Zitat:
In Passau sind Strafzettel richtig Geld wert
Falschparker können im niederbayerischen Passau künftig ihre Strafzettel
als Rabattkarte für Geschäfte und Gasthöfe nutzen. Im Juni und Juli
werden die Unternehmen für neu ausgestellte Knöllchen einen deutlichen
Nachlass auf den Einkauf oder das Mittagessen gewähren. In der Testphase
würden sich zunächst zehn Betriebe an der Aktion beteiligen, bestätigte
der Initiator Michael Neukirchinger am Freitag einen Bericht der
Münchner "tz".
"Der Strafzettel ist dann richtig Geld wert, der kann sich lohnen",
sagte Neukirchinger. Bei den beteiligten Geschäften könne der
Falschparker leicht 100 Euro "verdienen", sagte der 38-Jährige. Bei
seinem eigenen Ballonunternehmen "Bayernhimmel" gibt er pro Knöllchen
einen Rabatt von 20 Euro auf die sonst 150 Euro teure
Heißluftballonfahrt. Zudem könne man in einem Wirtshaus für die halbe
Zeche speisen, und eine Modeboutique gebe auf den Preis ganze 20 Prozent
Nachlass.
Als Aufforderung zum Falschparken will Neukirchinger die Aktion trotzdem
nicht verstanden wissen. Es ärgere ihn nur, dass heutzutage nirgends in
der Innenstadt mehr direkt vor den Geschäften geparkt werden könne, um
für drei Minuten etwas zu erledigen. "Ich habe mir gedacht, die Leute,
die einen Strafzettel bekommen, müsste man belohnen." Künftig könnten
sich die Verkehrssünder dann bei den Politessen bedanken. Bei dem
Bonusprojekt würden Knöllchen aus allen Teilen der Welt akzeptiert.
Neukirchinger kann sich vorstellen, dass künftig die Idee auch als
überregionaler Werbe-Gag eingesetzt wird und dann Urlauber mit Knöllchen
Rabatte in den Passauer Hotels und Pensionen bekommen. Das Interesse der
Geschäfte an der Aktion sei groß, sagte Neukirchinger. Besonders
erfreulich für die beteiligten Geschäfte sei, dass die "Gutscheine von
Leuten verteilt werden, die wir selbst nicht bezahlen müssen."
Zitat Ende.
@Bernd:
Heute schon falsch geparkt?
> Falschparker können im niederbayerischen Passau künftig ihre Strafzettel
> als Rabattkarte für Geschäfte und Gasthöfe nutzen.
Originelle Idee. Warum nicht? Wenn vorzugsweise "Fahrradstreifen" und
"Radwege" zum Parken genutzt werden und auf der Fahrbahn dadurch keine
Verkehrsbehinderung entsteht, hätte ich kein Problem damit.
Gruss
Raimund
--
Life's too short to read boring signatures
> In Passau sind Strafzettel richtig Geld wert
Manchmal muss man Schwachsinn mit Schwachsinn begegnen. Und dieser ist
wenigstens direkt als solcher erkennbar und erzeugt damit die gewünschte
Aufmerksamkeit. Städteplanung ist da häufig subtiler und weniger
zielgerichtet.
--
Die Mailadresse ist gültig, wird aber niemals abgerufen.
> Peter Ziegler <mub...@arcor.de> writes:
>
>> Falschparker können im niederbayerischen Passau künftig ihre Strafzettel
>> als Rabattkarte für Geschäfte und Gasthöfe nutzen.
>
> Originelle Idee. Warum nicht? Wenn vorzugsweise "Fahrradstreifen" und
> "Radwege" zum Parken genutzt werden und auf der Fahrbahn dadurch keine
> Verkehrsbehinderung entsteht, hätte ich kein Problem damit.
>
> Gruss
> Raimund
>
hallo
ist das nicht kriminell? Aufforderung zur Straftat?
Vom Grundsatz - durch ein Extrembeispiel verbildlicht - her ist das doch so,
als ob ich eine Abschußprämie auf Menschen (Politiker oder Rentner oder
...) geben würde?
mfG
Christian
> ist das nicht kriminell? Aufforderung zur Straftat?
Ich bin zwar kein Jurist, aber IMHO besteht schon noch ein Unterschied
zwischen einer Ordnungswidrigkeit und einer Straftat.
Soo neu ist die Idee nun auch nicht, innerstaedtischen "Mangel" an
KFZ-Stellflaeche kreativ auszugleichen ... nur die Art der Ausfuehrung
(Ticket als Rabattmarke). Anderswo gibt es die direkte Verrechnung als
Parkschein, von Werbegemeinschaften bezahlte Parkuhr-Fuetterer,
Um-Parker etc. ... bis hin zu "wir fahren Ihre Karre waehrend des
Einkaufs in Warteschleife um den Block".
btw, gibt's in Passau denn wenigstens auch Knoellchen fuer flasch
abgestellte Fahrraeder? ;-)
- Marcus
--
http://www.radsport-bad-lippspringe.de/
http://rad-weg.nueb.de/ http://media.rad-weg.nueb.de/
http://www.fahrrad-helm.de/
> ist das nicht kriminell? Aufforderung zur Straftat?
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ Anstiftung zur OWi.
Das Prinzip ist aber gleich. Die Truppe zur Verfolgung von
Fahrradroudies hat dazu bereits den eigenen Wasserkopf eingeschaltet:
http://www.mediendenk.com/index.php?AID=0000002529
> als ob ich eine Abschußprämie auf [...] (Politiker
Bin ich dabei. Gibbs da schon einen Fond? Wo einzahlen?
Im Ernst: Hier scheint mir bei den Einzelhändlern in P die Realität arg
verschoben. Sie haben wohl Probleme mit einem neuen Konsumtempel, der
ihnen vor die Nase gesetzt werden soll. Da gegen solche Projekte in
Bayern auf legalem Wege kein Kraut gewachsen ist (Siehe Regensburg, 2
malige deutliche Absage durch Bürgerbegehren gegen ein RKK am
Donaumarkt, jetzt hat eine neue Pro-RKK-BI den OB schon soweit, dass er
per Majestätsdekret (so werden hier die Stadtrats"entscheidungen"
genannt) doch noch die Interessen einiger Amigo-Investoren durchsetzt
www.der-leserbrief.de/rss/artikel.php?id=2152 ).
Zurück zum Thema: Hilfe erwartet sich der Einzelhandel doch tatsächlich
vom bedauernswerten Heer der Outisten, die ein Recht zu haben glauben,
mit ihren Blechbüchsen auch noch in die kleinste Gasse und den letzten
Winkel fahren zu dürfen. Die Kommunen unterstützen diesen Irrglauben mit
weltfremden Aktionen wie z.B. "Die erste Stunde in den
Innenstadtparkhäusern ist kostenlos" (In R längst Realität).
Überdachte Abstellanlagen für Radfahrer? Kostenlose Benutzung des
Altstadbusses? Fahrradmitnahme im RVV? Kostenlose Fahrradmitnahme in der
DB rund um Regensburg? Alles Wunschvorstellungen. Alles zu teuer. Klar.
http://www.mittelbayerische.de/SID_b37e87329bbb7bfa89551e0d964aa8bf/nachrichten/region/regensburg/meldung.shtml?rubrik=mz&id=66597
Man muss ja auch zuerst die Outolobby bedienen.
Sonst droht die BMW-Dosenfertigung mit 10.000 Lohnsklaven mit
Geschäftsaufgabe (lt. IHK Regensburg in einer PM in der Mittelbayrischen
Zeitung). Also holt der OB flugs 100 Mio aus den leeren Kassen und baut
2007 BMW eine schicke Ostumgehung und ein paar Brücken. Die Anwohner
bekommen auch was: Lärmschutzfenster.
Die Vorstellung, seine täglichen Wege mit dem Rad zurückzulegen, ist für
viele Menschen inzwischen vollständig absurd geworden. Deshalb auch die
Vorstellung, man könnte sein Outo am Zielpunkt 2 Meter neben der
Eingangstür parken, deshalb ist er ja schließlich mit dem Outo unterwegs.
Wo sind nur die roten Pillen, die roten, ich dreh sonst noch durch.
--
Stop-and-Go
Bezeichnung für die vergeblichen Bemühungen der Outomobilisten,
durch "Stop" schneller zu sein als die Fußgänger durch "Go"
8-0
mfg
Christian
> Am 27 May 2006 10:35:55 +0200 schrieb Raimund Huemmer:
> > Originelle Idee. Warum nicht? Wenn vorzugsweise "Fahrradstreifen" und
> > "Radwege" zum Parken genutzt werden und auf der Fahrbahn dadurch keine
> > Verkehrsbehinderung entsteht, hätte ich kein Problem damit.
>
> Du hast ein Problem damit. Dafür, daß in der Passauer Innenstadt nicht
> zu viele straßenbegleitende Radwege sind, habe ich bereits gesorgt.
Apropos, wie wird man die Dinger hier los? Die kombinierten
Red/Fußwege hier im Ort haben hedenfalls nicht die notwendige Breite,
sind aber mit Blauem Scild ausgeschildert und damit wohl
benutzungspfilchtig, solange nicht gerade Mülltag ist.
Och, das passt doch prima zu Bernd's "Radwege zu Parkplätzen"!
Verteilt der VCD Passau jetzt massenhaft Aufforderungen zum
Radweg-Parken? Wäre doch eine konsequente Antwort. Oder vielleicht
zahlen die Gastwirte sogar was für die Aufstellung Parkplatz-*ähnlichen*
Blauschildern an Radwegen? Am besten als Werbung getarnt!
> Falschparker können im niederbayerischen Passau künftig ihre Strafzettel
> als Rabattkarte für Geschäfte und Gasthöfe nutzen. Im Juni und Juli
> werden die Unternehmen für neu ausgestellte Knöllchen einen deutlichen
> Nachlass auf den Einkauf oder das Mittagessen gewähren.
Bekommt man für Nichtbenutzung eines "Radweges" wenigstens ein Freibier?
> "Der Strafzettel ist dann richtig Geld wert, der kann sich lohnen",
> sagte Neukirchinger. Bei den beteiligten Geschäften könne der
> Falschparker leicht 100 Euro "verdienen", sagte der 38-Jährige. Bei
> seinem eigenen Ballonunternehmen "Bayernhimmel" gibt er pro Knöllchen
> einen Rabatt von 20 Euro auf die sonst 150 Euro teure
> Heißluftballonfahrt.
Zwei Fragen drängen sich mir dazu auf:
1. Haben die Geschäftsleut' das durchkalkuliert, so dass sie evtl. sogar
Gewinn machen, weil mehr Autofahrer bei ihnen einkaufen?
2. Was sagt der Gesetzgeber zu diesem "Missbrauch von Bußgeldern"? ;-)
> Als Aufforderung zum Falschparken will Neukirchinger die Aktion trotzdem
> nicht verstanden wissen. Es ärgere ihn nur, dass heutzutage nirgends in
> der Innenstadt mehr direkt vor den Geschäften geparkt werden könne, um
> für drei Minuten etwas zu erledigen. "Ich habe mir gedacht, die Leute,
> die einen Strafzettel bekommen, müsste man belohnen." Künftig könnten
> sich die Verkehrssünder dann bei den Politessen bedanken. Bei dem
> Bonusprojekt würden Knöllchen aus allen Teilen der Welt akzeptiert.
Oha, dann könnte ja wirklich jemand versuchen, ein paar Strafzettel
wegen Verstoß gegen §2 (4) in klingende Münze zu verwandeln. ;-)
> Neukirchinger kann sich vorstellen, dass künftig die Idee auch als
> überregionaler Werbe-Gag eingesetzt wird und dann Urlauber mit Knöllchen
> Rabatte in den Passauer Hotels und Pensionen bekommen.
Erinnert mich an DDR-Zeiten: Damals haben Studenten in Jena und anderswo
um die Wette Strafzettel wegen unerlaubten Urinierens etc. gesammelt.
Leider konnten sie sich nichts dafür kaufen.
--
CU Christoph Maercker.
RADWEGE sind TODSICHER!
Das kannst du in Wien haben. Macht je 56 EUR für angeblich
verkehrsbehindernd auf der Fahrbahn abgestellte Fahrräder. Das als Folge
für verunglückten (und rechtswidrigen) Alkotest an Fussgängerin (0,04
Promille) und Fussgänger (0,66 Promille). Strafverfügungen im
Berufungsverfahren bestätigt vom UVS (= Unabhängiger Verwaltungssenat, ein
Zwitterding zwischen Behörde und Gericht in Österreich) als Letztinstanz.
Kosten nach UVS: 72,80 EUR je Fahrrad.
Grüsse
Claudia
Demnach hat in Passau nur noch wenige Radwege mit Blauschildern.
[Bekommt man für Nichtbenutzung eines "Radweges" Freibier?]
> Selbstverständlich, denn die "Aktion" ist, soweit ich gelesen habe,
> nicht auf Verwarnungen wegen Falschparkens beschränkt. Versprochen ist
> versprochen. Den Bayerischen Löwen, wo es das Freibier gibt, findest Du
> am Ludwigsplatz. Das Problem dürfte aber lokal darin bestehen, für die
> von Dir genannte Tat eine Verwarnung zu bekommen.
Dir habe ich es also zu verdanken, dass ich kein Freibier mehr kriege!!!
>:-(
Hoffentlich wird dieses löbliche Beispiel bald in Magdedorf nachgeahmt.
Hier habe ich noch gute Chancen, meinen "Durst" gratis zu stillen.
--
Prost & schöne Pfingsten! Christoph Maercker.
RADWEGE sind TODSICHER!