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Sylter StVO

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Marco Heinrich

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Jul 5, 2017, 7:21:26 PM7/5/17
to
Der Sylter Bürgermeister Nikolas Häckel wird in der shz wie folgt zitiert:
»„Die meisten unserer beschilderten und auch benutzungspflichtigen Radwege
erfüllen nicht die Mindestbreiten“. Daraus ergebe sich eine klare Rechtsfolge:
„Wenn die Radwegbreite nicht den Mindestvorgaben entspricht, entfällt
automatisch – auch entgegen aller Beschilderungen – die von uns angeordnete
Radwege-Benutzungspflicht.“ Das heißt: Auch ein blaues Schild mit einem weißen
Fahrrad bringt nichts, wenn der Radweg zu schmal ist. Der Radfahrer darf dennoch
auf der Straße fahren.«

https://www.shz.de/lokales/sylter-rundschau/das-grosse-dilemma-der-kleinen-sylter-radwege-id17218466.html

Habe ich etwas verpaßt oder gelten auf Sylt besondere Regelungen (Helgoland ist
straßenverkehrsrechtlich ja auch ein Sonderfall)?

BTW: Fahrräder dürfen in der Urlaubszeit nur beschränkt nach Sylt mitgenommen werden:

https://www.shz.de/lokales/sylter-rundschau/fahrraeder-muessen-draussen-bleiben-id17163166.html

Martin Wohlauer

unread,
Jul 6, 2017, 1:47:39 AM7/6/17
to
Am 06.07.2017 um 01:21 schrieb Marco Heinrich:
> Der Sylter Bürgermeister Nikolas Häckel wird in der shz wie folgt zitiert:
> »„Die meisten unserer beschilderten und auch benutzungspflichtigen Radwege
> erfüllen nicht die Mindestbreiten“. Daraus ergebe sich eine klare Rechtsfolge:
> „Wenn die Radwegbreite nicht den Mindestvorgaben entspricht, entfällt
> automatisch – auch entgegen aller Beschilderungen – die von uns angeordnete
> Radwege-Benutzungspflicht.“ Das heißt: Auch ein blaues Schild mit einem weißen
> Fahrrad bringt nichts, wenn der Radweg zu schmal ist. Der Radfahrer darf dennoch
> auf der Straße fahren.«
>
> https://www.shz.de/lokales/sylter-rundschau/das-grosse-dilemma-der-kleinen-sylter-radwege-id17218466.html
>
> Habe ich etwas verpaßt oder gelten auf Sylt besondere Regelungen (Helgoland ist
> straßenverkehrsrechtlich ja auch ein Sonderfall)?


Nein, nicht zwingend. An und für sich könnte man sich auf die
Zumutbarkeit zurückziehen. Und Handtücher, die sogar noch unter den
Vorgaben der VwV liegen, könnte man als unzumutbar annehmen.

Grüßle,

Martin.

Martin Glas

unread,
Jul 6, 2017, 2:45:13 AM7/6/17
to
Am Donnerstag, 6. Juli 2017 01:21:26 UTC+2 schrieb Marco Heinrich:

> Habe ich etwas verpaßt oder gelten auf Sylt besondere Regelungen (Helgoland
> ist straßenverkehrsrechtlich ja auch ein Sonderfall)?

Wieso, es doch längst bekannt, dass sich jede Gemeinde in D ihre eigene
StVO geschnitzt hat:

"Dem Gesetz nach sind Radler immer berechtigt, auf der Fahrbahn zu fahren, erklärt Ingrid Meiners. Eine Änderung in der Verwaltungsordnung aus dem Jahr 2009 sieht vor, dass die Radwegebenutzungspflicht nur angeordnet werden darf, wenn in diesem Bereich eine besondere Gefahrenfahrenlage bestehe, berichtet Meiners."

aus: https://www.nwzonline.de/ammerland/wirtschaft/radler-duerfen-auf-hauptstrasse_a_31,3,1697982434.html.

Thomas Sçhlueter

unread,
Jul 6, 2017, 4:00:35 AM7/6/17
to
Am 06.07.2017 um 07:47 schrieb Martin Wohlauer:

> Und Handtücher, die sogar noch unter den
> Vorgaben der VwV liegen, könnte man als unzumutbar annehmen.

Handtücher kann man ebensowenig als benutzungspflichtig beschildern wie
Bananenschalen oder Mürbteigplätzchen. Dafür braucht's schon einen
fahrbaren Radweg.

Tom

Frank Bokelmann

unread,
Jul 6, 2017, 4:04:33 AM7/6/17
to
Da gibt's aber einem kleinen Unterschied: die eine ändert - wenn auch nicht ganz freiwillig - die Beschilderung, der andere erzählt Unsinn.

Aber das Problem wird jedenfall in Baustellen ganz schlau gelöst: zwei Schilder zum Aussuchen:

https://img.shz.de/img/sylter-rundschau/origs17218451/6786681865-w600-h399/23-90081252-23-90081253-1499186002.jpg

(man könnte auch meinen, die Fahrbahn sei Gehweg geworden)

Bernhard Kraft

unread,
Jul 6, 2017, 8:03:27 AM7/6/17
to
Am 06.07.2017 um 01:21 schrieb Marco Heinrich:

> BTW: Fahrräder dürfen in der Urlaubszeit nur beschränkt nach Sylt mitgenommen werden:
>
> https://www.shz.de/lokales/sylter-rundschau/fahrraeder-muessen-draussen-bleiben-id17163166.html
>

Die Bahn ist und bleibt die Bundesbehörde zur Vermeidung von
Beförderungsfällen. JEDER Unternehmer würde bei mehr Nachfrage das
Angebot vergrößern. Die Bahn stellt es aber lieber ein. Man stelle sich
einen Gemüsehändler vor, der nicht mehr zum Markt geht. Begründung: "Ich
hatte jeden Samstag schon um zehn Uhr keine einzige Kartoffel mehr!
Alles weg gekauft. Das konnte ich meinen Kunden nicht zumuten."

Chr. Maercker

unread,
Jul 6, 2017, 12:25:12 PM7/6/17
to
Bernhard Kraft wrote:
> Die Bahn ist und bleibt die Bundesbehörde zur Vermeidung von
> Beförderungsfällen. JEDER Unternehmer würde bei mehr Nachfrage das
> Angebot vergrößern. Die Bahn stellt es aber lieber ein. Man stelle sich
> einen Gemüsehändler vor, der nicht mehr zum Markt geht. Begründung: "Ich
> hatte jeden Samstag schon um zehn Uhr keine einzige Kartoffel mehr!
> Alles weg gekauft. Das konnte ich meinen Kunden nicht zumuten."

FULL ACK. Die DB streicht das meiste Geld im Nahverkehr ein und streicht
eine Nachverkehrsverbindung nach der anderen. die einstigen InterRegios
waren womöglich auch rentabel?
--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.

Bernhard Kraft

unread,
Jul 6, 2017, 1:05:55 PM7/6/17
to
Am 06.07.2017 um 14:22 schrieb Martin Gerdes:
> Die eigentlich vorgesehenen Wagen (mit Fahrradstellplätzen) seien kaputt
> und würden notfallmäßig durch historische Eisenbahnwagen ersetzt (die
> für Fahrräder keinen vorgesehenen Platz haben). Man kann es verstehen,
> daß die Leute so mit dem aktuellen (und temporären) Mangel umgehen.
>

An einen Bus kann man problemlos einen Anhänger hängen, der ein dutzend
Räder transportiert. Warum kann die Bahn so etwas nicht? Aus einem
historischen Eilzug kann man ruck-zuck die alten Sitzbänke abschrauben
und Fahrradständer dafür einbauen. Nur um mal zwei Lösungsvorschläge zu
machen.

Die Bahn will aber keine Radfahrer mit ihren Räder transportieren. Sonst
wäre sie ja ein sinnvolles Verkehrsmittel.

Bernd Ullrich

unread,
Jul 6, 2017, 3:09:02 PM7/6/17
to
Die rechnen mit mhoch2, wieville bringt der Quadratmeter Umsatz\Gewinn.

BU


Martin Wohlauer

unread,
Jul 6, 2017, 4:27:19 PM7/6/17
to
Iss schon wieder Karnevalszeit?

Grüßle,

Martin.

Bernd Ullrich

unread,
Jul 6, 2017, 5:00:28 PM7/6/17
to
Im öffentlichen Verkehrsraum endet sowas nie.
Jede Menge Spinner und Bekloppte.

BU

Bernhard Kraft

unread,
Jul 6, 2017, 5:00:54 PM7/6/17
to
Ja, in Ordnung. Dann sollen sie uns Radfahrern einen fairen Preis für den
Radtransport anbieten. Radtouristen sind keine armen Leute. Stattdessen
glaubt die Bahn immer noch ein Massenverkehrsmittel zu sein. Ist sie aber
nicht mehr. Die unverschämten Preise der Bahn kann sich ein Mensch mit
Hartz IV überhaupt nicht leisten. Familien fahren sowieso mit dem Auto. Es
bleiben also nur reiche alte Säcke, die sich das Hobby Radtouristik leisten
können.



Bernd Ullrich

unread,
Jul 6, 2017, 5:21:29 PM7/6/17
to
Am 06.07.2017 um 22:57 schrieb Bernhard Kraft:
> Bernd Ullrich <ullric...@hotmail.com> wrote:
>> Am 06.07.2017 um 19:05 schrieb Bernhard Kraft:
>>
>>> Die Bahn will aber keine Radfahrer mit ihren Räder transportieren. Sonst
>>> wäre sie ja ein sinnvolles Verkehrsmittel.
>>
>> Die rechnen mit mhoch2, wieville bringt der Quadratmeter Umsatz\Gewinn.


> Ja, in Ordnung. Dann sollen sie uns Radfahrern einen fairen Preis für den
> Radtransport anbieten. Radtouristen sind keine armen Leute. Stattdessen
> glaubt die Bahn immer noch ein Massenverkehrsmittel zu sein. Ist sie aber
> nicht mehr.
---------------------------------------------
> Die unverschämten Preise der Bahn kann sich ein Mensch mit
> Hartz IV überhaupt nicht leisten.

Die sollen ja auch nicht verreisen dürfen (dafür ist kein Geld
vorgesehen) sondern sich Arbeit suchen.
Die Hartzer sollen auf dem Zahnfleisch kriechen, nicht verreisen.

BU


HC Ahlmann

unread,
Jul 6, 2017, 5:44:44 PM7/6/17
to
Bernhard Kraft <bernha...@web.de> wrote:

> Dann sollen sie uns Radfahrern einen fairen Preis für den
> Radtransport anbieten. Radtouristen sind keine armen Leute. Stattdessen
> glaubt die Bahn immer noch ein Massenverkehrsmittel zu sein. Ist sie aber
> nicht mehr. Die unverschämten Preise der Bahn kann sich ein Mensch mit
> Hartz IV überhaupt nicht leisten. Familien fahren sowieso mit dem Auto. Es
> bleiben also nur reiche alte Säcke, die sich das Hobby Radtouristik leisten
> können.

Soll die Bahn die fairen Preise so festsetzen, dass der Trend zum
Verkehrsmittel der "reichen Säcke mit Fahrrad" verstärkt wird, weil
deren Beförderungsbedürfnis mit Rad höher als das eines
Hartz-IV-Empfängers gewertet wird?
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte

Martin Wohlauer

unread,
Jul 7, 2017, 1:52:25 AM7/7/17
to
Am 06.07.2017 um 23:44 schrieb HC Ahlmann:
> Bernhard Kraft <bernha...@web.de> wrote:
>
>> Dann sollen sie uns Radfahrern einen fairen Preis für den
>> Radtransport anbieten. Radtouristen sind keine armen Leute. Stattdessen
>> glaubt die Bahn immer noch ein Massenverkehrsmittel zu sein. Ist sie aber
>> nicht mehr. Die unverschämten Preise der Bahn kann sich ein Mensch mit
>> Hartz IV überhaupt nicht leisten. Familien fahren sowieso mit dem Auto. Es
>> bleiben also nur reiche alte Säcke, die sich das Hobby Radtouristik leisten
>> können.
>
> Soll die Bahn die fairen Preise so festsetzen, dass der Trend zum
> Verkehrsmittel der "reichen Säcke mit Fahrrad" verstärkt wird, weil
> deren Beförderungsbedürfnis mit Rad höher als das eines
> Hartz-IV-Empfängers gewertet wird?


Was hat denn jetzt der Hartzer mit dem Fahrradticket zu tun? Und falls
du jetzt darauf abstellen willst, dass /der/ sich dann das Fahrradticket
nicht leisten kann: Ob er es sich nicht leisten kann, oder aber gar kein
Rad mitnehmen kann, das unterscheidet sich am Ende dann doch wieder nicht.

Grüßle,

Martin.

Bernhard Kraft

unread,
Jul 7, 2017, 3:21:40 AM7/7/17
to
Am 06.07.2017 um 23:44 schrieb HC Ahlmann:
> Bernhard Kraft <bernha...@web.de> wrote:
>
>> Dann sollen sie uns Radfahrern einen fairen Preis für den
>> Radtransport anbieten. Radtouristen sind keine armen Leute. Stattdessen
>> glaubt die Bahn immer noch ein Massenverkehrsmittel zu sein. Ist sie aber
>> nicht mehr. Die unverschämten Preise der Bahn kann sich ein Mensch mit
>> Hartz IV überhaupt nicht leisten. Familien fahren sowieso mit dem Auto. Es
>> bleiben also nur reiche alte Säcke, die sich das Hobby Radtouristik leisten
>> können.
>
> Soll die Bahn die fairen Preise so festsetzen, dass der Trend zum
> Verkehrsmittel der "reichen Säcke mit Fahrrad" verstärkt wird, weil
> deren Beförderungsbedürfnis mit Rad höher als das eines
> Hartz-IV-Empfängers gewertet wird?
>
Es geht mir lediglich darum, Preis, Angebot und Nachfrage in eine
Balance zu bringen. Was spricht zum Beispiel gegen höhere Sommerpreise?
Oder höhere Preise in touristisch attraktiven Regionen. Was spricht
dagegen, dass man für ein Fahrrad einfach genauso viel zahlt, wie für
einen Menschen? Der Platzbedarf ist doch sogar höher und im Nahverkehr
eine besonders knappe Ressource.

Wenn der Staat Hartz 4 Empfängern bessere Möglichkeiten bieten will,
sollte er ein Sozialticket anbieten. Wenn der Transport des eigenen
Körpers 30Cent/pro Kilometer kostest, ist öffentlicher Nahverkehr für
Menschen mit 400 Euro Monatsbudget sowieso unattraktiv. Da helfen ihm
die günstigen Fahrradtickets nichts.

HC Ahlmann

unread,
Jul 7, 2017, 3:35:43 AM7/7/17
to
Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) stellen nur noch Triebzüge in den
Dienst, deren Kapazität für Fahrgäste und Fahrräder begrenzt ist und die
sich nicht "mal eben" um Waggons ergänzen oder umbauen lassen (man kann
auch nicht kostenneutral Reservegarnituren bereit und auf dem
technischen Stand halten – TB0 trug zur Ausmusterung der Packwagen bei).
Konzipiert man in diese Triebzügen mit erhöhter Kapazität für Fahrräder,
sinkt jene für Fahrgäste, während die Kosten für den Betrieb gleich
bleiben – die Kosten pro Fahrgast steigen. Das wird über kurz oder lang
Fahrpreisanhebungen nach sich ziehen. So bezahlt ein bahnfahrender
Hartz-IV-Empfänger wie jeder andere Fahrgast für den Fahrradtransport
mit, auch wenn er ihn nicht benutzt. Also sollten Bahnreisende mit
Fahrrad ihre Ansprüche mäßigen.

Die derzeitigen Fahrradtarife sind deutlich geringer als Fahrgasttarife,
weil sie gedeckelt und nicht entfernungsabhängig sind (Rad im
Fernverkehr max. 9,00€, im Nahverkehr max. 5,50€, teilweise frei). Ein
"fairer Preis" nach Lademetern, Sitzplatzäquvalenten oder Stellfläche
würde Bahnreisende mit Fahrrad aufschreien lassen, also sollten
Bahnreisende mit Fahrrad ihre Ansprüche mäßigen.

Ich halte die Fahrradmitnahme in der Bahn für einen Bonus, sie ist nicht
zwingend nötig, aber angenehm, sie gehört nicht zur Grundversorgung
Personenbeförderung und sie wird nur von einem kleinen Teil der
Fahrgäste wahrgenommen. Also sollten Bahnreisende mit Fahrrad ihre
Ansprüche mäßigen (dreimal reicht hoffentlich).

Ralph Angenendt

unread,
Jul 7, 2017, 6:02:57 AM7/7/17
to
Well, Chr. Maercker <Zwei...@gmx-topmail.de> wrote:
> FULL ACK. Die DB streicht das meiste Geld im Nahverkehr ein und streicht
> eine Nachverkehrsverbindung nach der anderen.

Humbug.

Nahverkehr ist bestellt. Wenn dort Verbindungen gestrichen werden, passiert
das nicht durch die Die Bahn.

Ralph
--
If the future isn't bright at least it's colorful

Heiko Jacobs

unread,
Jul 7, 2017, 8:13:39 AM7/7/17
to
Am 07.07.2017 um 10:57 schrieb Christian @Soemtron:
> Ein vernünftiger Mensch.

Teilweise ja, außer bzgl.
"auch entgegen aller Beschilderungen"
Das stimmt einfach nicht ...

Gruß Heiko

frank paulsen

unread,
Jul 7, 2017, 9:13:22 AM7/7/17
to
"Chr. Maercker" <Zwei...@gmx-topmail.de> writes:

> Bernhard Kraft wrote:
>> Die Bahn ist und bleibt die Bundesbehörde zur Vermeidung von
>> Beförderungsfällen. JEDER Unternehmer würde bei mehr Nachfrage das
>> Angebot vergrößern. Die Bahn stellt es aber lieber ein. Man stelle sich
>> einen Gemüsehändler vor, der nicht mehr zum Markt geht. Begründung: "Ich
>> hatte jeden Samstag schon um zehn Uhr keine einzige Kartoffel mehr!
>> Alles weg gekauft. Das konnte ich meinen Kunden nicht zumuten."
>
> FULL ACK. Die DB streicht das meiste Geld im Nahverkehr ein und streicht
> eine Nachverkehrsverbindung nach der anderen. die einstigen InterRegios
> waren womöglich auch rentabel?

es waere unfassbar nuetzlich, wenn ihr euch die muehe machtet, irgendwo
nachzulesen, wer im schienenpersonennahverkehr leistungen bestellt,
erbringt und bezahlt.

dabei wird dann naemlich vergleichsweise schnell klar, dass es
(ausnahmsweise mal) nicht "Die Bahn" ist, die fuer diesen misstand
verantwortlich zeichnet. sondern, tada, echte behoerden, allerdings
eine des Landes, und eine des Bundes.

ja, das stellt ein problem dar, das wir auch gerne in
de.etc.bahn.bahnpolitik diskutieren koennen.

--
frobnicate foo

Bernhard Kraft

unread,
Jul 7, 2017, 11:52:03 AM7/7/17
to
Am 07.07.2017 um 14:23 schrieb frank paulsen:
>
> dabei wird dann naemlich vergleichsweise schnell klar, dass es
> (ausnahmsweise mal) nicht "Die Bahn" ist, die fuer diesen misstand
> verantwortlich zeichnet. sondern, tada, echte behoerden, allerdings
> eine des Landes, und eine des Bundes.
>

Ja, du hast recht. Weil aber der ganze Laden unter dem Namen des
Konzerns "Deutsche Bahn" läuft, träumte ich mal eine Weile von einem
Großunternehmen, dass uns Radfahren das Reisen schnell und bequem
ermöglicht, wenn wir mal nicht selber fahren wollen, sondern gefahren
werden wollen. Das ist natürlich ein sinnloser Luxus, wie das Internet
oder das Smartphone.

Da die Bahn aber schon länger existiert und tatsächlich für uns
Radfahrer früher erheblich besser war, bin ich mal wieder voll vom Thema
abgekommen und in meine alte Gepäckwagen-Nostalgie verfallen. Wenigsten
nach Sylt, Usedom und Rügen könnte man doch wieder mal einen anhängen.

Martin Wohlauer

unread,
Jul 7, 2017, 12:49:52 PM7/7/17
to
Am 07.07.2017 um 09:35 schrieb HC Ahlmann:
> Martin Wohlauer <mwoh...@yahoo.de> wrote:
>> Am 06.07.2017 um 23:44 schrieb HC Ahlmann:
>>> Bernhard Kraft <bernha...@web.de> wrote:
>>>> Dann sollen sie uns Radfahrern einen fairen Preis für den
>>>> Radtransport anbieten. Radtouristen sind keine armen Leute. Stattdessen
>>>> glaubt die Bahn immer noch ein Massenverkehrsmittel zu sein. Ist sie aber
>>>> nicht mehr. Die unverschämten Preise der Bahn kann sich ein Mensch mit
>>>> Hartz IV überhaupt nicht leisten. Familien fahren sowieso mit dem Auto. Es
>>>> bleiben also nur reiche alte Säcke, die sich das Hobby Radtouristik leisten
>>>> können.
>>>
>>> Soll die Bahn die fairen Preise so festsetzen, dass der Trend zum
>>> Verkehrsmittel der "reichen Säcke mit Fahrrad" verstärkt wird, weil
>>> deren Beförderungsbedürfnis mit Rad höher als das eines
>>> Hartz-IV-Empfängers gewertet wird?
>>
>>
>> Was hat denn jetzt der Hartzer mit dem Fahrradticket zu tun? Und falls
>> du jetzt darauf abstellen willst, dass /der/ sich dann das Fahrradticket
>> nicht leisten kann: Ob er es sich nicht leisten kann, oder aber gar kein
>> Rad mitnehmen kann, das unterscheidet sich am Ende dann doch wieder nicht.
>
> Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) stellen nur noch Triebzüge in den
> Dienst, deren Kapazität für Fahrgäste und Fahrräder begrenzt ist und die
> sich nicht "mal eben" um Waggons ergänzen oder umbauen lassen (man kann
> auch nicht kostenneutral Reservegarnituren bereit und auf dem
> technischen Stand halten – TB0 trug zur Ausmusterung der Packwagen bei).


Also uns hat man das mal so erklärt: Die Bahn ist da pragmatisch. Die
sagen einfach: »Machen wir gerne, aber ihr zahlt.« (an den Landtag hin).
Dem Landtag sind Radfahrer im Zug aber offensichtlich scheißegal, sodass
bei den Modellen irgendwie trotzdem immer die ausgewählt werden, die
beschissen gestaltet wurden, oder zu wenig Platz haben.

> Konzipiert man in diese Triebzügen mit erhöhter Kapazität für Fahrräder,
> sinkt jene für Fahrgäste, während die Kosten für den Betrieb gleich
> bleiben – die Kosten pro Fahrgast steigen.


Wie gesagt, dann macht man halt das Fahrradticket teurer. Warum das
nicht gehen soll, weiß ich nicht. Eher wäre die Frage, ob tatsächlich
genug Nachfrage dafür gegeben ist, dass das wirtschaftlich bleibt. Das
hat aber eben bei Landtag & Co. wenig Relevanz. Es ist billig und sollen
die Drahteseltreiber doch mit dem Auto mit dem Rad auf dem Dach ans Ziel
fahren.

> Das wird über kurz oder lang Fahrpreisanhebungen nach sich ziehen. So
> bezahlt ein bahnfahrender Hartz-IV-Empfänger wie jeder andere
> Fahrgast für den Fahrradtransport mit, auch wenn er ihn nicht
> benutzt. Also sollten Bahnreisende mit Fahrrad ihre Ansprüche
> mäßigen.

Siehe oben: Warum muss das so sein? So könnte man es machen. So würde
man sich aber gleich einen großen Kundenstamm selbst unter'm Hintern weg
schießen, weil diejenigen sich sicher kein Auto leisten werden.

> Die derzeitigen Fahrradtarife sind deutlich geringer als Fahrgasttarife,
> weil sie gedeckelt und nicht entfernungsabhängig sind (Rad im
> Fernverkehr max. 9,00€, im Nahverkehr max. 5,50€, teilweise frei).


Du erkennst ein Problem. Geht mir ähnlich. Damit.

> Ein "fairer Preis" nach Lademetern, Sitzplatzäquvalenten oder
> Stellfläche würde Bahnreisende mit Fahrrad aufschreien lassen, also
> sollten Bahnreisende mit Fahrrad ihre Ansprüche mäßigen.

Ja, ist schon. Sage ich auch gar nichts dagegen. Mein Punkt ist: Sollen
sie's eben genau da nehmen, wo die Kosten entstehen.

> Ich halte die Fahrradmitnahme in der Bahn für einen Bonus, sie ist nicht
> zwingend nötig, aber angenehm, sie gehört nicht zur Grundversorgung
> Personenbeförderung und sie wird nur von einem kleinen Teil der
> Fahrgäste wahrgenommen. Also sollten Bahnreisende mit Fahrrad ihre
> Ansprüche mäßigen (dreimal reicht hoffentlich).


Sie kann aber ein Teil eines multimodalen Konzeptes sein, das eben nicht
»Auto« als Allheilmittel für alles hin stellt. Es wurden ja schon ganz
andere Konzepte in dem Zusammenhang angedacht, die z. B. eine Art
Vereinheitlichtes PKW-Modell-Konzept mit dem Zugmodell verknüpft. Das
ist aber alles weitaus komplizierter umzusetzen (vom Ist-Zustand
ausgehend), als einfach nur Radmitnahme zu erleichtern. Da kann man sich
schon mal die Frage stellen, ob es das nicht wäre, Wege zu suchen, das
zu realisieren, um evtl. den einen oder anderen Pendler von der scheiß
Autobahn zu kriegen, die er fleißig mit allen anderen zustopft. Aber
siehe oben: In BY interessiert das so und so keine Sau, weil es schon an
der Stelle stecken bleibt, wo die Politik ihren Teil dazu beitragen
muss. Und um es mal so zu sagen, wie es ist: Die DB ist 100% in der
öffentlichen Hand. Es ginge sicherlich, das einzurichten, wenn man wollte.

Grüßle,

Martin.

Bernhard Kraft

unread,
Jul 8, 2017, 3:43:48 AM7/8/17
to
Am 07.07.2017 um 09:35 schrieb HC Ahlmann:

> Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) stellen nur noch Triebzüge in den
> Dienst, deren Kapazität für Fahrgäste und Fahrräder begrenzt ist...

Die Bahn hat das selbe Problem wie das Fahrrad. Sie ist eine nahezu
perfekte technische Lösung und deswegen für die Menschen uninteressant.
Weil die Menschen nach Problemen suchen, die sie lösen wollen.

Der Triebwagen ist ein Versuch der Bahn sich an die erfolgreichere
Transportlösung "Reisebus" anzunähern. Man verzichtet auf den Vorteil
der Bahn einfach an eine Lokomotive eine flexible Zahl von Anhängern
anzuhängen, um dem Erfolgsprodukt "Reisebus" ähnlicher zu sein.

Das selbe geschieht derzeit mit dem Fahrrad, an welches Elektromotoren
appliziert werden, um dem Erfolgsprodukt "Auto" ähnlicher zu sein.

Diese Strategie kann keinen Erfolg haben. Am Ende entscheidet man sich
lieber für das Original (Reisebus, Auto) als für die Fälschung
(Triebwagen/Pedelec), weil es besser funktioniert.

Johann Mayerwieser

unread,
Jul 8, 2017, 4:43:37 AM7/8/17
to
Am Sat, 08 Jul 2017 09:43:45 +0200 schrieb Bernhard Kraft:

> Der Triebwagen ist ein Versuch der Bahn sich an die erfolgreichere
> Transportlösung "Reisebus" anzunähern. Man verzichtet auf den Vorteil
> der Bahn einfach an eine Lokomotive eine flexible Zahl von Anhängern
> anzuhängen, um dem Erfolgsprodukt "Reisebus" ähnlicher zu sein.

Was ist der Grund, Triebwagenzüge zu verwenden?
Einfach dass man den Zug schnell wenden kann. Das Wenden ist insbesondere
an Kopfbahnhöfen eine mistige Aktion, die Personal kostet und Fahrwege
blockiert.
Triebwagenzüge sind insoferne flexibel, weil man sie in Mehrfachtraktion
fahren lassen kann.
Österreich hat mit dem Railjet <https://
media05.regionaut.meinbezirk.at/2015/02/27/8044447_web.jpg?1425031299>
Triebwagenzüge, die aus Einzelwaggons und konventioneller Lok bestehen.
Diese werden aber auch nicht durch Einreihen von weiteren Waggons
verstärkt. Siehe unten.
Was früher bei den 4010ern (echte Triebwagengarnituren) passiert ist und
möglicherweise heute noch gemacht wird, ist die Beigabe von
Schleuderwagen. Das sind normale Reisezugwagen, die an den Triebwagenzug
angehängt werden und die zum Triebwagen selbst keine Verbindung haben,
d.h. kein Speisewagen etc. Und die Zahl der Waggons, die man da anhängen
kann, ist auch begrenzt. Das wird aber auch nicht flexibel gemacht,
sondern bestimmte Kurse führen diese auf besonders stark belasteten
Teilstrecken mit.

Flexibel Züge verstärken heißt:
Wagenmaterial dort bereit halten, wo es dann gebraucht wird - wo und
wieviel?
Verschubpersonal und Verschublok ebenfalls dort bereit halten.
Das zusätzliche Lok- und Wagenmaterial betriebsbereit halten, regelmäßig
prüfen und in Stand halten. Wer zahlt es?

Und die von dir gelobten Verkehrsmittel sind auch nicht flexibler. Das
sieht man, wenn die Bahn unvorhergesehenen Schienenersatzverkehr braucht.
Da fehlt es an ausreichendem Fahrzeugstand und an Personal. Der
Busunternehmer wird sich nicht 10 Busse hinstellen, die er ein paar Mal
im Jahr braucht und wo soll er die Fahrer her nehmen, die auf
Bereitschaft zu Hause sitzen?
Oder versuche, zur Hauptreisezeit einen Bus zu mieten. Viel Glück.

Selbst bei den Privatfahrzeugen hat die Flexibilität ihre Grenzen.
Entweder es hat jedes Familienmitglied sein Auto oder ....

Hannes Kuhnert

unread,
Jul 9, 2017, 4:47:01 PM7/9/17
to
Chr. Maercker schrieb:
> Die DB streicht das meiste Geld im Nahverkehr ein und streicht
> eine Nachverkehrsverbindung nach der anderen.

Fehlt da ein ‚t‘ oder ist da ein ‚c‘ zu viel?
--
Hannes Kuhnert

frank paulsen

unread,
Jul 10, 2017, 11:26:27 AM7/10/17
to
hc.ah...@gmx.de (HC Ahlmann) writes:

> Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) stellen nur noch Triebzüge in den
> Dienst, deren Kapazität für Fahrgäste und Fahrräder begrenzt ist und die
> sich nicht "mal eben" um Waggons ergänzen oder umbauen lassen (man kann
> auch nicht kostenneutral Reservegarnituren bereit und auf dem
> technischen Stand halten – TB0 trug zur Ausmusterung der Packwagen bei).

anderer ansicht zum beispiel Metronom, gleich im bundesland nebenan.

die dort (letzlich vom Land) beschafften Doppelstockzüge habe in der
sommersaison radabteile, die im winter zugunsten von sitzplaetzen
umgeruestet werden.

insgesamt werden die EVU das beschaffen, was in ausschreibungen von
ihnen gefordert wird, deshalb bin ich auch mal wieder extrem stinkig mit
dem VRR, der einerseits die fahrradbefoerderung verbessern will, und in
form der RRX-zuege jetzt was bestellt hat, was dazu komplett ungeeignet
ist. (das hat nur noch keiner gemerkt, und in drei jahren wird dann
gejammert)

> Konzipiert man in diese Triebzügen mit erhöhter Kapazität für Fahrräder,
> sinkt jene für Fahrgäste, während die Kosten für den Betrieb gleich
> bleiben – die Kosten pro Fahrgast steigen. Das wird über kurz oder lang
> Fahrpreisanhebungen nach sich ziehen. So bezahlt ein bahnfahrender
> Hartz-IV-Empfänger wie jeder andere Fahrgast für den Fahrradtransport
> mit, auch wenn er ihn nicht benutzt. Also sollten Bahnreisende mit
> Fahrrad ihre Ansprüche mäßigen.

das koennte man so rechnen, wuerde der nahverkehr kostendeckend
betrieben. genau das ist aber *bewusst* nicht der fall, und die
foerderung bimodalen verkehrs gerade in ballungsraeumen hat einen
externen nutzen, der nicht zu vernachlaessigen ist. machen wir uns da
nix vor: wenn die flitzpiepen vom VRR hingegen, und mehr raeder
befoerdern wollen, dann machen sie das natuerlich vordringlich, weil sie
die besitzer der maroden staedtischen strasseninfrastruktur sind, und
die entlasten wollen.

> Die derzeitigen Fahrradtarife sind deutlich geringer als Fahrgasttarife,
> weil sie gedeckelt und nicht entfernungsabhängig sind (Rad im
> Fernverkehr max. 9,00€, im Nahverkehr max. 5,50€, teilweise frei). Ein
> "fairer Preis" nach Lademetern, Sitzplatzäquvalenten oder Stellfläche
> würde Bahnreisende mit Fahrrad aufschreien lassen, also sollten
> Bahnreisende mit Fahrrad ihre Ansprüche mäßigen.

fahrgasttarife sind in aller regel auch gedeckelt! in verbuenden sind
so um die 50% der fahrgaeste mit dauerkarten unterwegs, im VRR eher
sowas wie 60%.

auch deshalb ist deine Hartz IV-argumentation falsch, die zahlen
naemlich natuerlich auch fuer den extrem teuren pendler in der
spitzenzeit, der besonders wenig je einzelfahrt berappt.

> Ich halte die Fahrradmitnahme in der Bahn für einen Bonus, sie ist nicht
> zwingend nötig, aber angenehm, sie gehört nicht zur Grundversorgung
> Personenbeförderung und sie wird nur von einem kleinen Teil der
> Fahrgäste wahrgenommen. Also sollten Bahnreisende mit Fahrrad ihre
> Ansprüche mäßigen (dreimal reicht hoffentlich).

ich sehe das komplett anders, denn ich sehe in der fahrradbefoerderung
eine staerkung des multimodalen verkehrs, und weniger eine touristische
attraktion, auf die man leichtfertig und leichtherzig verzichten kann.

--
frobnicate foo

Bernhard Kraft

unread,
Jul 10, 2017, 3:15:41 PM7/10/17
to
Am 10.07.2017 um 18:28 schrieb Martin Gerdes:
>
> Ich finde die aktuelle Lösung, nämlich die Mitnahme des Fahrrades in
> einem Fahrradabteil zumindest im Regionalverkehr, besser als die frühere
> Regelung mit dem Gepäckwagen.

Wäre ok, wenn es keine Klappsitze geben würde. Hier sind diese sofort
von Nicht-Radfahrern besetzt, weil es die einzigen Plätze sind mit
zufriedenstellender Beinfreiheit.

frank paulsen

unread,
Jul 11, 2017, 9:50:26 AM7/11/17
to
Johann Mayerwieser <johann.ma...@gmail.com> writes:

> Am Sat, 08 Jul 2017 09:43:45 +0200 schrieb Bernhard Kraft:
>
>> Der Triebwagen ist ein Versuch der Bahn sich an die erfolgreichere
>> Transportlösung "Reisebus" anzunähern. Man verzichtet auf den Vorteil
>> der Bahn einfach an eine Lokomotive eine flexible Zahl von Anhängern
>> anzuhängen, um dem Erfolgsprodukt "Reisebus" ähnlicher zu sein.
>
> Was ist der Grund, Triebwagenzüge zu verwenden?
> Einfach dass man den Zug schnell wenden kann. Das Wenden ist insbesondere
> an Kopfbahnhöfen eine mistige Aktion, die Personal kostet und Fahrwege
> blockiert.

vorteil von triebwagen ist zuerst mal die bessere flaechennutzung, man
kann mehr fahrgaeste auf kuerzerer zuglaenge unterbringen. seit die
infrastruktur der zugangsstellen immer weiter zurueckgebaut wird ist das
ein sehr wichtiger aspekt geworden.

dazu kommt, dass triebwagen geringere achslasten und bessere
beschleunigung zulassen als konventionelle lok-wagen-garnituren.

bei triebwagen mit jakobsgestellen kommt noch dazu, dass niedriger
boden und niveaugleicher durchgang durch den zug einfacher sind.

> Flexibel Züge verstärken heißt:
> Wagenmaterial dort bereit halten, wo es dann gebraucht wird - wo und
> wieviel?
> Verschubpersonal und Verschublok ebenfalls dort bereit halten.
> Das zusätzliche Lok- und Wagenmaterial betriebsbereit halten, regelmäßig
> prüfen und in Stand halten. Wer zahlt es?

staerken und schwaechen sind letztlich nur noch moeglich, wenn sie
personalkostenarm, besser noch personalkostenfrei moeglich sind.

dazu benoetigt es aber neben automatischen kupplungen auch systeme zur
automatischen pruefung der bremsen und der vollstaendigkeit des
wagenzuges, und davon sind wir heute weiter entfernt als noch vor
dreissig jahren.

--
frobnicate foo

frank paulsen

unread,
Jul 11, 2017, 9:50:26 AM7/11/17
to
Bernhard Kraft <bernha...@web.de> writes:

> Da die Bahn aber schon länger existiert und tatsächlich für uns
> Radfahrer früher erheblich besser war, bin ich mal wieder voll vom
> Thema abgekommen und in meine alte Gepäckwagen-Nostalgie
> verfallen. Wenigsten nach Sylt, Usedom und Rügen könnte man doch
> wieder mal einen anhängen.

das hoert man oft, dass die bahn, insbesondere die Bundesbahn, frueher
besser fuer fahrradfahrer war. ich kann das fuer meine zwecke nur sehr
begrenzt nachvollziehen, denn viele relationen in der flaeche, die heute
problemlos und vertaktet mit zug+rad erreichbar sind, waren noch vor
zwanzig jahren komplett abgeschnitten.

es nuetzt mir ja nix, wenn sagenwirmal einmal am tag ein alibizug mit
Packwagen nach Bad Laasphe faehrt, der aber aus den ballungsgebieten
schlicht nicht nuetzlich erreicht werden kann. das sieht man so
aehnlich in weiten teilen des Münsterlandes, OWL und Eifel, bzw. das
sind die gegenden, in denen ich seit der bahnreform wieder multimodal
unterwegs sein kann.

was natuerlich richtig ist: im fernverkehr ist die befoerderung von
raedern fuer touristische zwecke seit der einfuehrung der ICE deutlich
kniffliger geworden, auch schon zu zeiten der Bundesbahn.

(das heisst nicht, dass ich die bahnreform fuer total und vollstaendig
gut halte, ganz im gegenteil. die fahrradbefoerderung fuer alltags-
fahrer im nahverkehr und in der flaeche hat sich aber verbessert)
--
frobnicate foo

Helmut Springer

unread,
Jul 11, 2017, 10:27:02 AM7/11/17
to
frank paulsen <frank....@gmx.net> wrote:
> staerken und schwaechen sind letztlich nur noch moeglich, wenn sie
> personalkostenarm, besser noch personalkostenfrei moeglich sind.
>
> dazu benoetigt es aber neben automatischen kupplungen auch systeme
> zur automatischen pruefung der bremsen und der vollstaendigkeit
> des wagenzuges, und davon sind wir heute weiter entfernt als noch
> vor dreissig jahren.

Warum eigentlich? Das ist letztlich der naheligende Schritt,
moeglichst einheitlich, seit langer Zeit. Dass da nichts passiert
ist oder passiert kann nur noch Vorsatz sein?


F'up de.etc.bahn.misc

--
Best Regards
helmut springer panta rhei

HC Ahlmann

unread,
Jul 11, 2017, 11:30:26 AM7/11/17
to
frank paulsen <frank....@gmx.net> wrote:

> hc.ah...@gmx.de (HC Ahlmann) writes:
>
> > Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) stellen nur noch TriebzÃπge in den
> > Dienst, deren KapazitÀt fÃπr FahrgÀste und FahrrÀder begrenzt ist und die
> > sich nicht "mal eben" um Waggons ergÀnzen oder umbauen lassen (man kann
> > auch nicht kostenneutral Reservegarnituren bereit und auf dem
> > technischen Stand halten â•" TB0 trug zur Ausmusterung der Packwagen bei).
>
> anderer ansicht zum beispiel Metronom, gleich im bundesland nebenan.

Metronom ist anderer Ansicht, aber auch sonst ziemlich einzigartig.

> die dort (letzlich vom Land) beschafften DoppelstockzÃπge habe in der
> sommersaison radabteile, die im winter zugunsten von sitzplaetzen
> umgeruestet werden.

Ist das eine Idee des EVU oder der LNVG oder in der Ausschreibung
vorgegeben?

> insgesamt werden die EVU das beschaffen, was in ausschreibungen von
> ihnen gefordert wird, deshalb bin ich auch mal wieder extrem stinkig mit
> dem VRR, der einerseits die fahrradbefoerderung verbessern will, und in
> form der RRX-zuege jetzt was bestellt hat, was dazu komplett ungeeignet
> ist. (das hat nur noch keiner gemerkt, und in drei jahren wird dann
> gejammert)

Die RRX-Züge sollen Desiro HC werden, was macht sie ungeeignet?

Die RSX-Züge sind Bombardier Talent 2, mit denen hat sich gegenüber den
vorhereingesetzten Doppelstockzügen die Fahrradmitnahme verschlechtert,
die Kapazität ist insgesamt gesunken (2 3- bis 5-teilige Triebwagen vs.
5 Doppelstockwagen mit 111, 2x 111 oder 120).

> > Konzipiert man in diese TriebzÃπgen mit erhöhter KapazitÀt fÃπr
> > FahrrÀder, sinkt jene fÃπr FahrgÀste, wÀhrend die Kosten fÃπr den
> > Betrieb gleich bleiben â•" die Kosten pro Fahrgast steigen. Das wird
> > Ãπber kurz oder lang Fahrpreisanhebungen nach sich ziehen. So bezahlt
> > ein bahnfahrender Hartz-IV-EmpfÀnger wie jeder andere Fahrgast fÃπr den
> > Fahrradtransport mit, auch wenn er ihn nicht benutzt. Also sollten
> > Bahnreisende mit Fahrrad ihre AnsprÃπche mÀÃigen.
>
> das koennte man so rechnen, wuerde der nahverkehr kostendeckend
> betrieben.

Einer wird diese Rechnung aufmachen, denn weder will sich der
ausschreibende Besteller dumm und dusselig zahlen, weil er über den
Bedarf bestellt, noch will das bewerbende EVU auf Einsparungen
verzichten, wenn die Einnahmen gedeckelt sind, die des EVU Kosten und
Gewinn decken müssen. Für den Vergleich der Ausschreibung wird man auf
ein Bündel Kenngrößen abstellen.

> > Die derzeitigen Fahrradtarife sind deutlich geringer als Fahrgasttarife,
> > weil sie gedeckelt und nicht entfernungsabhÀngig sind (Rad im
> > Fernverkehr max. 9,00â≠¬, im Nahverkehr max. 5,50â≠¬, teilweise frei). Ein
> > "fairer Preis" nach Lademetern, SitzplatzÀquvalenten oder StellflÀche
> > wÃπrde Bahnreisende mit Fahrrad aufschreien lassen, also sollten
> > Bahnreisende mit Fahrrad ihre AnsprÃπche mÀÃigen.
>
> fahrgasttarife sind in aller regel auch gedeckelt! in verbuenden sind
> so um die 50% der fahrgaeste mit dauerkarten unterwegs, im VRR eher
> sowas wie 60%.

Eine Entfernungsabhängigkeithaben sie dennoch, wenn die Monatskarte DO-D
nicht dasselbe wie SG-K kostet, das Fahrrad kostet auf beiden Strecken
gleich. Zeitkarten bieten eher einen starken Rabatt und Dreingaben wie
freie Mitnahme von Reisenden, Fahrrädern zu bestimmten Zeiten.

> auch deshalb ist deine Hartz IV-argumentation falsch, die zahlen
> naemlich natuerlich auch fuer den extrem teuren pendler in der
> spitzenzeit, der besonders wenig je einzelfahrt berappt.

Ja, wenn das Fass Mischkalkulation aufgemacht wird...

> > Ich halte die Fahrradmitnahme in der Bahn fÃπr einen Bonus, sie ist nicht
> > zwingend nötig, aber angenehm, sie gehört nicht zur Grundversorgung
> > Personenbeförderung und sie wird nur von einem kleinen Teil der
> > FahrgÀste wahrgenommen. Also sollten Bahnreisende mit Fahrrad ihre
> > AnsprÃπche mÀÃigen (dreimal reicht hoffentlich).
>
> ich sehe das komplett anders, denn ich sehe in der fahrradbefoerderung
> eine staerkung des multimodalen verkehrs, und weniger eine touristische
> attraktion, auf die man leichtfertig und leichtherzig verzichten kann.

Ich assoziiere mit Bahnreisendem tatsächlich Touristen und nicht
Pendler.
Meine Herzallerliebste ist multimodal verkehrende Pendlerin mit
Zeitkarte und Faltrad. Der Umzug ihres Arbeitgebers aus dem Nachbarort
nach Köln führte zum Dornröschenschlaf ihres 28'' Patria, weil sie das
nicht mehr in die Bahn nehmen durfte, und zum Kauf eines Falters. Die
hier verkehrende S-Bahn fährt mit 420 und 423, die zur Rush hour gut
gefüllt sind – Falträder stören da die übrigen Reisenden und sie braucht
ein dickes Fell.

Bernhard Kraft

unread,
Jul 12, 2017, 11:42:05 AM7/12/17
to
Am 11.07.2017 um 15:43 schrieb frank paulsen:
> Bernhard Kraft <bernha...@web.de> writes:
>
>> Da die Bahn aber schon länger existiert und tatsächlich für uns
>> Radfahrer früher erheblich besser war, bin ich mal wieder voll vom
>> Thema abgekommen und in meine alte Gepäckwagen-Nostalgie
>> verfallen. Wenigsten nach Sylt, Usedom und Rügen könnte man doch
>> wieder mal einen anhängen.
>
> das hoert man oft, dass die bahn, insbesondere die Bundesbahn, frueher
> besser fuer fahrradfahrer war. ich kann das fuer meine zwecke nur sehr
> begrenzt nachvollziehen, denn viele relationen in der flaeche, die heute
> problemlos und vertaktet mit zug+rad erreichbar sind, waren noch vor
> zwanzig jahren komplett abgeschnitten.
>
Das hilft mir nichts, wenn es nicht zuverlässig funktioniert. Ab einem
gewissen Füllgrad des Zuges, muss man schon ein Arschloch sein, wenn man
noch ein Fahrrad reinstopft. Ich bin manchmal echt über die Toleranz der
Mitreisenden erstaunt.

Wenn der Zug einen reservierten Platz hätte, wo *nur* Gepäck rein darf,
wäre für mich die Fahrradmitnahme hinreichend zuverlässig geregelt. Das
vielleicht in einer touristischen Gegend bei schönem Wetter der
Gepäckbereich mit Fahrrädern überfüllt wäre, könnte ich mir vorher schon
ausrechnen und diese Verbindung erst gar nicht in Betracht ziehen.

Das Problem ist aber, dass die heutige Bahn ihrer Züge sehr gut
auslastet und oft (auch außerhalb der Rush-Hour) fast alle Sitzplätze
einschließlich der Klappsitze im Fahrradabteil besetzt sind. Aus volks-
und betriebswirtschaftlicher Sicht, bestimmt super. Dann sollen sie aber
auch gleich die Fahrradmitnahme verbieten, weil es unwirtschaftlich ist.
Die Bahn macht aber ganz unverhohlen Reklame für die Radmitnahme im Zug
und lässt ihre Kunden dann hängen.

> es nuetzt mir ja nix, wenn sagenwirmal einmal am tag ein alibizug mit
> Packwagen nach Bad Laasphe faehrt,

Auf dem Lande fahre ich sowieso lieber mit Fahrrad, als mit der Bahn. Da
hätte ich kein Problem mit. Aber wenn ich mal durch eine Großstadt muss,
steige ich in die Bahn um.

> was natuerlich richtig ist: im fernverkehr ist die befoerderung von
> raedern fuer touristische zwecke seit der einfuehrung der ICE deutlich
> kniffliger geworden, auch schon zu zeiten der Bundesbahn.

Damit kann ich leben, weil Reservierung möglich ist und immer mehr ICs
eingesetzt werden. Das einzige Problem ist Würzburg-Kassel. Nahverkehr
im Ballungsraum ist mein Problem. Ich helfe mir damit, dass ich erst
nach 23:00 Uhr fahre oder einfach mal ohne Reservierung in einen leeren
IC springe.

Martin Wohlauer

unread,
Jul 12, 2017, 4:03:11 PM7/12/17
to
Am 12.07.2017 um 17:41 schrieb Bernhard Kraft:
> Am 11.07.2017 um 15:43 schrieb frank paulsen:
>> Bernhard Kraft <bernha...@web.de> writes:
>>
>>> Da die Bahn aber schon länger existiert und tatsächlich für uns
>>> Radfahrer früher erheblich besser war, bin ich mal wieder voll vom
>>> Thema abgekommen und in meine alte Gepäckwagen-Nostalgie
>>> verfallen. Wenigsten nach Sylt, Usedom und Rügen könnte man doch
>>> wieder mal einen anhängen.
>>
>> das hoert man oft, dass die bahn, insbesondere die Bundesbahn, frueher
>> besser fuer fahrradfahrer war. ich kann das fuer meine zwecke nur sehr
>> begrenzt nachvollziehen, denn viele relationen in der flaeche, die heute
>> problemlos und vertaktet mit zug+rad erreichbar sind, waren noch vor
>> zwanzig jahren komplett abgeschnitten.
>>
> Das hilft mir nichts, wenn es nicht zuverlässig funktioniert. Ab einem
> gewissen Füllgrad des Zuges, muss man schon ein Arschloch sein, wenn man
> noch ein Fahrrad reinstopft. Ich bin manchmal echt über die Toleranz der
> Mitreisenden erstaunt.
>
> Wenn der Zug einen reservierten Platz hätte, wo *nur* Gepäck rein darf,
> wäre für mich die Fahrradmitnahme hinreichend zuverlässig geregelt.


Das ist, so weit ich weiß, auch das Dänemarker Modell. Ginge alles.

> Das Problem ist aber, dass die heutige Bahn ihrer Züge sehr gut
> auslastet und oft (auch außerhalb der Rush-Hour) fast alle Sitzplätze
> einschließlich der Klappsitze im Fahrradabteil besetzt sind. Aus volks-
> und betriebswirtschaftlicher Sicht, bestimmt super. Dann sollen sie aber
> auch gleich die Fahrradmitnahme verbieten, weil es unwirtschaftlich ist.
> Die Bahn macht aber ganz unverhohlen Reklame für die Radmitnahme im Zug
> und lässt ihre Kunden dann hängen.


Das ist eben der springende Punkt: Erst geil machen und dann nicht
liefern. Wenn man wüsste, nee, das wird nichts: OK. Ist aber nicht so.

>> es nuetzt mir ja nix, wenn sagenwirmal einmal am tag ein alibizug mit
>> Packwagen nach Bad Laasphe faehrt,
>
> Auf dem Lande fahre ich sowieso lieber mit Fahrrad, als mit der Bahn. Da
> hätte ich kein Problem mit. Aber wenn ich mal durch eine Großstadt muss,
> steige ich in die Bahn um.


Ist immer auch eine Frage der Lebenszeit, bzw. realistischer
Streckenlängen. Klar kann ich die 60 km nach München auch mit dem Rad
fahren. Dauert halt mindestens 3 h. Oder ich spare mir mindestens 2¼
davon. Wegen 10 km brauche ich dagegen gar nicht in die Bahn steigen.

Grüßle,

Martin.

frank paulsen

unread,
Jul 15, 2017, 11:05:01 AM7/15/17
to
hc.ah...@gmx.de (HC Ahlmann) writes:

> Ist das eine Idee des EVU oder der LNVG oder in der Ausschreibung
> vorgegeben?

die LNVG hat die abteile in absprache mit Metronom und Besteller
beschafft, weil (tada!) die wichtigkeit fuer den tourismus erkannt, und
der bedarf nachgewiesen wurde. tatsaechlich sind denen im sommer die
radabteile explodiert, und da musste entweder eine loesung her, oder der
radtransport eingeschraenkt werden.

> Die RRX-Züge sollen Desiro HC werden, was macht sie ungeeignet?

die mehrzweckraeume zur unterbringung der raeder liegen (mal wieder)
falsch im verkehrsstrom, und es sind zu wenige. umgerechnet auf
konventionelle doppelstueckzuege bleibt die zahl der fahrradplaetze je
sitzplatz gleich, das beisst sich damit, dass *mehr* raeder befoerdert
werden sollen.

> Die RSX-Züge sind Bombardier Talent 2, mit denen hat sich gegenüber den
> vorhereingesetzten Doppelstockzügen die Fahrradmitnahme verschlechtert,
> die Kapazität ist insgesamt gesunken (2 3- bis 5-teilige Triebwagen vs.
> 5 Doppelstockwagen mit 111, 2x 111 oder 120).

die ueberhaupt nicht gluecklich konstruiert, ich habe die zustaende in
Siegen bereits mehrfach bewundern duerfen.

> Ich assoziiere mit Bahnreisendem tatsächlich Touristen und nicht
> Pendler.

touristen koennen das rad eigentlich ganz unproblematisch aufs auto
schnallen :)

> Meine Herzallerliebste ist multimodal verkehrende Pendlerin mit
> Zeitkarte und Faltrad. Der Umzug ihres Arbeitgebers aus dem Nachbarort
> nach Köln führte zum Dornröschenschlaf ihres 28'' Patria, weil sie das
> nicht mehr in die Bahn nehmen durfte, und zum Kauf eines Falters. Die
> hier verkehrende S-Bahn fährt mit 420 und 423, die zur Rush hour gut
> gefüllt sind – Falträder stören da die übrigen Reisenden und sie braucht
> ein dickes Fell.

ja, sicher. und an der stelle muss man halt nachdenken, bevor man neue
fahrzeuge bestellt, was man damit erreichen will. (und man muss
natuerlich auch nachdenken, bevor man bahnsteige auf wenig nuetzliche
laengen einkuerzt, und dann einfach zuwenig platz hat, um nuetzliche
konzepte zu realisieren)
--
frobnicate foo
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