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Gibt's noch Rennradrahmen aus CrMo Stahl?

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Andreas Hollmann

unread,
May 14, 2004, 11:25:36 AM5/14/04
to
Mittelfristig möchte ich mir ein neues Rennrad zulegen, bin aber einem
Alu-Rahmen sehr abgeneigt.

Habe bisher drei Rennräder mit Alu-Rahmen (Giant, Colnago und
Cannondale) gefahren und der kaum vorhandene Fahrkomfort (vertikale
Härte) hat all meine Vorurteile bestätigt.

Klar, die Seitensteifigkeit im Tretlagerbereich war schon toll, aber das
ist meiner Meinung nach eher ein Ergebnis des höheren Rohrdurchmessers
als des Materials Aluminium, denn eine ähnliche hervorragende
Steifigkeit habe ich auch schon beim Guylaine Reiserad erfahren (das mit
den "Oversized"-Rohren).

Was ich auch etwas seltsam fand, war ein Bericht (kann sein in einer
Ausgabe der Tour), wo für einen Alu-Rahmen eine Lebensdauer von 5 Jahren
angegeben wurde.

Nun ja, so einen konkreten Wert halte ich zwar für Unsinn, aber das
unter bestimmten Umständen die Bruchfestigkeit von Alu sich nicht mit
der von Stahl messen kann, ist ja bekannt. Allein der Gedanke, daß ein
Alu-Rahmen aber überhaupt eine Art "Verfallsdatum" hat, wäre ein
weiteres Argument gegen das Material.

Was ich nun suche, ist ein im Tretlager sehr steifen Stahlrahmen, der
aber trotzdem einen hohen Fahrkomfort hat (naja, das ist wohl
hauptsächlich Sache der elastischen Gabel).

Wird sowas noch gebaut?
Wenn ja, möglichst zu einem guten Preis/Leistungsverhältnis?

Andreas


--
funktion und design ____ www.andreas-hollmann.de
sportliche radtouren ___ www.der-bergschreck.de

Jens Herrmann

unread,
May 14, 2004, 11:59:45 AM5/14/04
to
Hi Andreas,

> Was ich auch etwas seltsam fand, war ein Bericht (kann sein in einer
> Ausgabe der Tour), wo für einen Alu-Rahmen eine Lebensdauer von 5 Jahren
> angegeben wurde.

ich war bis vor kurzem auch auf Stahl als Rahmenmaterial erpicht. Nur
halten Stahlrahmen nur aufgrund des Materials nicht unbedingt laenger
als Alurahmen. Es kommt halt auch sehr stark auf die Konstruktion und
materialgerechte Verarbeitung an. Schau dir mal den Test auf www.efbe.de
-> Publikationen/Light Artikel an. Lediglich 3 Hersteller sind mit
ihren (Alu-) Rahmen dicht an die Grenze von 200000 Lastspielen oder
darueber hinaus gekommen. Das waren Cannondale, Trek und Principia. Die
beiden getesteten Stahlrahmen sind fruehzeitig zerbroeselt.
Ein Nachteil der Stahlrahmen mit meist sehr duennen Rohren, ist meiner
Meinung nach auch die mangelhafte Fahrstabilitaet. Mein
Herkules-Stahlrahmen den ich bis vor kurzem noch fuhr fing bei ca. 56 km
/h an zu flattern. Mein derzeitiger Rahmen ist ein uralter Basso(1"
Oberrohrdurchmesser) und man muss hier den Lenker bei unebener Strasse
schon mit beiden Haenden festhalten um nicht auf die Mütze zu fallen.

> Wird sowas noch gebaut?
> Wenn ja, möglichst zu einem guten Preis/Leistungsverhältnis?

Vor nicht allzu langer Zeit stand dazu mal ein Artikel in der
Radwelt(ADFC-Zeitschrift). Auf
www.edgarjacobs.com (oder so aehnlich) gibts nen Link zu nem
italienischen Rahmenbauer der noch Stahl-Rennradrahmen baut.
Wenns etwas billiger sein darf dann schau dich mal bei Ebay um, da kann
man sowas durchaus fuer 50-100 EUR bekommen.

Ciao
Jens


H.- J. Kronemeyer

unread,
May 14, 2004, 12:18:08 PM5/14/04
to
Hallo,


>Mittelfristig möchte ich mir ein neues Rennrad zulegen, bin aber
einem
>Alu-Rahmen sehr abgeneigt.

Ich kann mich mit dem Cola-Dosen-Format Design der Alu-Rahmen auch
nicht so ganz anfreunden.
Ganz schlimm finde ich dieses plattgedrückte Format.

> Wird sowas noch gebaut?
> Wenn ja, möglichst zu einem guten Preis/Leistungsverhältnis?

Gerade mal gegoogelt:

http://www.marschall-framework.de

Es scheint sie noch zu geben.

Gruß
Heinz-Jürgen

der seinen alten Rickert Stahlrahmen so lange es geht in Ehren halten
wird. :-)

Anton Ertl

unread,
May 14, 2004, 12:29:03 PM5/14/04
to
papie...@andreas-hollmann.de (Andreas Hollmann) writes:
>Habe bisher drei Rennräder mit Alu-Rahmen (Giant, Colnago und
>Cannondale) gefahren und der kaum vorhandene Fahrkomfort (vertikale
>Härte) hat all meine Vorurteile bestätigt.
>
>Klar, die Seitensteifigkeit im Tretlagerbereich war schon toll, aber das
>ist meiner Meinung nach eher ein Ergebnis des höheren Rohrdurchmessers
>als des Materials Aluminium,

Natuerlich. Die Frage ist halt, ob man einen aehnlich steifen Rahmen
mit gleicher Lebensdauer bei gleichem Gewicht aus Stahl bauen kann.

>Nun ja, so einen konkreten Wert halte ich zwar für Unsinn, aber das
>unter bestimmten Umständen die Bruchfestigkeit von Alu sich nicht mit
>der von Stahl messen kann, ist ja bekannt.

Du spielst wohl auf die moegliche Dauerfestigkeit von Stahl an. Es
scheint allerdings zweifelhaft, dass Fahrradrahmen so dimensioniert
werden, dass diese Eigenschaft zum Tragen kommt.

Mir ist jedenfalls die Gabel eines Stahlrahmens nach ca. 14 Jahren
gebrochen, und der naechste Stahlrahmen nach 9 Jahren (ca. 12000km).
Das einzige, was vom urspruenglichen Rad die ganzen 23 Jahre gehalten
hat, war der Alu-Lenker.

Jetzt habe ich einmal einen Alu-Rahmen probiert, mal sehen wie lange
der haelt (bis jetzt 5 Monate:-).

Ein Nachteil von Alu, von dem berichtet wird, ist, dass es im Falle
eines Bruchs oft gleich komplett durchbricht, waehrend Stahl da oft
etwas gutmuetiger ist (meine Gabel bzw. mein Rahmen waren nur
angebrochen).

>Wird sowas noch gebaut?

Fort hatte schon auch einen Stahlrahmen im Angebot. Wie steif der
ist, weiss ich nicht. Beim Alu-Rahmen merke ich jedenfalls nicht,
dass der steifer ist als der alte Stahlrahmen (es waren aber auch ein
paar Monate dazwischen).

- anton
--
M. Anton Ertl Some things have to be seen to be believed
an...@mips.complang.tuwien.ac.at Most things have to be believed to be seen
http://www.complang.tuwien.ac.at/anton/home.html

Jens Herrmann

unread,
May 14, 2004, 1:32:32 PM5/14/04
to
> Ein Nachteil von Alu, von dem berichtet wird, ist, dass es im Falle
> eines Bruchs oft gleich komplett durchbricht, waehrend Stahl da oft
> etwas gutmuetiger ist (meine Gabel bzw. mein Rahmen waren nur
> angebrochen).
Meiner Erfahrung nach kuendigen sich Risse in Alurahmen fruehzeitig
durch Knackgeraeusche an. Bei meinem Rahmen hat es ca. 1/2 Jahr gedauert
bis der Riss so gross war dass ich ihn gefunden habe.

Gruss
Jens

Bernd H. Stein

unread,
May 14, 2004, 2:21:47 PM5/14/04
to
"H.- J. Kronemeyer" <h-j.kro...@gmx.de> schrubte:

>Hallo,
>
>
>>Mittelfristig möchte ich mir ein neues Rennrad zulegen, bin aber
>einem
>>Alu-Rahmen sehr abgeneigt.
>
>Ich kann mich mit dem Cola-Dosen-Format Design der Alu-Rahmen auch
>nicht so ganz anfreunden.
>Ganz schlimm finde ich dieses plattgedrückte Format.
>
>> Wird sowas noch gebaut?
>> Wenn ja, möglichst zu einem guten Preis/Leistungsverhältnis?
>
>Gerade mal gegoogelt:
>
>http://www.marschall-framework.de

Da bist Du mir zuvor gekommen! :)
Ich hab den Uwe Marschall in seiner Werkstatt besucht. Und wenn ich
mir einen Rahmen aufbauen lassen würde (was garantiert irgendwann
passiert) wird er von Marschall sein. Die Verarbeitung ist
erstklassig.
Und wenn man die Preise mit Mitbewerbern, wie z.B. Wiesmann
http://www.wiesmann-bikes.de/ vergleicht, dann ist das
Preis-Leistungsverhältnis wirklich unschlagbar. Wobei auch der Herr
Wiesmann excellente Rahmen baut.

Bernd

--
Mountain Biken ist eine Passion für Millionen von Menschen.
Es braucht dazu nicht unbedingt Berge;
alles was nötig ist, sind offene Trails!!
www.dimb.de

Michael

unread,
May 14, 2004, 3:14:31 PM5/14/04
to
In <1gdsd0d.74tmvn56rmvqN%papie...@andreas-hollmann.de> Andreas
Hollmann wrote:

> Wird sowas noch gebaut?
> Wenn ja, möglichst zu einem guten Preis/Leistungsverhältnis?

schau dir mal die Räder von Achim Nöll an:
http://www.noell-fahrradbau.de

Ich habe drei Räder von ihm - alle super...

Michael

--

"Das Therapiekochbuch"
Infos unter http://www.homoeopathie4u.de/praxis/kochbuch/info.html

"homöopathische Arzneimittelbildbeschreibungen"
Infos unter http://www.homoeopathie4u.de/praxis/ambkauf/info.html

Praxis für Homöopathie in Heidelberg
www.homoeopathie4u.de

Martin Appel

unread,
May 14, 2004, 3:23:34 PM5/14/04
to
papie...@andreas-hollmann.de (Andreas Hollmann) schrieb:

> Mittelfristig möchte ich mir ein neues Rennrad zulegen, bin aber einem
> Alu-Rahmen sehr abgeneigt.
>
> Habe bisher drei Rennräder mit Alu-Rahmen (Giant, Colnago und
> Cannondale) gefahren und der kaum vorhandene Fahrkomfort (vertikale
> Härte) hat all meine Vorurteile bestätigt.

Wenn das Dein Eindruck war, ist das ok. Das wichtigste (oft
vernachlässigte) Kriterium für eine Kaufentscheidung sollte sein, ob Du
Dich auf dem Rad wohlfühlst! Rechnerisch und meßtechnisch ist das
allerdings nicht nachweisbar. Vertikal federt kein konventioneller
Rennradrahmen, auch kein Stahlrahmen ,so stark, dass das fühlbar wäre.
Im Sattel, den Rädern und den Reifen wirken andere Bauelemente mit um
Größenordnungen weicherer Federhärte. 0.1bar Unterschied im Reifen ist
deutlich spürbarer. Was man tasächlich merkt, ist die seitlich
Steifigkeit des Tretlagers gegen den Tritt - da ist aber steifer=besser
- es kommt einem aber zunächst ungewohnt vor.


> Was ich auch etwas seltsam fand, war ein Bericht (kann sein in einer
> Ausgabe der Tour), wo für einen Alu-Rahmen eine Lebensdauer von 5
> Jahren angegeben wurde.

Man kann Rahmen aus allen gängigen Materialien (Alu, Stahl, Kohlefaser,
Titan) besser oder schlechter konstruieren, und sie können besser oder
schlechter gefertigt sein. Das ist völlig Materialunabhängig. Es
existieren frühe Klein-Alubüchsen, die sechsstellige km-Zahlen unter
schwergewichtigen Amateuren aufweisen, und es sind schon De
Rosa-Stahlrahmen buchstäblich auseinandergeflogen. Die kurzen
Lebensdauerangaben rühren oft aus den Garantieangaben der Hersteller her
und haben ihre Ursache in Produkthaftungsgesetzen der Herstellerländer,
sowas wird vor allem bei kleinen Herstellern oft nicht an das
Verkaufsland angepasst. (zB hat Campagnolo für alle Komponenten ein
Gewichtslimit von irgendwo um 80kg in den Garantiebestimmungen stehen.
Das dürfte Magnus Backstedt gar nicht mehr fahren. Er tuts trotzdem und
gewinnt Paris-Roubaix ;-) Ein "Verfallstadatum" ist das in der Regel
nicht, ausser bei machen Ultraleichtrahmen der <1kg-Klasse (alles, wo
"U2" draufsteht, ist da zB mit Vorsicht zu geniessen); Davon reden wir
hier ha sowieso nicht, wenn ich Dich richtig verstehe. Und selbst da
gilt: ein intelligent konstruierter und gut gefertigter 1kg-Rahmen kann
länger halten als ein schlecht gemachter schwerer, wie ein Blick auf
http://www.efbe.de/renn.htm zeigt.


> Was ich nun suche, ist ein im Tretlager sehr steifen Stahlrahmen, der
> aber trotzdem einen hohen Fahrkomfort hat (naja, das ist wohl
> hauptsächlich Sache der elastischen Gabel).
>
> Wird sowas noch gebaut?
> Wenn ja, möglichst zu einem guten Preis/Leistungsverhältnis?

Da gibt es vielerlei Möglichkeiten. Es gibt Deutsche Rahmenbauer, die
teils zu sehr verünftigen Preisen sogar Massfertigung anbieten.
Marschall wurde ja schon genannt, es gibt aber viele andere, zB Agresti
etc. Sehr traditioneller Rahmenbau wird auf der Insel gepflegt, zB von
Mercian, die gar nicht teuer sind. Bei den Italienern gibts wunderbare
Sachen von Pegoretti. Alles nur als Vorschlag!

Viel Spass beim Aussuchen!
Martin

Marten Hoffmann

unread,
May 14, 2004, 4:15:12 PM5/14/04
to
lazy...@gmx.de schreef ...

Das kann doch gar nicht sein! Ein Alu-Rahmen bricht ja immer ohne
Vorwarnung; das weiß doch jeder? :->>>>

--
Mfg,
Marten

Marten Hoffmann

unread,
May 14, 2004, 4:16:42 PM5/14/04
to
papie...@andreas-hollmann.de schreef ...

> Wird sowas noch gebaut?
> Wenn ja, möglichst zu einem guten Preis/Leistungsverhältnis?

Alternative zum bauen lassen: schau mal herum bei gut sortierten
Radhändler was da noch an schöne Ladenhüter an der Wand hängt. Hier in
NL kann man durchaus sehr schöne Stahlrahmen für wenig Geld ergattern,
nur weil keiner die mehr haben will!

--
Mfg,
Marten

Achim Stenzel

unread,
May 14, 2004, 4:18:35 PM5/14/04
to
Andreas Hollmann wrote:

> Was ich nun suche, ist ein im Tretlager sehr steifen Stahlrahmen, der
> aber trotzdem einen hohen Fahrkomfort hat (naja, das ist wohl
> hauptsächlich Sache der elastischen Gabel).

Ich bin kein Experte, aber da der Patria-Katalog bei mir
herumliegt, erlaube ich mir den Hinweis auf deren "Profi"-Rahmen
aus "34CrMo4" - falls dir diese Bezeichnung hilft. Die
Preisliste spricht von 388,- EUR, schau mal bei
http://www.patria.net nach.

Gruß,
Achim

Jürg Bachmann

unread,
May 14, 2004, 4:58:32 PM5/14/04
to
Eine kurze Erklärung weshalb Alurahmen (Alu ist ja weicher als Stahl)
steiffer sind, sein müssen:

hochwertiger Cromo Stahl kann X 1000 mal bewegt werden ohne dass er bricht.
Alu darf nicht bewegt werden weil es sonst bricht. Federn werden deshalb
nicht aus Alu gefertigt.

Alu Konstruktionen MüSSEN so kontruiert sein, dass sie steiff sind. Aus
diesem Grund sind Alurahmen nur unwesentlich leichter als Stahlrahmen.

Carbon dagegen hat dieses Problem nicht, Carbon und Stahlrahmen sind aus
diesem Grund prinzipiell angenehmer zu fahren.

Liebhaber von harten Rahmen greifen zu Alu, Liebhaber von weichen Rahmen
greifen zu Stahl oder Carbon.

Titan ist leicht und darf federnd verbaut werden, ist aber schweineteuer.

Gruss Jürg
--
http://www.cuban-style.ch - salsa de cuba es diferente

H.- J. Kronemeyer

unread,
May 14, 2004, 5:20:32 PM5/14/04
to
> >http://www.marschall-framework.de
>
> Da bist Du mir zuvor gekommen! :)
> Ich hab den Uwe Marschall in seiner Werkstatt besucht. Und wenn ich
> mir einen Rahmen aufbauen lassen würde (was garantiert irgendwann
> passiert) wird er von Marschall sein. Die Verarbeitung ist
> erstklassig.

Ich spiele auch schon mit dem Gedanken. Und der Möhnesee liegt auch
nicht so weit weg. Die Preise sind zwar nicht ganz ohne aber so etwas
kauft man sich ja eigentlich auch nur einmal im Leben.

Gruß
Heinz-Jürgen

Bernd H. Stein

unread,
May 14, 2004, 7:18:41 PM5/14/04
to
"H.- J. Kronemeyer" <h-j.kro...@gmx.de> schrubte:

>> >http://www.marschall-framework.de

Willst Du nur den Rahmen anfertigen lassen oder alles komplett
aufbauen lassen. Und was für eines? Rennrad, Trekking oder MTB?

Martin Heimes

unread,
May 14, 2004, 7:34:20 PM5/14/04
to
Bernd H. Stein wrote:

> "H.- J. Kronemeyer" <h-j.kro...@gmx.de> schrubte:

>>http://www.marschall-framework.de


>
> Ich hab den Uwe Marschall in seiner Werkstatt besucht.

[...]
> Die Verarbeitung ist erstklassig.

sag mal, ist Dir der Krautscheid aus Bochum www.krabo.de zufaellig auch
bekannt?


Gruss Martin
--
Part of this goes back to my theory that you only get as strong as your
smallest gear. If you only have one, that's how strong you get.

Mike Shaw in <bqltr4$vn1$4...@news8.svr.pol.co.uk>

Andreas Randolf

unread,
May 14, 2004, 7:37:33 PM5/14/04
to
Hallo Martin,

> sag mal, ist Dir der Krautscheid aus Bochum www.krabo.de
> zufaellig auch bekannt?

Der schmeißt Dich sofort aus dem Laden, wenn Du
mit falschen Socken auftauchst..

Gruß, Andreas (Liegeradfahrer mit gelben Socken, au weia..)

Martin Heimes

unread,
May 14, 2004, 8:04:17 PM5/14/04
to
Andreas Randolf wrote:

[Krautscheid]


> Der schmeißt Dich sofort aus dem Laden, wenn Du
> mit falschen Socken auftauchst..

danke fuer die Warnung.
<traeum>
naja, wenn ich mal fuer richtig viel Geld einen "klassischen" Rahmen
moechte: eher was von der Insel wie etwa eine Flying Gate www.tjcycles.co.uk
</traeum>

> [...] mit gelben Socken, au weia..)
ACK: au weia! :o)

Gruss Mar"immer mit Wollsocken"tin

Martin Appel

unread,
May 15, 2004, 2:38:09 AM5/15/04
to
Jürg Bachmann <Paar...@cuban-style.ch> schrieb:

> Eine kurze Erklärung weshalb Alurahmen (Alu ist ja weicher als Stahl)
> steiffer sind, sein müssen:
>
> hochwertiger Cromo Stahl kann X 1000 mal bewegt werden ohne dass er
> bricht. Alu darf nicht bewegt werden weil es sonst bricht. Federn
> werden deshalb nicht aus Alu gefertigt.
>
> Alu Konstruktionen MüSSEN so kontruiert sein, dass sie steiff sind.
> Aus diesem Grund sind Alurahmen nur unwesentlich leichter als
> Stahlrahmen.

???
Definiere "unwesentlich"
Bei den Alurahmen sind mittlerweile Gewichte um die oder sogar unter 1000g
möglich. Mein Scott wiegt 960g in Rahmenhöhe "M"
Mir ist kaum ein Stahlrahmen bekannt, der wesentlich unter 1500g liegen
würde. Die leichtsten liegen irgendwo um die 1350-1400g, das sind aber
absolute Exoten und wohl auch nicht mehr dauerfest. 50% Gewichtsvorteil
sind ziemlich "wesentlich". Frag mal einen im Motorsport beschäftigten
Techniker, wieviele Arme Du ihm abhacken dürftest, wenn Du ihm verrätst,
wie er ein Bauteil um 33% erleichtern kann, bei gleicher Festigkeit.

Ich rede jetzt wohlgemerkt von der Ausnutzung des Werkstoffes an sich,
nicht davon, ob 500g Unterschied vom mit 10kg Übergewicht behafteten
Normalradler fühlbar sind.

Martin

Martin Appel

unread,
May 15, 2004, 2:59:34 AM5/15/04
to
Martin Heimes <martin...@gmx.de> schrieb:

> Andreas Randolf wrote:
>
> [Krautscheid]
>> Der schmeißt Dich sofort aus dem Laden, wenn Du
>> mit falschen Socken auftauchst..
>
> danke fuer die Warnung.
> <traeum>
> naja, wenn ich mal fuer richtig viel Geld einen "klassischen" Rahmen
> moechte: eher was von der Insel wie etwa eine Flying Gate
> www.tjcycles.co.uk </traeum>

Oder Amiland, da gibt es viele "Keepers of the Flame"
Brian Baylis, Richard Sachs...
...eigentlich fast alle, die hier:
http://www.bikelugs.com/pacentigallery/index.html
verlinkt sind!
</auch träum>

Oder bei Ebay einen NOS 50er oder 60er Jahre Masi/Legnano/Alex Singer oder
sowas für 50 Euro abschiessen!

Martin
immerhin 83er Casati Gold Line :)

Bernd H. Stein

unread,
May 15, 2004, 4:36:25 AM5/15/04
to
Martin Heimes <martin...@gmx.de> schrubte:

>Bernd H. Stein wrote:
>
>> "H.- J. Kronemeyer" <h-j.kro...@gmx.de> schrubte:
>>>http://www.marschall-framework.de
>>
>> Ich hab den Uwe Marschall in seiner Werkstatt besucht.
>[...]
>> Die Verarbeitung ist erstklassig.
>
>sag mal, ist Dir der Krautscheid aus Bochum www.krabo.de zufaellig auch
>bekannt?

Da ich ja -zu Fuß- nur etwa 15 Min. netfernt wohne kenne ich natürlich
auch Krautscheid. Mein Bruder und mein Neffe (letzterer war auch mal
im BDR-Kader) haben auch Rahmen dort bauen lassen.
Er ist ein Typ, der ein wneig "knorrig" ist. Er besteht z.B. auf die
richtigen Socken! :)
Bautechnisch hat er in der Rennradszene einen wirklich guten Ruf.
In der zwischenzeit hat er es sich auch abgewöhnt, zu elitär zu sein
und baut auch anderes als hochwertigste Renngeräte gern.
Ob er immer noch beim Namen Shimano Hautausschlag bekommt weiß ich
nicht genau.
Allerdings glaube ich, dass beim Maßrahmenbau der Uwe Marschall immer
noch das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat.

Ach ja, noch mal zum Marschall. Er baut grundsätzlich gemuffte Rahmen.
Er sieht darin erhebliche konstruktive Vorteile. Außerdem -so sagt er-
ist es dann besser möglich bei einem Schaden am Rahmen nicht den
ganzen Rahmen, sondern einzelne Rohre auszuwechseln. Krautscheid mufft
allerdings auch noch.

Wolltest Du sonst noch was wissen?

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Jürg Bachmann

unread,
May 15, 2004, 5:27:57 AM5/15/04
to
Du hast ganz recht, richtig wäre: wenn das Problem der Festigkeit nicht
wäre, wären Alurahmen noch leichter. Immerhin sind wegen der
"Federeigenschaften" nach wie vor Stahlrahmen im Strassenrennsport gefragt.

Bei Fully Bikes hat Stahl keine Bedeutung.

Gruss Jürg
--
http://www.cuban-style.ch - salsa de cuba es diferente

> Von: Martin Appel <marti...@yahoo.com>
> Organisation: T-Online
> Newsgroups: de.rec.fahrrad
> Datum: Sat, 15 May 2004 08:38:09 +0200
> Betreff: Re: Gibt's noch Rennradrahmen aus CrMo Stahl?
>
> Definiere "unwesentlich"

Martin Appel

unread,
May 15, 2004, 5:52:55 AM5/15/04
to
Jürg Bachmann <Paar...@cuban-style.ch> schrieb:

> Du hast ganz recht, richtig wäre: wenn das Problem der Festigkeit
> nicht wäre, wären Alurahmen noch leichter.

In der Sache richtig, aber kein Geheimtipp. Einen unfesten Rahmen kriegt
man auf knapp 0 Gramm, aus fast jedem Material :-)

> Immerhin sind wegen der
> "Federeigenschaften" nach wie vor Stahlrahmen im Strassenrennsport
> gefragt.

von wem? Bei meinen bisher zugegeben bescheidenen Kontakten zu Profis (1x
im Fahrerlager der TdS herumgerannt) habe ich weit und breit kein
einziges Stahlrad finden können. Ein paar umgelabelte, das schon.
Die Fotodatenbank von Graham Watson, detaillierte Analyse von
"Cyclingnews" und die Adleraugen bei den "Weight Weenies" haben keine
Stahlräder finden können, dafür einige Wilier made by Scott oder Mavic-
Laufräder made by Corima oder Carbon Sports :-)
Stahlrahmen wurde da, soweit mir bekannt, noch *kein einziger* geoutet.
Kann natürlich sein, daß der eine oder andee auf Stahl trainiert. Gehört
habe ich davon aber noch nie etwas.

Der Einzige Pro, von dem mal gehört habe, daß er Stahl bevorzugt, ist
Jens Voigt - zumindest hat er mal sowas in einem Interview erwähnt. Der
war bei CA natürlich auch mit nicht optimalen Sponsorenmaterial gestraft.
Wer mag das schon, wenn im Wiegetritt die Bremse schleift?
Außerdem gilt: Auch Profis und ihre Mechaniker sind nicht vor Aberglauben
gefeit :-) gerade letztere sind oft eine ergiebige Quelle für
Radweisheiten aus der Voodoo/Esoterik/Mojo-Ecke.

In der Regel erzählen mir jedenfalls fast ausschließlich Theroetiker oder
Leute mit Jahresfahrleistungen <2000km was vom "unfahrbar steifen"
Alurahmen, die mit 10000+ und deutlich mehr scheinen gut damit zurecht zu
kommen. Da bohre ich dann immer nachdenklich in der Nase und frage
mich...

Martin

Patrick Hansmeier

unread,
May 15, 2004, 7:05:15 AM5/15/04
to
Bernd H. Stein <ber...@stein-bochum.de> wrote:

> mir einen Rahmen aufbauen lassen würde (was garantiert irgendwann
> passiert) wird er von Marschall sein. Die Verarbeitung ist
> erstklassig.

Mittwoch habe ich das neue Alltagsrad eines Bekannten gesehen,
Marschall Edelstahl. schick-schlicht...

Zudem war MArschall wohl angenehm experimentierfreudig. Er war wohl
direkt willens, einen Rahmen zu bauen, in den der Big Apple 60 inkl
Spritzschuetzer passt, ebenso wurde was fuer die Aufnahme der HS33
modifiziert, um auf die Plaste-Abstuetzung verzichten zu koennen, die
nicht mehr gepast haette. Die Ausfallenden fuer die Rohloff hat der
Bekannte selber entworfen und fertigen lassen.

> Und wenn man die Preise mit Mitbewerbern, wie z.B. Wiesmann
> http://www.wiesmann-bikes.de/ vergleicht, dann ist das
> Preis-Leistungsverhältnis wirklich unschlagbar. Wobei auch der Herr

Krautscheid in Bochum ist AFAIK noch etwas guenstiger als Marschall,
auch ausreichend lang im Geschaeft.

Patrick

--
>/dev/null

Patrick Hansmeier

unread,
May 15, 2004, 7:05:16 AM5/15/04
to
papie...@andreas-hollmann.de (Andreas Hollmann) wrote:

> Cannondale) gefahren und der kaum vorhandene Fahrkomfort (vertikale
> Härte) hat all meine Vorurteile bestätigt.

Ich vermute, dass hier vorallem die Gabel Schuld ist.

> hauptsächlich Sache der elastischen Gabel).

Denke ich auch. Die muss eine nennenswerte Vorbiegung haben.

> Wird sowas noch gebaut?

Ja. Koga hat einen Stahlrenner, gibt es leider nur komplett. einzelne
Rahmen bekommst du z.B. von Surly (flashverseucht www.surlybikes.com,
in Dt. ueber Cosmicsports). Wenn ich mal von meinem Cross Check und
Martins Aussagen ueber seinen Single-Rahmen ausgehe, sollte auch der
Rennrahmen stabil sein.

Von den kleineren italienischen Herstellern gibt es noch reichlich
Stahl, vorallem bei Rennrahmen besteht da noch reichlich Auswahl -
wenn man denn einen Haendler findet... Gios hat sicher noch Stahl im
Programm, Haendler gibt es genuegend.

> Wenn ja, möglichst zu einem guten Preis/Leistungsverhältnis?

*huestel* Der Rennrahmen mit Gabel duerfte 400 bis 500 kosten. Das ist
aber, soweit ich mich mal fluechtig umgeguckt hatte, durchaus kein
ungewoehnlicher Preisbereich.

Den Hinweis auf "Haendler abklappern" halte ich gerade preislich aber
fuer den besten. Atze Essing in Dortmund gibt z.B. das Radgeschaeft
auf, der hatte vor gut 2 Monaten noch ein paar alte Schaetzchen in der
Ecke haengen...

Patrick


--
>/dev/null

Andreas Hollmann

unread,
May 15, 2004, 7:25:02 AM5/15/04
to
Hans-Joachim Zierke <Usenet...@Zierke.com> wrote:

> Fühlbaren Federungskomfort gibt nur die Gabel her.
Ich denke auch - aber *das* merkt man dann doch deutlich.

> Bei gleichem Gewicht ist der Alurahmen steifer, weil man bei definiertem
> Gewicht den größeren Rohrdurchmesser verwenden kann.
Verstehe ich nicht ganz. Wenn das Gewicht gleich, aber der
Rohrdurchmesser größer ist, muß ja die Rohrwandung dünner sein. Kann man
Alu-Rohre werkstoffbedingt mit dünneren Wandungen herstellen als das bei
Stahl möglich wäre?

> Mein Müsing Diamantino ist über 15 Jahre alt. Bevor ich weitgehend mit
> dem Radfahren aufhörte, hat der durchaus richtig Kilometer gesehen.
Warum hast Du eigentlich aufgehört? Deine Beiträge früher bei
"Radfahren" und auf einem ADFC Radreiseseminar in Gütersloh (1994 ?)
habe ich sehr geschätzt.

> Wenn Du Federungskomfort suchst, müssen die Gabelrohre im Gabelkopf nach
> hinten versetzt werden. Holger Koch hat so etwas mal angeboten.
Kenne das Teil. Ist fast schon #n bischen übertrieben. So einen Komfort
wie früher die Eddy Merckx Rahmen oder Guylaine würde mir schon reichen.

Christian Odenthal

unread,
May 15, 2004, 8:44:21 AM5/15/04
to
Martin Heimes <martin...@gmx.de> writes:


[...]


> sag mal, ist Dir der Krautscheid aus Bochum www.krabo.de zufaellig
> auch bekannt?

Ich war mal mit einem Freund, der sich ein neues Rennrad bauen lassen
wollte, bei Krautscheid. Wir haben uns für vielleicht anderthalb Stunden
mit ihm unterhalten. Obwohl mein Kumpel deutlich gemacht hatte, daß er
vor allem wegen Paßformproblemen (lange Beine, kurzer Oberkörper) auf
der Suche nach einem Maßrahmen sei, hat sich Herr Krautscheid nicht zu
unterschiedlichen Rahmengeometrien geäußert und keinerlei Anstalten
gemacht, Hinweise auf die für meinen Kumpel idealen Abmessungen zu
geben. Stattdessen gab es ziemlich viel halbgares Gerede über
verschiedene Rohrsätze, Lackierverfahren oder die Sitten in der Branche,
ohne für seine Behauptungen überzeugende Argumente zu liefern. Wie bei
einem schlechten Fahrradhändler. Wir waren später bei Norbert Ziemen,
einem Rahmenbauer in Wülfrath. Obwohl mir dessen Rahmen vom Stil her
nicht zusagen (dicke, teilweise eckige Aluminiumrohre), war die Beratung
um Klassen besser als bei Krautscheid. Vor allem verfügt Ziemen über
eine recht überzeugende Apparatur, um die Rahmenmaße kundengerecht zu
ermitteln. Fazit: Guter, vertrauenswürdiger Rahmenbauer, der nach meinem
Geschmack leider die "falschen" Materialien und Designs verwendet. Mein
Kumpel (der das ein bißchen anders sieht) hat bei Ziemen gekauft und
scheint ganz zufrieden zu sein.

Gruß

Christian

H.- J. Kronemeyer

unread,
May 15, 2004, 10:16:51 AM5/15/04
to
> >
> >Ich spiele auch schon mit dem Gedanken. Und der Möhnesee liegt auch
> >nicht so weit weg. Die Preise sind zwar nicht ganz ohne aber so etwas
> >kauft man sich ja eigentlich auch nur einmal im Leben.
>
> Willst Du nur den Rahmen anfertigen lassen oder alles komplett
> aufbauen lassen. Und was für eines? Rennrad, Trekking oder MTB?

Rennrad. Und dann schon komplett. An meinem altem Rickert habe ich
noch komplett alte Technik bzw, rüste es derzeit mit günstig
erworbener Campa-Technik aus der Epoche aus. Nach der langen Pause von
fast 20 Jahren ist so einiges an dem Rad zwar noch funktionstüchtig
aber recht unansehnlich geworden. Und das Auge isst auch mit.
Wenn denn so ein ein oder zwei Jahren was neues beschafft wird, dann
will ich schon aktuellere Technik am Rad haben.
Bis dahin weiß ich dann auch, welcher der Rahmen es denn werden soll.

Gruß
Heinz-Jürgen

Andreas Krey

unread,
May 15, 2004, 10:45:12 AM5/15/04
to
* Andreas Hollmann (papie...@andreas-hollmann.de)
> Hans-Joachim Zierke <Usenet...@Zierke.com> wrote:
>
...

>> Bei gleichem Gewicht ist der Alurahmen steifer, weil man bei definiertem
>> Gewicht den größeren Rohrdurchmesser verwenden kann.
> Verstehe ich nicht ganz. Wenn das Gewicht gleich, aber der
> Rohrdurchmesser größer ist, muß ja die Rohrwandung dünner sein.

Nein. Alu ist leichter, bei gegebenem Gewicht ist also mehr Materialvolumen da.

Andreas

--
np: 4'33

Sebastian Fischer

unread,
May 15, 2004, 12:33:30 PM5/15/04
to
Jürg Bachmann wrote:

> Eine kurze Erklärung weshalb Alurahmen (Alu ist ja weicher als Stahl)
> steiffer sind, sein müssen:
>
> hochwertiger Cromo Stahl kann X 1000 mal bewegt werden ohne dass er
> bricht. Alu darf nicht bewegt werden weil es sonst bricht. Federn werden
> deshalb nicht aus Alu gefertigt.

Also das ist so einfach mal ganz pauschal totaler Unsinn.
Stahl kann wenn er mit einer Spannung unterhalb der sogenannten
Dauerfestigkeit belastet wird (also beispielsweise gebogen oder gestaucht)
auch mehr als 2.000.000mal diesen Wechsel der Belastung verkraften. Das
funktioniert aber schon dann nicht mehr, wenn auch Belastungen oberhalb der
Dauerfestigkeit dabei waren. Und du kannst davon ausgehen, dass
Fahrradrahmen nicht so konstruiert werden, dass sie ausschließlich
unterhalb dieser Grenze belastet werden. Das ist nämlich ziemlich wenig
(für 42CrMo4 zB Zug-Druck-Wechselfestigkeit nur noch 420 MPa).

Aluminium kennt diesen Effekt nicht. Das bedeutet, das Aluminium keine
Grenze kennt unterhalb derer es unkritisch (im Sinne der Anzahl der
Vorgänge) ist es zu belasten. Da aber Rahmen für Fahrräder genauso wie
viele Strukturen im Fahrzeug und Flugzeugbau nicht auf Dauerfestigkeit
konstruiert werden ist das ziemlich egal.

Weil bei Aluminium keine Dauerfestigkeit existiert eignet es sich nicht so
gut für Federn bei hoher Belastung. Man könnte durchaus Federn aus Alu
bauen, müsste aber aufpassen, dass sie ihre jeweils mögliche
Schwingspielzahl nicht überschreiten. Ein Feder dieser Art hat man heute
häufig am Rennrad nämlich eine Alugabel. Und die halten. Zumindest nicht
nachweislich schlechter als welche aus Stahl.



> Alu Konstruktionen MüSSEN so kontruiert sein, dass sie steiff sind. Aus
> diesem Grund sind Alurahmen nur unwesentlich leichter als Stahlrahmen.

Nein. Alurahmen _können_ so konstruiert werden und das ist ein Vorteil. Wie
das auch aussehen kann kannst du dir gerne mal an einem alten Kettler oder
Alanrahmen ansehen. Die sind deutlich weicher als Stahlrahmen. Eine
grundsätzliche Aussage über deren Haltbarkeit im vergleich zu Stahlrahmen
im Allgemeinen ist daraus nicht möglich.
Dazu müsste man ein genaues Profil eines Fahrradlebens kennen (Tour versucht
im Moment eines aufzunehmen) und dann aus den Belastungen (Spannungen) ein
sogenanntes Kollektiv zu erstellen. Dieses Kollektiv kann dann in einer
Lebensdauerberechnung gegenüber den Eigenschaften der verwendeten
Werkstoffe ausgewertet werden. Das macht aber wohl heute kaum oder gar kein
Radhersteller. -> Stichwort dazu ist Betriebsfestigkeit.


> Carbon dagegen hat dieses Problem nicht, Carbon und Stahlrahmen sind aus
> diesem Grund prinzipiell angenehmer zu fahren.

??
Bei Kohlefaser sind die Erfahrungen zur Lebensdauer gering und so pauschal
auch sicher falsch, weil es sich bei Kohlefaserverstärkten Werkstoffen um
anisotrope Werkstoffe handelt. Also deren Eigenschaften sehr stark
richtungsabhängig sind. Ob Kohlefaserkonstruktionen halten hängt
gleichermaßen von der Konstruktion und der Verarbeitung ab.

Magnesium ist übrigens genau wie Stahl dauerfest! Aber das nur am Rande.


> Liebhaber von harten Rahmen greifen zu Alu, Liebhaber von weichen Rahmen
> greifen zu Stahl oder Carbon.

Es gibt da alles. Bockharte Rahmen aus Stahl (Columbus Max, mein billiger
Oversized Trekkingradrahmen von Pacific), weiche Alurahmen (Alan, Time..)
Weiche Carbonrahmen (heute eher selten), harte Carbonrahmen (OCLV). Es ist
eine Frage der Konstruktion. Dass die Schlabberigkeit leichter Stahlrahmen
heute so gepriesen wird liegt wohl mehr daran, dass es nicht anders geht.
Wenn man in den 70ern einem Profi einen leichteren aber auch steiferen
Rahmen gegeben hätte, dann hätte er wohl den Boden geküsst auf dem man
gegangen währe. Alurahmen fehlt das Flair, weil es nicht von irgendwelchen
Italoklitschen erfunden wurde, sondern aus Taiwan herüberschwappte. Und
zugegeben haben manche liebevoll gemachten Stahlrahmen Stil und sind auch
gerade handwerklich ein faszinierendes Stück Technik.

> Titan ist leicht und darf federnd verbaut werden, ist aber schweineteuer.

Titan eignet sich nicht besonders für Fahrradrahmen. Es ist mit einem zu
schlechten Verhältnis von Dichte zu Steifigkeit ausgestattet um als
Leichtbaumaterial Aluminium den Rang streitig zu machen und überdies heikel
zu verarbeiten und dann auch im Material zu teuer. Außerdem ist auch Titan
nur in den hexagonal gepackten Gefügeformen dauerfest! (spielt aber keine
Rolle wie ich oben erwähnte)

Wobei mir bei den Schweissnähten des Moots in der letzten Tour auch der
Sabber floss.

Sebastian

Martin Heimes

unread,
May 15, 2004, 7:40:30 PM5/15/04
to
Patrick Hansmeier wrote:

> papie...@andreas-hollmann.de (Andreas Hollmann) wrote:
>>Wird sowas noch gebaut?
>

> Rahmen bekommst du z.B. von Surly (flashverseucht www.surlybikes.com,

Flash-Entwarnung, war IIRC mal kurze Zeit ende letzten Jahres.

> in Dt. ueber Cosmicsports). Wenn ich mal von meinem Cross Check und
> Martins Aussagen ueber seinen Single-Rahmen ausgehe, sollte auch der
> Rennrahmen stabil sein.

wenn ich den Steamroller mit dem 80er Jahre Schauff (Columbusrohr 0,7mm
Wandstaerke) vergleiche liegen gefuehlsmaessig fast Welten dazwischen.
Der Steamroller wiegt allerdings 2kg + 850g Gabel, das Gewicht alleine
isses aber auch nicht: mein alter Cantibremsenrad-Rahmen ist trotz 1,3mm
Wandstaerke eher aehnlich "weich" wie der Schauff.

Gruss Martin

Martin Heimes

unread,
May 15, 2004, 7:48:17 PM5/15/04
to
Bernd H. Stein wrote:

> Da ich ja -zu Fuß- nur etwa 15 Min. netfernt wohne kenne ich natürlich

[...]


> Wolltest Du sonst noch was wissen?

nein, war ausfuehrlich genug. Danke fuer die Antwort(en)

Hans Crauel

unread,
May 15, 2004, 9:37:27 PM5/15/04
to

Bernd H. Stein
[Krautscheid aus Bochum <www.krabo.de>]

> Da ich ja -zu Fuß- nur etwa 15 Min. netfernt wohne kenne ich natürlich
> auch Krautscheid. Mein Bruder und mein Neffe (letzterer war auch mal
> im BDR-Kader) haben auch Rahmen dort bauen lassen.
> Er ist ein Typ, der ein wneig "knorrig" ist. Er besteht z.B. auf die
> richtigen Socken! :)

Neugierig und ahnungslos: Was macht die richtigen Socken aus?

> Ob er immer noch beim Namen Shimano Hautausschlag bekommt weiß ich
> nicht genau.

Das spricht ja nun nicht notwendig gegen ihn.

Hans Crauel

Bernd H. Stein

unread,
May 16, 2004, 2:40:54 AM5/16/04
to
Hans Crauel <cra...@despammed.com> schrubte:

>
>Bernd H. Stein
>[Krautscheid aus Bochum <www.krabo.de>]
>
>> Da ich ja -zu Fuß- nur etwa 15 Min. netfernt wohne kenne ich natürlich
>> auch Krautscheid. Mein Bruder und mein Neffe (letzterer war auch mal
>> im BDR-Kader) haben auch Rahmen dort bauen lassen.
>> Er ist ein Typ, der ein wneig "knorrig" ist. Er besteht z.B. auf die
>> richtigen Socken! :)
>
>Neugierig und ahnungslos: Was macht die richtigen Socken aus?

Sie ist weiß! Ausschließlich und nur! (Gesehen in einer ZDF-Sendung)
Wurde hier auch schon drüber gelächelt:
86vfjf6...@scylla.huemmer.net ff

>
>> Ob er immer noch beim Namen Shimano Hautausschlag bekommt weiß ich
>> nicht genau.
>
>Das spricht ja nun nicht notwendig gegen ihn.

Nü ja, er war (ist?) da schon ziemlich extrem.

Bernd H. Stein

unread,
May 16, 2004, 2:47:15 AM5/16/04
to
"Christian Odenthal" <christian...@gmx.net> schrubte:

>Martin Heimes <martin...@gmx.de> writes:
>
>
>[...]
>
>
>> sag mal, ist Dir der Krautscheid aus Bochum www.krabo.de zufaellig
>> auch bekannt?
>
>Ich war mal mit einem Freund, der sich ein neues Rennrad bauen lassen
>wollte, bei Krautscheid. Wir haben uns für vielleicht anderthalb Stunden
>mit ihm unterhalten. Obwohl mein Kumpel deutlich gemacht hatte, daß er
>vor allem wegen Paßformproblemen (lange Beine, kurzer Oberkörper) auf
>der Suche nach einem Maßrahmen sei, hat sich Herr Krautscheid nicht zu
>unterschiedlichen Rahmengeometrien geäußert und keinerlei Anstalten
>gemacht, Hinweise auf die für meinen Kumpel idealen Abmessungen zu
>geben.

[Rest gesnippt]

Ich schrieb ja bereits, dass der gute Mann ein wenig knorrig ist. Man
muss ihn wohl auch ein wenig zu nehmen wissen.
Er hielt/hält (?) wenig bis nichts von Conputerberechnungen zur
"Verabeitung" der Körpermaße, sondern vertraut auf ein
Simulationsgestell, auf dem die unterschiedlichen Maße der Geometrie
eingestellt werden, während der Kunde/Interessent daruf sitzt.

Wie bereits erwähnt, hat mein Neffe (als er noch im BDR-Kader fuhr)
sich einen Rahmen bauen lassen und war mit der Geometrie und der
Verarbeitung sehr zufrieden.

Gerald Eischer

unread,
May 16, 2004, 6:25:44 AM5/16/04
to
Hans Crauel <cra...@despammed.com> schrieb:

>Neugierig und ahnungslos: Was macht die richtigen Socken aus?

Sie müssen weiß und kurz sein. Hosen sind ausschließlich schwarz.

--
Gerald

| FAQ zu de.rec.fahrrad: http://drffaq.freezope.org |
| Für OE-Nutzer: http://www.wschmidhuber.de/oeprob/index.html |

Eberhard Schmidt-Sommer

unread,
May 16, 2004, 7:17:14 AM5/16/04
to
Hallo Andreas,
ich habe seit knapp 10 Jahren ein Rennrad von Krabo mit maßgeschneidertem
gar nicht teuren CroMo-Rahmen (Damals knapp 1000,-DM)

Vorteil des Rahmens:
- Er passt supergut.
Sportlich bis komfortabel. Erst bei sehr langen Strecken (>150km) leichte
Beschwerden im Rücken
- Er ist sehr komfortabel
Die Gabel bügelt einiges weg / Der Rahmen ist ausreichend elastisch.
- Er ist stabil
Kein Schlackern bei Freihandfahrten auch bei hohen Geschwindigkeiten
Stabilität wahrscheinlich auch durch das gewünschte starke Oberrohr
(gleicher Durchmesser wie Unter-und Sattelrohr)

Nachteile des Rahmen:
- Lack nicht sehr haltbar
Besonders am Oberrohr (Da wo der Schweiß drauf tropft ;) ist die Unterseite
schon am rosten.
- Verchromung "suboptimal"
Die Hinterbauverchromung hat schon etwas gelitten: Flugrost, matt
-->Beides hängt aber wahrscheinlich mit der mangelnden Pflege und dem
zeitweise schlechten Abstellort (feuchter Keller) zusammen.
- hohes Gewicht
Diesen Nachteil bin ich aber bewußt eingegangen, da ich einen besonders
stabilen Rahmen haben wollte. (Mein Gewicht damals ca. 100kg) Sicher ist
auch ein leichter CroMo denkbar.

Fazit: Das Rennrad ist absolut top von der Ausstattung (Campa Record), es
wird mich auf Grund des guten Rahmens wahrscheinlich noch einige Mm und
Jahre begleiten und der damalige Preis für das Komplettrad wahr sehr
günstig, wenn man bedenkt, dass der Rahmen maßgeschneidert ist.
Das Rennrad hat mich 4500,-DM gekostet, ein vergleichbar ausgestattetes Rad
von Colnago, de Rosa, Eddy Merckx, ... hätte damals wenigstens 5500,- DM
gekostet.

Nachteil von Krabo:
Bei ihm bekommst du nur Campa-Gruppen montiert. Zumindest war das damals so.
(Sind ja auch eh die besten ;-)


Markus Merkl

unread,
May 16, 2004, 2:27:15 PM5/16/04
to
Gerald Eischer wrote:
> Hans Crauel <cra...@despammed.com> schrieb:
>
>>Neugierig und ahnungslos: Was macht die richtigen Socken aus?
>
> Sie müssen weiß und kurz sein.

Stand so (angeblich?) bis vor kurzem sogar noch in der Sportordnung des
BDR/UCI.

Markus

Elke Bock

unread,
May 16, 2004, 5:05:04 PM5/16/04
to
Markus Merkl <mme...@gmx.de> schrieb:

Da stand was zu Socken, welche beim Rahmenbauer erwünscht
sind?


mfg, elke
--
Radwege bauen heißt Fallen stellen.

Jürg Bachmann

unread,
May 17, 2004, 1:58:39 AM5/17/04
to
OK, gebe mich geschlagen

Ist es richtig:

Alan rahmen "dürfen" weich sein, weil diese Alulegierung dies aushält,
dieses Alu ist aber nicht schweissbar und deshalb gemufft.

Beim schweissen würde die Legierung zerstört, die Rohre müssen somit geklebt
werden. Alu Surfmasten oder Zeltstangen sind auch aus solchen nicht
schweissbaren Alu Legierungen.

Schweissbare Alu Legierungen würden diese Belastungen nicht dauerhaft
aushalten.

Gruss Jürg
--
http://www.cuban-style.ch - salsa de cuba es diferente

> Von: Sebastian Fischer <sebastia...@tu-clausthal.de>
> Organisation: Clausthal University of Technology
> Antworten an: sebastia...@tu-clausthal.de
> Newsgroups: de.rec.fahrrad
> Datum: Sat, 15 May 2004 18:33:30 +0200
> Betreff: Re: Gibt's noch Rennradrahmen aus CrMo Stahl?
>

Tibor Pausz

unread,
May 17, 2004, 2:15:12 AM5/17/04
to
Hans Crauel <cra...@despammed.com> wrote:

> Neugierig und ahnungslos: Was macht die richtigen Socken aus?

Sie sind weiß.

Markus Merkl

unread,
May 17, 2004, 3:45:46 AM5/17/04
to
Elke Bock wrote:
> Markus Merkl <mme...@gmx.de> schrieb:
>
>>Gerald Eischer wrote:
>>
>>>Hans Crauel <cra...@despammed.com> schrieb:
>>>
>>>>Neugierig und ahnungslos: Was macht die richtigen Socken aus?
>>>
>>>Sie müssen weiß und kurz sein.
>>
>>Stand so (angeblich?) bis vor kurzem sogar noch in der Sportordnung des
>>BDR/UCI.
>
> Da stand was zu Socken, welche beim Rahmenbauer erwünscht
> sind?

Ich kenne bestenfalls Teile der _aktuellen_ Sportordnung. Und in diesen
Teilen steht nix von den Socken die der Rahmenbauer erwünscht. ;-)

Markus

Sebastian Fischer

unread,
May 17, 2004, 4:42:56 AM5/17/04
to
Jürg Bachmann wrote:

> OK, gebe mich geschlagen
>
> Ist es richtig:
>
> Alan rahmen "dürfen" weich sein, weil diese Alulegierung dies aushält,
> dieses Alu ist aber nicht schweissbar und deshalb gemufft.
>
> Beim schweissen würde die Legierung zerstört, die Rohre müssen somit
> geklebt werden. Alu Surfmasten oder Zeltstangen sind auch aus solchen
> nicht schweissbaren Alu Legierungen.
>
> Schweissbare Alu Legierungen würden diese Belastungen nicht dauerhaft
> aushalten.

Wer sagt das?
Irgendwelche Belege? Alan hat damals geklebt, weil man Alu generell damals
nicht geschweißt hat, genau wie Vergütungsstähle.
Das was heute im Fahrradrahmenbau verwendet wird ist das was gerne als
Luftfahrtalu vermarktet wird. Hauptsächlich Al mit Zn, Mg, Cu als
Legierungselementen. Dies ist natürlich elastisch einsetzbar, wie du dir
gerne an einem Flugzeugtragflügel deiner Wahl mal ansehen kannst.
Kann es sein ,dass du davon irgendwie nicht wirklich viel Ahnung hast? Ich
bin nun wirklich nicht auf nem Djihad gegen Stahlrahmen, ich fahre selber
noch zwei, aber was für ein Unsinn über Alurahmen verbreitet wird geht echt
manchmal auf keine Kuhhaut.

Nix für ungut
Sebastian

Sebastian Fischer

unread,
May 17, 2004, 5:08:33 AM5/17/04
to
Dazu noch:
Es gibt in der Tat schlechter schweißbare Alulegierungen. Ich meine mich zu
erinnern, dass die meisten Gusslegierungen (AlSi) dazugehören ebenso die
seewasserbeständigen Varianten. Dass es noch Alusurfmasten gibt hätte ich
nicht gedacht. Titanal war eine recht schlecht schweissbare Al-Legierung.
Ich behaupte allerdings, dass das Zeug mit heute verfügbaren
Laserschweissverfahren sicher beherrschbar sein sollte. Was für ein Zeug
Alan und Kettler damals verbastelt haben kann ich nicht sagen, wäre aber
interessiert daran.
Was diese Legierungen in Punkto Betriebsfestigkeit von den schweißbaren
unterscheidet ist mir eher unklar. Wie meinst du eigentlich mit

"Schweissbare Alu Legierungen würden diese Belastungen nicht dauerhaft
aushalten."?
Haben schweißbare Legierungen deiner Meinung nach eine geringere Festigkeit?
Oder eine steiler abfallende Wöhlergerade? (dafür würde ich dann gerne mal
Belege sehen) Mittlerweile gelten auch AlSi-Legierungen als gut schweißbar.
Man darf nicht vergessen:
Als Alan Alurahmen zusammengekittet hat galt auch Stahl nur als begrenzt
schweißbar. Das lag im wesentlichen daran, dass das
Brot-und-Butter-Schweißverfahren der Zeit autogenschweissen war.
WIG-Schweißen war noch in den 80ern exotisch.

Sebastian

Patrick Hansmeier

unread,
May 17, 2004, 7:02:35 AM5/17/04
to
Ich poste mal meine Literaturzitatesammlung zum Thema... Das nicht
gepostete Bild zeigt die Unterschenkel/Füße einer Gruppe sitzender
RRler, dazu die Bildunterschrift: "Der Radsportler trägt kurze, weiße
Socken; alle tun das, wie man sieht."

Markus Merkl wrote:
> Gerald Eischer wrote:

>> Sie müssen weiß und kurz sein.
>
>
> Stand so (angeblich?) bis vor kurzem sogar noch in der Sportordnung des
> BDR/UCI.

* Fahrradsocken in der Literatur

Quelle||Zitat

*Radsport - Training, Technik, Taktik*<br>Henk
Zorn<br>Rowohlt, 1994<br>Seite 66|Traditionsgemäß sollen
die Socken des Radrennfahrers weiss; sein. Ohne weisse Socken
fällt der Fahrer auch heute noch unangenehm auf, früher
durfte man ohen die obligatorischen weißen Socken gar nicht
starten. Die bei Straßenrennen weiter vorgeschriebenen
Rennsocken - Bahnfahrer dürfen auch ohne Socken fahren - sollten
wie die übrige Kleidung nach Gebrauch regelmäßig
gewaschen werden.

*Radsport*<br>Peter Konopka<br>BLV Verlag, 1981<br>Seite 55|Rennsocken
sind weiß, enganliegend und kurz. [...] Farbige Socken sehen bei
einem Radrennfahrer nicht gut aus.

*Radsport*<br>Peter Konopka<br>BLV Verlag, 1988<br>Seite 57|konopka.jpg

*Radsport*<br>Peter Konopka<br>BLV Verlag, 2000<br>Seite 62|Radsocken
sind meistens weiß, enganliegend und kurz. [...] Farbige Socken
sehen bei einem Radrennfahrer nicht gut aus - aber heute ist alles
möglich.


Wer sowas noch aus anderen Büchern kennt: Ich samm'le gern!

Pat-gestern beim Radrennen garnicht drauf geachtet-rick

Hermino Neder

unread,
May 17, 2004, 8:23:45 AM5/17/04
to
Patrick Hansmeier wrote:

> Ich poste mal meine Literaturzitatesammlung zum Thema... Das nicht
> gepostete Bild zeigt die Unterschenkel/Füße einer Gruppe sitzender
> RRler, dazu die Bildunterschrift: "Der Radsportler trägt kurze, weiße
> Socken; alle tun das, wie man sieht."

[etc, Sammlung]

sehr hybsch!

Neulich habe ich auch gelernt *wieso* dem so ist:

Früher waren alle Fahrer (hier ohne 'Innen' ;-) standardmäßig in
Massenunterkünften untergebracht. Da kam natürlich einiges an Mief
zusammen, und die mit den weißen Socken konnten ihre (qualmenden) Füße
hochhalten und sagen, seht her, *ich* habe weiße = saubere Socken und
entsprechende Füße. Das wurde dann schnell zum Standard, bzw. die mit
andersfarbigen Socken haben sich ganz schnell weiße besorgt.

Ob die Geschichte stimmt? Ich lasse mich gerne verbessern.

Gruß, Hermino, (meistens mit grauen Campa-Söcken unterwegs - ja, ja das
Posen....)

--
----------------------------------------------------------------------
Hermino Neder

neder AT zuv DOT uni-heidelberg DOT de
----------------------------------------------------------------------

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Andreas Hollmann

unread,
May 17, 2004, 2:19:06 PM5/17/04
to
Andreas Randolf <andrea...@yahoo.de> wrote:

> Der schmeißt Dich sofort aus dem Laden, wenn Du
> mit falschen Socken auftauchst..

Scheint ja richtig geschäftstüchtig zu sein, der Mann.
Hoffentlich kann er mit dem Baumaterial seiner Rahmen besser umgehen als
mit seinen Kunden...

Andreas Hollmann

unread,
May 17, 2004, 2:19:07 PM5/17/04
to
Hans-Joachim Zierke <Usenet...@Zierke.com> wrote:

> Ich hatte irgendwann einfach keine Lust mehr, mich mit der Radwegpest und
> den Erziehungsversuchen der Autofahrer herumzuärgern.
Kann ich gut verstehen. Nachdem ich eine Phase hatte, in der ich im Jahr
mehrer hundert Falschparker beim Ordnungsamt angezeigt habe (die haben
auch alle bezahlen müssen :-), hatte ich irgendwann keine Lust mehr und
bin nur noch mit dem Bus in die Innenstadt gefahren.

Im Alltag fahre ich nun kaum noch Rad, nur noch außerhalb der Stadt mit
dem Rennrad oder im Urlaub mit dem Reiserad.

Das Rennradfahren hat den Vorteil, daß wir fast immer zu mehreren
Unterwegs sind - und da werden wir wesentlich seltener dumm angemacht
als wenn man allein ist.

> Was den politisch aktiven Teil angeht - den Rest gab mir, in einem "ADFC
> intern" zu lesen, wie der Bundesvorstand zusätzliche Radwege an
> Bundesstraßen, frisch ausgekungelt mir Rot-Grün, als Erfolg zu verkaufen
> versuchte.
Ich habe mich - obwohl noch ADFC-Mitglied - schon vor längerer Zeit aus
dem Bereich Verkehrspolitik zurückgezogen und voll auf das Thema
"Radtouren" und "Radreisen" konzentriert - meinem Gefühl nach eh das
ADFC-Urgestein.

> Ich mag ja bescheuert sein, aber so bescheuert, daß ich eine Organisation
> unterstütze, die mit aller Kraft versucht, mir das Radfahren zu
> vermiesen, so bescheuert bin ich nun auch wieder nicht.
Naja, mit aller Kraft meiner Meinung nach nicht. Wenn ich z.B. sehe, was
sich in meiner Gegend in Sachen Radwanderweg-Beschilderung in denletzten
Jahren getan hat, hilft mir das wirklich konkret bei der Planung und
Durchführung von Touren. Das ist natürlich von Region zu Region
unterschiedlich. Aber es gibt in der Tat im ADFC eine Richtung, die aus
der ursprünglichen Idee einen für die politische Bühne tauglichen
Verwaltungsakt macht.

Früher war manches besser. Da konnte man noch herzhaft über
motorisiert-verblödeten Verkehr herziehen oer auch mal die beliebten
"Faslchparker-Anzeigen-Aktionen" durchführen, heute wollen aber alle
alles "miteinander" lösen. Aber vielleicht ist das auch nur die
Unfähigkeit, mal einen ordentlichen Konflikt durchzustehen...

Bernd H. Stein

unread,
May 17, 2004, 3:10:31 PM5/17/04
to
papie...@andreas-hollmann.de (Andreas Hollmann) schrubte:

>Andreas Randolf <andrea...@yahoo.de> wrote:
>
>> Der schmeißt Dich sofort aus dem Laden, wenn Du
>> mit falschen Socken auftauchst..
>
>Scheint ja richtig geschäftstüchtig zu sein, der Mann.
>Hoffentlich kann er mit dem Baumaterial seiner Rahmen besser umgehen als
>mit seinen Kunden...

Bei dem Gespräch über Krautscheid und Socken fehlt eindeutig der
Ironiesmily. Der gute Herr Krautscheid baut auch Rahmen für Menschen,
die nachweislich keine weißen Socken tragen. :)

Kurt Fischer

unread,
May 17, 2004, 3:19:06 PM5/17/04
to
Bernd H. Stein <ber...@stein-bochum.de> wrote:

[Krautscheid]

> Ich schrieb ja bereits, dass der gute Mann ein wenig knorrig ist. Man
> muss ihn wohl auch ein wenig zu nehmen wissen.

Ich habe mir Ende der Achziger, also kurz vor meinem Umstieg aufs
Liegerad, nach Hajos Artikel in "Radfahren" einen sportlichen Randonneur
bei ihm bauen lassen, also ein Rennrad mit gemäßigten Winkeln, tieferem
Tretlager und leicht verlängertem Radstand. Es gab da keine
Diskussionen, ich wusste genau was ich wollte und fragte nur an, ob er
das bauen könnte. Mit ihm selbst habe ich kaum gesprochen, das meiste
wickelte seine Frau per Telefon ab, sie schien mir da schon der
dominantere Charakter zu sein, ein schüchterner Mensch wäre da wohl kaum
zu Wort gekommen. ;-)

Mit der Qualität und dem Preis des Rades war ich sehr zufrieden.
Columbus SPX, alle möglichen Sonderwünsche wie zweiter Flaschenhalter
etc. inclusive, insgesamt ca 1000 DM. Das Rad fuhr sich sehr ruhig und
lag wie ein Brett auf der Straße, natürlich nicht zuletzt dank Hajos
Vorgaben, einziger Wermutstropfen war dabei, dass das hintere Bremsenmaß
so kurz war, dass selbst ein schmaler 25er nur mit Ach und Krach
reinpasste. Wenn ich nicht bald darauf aufs Liegerad umgestiegen wäre,
hätte ich mir da wohl was einfallen lassen müssen.

Da ich nur den Rahmen bestellt hatte, gab es auch kein Problem wegen
seiner Abneigung gegen Shimano, abgesehen davon, dass ich damals zum
Teil auch noch Campa fuhr, Dreifachkurbeln und eine hintere Schaltung
sogar noch heute.

Ich schätze Krautscheid so ein, dass er am liebsten seinen eigenen
Stiefel baut und und sich nur dann von Wünschen seiner Kunden
beeinflussen lässt, wenn die ihm genau sagen wie sie es haben wollen,
von sich aus neigt er wohl eher nicht zu Experimenten.

Die meisten Rahmenbauer, die ich kenne, nicht nur im Liegeradbereich,
haben irgendetwas von einer Diva und wollen entsprechend behandelt
werden, wer also mit Allüren, Schrullen oder Marotten überhaupt nicht
umgehen kann, kauft sich lieber etwas von der Stange. ;-)

Kurt

Raimund Huemmer

unread,
May 17, 2004, 3:31:59 PM5/17/04
to
Elke Bock <e.b...@gmx.de> writes:

> Markus Merkl <mme...@gmx.de> schrieb:
>
> >Gerald Eischer wrote:
> >> Hans Crauel <cra...@despammed.com> schrieb:
> >>
> >>>Neugierig und ahnungslos: Was macht die richtigen Socken aus?
> >>
> >> Sie müssen weiß und kurz sein.
> >
> >Stand so (angeblich?) bis vor kurzem sogar noch in der Sportordnung des
> >BDR/UCI.
>
> Da stand was zu Socken, welche beim Rahmenbauer erwünscht
> sind?

Das nicht, aber die Meinung des Rahmenbauers ist bekannt aus "Funk und
Fernsehen". Da gab's doch sogar hier neulich einen Thread drüber.

Gruss
Raimund

--
Life's too short to read boring signatures

Elke Bock

unread,
May 17, 2004, 3:43:20 PM5/17/04
to
Hermino Neder <Bitte_Repl...@zuv.uni-heidelberg.de>
schrieb:

>Patrick Hansmeier wrote:
>
>> Ich poste mal meine Literaturzitatesammlung zum Thema... Das nicht
>> gepostete Bild zeigt die Unterschenkel/Füße einer Gruppe sitzender
>> RRler, dazu die Bildunterschrift: "Der Radsportler trägt kurze, weiße
>> Socken; alle tun das, wie man sieht."
>[etc, Sammlung]
>
>sehr hybsch!
>
>Neulich habe ich auch gelernt *wieso* dem so ist:
>
>Früher waren alle Fahrer (hier ohne 'Innen' ;-) standardmäßig in
>Massenunterkünften untergebracht. Da kam natürlich einiges an Mief
>zusammen, und die mit den weißen Socken konnten ihre (qualmenden) Füße
>hochhalten und sagen, seht her, *ich* habe weiße = saubere Socken und
>entsprechende Füße. Das wurde dann schnell zum Standard, bzw. die mit
>andersfarbigen Socken haben sich ganz schnell weiße besorgt.
>
>Ob die Geschichte stimmt? Ich lasse mich gerne verbessern.

Ich meine, das ist eher so was wie eine "Sportart-Uniform",
und hat sich im Laufe der Zeit gelockert. Weiß war in vielen
Sportarten Vorschrift, teilweise ganz, teilweise Schuhe und
Strümpfe, beim Radsport weiße Socken, schwarze Hose. Damit
kommen die bunten Trikots auch viel besser rüber...

Bernd H. Stein

unread,
May 17, 2004, 4:29:04 PM5/17/04
to
Elke Bock <e.b...@gmx.de> schrubte:


>Ich meine, das ist eher so was wie eine "Sportart-Uniform",
>und hat sich im Laufe der Zeit gelockert. Weiß war in vielen
>Sportarten Vorschrift, teilweise ganz, teilweise Schuhe und
>Strümpfe, beim Radsport weiße Socken, schwarze Hose. Damit
>kommen die bunten Trikots auch viel besser rüber...

Nein, nein! Die Socken haben farblich mit dem Trikot zu harmonisieren
und das Trikot natürlich mit dem Helm. Der Helm wiederum sollte sich
farblich am Rahmen ausrichten. Ganz anders dazu orientiert sich die
Farbe der Handschuhe am Vorbau.

Florian Ladwig

unread,
May 17, 2004, 4:54:21 PM5/17/04
to
Imogko...@web.de (Kurt Fischer) schrieb:

>Die meisten Rahmenbauer, die ich kenne, nicht nur im Liegeradbereich,
>haben irgendetwas von einer Diva und wollen entsprechend behandelt
>werden, wer also mit Allüren, Schrullen oder Marotten überhaupt nicht
>umgehen kann, kauft sich lieber etwas von der Stange. ;-)

Rahmenbauer sind ein seltsames Volk, der hier öfter mal zitierte Herr
Mittendorf war nur die Spitze des Eisbergs. Herr Lüders hat, als er noch
aktiv war, etliche potentielle Kunden mit deutlichen Worten aus dem
Laden komplimentiert, wenn sie ihm irgendwie nicht gepasst haben, auch
der alte Polauke war dem Vernehmen nach ein eher schwieriger Charakter.

--
Dieses Dokument wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und gilt ohne
Unterschrift und Siegel. Alle Angaben ohne Gewähr. Wir stellen die Normalität
augenblicklich wieder her, sobald wir wissen was eigentlich normal ist.
florian...@gmx.de http://www.floimnetz.de

Gerald Eischer

unread,
May 17, 2004, 5:49:17 PM5/17/04
to
Bernd H. Stein <ber...@stein-bochum.de> schrieb:

>Nein, nein! Die Socken haben farblich mit dem Trikot zu harmonisieren
>und das Trikot natürlich mit dem Helm.

Bei Schlammspringern vielleicht. Ansonsten haben die Socken weiß zu
sein und am Kopf tragen ächte[tm] Rennfahrer entweder eine Schirmmmütze
oder gar nichts.

Jürg Bachmann

unread,
May 17, 2004, 5:58:08 PM5/17/04
to
Wo ich das her habe? Ich glaube von Smolik. Ich habe das so verstanden:

Bei hoch legiertem Alu und hochlegiertem Stal, wird die Legierung durch die
auftretende Hitze zerstört.

Deshalb greift der Rahmenbauer zu Muffen und tief schmelzendem Silberlot
oder Klebstoff.

Sind Flugzeugflügel zusammengeschweisst? Vielleicht sind sie ja geklebt,
genietet, geschraubt? Surfmasten und Zeltstangen sind jedenfalls nicht
geschweisst.

Falls meine Materialkenntnisse richtig sind, sollte es keine hochlegierte
geschweisste Stahlrahmen geben, sonder nur mit Solberlot gelötete;
vorzugsweise Muffenlos oder innen gemufft, damit die Muffen nicht sichtbar
sind.

Gruss Jürg
--
http://www.cuban-style.ch - salsa de cuba es diferente

> Von: Sebastian Fischer <sebastia...@tu-clausthal.de>
> Organisation: Clausthal University of Technology
> Antworten an: sebastia...@tu-clausthal.de
> Newsgroups: de.rec.fahrrad
> Datum: Mon, 17 May 2004 11:08:33 +0200
> Betreff: Re: Gibt's noch Rennradrahmen aus CrMo Stahl?
>

Thomas Wedekind

unread,
May 18, 2004, 3:00:56 AM5/18/04
to
Jürg Bachmann wrote:

> Sind Flugzeugflügel zusammengeschweisst? Vielleicht sind sie ja
> geklebt, genietet, geschraubt? Surfmasten und Zeltstangen sind
> jedenfalls nicht geschweisst.

M.W. wird im Flugzeugbau vorzugsweise genietet. Hab ich auch nicht
geglaubt, das Verfahren ist doch eigentlich antiquiert.


--
Grüße, Thomas

Helmut Springer

unread,
May 18, 2004, 3:07:08 AM5/18/04
to
Thomas Wedekind <tom-we...@web.de> wrote:
> M.W. wird im Flugzeugbau vorzugsweise genietet. Hab ich auch nicht
> geglaubt, das Verfahren ist doch eigentlich antiquiert.

Nein (offensichtlich). Fuer den Kfz-Bereich allerdings zu teuer.


--
MfG/Best regards
helmut springer

Bernd H. Stein

unread,
May 18, 2004, 3:53:18 AM5/18/04
to
"Gerald Eischer" <Dein-H...@liebt-dich.info> schrubte:

>Bernd H. Stein <ber...@stein-bochum.de> schrieb:
>
>>Nein, nein! Die Socken haben farblich mit dem Trikot zu harmonisieren
>>und das Trikot natürlich mit dem Helm.
>
>Bei Schlammspringern vielleicht. Ansonsten haben die Socken weiß zu
>sein und am Kopf tragen ächte[tm] Rennfahrer entweder eine Schirmmmütze
>oder gar nichts.


??????
Piratentuch???? (Neudeutsch auch Bandana)

Oder war er gar kein ächter(tm)?????

Sebastian Fischer

unread,
May 18, 2004, 3:56:42 AM5/18/04
to
Jürg Bachmann wrote:

> Wo ich das her habe? Ich glaube von Smolik. Ich habe das so verstanden:
>
> Bei hoch legiertem Alu und hochlegiertem Stal, wird die Legierung durch
> die auftretende Hitze zerstört.

Ich meinte mehr wo du her hast man könnte das eine Alu elastisch verarbeiten
und das andere nicht.
Das mit der Hitze ist zwar durchaus richtig, bezieht sich aber vor allem auf
sogenanntes Autogenschweißen, eine Technik die bis in die 80er der Standard
war.
Moderne Schweißverfahren wie WIG- und Laserschweißen standen nicht zur
Verfügung.

> Deshalb greift der Rahmenbauer zu Muffen und tief schmelzendem Silberlot
> oder Klebstoff.

Griff! Der entscheidende Punkt ist dass das mal Stand der Techneik _war_.



> Sind Flugzeugflügel zusammengeschweisst? Vielleicht sind sie ja geklebt,
> genietet, geschraubt? Surfmasten und Zeltstangen sind jedenfalls nicht
> geschweisst.

Im Flugzeugbau setzt sich das Schweißen erst langsam durch. Haupsächlich
wohl weil nieten gut beherrscht wird, Teile verzugfrei angebracht werden
können (mittlerweile) und der Austausch einfach ist.
Geschweißt wird zunehmend mehr, weil die Verbindungen leichter sind, mehr
aushalten und außerdem preiswerter sind (Nieten ist extrem
arbeitsaufwändig). Meine Easton Zeltstangen sind nahtlos denke ich, aber
bist du sicher, dass Surfmasten das auch sind? Titanalrohre sind zumindest
lasergeschweißt, weil man das Material nicht kneten kann. Man kann zwar
Bleche Walzen aber diese muss man dann zu Rohren biegen und schweißen. Hat
einige Probleme gegeben, weil die den Prozess nicht im Griff hatten und
unzureichende Kontrollen durchgeführt haben.

> Falls meine Materialkenntnisse richtig sind, sollte es keine hochlegierte
> geschweisste Stahlrahmen geben, sonder nur mit Solberlot gelötete;
> vorzugsweise Muffenlos oder innen gemufft, damit die Muffen nicht sichtbar
> sind.

Mir ist eigentlich generell kein Rahmen aus hochlegiertem Stahl bekannt
(Ausnahme: rostfreie Rahmenrohre von Poppe&Potthoff). Der Rest ist
popeliger Vergütungsstahl. Den man in der Tat in den 70ern nicht in jeder
italienischen Dorfschmiede schweißen konnte. Heute dürfte WIG-Schweißen
deutlich weniger in das Materialgefüge eingreifen als minutenlanges
herumerwärmen mit offener Flamme. Jeder Taiwanesischer Rahmenbauer beweist
dir dass das geht. Dort wird das selbe Geröhr verarbeitet wie woanders auch
und die haben dort schon Anfang der 90er fast ausschließlich
WIG-geschweißt.
Hier gibt es übrigens ne schöne Übersicht über Aluminiumwerkstoffe:
http://www.downhillschrott.com/dhs/wissen/aluminium_d.html


Schönen Gruß aus dem Harz
Sebastian

Hermino Neder

unread,
May 18, 2004, 4:02:24 AM5/18/04
to
Elke Bock wrote:
> Hermino Neder <Bitte_Repl...@zuv.uni-heidelberg.de>
> schrieb:

>
>>Früher waren alle Fahrer (hier ohne 'Innen' ;-) standardmäßig in
>>Massenunterkünften untergebracht. Da kam natürlich einiges an Mief
>>zusammen, und die mit den weißen Socken konnten ihre (qualmenden) Füße
>>hochhalten und sagen, seht her, *ich* habe weiße = saubere Socken und
>>entsprechende Füße. Das wurde dann schnell zum Standard, bzw. die mit
>>andersfarbigen Socken haben sich ganz schnell weiße besorgt.
>>
>>Ob die Geschichte stimmt? Ich lasse mich gerne verbessern.
>
> Ich meine, das ist eher so was wie eine "Sportart-Uniform",
> und hat sich im Laufe der Zeit gelockert. Weiß war in vielen
> Sportarten Vorschrift, teilweise ganz, teilweise Schuhe und
> Strümpfe, beim Radsport weiße Socken, schwarze Hose. Damit
> kommen die bunten Trikots auch viel besser rüber...

Ja ist schon klar. Ich habe eine mögliche Erklärung berichtet, _warum_
die früher obligatorische "Uniform" entstand. Dass das heute anders
aussieht ist offensichtlich.
Aber: Je älter der/die TeilnehmerIn an der RTFs o.ä. desto weißer die
Socken und baumwollhaltiger die Kopfbedeckung.

Hermino

Walter Janné

unread,
May 18, 2004, 4:30:29 PM5/18/04
to
Gerald Eischer schrieb:

>am Kopf tragen ächte[tm] Rennfahrer entweder eine Schirmmmütze

Welche Farbe?

Walter
--
50 Wege wie man andere in den Wahnsinn treibt:
22. Lehne es im Restaurant ab,
irgendwo an einen Tisch gesetzt zu werden
und iss nur die Bonbons an der Kasse.

Gerald Eischer

unread,
May 18, 2004, 4:55:21 PM5/18/04
to
Walter Janné <inden...@hotmail.com> schrieb:

>Gerald Eischer schrieb:
>
>>am Kopf tragen ächte[tm] Rennfahrer entweder eine Schirmmmütze
>
>Welche Farbe?

Farbe des Sponsors.

Patrick Hansmeier

unread,
May 18, 2004, 5:41:56 PM5/18/04
to
Hermino Neder <Bitte_Repl...@zuv.uni-heidelberg.de> wrote:

> hochhalten und sagen, seht her, *ich* habe weiße = saubere Socken und
> entsprechende Füße. Das wurde dann schnell zum Standard, bzw. die mit
> andersfarbigen Socken haben sich ganz schnell weiße besorgt.

Ich kannte nur die Erlaeuterung, dass weisse Ware annodunnemals besser
zu kochen war.

Patrick

--
>/dev/null

Gabriele Dirks

unread,
May 19, 2004, 1:36:17 AM5/19/04
to

Das könnte sogar die gleiche Erläuterung sein: So richtig fies riechen Füße
und Socken erst mit passender Pilz oder Bakterienbesiedlung. Wenn man Sochen
nicht heiß genug wäscht oder, früher alternativ in der Sonne trocknet, heute
mit Hygienespüler, Teebaumöl oder sonstwas spült, dann entwickelt sich in
kurzer Zeit wieder das volle Aroma, weil die kleinen Geruchsbildner darin
prima überleben. Socken, die richtig weiß blieben, wurden mit ziemlicher
Sicherheit wirklich gekocht. Kommen wir nun zu den Schuhen... ;-)


Gabriele

Patrick Hansmeier

unread,
May 19, 2004, 2:45:37 AM5/19/04
to
Florian Ladwig <florian...@gmx.de> wrote:

[charakterstarke Rahmenbauer]

Bekommen wir noch eine Namensliste zusammen, die einem Soziologen eine
ausreichende Menge an Beobachtungsobjekten fuer eine Studie liefert?
Ich biete, von eher lokaler Bekanntheit, die Herren Wulms und
Neuhaus... Experiment: zusammen in einen Raum gesteckt, tratschen die
dann lustig in historischer Verklaerung ueber alte Zeiten oder ist da
alsbald Zoff angesagt?

Patrick


--
>/dev/null

Florian Ladwig

unread,
May 19, 2004, 4:41:13 PM5/19/04
to
Gabriele Dirks <gabr...@sprouts.org> schrieb:

>Socken, die richtig weiß blieben, wurden mit ziemlicher
>Sicherheit wirklich gekocht. Kommen wir nun zu den Schuhen... ;-)

Schuhe werden nur in Ausnahmefällen gekocht.

Raimund Huemmer

unread,
May 20, 2004, 1:50:47 AM5/20/04
to
Florian Ladwig <florian...@gmx.de> writes:

> Gabriele Dirks <gabr...@sprouts.org> schrieb:
>
> >Socken, die richtig weiß blieben, wurden mit ziemlicher
> >Sicherheit wirklich gekocht. Kommen wir nun zu den Schuhen... ;-)
>
> Schuhe werden nur in Ausnahmefällen gekocht.

Ansonsten versucht man sie bei Ebay loszuwerden :-)

Martin Appel

unread,
May 20, 2004, 4:07:28 AM5/20/04
to
Walter Janné <inden...@hotmail.com> schrieb:

> Gerald Eischer schrieb:
>
>>am Kopf tragen ächte[tm] Rennfahrer entweder eine Schirmmmütze
>
> Welche Farbe?

Weltmeisterstreifen

Helmut Springer

unread,
May 20, 2004, 4:27:32 AM5/20/04
to
Walter Janné <inden...@hotmail.com> wrote:
>>am Kopf tragen ächte[tm] Rennfahrer entweder eine Schirmmmütze
>
> Welche Farbe?

Rot oder Blau, Weiss ist zu schnell schmutzig und Gelb sieht aus wie
vom ADAC...


Kein Rennfahrer,

Markus Merkl

unread,
May 20, 2004, 8:48:38 AM5/20/04
to
Martin Appel wrote:
> Walter Janné <inden...@hotmail.com> schrieb:
>
>>Gerald Eischer schrieb:
>>
>>>am Kopf tragen ächte[tm] Rennfahrer eine Schirmmmütze
>>
>>Welche Farbe?
>
> Weltmeisterstreifen

Die fahren nur die Angeber, die im Sommer auch die gelben CL (*)
Leibchen fahren. Meist auch in nicht angemessenem Tempo.

Markus

(*) credit lyonnais

Gabriele Dirks

unread,
May 20, 2004, 11:11:12 AM5/20/04
to
Florian Ladwig <florian...@gmx.de> wrote:

>>Socken, die richtig weiß blieben, wurden mit ziemlicher
>>Sicherheit wirklich gekocht. Kommen wir nun zu den Schuhen... ;-)

> Schuhe werden nur in Ausnahmefällen gekocht.

Stimmt genau. Und deswegen können sich entsprechende Gerüche und
Geruchsbildner darin auch gut halten, anfangs saubere Socken hin oder her.
;-)

Gabriele

Bo-En Lo

unread,
May 21, 2004, 8:19:56 AM5/21/04
to
Gabriele Dirks <gabr...@sprouts.org> wrote:

> Das könnte sogar die gleiche Erläuterung sein: So richtig fies riechen Füße
> und Socken erst mit passender Pilz oder Bakterienbesiedlung. Wenn man Sochen
> nicht heiß genug wäscht oder, früher alternativ in der Sonne trocknet, heute
> mit Hygienespüler, Teebaumöl oder sonstwas spült, dann entwickelt sich in
> kurzer Zeit wieder das volle Aroma, weil die kleinen Geruchsbildner darin
> prima überleben. Socken, die richtig weiß blieben, wurden mit ziemlicher
> Sicherheit wirklich gekocht. Kommen wir nun zu den Schuhen... ;-)

Gut, kommen wir zu den Schuhen.
Ich selber habe die Einlegesohlen meiner Shimano-Schuhe mit Einlegesohle
mit Aktivkohle ausgetauscht.

Weiße Söckchen - bah! - aber O.K. für Schulmädchen, Hamsterstreichler
und Jeans-zu-Krawatte Träger!!!

Gruß,
Bo-En

Gerald Eischer

unread,
May 21, 2004, 8:27:45 AM5/21/04
to
hamster...@IOLfree.ie (Bo-En Lo) schrieb:

>Gut, kommen wir zu den Schuhen.
>Ich selber habe die Einlegesohlen meiner Shimano-Schuhe mit Einlegesohle
>mit Aktivkohle ausgetauscht.

Die Verwendung von TKs führt also zu Schweißfüßen. Wundert mich
überhaupt nicht.

Message has been deleted

Bo-En Lo

unread,
May 22, 2004, 6:53:15 AM5/22/04
to
Gerald Eischer <Dein-H...@liebt-dich.info> wrote:

> Die Verwendung von TKs führt also zu Schweißfüßen. Wundert mich
> überhaupt nicht.

Früher benutzte man gegen Schweiß Mineralien wie z.B. Alaun, Deine
Großeltern werden sich sicherlich noch daran erinnern, den man als
Kristall in Drogerien oder Apotheken kaufen konnte.

TractionKing-Besitzer haben es gut! Sie brauchen ihre Füße und
Achselhöhe nur am TK zu reiben, das Silizium bietet einen 24 Stunden
Schutz vor unangenehmer Schweißsbildung und ist dabei völlig frei von
Nebenwirkungen!!!

Gruß,
Bo-En

--
Fahrradsicherheit hat einen Namen: Traction King

<http://myhome.iolfree.ie/~hardshell/bo/fish/tk.html>

Gerald Eischer

unread,
May 22, 2004, 11:06:35 AM5/22/04
to
hamster...@IOLfree.ie (Bo-En Lo) schrieb:

>TractionKing-Besitzer haben es gut! Sie brauchen ihre Füße und
>Achselhöhe nur am TK zu reiben,

ROTFL
Ich stelle mir gerade diese Kasper mit vom Gips geweißten Achseln
vor.

>das Silizium

Welches Silizium in euren Gipsbrocken?

>bietet einen 24 Stunden
>Schutz vor unangenehmer Schweißsbildung und ist dabei völlig frei von
>Nebenwirkungen!!!

Völliger Dummfug. Schon einmal an ein einem drei Wochen alten Gipsfuß
gerochen? Beim Gipswechsel muss das Krankenhauspersonal schweren
Atemschutz tragen.

TKs *führen* zu Schweißfüßen!

Beiweiskette:
TK am Gebäcktrager -> fällt runter -> *aua* -> Gipsfuß -> Schweißfuß
-> stinkt wie die Hölle

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