Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Re: ACE: Bike Heroes

96 views
Skip to first unread message
Message has been deleted

Jan Völkers

unread,
May 20, 2011, 4:00:32 AM5/20/11
to
Bernd Sluka schrub:

> <http://www.ace-online.de/der-club/ace-aktionen/2011-bike-heroes.html>

"Viele dieser Radunfälle passieren, [...] weil viel zu wenig sich mit einem
Helm schützen!"

Genau! Moment, ich hol nur eben Popcorn.

Jan

Thomas Rechberger

unread,
May 20, 2011, 5:20:00 AM5/20/11
to
Am 19.05.2011 20:39, schrieb Bernd Sluka:
> Der ACE redet wieder mal Radfahren für Kinder gefährlich und paart es
> mit einer absolut sinnfreien (2% der Unfälle haben technische
> Mitursachen) "Sicherheitskampagne". Die Seite
> <http://www.ace-online.de/der-club/ace-aktionen/2011-bike-heroes.html>
> enthält zudem zahlreiche Falschbehauptungen, z.B. dass die Zahl der
> Fahrradunfälle zunimmt.

Absolut nicht, aber prozentual.

"Vor Fußgängerüberwegen und Einmündungen ohne Radstreifen muss
abgestiegen werden, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist."

Und der PKW Fahrer schiebt zum Ausgleich sein Gefährt per Hand in oder
aus der Parklücke?

Christoph Maercker

unread,
May 20, 2011, 10:47:38 AM5/20/11
to
Thomas Rechberger wrote:
> Absolut nicht, aber prozentual.

Beziffern könnte ich es auf die Schnelle gar nicht. Nicht zuletzt ist es
eine Frage des betrachteten Zeitraums. In Magdeburg gab es zwischen 2003
und 2008 durchaus Zunahmen bei Fahrradunfällen, auch absolut, aber die
hatten mit der Zunahme des Radverkehrsanteils zu tun, darüber waren sich
alle Beteiligten (Stadtverwaltung, Polizei, ADFC, ADAC u.a.) einig. In
der Landesstatistik war der Trend schon nicht mehr so eindeutig,
bundesweit habe ich keine aktuellen Zahlen. Einen Zusammenhang zwischen
Spritpreisentwicklung und Fahrradunfällen würde ich aber auch dort
erwarten. ;-)

Ich sehe gerade, die ACE-Studie bestätigt es gleich im ersten Satz:
http://www.ace-online.de/fileadmin/user_uploads/Der_Club/Dokumente/ACE_Aktionen/2011_Bike_heroes/Fahrrad_Unfaelle_Studie.pdf

"Juli 2010 - Niemals zuvor wurde in Deutschland so viel geradelt."

Interessant übrigens die bundesweit(?) behauptete Verursacherquote von
42% und deren Ursachen (S.2):
"Die Gründe hierfür lagen in über einem Drittel der Fälle bei falscher
Straßenbenutzung (36%), gefolgt von falschem Abbiegen (16,2%) und
Vorfahrtmissachtung (14,5%)."

Hat schon jemand diese Zahlen bei destatis & Co. überprüft?

36% Unfälle durch Geisterradler wäre z.B. erheblich mehr als
durchschnittlich in Magdeburg (um die 20%).

Welche Fehler sind es beim Abbiegen? Linksabbiegen ohne
Umschauen/Einordnen? Oft genug beobachte ich diese Todsünde ja.

> "Vor Fußgängerüberwegen und Einmündungen ohne Radstreifen muss
> abgestiegen werden, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist."

Und die obligatorischen 85% aus der gleichen Quelle:
http://www.ace-online.de/fileadmin/user_uploads/Der_Club/Dokumente/ACE_Aktionen/2011_Bike_heroes/Bike_Heroes_Prospekt.pdf

In der o.g. Studie sind's übrigens 5% weniger. :-b
Die dort angegebene Helmtragequote von 6% bei Erwachsenen dürfte nicht
mehr aktuell sein - nix mit Juli 2010.

Man beachte übrigens den Folgesatz von Deinem Zitat:
"Vorsicht auch auf Radwegen, die gemeinsam mit Fußwegen
verlaufen: Durch parkende Autos kann die Sicht auf den fließenden
Verkehr versperrt sein – auch Autofahrer können Radfahrer auf derartigen
Strecken nur schlecht erkennen."

Und man lese und staune, in den Sicherheitstips werden "Radwege" denn
auch nicht ausdrücklich empfohlen! Statt dessen dieser Tip auf Seite 14:
"- Die Straßenverkehrsordnung enthält zwar einige Sonderregelungen für
Fahrradfahrer, stellt ihnen jedoch keinen generellen Freibrief aus.
Vorschriften, die für den motorisierten Verkehr gelten müssen
auch von Radfahrern beherzigt werden."

Wie lautet doch die vereinfachte Form davon? Ach ja:
"Du fährst ein Fahrzeug."

Die angegebene regionale Verteilung der Fahrradunfälle dürfte den
jeweiligen Radverkehrsanteilen entsprechen, sagt also wenig bis nichts
über die spezifische Gefährdung einzelner Radfahrer im Bundesland x aus.
Bei der Altersstruktur dürfte die Nutzungshäufigkeit ebenfalls einiges
relativieren.

--


CU Christoph Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER!

Christoph Maercker

unread,
May 20, 2011, 10:53:57 AM5/20/11
to
Bernd Sluka wrote:
> Am besten gefällt mir die Grafik auf Seite 11 der "Studie", mit der der
> ACE die Wichtigkeit seiner Anstrengungen selbst widerlegt.

Im Gegensatz zu vielen anderen "Statistikern" kennt man beim ACE
wenigstens eine der wichtigsten Ursachen für die vielen Fahrradunfälle
bei Senioren. Wobei ich Bevölkerungsstruktur, nachlassendes
Reaktionsvermögen und abnehmende körperliche Fitness im Alter als
weitere wichtige Ursachen annehme. Ein so steiler Anstieg oberhalb der
55 ist kaum allein durch eine der genannten Ursachen zu erklären, eher
kommen noch andere hinzu.

Message has been deleted

Christoph Maercker

unread,
May 23, 2011, 7:09:30 AM5/23/11
to
Torsten Fleischmann wrote:
> Naja, 42% ist doch niedrig...

Der Bundesdurchschnitt vergangener Jahre lag niedriger, hierzugroups
geistert der Wert 34% herum, bei destatis habe ich noch nicht abgefragt.
Interessanter sind aber die Zahlen zu einzelnen Ursachen, die weichen
z.T. erheblich von mir bekannten Werten ab.

> Da an Unfällen mit Radfahrern doch mindestens einer Beteiligt sein muss
> und bei Alleinunfällen bzw. Unfällen nur zwischen Radfahrern die
> Verursacherquote glatt bei 100% liegt.

Wobei gerade bei Radfahrern viele Alleinunfälle gar nicht in die
Statistik eingehen.

> Kennt jemand die Verursacherquote von Kfz bei der selben Rechnung?

Wie hoch die Dunkelziffer bei Kfz-Unfällen ist, weiß ich auch nicht,
vermute nur, sie liegt niedriger, weil die Unfällfolgen (geknickte
Masten, kaputte Bäume, Mauern usw.) deutlicher zu sehen sind. Da gibt es
eher mal Zeugen, die sich das Kennzeichen merken, falls einer abhaut.

Message has been deleted

Christoph Maercker

unread,
May 23, 2011, 11:55:12 AM5/23/11
to
Torsten Fleischmann wrote:
> Du verstehtst nicht, warum ich selbst die 42% als niedrig ansehe.

Doch: weil es nicht nur Unfälle zwischen Fahrrädern und anderen
Fahrzeugen bzw. Fußgängern gibt, sondern auch Alleinunfälle und
Kollisionen Radfahrer-Radfahrer. Gleiches Prozedere gilt für andere
Verkehrsteilnehmer ebenso d.h. die Summe der Verursacheranteile bezogen
auf Unfälle nur einer Verkehrsteilnehmerart ist übersteigt prinzipiell >
50%. Auch der Verursacheranteil der Radfahrer an allen Fahrradunfällen
lässt sich so mühelos auf über 50% bringen, es sei denn Radfahrer
verschulden extrem wenige Unfälle mit anderen Verkehrsteilnehmer oder
die Bewertungsmaßstäbe für verschiedene Verkehrsarten sind
unterschiedlich. Da Radfahrer in etwa die gleichen Menschen sind wie
Fußgänger und Kraftfahrer, häufig sogar exakt die gleichen ;-), scheidet
die erste Ursache weitgehend aus. Bleibt noch die dritte Ursache,
Radfahren ist tatsächlich sicherer als andere Fortbewegungsarten.
Letzteres hätten wir natürlich am liebsten durch die Statistiken belegt. ;-)

>>> Da an Unfällen mit Radfahrern doch mindestens einer Beteiligt sein muss
>>> und bei Alleinunfällen bzw. Unfällen nur zwischen Radfahrern die
>>> Verursacherquote glatt bei 100% liegt.
>
>> Wobei gerade bei Radfahrern viele Alleinunfälle gar nicht in die
>> Statistik eingehen.

> Uninteressant!

Die sind von der Anzahl nicht vernachlässigbar. Sie gehen nur nicht in
die offiziellen Statistiken ein.

> Wenn es einen Unfall zwischen 2 Verkehrsteilnehmern gibt, dann ist die
> normale Verursacherwarscheinlichkeit 50/50

> Bei Unfällen mit Radfahrerbeteiligung würde ich also ca. 50%
> Verursacherquote als normal ansehen. Höher noch, weil ja Alleinunfälle
> und Unfälle zwischen Radfahrern mit in die Statistik einfließen.

Hier ergibt sich die Frage: Welcher Bezugswert wird in offiziellen
Statistiken verwendet und welcher ist sinnvoll? Müssten nicht
ausschließlich Unfälle zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern
gezählt werden, wenn man die Verursacherquoten *zwischen* ihnen
vergleichen will? Sinnvoller wäre natürlich, alle Unfälle einer
Verkehrsart zu nehmen, dann aber grundsätzlich die Quoten für *alle*
Verkehrsarten gleichermaßen anzugeben, weil ihre Summe mehr als 100%
ergibt. Letzteres ist weitgehend unbekannt!

> Die Verursacherquote durch Kfz-Führer, bei Unfällen mit Kfz Beteiligung,
> dürfte über 90% liegen.

Eben. Die Verkehrsanteile beeinflussen das Ergebnis, wenn so berechnet
wird. Deshalb meine Frage, welcher Bezugswert sinnvoll ist.

> Der Witz ist für mich, das mit den *hohen* 42% Radfahrerkontrollen
> etc. Begründet werden.

Ja, weil die Quoten für andere Verkehrsteilnehmer *nicht* genannt werden
bzw. keine Wichtung mit den Verkehrsanteilen erfolgt. Bei 100%
Autoverkehr als Extremfall wird es immer 100% Verursacherquote bei
Autofahrern geben, bei 60% ist die Wahrscheinlichkeit, mit einem anderen
Auto zu kollidieren oder selbst gegen einen Baum zu fahren allemal noch
höher als jene, mit einem Fahrrad zusammenzustoßen.

Kaí ŧeranskí

unread,
May 26, 2011, 10:56:15 AM5/26/11
to
Christoph Maercker schrieb:

> Torsten Fleischmann wrote:

>> Bei Unfällen mit Radfahrerbeteiligung würde ich also ca. 50%
>> Verursacherquote als normal ansehen. Höher noch, weil ja Alleinunfälle
>> und Unfälle zwischen Radfahrern mit in die Statistik einfließen.
>
> Hier ergibt sich die Frage: Welcher Bezugswert wird in offiziellen
> Statistiken verwendet und welcher ist sinnvoll?

Bei Radfahrern: Immer der "schlechteste", also der mit allen Unfällen
drin.

> Müssten nicht
> ausschließlich Unfälle zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern
> gezählt werden, wenn man die Verursacherquoten *zwischen* ihnen
> vergleichen will? Sinnvoller wäre natürlich, alle Unfälle einer
> Verkehrsart zu nehmen, dann aber grundsätzlich die Quoten für *alle*
> Verkehrsarten gleichermaßen anzugeben, weil ihre Summe mehr als 100%
> ergibt. Letzteres ist weitgehend unbekannt!
>
>> Die Verursacherquote durch Kfz-Führer, bei Unfällen mit Kfz Beteiligung,
>> dürfte über 90% liegen.

Dieser Wert taucht aber niemals irgendwo auf, schon gar nicht in Artikeln,
die Stimmung gegen Radfahrer machen.



> Eben. Die Verkehrsanteile beeinflussen das Ergebnis, wenn so berechnet
> wird. Deshalb meine Frage, welcher Bezugswert sinnvoll ist.

In polemischen Zusammenhängen besser nur Radfahrer / Autofahrer ,
Radfahrer / Fussgänger usw.



>> Der Witz ist für mich, das mit den *hohen* 42% Radfahrerkontrollen
>> etc. Begründet werden.
>
> Ja, weil die Quoten für andere Verkehrsteilnehmer *nicht* genannt werden
> bzw. keine Wichtung mit den Verkehrsanteilen erfolgt.

Warum die Wichtung? Es geht doch nicht um die absolute Zahl der Unfälle.


--
Kai

0 new messages