Juergen <
schrei...@web.de> wrote:
> Am Sat, 4 Jun 2022 19:44:17 +0200 schrieb Gerald E?scher
>>In den 50ern wurden Fotoobjektive für Farbfilm beworben, Anfang der 70er
>>Farbfernsehantennen und Anfang der 80er digitalfeste HiFi-Lautsprecher ;-)
>>Da sind spezielle Produkte für ihhh-Beiks nur konsequent!
> Audio-CDs erreichen einen deutlich größeren Dynamik-Umfang als LPs,
> Unterschied dürfte so 40 dB betragen. Stell mir gerade vor, man hört ein
> Orgelkonzert, hat wegen einer leiseren Passage den Verstärker etwas
> weiter aufgedreht und dann kommt ein Tutti. (Oder nach einem Soli wieder
> das gesamt Orchester). Bei der LP sind es dann vielleicht + 30 dB, bei
> der CD + 80 dB bis zur Vollaussteuerung.
Das sind die technischen Grenzen, die man in normalen Wohnumgebungen
allerdings gar nicht ausnutzen kann und auch nicht ausnutzt. Auch bei
CDs wird die Dynamik absichtlich eingeschränkt, weil die Musikkonserve
sonst kaum anhörbar ist.
Ich habe hier eine Demo-CD, bei der die Dynamik nicht eingeschränkt
wurde. Es handelt sich um die Highlights CD 5 der Stereoplay. Eine
Eigenproduktion aus dem Jahr 1984. Klaviermusik, Pianist Jürgen Jakob.
Bestellnummer CD 2710005. Weiß nicht, ob es sie noch neu gibt, bei
Ebay findet man sie aber noch gebraucht:
https://www.ebay.de/sch/i.html?_nkw=stereoplay+highlights+cd+5
Zwischen dem leisesten und lautesten Stück liegen 60 dB. Das kann
man ohne Anpassung der Lautstärke in normalen Wohnräumen gar nicht
anhören. Wenn man die Musik beim leisesten Stück so laut macht, dass
Umgebungsgeräusche gerade übertönt werden, ist die Musik beim
lautesten Stück so laut, dass man Angst um seine Lautsprecher hat
oder die Nachbarn vor der Tür stehen. Und das ist nur ein Klavier,
kein Orchester.
Die CD würde ich trotzdem empfehlen, um einfach mal ein Gefühl dafür
zu bekommen, wie klein die realen Dynamikbereiche sind, die wir beim
Musikhören als angenehm und erträglich empfinden.
> Kommt dann wohl auch auf den Verstärker an, ob er noch ein sauberes
> Signal liefert oder starkt verzerrt (weiß gerade nicht, was gefährlicher
> für die Lautsprecher ist).
Verzerrungen der Verstärker sind nur für die Hochtöner gefährlich,
wegen der dabei erzeugten Oberwellen. Ansonsten ist es einfach der
nötige Membranhub, der die LS killen kann.
Das ist in dem Fall aber gar nicht das Problem. Selbst wenn die LS den
Pegel aushalten, ist die Dynamik für normale Wohnräume zu groß. Der
Grundpegel in einem ruhigen Zimmer, ohne Straßenlärm, beträgt etwa 40
bis 50 dB SPL. Wenn Du da 60 dB dazurechnest, bist Du bei 100 bis 110
dB SPL. Das entspricht der Lautstärke eines Presslufthammers oder auf
einem Rockkonzert. Siehe diverse Tabellen im web, z.B.:
https://www.hug-technik.com/schallpegel-laermpegel.html
http://www.sengpielaudio.com/TabelleDerSchallpegel.htm
Ich mache mal ein xpost und fup2 nach drmh
Grüße
Martin