SRAM durch unternehmerische Fehlentscheidungen einen der drei
oder vier großen Nabenschaltungs-Entwicklungsstränge überhaupt in der
Welt gegen die Wand gefahren.

Derweilen hat Shimano eine Produktion in Tschechien aufgebaut, um auf
dem europäischen Markt günstig mitspielen zu können.

<https://edb.eu/tschechische-firme-95664-produktion-montage-von-komponenten-fur-fahrrader-ersatzteile-von>

Soviel zum Nabenschaltungsgeschäft im internationalen Zusammenhang!
--
Hannes Kuhnert
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