Florian Zimmermann wrote:
> Nee das wollen die bestimmt nicht, jedoch sich nur hinzustellen und zu
> sagen Schutzstreifen bäh, bringt ja nichts, und die andere Variante wäre
> für die Damen eindeutig noch gefährlicher, da sich fast kein Radfahrer
> darum schert auf dem Gehweg plus Radfahrer frei nur
> Schrittgeschwindigkeit zufahren oder jedenfalls langsamer zu werden wenn
> Fussgänger auftauchen.
Diese Alternative sehe ich als Kompromiss, weil dort wahrscheinlich
weder Mischverkehr noch Schutzstreifen akzeptiert werden. Regelmäßige
Kontrolle der Einhaltung der damit für Radfahrer verbundenen Pflichten
durch die Polizei ist allerdings wärmstens zu empfehlen.
>> 1. Radweg lassen wie bisher: nach aktueller Vorschriftenlage unzulässig
> Radwege sind innerstädtisch imho fast immer unzulässig.
Radwege nicht, aber Benutzungspflicht.
>> 2. Mischverkehr: unakzeptabel, wegen der "gefährlichen" Autos
> Kein Autofahrer wird freiwillig zum Totschläger sage ich dazu immer.
Ich kann hier gern mal aus aktuellen Leserbriefen an das hiesige
Lokalblatt zitieren. Was meinst Du, wie der hiesige ADFC z.Zt. attakiert
wird, nur weil ein Kreisvorsitzender mal in der Presse geäußert hat,
dass wir keine Benutzungspflicht wollen! Er hat nicht etwa gesagt, die
Radwege sollen weg.
> Innerstädtisch sind die Zeitverluste auch nicht so riesig wenn ich als
> Autofahrer hinter einem Radfahrer kurz herfahren muss. In der Ansgarstr.
> wäre sogar des öfteren gut Platz zum überholen.
Sehe ich auch so, wobei ich das fast nur aus Radfahrersicht beurteilen kann.
>> 3. Gehweg, Radfahrer frei: möglicher Kompromiss, um die Protestler zu
>> beruhigen. Bedeutet de facto Erhaltung des Urzustandes mit legalen
>> Mitteln d.h. kein Gewinn für die Verkehrssicherheit
> Warum kein Gewinn. Keine RWBP -> ist immer gut.
De facto bleibt dort alles wie es war d.h. null Änderung und damit weder
mehr noch weniger Sicherheit als vorher. Selbst rechtlich ändert sich ja
kaum was, da der Radweg vorher nicht pflichtig war.
> Danke Christoph, ich werde eindeutig aus den Leute mal wieder nicht
> schlau. Haben die wirklich alle Angst vor den Autos in der Stadt?
Offenbar ja. Als Grund kann ich mir nur vorstellen, dass sie zu gut
wissen, wie sie selbst Auto fahren. ;-)
Hinzu kommt, dass die Medien über Fahrradunfälle völlig unreflektiert
berichten. Die 3..4 schweren Auffahrunfälle, die vergangenes Jahr
berichtet und in d.r.f. diskutiert wurden, waren z.B. allesamt typisch
für Landstraßen. Keiner davon ist denn auch unter typischen
innerörtlichen Bedingungen passiert. Dass die weitaus häufigeren
schweren Unfälle durch Abbieger und auch Geisterradler fast immer was
mit "Radwegen" zu tun haben, wird bestenfalls erwähnt, aber nie darauf
hingewiesen, welche Rolle sie dabei spielen. Ergo tragen die genauso zum
Vorurteil "Radfahren ist gefährlich" bei wie andere Fahrradunfälle.
> mehr als Hupen passiert doch eh nicht, wenn man als Radfahrer die Provokation
> ignoriert und sich nicht zu irgendwelchen Aktionen hinreißend lässt.
Überholen mit Minimalabstand und Schneiden kommt dazu, das ist
mindestens ebenso unangenehm wie die Huperei. Führt zwar alles kaum zu
Unfällen, schreckt viele Leute aber ab, im wahrsten Sinne des Wortes.
In einem Leserbrief fand ich übrigens ein ganz schlaues Argument gegen
das Fahrbahnradeln: Autofahrer wären ja völlig irritiert, wenn sie auf
Radfahrer auf Fahrbahn *und* Radweg achten müssten! Die halbe Wahrheit
hat er immerhin schon begriffen ...