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Fahrradhelm - #KopfEntscheidung in Unterfranken - belastbare Zahlen?

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Juergen

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Apr 24, 2021, 5:11:30 AM4/24/21
to
Die Unterfränkische Polizei startet eine Helm-Kampagne.

Promo(i)-Video:
https://www.polizei.bayern.de/content/3/2/6/5/7/0/kopfentscheidung_hq.mp4

Pressemitteilung:
https://www.polizei.bayern.de/unterfranken/schuetzenvorbeugen/verkehr/index.html/327188

Viele konkrete Zahlen kann ich dabei nicht finden. Letztlich nur diese:

15 % mehr Fahrradunfälle 2020 in Unterfranken, die Hälfte der
Verunglückten trug keinen Helm, 2019 und 2020 waren 9 von 13 getöteten
Radfahrern in Unterfranken ohne Helm unterwegs.

Letzteres sagt meiner Meinung nicht viel aus.

Dann wird noch Prof. Dr. med. Ralf-Ingo Ernestus, Direktor der
Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums
Würzburg zitiert: "Der Fahrradhelm kann keinen Unfall verhindern, aber
er schützt vor schweren Kopf- und Gehirnverletzungen."

Geplant sind 17 Präventionsveranstaltungen und über 40
Radfahrer-Kontrollaktionen. Auch wenn ich glaube, dass sich das auf
Städte und proppevolle touristische Radwege konzentrieren wird,
irgendwie ist mir meine Zeit zu Schade für sinnlose Diskussionen mit
Polizisten.

Thomas Sçhlueter

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Apr 24, 2021, 5:39:55 AM4/24/21
to
Juergen schrieb am Samstag, 24. April 2021 um 11:11:30 UTC+2:

> 15 % mehr Fahrradunfälle 2020 in Unterfranken, die Hälfte der
> Verunglückten trug keinen Helm, 2019 und 2020 waren 9 von 13 getöteten
> Radfahrern in Unterfranken ohne Helm unterwegs.
>
> Letzteres sagt meiner Meinung nicht viel aus.

Die BASt gibt an, dass die Helmquote auf der Straße derzeit bei knapp 20%
liegt. Die Zahlen besagen also durchaus viel, nämlich dass:
-Helmträger erheblich öfter verunfallen als Nichthelmträger.
-auch die Quote der Helmträger unter den Todesopfern noch weit über der
Straßenquote liegt.

Quintessenz: Helme erhöhen das Unfallrisiko, und selbst wenn es eine
Schutzwirkung beim Aufprall des Kopfes gibt, ist sie so gering, dass sie das
durch das gestiegene Unfallrisiko vergrößerte Kopfverletzungsrisiko
nicht vollständig zu kompensieren vermag.

Also Finger weg vom Fahrradhelm.

Tom

Juergen

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Apr 24, 2021, 8:08:16 AM4/24/21
to
Am Sat, 24 Apr 2021 02:39:54 -0700 (PDT) schrieb Thomas Sçhlueter
<gross...@email.com> zum Thema "Re: Fahrradhelm - #KopfEntscheidung
in Unterfranken - belastbare Zahlen?":
Und Du meinst, das lässt sich in einer Diskussion Polizisten vermitteln,
die im Zweifelsfall nur in einer kurzen internen Schulung darauf
gebrieft wurden, für das Helmtragen zu werben? Ich habe da erhebliche
Zweifel.

Sepp Ruf

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Apr 24, 2021, 8:53:16 AM4/24/21
to
Am 24.04.2021 um 11:39 schrieb Thomas Sçhlueter:
> Juergen schrieb am Samstag, 24. April 2021 um 11:11:30 UTC+2:

[Laut dem unterfränkischen Polizeipräsidenten Gerhard Kallert muss die
Helmträger-Quote unbedingt verbessert werden – auch gerade im Hinblick auf
die steigende Zahl an [Emofa]-Fahrern.]

"Unbedingt"? Ach so, also nix Kopfentscheidung, sondern billiger Vorsatz!

Vielleicht ist es ja wieder so: Eine Sonderkonjunktur fuer Radfahren wird
(fuer FUD) genutzt, um nach ihrem zu erwartenden Abflauen eine vermeintliche
Wirksamkeit der Massnahme praesentieren zu koennen. Diesen statistischen
Taschenspielertrick kennen wir bereits zu genuege von Regierungsbuetteln.

>> 15 % mehr Fahrradunfälle 2020 in Unterfranken, die Hälfte der
>> Verunglückten trug keinen Helm, 2019 und 2020 waren 9 von 13 getöteten
>> Radfahrern in Unterfranken ohne Helm unterwegs.
>>
>> Letzteres sagt meiner Meinung nicht viel aus.

Mindestens 10,85 von 13 waren sogar ohne Moske unterwegs !!1

> Die BASt gibt an, dass die Helmquote auf der Straße derzeit bei knapp 20%
> liegt. Die Zahlen besagen also durchaus viel, nämlich dass:
> -Helmträger erheblich öfter verunfallen als Nichthelmträger.
> -auch die Quote der Helmträger unter den Todesopfern noch weit über der
> Straßenquote liegt.
>
> Quintessenz: Helme erhöhen das Unfallrisiko, und selbst wenn es eine
> Schutzwirkung beim Aufprall des Kopfes gibt, ist sie so gering, dass sie das
> durch das gestiegene Unfallrisiko vergrößerte Kopfverletzungsrisiko
> nicht vollständig zu kompensieren vermag.

Fuer Rueckfragen:
Prof. Dr. med. Ralf-Ingo Ernestus
Klinikdirektor Neurochirurgie
E-Mail: ernes...@ukw.de

Seine Frau ist uebrigens Leitende Oberaerztin am dortigen Pathologischen
Institut. Vermutlich liest auch sie sie lieber Thriller von leHm-Kollege
Tsokos, als ungebeten C19-Totenscheinbetruegereien aufzudecken.

> Also Finger weg vom Fahrradhelm.

Welche Flugblatt-Vorlage haben regionale adfc-Aktivisten von Dir angefragt,
um sie zwecks weniger bauchbasierter Aufklaerung zu verteilen? /scherz


--
[X] Helmpflicht in Airbagdosen jetzt!
<https://www.br.de/nachrichten/bayern/74-jaehriger-stirbt-nach-verkehrsunfall-bei-eggolsheim>

Wolfgang Strobl

unread,
Apr 26, 2021, 4:33:16 AM4/26/21
to
Am Sat, 24 Apr 2021 14:08:14 +0200 schrieb Juergen
<schrei...@web.de>:
Es kommt wohl sehr auf die Situation an. In einer Situation, in der man
"Beteiligter" ist, gibt sich kein vernünftiger Mensch eine Blöße, indem
er eine Position vertritt, die erklärungsbedürftig ist. Aber es gibt ja
auch andere.

Konkret, wenn du in der Fussgängerzone auf einem Pedal rollernd
angehalten wirst, während links und rechts mit hohem Tempo Autos
vorbeifahren, ist es nicht zielführend, auf eine Provokation wie "...
Helm tragen Sie auch nicht??" anzuspringen.

Einem Polizisten hingegen, der lieber in der Grundschule oder auf dem
Marktplatz schlechte Vorträge über "sicheres Radfahren" hält als Streife
zu laufen, mal ein wenig über die Grundlagen der schließenden Statistik
zu erzählen, ist risikoärmer und nützlicher, vor allem, wenn Publikum da
ist. Man sollte dann aber seine Fakten parat haben. Wobei man sich nicht
auf Statistik zu beschränken braucht. "Sie haben da so einen
wunderschönen Helm an, obwohl sie hier nur am Tisch stehen und sich
festhalten können - ziehen sie den immer an, etwa wenn sie freihändig
eine Treppe hochsteigen? Oder die obligate Frage nach dem Autohelm. Hier
muss man unverfroren genug sein, die Strategien der Gegenseite zu
kopieren, etwa "... glauben sie ernsthaft, dass Kopfverletzungen bei
Unfällen im Auto gar nicht mehr vorkommen? Dann sollten sie mal einen
Unfallmediziner befragen ...".
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen

Chr. Maercker

unread,
Apr 26, 2021, 1:34:46 PM4/26/21
to
Thomas Sçhlueter wrote:
> Die BASt gibt an, dass die Helmquote auf der Straße derzeit bei knapp 20%
> liegt. Die Zahlen besagen also durchaus viel, nämlich dass:
> -Helmträger erheblich öfter verunfallen als Nichthelmträger.
> -auch die Quote der Helmträger unter den Todesopfern noch weit über der
> Straßenquote liegt.

Bis hierher ACK.

> Quintessenz: Helme erhöhen das Unfallrisiko,

... oder Leute, die öfter Unfälle bauen, tragen bevorzugt Helm.
Wurde hierzugroups mehrfach diskutiert: es ist gut möglich, dass unter
den Helmträgern mehr Leute sind, die häufiger Fehler als andere machen,
die zu Unfällen führen, z.B. Vorfahrtfehler, zu geringer Rechtsabstand
oder Geisterradeln.

> und selbst wenn es eine
> Schutzwirkung beim Aufprall des Kopfes gibt, ist sie so gering, dass sie das
> durch das gestiegene Unfallrisiko vergrößerte Kopfverletzungsrisiko
> nicht vollständig zu kompensieren vermag.

Bekanntlich beschränkt sich die Schutzwirkung von Fahrradhelmen auf
nicht mal 20 km/h. So schnell fahren selbst Radwegnutzer aus der o.g.
Gruppe gelegentlich, hinzu kommt das Fahrtempo der Unfallgegener.

--


CU Chr. Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER! Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.

Tomas Graser

unread,
Apr 27, 2021, 1:40:09 PM4/27/21
to
Am 26.04.21 um 19:34 schrieb Chr. Maercker:
> es ist gut möglich, dass unter
> den Helmträgern mehr Leute sind, die häufiger Fehler als andere machen,
> die zu Unfällen führen

Das lässt sich m.E. genauer fassen: die Fahrer mit lausigen Kompetenzen
ahnen um ihren Zustand und versuchen sich irgendwie abzusichern.
Die bequemste Lösung ist eben die [allseits akzeptierte] Scheinlösung.
Permanent aktiv wach zu sein wäre dagegen anstrengend.

Sepp Ruf

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Apr 27, 2021, 3:03:21 PM4/27/21
to
Am 27.04.2021 um 19:40 schrieb Tomas Graser:
> Am 26.04.21 um 19:34 schrieb Chr. Maercker:
>> es ist gut möglich, dass unter
>> den Helmträgern mehr Leute sind, die häufiger Fehler als andere machen,

> Das lässt sich m.E. genauer fassen: die Fahrer mit lausigen Kompetenzen
> ahnen um ihren Zustand und versuchen sich irgendwie abzusichern.
> Die bequemste Lösung ist eben die [allseits akzeptierte] Scheinlösung.
> Permanent aktiv wach zu sein wäre dagegen anstrengend.

Aktenzeichen XY, erster Fall, geschaut?
SCNR.


--
<https://www.monticello.org/site/blog-and-community/posts/eternal-vigilance>
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