> > Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) stellen nur noch TriebzÃπge in den
> > Dienst, deren KapazitÀt fÃπr FahrgÀste und FahrrÀder begrenzt ist und die
> > sich nicht "mal eben" um Waggons ergÀnzen oder umbauen lassen (man kann
> > auch nicht kostenneutral Reservegarnituren bereit und auf dem
> > technischen Stand halten â•" TB0 trug zur Ausmusterung der Packwagen bei).
>
> anderer ansicht zum beispiel Metronom, gleich im bundesland nebenan.
Metronom ist anderer Ansicht, aber auch sonst ziemlich einzigartig.
> die dort (letzlich vom Land) beschafften DoppelstockzÃπge habe in der
> sommersaison radabteile, die im winter zugunsten von sitzplaetzen
> umgeruestet werden.
Ist das eine Idee des EVU oder der LNVG oder in der Ausschreibung
vorgegeben?
> insgesamt werden die EVU das beschaffen, was in ausschreibungen von
> ihnen gefordert wird, deshalb bin ich auch mal wieder extrem stinkig mit
> dem VRR, der einerseits die fahrradbefoerderung verbessern will, und in
> form der RRX-zuege jetzt was bestellt hat, was dazu komplett ungeeignet
> ist. (das hat nur noch keiner gemerkt, und in drei jahren wird dann
> gejammert)
Die RRX-Züge sollen Desiro HC werden, was macht sie ungeeignet?
Die RSX-Züge sind Bombardier Talent 2, mit denen hat sich gegenüber den
vorhereingesetzten Doppelstockzügen die Fahrradmitnahme verschlechtert,
die Kapazität ist insgesamt gesunken (2 3- bis 5-teilige Triebwagen vs.
5 Doppelstockwagen mit 111, 2x 111 oder 120).
> > Konzipiert man in diese TriebzÃπgen mit erhöhter KapazitÀt fÃπr
> > FahrrÀder, sinkt jene fÃπr FahrgÀste, wÀhrend die Kosten fÃπr den
> > Betrieb gleich bleiben â•" die Kosten pro Fahrgast steigen. Das wird
> > Ãπber kurz oder lang Fahrpreisanhebungen nach sich ziehen. So bezahlt
> > ein bahnfahrender Hartz-IV-EmpfÀnger wie jeder andere Fahrgast fÃπr den
> > Fahrradtransport mit, auch wenn er ihn nicht benutzt. Also sollten
> > Bahnreisende mit Fahrrad ihre AnsprÃπche mÀÃigen.
>
> das koennte man so rechnen, wuerde der nahverkehr kostendeckend
> betrieben.
Einer wird diese Rechnung aufmachen, denn weder will sich der
ausschreibende Besteller dumm und dusselig zahlen, weil er über den
Bedarf bestellt, noch will das bewerbende EVU auf Einsparungen
verzichten, wenn die Einnahmen gedeckelt sind, die des EVU Kosten und
Gewinn decken müssen. Für den Vergleich der Ausschreibung wird man auf
ein Bündel Kenngrößen abstellen.
> > Die derzeitigen Fahrradtarife sind deutlich geringer als Fahrgasttarife,
> > weil sie gedeckelt und nicht entfernungsabhÀngig sind (Rad im
> > Fernverkehr max. 9,00â≠¬, im Nahverkehr max. 5,50â≠¬, teilweise frei). Ein
> > "fairer Preis" nach Lademetern, SitzplatzÀquvalenten oder StellflÀche
> > wÃπrde Bahnreisende mit Fahrrad aufschreien lassen, also sollten
> > Bahnreisende mit Fahrrad ihre AnsprÃπche mÀÃigen.
>
> fahrgasttarife sind in aller regel auch gedeckelt! in verbuenden sind
> so um die 50% der fahrgaeste mit dauerkarten unterwegs, im VRR eher
> sowas wie 60%.
Eine Entfernungsabhängigkeithaben sie dennoch, wenn die Monatskarte DO-D
nicht dasselbe wie SG-K kostet, das Fahrrad kostet auf beiden Strecken
gleich. Zeitkarten bieten eher einen starken Rabatt und Dreingaben wie
freie Mitnahme von Reisenden, Fahrrädern zu bestimmten Zeiten.
> auch deshalb ist deine Hartz IV-argumentation falsch, die zahlen
> naemlich natuerlich auch fuer den extrem teuren pendler in der
> spitzenzeit, der besonders wenig je einzelfahrt berappt.
Ja, wenn das Fass Mischkalkulation aufgemacht wird...
> > Ich halte die Fahrradmitnahme in der Bahn fÃπr einen Bonus, sie ist nicht
> > zwingend nötig, aber angenehm, sie gehört nicht zur Grundversorgung
> > Personenbeförderung und sie wird nur von einem kleinen Teil der
> > FahrgÀste wahrgenommen. Also sollten Bahnreisende mit Fahrrad ihre
> > AnsprÃπche mÀÃigen (dreimal reicht hoffentlich).
>
> ich sehe das komplett anders, denn ich sehe in der fahrradbefoerderung
> eine staerkung des multimodalen verkehrs, und weniger eine touristische
> attraktion, auf die man leichtfertig und leichtherzig verzichten kann.
Ich assoziiere mit Bahnreisendem tatsächlich Touristen und nicht
Pendler.
Meine Herzallerliebste ist multimodal verkehrende Pendlerin mit
Zeitkarte und Faltrad. Der Umzug ihres Arbeitgebers aus dem Nachbarort
nach Köln führte zum Dornröschenschlaf ihres 28'' Patria, weil sie das
nicht mehr in die Bahn nehmen durfte, und zum Kauf eines Falters. Die
hier verkehrende S-Bahn fährt mit 420 und 423, die zur Rush hour gut
gefüllt sind – Falträder stören da die übrigen Reisenden und sie braucht
ein dickes Fell.