Martin Gerdes wrote:
> An dieser Stelle wären Ortskundige gefragt. Ich mache mir gern mein
> eigenes Bild, dafür brauche ich aber Information, namentlich die von Dir
> genannte. Ich habe gelegentlich Schwierigkeiten mit Angaben wie
> "stadtauswärts". Für mich leichter verständlich wäre "Große Diesdorfer
> Str. zwischen Gerhart-Hauptmann-Straße und Maxim-Gorki-Straße". Doppelt
> definiert, aber dennoch zur Sicherheit gern genommen wäre die Ergänzung:
> "... Fahrtrichtung Maxim-Gorki-Straße".
ACK, dass der Unfall so tief in der Straße passierte, habe ich auch erst
letzten Donnerstag erfahren, vgl. mein Posting vom 17.02.
<o867aj$1fk$
1...@news.albasani.net>. Der Polizeibericht nennt lediglich die
Haus-Nr. An sich eine relativ genaue Ortsangabe, nur: wer macht sich
schon die Mühe, nachzuschauen, wo Haus Nr. 17 liegt? Würde in den
Unfallberichten nicht regelmäßig die vorherige und die nachfolgende
Querstraße angegeben statt Hausnummern, hätte ich wahrscheinlich sofort
Openstreetmap etc. befragt. So habe ich "Adelheidring" + "stadtauswärts"
gelesen und daraus gefolgert, der Unfall wäre am Anfang der Diesdorfer
passiert.
>> ACK, die Fahrstreifen dürften etwa Mindestbreite 3,50 m haben.
Korrektur: lt. ADFC Magdeburg nur 2,75m.
> Das heißt: Ein Fahrzeug von 2,50 Breite kann einen Fahrradfahrer nicht
> immerhalb der Spur überholen. Das heißt weiter: Zum Überholen muß der
> Überholer die Spur wechseln. Dann ist auch das behauptete "plötzliche
> Ausscheren nach links" kein Problem.
Der Transporter hat den Fahrstreifen nur teilweise verlassen. Das belegt
die Bremsspur eindeutig:
>>> Für ein Überholmanöver hätte der Sprinterfahrer somit die Spuren
>>> komplett wechseln müssen. Das aber hat er offensichtlich nicht getan.
>
>> Obwohl es wahrscheinlich möglich war. Von Straßenbahn oder Kfz auf dem
>> linken Fahrstreifen war bisher jedenfalls nie die Rede.
> So sieht es aus.
Obendrein scheint er verdammt schnell gefahren zu sein.
>>> Aus meiner eigenen Fahrpraxis kann ich das bestätigen: Sehr häufig
>>> halten Autofahrer beim Überholen, aber auch beim Gegenverkehr Abstände
>>> nicht ein.
>> "sehr häufig" unterschreibe ich bei Engüberholern nicht, aber es kommt
>> vor und es gibt Stellen, wo es gehäuft vorkommt. Und es besteht keine
>> eindeutige oder gar lineare Abhängigkeit von der Fahrbahnbreite.
> Mein Weg zur Stadtmitte beträgt etwa 4 km (zum größten Teil
> Nebenstraßen, in der Innenstadt ampelgeregelte Hauptstraßen, wenn
> Radweg, dann separat geführt). Auf diesem Weg finden sich etwa 10
> Knotenstellen, bei denen Vorfahrt zu beachten/zu gewähren ist. Praktisch
> nie lege ich diesen Weg zurück, ohne daß mir an mindestens einer dieser
> Stellen die Vorfahrt genommen wird. Ich rechne damit und bin
> bremsbereit, schon im Interesse meines eigenen Lebens und meiner eigenen
> Gesundheit.
Vorfahrtfehler sind aber was ganz anderes als Engüberholen. Und ich muss
sagen, damit habe ich relativ selten Probleme.
> Ist die Frequenz an Vorfahrtverletzungen jetzt häufig oder selten? Man
> könnte argumentieren, 1 von 10 Fällen sei selten. Ich finde das häufig.
> Genauso das Engüberholen: Auf einer Fahrtstrecke von 10 km durch die
> Stadt mögen mich vielleicht 100 Autos überholen (Schätzung, gezählt habe
> ich sie nicht). Wenn davon einer eng überholt, wäre das 1%. Ist das
> selten oder ist das häufig?
Geschätzte 1% erlebe ich in vielen Straßen und stufe es als relativ
selten ein. Zu Unfällen deswegen kommt es offenbar so selten, dass
"Fehler beim Überholen" als Ursache für Fahrradunfälle kaum jemals
genannt wird. Diese Unfälle verschwinden ebenso wie Auffahrunfälle
regelmäßig unter Sonstige.
> Ich halte das für häufig, ich kumuliere alle solche Vorfälle und sage:
> Auf dieser für mich normalen Fahrstrecke hat es eine unfallträchtige
> Situation gegeben, bei der es ohne meine besondere Aufmerksamkeit
> gekracht hätte. Ich finde das häufig, vor allem im Vergleich dazu, daß
> ich die gleiche Strecke mit dem Auto zurücklege. Auch hier erlebe ich
> gelegentlich kritische Situationen (oder verursache sie gar selber, ich
> bin auch nur ein Mensch). Aber ich erlebe solche Situationen mit dem
> Auto deutlich seltener.
Es gibt Straßen bzw. Stellen, wo es gefühlt öfter vorkommt und
andererseits welche, wo ich es fast nie erlebe.
> So habe ich es auch gemacht. Der Einbieger hätte sich darum aber wohl
> nicht geschert. Er hat mir letztlich etwa einen Meter gelassen (zwischen
> Randstein und seinem Außenspiegel). Das ist schon reichlich knapp.
Ich habe mehrfach beobachtet, dass der Gegenverkehr ein wenig nach
rechts ausgewichen ist, wenn ich meinen Rechtsabstand *nicht* verringert
oder sogar geringfügig vergrößert habe.
>> Konsens in d.r.f. ist lediglich, dass Engüberholen erstaunlich selten
>> zu Unfällen führt.
>
> Das wohl. Erfreulich für den Radfahrer ist es dennoch nicht. Mein
> Blutdruck steigt dabei regelmäßig.
ACK, deswegen und nur deswegen thematisiere ich das überhaupt. Es
schreckt zu viele Leute ab, dort und so zu fahren, wie es sich für
Fahrzeugführer gehört.
>> Daran ändert der aktuelle Unfall wenig, obwohl es in Magdeburg schon
>> der zweite ist. Beim ersten (2015) ist der Hergang zudem bis heute
>> ziemlich unklar. Statistisch sind Überholabstand oder Auffahren als
>> Ursache von Fahrradunfällen derart selten, dass sie bisher in keinem
>> Jahresbericht ausdrücklich genannt wurden.
>
> Die Verweisung auf Radwege funktioniert.
Exakt, das ist ja das Schlimme. Nur, gab es am Unfallort keine. Dafür
fehlt der Platz.
>> Im Gegensatz zu "Fehler beim Abbiegen" oder dem Falschbegriff