Erfahrene Reiseradler und viele Alltagsradfahrer wissen, weder Plattfüße noch gebrochene Speichen sind vollkommen vermeidbar. Nur wenn eine Speiche reißt, macht die Reparatur weitaus mehr Arbeit als ein Plattfuß, außer man hat vorher zu Hause einige Notspeichen vorbereitet. Dann ist es so einfach, daß man oft nicht einmal das Laufrad ausbauen muß.
Man braucht:
ð eine gute, stabile Kneifzange
ð Nippelspanner
ð 6 Speichen
ð passende Nippel (es gibt zwei Größen)
ð Reifenheber
ð Taschenmesser
ð Isolierband
ð Kabelbinder
1. Kaufen
Drei Speichen (oder so viele, wie man für nötig hält), die 6Êmm länger sind als im Hinterrad notwendig und drei weitere, die 6Êmm länger sind als die fürs Vorderrad (manchmal hinten zwei verschiedene Längen).
2. Herstellung
Mit der Kneifzange wird der Speichenkopf möglichst knapp abgekniffen bzw. entfernt, so daß ein leichter, Lðförmiger Bogen stehenbleibt. Nun wird die Speiche wie auf dem Photo gebogen. Greife sie mit der Zange unterhalb des Originalbogens. Die Zangenbacken werden die Speiche etwas eindrücken, aber nicht richtig beschädigen, wenn man nicht zu fest drückt.
Biege die Speiche mit der Hand zurück, so daß ein weiterer 90ÊGradðBogen entsteht. Wenn eine Ersatzradnabe vorhanden ist, kann die Speiche noch perfekter zurechtgebogen werden, indem man sie in das Speichenloch steckt und die Speiche gegen den Flansch drückt.
Es ist darauf zu achten, daß die Länge der Speiche gemessen vom Anfang des Gewindes bis zur ersten Biegung genau der Länge entspricht, die im Laufrad montiert ist!
3. Transport
Befestige die Speiche mit Kabelbindern an der Innenseite der Gepäckträgerstrebe mit dem Gewinde nach unten. Führe die Nippel separat im Gepäck mit, damit sie nicht unterwegs losrappeln können.
4. Speichenbruch
Wenn dann unterwegs eine Speiche bricht, entferne sie (außer dem Nippel). Meistens bricht sie in der Nähe des Flanschs. Sollte das in der Nabe verbleibende Stück länger sein, knipse es mit einer Zange ab und drücke das Ende mit der neuen Speiche heraus. Dies kann besonders auf der Zahnkranzseite schwierig sein, ist aber es in der Regel zu schaffen.
5. Notspeichenð Einbau
Setze die Notspeiche in das frei gewordene Nabenloch. Versuche dabei stets das Speichenmuster einzuhalten (Kopf innen oder außen). Wenn es nicht klappt, führe die Speiche anders herum ein. Auch dieses wird funktionieren. Flechte die Notspeiche durch die anderen, in dem du dich an dem Schema der Nachbarspeichen orientierst. Die meisten Laufräder sind dreifach eingespeicht. Unter den beiden ersten hindurch und über die dritte oder umgekehrt. Wenn du neue Nippel für die Notspeiche brauchst (weil der alte Nipp
el rund gedreht ist), verfahre weiter wie unter 6. beschrieben. Andernfalls verbinde die Notspeiche mit dem in der Felge verbliebenen alten Nippel, den du nun mit einem Speichenschlüssel im Uhrzeigersinn anziehst. Dann verfahre weiter wie unter Punkt 7 beschrieben.
6. Nippelð Austausch
Um einen neuen Nippel zu montieren, lasse die Luft aus dem Reifen. Drehe das Laufrad bis der Nippel oben liegt. Schiebe den Reifen zur Seite (mit den Reifenhebern) bis das Felgenband sichtbar wird. Wenn es aus Gummi ist, braucht man es nur zur Seite zu schieben, den alten Nippel herauszudrücken und den neuen hineingleiten zu lassen. Wenn es sich um ein geklebtes oder KunststoffðFelgenband handelt, zerschneide es mit dem Taschenmesser, nehme es zur Seite, wechsle den Nippel und schiebe es zurück an seinen P
latz. Verbinde es wieder mit einem Streifen Isolierband.
7. Spannen und Nachzentrieren
Um die neue Speiche schnell auf Spannung zu bekommen, schlage die Speiche an und höre, ob sie den gleichen Klang hat wie die anderen. Drehe den Speichennippel der Notspeiche langsam fester, bis es den gleichen Ton ergibt. In der Regel ist das Gewinde der Notspeiche dann nicht mehr sichtbar. Eventuell ist noch leichtes Nachzentrieren erforderlich. Je schlechter die Felgenqualität und je länger die mit defekter Speiche zurückgelegte Fahrstrecke ist, desto größer ist die enstandene Felgenunwucht.
8. Finish
Notspeichen haben eine erstaunliche Haltbarkeit. Trotzdem sollte sie baldmöglichst durch konventionelle Speichen ersetzt werden (Wenn das Wetter wieder besser geworden ist, der eventuell erforderliche Schraubstock greifbar, die Werkstatt in der Nähe ist...)
Der Text stammt aus einer amerikanischen Radzeitung
Übersetzung und Bearbeitung Sybille Weber, Bochum
[ueber Notspeichen (ohne Kopf)]
> Der Text stammt aus einer amerikanischen Radzeitung
> Übersetzung und Bearbeitung Sybille Weber, Bochum
Leider gibt es gute Gruende diesen Rat nicht zu volgen, denn Speichen
sind prinzipiell Zugelemente die Biegung nicht vertragen koennen.
Obwohl sie sich relativ steiff anfuehlen sind Speichen eher weich
gegen Biegung im Rahmen der Zugkraefte unter denen sie arbeiten.
Speichenbrueche entstehen hauptsaechlich dadurch, dass sich restliche
Biegespannungen oder Verformungsspannungen nach dem Einspeichen uebrig
geblieben sind. Normalerweise haengen diese Zugkraefte am
Speichenkopff, gelindert durch die Kurve der Kroepfung.
Die Verwendung kopfloser Speichen verlaesst sich darauf, dass die
Biegesteifigkeit des Drahtes die Spiche nicht aus dem Flanschloch
herausrutschen laesst. Erstens haelt das schon gar nicht lang mit
einem einigermassen gut gespanntem Rad und zweitens bricht die Speiche
an der beanspruchten Kruemmung ab weil sie mit jeder Radumdrehung und
obendrein jeder Erschuetterung von der Strasse sich elastisch und
ermeudend verbiegt.
Das diese art Speiche nicht vom Hersteller angeboten wird sollte schon
ein Hinweis sein, dass mit der Notespeiche etwas nicht ganz in ordnung
ist. Fuer den jenigen der sich noch nicht damit befasst hat aber
schon einen hinter-dem-Freiluaf Speichenbruch erlebt hat sieht diese
Loesung erfreulich aus. Es ist aber nur eine Scheinloesung.
Jobst Brandt <jbr...@hpl.hp.com>
>Volker Wiciok schreibt:
>[ueber Notspeichen (ohne Kopf)]
>> Der Text stammt aus einer amerikanischen Radzeitung
>> Übersetzung und Bearbeitung Sybille Weber, Bochum
>Leider gibt es gute Gruende diesen Rat nicht zu volgen, denn Speichen
>sind prinzipiell Zugelemente die Biegung nicht vertragen koennen.
>[...]
>Die Verwendung kopfloser Speichen verlaesst sich darauf, dass die
>Biegesteifigkeit des Drahtes die Spiche nicht aus dem Flanschloch
>herausrutschen laesst. Erstens haelt das schon gar nicht lang mit
>einem einigermassen gut gespanntem Rad und zweitens bricht die Speiche
>an der beanspruchten Kruemmung ab weil sie mit jeder Radumdrehung und
>obendrein jeder Erschuetterung von der Strasse sich elastisch und
>ermeudend verbiegt.
>Das diese art Speiche nicht vom Hersteller angeboten wird sollte schon
>ein Hinweis sein, [...]
Was hältst Du denn von den Z-gekröpften Speichen von Prym?
(Typ Cw)
Durch deren zweite Biegung kann sich die Speiche doch gegen den
Flansch abstützen und wird eben nich hin- und hergebogen.
Die Firma wirbt sogar mit vermindertem Bruchrisiko.
Clemens
Clemens Dr e (uzs...@ibm.rhrz.uni-bonn.de)
Et si j'etais ne en 17 a Leidenstadt
Sur les ruines d'un chmap de bataille
Aurais-je ete meilleur ou pire que ces gens
Si j'avais ete allemand? (J.J.Goldmann)
Ich hatte mal zwei gebrochene Speichen am (nicht mehr ganz neuen)
Hinterrad rechts und es ist mir nicht einmal mit dem Schlagschrauber
gelungen, den Zahnkranz loszudrehen. (Ich wüßte nicht, ob in einer
Werkstatt noch effektivere Methoden zur Verfügung stehen.) Ergo: Neues
Hinterrad? Kommt dann, wenn die Notspeichen auch kaputt gehen (bis
jetzt noch nicht).
Ich habe den Ursprungsartikel nicht mitbekommen, aber um welche Sorte
ging es jetzt: Diese:
|
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\
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oder diese
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| |
\/
Das Argument mit der wechselnden Biegebeanspruchung kann ich bei den
S-förmigen nachvollziehen, bei den U-förmigen weniger - da müßte nach
meinem Verständnis eine wechselnde reine Zugbelastung auftreten, das
sollte aber nicht so schlimm sein. Wodurch unterscheidet sich
eigentlich das konventionelle Knopf-Ende in dieser Hinsicht vom
U-förmigen?
olaf
--
___ Olaf...@inka.de or @{stud,informatik}.uni-karlsruhe.de ____
__ o <URL:http://www.inka.de/~bigred/> <IRC:praetorius>
__/<_ >> Just as long as the wheels keep on turning round
_)>(_)______________ I will live for the groove 'til the sun goes down << ____
Du meintest am 23.03.95 zum Thema
"Re: Notspeichen, so geht哀":
j>Die Verwendung kopfloser Speichen verlaesst sich darauf, dass die
j>Biegesteifigkeit des Drahtes die Spiche nicht aus dem Flanschloch
j>herausrutschen laesst. Erstens haelt das schon gar nicht lang mit
j>einem einigermassen gut gespanntem Rad und zweitens bricht die Speiche
j>an der beanspruchten Kruemmung ab weil sie mit jeder Radumdrehung und
j>obendrein jeder Erschuetterung von der Strasse sich elastisch und
j>ermeudend verbiegt.
Naja, das schlimmste, das passieren kann, ist, dass die Speiche halt
wieder kaputt ist.
Guido
...
:-)Hinterrad rechts und es ist mir nicht einmal mit dem Schlagschrauber
:-)gelungen, den Zahnkranz loszudrehen. (Ich wüßte nicht, ob in einer
:-)Werkstatt noch effektivere Methoden zur Verfügung stehen.)
....
Ob Du das als effektiver ansiehst, weiss ich nicht, aber als mein
(auszuwechselnder wg. Zahnausfall) Schraubkranz nicht mehr abging hat die
Werkstatt das Ding erst mal am Rad zerlegt und dann am Innenstueck ein
Stueck Eisen angeschweisst und damit dann den Rest des Kranzes
runtergekriegt.
Der Kranz ueberlebt das natuerlich nicht, aber das Hinterrad ist jetzt
wieder im Einsatz (mit neuem Kranz).
Gruss
Markus
P.S. Zugegeben, zum Ersetzen von ein oder zwei gebrochenen Speichen
erscheint mir dies auch etwas extrem, solange es _irgendeine_ andere
Moeglichkeit gibt.
Ich habe einmal gehört, es gäbe Notspeichen, die nicht steif sind,
sondern eher Seilartig biegsam. Die kann man dann auch nachträglich
einziehen und damit noch ein paar 100 km fahren.
Stimmt das und kann man die Lösung gebrauchen?
Mich interessiert das ja schon, weil ich eigentlich gerne in dünner
besiedelten Gegenden unterwegs bin, wo der Weg zum nächsten Händler
weit sein kann.
|| b...@ix.urz.uni-heidelberg.de |ä| o ||
|| Karl Brodowsky |ö| ___ /\ ||
|| |ü| |oo \ _`\ `_ ||
|| |ß| -(*)----(*)/ (*) ||
> Hinterrad rechts und es ist mir nicht einmal mit dem Schlagschrauber
> gelungen, den Zahnkranz loszudrehen. (Ich wüßte nicht, ob in einer
> Werkstatt noch effektivere Methoden zur Verfügung stehen.)
Ich habe schon viele nichtloesbare Freilauefe abgezogen mit dem
richtigen Wekzeug und abwechselnder richtung des Drehhebels. An
solchen wo die Eingriffstelle des Abziehers baschaedigt war habe ich
den Freilaufkonus geloest um den Aussenkoerper zu entfernen und den
Innenkoerper mit einer Rohrzange abzuziehen. Dabei wurde das Stueck
nicht einmal funktionsbeschaedigt.
Jobst Brandt <jbr...@hpl.hp.com>
> Was hältst Du denn von den Z-gekröpften Speichen von Prym?
> (Typ Cw) Durch deren zweite Biegung kann sich die Speiche doch gegen
> den Flansch abstützen und wird eben nich hin- und hergebogen.
> Die Firma wirbt sogar mit vermindertem Bruchrisiko.
Sie werden sich vorarbeiten, so dass sie die erste Kruemmung in biegung
belasten um einen Dauerbruch zu verursachen. Wenn die speichen fest
gespannt sind kann sich die Speiche teilweise heraus walken bis ihre
spannung nachleasst.
Jobst Brandt <jbr...@hpl.hp.com>
B> Ich habe einmal gehört, es gäbe Notspeichen, die nicht steif sind,
B> sondern eher Seilartig biegsam. Die kann man dann auch nachträglich
B> einziehen und damit noch ein paar 100 km fahren.
B>
B> Stimmt das und kann man die Lösung gebrauchen?
richtig, es sind recht starke 3mm Stahldrähte/Seile. Sie lassen sich
selbst auf der Ritzelseite problemlos einziehen. Geht ruck-zuck und haben
enorme Kraft zum spannen. Nutze ich aber auch nur für die Ritzel
Seite.
Vor der Fahrt besorgen und schon auf die nötige Länge schneiden. Nicht
jeder hat einen Seitenschneider in der Wildnis dabei. Dann kann auch
die Muffe -die in der Speiche hängt- schon mal an das Gewinde gewöhnt
werden ;-) Ist während der Reise mit kalten Fingern nicht so toll.
In Schweden wollte mir ein Radladen das Teil doch tatsächlich mit der
Zange aus der Felge entfernen.. sachen gibts.
Ich hatte ein höllandisches Fabrikat, welches sehr kräftig ist und
sich klein verpacken läßt. Man kann es klein zusammenrollen.
mfg. FLUSE Hagen/Westfalen
--
// THE_DOT V2.14c1 Regist. //
> :-)Hinterrad rechts und es ist mir nicht einmal mit dem
> Schlagschrauber :-)gelungen, den Zahnkranz loszudrehen. (Ich wuesste
> nicht, ob in einer :-)Werkstatt noch effektivere Methoden zur
> Verfuegung stehen.) ....
>
> Ob Du das als effektiver ansiehst, weiss ich nicht, aber als mein
> (auszuwechselnder wg. Zahnausfall) Schraubkranz nicht mehr abging
> hat die Werkstatt das Ding erst mal am Rad zerlegt und dann am
> Innenstueck ein Stueck Eisen angeschweisst und damit dann den Rest
> des Kranzes runtergekriegt.
> Der Kranz ueberlebt das natuerlich nicht, aber das Hinterrad ist
> jetzt wieder im Einsatz (mit neuem Kranz).
Speichen sind im Mittelteil hoffnungslos ueberdimensioniert! Ich
habe schon haeufiger bei aehnlichen Faellen die Speiche mit
biegen und zerren ersetzt. Einzelne Exemplare mit Wellen sehen im
Laufrad zwar nicht so klasse aus, halten aber genauso gut. Nur
knicken sollte man sie nicht.
Gruss
Tobias :)
Man braucht aber trotzdem eine Flach- oder Kombizange, um sie zu
spannen. Man muß das Gewindeende festhalten, sonst verdreht es sich.
>>Ich habe einmal gehört, es gäbe Notspeichen, die nicht steif sind,
>>sondern eher Seilartig biegsam. Die kann man dann auch nachträglich
>>einziehen und damit noch ein paar 100 km fahren.
>>Stimmt das und kann man die Lösung gebrauchen?
Ich kenne die von Simson (NL-Firma). Sind prinzipiell tauglich, auch in
schlechter Umgebung. Man muß nur dran denken, beim Einspeichen mit einer Zange
das Seil festzuhalten, da sich sonst beim Nippelspannen die ganze Konstruktion
verwindet und abschert. Ausserdem sollte man bei Hochflanschnaben darauf achten,
daß das Gewinde noch lang genug ist, wenn man die Speiche abgelängt hat.
Zumindest früher hat es dann nicht mehr gelangt.
Michael
--
Michael Vinzenz m...@cuckoo.freinet.de
Reichenberger Strasse 5
78052 VS-Villingen Germany
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