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Beleuchtungspflicht

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cra...@math.uni-sb.de

unread,
Dec 2, 1992, 8:17:51 PM12/2/92
to

Es ist vermutlich bekannt, dass in den USA eine Fahrradbeleuchtung
nicht vorgeschrieben ist. Zur Zeit wird dies gerade von der anderen
Seite in den rec.bicycles-Gruppen diskutiert -- die europaeischen
Beleuchtungsvorschriften fuer Fahrraeder werden mit Verwunderung zur
Kenntnis genommen. Und weil's so schoen ist, hier ein Originalzitat
aus einem aktuellen posting (vom 1. Dezember 92):

"Requiring lights as std. [=standard, HC] equipment would do nothing
for the safety of the cyclist, and would only serve to create a whole
new bureaucracy of regulations and other "taxes"."

So etwas koennte man hier wohl kaum laut sagen: eine Beleuchtungs-
vorschrift fuer Fahrraeder traegt nichts zur Sicherheit der Fahrrad-
fahrer bei ... ohne fuer schwachsinnig gehalten zu werden.
Aber vielleicht ist die Aussage doch gar nicht soo falsch ...

Hans Crauel cra...@math.uni-sb.de
Saarbruecken


Erik Wilde

unread,
Dec 3, 1992, 2:40:13 PM12/3/92
to
cra...@math.uni-sb.de wrote:
: "Requiring lights as std. [=standard, HC] equipment would do nothing
: for the safety of the cyclist, and would only serve to create a whole
: new bureaucracy of regulations and other "taxes"."
:
: So etwas koennte man hier wohl kaum laut sagen: eine Beleuchtungs-
: vorschrift fuer Fahrraeder traegt nichts zur Sicherheit der Fahrrad-
: fahrer bei ... ohne fuer schwachsinnig gehalten zu werden.
: Aber vielleicht ist die Aussage doch gar nicht soo falsch ...

Ich hatte noch nie Licht an meinem Fahrrad, und wenn ich in einer Welt
mit Fahhradfahrern und Fussgaengern leben wuerde, waere das auch nicht
das mindeste Problem, bei der Festbeleuchtung, die jede Nacht in den
Staedten entzuendet wird. Allerdings sind da noch so grosse, schwere
Objekte, die bevorzugt nachts mit mindestens 80 Sachen durch die Stadt
duesen ("ist doch alles so schoen frei") und dabei leider vergessen,
dass nicht jeder genug Energie verschwendet, um zig-Meter weit
strahlende Scheinwerfer haben zu koennen. Und da die Insassen dieser
Objekte oft noch zudem durch dreckige und/oder beschlagene Scheiben
schauen, kann es schon ganz nuetzlich sein, wenigstens etwas auf sich
aufmerksam zu machen. Ich jedenfalls bin schon einige Male fast von
solchen Grottenolmen ueber den Haufen gefahren worden, die sich dann
teilweise auch noch erdreisteten, ueber meine mangelnde Beleuchtung
zu klagen. Mir erscheint die Beleuchtungspflicht genauso wie die
Radwegebenutzungspflicht eher eine Regelung zu sein, die gut fuer die
Autofahrer ist, vielleicht auch noch fuer die Ueberlebenschance der
Radfahrer (genauso wie diese beknackten Reflektoren, sind die eigentlich
immer noch Pflicht?), mehr aber auch nicht.

Erik.

Jochen Bern

unread,
Dec 3, 1992, 3:29:38 PM12/3/92
to
In <crauel.7...@vieta.math.uni-sb.de> cra...@math.uni-sb.de writes:
>Es ist vermutlich bekannt, dass in den USA eine Fahrradbeleuchtung
>nicht vorgeschrieben ist. Zur Zeit wird dies gerade von der anderen
>Seite in den rec.bicycles-Gruppen diskutiert -- die europaeischen
>Beleuchtungsvorschriften fuer Fahrraeder werden mit Verwunderung zur
>Kenntnis genommen. Und weil's so schoen ist, hier ein Originalzitat
>aus einem aktuellen posting (vom 1. Dezember 92):
[...]

>So etwas koennte man hier wohl kaum laut sagen: eine Beleuchtungs-
>vorschrift fuer Fahrraeder traegt nichts zur Sicherheit der Fahrrad-
>fahrer bei ... ohne fuer schwachsinnig gehalten zu werden.
>Aber vielleicht ist die Aussage doch gar nicht soo falsch ...

Man sollte dazu wohl anmerken, dass Fahrraeder in den USA noch viel seltener
sind als hier und auch die Autos dort keinen Vorschriften fuer Beleuchtung
unterliegen. Wer statt der serienmaessigen Lampen Flakscheinwerfer instal-
lieren will, bitte; Aerger duerfte er erst kriegen, wenn wegen der Blenderei
ein Unfall passiert ist oder sich einer von der Polizei "dran stoert" (denn
fehlende Vorschriften machen US-Polizisten mit Hilfe ihres eigenen Verstan-
des und ihrer Autoritaet wett). Beispiele:

-- Auf die Highways (eigene Verkehrsgesetzgebung) darf alles, was kuerzer
als 7m ist, ganz egal wie's sonst aussieht

-- In einem Bundesstaat (Michigan? Muss ich 'mal nachsehen) hat es etwa
fuenf Jahre lang die Vorschrift gegeben, Scheibenwischer zu montieren,
erst dann wurde auch die Windschutzscheibe dazu vorgeschrieben

Bei DIESEN Voraussetzungen mit einer hier ueblichen Lichtanlage am Rad
aufzufallen (und damit sicherer zu fahren), ist natuerlich nicht ganz
so einfach :-).

MfG
J. Bern
--
/ \ I hate NN rejecting .sigs >4 lines. Even though *I* set up this one. /\
/ J. \ EMail: bern@[TI.]Uni-Trier.DE / ham: DD0KZ / More Infos on me from / \
\Bern/ X.400 Mail: S=BERN;P=Uni-Trier;A=dbp;C=de / X.400 Directory, see \ /
\ / Zurmaiener Str. 98-100, D-W-5500 Trier / X.29 # 45050230303. \/

Hinrich Eilts

unread,
Dec 4, 1992, 7:49:48 AM12/4/92
to
wi...@bernina.ethz.ch (Erik Wilde) writes:
>Ich hatte noch nie Licht an meinem Fahrrad, und wenn ich in einer Welt
>mit Fahhradfahrern und Fussgaengern leben wuerde, waere das auch nicht
>das mindeste Problem, bei der Festbeleuchtung, die jede Nacht in den
>Staedten entzuendet wird.
Unbeleuchtete Radfahrer sind fuer mich eine Gefaehrdung, insbesondere wenn
sie auf der falschen Radwegseite fahren. Es sind nunmal nur wenige Strassen,
die nachts hell erleuchtet sind.

>Allerdings sind da noch so grosse, schwere
>Objekte, die bevorzugt nachts mit mindestens 80 Sachen durch die Stadt
>duesen ("ist doch alles so schoen frei") und dabei leider vergessen,
>dass nicht jeder genug Energie verschwendet, um zig-Meter weit
>strahlende Scheinwerfer haben zu koennen.
Die Fahrradbeleuchtung dient weniger zur Beleuchtung des Weges, als vielmehr
als Kennzeichnung.

>Und da die Insassen dieser
>Objekte oft noch zudem durch dreckige und/oder beschlagene Scheiben
>schauen, kann es schon ganz nuetzlich sein, wenigstens etwas auf sich
>aufmerksam zu machen.
Siehe oben.

>Ich jedenfalls bin schon einige Male fast von
>solchen Grottenolmen ueber den Haufen gefahren worden, die sich dann
>teilweise auch noch erdreisteten, ueber meine mangelnde Beleuchtung
>zu klagen.
Diese "Grottenolme" haben voellig recht.

>Mir erscheint die Beleuchtungspflicht genauso wie die
>Radwegebenutzungspflicht eher eine Regelung zu sein, die gut fuer die
>Autofahrer ist, vielleicht auch noch fuer die Ueberlebenschance der
>Radfahrer (genauso wie diese beknackten Reflektoren, sind die eigentlich
>immer noch Pflicht?), mehr aber auch nicht.
FLAME ON
Spaetestens dieser Satz zeigt die bedenkliche Geisteshaltung:
Die ANDEREN haben MICH zu sehen, auch ohne Licht und Reflektoren.
FLME OFF
Was stoert dann an den Reflektoren? Der Luftwiederstand ?
--
Bye | G i b D O S |
Hinrich Eilts | k e i n e |
(e-mail: ei...@late.e-technik.uni-erlangen.de) | C h a n c e ! |

Erik Wilde

unread,
Dec 4, 1992, 12:32:41 PM12/4/92
to
Hinrich Eilts (ei...@late.e-technik.uni-erlangen.de) wrote:
: Unbeleuchtete Radfahrer sind fuer mich eine Gefaehrdung, insbesondere wenn

: sie auf der falschen Radwegseite fahren. Es sind nunmal nur wenige Strassen,
: die nachts hell erleuchtet sind.

Wie schon in meiner vorhergehenden Antwort geschrieben, habe ich ja nicht
gesagt, dass Fahrradbeleuchtung verboten werden sollte, ich moechte nur
selber entscheiden koennen, wo ich sie benutze und wo nicht. Wenn ich
jemand bin, der nachts gerne auf falschen Radwegseiten faehrt, waere es
sinnvoll, das Rad zu beleuchten, ich fahre aber nachts auf Strassen, und
auf gut beleuchteten dazu, und da halte ich es zwar nicht fuer sinnlos,
aber auch nicht fuer zwingend notwendig, also warum eine Vorschrift dafuer?

: Die Fahrradbeleuchtung dient weniger zur Beleuchtung des Weges, als vielmehr
: als Kennzeichnung.

Ich denke halt, dass ich als Radfahrer auf der Strasse gut genug
sichtbar bin, jedenfalls fuer ein mit normaler Geschwindigkeit
bewegtes Auto. Zudem benutze ich auch Reflektoren, nur leider keine
gesetzlich zugelassenen bzw. nicht die von der Vorschrift geforderten
(s.u.). Und Fussgaenger und andere Radfahrer sehe ich auch recht gut,
so dass ich auf ihr Verhalten reagieren kann. Ich habe auch keinerlei
Probleme, wenn mir ein unbeleuchteter Radler begegnet (oder gar ein
unbeleuchteter Fussgaenger), solange er sich halbwegs sinnvoll verhaelt.

: Diese "Grottenolme" haben voellig recht.

OK, OK, so pauschal war das vielleicht etwas gewagt, aber es geht doch
darum, dass man mit keinem mehr ueber Sinn und Unsinn dieser Frage
diskutieren kann, sondern dass man als unbeleuchteter Radfahrer als
Gesetzesbrecher betrachtet wird, dem ein Unfall eigentlich nur gut
taete, die Folgen seines verwerflichen Tuns einzusehen.

: FLAME ON


: Spaetestens dieser Satz zeigt die bedenkliche Geisteshaltung:
: Die ANDEREN haben MICH zu sehen, auch ohne Licht und Reflektoren.
: FLME OFF

Genauso wie ich mich bemuehe, die anderen zu sehen, sollten sich auch
die anderen bemuehen, mich zu sehen, was ist denn daran so bedenklich?
Im Uebrigen benutze ich seit einiger Zeit (sowohl als naechtlicher
Radfahrer als auch als naechtlicher Fussgaenger auf unbeleuchteten
Landstrassen) diese extrem reflektierenden Klettbaender, die man sich
um Arme oder Beine wickeln kann. Damit werde ich von einem von weiten
kommenden Auto bestimmt gut gesehen, warum also muss ich noch eine
kleine Funzel an meinem Rad befestigen?

: Was stoert dann an den Reflektoren? Der Luftwiederstand ?

An den Reflektoren selber stoert natuerlich herzlich wenig (abgesehen
davon, dass sie ziemlich haesslich sind), was stoert ist die Tatsache,
dass man mich dazu zwingen will, diese Dinger zu benutzen.

Wie oben schon erwaehnt, benutze ich auch Reflektoren, nur eben die,
die ich fuer sinnvoll halte, und dass wuerde ich auch gerne so machen
koennen, ohne gegen ein halbes Dutzend Gesetze zu verstossen.

Was mich einfach bei dieser ganzen Beleuchtungsfrage stoert ist einmal,
dass hier etwas geregelt wird, was mit einem Minimum an Eigenintelligenz
und Eigenverantwortung jeder selber machen koennte, ohne dass es zu
schlimmen Auswirkungen kaeme. Zum Anderen erscheint mir halt, dass die
Kennzeichnung der Fahrraeder durch die Beleuchtung eher fuer die Autos
sinnvoll ist, und ich habe einfach ein sehr tief sitzendes Unbehagen
dagegen, wie autoangepasst alle moeglichen Bereiche sind. Das mag jetzt
vielleicht etwas weit hergeholt erscheinen, angesichts der Diskussion
um Fahrradlampen, aber es ist auch Teil meiner Ansicht zu dem Thema.

:| G i b D O S |
:| k e i n e |
:| C h a n c e ! |

Wenigstens in einer Hinsicht sind wir uns also einig.

Erik.

Thomas Driemeyer

unread,
Dec 3, 1992, 7:19:14 PM12/3/92
to
In article <crauel.7...@vieta.math.uni-sb.de> cra...@math.uni-sb.de writes:
>
> So etwas koennte man hier wohl kaum laut sagen: eine Beleuchtungs-
> vorschrift fuer Fahrraeder traegt nichts zur Sicherheit der Fahrrad-
> fahrer bei ... ohne fuer schwachsinnig gehalten zu werden.
> Aber vielleicht ist die Aussage doch gar nicht soo falsch ...

Doch, ist sie. Wer unsichtbar ist, darf sich nicht wundern, wenn er
uebersehen wird, und ich wuerde nur ungerne von einer Tonne Stahl
uebersehen werden. Vor einiger Zeit wurde im Radio von zwei aelteren
unbeleuchteten Radfahrern berichtet, die irgendwo im Grunewald
zusammengestossen sind und sich dabei schwer verletzt haben. Dummheit
muss bestraft werden.

Leider ist die Beleuchtungsanlage das Teil am Rad, das am leichtesten
kaputtgeht. Besonders diese Billigteile, die ihre Masseverbindung
ueber rostende Schutzbleche holen. Nicht jeder kann einen Loetkolben
zuecken und die Sache in Ordnung bringen.

Die Amerikaner sind uebrigens auch sehr erstaunt ueber Tuev und Asu.
Es gibt da zwar einen "smog check", aber da musst Du nur hin, wenn
Du Dein Auto verkaufst! Wenn Du es bis zum Auseinanderfallen selber
faehrst, kriegt es nie einen Abgastest zu sehen. Unglaublich.

Thomas
--

--
Thomas Driemeyer tho...@bitrot.in-berlin.de voice: +49 30 8924936

H.ZI...@bi-link.owl.de

unread,
Dec 5, 1992, 7:00:00 AM12/5/92
to

wi...@bernina.ethz.ch schrieb am 03.12.92
zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":

w> aufmerksam zu machen. Ich jedenfalls bin schon einige Male fast von
w> solchen Grottenolmen ueber den Haufen gefahren worden, die sich dann
w> teilweise auch noch erdreisteten, ueber meine mangelnde Beleuchtung
w> zu klagen.

Das koennte ich gewesen sein. Aber mit dem Fahrrad.

Hajo

H.ZI...@bi-link.owl.de

unread,
Dec 5, 1992, 7:00:00 AM12/5/92
to

ei...@late.e-technik.uni-erlangen.de schrieb am 04.12.92
zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":

e> Was stoert dann an den Reflektoren? Der Luftwiederstand ?

An den Speichenreflektoren stoert ihre Gefaehrlichkeit und Ueberfluessigkeit.
An den Frontreflektoren stoert ihre Ueberfluessigkeit, schliesslich hat
jeder vernuenftige Mensch eine funktionierende Beleuchtung am Rad. Gegen
Reflektoren hinten ist nichts zu sagen.


Ciao
Hajo

--
H.ZI...@TBX.ZER Hans-Joachim Zierke@B
h.zi...@tbx.berlinet.in-berlin.de

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 5, 1992, 7:09:06 PM12/5/92
to
In <4rIY_...@BI-L003.BI-LINK.owl.de> H.ZI...@BI-LINK.owl.de writes:

>Hajo

Ich hab' vor reichlich drei Jahren fuer die oertliche ADFC-Zeitschrift den
nachfolgenden Artikel geschrieben:


Vorsicht Blindflieger!

Ich fahre jeden Tag morgens mit dem Fahrrad nach Godesberg zur Arbeit
und abends zur\"uck. An sich ist die Strecke, die an der Bahn entlang,
hinter dem Bonn-Center vorbei bis nach Friesdorf f\"uhrt, angenehm zu
befahren, wenn auch der Zustand des Fahrradweges manchmal zu w\"unschen
\"ubrig l\"a\ss{}t. Man kann aber doch - in geh\"origem Abstand von
Autoverkehr und Qualmwolken - die Fahrt vorbei an Schreberg\"arten
links und rechts des Weges genie\ss{}en.

Allerdings wird mir in der letzten Zeit die Fahrt fast etwas zu
m\"uhselig. Das liegt weniger am Wetter, auch nicht an den vielen
Bahnschranken, vor denen man warten mu\ss{}, sondern an den vielen
gemeingef\"ahrlichen Irren, die einem neuerdings auf dieser Strecke
entgegenkommen. Nach meiner privaten Statistik fahren n\"amlich rund
die H\"alfte der Radfahrer auf dieser Strecke ohne Licht. Und dazu
mu\ss{} man schon einigerma\ss{}en d\"amlich sein, wenn man in Betracht
zieht, wie frequentiert die Strecke ist, und wie dunkel sie durch die
Abschattung durch Hecken und B\"usche wird.

Anfangs habe ich ja noch gedacht, die Leute seinen nur zu faul oder zu
verge\ss{}lich und habe, wenn ich mal wieder so einem Blindflieger
gerade noch ausweichen konnte, hinterhergerufen, da\ss{} man doch bitte
das Licht einschalten m\"oge. Was ich mir aber dabei an Anworten
eingefangen habe, l\"a\ss{}t mich ernsthaft am Verstand dieser Leute
zweifeln. Das Prunkst\"uck in meiner Sammlung ist eine junge Mutter,
die mir auf halber Strecke zwischen Friesdorf und Bonn in absoluter
Dunkelheit ohne Licht entgegenkam, ein Kind vor sich, eins hinter sich
auf dem Fahrrad. Als ich ihr mit knapper Not ausgewichen war, weil
sie, wohl wegen der ung\"unstigen Gewichtsverteilung und der schlechten
Sicht die ganze Breite des Fahrradweges ben\"otigte, kam auf meinen Ruf
"Licht einschalten!" prompt die fr\"ohliche Antwort: "Hab'ich nicht".

Es ist merkw\"urdig: hat man mal vergessen, das Licht auszuschalten
(was mit einem Walzendynamo schon mal vorkommt), so kann man sich kaum
vor freundlichen Radfahrern und Fu\ss{}g\"angern retten, die einen auf
dieses Vers\"aumnis hinweisen. Dies wird geradezu l\"astig, wenn man
das Licht mit Absicht eingeschaltet hat, oder, wie es mir ein knappes
Jahr lang erging: wenn der Dynamo sich nicht mehr ausschalten
l\"a\ss{}t, weil die Arretierung zerbrochen ist.

F\"ahrt einer aber ohne Licht, so k\"ummert das keinen. Nun ist es
kein Wunder, da\ss{} viele Radfahrer es mit den Verkehrsregeln nicht so
genau nehmen, dienen diese doch \"uberwiegend dazu, den KFZ-Verkehr auf
Kosten der Radfahrer fl\"ussig zu halten. F\"ur die Verkehrsregel,
da\ss{} man bei Dunkelheit mit Licht zu fahren habe, trifft das aber
nun gerade nicht zu. Warum also gef\"ahrden so viele Radfahrer sich
selber und andere Radfahrer, indem sie ohne Licht fahren?

An der Technik kann es nicht liegen. Zwar sind manche Details zum
Haare raufen: warum ist etwa bei allen handels\"ublichen R\"ucklichtern
ein ordentlicher Masseanschlu\ss{} per Konstruktion verhindert? Aber
eine ausreichende Beleuchtung eines Gebrauchsfahrrades - mit
normalbreiten Reifen und Metallschutzblechen - ist weder teuer noch
besonders fehleranf\"allig. Und wer einen besonders schnellen Renner
f\"ahrt, sollte auch den Ehrgeiz haben, eine leistungsf\"ahige
Lichtanlage zu benutzen, auch wenn die vielleicht etwas schwieriger zu
installieren ist.

Man sollte die Gef\"ahrdung durch Blindflieger auf Radwegen nicht
untersch\"atzen; f\"ur ein Zusammenprall mit einer
Differenzgeschwindigkeit von 50 km/h reicht es, wenn der 20 km/h und
man selber 30 km/h f\"ahrt. Und das gen\"ugt allemal f\"ur einen
l\"angeren Krankenhausaufenthalt.


Wolfgang Strobl, 17.1.89

aus: Rueckenwind, Zeitschrift des ADFC Bonn Rhein/Sieg-Kreis
--
o ( Wolfgang Strobl Wolfgan...@gmd.de (+49 2241) 14-2394
/\ * GMD - Gesellschaft fuer Mathematik und Datenverarbeitung mbH
_`\ `_<=== Schloss Birlinghoven, P.O. Box 1316, | #include
__(_)/_(_)___.-._ D-5205 Sankt Augustin, Germany | <std.disclaimer.hpp>

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 5, 1992, 7:22:42 PM12/5/92
to
In <4rIY_i~r...@BI-L003.BI-LINK.owl.de> H.ZI...@BI-LINK.owl.de writes:


>ei...@late.e-technik.uni-erlangen.de schrieb am 04.12.92
>zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":

>e> Was stoert dann an den Reflektoren? Der Luftwiederstand ?

>An den Speichenreflektoren stoert ihre Gefaehrlichkeit und Ueberfluessigkeit.

Sowie die technische Unzulaenglichkeit der vorgeschriebenen Reflektoren.

Alle mir bekannten zugelassenen Reflektoren basieren auf Retroreflektion durch
Totalreflektion in 90-Grad-Prismen. Diese haben zwar einen ausgesprochen
hohen Wirkungsgrad, sind aber konstruktionsbedingt auf einen wirksamen
Ein-/Austrahlwinkel von insgesamt 90 Grad, d.h. jeweils 45 Grad zur
Senkrechten beschraenkt. Dies bedeutet, dass sie bei einer Reihe von
potentiellen Unfallsituationen, etwa wenn sich Radweg und Strasse
in sehr spitzem oder sehr stumpfen Winkel treffen, ueberhaupt nicht
wirksam sind.

>An den Frontreflektoren stoert ihre Ueberfluessigkeit, schliesslich hat
>jeder vernuenftige Mensch eine funktionierende Beleuchtung am Rad. Gegen
>Reflektoren hinten ist nichts zu sagen.

Gegen Frontreflektoren waere m.E. nichts zu sagen, wenn die Weiterfahrt
trotz ausgefallener Frontbeleuchtung erlaubt waere, was aber meines
Wissens nicht der Fall ist.

Beim Vorschreiben eines Frontreflektors scheint der Gesetzgeber
offenbar von der Voraussetzung auszugehen, dass seine Vorschriften
regelmaessig ignoriert werden. Besonders logisch ist das nicht ...

Thomas Driemeyer

unread,
Dec 4, 1992, 5:10:28 PM12/4/92
to
In article <1992Dec3.1...@bernina.ethz.ch> wi...@bernina.ethz.ch (Erik Wilde) writes:
>Staedten entzuendet wird. Allerdings sind da noch so grosse, schwere
>Objekte, die bevorzugt nachts mit mindestens 80 Sachen durch die Stadt
>duesen ("ist doch alles so schoen frei") und dabei leider vergessen,
>dass nicht jeder genug Energie verschwendet, um zig-Meter weit
>strahlende Scheinwerfer haben zu koennen.

Und in jedem sitzt ein kleiner promillo. Abschaffen kannst Du sie nicht,
also werden wir, fuerchte ich, mit der Energieverschwendung leben muessen.

Die StVZO hat folgende Vorschriften (@67):

- Lampe vorne und hinten und ein Dynamo, der 6V und mindestens 3W bringt.
- Beide Lampen duerfen nur zusammen einschaltbar sein.
- Standlichter sind erlaubt, auch wenn sie nur hinten wirken.
- Eine Zusatzbatterie ist erlaubt, aber auch nur 6V.
- Zusatzruecklichter sind erlaubt, wenn sie getrennt einschaltbar sind.
- Alles muss fest montiert sein.
- Reflektoren: vorne weiss, hinten rot (mit Z drauf, kann in der Lampe
integriert sein), Pedale gelb, je zwei gelbe Speichenreflektoren und/oder
weisse reflektierende Maentel. Zusaetzliche gelbe Reflektoren an den
Seiten sind erlaubt.
- Rennraeder unter 11 kg koennen mit unabhaengigen, abnehmbaren Lampen
fahren. Man muss sie immer dabeihaben, ausser waehrend Rennen.

Es gibt noch diverse Vorschriften ueber Reichweite und Art der Anbringung.
Ich habe keine Leistungs-Obergrenze gefunden, aber ich sehe trotzdem keine
Moeglichkeit, eine brauchbare Lichtanlage in diesem Rahmen zu realisieren.
Das Vernuenftigste waere wohl ein 12V-Akku in der Flasche, und Plastik-
Motorradlampen mit mindestens 10 W vorne. Ich bin mal eine Weile mit
35+35 W vorne gefahren und habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht,
besonders auf der Autobahn (keine Sorge, war erlaubt).

Hinrich Eilts

unread,
Dec 6, 1992, 7:05:51 AM12/6/92
to
H.ZI...@BI-LINK.owl.de writes:
>An den Speichenreflektoren stoert ihre Gefaehrlichkeit und Ueberfluessigkeit.
Inwiefern sind Speichenreflektoren gefaehrlich ? Das einzige mir bekannte
Problem mit ihnen ist, dass die Billigsorten leicht zerbrechen (harter
Kunststoff in schwingenden Speichen -> Knacks).

>An den Frontreflektoren stoert ihre Ueberfluessigkeit, schliesslich hat
>jeder vernuenftige Mensch eine funktionierende Beleuchtung am Rad.
Hast eigentlich recht. Ist wohl ein Tribut an die unbeleuchteten Raeder.

> Gegen Reflektoren hinten ist nichts zu sagen.


>Ciao
>Hajo

>--
>H.ZI...@TBX.ZER Hans-Joachim Zierke@B
> h.zi...@tbx.berlinet.in-berlin.de

marcu...@cl-hh.comlink.de

unread,
Dec 6, 1992, 7:58:00 AM12/6/92
to
> e> Was stoert dann an den Reflektoren? Der Luftwiederstand ?
>
> An den Speichenreflektoren stoert ihre Gefaehrlichkeit und Ueberfluessigkeit.

Sehe ich nicht so! Speichenreflektoren (Staebchen) sind weder
gefaehlich noch ueberfluessig (ganz im Gegenteil!).
Mir gefaellt ein Reflektor-loses Rad auch lieber, aber man faellt
bei Dunkelheit einfach besser auf und das kann lebenswichtig sein!

Marcus

--
Marcus Olk # Internet: o...@informatik.uni-hamburg.de
Schwalbenweg 9a # marcu...@cl-hh.comlink.de
D-2000 Hamburg 61 # Zerberus: MARCU...@CL-HH.ZER
Networks, like parachutes, only function when open.

## net_sh v1.5 (sb)

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 6, 1992, 3:20:16 PM12/6/92
to
In <23657...@OLK.CL-HH.comlink.de> marcu...@cl-hh.comlink.de writes:

>> e> Was stoert dann an den Reflektoren? Der Luftwiederstand ?
>>
>> An den Speichenreflektoren stoert ihre Gefaehrlichkeit und Ueberfluessigkeit.

>Sehe ich nicht so! Speichenreflektoren (Staebchen) sind weder
>gefaehlich noch ueberfluessig (ganz im Gegenteil!).

Aber verboten.

Achim Kramme

unread,
Dec 7, 1992, 4:16:17 AM12/7/92
to
In article <strobl.7...@gmd.de>, str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:
|> In <23657...@OLK.CL-HH.comlink.de> marcu...@cl-hh.comlink.de writes:
|>
|> >> e> Was stoert dann an den Reflektoren? Der Luftwiederstand ?
|> >>
|> >> An den Speichenreflektoren stoert ihre Gefaehrlichkeit und Ueberfluessigkeit.
|>
|> >Sehe ich nicht so! Speichenreflektoren (Staebchen) sind weder
|> >gefaehlich noch ueberfluessig (ganz im Gegenteil!).
|>
|> Aber verboten.
|>
Tja was heute wieder alles verboten ist, hat mal einer den Grund fuer das Verbot parat.

Tschoe
Achim

Michael Krueger

unread,
Dec 7, 1992, 7:46:17 AM12/7/92
to
In article <1992Dec4.1...@bernina.ethz.ch> wi...@bernina.ethz.ch (Erik Wilde) writes:

>Hinrich Eilts (ei...@late.e-technik.uni-erlangen.de) wrote:
>
>: Was stoert dann an den Reflektoren? Der Luftwiederstand ?
>
>An den Reflektoren selber stoert natuerlich herzlich wenig (abgesehen
>davon, dass sie ziemlich haesslich sind), was stoert ist die Tatsache,
>dass man mich dazu zwingen will, diese Dinger zu benutzen.
>
>Wie oben schon erwaehnt, benutze ich auch Reflektoren, nur eben die,
>die ich fuer sinnvoll halte, und dass wuerde ich auch gerne so machen
>koennen, ohne gegen ein halbes Dutzend Gesetze zu verstossen.

Sarkasmus an:
Ja, Du hast voellig recht. Ich habe auch nichts gegen Bremslichter am Auto,
aber dieses rote Licht finde ich einfach bloed. Gruen ist nicht nur schoener,
die Empfindlichkeit des Auges ist hier auch groesser, dass heisst, man
sieht das besser. Ich wuerde das gerne so machen wie ich es fuer sinnvoll
halte.
Sarkasmus aus.

>Was mich einfach bei dieser ganzen Beleuchtungsfrage stoert ist einmal,
>dass hier etwas geregelt wird, was mit einem Minimum an Eigenintelligenz
>und Eigenverantwortung jeder selber machen koennte, ohne dass es zu
>schlimmen Auswirkungen kaeme.

Eigenverantwortung? Im Strassenverkehr? Hut ab vor Deinem positiven
Menschenbild. Zum Glueck sieht das der Gesetzgeber anders.

Was mich bei der ganzen Diskussion stoert, ist diese Haltung "was mich an der
Vorschrift stoert, ist vor allem die Vorschrift".

>Erik.

Michael Krueger / Staatsangehoerigkeit: deutsch / Wohnhaft in Deutschland

Ciba-Geigy, Textilfarbstoffe, Basel, Schweiz
email: bkr...@ciba-geigy.ch

Michael Krueger

unread,
Dec 7, 1992, 8:11:13 AM12/7/92
to
In article <strobl.7...@gmd.de> str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:

>In <4rIY_i~r...@BI-L003.BI-LINK.owl.de> H.ZI...@BI-LINK.owl.de writes:
>Alle mir bekannten zugelassenen Reflektoren basieren auf Retroreflektion durch
>Totalreflektion in 90-Grad-Prismen. Diese haben zwar einen ausgesprochen
>hohen Wirkungsgrad, sind aber konstruktionsbedingt auf einen wirksamen
>Ein-/Austrahlwinkel von insgesamt 90 Grad, d.h. jeweils 45 Grad zur
>Senkrechten beschraenkt. Dies bedeutet, dass sie bei einer Reihe von
>potentiellen Unfallsituationen, etwa wenn sich Radweg und Strasse
>in sehr spitzem oder sehr stumpfen Winkel treffen, ueberhaupt nicht
>wirksam sind.

O nein, nicht wieder *diese* Diskussion.

>>An den Frontreflektoren stoert ihre Ueberfluessigkeit, schliesslich hat
>>jeder vernuenftige Mensch eine funktionierende Beleuchtung am Rad. Gegen
>>Reflektoren hinten ist nichts zu sagen.

Ach, die Reflektoren hinten sind nicht ueberfluessig?
Und da ich auf funktionierende Beleuchtung achte und sie auch benutze,
bin ich immerhin mal kein unvernuenftiger Mensch. Doch was ist, wenn
waehrend der Fahrt ein Defekt auftritt? Vor kurzem ist mir das Vorderlicht
durchgebrannt, da waere ich froh um einen Reflektor gewesen.

>Gegen Frontreflektoren waere m.E. nichts zu sagen, wenn die Weiterfahrt
>trotz ausgefallener Frontbeleuchtung erlaubt waere, was aber meines
>Wissens nicht der Fall ist.
>
>Beim Vorschreiben eines Frontreflektors scheint der Gesetzgeber
>offenbar von der Voraussetzung auszugehen, dass seine Vorschriften
>regelmaessig ignoriert werden. Besonders logisch ist das nicht ...

Genau, Wolfgang, das ist nicht logisch. Ein Fahrrad ist auch ab und zu im
Verkehr ein Stehrad, und da eine batteriegestuetzte Beleuchtung nicht
vorgeschrieben ist, ist ein Frontreflektor doch ganz sinnvoll.

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 7, 1992, 9:36:32 AM12/7/92
to

Ganz einfach: sie sind nicht zugelassen, und was nicht zugelassen ist,
aber leuchtet, ist verboten.

Anders ausgedrueckt: macht man sich die Staebchen statt der zugelassenen
(aber gefaehrlichen) Plattenreflektoren ans Rad, so uebertritt man das
Gesetz gleich zweifach:

a) man hat nicht wie vorgeschrieben zugelassene Speichenreflektoren oder
Leuchtreifen am Fahrrad, und
b) man hat nicht zugelassene Leuchtmittel am Rad fest installiert.

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 7, 1992, 9:43:11 AM12/7/92
to

>In article <1992Dec4.1...@bernina.ethz.ch> wi...@bernina.ethz.ch (Erik Wilde) writes:
>>Hinrich Eilts (ei...@late.e-technik.uni-erlangen.de) wrote:
>>
>>: Was stoert dann an den Reflektoren? Der Luftwiederstand ?
>>
>>An den Reflektoren selber stoert natuerlich herzlich wenig (abgesehen
>>davon, dass sie ziemlich haesslich sind), was stoert ist die Tatsache,
>>dass man mich dazu zwingen will, diese Dinger zu benutzen.
>>
>>Wie oben schon erwaehnt, benutze ich auch Reflektoren, nur eben die,
>>die ich fuer sinnvoll halte, und dass wuerde ich auch gerne so machen
>>koennen, ohne gegen ein halbes Dutzend Gesetze zu verstossen.

>Sarkasmus an:
>Ja, Du hast voellig recht. Ich habe auch nichts gegen Bremslichter am Auto,
>aber dieses rote Licht finde ich einfach bloed. Gruen ist nicht nur schoener,
>die Empfindlichkeit des Auges ist hier auch groesser, dass heisst, man
>sieht das besser. Ich wuerde das gerne so machen wie ich es fuer sinnvoll
>halte.
>Sarkasmus aus.

Sarkasmus ist leider oft, so auch hier, der Ersatz fuer den Versuch,
sich ernsthaft mit einem Thema zu beschaeftigen.

Wobei selbst bei Gebloedel wie Deinem manchmal doch noch ein guter
Gedanke abfaellt: ein gruenes LED-Flackerlicht nach vorne duerfte,
was die Erkennbarkeit angeht, trotz wesentlich niedriger Leistungs-
aufnahme mit manchen derzeitig gebraeuchlichen 2,4-Watt-Funzeln
verglichen gar nicht so schlecht abschneiden.

>>Was mich einfach bei dieser ganzen Beleuchtungsfrage stoert ist einmal,
>>dass hier etwas geregelt wird, was mit einem Minimum an Eigenintelligenz
>>und Eigenverantwortung jeder selber machen koennte, ohne dass es zu
>>schlimmen Auswirkungen kaeme.

>Eigenverantwortung? Im Strassenverkehr? Hut ab vor Deinem positiven
>Menschenbild. Zum Glueck sieht das der Gesetzgeber anders.

Das Erfolg sehen wir ja. :-{ (Achtung: Sarkasmus!)

>Was mich bei der ganzen Diskussion stoert, ist diese Haltung "was mich an der
>Vorschrift stoert, ist vor allem die Vorschrift".

Was mich an der ganzen Vorschrift stoert, ist, dass unbrauchbares Material
zugelassen und vorgeschrieben wird und jede Abweichung davon (d.h.
z.B. funktionierende, ungefaehrliche Speichenreflektoren, Licht mit
weniger als 2,4 oder mehr als 2,4 Watt vorne, den Umstaenden
entsprechend) schlichtweg verboten ist.

Herwig Behrends

unread,
Dec 7, 1992, 11:04:35 AM12/7/92
to
In article <strobl.7...@gmd.de>, str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:
|> >Tja was heute wieder alles verboten ist, hat mal einer den Grund fuer das Verbot parat.
|>
|> Ganz einfach: sie sind nicht zugelassen, und was nicht zugelassen ist,
|> aber leuchtet, ist verboten.
|>
|> Anders ausgedrueckt: macht man sich die Staebchen statt der zugelassenen
|> (aber gefaehrlichen) Plattenreflektoren ans Rad, so uebertritt man das
|> Gesetz gleich zweifach:
|>
|> a) man hat nicht wie vorgeschrieben zugelassene Speichenreflektoren oder
|> Leuchtreifen am Fahrrad, und
|> b) man hat nicht zugelassene Leuchtmittel am Rad fest installiert.

Bist Du Dir in dem Falle sicher ? Die Dinger leuchten ja schliesslich nicht,
sondern reflektieren bloss, sollte es mal wieder um die Formulierung gehen
die in der passenden Vorschrift verwendet wird. Punkt a der Aufzaehlung
stimmt natuerlich trotzdem ;-)
Nur fuer den Fall, das jemand sie zusaetzlich ans Rad baut, z.B. weil der
Abstrahlwinkel groesser ist...( Nein, hab ich nicht..)
Gruss
Herwig
--
| Herwig Behrends Institut fuer Elektronik Technische Universitaet Berlin|
| behr...@tubife.ee.tu-berlin.de Einsteinufer 17 / EN3 |
| Phone: +49 30 314 -21168 Fax: -22120 W-1000 Berlin 10 |

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 7, 1992, 4:29:27 PM12/7/92
to

>In article <strobl.7...@gmd.de> str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:
>>In <4rIY_i~r...@BI-L003.BI-LINK.owl.de> H.ZI...@BI-LINK.owl.de writes:
>>Alle mir bekannten zugelassenen Reflektoren basieren auf Retroreflektion durch
>>Totalreflektion in 90-Grad-Prismen. Diese haben zwar einen ausgesprochen
>>hohen Wirkungsgrad, sind aber konstruktionsbedingt auf einen wirksamen
>>Ein-/Austrahlwinkel von insgesamt 90 Grad, d.h. jeweils 45 Grad zur
>>Senkrechten beschraenkt. Dies bedeutet, dass sie bei einer Reihe von
>>potentiellen Unfallsituationen, etwa wenn sich Radweg und Strasse
>>in sehr spitzem oder sehr stumpfen Winkel treffen, ueberhaupt nicht
>>wirksam sind.

>O nein, nicht wieder *diese* Diskussion.

Wenn Dir der Versuch, den Wert oder Unwert von vorgeschriebenen
Fahrradteilen einigermassen rational und sachlich zu diskutieren
schon dermassen auf die Nerven geht, dann beteilige Dich doch
einfach nicht!

>>>An den Frontreflektoren stoert ihre Ueberfluessigkeit, schliesslich hat
>>>jeder vernuenftige Mensch eine funktionierende Beleuchtung am Rad. Gegen
>>>Reflektoren hinten ist nichts zu sagen.

>Ach, die Reflektoren hinten sind nicht ueberfluessig?

Wieder mal ein schoenes Stueck Sarkasmus? :-|

Nein. Und gefaehrlich sind sie auch nicht.

Wundert es Dich wirklich so sehr, dass auch andere Leute zu einer
differenzierten Sichtweise und Beurteilung der Dinge imstande sind?

>Und da ich auf funktionierende Beleuchtung achte und sie auch benutze,
>bin ich immerhin mal kein unvernuenftiger Mensch. Doch was ist, wenn
>waehrend der Fahrt ein Defekt auftritt? Vor kurzem ist mir das Vorderlicht
>durchgebrannt, da waere ich froh um einen Reflektor gewesen.

Du bist der Meinung, man duerfe mit nicht funktionierender
Beleuchtung weiterfahren, sofern man einen Frontreflektor hat?

Aber, aber, Herr Lehrer!

Im Ernst, ich hab's schonmal gesagt, wiederhole es aber gerne
auch fuer Dich noch mal:

Die Einwaende richten sich hauptsaechlich gegen die Speichen-
reflektoren in der Bauweise, wie sie derzeit vorgeschrieben
sind. Den Grossflaechenreflektor am Gepaecktraeger halte ich
fuer sinnvoll, weil er ein funktionierendes und zugelassenes
(daher also schwachbruestiges) Ruecklicht gut ergaenzen kann,
weil er in der Form, in der er zugelassen und vorgeschrieben ist,
haltbar ist und beim Anbringen weiteren Zubehoers selten im Wege
ist. Beides kann man fuer den Frontreflektor nicht anfuehren:
er ist immer im Weg, und er ist solange ohne Funktion, wie die
Beleuchtungsanlage funktioniert. Ich persoenlich stoere mich
nicht besonders dran, aber ich verstehe durchaus, wenn sich
jemand anders dran stoert.

>>Gegen Frontreflektoren waere m.E. nichts zu sagen, wenn die Weiterfahrt
>>trotz ausgefallener Frontbeleuchtung erlaubt waere, was aber meines
>>Wissens nicht der Fall ist.
>>
>>Beim Vorschreiben eines Frontreflektors scheint der Gesetzgeber
>>offenbar von der Voraussetzung auszugehen, dass seine Vorschriften
>>regelmaessig ignoriert werden. Besonders logisch ist das nicht ...

>Genau, Wolfgang, das ist nicht logisch. Ein Fahrrad ist auch ab und zu im
>Verkehr ein Stehrad, und da eine batteriegestuetzte Beleuchtung nicht
>vorgeschrieben ist, ist ein Frontreflektor doch ganz sinnvoll.

Auch wenn eine batteriegestuetzte Beleuchtung vorhanden ist?

Warum dann nicht konsequenterweise auch vorschreiben, dass immer
ein Satz Ersatzreflektoren (1 x vorne, 1 x hinten, 4 x Speichen,
2-4 x Pedale) mitgefuehrt und auf Verlangen vorgezeigt werden
muss?

Wo steht geschrieben, dass ein Fahrrad im Verkehr jede Eigenschaft
des Autos im Detail nachzubilden hat? Dass bei einem stehenden
Fahrzeug das Ruecklicht weiterbrennen sollte, ist ja sehr
vernuenftig. Aber nur weil beim Auto auch im Stehen das Fahrlicht
weiterbrennt (man hat's ja reichlich), muss das dann auch beim Rad so
sein oder, wenn's nicht geht, ein schlechter Ersatz vorgeschrieben
werden?

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 7, 1992, 5:39:13 PM12/7/92
to

>In article <strobl.7...@gmd.de>, str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:
>|> >Tja was heute wieder alles verboten ist, hat mal einer den Grund fuer das Verbot parat.
>|>
>|> Ganz einfach: sie sind nicht zugelassen, und was nicht zugelassen ist,
>|> aber leuchtet, ist verboten.
>|>
>|> Anders ausgedrueckt: macht man sich die Staebchen statt der zugelassenen
>|> (aber gefaehrlichen) Plattenreflektoren ans Rad, so uebertritt man das
>|> Gesetz gleich zweifach:
>|>
>|> a) man hat nicht wie vorgeschrieben zugelassene Speichenreflektoren oder
>|> Leuchtreifen am Fahrrad, und
>|> b) man hat nicht zugelassene Leuchtmittel am Rad fest installiert.

>Bist Du Dir in dem Falle sicher ? Die Dinger leuchten ja schliesslich nicht,
>sondern reflektieren bloss, sollte es mal wieder um die Formulierung gehen
>die in der passenden Vorschrift verwendet wird. Punkt a der Aufzaehlung
>stimmt natuerlich trotzdem ;-)

§@ 17 Beleuchtung (StVO)

(1) Waehrend der Daemmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sicht-
verhaeltnisse es sonst erfordern, sind die vorgeschriebenen Beleuchtungs-
einrichtungen zu benutzen. Die Beleuchtungseinrichtungen duerfen nicht
verdeckt oder oder verschmutzt sein.
...
2. Sonstige Hinweise zur Auslegung

AUszug aus der Vwv:

Zu Absatz 1:

Zu den Beleuchtungseinrichtungen zaehlen auch die Rueckstrahler.

Mehr habe ich im Moment nicht greifbar, erinnere mich aber, bei
verschiedenen Gelegenheiten gelesen zu haben, dass retroreflektierende
Einrichtungen immer als "lichttechnische Anlagen"§, die somit einer
Zulassung beduerfen, behandelt werden. Soweit ich weiss, gilt das
sogar fuer mit Leuchtfarbe gestrichene Fahrzeugteile - versuch mal,
ein mit roter Leuchtfarbe angestrichenes Auto durch den Tuev zu
bringen!

w_p...@cl-hh.comlink.de

unread,
Dec 7, 1992, 11:04:00 AM12/7/92
to
Hajo <\H.\Z\I\E\R\K\E%BI-LINK...@UUCP.ZER> wrote in <MeY6j2UKbT@UUCP>:

> ei...@late.e-technik.uni-erlangen.de schrieb am 04.12.92
> zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":
>

> e> Was stoert dann an den Reflektoren? Der Luftwiederstand ?
> ^


> An den Speichenreflektoren stoert ihre Gefaehrlichkeit und Ueberfluessigkeit.

^^^^^^^^^^^^^^^ ^^^^^^^^^^^^^^^^^

Sorry, aber einfach Quatsch.
1. sind sie nicht gefaehrlich, wenn richtig befestigt.
2. sind sie nicht ueberfluessig, sondern aeusserst wichtig fuer die
seitliche Sichtbarkeit

> An den Frontreflektoren stoert ihre Ueberfluessigkeit, schliesslich hat
> jeder vernuenftige Mensch eine funktionierende Beleuchtung am Rad.

Nicht zuende gedacht.
Heute z.B. fiel meine Beleuchtung (die die letzten Monate immer ging)
ueberraschend wegen Schneematsch aus. Da waren die Reflektoren eine gute
Sicherung.
Bei anderen faellt das Licht sicher auch mal ueberraschend aus und ich kann
schliesslich am Abend nicht nach Hause schieben!

Nach Murphy faellt eine Sicherheitseinrichtung (das Licht) *IMMER*
ueberraschend *genau* dann aus, wenn sie gebraucht wird!

"Wolfbert"

* Das ist nur meine persoenliche Meinung * Z-NETZ: W_P...@CL-HH.ZER
USENET: Wolfbert%C...@UNNET.ruhr.sub.org FIDO: Wolfgang Paul 2:241/2111
(c) '92 In elektronischen Netzen frei - sonst alle Rechte vorbehalten!
-- THE ANSWER V2.03

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 7, 1992, 7:24:47 PM12/7/92
to
In <1C176...@WP.CL-HH.comlink.de> w_p...@cl-hh.comlink.de writes:

>Hajo <\H.\Z\I\E\R\K\E%BI-LINK...@UUCP.ZER> wrote in <MeY6j2UKbT@UUCP>:

>> ei...@late.e-technik.uni-erlangen.de schrieb am 04.12.92
>> zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":
>>
>> e> Was stoert dann an den Reflektoren? Der Luftwiederstand ?
>> ^
>> An den Speichenreflektoren stoert ihre Gefaehrlichkeit und Ueberfluessigkeit.
> ^^^^^^^^^^^^^^^ ^^^^^^^^^^^^^^^^^

>Sorry, aber einfach Quatsch.
> 1. sind sie nicht gefaehrlich, wenn richtig befestigt.

Gerade dann sind sie besonders gefaehrlich. Wenn Du's nicht glaubst,
dann halt' doch mal bei schneller Fahrt einen Kugelschreiber oder
ein Stueck Holz in die Speichen.

Ob Speichenreflektoren "richtig"§ befestigt werden koennen, ist
offenbar nicht Zulassungskritierium, sonst haetten viele Reflektoren
keine Zulassung.

> 2. sind sie nicht ueberfluessig, sondern aeusserst wichtig fuer die
> seitliche Sichtbarkeit

Deswegen sind dann wohl auch Reflektoren, die rundum sichtbar sind,
verboten, aber andere, die nur in einem eingeschraenkten Winkel
reflektieren, zugelassen?

>> An den Frontreflektoren stoert ihre Ueberfluessigkeit, schliesslich hat
>> jeder vernuenftige Mensch eine funktionierende Beleuchtung am Rad.

>Nicht zuende gedacht.
>Heute z.B. fiel meine Beleuchtung (die die letzten Monate immer ging)
>ueberraschend wegen Schneematsch aus. Da waren die Reflektoren eine gute
>Sicherung.

Und Du bist ohne Beleuchtung weitergefahren?

>Bei anderen faellt das Licht sicher auch mal ueberraschend aus und ich kann
>schliesslich am Abend nicht nach Hause schieben!

Weil Du Deine Beleuchtungsanlage nicht in Ordnung halten kannst, muss
ich mir ueberfluessigen Schrott an's Rad montieren? Ansonsten: siehe
letzter Absatz. Du musst!

Martin P. Ibert

unread,
Dec 7, 1992, 4:55:58 PM12/7/92
to
H.ZI...@BI-LINK.owl.de writes:
> An den Speichenreflektoren stoert ihre Gefaehrlichkeit und Ueberfluessigkeit.

Gefaehrlich sind sie ohne Frage, aber ganz bestimmt nicht ueberfluessig.
Gerade die Seitenreflektoren bringen einen enormen Sicherheitsgewinn, weil
ein Fahrrad normalerweise keine selbst leuchtenden Signaleinrichtungen an
den Seiten hat.

> An den Frontreflektoren stoert ihre Ueberfluessigkeit, schliesslich hat
> jeder vernuenftige Mensch eine funktionierende Beleuchtung am Rad.

Ich bin am Gruebeln, ob aus diesem Satz unglaubliche Dummheit oder ein
ungebrochener Fortschrittsglaube "ich glaube an die Trockenbatterie" spricht.

Ich will kurz mein Fahrrad beschreiben:

Es besitzt eine konventionelle Dynamo-Lichtanlage. So richtig mit Felgendymnamo
und allem. Warum? (Ueber den Dynamotyp will ich nicht streiten.) Weil man eine
Battiereanlage sowieso nicht dabei hat, wenn man sie braucht (der Dynamo ist
angeschraubt und kann nicht vergessen werden) oder wenn doch, sind gerade die
Batterien leer. Garantiert. Jedenfalls dann, wenn man (wie ich) selten nachts
Fahrrad faehrt. Oder von der Akkuanlage sind die Akkus ausgelutscht. Jedenfalls
hat man entweder gar kein Licht (Batterieanlage), oder doch nur dann, wenn man
faehrt (Dynamoanlage).

Was ist, wenn ich links abbiegen will? Ich stehe voellig unbeleuchtet mitten
auf der Strasse herum. Fantastisch.

So, jetzt wechsele ich mal meinen Hut. Ich bin jetzt Autofahrer. Und ich sage
Dir, dass diese weissen Frontreflektoren UNHEIMLICH VIEL BRINGEN. Man kann
gerade diese linksabbiegenden Radfahrer VIEL BESSER sehen als ohne Reflektor.
Ehrlich.

Also geh JETZT runter und schraub Dir so einen weissen Reflektor ans Rad.
JETZT.
--
( ) ____ Martin Ibert/Westendallee 100 d/D-1000 Berlin 19/+4930-3056541
| |_^_|O |_ --------------------------------------------------------------
( Starlight| Looks and youth aren't everything/Experience is a quality that
/\_Express_| counts for a lot/The sad thing 'bout experience is by the time
//o ()()() o you got it/It's usually all you've got. ------ Richard Stilgoe

Jochen Bern

unread,
Dec 7, 1992, 10:38:29 PM12/7/92
to
Zum Donnerschlag nochmal, das glaub' ich fast nicht mehr! Ist es denn wirklich
so schwierig, sich ein paar vernuenftige Gedanken zum Thema Fahrradbeleuch-
tung zu machen???

OK, fangen wir 'mal mit der aktiven Beleuchtung an. Massekabel, ja, bekanntes
Problem. Begrenzung der elektrischen Leistung und Dynamopflicht, da hat der
Gesetzgeber in grauer Vorzeit einmal vorsorglich etwas regeln wollen, was
heute nicht mehr so ganz in Ordnung ist. Aber jetzt ein lohnendes Thema:
*Ausfallsicherheit* - Wie macht man das wohl?

Eigentlich ganz einfach. Der Scheinwerfer sollte ja wohl heller sein als
das Ruecklicht - sagen wir 'mal doppelt so hell. Und was macht der technisch
gebildete Mensch da? Er nimmt *drei* identische Birnchen, eins hinten, zwei
vorn im Doppelreflektor-Gehaeuse. Vom glatten Kabelbruch einmal abgesehen,
kann er jetzt bei einem Ausfall immer noch mit zwei Birnen weiterfahren -
ggf. muss er eine vorn rausnehmen und hinten reinstecken. Da ist wohl 'mal
ein Hersteller mit etwas technischem Grundlagenwissen gefordert.

Kleine Nebenbemerkung zum Batteriebetrieb: Ich habe nur hinten Batterie,
nicht wegen des Ruecklichts, sondern weil ich ein *Bremslicht* habe. Wenn
mir schon einer hinten 'reinsemmelt, moechte ich nicht noch hoeren muessen
"Ja Mensch, der hat urploetzlich gebremst wie verfault".

Weiter: Reflektoren. Wie war das, untauglich wg. 90-Grad-Kegel? Tja, warum
schreibt der Gesetzgeber dann wohl Reflektoren in vier verschiedenen Rich-
tungen vor?

Der Reihe nach, Frontreflektor zuerst. Ueberfluessig soll er sein, so. Er
ist in etwa genauso gross wie ein Scheinwerfer. Wenn ihn ein Auto ueber
insgesamt die doppelte Strecke genauso hell zum Leuchten bringen soll wie
den Scheinwerfer, muss (quadratisches Abstandsgesetz) der Autoscheinwerfer
viermal so hell sein wie der Fahrradscheinwerfer. Ist er noch heller (was
ich stark vermuten wuerde), sieht der Autofahrer den Reflektor viel heller
als den Scheinwerfer - keine Spur von ueberfluessig.

Z-Reflektor ... nun, gegen den hatte ja sowieso niemand etwas. Gegen die
Pedalreflektoren ueberraschenderweise wohl auch nicht.

Bleiben die diversen Bauformen der Speichenreflektoren. Ja, die vorgeschrie-
benen Dinger sind alles andere als gluecklich. Wem sie (wie mir schon zwei-
mal) einfach nur wegfliegen, der hat Glueck gehabt. Andere hatten die Dinger
ploetzlich quer in den Speichen haengen, was der Strassenlage gar nicht gut
tat und den Fahrern auch nicht. Interessanterweise hat der Gesetzgeber eine
Pruefverordnung fuer die *lichttechnischen* Eigenschaften dieser Dinger
erlassen, die *mechanischen* Eigenschaften kann jeder Hersteller nehmen
wie er lustig ist ):-c. Wenn man sich dann noch ueberlegt, dass sie unge-
faehr so viel wiegen wie die Bleigewichte, mit denen Autler ihre viel
schwereren Reifen auswuchten lassen ... Wir Radler sind 'was besonderes,
wir bauen *absichtlich* Unwucht ein!

Ueber die Beschwerden aber, dass die Speichenroehrchen verboten sind, kann
ich nur lachen. Wer sich die viel groesseren Klett-Reflektorbaender ans
Hosenbein macht, hat eine mindestens genauso grosse Rueckstrahlflaeche -
und ist voellig legal, weil die Dinger ja nicht *ans Rad* montiert sind.
Gut, gut, es ist nicht gerechtfertigt und sollte geaendert werden ...

Letzter Punkt: Warum es einem Radfahrer nicht vorgeschrieben ist, Reserve-
Reflektoren/-birnen/-etc. mitzufuehren. Was, bitte, sind denn zwei Spei-
chenreflektoren pro Reifen, wenn nicht Reserve? Und auch wenn in verschie-
denen Situationen mal der eine, mal der andere "besser" ist, sind auch
Scheinwerfer und Frontreflektor Reserven voneinander, ebenso Rueckleuchte
und Z-Reflektor! Nein, "Reserven" zusaetzlich zu den schon auf Ausfall-
sicherheit angelegten "Normalanlagen" sollte doch wohl niemand ernsthaft
fordern. Oder?

Flames bitte in meinen Kamin. (Zu deutsch: Schreibt sie in den Schorn-
stein ...)

Achim Kramme

unread,
Dec 8, 1992, 4:18:28 AM12/8/92
to
In article <strobl.7...@gmd.de>, str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:

|> Die Einwaende richten sich hauptsaechlich gegen die Speichen-
|> reflektoren in der Bauweise, wie sie derzeit vorgeschrieben
|> sind. Den Grossflaechenreflektor am Gepaecktraeger halte ich
|> fuer sinnvoll, weil er ein funktionierendes und zugelassenes
|> (daher also schwachbruestiges) Ruecklicht gut ergaenzen kann,
|> weil er in der Form, in der er zugelassen und vorgeschrieben ist,
|> haltbar ist und beim Anbringen weiteren Zubehoers selten im Wege
|> ist. Beides kann man fuer den Frontreflektor nicht anfuehren:
|> er ist immer im Weg, und er ist solange ohne Funktion, wie die
|> Beleuchtungsanlage funktioniert. Ich persoenlich stoere mich
|> nicht besonders dran, aber ich verstehe durchaus, wenn sich
|> jemand anders dran stoert.
|>

Also ich moechte noch mal darauf hinweisen, dass Fahrrad im Verkehr auch
ab und zu steht und so (ohne Akkuanlage) nicht beleuchtet ist. Auch gibt es
diese neuen Frontlampen die den Reflektor gleich in der Mitte mit eingebaut
haben, so dass man von irgendeiner Behinderung wirklich nicht reden kann da
die Lampen nicht groesser sind als normale ohne Reflektor.

Tschoe
Achim

Achim Kramme

unread,
Dec 8, 1992, 4:22:18 AM12/8/92
to
In article <strobl.7...@gmd.de>, str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:
.
.

|>
|> Zu den Beleuchtungseinrichtungen zaehlen auch die Rueckstrahler.
|>
|> Mehr habe ich im Moment nicht greifbar, erinnere mich aber, bei
|> verschiedenen Gelegenheiten gelesen zu haben, dass retroreflektierende
|> Einrichtungen immer als "lichttechnische Anlagen"§, die somit einer

HILFE ich habe eine "lichttechnische Anlage" auf meiner Jacke

|> Zulassung beduerfen, behandelt werden. Soweit ich weiss, gilt das
|> sogar fuer mit Leuchtfarbe gestrichene Fahrzeugteile - versuch mal,
|> ein mit roter Leuchtfarbe angestrichenes Auto durch den Tuev zu
|> bringen!
|>

Tschoe
Achim

Herwig Behrends

unread,
Dec 8, 1992, 5:41:53 AM12/8/92
to
|> Zu den Beleuchtungseinrichtungen zaehlen auch die Rueckstrahler.
|>
|> Mehr habe ich im Moment nicht greifbar, erinnere mich aber, bei
|> verschiedenen Gelegenheiten gelesen zu haben, dass retroreflektierende
|> Einrichtungen immer als "lichttechnische Anlagen"§, die somit einer
|> Zulassung beduerfen, behandelt werden. Soweit ich weiss, gilt das
|> sogar fuer mit Leuchtfarbe gestrichene Fahrzeugteile - versuch mal,
|> ein mit roter Leuchtfarbe angestrichenes Auto durch den Tuev zu
|> bringen!
|>
Jaja, vermutlich sind die Farben wieder reserviert fuer Feuerwehr etc..
Und auf dem Maengelbericht steht meist eh schon genug...

NB: Zum Thema Front- und Heckreflektoren: Da gibt es mittlerweile (?) zuge-
lassene Clips fuer Lenker und Sattelstuetze. Die haben wohl das gesetzlich
vorgeschriebene Mindestmass und fallen kaum auf am Rad. Sind dafuer halt
nicht so gut sichtbar, aber wer die grossen Dinger partout nicht mag
und trotzdem nicht 'ohne' fahren will....

frank schaffer

unread,
Dec 8, 1992, 5:45:44 AM12/8/92
to
In article <1992Dec3.1...@bernina.ethz.ch>,
wi...@bernina.ethz.ch (Erik Wilde) writes:
> cra...@math.uni-sb.de wrote:
> : "Requiring lights as std. [=standard, HC] equipment would do nothing
> : for the safety of the cyclist, and would only serve to create a whole
> : new bureaucracy of regulations and other "taxes"."
> :
> : So etwas koennte man hier wohl kaum laut sagen: eine Beleuchtungs-

> : vorschrift fuer Fahrraeder traegt nichts zur Sicherheit der Fahrrad-
> : fahrer bei ... ohne fuer schwachsinnig gehalten zu werden.
> : Aber vielleicht ist die Aussage doch gar nicht soo falsch ...
>
> Ich hatte noch nie Licht an meinem Fahrrad, und wenn ich in einer Welt
> mit Fahhradfahrern und Fussgaengern leben wuerde, waere das auch nicht
> das mindeste Problem, bei der Festbeleuchtung, die jede Nacht in den

> Staedten entzuendet wird. Allerdings sind da noch so grosse, schwere
> Objekte, die bevorzugt nachts mit mindestens 80 Sachen durch die Stadt
> duesen ("ist doch alles so schoen frei") und dabei leider vergessen,
> dass nicht jeder genug Energie verschwendet, um zig-Meter weit
> strahlende Scheinwerfer haben zu koennen. Und da die Insassen dieser
> Objekte oft noch zudem durch dreckige und/oder beschlagene Scheiben
> schauen, kann es schon ganz nuetzlich sein, wenigstens etwas auf sich

> aufmerksam zu machen. Ich jedenfalls bin schon einige Male fast von
> solchen Grottenolmen ueber den Haufen gefahren worden, die sich dann
> teilweise auch noch erdreisteten, ueber meine mangelnde Beleuchtung
> zu klagen. Mir erscheint die Beleuchtungspflicht genauso wie die
> Radwegebenutzungspflicht eher eine Regelung zu sein, die gut fuer die
> Autofahrer ist, vielleicht auch noch fuer die Ueberlebenschance der
> Radfahrer (genauso wie diese beknackten Reflektoren, sind die eigentlich
> immer noch Pflicht?), mehr aber auch nicht.
>
> Erik.


AUA! Und da schreiben mir manche Leute, ich wuerde Unsinn von mir geben,
aber das da...
Ist diese Kamikazeaufforderung wirkilch ernst gemeint?
Genauso unverstaendlich, wie manche Autofahrer, die sich lieber
Leichtmetallfelgen statt Airbag und ABS einbauen lassen. Wenn Dir deine Gesund-
heit so wenig wert ist, tut es mir leid.
Aber gib nicht anderen die Schuld, wenn es bei so einer Einstellung gefaehrlich
wird.
Wenn ich mit zuviel Speed im Graben landen wuerde, kann ich auch nicht die
Strassenmeisterei fuer meine eigene Dummheit verklagen.

Weiterhin gute Fahrt,
Frank.

Ulrich Steimann

unread,
Dec 8, 1992, 7:07:51 AM12/8/92
to
In article <strobl.7...@gmd.de> str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:
>ein gruenes LED-Flackerlicht nach vorne duerfte,
>was die Erkennbarkeit angeht, trotz wesentlich niedriger Leistungs-
>aufnahme mit manchen derzeitig gebraeuchlichen 2,4-Watt-Funzeln
>verglichen gar nicht so schlecht abschneiden.

Die im Handel erhaeltlichen roten LED-Flackerlichter enthalten
Spezial-LEDs (DM 2). Diese entwickeln bei 20 mA wesentlich mehr Licht
als die normalen, vielfach verbreiteten roten LEDs, die ebenfalls
20 mA durchlassen (DM 0.15). (Ausserdem gibt es rote LEDs, die schon bei
2 bis 3 mA das normale rote Leuchten verbreiten (DM 0.3).)

Was aber die anderen Farben angeht, so sieht es schlechter aus. Gelbe
und gruene LEDs gibt es mit 20 mA Strohmaufnahme, aber diese
benoetigen statt 1.4 V wie die Roten 1.9 V. Von Low-Current-LEDs habe
ich bis jetzt auch noch nichts gesehen. Superhelle LEDs diesen Farben
sind mir auch nicht bekannt. Und blaue LEDs gibt es erst seit kurzer
Zeit.

Man wird also vorne weiterhin auf die elektrisch beheizten
Gluehfaeden zugreifen muessen, bis etwas besseres auf dem Markt ist.
(Leuchtstoffroehren?)

Gruss,
UST
--
Ulrich STeimann, Quantum GmbH, | Descartes enters a pub.
D-4600 Dortmund | "Evening, Descartes. Same as usual?"
email: stei...@quantum.de | Descartes says: "No, I think not."
Tel: +49-0231-75441-151, FAX -115 | -- and disappears.

Ralf Reske

unread,
Dec 8, 1992, 3:26:12 AM12/8/92
to
In article <4rIY_i~r...@BI-L003.BI-LINK.owl.de>, H.ZI...@BI-LINK.owl.de writes:
|>, schliesslich hat
|>jeder vernuenftige Mensch eine funktionierende Beleuchtung am Rad.

Und was ist dann mit den Vollidioten, gestern nach 18Uhr wieder
zwei erlebt, die selbige nicht in Betrieb nehmen?

ralf reske

Heiner...@waldschrat.umu.se

unread,
Dec 8, 1992, 12:17:43 PM12/8/92
to
>>>>> On Tue, 8 Dec 1992 14:50:31 GMT, bkr...@ciba-geigy.ch (Michael Krueger) said:

Michael> In article <strobl.7...@gmd.de> str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:

Wolfgang> "An den Reflektoren stoert natuerlich herzlich wenig, was
Wolfgang> stoert ist die Tatsache, dass man mich dazu zwingen will,
Wolfgang> diese Dinger zu benutzen."

Michael> Nun, *das* allerdinges finde ich bedenklich: Man hat am
Michael> Inhalt einer Vorschrift *nichts* auszusetzen, nur an der
Michael> Tatsache, dass es eine Vorschrift *ist*.

Kinder ist das wirklich so schwer? Inhalt der Vorschrift sind nicht
die Reflektoren, an denen Wolfgang nichts auszusetzen hat. Inhalt der
Vorschrift ist der Zwang eine bestimmte Sorte von Reflektoren zu
benutzen, den Wolfgang ablehnt. Wolfgang lehnt die Vorschrift aufgrund
ihres Inhalts ab, und "die Tatsache, dass es eine Vorschrift *ist*"
macht die Situation nicht gerade besser.

Es es wirklich erstaunlich wie man einen so klaren Satz, wie den von
Wolfgang, so dermassen falsch interpretieren kann. Einerseits nicht
weiter schlimm, andererseits laeuft der arme Michael nun mit voellig
ungerechtfertigten Bedenken herum.
--
Heiner Schorn (Heiner...@waldschrat.umu.se)

Hans Crauel

unread,
Dec 8, 1992, 2:05:28 PM12/8/92
to
str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) schreibt zu Staebchenreflektoren:

() Ganz einfach: sie sind nicht zugelassen, und was nicht zugelassen ist,
() aber leuchtet, ist verboten.
() Anders ausgedrueckt: macht man sich die Staebchen statt der zugelassenen
() (aber gefaehrlichen) Plattenreflektoren ans Rad, so uebertritt man das
() Gesetz gleich zweifach:
() a) man hat nicht wie vorgeschrieben zugelassene Speichenreflektoren oder
() Leuchtreifen am Fahrrad, und
() b) man hat nicht zugelassene Leuchtmittel am Rad fest installiert.

Genau so mache ich es auch. Bislang hat mich noch niemand deswegen ange-
halten. Und wenn es doch mal jemand tut, dann erklaere ich das Wirkungs-
prinzip der Staebchen, und ich wette, das geht gut.
Bliebe der Einwand: und wenn nun ein Unfall passiert??? Ganz einfach:
damit das irgendwelche Konsequenzen haben kann, muss der Unfall durch
das Fehlen der vorgeschriebenen Reflektoren oder aber durch die leucht-
technische Wirkung der Staebchen *verursacht* oder wenigstens mitverur-
sacht worden sein. Ein derartiger Unfall scheint mir derzeit nicht
vorstellbar. Hat vielleicht jemand mehr Phantasie als ich?

Hans Crauel cra...@math.uni-sb.de
Saarbruecken

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 8, 1992, 4:17:46 PM12/8/92
to
In <bern.723785909@kleopatra> be...@Uni-Trier.DE (Jochen Bern) writes:

>Zum Donnerschlag nochmal, das glaub' ich fast nicht mehr! Ist es denn wirklich
>so schwierig, sich ein paar vernuenftige Gedanken zum Thema Fahrradbeleuch-
>tung zu machen???

Offenbar ja. Aber wir bemuehen uns. :-)

>OK, fangen wir 'mal mit der aktiven Beleuchtung an. Massekabel, ja, bekanntes
>Problem. Begrenzung der elektrischen Leistung und Dynamopflicht, da hat der
>Gesetzgeber in grauer Vorzeit einmal vorsorglich etwas regeln wollen, was
>heute nicht mehr so ganz in Ordnung ist. Aber jetzt ein lohnendes Thema:
>*Ausfallsicherheit* - Wie macht man das wohl?

Ich verstehe nicht, worauf Du im vorstehenden Absatz hinauswillst.
Dies oder das ist fuer DIch kein Thema. Ja und?

>Eigentlich ganz einfach. Der Scheinwerfer sollte ja wohl heller sein als
>das Ruecklicht - sagen wir 'mal doppelt so hell. Und was macht der technisch
>gebildete Mensch da? Er nimmt *drei* identische Birnchen, eins hinten, zwei
>vorn im Doppelreflektor-Gehaeuse. Vom glatten Kabelbruch einmal abgesehen,
>kann er jetzt bei einem Ausfall immer noch mit zwei Birnen weiterfahren -
>ggf. muss er eine vorn rausnehmen und hinten reinstecken. Da ist wohl 'mal
>ein Hersteller mit etwas technischem Grundlagenwissen gefordert.

Und evtl. ein neues Dynamoprinzip? :-{

>Kleine Nebenbemerkung zum Batteriebetrieb: Ich habe nur hinten Batterie,
>nicht wegen des Ruecklichts, sondern weil ich ein *Bremslicht* habe. Wenn
>mir schon einer hinten 'reinsemmelt, moechte ich nicht noch hoeren muessen
>"Ja Mensch, der hat urploetzlich gebremst wie verfault".

Schoen, aber was soll's. Willst Du auch noch ein Bremslicht vorgeschrieben
sehen? Wenn nein, wie gesagt, was soll's dann. Wenn ja, muesstest Du
das schon ein bisschen besser fundieren.

>Weiter: Reflektoren. Wie war das, untauglich wg. 90-Grad-Kegel? Tja, warum
>schreibt der Gesetzgeber dann wohl Reflektoren in vier verschiedenen Rich-
>tungen vor?

Weiss' nicht. Vielleicht nach dem Prinzip: wenn's schon Schrott ist,
dann muss es die Masse bringen?

>Der Reihe nach, Frontreflektor zuerst. Ueberfluessig soll er sein, so. Er
>ist in etwa genauso gross wie ein Scheinwerfer. Wenn ihn ein Auto ueber
>insgesamt die doppelte Strecke genauso hell zum Leuchten bringen soll wie
>den Scheinwerfer, muss (quadratisches Abstandsgesetz) der Autoscheinwerfer
>viermal so hell sein wie der Fahrradscheinwerfer. Ist er noch heller (was
>ich stark vermuten wuerde), sieht der Autofahrer den Reflektor viel heller
>als den Scheinwerfer - keine Spur von ueberfluessig.

Hm. Wir hatten hier mal eine Diskussion, in der es um Blendung durch
Autoscheinwerfer ging. Dort wurde von verschiedener Seite behauptet,
eine Blendung durch abgeblendete Autoscheinwerfer kaeme praktisch
kaum vor. Nun kann schon ein Fahrradscheinwerfer ganz schoen blenden,
je nachdem wie eng er gebuendelt ist, und wie er eingestellt ist.
Und davon nun die vierfache Menge, oder noch viel mehr? Dann scheint
an der Blendung durch Autoscheinwerfer ja offenbar doch was dran-
gewesen zu sein.

Abgesehen davon finde ich Deine Berechung ziemlich windig, weil in
ihr Energiedichte und Energiemenge ziemlich durcheinandergehen.

Der Reflektor ist weder ein Spiegel - dann waere Deine Rechnung
mit dem quadrierten Abstand korrekt, aber die Einbeziehung
der Reflektorflaeche Unsinn, noch strahlt er exakt alles Licht,
das ihn trifft, zur Lichtquelle zurueck - dann saehe der Auto-
fahrer naemlich ueberhaupt nichts davon.

>Z-Reflektor ... nun, gegen den hatte ja sowieso niemand etwas. Gegen die
>Pedalreflektoren ueberraschenderweise wohl auch nicht.

Es ueberrascht mich immer wieder, wovon sich die Leute ueberraschen
lassen. Der Hang zu ungerechtfertigten Verallgemeinerungen und
die Unfaehigkeit zu differenzieren ist erstaunlich verbreitet.

>Bleiben die diversen Bauformen der Speichenreflektoren. Ja, die vorgeschrie-
>benen Dinger sind alles andere als gluecklich. Wem sie (wie mir schon zwei-
>mal) einfach nur wegfliegen, der hat Glueck gehabt. Andere hatten die Dinger
>ploetzlich quer in den Speichen haengen, was der Strassenlage gar nicht gut
>tat und den Fahrern auch nicht.

Ich nehm' alles zurueck. :-)

>Interessanterweise hat der Gesetzgeber eine
>Pruefverordnung fuer die *lichttechnischen* Eigenschaften dieser Dinger
>erlassen, die *mechanischen* Eigenschaften kann jeder Hersteller nehmen
>wie er lustig ist ):-c. Wenn man sich dann noch ueberlegt, dass sie unge-
>faehr so viel wiegen wie die Bleigewichte, mit denen Autler ihre viel
>schwereren Reifen auswuchten lassen ... Wir Radler sind 'was besonderes,
>wir bauen *absichtlich* Unwucht ein!

>Ueber die Beschwerden aber, dass die Speichenroehrchen verboten sind, kann
>ich nur lachen.

Ja lach' Du nur. Bis Dir beim naechten Unfall jemand daraus einen Strick
dreht.

>Wer sich die viel groesseren Klett-Reflektorbaender ans
>Hosenbein macht, hat eine mindestens genauso grosse Rueckstrahlflaeche -
>und ist voellig legal, weil die Dinger ja nicht *ans Rad* montiert sind.

Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ersetzen diese Reflektorbaender
etwa die Speichenstrahler? Technisch gesehen ja, aber eben nicht
rechtlich. Es nuetzt Dir ueberhaupt nichts, auf Deine Klettbaender
hinzuweisen, wenn der gegnerische Anwalt spitzgekriegt hat, dass
Du mit einem Rad mit fehlenden lichttechnischen Anlagen in der
Dunkelheit unterwegs warst.

>Gut, gut, es ist nicht gerechtfertigt und sollte geaendert werden ...

Darum, und nur darum ging es.

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 8, 1992, 7:10:12 PM12/8/92
to

Die kommen auch ohne jede Art von Reflektoren aus. Wo ist
also das Problem?

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 8, 1992, 7:20:05 PM12/8/92
to
In <1992Dec8.1...@quando.quantum.de> stei...@quando.quantum.de (Ulrich Steimann) writes:

>(Leuchtstoffroehren?)

Ja, da warte ich eigentlich auch schon lange drauf. Angeblich sollen
die Dinger aber ziemlich kaeltempfindlich sein. Vielleicht kann man
ja auch beides kombinieren?

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 8, 1992, 7:12:53 PM12/8/92
to

>In article <strobl.7...@gmd.de>, str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:
>.
>.
>|>
>|> Zu den Beleuchtungseinrichtungen zaehlen auch die Rueckstrahler.
>|>
>|> Mehr habe ich im Moment nicht greifbar, erinnere mich aber, bei
>|> verschiedenen Gelegenheiten gelesen zu haben, dass retroreflektierende
>|> Einrichtungen immer als "lichttechnische Anlagen"§, die somit einer

>HILFE ich habe eine "lichttechnische Anlage" auf meiner Jacke

Ja, das ist ein bekannter Ausweg aus dem Dilemma.

>|> Zulassung beduerfen, behandelt werden. Soweit ich weiss, gilt das
>|> sogar fuer mit Leuchtfarbe gestrichene Fahrzeugteile - versuch mal,
>|> ein mit roter Leuchtfarbe angestrichenes Auto durch den Tuev zu
>|> bringen!
>|>

>Tschoe
> Achim

H.ZI...@bi-link.owl.de

unread,
Dec 8, 1992, 1:29:00 PM12/8/92
to

ei...@late.e-technik.uni-erlangen.de schrieb am 06.12.92
zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":

e> >An den Speichenreflektoren stoert ihre Gefaehrlichkeit und
e> Ueberfluessigkeit.

Inwiefern sind Speichenreflektoren gefaehrlich ? Das
e> einzige mir bekannte Problem mit ihnen ist, dass die Billigsorten leicht
e> zerbrechen (harter Kunststoff in schwingenden Speichen -> Knacks).

Ein weiteres Problem ist die unsichere Befestigung. Ich wundere mich
darueber, wer es im Kraftfahrtbundesamt auf sein Gewissen laedt, die Dinger
zuzulassen. Wenn sie sich loesen und dabei verkeilen, kannst Du nur hoffen,
dass sie wirklich zerbroeseln.

Ausserdem baust Du eine Unwucht in's Rad hinein, die bei ungluecklichem
Zusammentreffen mehrerer Umstaende dafuer sorgen kann, dass Dein Rahmen
leider zu flattern beginnt, wenn Du das erstemal die 75 km/h - Grenze
(nur als besonders peinliches Beispiel) ueberschreitest.
Du kannst Dir das leicht praktisch klar machen: Fahrrad am vorderen Teil
des Oberrohres in einem Montagestaender festklemmen. Schaltung auf
groessten Gang. Hinterrad per handbetaetigter Pedalkurbel in moeglichst schnelle
Drehung versetzen.
Zuruecktreten und angucken.
Danach zwei Reflektoren in's Hinterrad. Wieder in moeglichst schnelle Drehung
versetzen.
Zuruecktreten, angucken, vergleichen.


Wenn jemand meint, er brauche seitliche Reflektoren, wird er sicherlich
die Loesung von 3M bevorzugen, ein durch die Speichen geflochtener Ring
entlang der Felge.
:-) 3M beschaeftigt sich jetzt seit genau 2,5 Jahren damit, dieses Produkt
:-) auf den Markt zu bringen. Es kommt auch immer mal wieder eine Presse-
:-) erklaerung.

Hajo

H.ZI...@bi-link.owl.de

unread,
Dec 8, 1992, 7:04:00 PM12/8/92
to

be...@Uni-Trier.DE schrieb am 08.12.92
zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":

b> Eigentlich ganz einfach. Der Scheinwerfer sollte ja wohl heller sein als
b> das Ruecklicht - sagen wir 'mal doppelt so hell. Und was macht der
b> technisch gebildete Mensch da? Er nimmt *drei* identische Birnchen, eins
b> hinten, zwei vorn im Doppelreflektor-Gehaeuse.

Der technisch gebildete Mensch weiss vor allem, dass eine solche Loesung
deutlich weniger Lumen pro Watt erbringt.

b> Der Reihe nach, Frontreflektor zuerst. Ueberfluessig soll er sein, so. Er
b> ist in etwa genauso gross wie ein Scheinwerfer. Wenn ihn ein Auto ueber
b> insgesamt die doppelte Strecke genauso hell zum Leuchten bringen soll wie
b> den Scheinwerfer, muss (quadratisches Abstandsgesetz) der Autoscheinwerfer
b> viermal so hell sein wie der Fahrradscheinwerfer. Ist er noch heller (was
b> ich stark vermuten wuerde),

Ich hatte bisher vermutet, dass die Menge des reflektierten Lichtes nicht von
Scheinwerferleistung und Entfernung, sondern von der Beleuchtungsstaerke
abhinge.

b> Gegen die Pedalreflektoren ueberraschenderweise wohl auch nicht.

Naechste Woche kommen meine Dura-ace-SPD-Pedale, so Herr Magee von der
Firma Lange will. Ich bitte Dich um eine Anleitung zur Befestigung der
Reflektoren.

Ciao
Hajo

--
H.ZI...@TBX.ZER Hans-Joachim Zierke@B
h.zi...@tbx.berlinet.in-berlin.de

H.ZI...@bi-link.owl.de

unread,
Dec 8, 1992, 7:11:00 PM12/8/92
to

iakr...@techfak.uni-bielefeld.de schrieb am 08.12.92
zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":

i> Auch gibt es
i> diese neuen Frontlampen die den Reflektor gleich in der Mitte mit
i> eingebaut haben, so dass man von irgendeiner Behinderung wirklich nicht
i> reden kann da die Lampen nicht groesser sind als normale ohne Reflektor.

Diese angebliche Loesung verringert die vom Scheinwerfer erbrachte
Beleuchtungsstaerke. Es ist dringend an der Zeit, diesen groben Unfug
zu verbieten - auf dem Weg ueber verschaerfte Anforderungen an die zu
erbringende Beleuchtungsstaerke.

Hajo

H.ZI...@bi-link.owl.de

unread,
Dec 8, 1992, 7:20:00 PM12/8/92
to

stei...@quando.quantum.de schrieb am 08.12.92
zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":

s> Man wird also vorne weiterhin auf die elektrisch beheizten
s> Gluehfaeden zugreifen muessen, bis etwas besseres auf dem Markt ist.
s> (Leuchtstoffroehren?)

Das erste regulaere, zulaessige Schutzblech-Ruecklicht mit Hochleistungs-
LEDs (nein, keine Flackerei) wird voraussichtlich im Fruehjahr '93
verbaut werden.

Michael Krueger

unread,
Dec 9, 1992, 2:57:13 AM12/9/92
to
In article <strobl.7...@gmd.de> str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:
>In <1992Dec7.1...@nntphost.ciba-geigy.ch> bkr...@ciba-geigy.ch (Michael Krueger) writes:
>
>>In article <strobl.7...@gmd.de> str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:
>>>In <4rIY_i~r...@BI-L003.BI-LINK.owl.de> H.ZI...@BI-LINK.owl.de writes:
>>>[Aufwaermung der alten Argumente gegen Reflektoren]

>
>>O nein, nicht wieder *diese* Diskussion.
>
>Wenn Dir der Versuch, den Wert oder Unwert von vorgeschriebenen
>Fahrradteilen einigermassen rational und sachlich zu diskutieren
>schon dermassen auf die Nerven geht, dann beteilige Dich doch
>einfach nicht!

Es nerven die Wiederholung immer derselben Argumente. Klar kann man sich da
ausklinken, aber warum das Feld denen ueberlassen, die am penetrantesten sind?

>>>>An den Frontreflektoren stoert ihre Ueberfluessigkeit, schliesslich hat
>>>>jeder vernuenftige Mensch eine funktionierende Beleuchtung am Rad. Gegen
>>>>Reflektoren hinten ist nichts zu sagen.
>
>>Ach, die Reflektoren hinten sind nicht ueberfluessig?
>
>Wieder mal ein schoenes Stueck Sarkasmus? :-|
>
>Nein. Und gefaehrlich sind sie auch nicht.
>
>Wundert es Dich wirklich so sehr, dass auch andere Leute zu einer
>differenzierten Sichtweise und Beurteilung der Dinge imstande sind?

Lieber Wolfgang, bei *Dir* wundert mich gar nichts. Ich weiss schon, dass
etwas vor allem dann differenziert gesehen und beurteilt wird, wenn es
*Deiner* Meinung entspricht.

>>Und da ich auf funktionierende Beleuchtung achte und sie auch benutze,
>>bin ich immerhin mal kein unvernuenftiger Mensch. Doch was ist, wenn
>>waehrend der Fahrt ein Defekt auftritt? Vor kurzem ist mir das Vorderlicht
>>durchgebrannt, da waere ich froh um einen Reflektor gewesen.
>
>Du bist der Meinung, man duerfe mit nicht funktionierender
>Beleuchtung weiterfahren, sofern man einen Frontreflektor hat?
>
>Aber, aber, Herr Lehrer!
>
>Im Ernst, ich hab's schonmal gesagt, wiederhole es aber gerne
>auch fuer Dich noch mal:

Ja, das machst Du ja so gerne... Aeh, das mit dem Lehrer, da meintest Du
Dich selbst, oder?

>Die Einwaende richten sich hauptsaechlich gegen die Speichen-
>reflektoren in der Bauweise, wie sie derzeit vorgeschrieben
>sind. Den Grossflaechenreflektor am Gepaecktraeger halte ich
>fuer sinnvoll, weil er ein funktionierendes und zugelassenes
>(daher also schwachbruestiges) Ruecklicht gut ergaenzen kann,
>weil er in der Form, in der er zugelassen und vorgeschrieben ist,
>haltbar ist und beim Anbringen weiteren Zubehoers selten im Wege
>ist. Beides kann man fuer den Frontreflektor nicht anfuehren:
>er ist immer im Weg, und er ist solange ohne Funktion, wie die
>Beleuchtungsanlage funktioniert. Ich persoenlich stoere mich
>nicht besonders dran, aber ich verstehe durchaus, wenn sich
>jemand anders dran stoert.

Die Behauptung "er ist immer im Weg" ist nicht gerade differenziert, so
formuliert ist sie schlichtweg falsch.

Was die Funktion betrifft, lassen wir ruhig die Frage ausser acht, was
ein Reflektor bringt, wenn die Beleuchtungsanlage funktioniert.
Es genuegt zu sehen, was er bringt, wenn die Beleuchtungsanlage nicht
funktioniert. Und dass er was bringt, gibst Du ja indirekt zu.
Und dass Beleuchtungsprobleme in der dunklen und nassen Jahreszeit
zum Alltag gehoeren, moechtest Du da widersprechen?

>>>Gegen Frontreflektoren waere m.E. nichts zu sagen, wenn die Weiterfahrt
>>>trotz ausgefallener Frontbeleuchtung erlaubt waere, was aber meines
>>>Wissens nicht der Fall ist.
>>>
>>>Beim Vorschreiben eines Frontreflektors scheint der Gesetzgeber
>>>offenbar von der Voraussetzung auszugehen, dass seine Vorschriften
>>>regelmaessig ignoriert werden. Besonders logisch ist das nicht ...
>
>>Genau, Wolfgang, das ist nicht logisch. Ein Fahrrad ist auch ab und zu im
>>Verkehr ein Stehrad, und da eine batteriegestuetzte Beleuchtung nicht
>>vorgeschrieben ist, ist ein Frontreflektor doch ganz sinnvoll.
>
>Auch wenn eine batteriegestuetzte Beleuchtung vorhanden ist?

... und funktioniert, ist das ja ganz schoen. Auch bei dieser Art Beleuchtung
beobachte ich immer wieder, das die Eigner Probleme haben. Da brennt dann
noch so eine Art Streichholzfunzel vorne wie hinten.

Aber das ist ja alles irrelevant, da jeder vernuenftige Mensch eine
funktionierende Beleuchtung hat.

>Warum dann nicht konsequenterweise auch vorschreiben, dass immer
>ein Satz Ersatzreflektoren (1 x vorne, 1 x hinten, 4 x Speichen,
>2-4 x Pedale) mitgefuehrt und auf Verlangen vorgezeigt werden
>muss?

Was hat Konsequenz mit Overkill zu tun? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit
fuer das Eintreten folgender Stoerungen:

- alle 4 Speichenreflektoren fliegen weg
- der vordere Reflektor bricht ab und die vordere Beleuchtung funktioniert
nicht
- der hintere Reflektor bricht ab und die hintere Beleuchtung funktioniert
nicht
- die Pedale ueberlassen wir dem Leser als Uebungsaufgabe

>
>des Autos im Detail nachzubilden hat? Dass bei einem stehenden
>Fahrzeug das Ruecklicht weiterbrennen sollte, ist ja sehr
>vernuenftig.

Bravo.

>Aber nur weil beim Auto auch im Stehen das Fahrlicht
>weiterbrennt (man hat's ja reichlich), muss das dann auch beim Rad so
>sein oder, wenn's nicht geht, ein schlechter Ersatz vorgeschrieben
>werden?

Ich moechte sehen und gesehen werden. Reflektoren tragen dazu bei.

Michael Krueger / Staatsangehoerigkeit: deutsch / Wohnhaft in Deutschland

Ciba-Geigy, Textilfarbstoffe, Basel, Schweiz
email: bkr...@ciba-geigy.ch

Wolfgang Bonig)

unread,
Dec 9, 1992, 6:18:45 AM12/9/92
to
In article <crauel.7...@vieta.math.uni-sb.de> cra...@math.uni-sb.de writes:
>
>... diverse Bemerkungen zur amerikanischen Diskussion um Fahrradbeleuch-
> tung geloescht ...

>
>So etwas koennte man hier wohl kaum laut sagen: eine Beleuchtungs-
>vorschrift fuer Fahrraeder traegt nichts zur Sicherheit der Fahrrad-
>fahrer bei ... ohne fuer schwachsinnig gehalten zu werden.
>Aber vielleicht ist die Aussage doch gar nicht soo falsch ...
>
> Hans Crauel cra...@math.uni-sb.de
> Saarbruecken

Ich erinnere mich, dass vor einiger Zeit in der 'Radfahren' erwaehnt wurde,
dass in Daenemark, umgerechnet auf den Verkehrsanteil, unbeleuchtet fah-
rende Radler seltener verungluecken als beleuchtet fahrende. Der Hinter-
grund, der mir aus praktischer Erfahrung heraus einleuchtet, duerfte sein:
Wer kein Licht hat, richtet seinen Fahrstil darauf ein, dass er nicht ge-
sehen wird (Ausnahmen gibt es leider auch hier, aber das stellt nicht die
grundsaetzliche Aussage in Frage). Wer mit Licht faehrt, unterliegt der ir-
rigen Annahme, er wuerde ausreichend gesehen. Angesichts der allgemeinen
Lichterflut, des relativ schwachen Fahrradlichts und der Tendenz vieler
Autofahrer, auf anderes als Kfz nicht zu achten, kann dieser Irrtum oft
toedlich sein.

Leider gibt es meines Wissens in Deutschland keine realitaetsorientierte
Untersuchung der Unfallursachen. Waere mir lieb, wenn mich jemand unter
Quellenangabe eines besseren belehren koennte.

Gruss


yeti sapiens sapiens


'Im uebrigen bin ich der Meinung,
daį wir das Apfelbaeumchen pflanzen sollten.

Die Zeit draengt.'

Wolfgang Bonig)

unread,
Dec 9, 1992, 6:54:54 AM12/9/92
to
In article <23657...@OLK.CL-HH.comlink.de> marcu...@cl-hh.comlink.de writes:
>> e> Was stoert dann an den Reflektoren? Der Luftwiederstand ?
>>
>> An den Speichenreflektoren stoert ihre Gefaehrlichkeit und Ueberfluessigkeit.
>
>Sehe ich nicht so! Speichenreflektoren (Staebchen) sind weder
>gefaehlich noch ueberfluessig (ganz im Gegenteil!).
>Mir gefaellt ein Reflektor-loses Rad auch lieber, aber man faellt
>bei Dunkelheit einfach besser auf und das kann lebenswichtig sein!

Und gerade die Staebchen sind nicht zulaessig, ebenso wie die in Holland
vorgeschriebenen Reflektorbaender. Beide sind durchaus sinnvoll.

Aber die meisten hier verkauften und zulaessigen Reflektoren brechen nun
einmal leicht und koennen u.a. schwere Stuerze verursachen. Und selbst
die besseren verursachen deutliche Unwuchten im Rad, die ein regelmaessiges
und haeufiges Nachzentrieren erfordern.

Gruss


yeti sapiens sapiens


'Im uebrigen bin ich der Meinung,

daá wir das Apfelbaeumchen pflanzen sollten.

Die Zeit draengt.'

Erik Wilde

unread,
Dec 9, 1992, 8:00:53 AM12/9/92
to
Michael Krueger (bkr...@ciba-geigy.ch) wrote:
: Nur, Wolfgang, darum ging es doch gar nicht. Darf ich nochmal von weiter
: oben, aus dem urspruenglichen Posting zitieren:
:
: "An den Reflektoren stoert natuerlich herzlich wenig, was stoert ist die
: Tatsache, dass man mich dazu zwingen will, diese Dinger zu benutzen."
:
: Nun, *das* allerdinges finde ich bedenklich: Man hat am Inhalt einer
: Vorschrift *nichts* auszusetzen, nur an der Tatsache, dass es eine
: Vorschrift *ist*.
:
: Michael Krueger / Staatsangehoerigkeit: deutsch / Wohnhaft in Deutschland

Das erscheint mir wiederum bedenklich, und zwar bedenklich deutsch. Es
geht nicht darum, ob eine Vorschrift richtig und *notwendig* ist, sondern
ob sie einfach nur sinnvoll ist, und das reicht dann schon als Existenz-
berechtigung. Ich bevorzuge eher den umgekehrten Ansatz, Vorschriften
nicht immer dann fuer korrekt zu halten, wenn sie inhaltlich in Ordnung
sind, sondern nur, wenn auch eine Notwendigkeit besteht, den geregelten
Sachverhalt wirklich durch eine weitere Vorschrift festzulegen. Aber hier
geraten wir wohl etwas abseits einer Diskussion um Beleuchtungsvorschriften
fuer Fahrraeder. Trotzdem bleibe ich dabei, eine Vorschrift nicht deshalb
gutzuheissen, weil sie inhaltlich in Ordnung ist (man denke sich nur mal
all den Unsinn, vom existierenden Unsinn mal abgesehen, der sich mit so
einer Philosophie rechtfertigen laesst). Das erinnert mich ein bisschen
an die Verwirrung, die die mathematische Unterscheidung zwischen "hinreichend"
und "notwendig" bei mir (und wohl auch vielen anderen) anfangs hinterlassen
hat. Ich wuerde sagen, nur wenn eine Vorschrift hinreichend (dass heisst
inhaltlich korrekt) *und* notwendig ist, sollte sie auch erlassen werden.
Im Uebrigen stellt sich ja nach den letzten Postings auch die Frage, ob
diese geniale Beleuchtungsvorschrift in der vorliegenden Form ueberhaupt
hinreichend ist. Anstatt fuer Beleuchtung sinnvolle Einheiten zu regeln
(wie z.B. die Lichtstaerke), werden Spannungen festgelegt, die mit der
Lichtstaerke an sich nicht sooo viel zu tun haben, und warum man keine
Lampen hoeherer Spannung betreiben darf, ist wohl nach wie vor ungeklaert.

Erik. (Exildeutscher)

marcu...@cl-hh.comlink.de

unread,
Dec 8, 1992, 9:17:00 PM12/8/92
to
STROBL%GMD...@UUCP.ZER schreibt in einer Message vom 07.12.92 14:36 Uhr:

> Ganz einfach: sie sind nicht zugelassen, und was nicht zugelassen ist,

> aber leuchtet, ist verboten.

Ich bestuecke mein Rad in erster Linie nach meinen Richtlinien. Und
da ich hier in Hamburg bisher ganz gut damit gefahren bin (Konsens der
Polizisten, die ich bisher live erleben durfte: `Die Hauptsache, es
leuchtet ueberhaupt etwas und man sieht Euch im Duester'n...'),
werde ich das auch in Zukunft so halten. Wenn dann erst der TUeV
fuer das Fahrrad vorgeschrieben ist sieht es natuerlich gleich ganz
anders (naemlich traurig) aus. :-/

Marcus

--
Marcus Olk # Internet: o...@informatik.uni-hamburg.de
Schwalbenweg 9a # marcu...@cl-hh.comlink.de
D-2000 Hamburg 61 # Zerberus: MARCU...@CL-HH.ZER
Networks, like parachutes, only function when open.

## net_sh v1.5 (sb)

w_p...@cl-hh.comlink.de

unread,
Dec 8, 1992, 7:00:00 PM12/8/92
to
Wolfgang Strobl <STROBL%GMD...@UUCP.ZER> wrote in <qrLiPvTx13@UUCP>:

> [...] Den Grossflaechenreflektor am Gepaecktraeger halte ich


> fuer sinnvoll, weil er ein funktionierendes und zugelassenes
> (daher also schwachbruestiges) Ruecklicht gut ergaenzen kann,
> weil er in der Form, in der er zugelassen und vorgeschrieben ist,
> haltbar ist und beim Anbringen weiteren Zubehoers selten im Wege
> ist. Beides kann man fuer den Frontreflektor nicht anfuehren:

Kann man(n) doch.

Du bist nur schlecht informiert: Der Frontrefelktor ist bei mind. zwei
Fabrikaten bereits in der Vorderleuchte integriert; in dieser Bauform ist
er haltbar _und_ beim Anbringen weiteren Zubehoers nicht im Wege...

> [...] er [der Frontreflektor] ist solange ohne Funktion, wie die
> Beleuchtungsanlage funktioniert.

Noe. Bei stehendem Rad *IST* er in Funktion !

> Ich persoenlich stoere mich nicht besonders dran, aber ich
> verstehe durchaus, wenn sich jemand anders dran stoert.

Ach ! Also nur ein Stellvertreter-Diskussion ?

[...]


> Warum dann nicht konsequenterweise auch vorschreiben, dass immer
> ein Satz Ersatzreflektoren (1 x vorne, 1 x hinten, 4 x Speichen,
> 2-4 x Pedale) mitgefuehrt und auf Verlangen vorgezeigt werden
> muss?

Nun wirst Du albern. (Oder ist es schon etwas spaet geworden ? ;-))

> Wo steht geschrieben, dass ein Fahrrad im Verkehr jede Eigenschaft
> des Autos im Detail nachzubilden hat? [...]
> muss das dann auch beim Rad sosein oder, wenn's nicht geht, ein
> schlechter Ersatz vorgeschrieben werden?

Da ich neben dem Fahrrad _auch_ zeitweilig (beruflich transportierend) auch
im Dunkeln des Lichterdschungels(!) einer Grossstadt Auto fahre, bin ich
den div. Reflektoren schon oft dankbar gewesen, die an Raedern waren,
deren FahrerInnen das Licht nicht anschalten konnten/wollten !

Kopfschuettelnd, "Wolfbert"

w_p...@cl-hh.comlink.de

unread,
Dec 8, 1992, 7:40:00 PM12/8/92
to
Wolfgang Strobl (WS) <STROBL%GMD...@UUCP.ZER> wrote in <kk0cUvTx13@UUCP>:

WS> An den Speichenreflektoren stoert ihre Gefaehrlichkeit und Ueberfluessigkeit.
^^^^^^^^^^^^^^^ ^^^^^^^^^^^^^^^^^

> >Sorry, aber einfach Quatsch.
> > 1. sind sie nicht gefaehrlich, wenn richtig befestigt.
>
> Gerade dann sind sie besonders gefaehrlich.

Nein. Das muesstest Du erlaeutern und ggf. beweisen. Bis dahin: Unsinn^3

> Wenn Du's nicht glaubst, dann halt' doch mal bei schneller Fahrt einen
> Kugelschreiber oder ein Stueck Holz in die Speichen.

Ach... hast *DU* das _so_ getestet ?? Wenn nein, was soll der Vorschlag?

> Ob Speichenreflektoren "richtig"ss befestigt werden koennen, ist


> offenbar nicht Zulassungskritierium, sonst haetten viele Reflektoren
> keine Zulassung.

Fuer die Zulassungskritierien bin ich nicht zustaendig, nehme aber an, dass
nur die lichtechnischen Bedingungen geprueft werden --- uebigends sicher
ein Mangel...



> > 2. sind sie nicht ueberfluessig, sondern aeusserst wichtig fuer
> > die seitliche Sichtbarkeit

> Deswegen sind dann wohl auch Reflektoren, die rundum sichtbar sind,
> verboten, aber andere, die nur in einem eingeschraenkten Winkel
> reflektieren, zugelassen?

Nein. Um aber auf die rhetorische Frage zu antworten:
Nicht _deswegen_, sondern weil deren Rueckstrahlvermoegen und -Flaeche wohl
zu gering sind ...

WS> An den Frontreflektoren stoert ihre Ueberfluessigkeit, schliesslich hat
WS> jeder vernuenftige Mensch eine funktionierende Beleuchtung am Rad.
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^-1)

> >Nicht zuende gedacht.
> >Heute z.B. fiel meine Beleuchtung (die die letzten Monate immer ging)
> >ueberraschend wegen Schneematsch aus. Da waren die Reflektoren eine gute
> >Sicherung.

> Und Du bist ohne Beleuchtung weitergefahren?

Jein. Immer, wenn einer auf dem Radweg (der _nicht_ an einer Strasse liegt!!)
entgegenkam, hab ich den Dynamo von Hand an den Reifen gepresst -> Licht an!

> >Bei anderen faellt das Licht sicher auch mal ueberraschend aus und ich kann
> >schliesslich am Abend nicht nach Hause schieben!

> Weil Du Deine Beleuchtungsanlage nicht in Ordnung halten kannst, muss

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^


> ich mir ueberfluessigen Schrott an's Rad montieren?

Eins.
In Rhetorik. Setzen.

Ansonsten: Natuerlich nicht meinetwegen, sondern weil

- Beleuchtungsmaengel an Fahrad beinahe obligatorisch sind

- das Rad im Stand (oder beim Schieben!) sehr gut zu sehen ist

- weil (wie Du ja schon aus der Vielzahl von 'uneinsichtigen' Antworten zu
Deiner Auffassung in dieser Area entnehmen musst) auch eine grosse Zahl
von (nach Deiner oben zu 1) geausserten Meinung) "unvernuenftigen"
Menschen mit Raedern faehrt, deren Beleuchtung ploetzlich und meist
unvorhersehbar ausfaellt...

Und da kannst Du ja wirklich _froh_ sein, wenn der entgegenkommende (und
natuerlich ohne Licht fahrende) Radfahrer wenigstens einen Frontreflektor
hat, den Du dann im Licht Deiner Vorderleuchte ja gut sehen kannst... ROFL

Sorry, aber das musste wohl mal gesagt werden, "Wolfbert"

Martin P. Ibert

unread,
Dec 9, 1992, 9:59:59 AM12/9/92
to
str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:
> Die Einwaende richten sich hauptsaechlich gegen die Speichen-
> reflektoren in der Bauweise, wie sie derzeit vorgeschrieben
> sind.
Gut, einige von denen (aber nicht alle) sind lebensgefaehrlich.

> Beides kann man fuer den Frontreflektor nicht anfuehren:

> er ist immer im Weg,

Wieso das denn? Ich krebse eigentlich selten um meinen Vorbau herum und
stosse mich an meinem Frontreflektor.

> und er ist solange ohne Funktion, wie die
> Beleuchtungsanlage funktioniert.

Wie ich schon in einem anderen Artikel dargelegt habe, ist das genau der
Punkt. Wenn Du irgendwo herumstehst, dann hast Du normalerweise (und
Batterielichtanlagen, die auch noch funktionieren, sind NICHT normal, sondern
die Ausnahme) kein Licht mehr.

> Auch wenn eine batteriegestuetzte Beleuchtung vorhanden ist?

Nein, dann (waehrend sie funktioniert) hat er keinen Sinn. Aber das gilt
in genau analoger Weise auch fuer die Heckreflektoren, und eigentlich auch
fuer die Pedalreflektoren.

> Wo steht geschrieben, dass ein Fahrrad im Verkehr jede Eigenschaft

> des Autos im Detail nachzubilden hat? Dass bei einem stehenden
> Fahrzeug das Ruecklicht weiterbrennen sollte, ist ja sehr

> vernuenftig. Aber nur weil beim Auto auch im Stehen das Fahrlicht
> weiterbrennt (man hat's ja reichlich), muss das dann auch beim Rad so

> sein oder, wenn's nicht geht, ein schlechter Ersatz vorgeschrieben
> werden?

Ich staune immer wieder ueber diese Trotzhaltung gegenueber Einrichtungen,
die der passiven Sicherheit dienen. Auch im Stillstand MUESSEN Auto-
scheinwerfer weiterbrennen, und zwar primaer, weil man ja auch mal links
abbiegt. Dann sollte das Auto erstens auch von vorne sichtbar sein, und
zweitens kann der Autofahrer im Lichtkegel auch seinen Gegenverkehr (in-
klusiver unbeleuchteter Fussgaenger und Radfahrer) besser sehen als ohne
Lichtkegel. Fuer Fahrraeder gilt zumindest bezueglich der Sichtbarkeit
natuerlich das gleiche.

Unabhaengig von allen Vorschriften kann ein Fussgaenger oder Fahrradfahrer
eigentlich gar nicht genug Reflektoren haben.
--
___*___ Martin P. Ibert - Westendallee 100 d, D-1000 Berlin 19 - +4930-3056541
======= E-mail to martini@{heaven7.{in-berlin.de|sub.org}|cloud9.in-berlin.de}
||| ||| ----------------------------------------------------------------------
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Matthias Urlichs

unread,
Dec 9, 1992, 5:04:03 PM12/9/92
to
In de.rec.fahrrad, article <HEINER.SCHORN...@phaedros.waldschrat.umu.se>,

Heiner...@waldschrat.umu.se writes:
> >>>>> On Tue, 8 Dec 1992 14:50:31 GMT, bkr...@ciba-geigy.ch (Michael Krueger) said:
>
> Michael> In article <strobl.7...@gmd.de> str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:
>
> Wolfgang> "An den Reflektoren stoert natuerlich herzlich wenig, was
> Wolfgang> stoert ist die Tatsache, dass man mich dazu zwingen will,
> Wolfgang> diese Dinger zu benutzen."
>
> Michael> Nun, *das* allerdinges finde ich bedenklich: Man hat am
> Michael> Inhalt einer Vorschrift *nichts* auszusetzen, nur an der
> Michael> Tatsache, dass es eine Vorschrift *ist*.
>
> Kinder ist das wirklich so schwer? Inhalt der Vorschrift sind nicht
> die Reflektoren, an denen Wolfgang nichts auszusetzen hat. Inhalt der
> Vorschrift ist der Zwang eine bestimmte Sorte von Reflektoren zu
> benutzen, den Wolfgang ablehnt. Wolfgang lehnt die Vorschrift aufgrund
> ihres Inhalts ab, und "die Tatsache, dass es eine Vorschrift *ist*"
> macht die Situation nicht gerade besser.
>
Um es anders auszudruecken: Eine Vorschrift hat (hoffentlich) einen Sinn.
Hier: Das Rad soll von der Seite als Rad erkannt werden. Also mit irgendwas
Reflektierendem an den Reifen.

Ob das jetzt die teilweise gefaehrlichen dicken Reflektoren sind, oder
reflektierende Ringe oder Staebchen, oder ein weisser Aufkleber einmal am
Reifen entlang, ist dabei egal. Folglich hat der Gesetzgeber gefaelligst die
Helligkeit bei einer bestimmten Beleuchtung und vielleicht die Farbe fest-
zulegen und meinetwegen dass das Rad als solches erkennbar sein soll (die
vorgeschriebenen Teile sehen ueberhaupt nicht nach Rad aus, sobald das Teil
steht!) und damit basta.

Allgemein:
Wem bringt es denn was, dass eine bestimmte Technik festgeschrieben
und dabei automatisch jeder Fortschritt von Amtsschimmels wegen verboten
oder ausgebremst wird?
Ein Ausgleich zwischen sinnvollen Neuerungen und (hier) moeglicherweise
verkehrsgefaehrdendem Bloedsinn muss doch moeglich sein, ohne dass die
Leute mit den Ideen erstmal in Bonn eine Lobby gruenden oder ihren Kunden
ein paar Strafzettel bescheren brauchen.

Erinnert ihr euch noch an die zusaetzlichen Bremslampen, die vor ein paar
Jahren jeder Depp hinten im Rueckfenster seines Autos hatte?
Da war die gesetzliche Einschraenkung sofort weg bzw. wurde durch eine neue
ersetzt, die das Teil zufaellig auch erlaubt hat. Und heute kraeht kein Hahn
mehr nach den Teilen. Offenbar haben sich die Dinger auch ganz ohne
Gesetzgeber als sinnlos erwiesen. Wozu also ueberhaupt das Gesetz?

--
Any body of men who believe in hell will persecute whenever
they have the power.
-- Joseph M. McCabe (1867-1957)
--
Matthias Urlichs -- url...@smurf.sub.org -- url...@smurf.ira.uka.de /(o\
Humboldtstrasse 7 -- 7500 Karlsruhe 1 -- Germany -- +49-721-9612521 \o)/

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 10, 1992, 5:29:52 PM12/10/92
to
In <1C192...@WP.CL-HH.comlink.de> w_p...@cl-hh.comlink.de writes:

>Wolfgang Strobl <STROBL%GMD...@UUCP.ZER> wrote in <qrLiPvTx13@UUCP>:

>> [...] Den Grossflaechenreflektor am Gepaecktraeger halte ich
>> fuer sinnvoll, weil er ein funktionierendes und zugelassenes
>> (daher also schwachbruestiges) Ruecklicht gut ergaenzen kann,
>> weil er in der Form, in der er zugelassen und vorgeschrieben ist,
>> haltbar ist und beim Anbringen weiteren Zubehoers selten im Wege
>> ist. Beides kann man fuer den Frontreflektor nicht anfuehren:

>Kann man(n) doch.

>Du bist nur schlecht informiert: Der Frontrefelktor ist bei mind. zwei
>Fabrikaten bereits in der Vorderleuchte integriert; in dieser Bauform ist
>er haltbar _und_ beim Anbringen weiteren Zubehoers nicht im Wege...

Ich weiss. Dies steht auf Seite 26 und 27 der Broschuere "Sei helle!",
die zu den "ADFC-Beleuchtungswochen Herbst 92" gehoert, und die ich
eigenhaendig bei verschiedenen Gelegenheiten stapelweise verteilt
habe. Von beiden Fabrikaten (einmal von Buechel, dann von
Busch&Mueller) sind sogar Fotos in dem Heftchen. Einzelne Exemplare
der - kostenlosen - Broschuere koennen in jeder ADFC-Geschaeftsstelle
abgeholt werden, solange der Vorrat reicht. Naechstes Jahr gibt's
vermutlich wieder ein neues Heft.

Soviel zu meinem Informationsstand.

Das heisst aber nicht, dass ich die dort vorgestellten
Bauformen fuer gut halten muss. Sie sind halt ein Kompromiss,
der Versuch, das Beste aus einer nicht zu Ende gedachten
Vorschrift zu machen und sind - mit dieser Einschraenkung -
durchaus gelungen.

>> [...] er [der Frontreflektor] ist solange ohne Funktion, wie die
>> Beleuchtungsanlage funktioniert.

>Noe. Bei stehendem Rad *IST* er in Funktion !

Bei meinem Rad nicht. Bei dem Rad meiner Frau auch nicht. Bei
den Raedern meiner beiden Kinder schon - und da sind sogar
*zwei* Stueck pro Fahrrad dran.

Abgesehen davon: es waere viel sinnvoller, das *Fahren*
sicherer zu machen, und nicht immer nur das Stehen. Das ist
in der Regel auch so schon ziemlich sicher.

>> Ich persoenlich stoere mich nicht besonders dran, aber ich
>> verstehe durchaus, wenn sich jemand anders dran stoert.

>Ach ! Also nur ein Stellvertreter-Diskussion ?

Wie meinen?

>[...]
>> Warum dann nicht konsequenterweise auch vorschreiben, dass immer
>> ein Satz Ersatzreflektoren (1 x vorne, 1 x hinten, 4 x Speichen,
>> 2-4 x Pedale) mitgefuehrt und auf Verlangen vorgezeigt werden
>> muss?

>Nun wirst Du albern. (Oder ist es schon etwas spaet geworden ? ;-))

Ja ist es. Die ganze Diskussion wird langsam albern, und es ist
in der Tat recht spaet geworden, auch heute, so dass ich mir die Bitte,
auf dieses Argument einzugehen - statt zu kneifen - ersparen will.

>> Wo steht geschrieben, dass ein Fahrrad im Verkehr jede Eigenschaft
>> des Autos im Detail nachzubilden hat? [...]
>> muss das dann auch beim Rad sosein oder, wenn's nicht geht, ein
>> schlechter Ersatz vorgeschrieben werden?

>Da ich neben dem Fahrrad _auch_ zeitweilig (beruflich transportierend) auch
>im Dunkeln des Lichterdschungels(!) einer Grossstadt Auto fahre, bin ich
>den div. Reflektoren schon oft dankbar gewesen, die an Raedern waren,
>deren FahrerInnen das Licht nicht anschalten konnten/wollten !

Und was ist das jetzt: eine doppelt indirekte Stellvertreterdiskussion?

Nochmal. Warum soll ich mir einen Reflektor ans Rad schrauben muessen,
nur weil jemand anders ohne Licht faehrt? Was soll solch ein laecherlicher
Reflektor, wenn die Lenkertasche vorne eine retroreflektierende Flaeche
hat, die fast zehn mal so gross ist? Warum werden mir schlechte
Loesungen vorgeschrieben, bessere aber verboten?

Wobei ich den Punkt Frontreflektor wirklich nicht fuer so bedeutsam
halte; die Neuausstattung von Allerwelts-Gebrauchsraedern mit
diesen Dingern mag vielleicht wirklich dem einen oder anderen
Blindflieger das Leben retten, wenngleich es dafuer sicherlich
andere und wirksamere Moeglichkeiten gaebe. Aber dem vergleichsweise
geringen Nutzen dieser Dinger steht zum Glueck auch gegenueber,
dass sie an den meisten Raedern nicht uebermaessig stoeren.

Ausgangspunkt der Diskussion waren die Speichenreflektoren,
fuer die dies nun ueberhaupt nicht zutrifft. Nichts gegen den
Versuch, ein Fahrrad von der Seite besser sichtbar zu machen.
Aber eine Regel sollte man dabei immer beherzigen: NICHT IN
DIE SPEICHEN!

Keine Regel ohne Ausnahme: ich koennte mir sehr gut eine
StVZO-Vorschrift vorstellen der Art (nur skizziert, nicht
ausgearbeitet):

"Ein Rad muss eine nach allen vier Seiten wirksame Lichtanlage
haben, wobei nach vorne und nach hinten aktive Lichtquellen
mit einzuhaltenden Beleuchtungsstaerken verwendet werden
muessen. Darueberhinaus haben nach vorne mindestens 20 qcm
weisse, nach hinten 50 qcm rote und zu den beiden Seiten
jeweils 50 qcm gelbe retroreflektierende Flaechen vorhanden zu
sein. Aus jedem Blickwinkel muss mindestens 20 qcm wirksame
Flaeche sichtbar sein."

"Speichenreflektoren erhalten nur dann eine Zulassung, wenn sie
bei einem Gewicht von unter 8 g eine wirksame Gesamtflaeche
von mindestens 10 qcm in der Aufsicht haben, aus jedem
Blickwinkel von mehr als 20 Grad zur Laengsachse, und wenn
sich bei einem Dauerruetteltest von xxx Stunden nach Alterung
im KLimaschrank weniger als 0,xx % der Reflektoren
loesen."

Wenn Komponenten bauartlich zugelassen werden sollen, so
koennte man (anders als es derzeit der Fall ist), durchaus
mehrere alternative Bauarten zulassen: also z.B.
Pedalrueckstrahler vorschreiben (diese halte ich uebrigens
nebenbei bemerkt, fuer ausserordentlich nuetzlich!), aber
als Alternative dazu auch z.B. ein gelbes (LED-)Wechsellicht
mit aehnlichen Leistungswerten, wie sie die Pedalrueck-
strahler bei maessiger Beleuchtung bringen, zulassen.

Oder die nach vorne wirkende Reflektorflache optional
machen, wenn ein Frontlicht mit gepruefter Ausfallsicherheit
verwendet wird.

Usw.

Vielleicht sollten wir mal ueber sowas diskutieren, statt
unsere Zeit in muessigen Diskussionen ueber Fahrradkomponenten
maessiger Brauchbarkeit zu verschwenden.

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 10, 1992, 6:48:00 PM12/10/92
to

>str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:
>> Die Einwaende richten sich hauptsaechlich gegen die Speichen-
>> reflektoren in der Bauweise, wie sie derzeit vorgeschrieben
>> sind.
>Gut, einige von denen (aber nicht alle) sind lebensgefaehrlich.

>> Beides kann man fuer den Frontreflektor nicht anfuehren:
>> er ist immer im Weg,

>Wieso das denn? Ich krebse eigentlich selten um meinen Vorbau herum und
>stosse mich an meinem Frontreflektor.

Ich hatte bei dem Rad meiner Frau erhebliche Schwierigkeiten, eine
nicht von der Lenkertasche und den Gepaecktraegern verdeckte Stelle
zu finden, wo ich den Reflektor anbringen konnte. Schliesslich habe
ich ihn an dieselbe Strebe des Gepaecktraegers gemacht, an der auch
der Frontscheinwerfer befestigt ist, mit der Folge, dass nun
durch das zusaetzliche Gewicht der Scheinwerfer ziemlich tanzt und
sich auch haeufig verstellt, weil die Befestigungsschraube nicht
fuer eine zusaetzliche Belastung durch ein an einem federnden
Blechstreifen befestigtes Gewicht gedacht ist.

>> und er ist solange ohne Funktion, wie die
>> Beleuchtungsanlage funktioniert.

>Wie ich schon in einem anderen Artikel dargelegt habe, ist das genau der
>Punkt. Wenn Du irgendwo herumstehst, dann hast Du normalerweise (und
>Batterielichtanlagen, die auch noch funktionieren, sind NICHT normal, sondern
>die Ausnahme) kein Licht mehr.

Doch, *ICH* habe normalerweise, wenn ich irgendwo herumstehe, Licht an,
und darueberhinaus nach vorne genuegend retroreflektierendes Material
am Rad (unzulaessig, leider), dass der Reflektor daneben voellig
verblasst. Solange das Licht an ist, siehst Du den Reflektor
ueberhaupt nicht. Meine Frau hat darueberhinaus an ihrer Karrimor-
Lenkertasche breite, rote Reflexstreifen nach vorne und nach beiden
Seiten, die jeden Frontreflektor vor Scham erroeten lassen.

Was soll da ein Frontreflektor, ausser die Scheinwerferbefestigung
ein wenig unsicherer zu machen?

>> Auch wenn eine batteriegestuetzte Beleuchtung vorhanden ist?
>Nein, dann (waehrend sie funktioniert) hat er keinen Sinn. Aber das gilt
>in genau analoger Weise auch fuer die Heckreflektoren, und eigentlich auch
>fuer die Pedalreflektoren.

Die Pedalreflektoren liegen sehr weit unten, bewegen sich und werden
genau aus der guenstigsten Richtung beleuchtet, so dass sie,
auch wenn man sie nur mit dem Fahrradscheinwerfer beleuchtet,
schon von weitem deutlich sichtbar sind, ganz im Gegensatz
z.B. zu einem Frontreflektor. Zum Grossflaechenreflektor ist
zu sagen, dass hier eine ziemlich grosse Flaeche ein schwaches
0,6-Watt-Licht ergaenzt, waehrend vorne eine etwas gross geratene
Briefmarke einen 2,4-Watt-Scheinwerfer ergaenzen soll. Das ist
nicht dasselbe.

>> Wo steht geschrieben, dass ein Fahrrad im Verkehr jede Eigenschaft
>> des Autos im Detail nachzubilden hat? Dass bei einem stehenden
>> Fahrzeug das Ruecklicht weiterbrennen sollte, ist ja sehr
>> vernuenftig. Aber nur weil beim Auto auch im Stehen das Fahrlicht
>> weiterbrennt (man hat's ja reichlich), muss das dann auch beim Rad so
>> sein oder, wenn's nicht geht, ein schlechter Ersatz vorgeschrieben
>> werden?

>Ich staune immer wieder ueber diese Trotzhaltung gegenueber Einrichtungen,
>die der passiven Sicherheit dienen.

Ich bestreite, dass alle Einrichtungen, um die es hier geht, generell
die passive Sicherheit erhoehen. Es hilft nicht weiter, wenn Du
die Sorge darueber als Trotzhaltung diffamierst.

>Auch im Stillstand MUESSEN Auto-
>scheinwerfer weiterbrennen, und zwar primaer, weil man ja auch mal links
>abbiegt. Dann sollte das Auto erstens auch von vorne sichtbar sein, und
>zweitens kann der Autofahrer im Lichtkegel auch seinen Gegenverkehr (in-
>klusiver unbeleuchteter Fussgaenger und Radfahrer) besser sehen als ohne
>Lichtkegel. Fuer Fahrraeder gilt zumindest bezueglich der Sichtbarkeit
>natuerlich das gleiche.

>Unabhaengig von allen Vorschriften kann ein Fussgaenger oder Fahrradfahrer
>eigentlich gar nicht genug Reflektoren haben.

Aus der Windschutzscheibenperspektive, ja. Vom anderen Ende all dieser
Lichtkegel her gesehen nicht unbedingt.

Hans-Joachim Zierke

unread,
Dec 10, 1992, 1:09:00 PM12/10/92
to

Wirkvorschriften statt Bauartvorschriften !!!
Wirkvorschriften statt Bauartvorschriften !!!
Wirkvorschriften statt Bauartvorschriften !!!

Uralte Position der Bundesfachgruppe Technik des ADFC.

Statt nur herumzulabern :-) , sollte jetzt einfach mal was passieren:

Entweder wird endlich von "offizieller" Seite anders geprueft, oder
es wird ein Pruefsiegel des ADFC (besser waere natuerlich ECF) geben. Ich bin
sicher, dass dies beim Thema "Beleuchtung" auch durchgestanden werden wird.

Ich habe schon vor Monaten nach E-Technikern/Lichttechnikern gesucht, die
bereit sind, ein solches Projekt zu unterstuetzen (und qualifiziert genug,
um dem Kraftfahrtbundesamt/Lichttechnischen Institut Karlsruhe die Zaehne
zeigen zu koennen).

Also: Es laesst sich arrangieren, dass ich zusammen mit solchen Unter-
stuetzern zu UNION eingeladen werde (UNION ist in diesem Falle industrie-
politisch wichtig, ein Ing. hockt auch im Bonner Ausschuss.)

Ich bin auch bereit, eine Einladung zu DT zu organisieren. Da die Leute
gerade ihr Diodenruecklicht durch die deutschen Unfug-Vorschriften bugsieren
muessen ("Gucken Sie mal, hier haben wir noch zwei Prismen eingebaut. Wegen
der deutschen Behoerden, weil ein Ruecklicht in Deutschland auch nach oben
strahlen muss. Wir nennen das unser Hubschrauberruecklicht."), werden sie
sich bestens auskennen.

Dass eine solche Mitarbeit weitgehend kostenneutral ;-) ist, laesst sich
also hinkriegen.
Mit den Pruefingenieuren in der Bundesfachgruppe Technik des ADFC kann ich
dieses Projekt gern abstimmen.

Das alles mache ich gern und freiwillig. Aber bevor nicht die Unterstuetzung
eines qualifizierten Ingenieurs/Ing-Studenten der entsprechenden Faecher
(oder 2, oder 3, oder...) da ist, erfolgt hier kein Handschlag.

Vergeblich gearbeitet habe ich in der letzten Zeit zu haeufig. Also: Wer
findet qualifizierte Mitmacher?

Matthias Urlichs

unread,
Dec 10, 1992, 8:00:52 PM12/10/92
to
In de.rec.fahrrad, article <4rYeZ...@bi-l003.bi-link.owl.de>,

H.ZI...@BI-LINK.owl.de writes:
>
> Ich hatte bisher vermutet, dass die Menge des reflektierten Lichtes nicht von
> Scheinwerferleistung und Entfernung, sondern von der Beleuchtungsstaerke
> abhinge.

Aeh, und wovon haengt die Beleuchtungsstaerke ab? Richtig, von
Scheinwerferleistung und Entfernung!

--
Hoffentlich werden wir so alt, wie wir aussehen.

Wolfgang Bonig)

unread,
Dec 11, 1992, 9:01:10 AM12/11/92
to
In article <1C176...@WP.CL-HH.comlink.de> w_p...@cl-hh.comlink.de writes:
>Hajo <\H.\Z\I\E\R\K\E%BI-LINK...@UUCP.ZER> wrote in <MeY6j2UKbT@UUCP>:
>
>> ei...@late.e-technik.uni-erlangen.de schrieb am 04.12.92
>> zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":

>>
>> e> Was stoert dann an den Reflektoren? Der Luftwiederstand ?
>> ^

>> An den Speichenreflektoren stoert ihre Gefaehrlichkeit und Ueberfluessigkeit.
> ^^^^^^^^^^^^^^^ ^^^^^^^^^^^^^^^^^
>
>Sorry, aber einfach Quatsch.
> 1. sind sie nicht gefaehrlich, wenn richtig befestigt.
> 2. sind sie nicht ueberfluessig, sondern aeusserst wichtig fuer die
> seitliche Sichtbarkeit
>

Sorry, aber das was Du unter 1 schreibst, ist absoluter Unsinn:
Alle Speichenreflektoren, die keinen besonderen Halterahmen haben oder
angeschraubt werden, sind gefaehrlich. Der Reflektorkoerper ist von
seinem Material her viel zu schwach, um die Fliehkraefte und Erschuette-
rungen auf Dauer auszuhalten (nicht einmal bei meinem Haenger, mit dem
ich eine relativ geringe Kilometerleistung bei relativ geringen Fahr-
geschwindigkeiten aufweise). Wenn sie dann bei einem Bruch das Rad
blockieren, kommt es zu schweren Stuerzen. Und praktisch alle Neuraeder
sind von Haus aus mit diesen Dingern bestueckt.
Aber auch die stabileren Versionen verursachen staendige Unwuchten, die
haeufiges Nachzentrieren erfordern. Und nie zuvor hatte ich derart viele
Speichenbrueche.

Zu 2 waere zu sagen:
Die Hauptmotivation der immer weiter ausufernden aktiven und passiven
Beleuchtungseinrichtungen ist nicht so sehr die Sicherheit der Radfahrer
(und Fussgaenger; es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Blinkies
vorgeschrieben werden). In erster Linie wird damit schneller Autoverkehr
gefoerdert; je weiter "Hindernisse" erkennbar sind, desto schneller wird
gefahren.

>> An den Frontreflektoren stoert ihre Ueberfluessigkeit, schliesslich hat

>> jeder vernuenftige Mensch eine funktionierende Beleuchtung am Rad.
>

>Nicht zuende gedacht.
>Heute z.B. fiel meine Beleuchtung (die die letzten Monate immer ging)
>ueberraschend wegen Schneematsch aus. Da waren die Reflektoren eine gute
>Sicherung.

>Bei anderen faellt das Licht sicher auch mal ueberraschend aus und ich kann
>schliesslich am Abend nicht nach Hause schieben!

Du musst Dein Rad dann aber nach Hause schieben. Lies einmal in der Strassen-
verkehrsordnung nach ! Du darfst nicht einmal weiterfahren, wenn nur das
Ruecklicht ausfaellt oder einer der Speichenreflektoren fehlt.

Gruss


yeti sapiens sapiens


'Im uebrigen bin ich der Meinung,

daį wir das Apfelbaeumchen pflanzen sollten.

Die Zeit draengt.'

Michael Krueger

unread,
Dec 9, 1992, 11:21:29 AM12/9/92
to
In article <1992Dec9.1...@bernina.ethz.ch> wi...@bernina.ethz.ch (Erik Wilde) writes:
>Michael Krueger (bkr...@ciba-geigy.ch) wrote:
>: Nur, Wolfgang, darum ging es doch gar nicht. Darf ich nochmal von weiter
>: oben, aus dem urspruenglichen Posting zitieren:
>:
>: "An den Reflektoren stoert natuerlich herzlich wenig, was stoert ist die
>: Tatsache, dass man mich dazu zwingen will, diese Dinger zu benutzen."
>:
>: Nun, *das* allerdinges finde ich bedenklich: Man hat am Inhalt einer
>: Vorschrift *nichts* auszusetzen, nur an der Tatsache, dass es eine
>: Vorschrift *ist*.
>:
>
>Das erscheint mir wiederum bedenklich, und zwar bedenklich deutsch. Es
>geht nicht darum, ob eine Vorschrift richtig und *notwendig* ist, sondern
>ob sie einfach nur sinnvoll ist, und das reicht dann schon als Existenz-
>berechtigung.

Ich verstehe hier den Gegensatz (richtig und notwendig) vs. (sinnvoll)
nicht. Gibt es Vorschriften, die falsch und ueberfluessig, aber sinvoll
sind?

Ich haette Dich verstanden, wenn geschrieben haettest: "Es geht [...], sondern
ob sie einfach nur *verordnet* ist, [...]".

Das finde ich in der Tat auch bedenklich. Idealerweise sollte eine Vorschrift
notwendig und richtig sein. Wobei die Notwendigkeit und Richtigkeit nicht
objektiv fassbar sind. Daher kann man prinzipiell ueber jede Vorschrift
diskutieren. Dann muss ich allerdings die Fakten nennen. Es genuegt nicht,
wenn ich sage "Ich habe nichts an der Vorschrift auszusetzen" (denn das
bedeutet doch, dass ich die Notwendigkeit und Richtigkeit nicht in
Frage stelle) "mich stoert die Vorschrift an sich".

Und weil Wolfgang Strobl oben erwaehnt ist: das (wie ich finde) bedenkliche
Zitat stammt nicht von ihm, seine Ablehnung der konkreten Beleuchtungs-
vorschriften beruhen schon auf sachlichen Argumenten, wie von ihm
dargelegt. Bevor mir wieder was anderes unterschoben wird. Dass ich
seine Argumente nicht teile, ist eine andere Sache.

Zu guter letzt kann ich es mir doch nicht verkneifen: was ist eigentlich der
Unterschied zwischen "bedenklich" und "bedenklich deutsch"? Ist das
eine Steigerungsform? Oder eine Diffamierung?

>Erik. (Exildeutscher)

Michael Krueger / Staatsangehoerigkeit: deutsch / Wohnhaft in Deutschland

Ciba-Geigy, Textilfarbstoffe, Basel, Schweiz
email: bkr...@ciba-geigy.ch

Erik Wilde

unread,
Dec 11, 1992, 7:52:05 AM12/11/92
to
Michael Krueger (bkr...@ciba-geigy.ch) wrote:
: >Das erscheint mir wiederum bedenklich, und zwar bedenklich deutsch. Es
: >geht nicht darum, ob eine Vorschrift richtig und *notwendig* ist, sondern
: >ob sie einfach nur sinnvoll ist, und das reicht dann schon als Existenz-
: >berechtigung.
: Ich verstehe hier den Gegensatz (richtig und notwendig) vs. (sinnvoll)
: nicht. Gibt es Vorschriften, die falsch und ueberfluessig, aber sinvoll
: sind?

sinnvoll := richtig (zumindest mal fuer diesen Satz), dann sollte es
eigentlich ohne groesseren Aufwand zu verstehen sein...

: Zu guter letzt kann ich es mir doch nicht verkneifen: was ist eigentlich der


: Unterschied zwischen "bedenklich" und "bedenklich deutsch"? Ist das
: eine Steigerungsform? Oder eine Diffamierung?

Eine Steigerungsform. Wenn es um Verordnungen jedweder Art geht.

Erik.

Hans-Joachim Zierke

unread,
Dec 11, 1992, 7:26:00 AM12/11/92
to

str...@gmd.de schrieb am 10.12.92
zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":

s> "Speichenreflektoren erhalten nur dann eine Zulassung, wenn sie
s> bei einem Gewicht von unter 8 g eine wirksame Gesamtflaeche
s> von mindestens 10 qcm in der Aufsicht haben, aus jedem
s> Blickwinkel von mehr als 20 Grad zur Laengsachse, und wenn
s> sich bei einem Dauerruetteltest von xxx Stunden nach Alterung
s> im KLimaschrank weniger als 0,xx % der Reflektoren
s> loesen."

Unfug ! :-)

Interessant ist, wieviel Licht zurueckgeworfen wird. Mit welcher Flaeche
dies geschieht, ist Sache des Herstellers. Es gibt unterschiedlich
wirksame Reflektoren. Ein kleiner guter bewirkt das gleiche wie ein
grosser schlechter.

WIRKVORSCHRIFTEN STATT BAUARTVORSCHRIFTEN !

WIRKVORSCHRIFTEN STATT BAUARTVORSCHRIFTEN !

WIRKVORSCHRIFTEN STATT BAUARTVORSCHRIFTEN !

Michael Krueger

unread,
Dec 11, 1992, 10:43:51 AM12/11/92
to
In article <2XN...@heaven7.in-berlin.de> mar...@heaven7.in-berlin.de (Martin P. Ibert) writes:
>str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:
>
>> [Frontreflektor] ist solange ohne Funktion, wie die
>> Beleuchtungsanlage funktioniert.
>
>Wie ich schon in einem anderen Artikel dargelegt habe, ist das genau der
>Punkt. Wenn Du irgendwo herumstehst, dann hast Du normalerweise (und
>Batterielichtanlagen, die auch noch funktionieren, sind NICHT normal, sondern
>die Ausnahme) kein Licht mehr.
>
>> Auch wenn eine batteriegestuetzte Beleuchtung vorhanden ist?
>Nein, dann (waehrend sie funktioniert) hat er keinen Sinn. Aber das gilt
>in genau analoger Weise auch fuer die Heckreflektoren, und eigentlich auch
>fuer die Pedalreflektoren.

Ich bin mir da nicht so sicher. Angeregt durch die Diskussion habe ich
vorgestern alle Fahrraeder beobachtet, als ich autofahrenderweise nachts
in Freiburg war. Leider kam mir keines entgegen. Dafuer habe ich
zwei Radler von hinten beobachten koennen, beide mit eingeschalteter
Lichtanlage. Einer von beiden hatte jedoch zusaetzlich einen gut
dimensionierten Reflektor. Das Ergebnis war frappierend. Das Rad mit
Reflektor war schon aus groesserer Entfernung extrem auffaellig. Es wirkte
als ob er drei Lampen montiert haette.

>___*___ Martin P. Ibert - Westendallee 100 d, D-1000 Berlin 19 - +4930-3056541

Michael Krueger / Staatsangehoerigkeit: deutsch / Wohnhaft in Deutschland

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 11, 1992, 5:19:09 PM12/11/92
to

>Unfug ! :-)

>WIRKVORSCHRIFTEN STATT BAUARTVORSCHRIFTEN !

>WIRKVORSCHRIFTEN STATT BAUARTVORSCHRIFTEN !

>WIRKVORSCHRIFTEN STATT BAUARTVORSCHRIFTEN !

Ist ja gut, ich glaub's ja!

Ich schrieb oben von "wirksamer Gesamtflaeche". Das ist noch offen
fuer Interpretationen. :-)

Aber Du hast recht, man sollte sich wirklich von den Bauartvorschriften
ganz loesen. Wenn das aber nun nicht geht, waeren nicht in Alternativ-
form gegebene Vorschriften doch schon eine erhebliche Verbesserung
gegenueber der derzeitigen "one size fits all"-Mentalitaet, die in
der StVZO zum Ausdruck kommt? Darauf wollte ich eigentlich mehr
hinaus, und der obige Vorschlag war lediglich zur Illustration ge-
dacht.

Thomas Driemeyer

unread,
Dec 9, 1992, 4:36:20 PM12/9/92
to
In article <bern.723785909@kleopatra> be...@Uni-Trier.DE (Jochen Bern) writes:
> Z-Reflektor ... nun, gegen den hatte ja sowieso niemand etwas. Gegen die

> Pedalreflektoren ueberraschenderweise wohl auch nicht.

Das habe ich doch glatt uebersehen. Hat schon mal jemand versucht, an
SPD-, Time-, Look-, Sampson-, Shimano-Clipless-Pedalen und wie sie
alle heissen einen Reflektor anzubringen? Schrauben oder Loecher gibt's
keine. Bei den SPSs besteht die Rueckflaeche auch noch aus zwei Teilen
mit grossem Spalt, und eins der beiden Teile bewegt sich.

Wieder mit nichtrastenden Pedalen fahren? Schreckliche Vorstellung. Ich
fuehle mich richtig unsicher auf sowas. Und von den Dingern werden doch
jede Menge verkauft, sind die alle illegal?

Thomas
--

--
Thomas Driemeyer tho...@bitrot.in-berlin.de voice: +49 30 8924936

Thomas Driemeyer

unread,
Dec 11, 1992, 6:27:45 PM12/11/92
to
In article <1g5qgl...@smurf.smurf.sub.org> url...@smurf.sub.org (Matthias Urlichs) writes:
> Erinnert ihr euch noch an die zusaetzlichen Bremslampen, die vor ein paar
> Jahren jeder Depp hinten im Rueckfenster seines Autos hatte?
> Da war die gesetzliche Einschraenkung sofort weg bzw. wurde durch eine neue
> ersetzt, die das Teil zufaellig auch erlaubt hat. Und heute kraeht kein Hahn
> mehr nach den Teilen. Offenbar haben sich die Dinger auch ganz ohne
> Gesetzgeber als sinnlos erwiesen. Wozu also ueberhaupt das Gesetz?

Die Dinger sind in den USA vorgeschrieben. Vermutlich hat da einer einen
neuen Absatzmarkt in Deutschland gesehen, aber es hat nicht geklappt.

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 12, 1992, 8:49:37 PM12/12/92
to

>In article <2XN...@heaven7.in-berlin.de> mar...@heaven7.in-berlin.de (Martin P. Ibert) writes:
>>str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:
>>
>>> [Frontreflektor] ist solange ohne Funktion, wie die
>>> Beleuchtungsanlage funktioniert.
>>
>>Wie ich schon in einem anderen Artikel dargelegt habe, ist das genau der
>>Punkt. Wenn Du irgendwo herumstehst, dann hast Du normalerweise (und
>>Batterielichtanlagen, die auch noch funktionieren, sind NICHT normal, sondern
>>die Ausnahme) kein Licht mehr.
>>
>>> Auch wenn eine batteriegestuetzte Beleuchtung vorhanden ist?
>>Nein, dann (waehrend sie funktioniert) hat er keinen Sinn. Aber das gilt
>>in genau analoger Weise auch fuer die Heckreflektoren, und eigentlich auch
>>fuer die Pedalreflektoren.

>Ich bin mir da nicht so sicher. Angeregt durch die Diskussion habe ich
>vorgestern alle Fahrraeder beobachtet, als ich autofahrenderweise nachts
>in Freiburg war. Leider kam mir keines entgegen. Dafuer habe ich
>zwei Radler von hinten beobachten koennen, beide mit eingeschalteter
>Lichtanlage. Einer von beiden hatte jedoch zusaetzlich einen gut
>dimensionierten Reflektor. Das Ergebnis war frappierend. Das Rad mit
>Reflektor war schon aus groesserer Entfernung extrem auffaellig. Es wirkte
>als ob er drei Lampen montiert haette.

Das lag vermutlich an der grossen Entfernung. Waerst Du naeher
herangefahren und haettest immer noch darauf geachtet, so haettest Du
vermutlich zu Deiner Verblueffung gemerkt, dass Du den Reflektor dann
weniger gut siehst, weil er vom Ruecklicht fast schon ueberstrahlt
wird. So wird's evtl. bei dem anderen Rad gewesen sein. Bist Du
wirklich sicher, dass dort kein Reflektor dran war?

Aber die Wirkung bei groesserer Entfernung ist sicherlich ein
nicht zu unterschaetzender Sicherheitseffekt des Grossflaechen-
Heckreflektors (oder anderer nach hinten wirksamer reflektierender
Materialien). Auf einer Landstrasse ohne Radweg moechte ich nicht
ohne etwas dieser oder vergleichbarer Wirkung unterwegs sein.

Anfang der Woche habe ich uebrigens auf meinem Heimweg aehnliches pro-
biert, da muss ich fuenf von den acht oder neun Radfahrern, denen ich
entgegenkam (es war schon spaet, sonst sind's mehr), wohl in ziemliche
Verwirrung gestuerzt haben ueber den komischen Vogel, der da direkt auf
sie zuhaelt und erst im letzten Moment zur Seite abbiegt. Ich wollte
naemlich mal schauen, wie es da mit der relativen Auffaelligkeit von
Reflektor zu Fahrlicht aussieht. Ich selber habe ein ueber dem vorderen
Schutzblech montierten Union-Ellipsoid-Scheinwerfer Type 9030 Halogen,
den ich so eingestellt habe, dass er bei Dunkelheit so weit wie
moeglich ausleuchtet, d.h. so, dass ein weiteres Anheben des Licht-
kegels keine weitere Sicht mehr bringt. Gemessen habe ich es nicht.
Betrieben wurde das Licht mit dem Friwo-Akku, ueber den ich hier
schon mal berichtet habe.

Das Ergebnis war ebenfalls frappierend. Beim ersten Radfahrer war
ich zunaechst der Meinung, der haette gar keinen Frontreflektor.
Beim zweiten auch.

Aber dann habe ich beim Vorbeifahren von der Seite draufgeschaut,
und es war doch einer dran. Gleiches bei allen weiteren Radfahrern,
bis auf einen, der seinen Reflektor in grossem Abstand von der
Lampe und ziemlich weit unten montiert hatte. Den habe ich aus
der Ferne als verwaschenen Lichtfleck sehen koennen.

Hans-Joachim Zierke

unread,
Dec 13, 1992, 12:10:00 PM12/13/92
to

str...@gmd.de schrieb am 11.12.92
zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":

s> >WIRKVORSCHRIFTEN STATT BAUARTVORSCHRIFTEN !
s>
s> >WIRKVORSCHRIFTEN STATT BAUARTVORSCHRIFTEN !
s>
s> >WIRKVORSCHRIFTEN STATT BAUARTVORSCHRIFTEN !
s>
s> Ist ja gut, ich glaub's ja!


Naja, ich muss doch ein bisschen mit dem protzen, was mir Prueftechniker
muehsam beigebogen haben. ;-)
Wenn man sich allerdings das erstemal daran versucht hat, versteht man
durchaus, dass Bauartvorschriften viel bequemer sind.

Versuch doch mal, die einfache und jedem Radfahrer unmittelbar einleuchtende
Forderung, ein Scheinwerferanschluss solle gefaelligst nicht verrosten, in
eine pruefbare Wirkvorschrift umzusetzen.


Hajo

Hans Crauel

unread,
Dec 14, 1992, 5:40:31 AM12/14/92
to
H.ZI...@BI-LINK.owl.de (Hans-Joachim Zierke) schreibt

hj> str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) schrieb am 10.12.92

>s> "Speichenreflektoren erhalten nur dann eine Zulassung, wenn sie
>s> bei einem Gewicht von unter 8 g eine wirksame Gesamtflaeche
>s> von mindestens 10 qcm in der Aufsicht haben, aus jedem
>s> Blickwinkel von mehr als 20 Grad zur Laengsachse, und wenn
>s> sich bei einem Dauerruetteltest von xxx Stunden nach Alterung
>s> im KLimaschrank weniger als 0,xx % der Reflektoren
>s> loesen."

hj> Unfug ! :-)
hj> Interessant ist, wieviel Licht zurueckgeworfen wird. Mit welcher Flaeche
hj> dies geschieht, ist Sache des Herstellers. Es gibt unterschiedlich
hj> wirksame Reflektoren. Ein kleiner guter bewirkt das gleiche wie ein
hj> grosser schlechter.
hj> WIRKVORSCHRIFTEN STATT BAUARTVORSCHRIFTEN !

"Unfug" an Wolfgangs Vorschlag ist damit allerdings nur die Flaechen-
vorgabe. Der Rest seines Vorschlags besteht aus Wirkvorschriften, und
zwar solchen, die mir einleuchten. Somit waere Wolfgangs Vorschlag nur
dahin zu modifizieren, dass die Flaechenvorgabe durch eine Quantifi-
zierung der minimalen Rueckstrahllichtstaerke bei gegebener Einstrahl-
staerke zu ersetzen ist.

Ansonsten noch eine Nachfrage wegen "Wirkvorschriften statt Bauartvor-
schriften": bedeutet das dann, dass Anbauteile gar nicht mehr geprueft
werden sollen, sondern man ggf. die Wirksamkeit der angebauten Teile
im Einzelfall nachzuweisen haette? Das faende ich bedenklich, gerade
im Zusammenhang mit einer moeglichen Schuldzuweisung bei Unfaellen.

Die StVZO sieht vom Wortlaut her oft schon Wirkvorschriften vor. Das
trifft auch bei der vorgeschriebenen Lichtmaschinenspannung von 6 V
zu, nur dass das eine Wirkvorschrift fuer die Lichtmaschine, aber keine
fuer die Beleuchtung ist.
Eine Beleuchtungslichtstaerke vorzuschreiben halte ich fuer ebenso
problematisch, weil die ueberhaupt nichts ueber die Fahrbahnausleuchtung
aussagt -- es koennte ein handtellergrosser Fleck in 10 m Entfernung
strahlend hell beleuchtet sein, und ringsum ist es zappenduster: phan-
tastische Lichtstaerke, und dennoch ein unbrauchbarer Scheinwerfer ..

Hans Crauel cra...@math.uni-sb.de
Saarbruecken

Michael Radziej

unread,
Dec 14, 1992, 8:59:44 AM12/14/92
to
str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) schrieb zu der Wirkung von
Frontreflektoren aus der Fahrradperspektive:

>Anfang der Woche habe ich uebrigens auf meinem Heimweg aehnliches pro-
>biert, da muss ich fuenf von den acht oder neun Radfahrern, denen ich
>entgegenkam (es war schon spaet, sonst sind's mehr), wohl in ziemliche
>Verwirrung gestuerzt haben ueber den komischen Vogel, der da direkt auf
>sie zuhaelt und erst im letzten Moment zur Seite abbiegt. Ich wollte
>naemlich mal schauen, wie es da mit der relativen Auffaelligkeit von
>Reflektor zu Fahrlicht aussieht.

[Details ueber den Messvorgang geloescht]

>Das Ergebnis war ebenfalls frappierend. Beim ersten Radfahrer war
>ich zunaechst der Meinung, der haette gar keinen Frontreflektor.
>Beim zweiten auch.

Mir geht's da anders. Es passiert mir oefters, dass ich
entgegenkommende, dunkel gekleidete Radfahrer ohne Licht haupsaechlich
wegen ihrer Frontreflektoren entdecke.

---
Michael Radziej im sonnigen Erlangen, Franken.
Tel.: 09131/56297 e-mail: mlra...@cip.informatik.uni-erlangen.de

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 14, 1992, 11:35:02 AM12/14/92
to
In <4rnpp...@bi-l003.bi-link.owl.de> H.ZI...@BI-LINK.owl.de (Hans-Joachim Zierke) writes:

>Versuch doch mal, die einfache und jedem Radfahrer unmittelbar einleuchtende
>Forderung, ein Scheinwerferanschluss solle gefaelligst nicht verrosten, in
>eine pruefbare Wirkvorschrift umzusetzen.

Du meinst, ohne pruefbare Wirkvorschriften gaebe es keine wirksamen
Pruefvorschriften? ;-)

Kalauer beiseite - wo genau liegt das Problem? Der Uebergangswiderstand
ist doch eine ziemlich schlichte Angelegenheit. Was macht die
Schwierigkeiten? Die Pruefbedingungen? Also z.B. fuenf Zyklen a 1 Tag
lang 30 Grad warme 2%ige Salzlauge einwirken lassen, dann auf minus 10
Grad abkuehlen, dabei mehrfach ruetteln, dann trocknen und danach
messen. Das muesste doch eigentlich schon einen recht guten
Anhaltspunkt geben.

Wie sinnvoll sind denn ueberhaupt Wirkvorschriften fuer Einzelteile,
also z.B. den Scheinwerferanschluss? Waere es nicht besser, wenn
schon, dann Naegel mit Koepfen zu machen und nur die Wirkung des
Gesamtsystems (oder meinetwegen die von Teilsystemen, etwa Lampe
plus Verkabelung) vorzuschreiben, also z.B. dass von 3 Watt an der
Dynamoklemme x% davon im Birnchen ankommen muessen, auch nach
zehn Jahren ueblichen Gebrauchs? Das schliesst dann gleich drei
oder vier Schwachpunkte ein.

Noch ein Punkt: gerade was Steckverbindungen angeht, so scheint es
beim Rad eher ein Defizit als ein Zuviel an bauartlicher Normung zu
geben.

Mit einer simplen Quetschzange und zwei Steckertypen kann man die
halbe Elektrik eines Autos mit ihrem Kilometer Verkabelung reparieren.
Beim Rad habe ich dagegen den Eindruck, dass man auf ein paar laufenden
Metern Kupferkabel die Verbindungstechniken von fuenf Jahrzehnten
bewundern kann (und beherrschen muss). Das ist nicht jedermanns
Sache. Und besondere Innovationen scheint es in diesem Bereich
auch nicht zu geben.

Holger Lubitz

unread,
Dec 14, 1992, 8:47:27 AM12/14/92
to
In article <1992Dec4.2...@bitrot.in-berlin.de> tho...@bitrot.in-berlin.de (Thomas Driemeyer) writes:
>Ich bin mal eine Weile mit
>35+35 W vorne gefahren und habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht,
>besonders auf der Autobahn (keine Sorge, war erlaubt).

Du warst mit dem Fahrrad erlaubtermassen auf der Autobahn ?
Details bitte, das interessiert mich.

Holger

--
Holger Lubitz, Alte Amalienstrasse 26, 2900 Oldenburg, Germany

Matthias Urlichs

unread,
Dec 15, 1992, 5:33:36 AM12/15/92
to
In de.rec.fahrrad, article <strobl.7...@gmd.de>,

str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:
> In <4rnpp...@bi-l003.bi-link.owl.de> H.ZI...@BI-LINK.owl.de (Hans-Joachim Zierke) writes:
>
> >Versuch doch mal, die einfache und jedem Radfahrer unmittelbar einleuchtende
> >Forderung, ein Scheinwerferanschluss solle gefaelligst nicht verrosten, in
> >eine pruefbare Wirkvorschrift umzusetzen.
>
Die Forderung wird dadurch erfuellt, dass der Dynamo eine Garantie hat und
der Haendler den Dynamo sehr schnell nicht mehr verkauft, wenn er staendig
Probleme damit hat.

> Wie sinnvoll sind denn ueberhaupt Wirkvorschriften fuer Einzelteile,
> also z.B. den Scheinwerferanschluss? Waere es nicht besser, wenn
> schon, dann Naegel mit Koepfen zu machen und nur die Wirkung des
> Gesamtsystems (oder meinetwegen die von Teilsystemen, etwa Lampe
> plus Verkabelung) vorzuschreiben, also z.B. dass von 3 Watt an der
> Dynamoklemme x% davon im Birnchen ankommen muessen, auch nach
> zehn Jahren ueblichen Gebrauchs? Das schliesst dann gleich drei
> oder vier Schwachpunkte ein.
>

Die Vorschrift soll gefaelligst vorschreiben, dass das Teil in
einem Blickwinkel X eine maximale/minimale Leuchtstaerke Y/Z hat.

Ob ich diese Vorschrift erfuelle, indem ich eine Gluehbirne via Draht an
einen Dynamo anklemme, oder hinten einen Kaefig mit einem Haufen Glueh-
wuermchen auf den Gepaecktraeger klemme (angenommen ich bringe die Tiere
dazu, rot zu funzeln), ist doch wohl sowas von egal.

Werner Icking

unread,
Dec 15, 1992, 5:12:10 AM12/15/92
to

>Ich bin mir da nicht so sicher. Angeregt durch die Diskussion habe ich
>vorgestern alle Fahrraeder beobachtet, als ich autofahrenderweise nachts
>in Freiburg war. Leider kam mir keines entgegen. Dafuer habe ich
>zwei Radler von hinten beobachten koennen, beide mit eingeschalteter
>Lichtanlage. Einer von beiden hatte jedoch zusaetzlich einen gut
>dimensionierten Reflektor. Das Ergebnis war frappierend. Das Rad mit
>Reflektor war schon aus groesserer Entfernung extrem auffaellig. Es wirkte
>als ob er drei Lampen montiert haette.

... und wenn ich radfahrenderweise nachts auf unbeleuchteten Straszen und
Wegen darauf achte, wie ich "Tarnkappenradfahrer" sehe, faellt mir immer
wieder auf, dasz ich die Frontreflektoren NICHT sehe. Ich vermute, dasz
sie von einer ordentlichen Fahrradfrontbeleuchtung (wie ich sie habe!)
nicht so getroffen werden, dasz sie zu mir zurueckstrahlen. Das mag bei
voll aufgeblendeten Autoscheinwerfern anders sein; fuer die sind aber
die sich bewegenden Pedalstrahler wohl besser zu sehen. Mein Verdacht:
Frontreflektoren sind der miszlungene Versuch, einen tatsaechlichen
anderen Mangel - Zulassen von schrottigen aktiven Beleuchtungsein-
richtungen - zu kaschieren. Da durch diese Vorschriften gleichzeitig
viel wirksamere Einrichtungen verboten werden, kann man diesen Unsinn
bestenfalls bedauern. Toelpel lassen sich dadurch in Scherheit wiegen.

Werner
--
Werner Icking Werner...@gmd.de (+49 2241) 14-2443 __o
GMD - Gesellschaft fuer Mathematik und Datenverarbeitung mbH _`\<,_
Schloss Birlinghoven, P.O.Box 1316, D-5205 Sankt Augustin, Germany (_)/ (_)
"Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod." ~~~~~~~~~~~

Michael Krueger

unread,
Dec 15, 1992, 8:27:00 AM12/15/92
to
In article <icking.7...@gmd.de> ick...@gmd.de (Werner Icking) writes:
>
>... und wenn ich radfahrenderweise nachts auf unbeleuchteten Straszen und
>Wegen darauf achte, wie ich "Tarnkappenradfahrer" sehe, faellt mir immer
>wieder auf, dasz ich die Frontreflektoren NICHT sehe. Ich vermute, dasz
>sie von einer ordentlichen Fahrradfrontbeleuchtung (wie ich sie habe!)
>nicht so getroffen werden, dasz sie zu mir zurueckstrahlen. Das mag bei
>voll aufgeblendeten Autoscheinwerfern anders sein;

Das ist schon bei nicht-aufgeblendeten Autoscheinwerfern so

> fuer die sind aber
>die sich bewegenden Pedalstrahler wohl besser zu sehen. Mein Verdacht:
>Frontreflektoren sind der miszlungene Versuch, einen tatsaechlichen
>anderen Mangel - Zulassen von schrottigen aktiven Beleuchtungsein-
>richtungen - zu kaschieren.

Die aktiven Beleuchtungseinreichtungen am Fahrrad sind ein generelles
Problem, keine sind so robust, dass nicht ueber kurz oder lang Probleme
auftreten. Wenn es mal die kostenguenstige, umweltvertraegliche 100 g
leichte 10kWh-in-der-Schachtel gibt...

Da ich Diskussionen spaetenstens dann leid bin, wenn sie sich drei mal im
Kreis drehen: (das nun folgende hat nun wirklich nichts speziell mit
Deinem Posting zu tun, Werner)

Wie misslungen der Versuch, zur Wahrnehmbarkeit von Fahrraedern in der Dunkel-
heit beizutragen, mit Reflektoren im allgemeinen und Front- und Speichen-
reflektoren im speziellen ist, darueber ist frueher und jetzt viel gesagt
worden, viele Argumente kommen aus einer persoenlichen Beurteilung heraus,
da wird oft krampfhaft der Wunsch zur Wirklichkeit.

Und natuerlich duerfen alle, die Reflektoren fuer unnuetz, ueberfluessig,
stoerend und potentiell mordend halten, gerne der Auffassung sein, die
schraege Optik liegt bei mir.

Lassen wir also Wolfgang Strobl ruhig die Studentengenerationen der
kommenden zehn Jahre aufklaeren. Ueber Reflektoren.

(Hallo, es, wenn Du das liest... Irgendwann reichts. Sorry)

>Werner

Hans-Joachim Zierke

unread,
Dec 15, 1992, 10:50:00 AM12/15/92
to

url...@smurf.sub.org schrieb am 11.12.92
zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":

u> > Ich hatte bisher vermutet, dass die Menge des reflektierten Lichtes
u> > nicht von Scheinwerferleistung und Entfernung, sondern von der
u> > Beleuchtungsstaerke abhinge.
u>
u> Aeh, und wovon haengt die Beleuchtungsstaerke ab? Richtig, von
u> Scheinwerferleistung und Entfernung!


Und ich dachte, die Buendelung haette da auch noch ein Woertchen mitzureden.

Matthias Urlichs

unread,
Dec 15, 1992, 4:36:15 PM12/15/92
to
In de.rec.fahrrad, article <4rvu3...@bi-l003.bi-link.owl.de>,

H.ZI...@BI-LINK.owl.de (Hans-Joachim Zierke) writes:
>
> url...@smurf.sub.org schrieb am 11.12.92
> zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":
>
> u> > Ich hatte bisher vermutet, dass die Menge des reflektierten Lichtes
> u> > nicht von Scheinwerferleistung und Entfernung, sondern von der
> u> > Beleuchtungsstaerke abhinge.
> u>
> u> Aeh, und wovon haengt die Beleuchtungsstaerke ab? Richtig, von
> u> Scheinwerferleistung und Entfernung!
>
> Und ich dachte, die Buendelung haette da auch noch ein Woertchen mitzureden.
>
Hmm, ich bin bisher davon ausgegangen, dass ein Reflektor (ueber den reden
wir hier schliesslich) nicht buendelt, sondern reflektiert. Abzueglich
diverser dummer Streueffekte, die meiner Meinung nach nicht allzuviel
ausmachen (abhaengig natuerlich vom Reflektor...) und die ich daher
grosszuegig uebergehe. ;-)

--
Frage an Radio Eriwan:
Kann die Partei auch einmal irren?
Radio Eriwan antwortet:
Im Prinzip ja. Aber praktisch irrt die Partei nie.

Zusatzfrage:
Woher wissen Sie das so genau?
Radio Eriwan antwortet:
Wir haben die Partei gefragt.

Thomas Driemeyer

unread,
Dec 16, 1992, 8:18:01 PM12/16/92
to
In article <hal....@caty.north.de> h...@caty.north.de (Holger Lubitz) writes:
> Du warst mit dem Fahrrad erlaubtermassen auf der Autobahn ?
> Details bitte, das interessiert mich.

Central Expressway, fast von einem Ende zum anderen, jeden Tag, jahrelang.
In Kalifornien ist alles anders. Es ist aber, abgesehen von einem Stueck
US 280 suedlich von SF und der Golden-Gate-Bridge, die einzige Autobahn
im Sillycon Valley, auf der man radfahren darf. Sie ist verglichen mit
anderen Autobahnen sehr schmal (zwei bis drei Spuren in jeder Richtung
statt sechs). Autobahnen sind fast immer sicherer als normale Strassen,
weil alle in die gleiche Richtung fahren und Rauf- und Runterfahren nur
an wenigen gut ausgebauten Stellen moeglich ist. Wenn die Leute nur nicht
auf den Ausfahrten so rasen wuerden, und der Randstreifen verschwindet
natuerlich, obwohl man ihn da am meisten braucht.

Thomas Driemeyer

unread,
Dec 16, 1992, 6:46:59 PM12/16/92
to
In article <hal....@caty.north.de> h...@caty.north.de (Holger Lubitz) writes:
> Du warst mit dem Fahrrad erlaubtermassen auf der Autobahn ?
> Details bitte, das interessiert mich.

Central Expressway, fast von einem Ende zum anderen, jeden Tag, jahrelang.

Hans-Joachim Zierke

unread,
Dec 16, 1992, 8:14:00 AM12/16/92
to

url...@smurf.sub.org schrieb am 15.12.92
zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":

u> > Und ich dachte, die Buendelung haette da auch noch ein Woertchen
u> > mitzureden.
u> Hmm, ich bin bisher davon ausgegangen, dass ein Reflektor (ueber den reden
u> wir hier schliesslich) nicht buendelt, sondern reflektiert.

Urx, offensichtlich argumentieren wir aneinander vorbei. :-(

Wir haben

1. Eine Lampe mit 2,4 Watt. Sie sitzt in einem stark buendelnden Fahrrad-
scheinwerfer.
2. Eine Lampe mit 60 Watt. Sie sitzt in einem breit streuenden Autoschein-
werfer.
3. Einen Reflektor.

Im Extremfall kann Lampe 1 und Lampe 2, wenn die Buendelung sich sehr stark
unterscheidet, an einem Punkt X jeweils die Beleuchtungsstaerke Y erzeugen,
trotz gleicher Entfernung Z.

Wenn sich der Reflektor am Punkt X befindet, reflektiert er jeweils genauso
heftig.


In der realen Welt erzeugt ein Autoscheinwerfer durchaus eine heftigere
Reflektion als der Fahrradscheinwerfer. Sie ist aber auch bei gleicher
Entfernung keineswegs 60 dividiert durch 2,4 (Sch*** ASCII) :-) mal
groesser, eben weil der Fahrradscheinwerfer die jaemmerlichen paar Lumen
staerker buendelt.

Hans-Joachim Zierke

unread,
Dec 19, 1992, 6:19:00 AM12/19/92
to

H.ZI...@BI-LINK.owl.de, also meine Unwuerdigkeit, schrieb am 09.12.92
zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":


HZ> be...@Uni-Trier.DE schrieb am 08.12.92
HZ> zum Thema "Re: Beleuchtungspflicht":
HZ>
HZ> b> Eigentlich ganz einfach. Der Scheinwerfer sollte ja wohl heller sein
HZ> b> als das Ruecklicht - sagen wir 'mal doppelt so hell. Und was macht der
HZ> b> technisch gebildete Mensch da? Er nimmt *drei* identische Birnchen,
HZ> b> eins hinten, zwei vorn im Doppelreflektor-Gehaeuse.
HZ>
HZ> Der technisch gebildete Mensch weiss vor allem, dass eine solche Loesung
HZ> deutlich weniger Lumen pro Watt erbringt.


Ich habe noch einmal in uralten Unterlagen gekramt ('87), mich noch einmal
erkundigt und muss das hier richtigstellen.
Das ist so naemlich Unsinn.

Ich hatte in einem anderen Zusammenhang eine Zwei-Scheinwerfer-Loesung
diskutiert, und der (richtige) Einwand gegen mich lautete: Die Leuchtdichte
ist geringer. Dies liegt daran, dass man die Leuchtfelder zweier Fahrrad-
scheinwerfer nicht voellig zur Deckung bekommen kann (zu hohe Fertigungs-
toleranzen, zu geringe Einstellgenauigkeit).
Bei einer Bastelloesung mit zwei Scheinwerfern ist deshalb ein Umschalter
besser.

Bei einer professionellen Loesung waere ein Laempchenwechsler (Schlitten,
Revolver, was-weiss-ich) billiger (und leichter :-> ).

Zwei Scheinwerfer sind immer dann sinnvoll, wenn ein kompliziertes Feld
erzeugt werden soll (Beispiel: ein kreuzfoermiges Feld, das die eng be-
grenzte Leistung optimal nutzen wuerde.

Martin Emmerich

unread,
Dec 18, 1992, 9:52:28 AM12/18/92
to
In <strobl.7...@gmd.de> str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:

[Frontreflektoren]
>Das heisst aber nicht, dass ich die dort vorgestellten
>Bauformen fuer gut halten muss. Sie sind halt ein Kompromiss,
>der Versuch, das Beste aus einer nicht zu Ende gedachten
>Vorschrift zu machen und sind - mit dieser Einschraenkung -
>durchaus gelungen.

Mit Einschraenkungen. Ich fahre z.B. in der Regel immer mit
Lenkertasche. Und die schlaegt bei Unebenheiten oefters auf das
frontlicht durch, obwohl dieses schon eines der kleinsten ist
(IKO Halogen). und auf flache Bauform umgeruestet wurde. Und das
bei einem 67er Rahmen!
Diese Riesenteller mit eingebautem Rueckstrahler bekaeme ich da
nur an der Gabel unter, was ein wesentlich schlechterer
Anbringunsort ist (IMHO).

>Ausgangspunkt der Diskussion waren die Speichenreflektoren,
>fuer die dies nun ueberhaupt nicht zutrifft. Nichts gegen den
>Versuch, ein Fahrrad von der Seite besser sichtbar zu machen.
>Aber eine Regel sollte man dabei immer beherzigen: NICHT IN
>DIE SPEICHEN!

Aber _AN_ die Speichen! Die besten Speichenreflektoren, die ich
kenne, sind diese laenglichen Staebchen zum Aufklipsen. Die habe
ich an meinem Rad denn auch dran. Natuerlich ohne Zulassung,
denn sie taugen ja was.

Dass diese Teile nicht zugelassen sind, ist wirklich ein
Skandal. Dass dagen der letzte Schund ein Pruefzeichen bekommt,
auch wenn er schon bei normalem Wetter scharfkantig wie Glas
bricht, und da womoeglich in hohem Bogen wie ein Schrapnell
weggeschleudert wird, sowieso.

--
Martin Emmerich <--- This is a warlord-proof <--- This is
m...@grmbl.saar.de signature not

Please keep that crap out of misc.jobs.offered!

Wolfgang Strobl

unread,
Dec 21, 1992, 4:44:48 PM12/21/92
to
In <1992Dec18.1...@grmbl.saar.de> m...@grmbl.saar.de (Martin Emmerich) writes:

>In <strobl.7...@gmd.de> str...@gmd.de (Wolfgang Strobl) writes:

>[Frontreflektoren]
>>Das heisst aber nicht, dass ich die dort vorgestellten
>>Bauformen fuer gut halten muss. Sie sind halt ein Kompromiss,
>>der Versuch, das Beste aus einer nicht zu Ende gedachten
>>Vorschrift zu machen und sind - mit dieser Einschraenkung -
>>durchaus gelungen.

>Mit Einschraenkungen. Ich fahre z.B. in der Regel immer mit
>Lenkertasche. Und die schlaegt bei Unebenheiten oefters auf das
>frontlicht durch, obwohl dieses schon eines der kleinsten ist
>(IKO Halogen). und auf flache Bauform umgeruestet wurde. Und das
>bei einem 67er Rahmen!
>Diese Riesenteller mit eingebautem Rueckstrahler bekaeme ich da
>nur an der Gabel unter, was ein wesentlich schlechterer
>Anbringunsort ist (IMHO).

Nun, du *musst* ja nicht unbedingt diese Bauform benutzen, insofern
betrachte ich es durchaus als Bereicherung des Angebotes.

Was genau stoert Dich an der Montage an der Gabel? Der
tiefe Montagepunkt, die Abschattung durch die Gabel?

An meinem "Renn"-Rad habe ich jahrelang einen 10cm-Union-Scheinwerfer
(normal, nicht Halogen) benutzt, der ziemlich weit unten links an
der Gabel montiert war, weil das Ding an jeder anderen Stelle mit
der Lenkertasche in Konflikt gekommen waere. Damit habe ich
sowohl selber recht gut gesehen, als auch den einen oder anderen
Autofahrer, der sich ueber die ungewoehnlich helle Radbeleuchtung
wunderte, beeindruckt.

Was die guenstigste *Hoehe* eines Radscheinwerfers angeht,
habe ich mir noch keine feste Meinung gebildet - gefuehls-
maessig bevorzuge ich eine tiefe Montage, mit kaum geneigter
Ausrichtung des Lichtkegels.

>>Ausgangspunkt der Diskussion waren die Speichenreflektoren,
>>fuer die dies nun ueberhaupt nicht zutrifft. Nichts gegen den
>>Versuch, ein Fahrrad von der Seite besser sichtbar zu machen.
>>Aber eine Regel sollte man dabei immer beherzigen: NICHT IN
>>DIE SPEICHEN!

>Aber _AN_ die Speichen! Die besten Speichenreflektoren, die ich
>kenne, sind diese laenglichen Staebchen zum Aufklipsen. Die habe
>ich an meinem Rad denn auch dran. Natuerlich ohne Zulassung,
>denn sie taugen ja was.

Dazu gibt es einen treffenden Spruch: vermute nie boesen Willen,
wo Du es auch mit Ignoranz und Desinteresse erklaeren kannst.

>Dass diese Teile nicht zugelassen sind, ist wirklich ein
>Skandal.

Wobei ich nicht weiss, ob sich der Hersteller ueberhaupt um ein
Pruefzeichen bemueht hat.

>Dass dagen der letzte Schund ein Pruefzeichen bekommt,
>auch wenn er schon bei normalem Wetter scharfkantig wie Glas
>bricht, und da womoeglich in hohem Bogen wie ein Schrapnell
>weggeschleudert wird, sowieso.

Die Hauptgefahr duerfte aber in dem Mitnahmeeffekt mit
Zerstoerung von Speichen, bis hin zur Blockade des ganzen
Rades bestehen.

Wilhelm Schaefer

unread,
Dec 28, 1992, 10:27:18 AM12/28/92
to
...

> Was genau stoert Dich an der Montage an der Gabel? Der
> tiefe Montagepunkt, die Abschattung durch die Gabel?
...

Eine tiefe montage leuchtet mulden in der fahrban nicht aus. Diese sind
dann kaum von ernstzunehmenden loechern zu unterscheiden.
Allerdings ist mir auch noch nix besseres eingefallen, jedenfalls im
zusammenhang mit der lenkertasche. :-(


so long
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Martin Emmerich

unread,
Dec 29, 1992, 5:12:00 PM12/29/92
to

>...
>> Was genau stoert Dich an der Montage an der Gabel? Der
>> tiefe Montagepunkt, die Abschattung durch die Gabel?
>...

>Eine tiefe montage leuchtet mulden in der fahrban nicht aus. Diese sind
>dann kaum von ernstzunehmenden loechern zu unterscheiden.
>Allerdings ist mir auch noch nix besseres eingefallen, jedenfalls im
>zusammenhang mit der lenkertasche. :-(

So ist es. Und die o.e. Abschattung durch Gabel und Reifen.
Deshalb habe ich den Scheinwerfer lieber oben.

Wilhelm Schaefer

unread,
Jan 1, 1993, 6:14:26 AM1/1/93
to
In article <1992Dec29.2...@grmbl.saar.de> m...@grmbl.saar.de (Martin
Emmerich) writes:
> In <1992Dec28.1...@uriela.in-berlin.de>
pers...@uriela.in-berlin.de (Wilhelm Schaefer) writes:
>
> >...
> >> Was genau stoert Dich an der Montage an der Gabel? Der
> >> tiefe Montagepunkt, die Abschattung durch die Gabel?
> >...
>
> >Eine tiefe montage leuchtet mulden in der fahrban nicht aus. Diese sind
> >dann kaum von ernstzunehmenden loechern zu unterscheiden.
> >Allerdings ist mir auch noch nix besseres eingefallen, jedenfalls im
> >zusammenhang mit der lenkertasche. :-(
>
> So ist es. Und die o.e. Abschattung durch Gabel und Reifen.
> Deshalb habe ich den Scheinwerfer lieber oben.

Gabel? Wo hast du die lampe befestig, wenn nicht an der gabel?
*
Warum ich eigentlich poste:
Ist den verehrten netzler/innen eine breite, schmale halgonlampe bekannt.
Ich kann mich erinnern, dass es solche bei normalen gluehlampen mal gab.
Dann wuerde ich sie vielleicht doch unter die lenkertasche bekommen.

Das waehre das beste

Martin Emmerich

unread,
Jan 2, 1993, 3:09:10 PM1/2/93
to

>Gabel? Wo hast du die lampe befestig, wenn nicht an der gabel?

Na da, wo die Gabel nicht mehr gegabelt ist. Am Steuerkopf
naemlich.

>Ist den verehrten netzler/innen eine breite, schmale halgonlampe bekannt.
>Ich kann mich erinnern, dass es solche bei normalen gluehlampen mal gab.

Da gab es mal bei Union so ein Colani-Dingsi. Ziemich breit und
relativ flach. Das habe ich aber schon lange nicht mehr gesehen.
Und Halogen hatte es vermutlich auch nicht.

>Dann wuerde ich sie vielleicht doch unter die lenkertasche bekommen.

Wie schon mal geschrieben ist das iko-Halogenlicht relativ klein
im Durchmesser. Nach einer kleinen Umruestung kann man es
so montieren, dass es nicht zu hoch baut.

--
Martin Emmerich
m...@grmbl.saar.de

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