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Bowdenzuege verzinnen?

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Oliver Kluth

unread,
Mar 14, 1995, 6:46:11 AM3/14/95
to
Hallo Bastler!

Gestern habe ich versucht einen Schaltzug zu verzinnen um ein spaeteres
aufdroeseln zu verhindern. Ich bin dabei wie sonst auch immer vorgegangen:
Stelle anschleifen, entfetten, Flussmittel auf die Loetspitze und mit ganz
normalem Radiolot verzinnen. Diese Methode hat sonst immer funktioniert.
Aber diesmal hat's NICHT GEKLAPPT. Ich vermute nun, dass dieser Schaltzug aus
anderem Material (gehaertetem Stahl, Edelstahl) ist (ist diesmal ein Schaltzug
fuer indexierende Schaltungen), und das man dafuer anderes Lot o."a. braucht.
Das Ende des Zuges war uebrigens beim Kauf verzinnt (sah zumindest so aus).

Nun also meine Frage: Wie kann man Schaltzuege mit dem Loetkolben verzinnen.

--
Oliver Kluth kl...@xerxes.thphy.uni-duesseldorf.de

Martin Trautmann

unread,
Mar 14, 1995, 10:25:24 AM3/14/95
to
In article <3k3vmh$5...@news.rz.uni-duesseldorf.de>,
kl...@thphy.uni-duesseldorf.de (Oliver Kluth) wrote:

Bisher hat es bei mir auch immer geklappt, obwohl ich manchmal zu höheren
Temperaturen mit Gasbrenner übergehen mußte, schon fast am Ausglühen des
Drahtes. Die Wahrscheinlichkeit, eine echte bzw. gute Lötung hinzukriegen,
ist je nach Material recht gering. Wenn es dir nur um das Aufdröseln des
Kabels geht, würde ich Messinghülsen oder Aderendhülsen zum Festklemmen
empfehlen.

Gruß
Martin

--
Martin Trautmann
Dep. Solid State Circuits, University Darmstadt, Germany

tr...@iht0.iht.e-technik.th-darmstadt.de

Tobias M. Klatt

unread,
Mar 14, 1995, 10:51:00 AM3/14/95
to

Hai!!

> Gestern habe ich versucht einen Schaltzug zu verzinnen um ein
> spaeteres aufdroeseln zu verhindern. Ich bin dabei wie sonst auch
> immer vorgegangen: Stelle anschleifen, entfetten, Flussmittel auf
> die Loetspitze und mit ganz normalem Radiolot verzinnen. Diese
> Methode hat sonst immer funktioniert.

Was soll das Flussmittel auf der Loetspitze?? Das soll die evtl.
vorhandene Oxidschicht auf dem zu loetenden Teil entfernen, also
versuch mal den Bowdenzug in Loetwasser zu tauchen, und dann zu
braten. Vieleicht ist schon Fett auf den Zug gekommen, das was
sich zwischen den Litzen abgesetzt hat bekommt man mit abwischen
nicht weg. Oder Dein Kolben ist zu schwach, weil der Zug jetzt
dicker ist, als die vorherigen, oder so...


Gruesse

Tobias :)

Martin Romann

unread,
Mar 14, 1995, 8:24:22 AM3/14/95
to
kl...@thphy.uni-duesseldorf.de (Oliver Kluth) wrote:
>
> Hallo Bastler! ...snip...

> Nun also meine Frage: Wie kann man Schaltzuege mit dem Loetkolben verzinnen.

Hallo Oliver,
mit folgender Chemie kriegt man Bowdenzuege gefuegig:
Ich tauche sie kurz in eine alte Aetzloesung fuer Platinen. Diese ent-
haelt Kupferionen, die sich als Kupfer auf dem Stahl des Zuges nieder-
schlagen. Hernach fliesst das Lot so wie es soll. Ich weiss jetzt lei-
der nicht, ob die Sauere wichtig ist. Die Aetzloesung besteht aus 10
prozentiger Salzsauere, der ein Schuss Wasserstoffperoxid (30%) zuge-
setzt ist, daneben natuerlich noch die Kupferionen, wenn man damit be-
reits eine Platine geaetzt hat.

Wenn die Sauere nicht wichtig ist, dann sollte das Ganze mit Kupfer-
sulfatloesung funktionieren. Kupfersulfat gibt es fuer ein paar Pfen-
nige in jeder Apotheke. 1g auf 10 ml Wasser muesste fuer ein paar
Dutzend Bowdenzuege reichen.

Wenn Kupfersulfatloesung nicht packt, dann einen Schluck Salzsauere
zugeben. (Das kann die Apotheke auch gleich mit rein tun.) Beim Ein-
tauchen des Zuges sollte sich dessen Ende kupferrot verfaerben. Dann
haelt das Lot.

Falls Aetzloesung (Salzsauere und Wasserstoffperoxid) angewandt wird,
dann bitte sehr vorsichtig. Die Loesung loest ziemlich rasch den Bow-
denzug auf. Wenige Sekunden Kontakt reichen, damit das Lot anbackt.
Die Loesung ist ausserdem recht gefaehrlich.

So sollte es hinhauen.

Martin
--
-------------------------------------------------------------------------
Martin Romann Institut fuer Maschinenwesen
TU Clausthal Phone : +49 5323 72 3508
Robert-Koch-Strasse 32 Fax : +49 5323 72 3501
38678 Clausthal-Zellerfeld
-------------------------------------------------------------------------

Chris Blum

unread,
Mar 15, 1995, 8:20:02 AM3/15/95
to
On 14 Mar 1995 11:46:11 GMT, Oliver Kluth (kl...@thphy.uni-duesseldorf.de)
wrote in <3k3vmh$5...@news.rz.uni-duesseldorf.de>:

> Gestern habe ich versucht einen Schaltzug zu verzinnen um ein
> spaeteres aufdroeseln zu verhindern. Ich bin dabei wie sonst auch
> immer vorgegangen: Stelle anschleifen, entfetten, Flussmittel auf
> die Loetspitze und mit ganz normalem Radiolot verzinnen. Diese
> Methode hat sonst immer funktioniert. Aber diesmal hat's NICHT
> GEKLAPPT. Ich vermute nun, dass dieser Schaltzug aus anderem
> Material (gehaertetem Stahl, Edelstahl) ist (ist diesmal ein
> Schaltzug fuer indexierende Schaltungen), und das man dafuer anderes
> Lot o."a. braucht. Das Ende des Zuges war uebrigens beim Kauf
> verzinnt (sah zumindest so aus).

Nimm eine Lötlampe und Silberlot (gibts alles im Baumarkt
beziehungsweise in Pappis Werkstatt :-). Bring den Draht auf helle
Rotglut, halte das Lot in der Flamme dran (Silberlot schmilzt erst
wenn es hell orange glüht, also Geduld), dann verbinden die sich
prima. Auseinanderdröseln tut der Zug dann bestimmt nicht mehr, aber
belasten würde ich ihn dort, wo er geglüht hat, auch nicht mehr.

> Nun also meine Frage: Wie kann man Schaltzuege mit dem Loetkolben
> verzinnen.

Es ist eher erstaunlich, daß das bisher bei Dir geklappt haben soll.


Chris

--
Chris Blum <ch...@phil.uni-sb.de> http://www.phil.uni-sb.de/~chris/
FAHRRAD FAHRRAD FAHRRAD FAHRRAD FAHRRAD (ich kann nicht malen)

Hans Crauel

unread,
Mar 15, 1995, 4:10:16 PM3/15/95
to
Oliver Kluth (kl...@thphy.uni-duesseldorf.de) schrieb

() Gestern habe ich versucht einen Schaltzug zu verzinnen um ein
() spaeteres aufdroeseln zu verhindern. Ich bin dabei wie sonst
() auch immer vorgegangen: Stelle anschleifen, entfetten, Fluss-
() mittel auf die Loetspitze und mit ganz normalem Radiolot ver-
() zinnen. Diese Methode hat sonst immer funktioniert. Aber
() diesmal hat's NICHT GEKLAPPT.

Ist mir auch schon ein paarmal passiert. Den Grund kann ich eben-
falls nicht benennen. Manchmal half bei mir eine Tinktur namens
Loetwasser, was auch immer das genau ist.

Eine Alternative in diesem Fall ist so ein Aufsteckkaeppchen,
welches mit einer Zange zugedrueckt wird. Aber das weisst Du
vermutlich selbst.

Chris Blum schrieb dazu

() Es ist eher erstaunlich, daß das bisher bei Dir geklappt
() haben soll.

Gegen das Aufdroeseln an dieser nichtbelasteten Stelle ist das
Verloeten der herausstehenden Zugspitze sehr wirksam. Und es
geht normalerweise schnell und problemlos -- ausgenommen im
oben beschriebenen Fall. Beim Verloeten eines Nippels waere
ich da schon vorsichtiger -- aber wann braucht man das heut-
zutage schon noch?
--
Hans Crauel cra...@saar.de
Hellwigstr. 17, 66121 Saarbruecken
0681/64516

Martin Kopplow

unread,
Mar 15, 1995, 6:02:00 PM3/15/95
to
OK> Nun also meine Frage: Wie kann man Schaltzuege mit dem Loetkolben
verzinnen.

Hi!

Man kann es fast NICHT, wenn die Dinger mit Silikonöl oder
Teflon/Teflonfett beschichtet sind. Da müßte man ein chemisches
Reinigungsmittel verwenden, das dieses Zeug abätzt. Aber was passiert
danach mit dem Material der Züge???

-Martin-

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Carsten Wolf

unread,
Mar 18, 1995, 3:55:52 AM3/18/95
to
In <3k3vmh$5...@news.rz.uni-duesseldorf.de>, Oliver Kluth (kl...@thphy.uni-duesseldorf.de) wrote:
> Hallo Bastler!

> Nun also meine Frage: Wie kann man Schaltzuege mit dem Loetkolben verzinnen.

Also ich bin auch ein Fan des Verloetens, da ich denke es ist besser als eine
Adernendhulse oder die Al-Huelsen denn man kann den Zug danach noch immer
bei einem Service durch die schmalen Loecher ziehen.

Ich verwende zum verloeten immer etwas Silberlot - ist zwar nicht billig, aber
funktioniert immer und rostet nicht. Das Flussmittel des Lotes sorgt dabei
auch immer zuverlaessig fuer eine gute Loetung.

carsten c70...@u1.uibk.ac.at


Ronalf Glatz, Wien

unread,
Mar 24, 1995, 11:42:54 AM3/24/95
to
Niro Schaltzüge brauchen beim Weichlöten (PbSn-Lot) ein spezielles Flußmittel.
Wie schon jemand anderer gesagt hat, ist es aber besser, gleich Hartzulöten
(mit Ag-Lot), aber nicht heißer als notwendig erhitzen, am besten mit einer
kleinen Flamme (so ein Mini-Flammenwerfer geht sehr gut). Nicht vergessen, daß
das Flußmittel das Seilende gut benetzen muß.
Jedenfalls denke ich auch, daß das Verlöten praktischer ist als irgendwelche
Hülsen aufzupressen.

--Ron.

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