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Drachen und Sicherheit (bitte achtet darauf!)

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Thomas Friebe

unread,
Apr 15, 2001, 5:43:28 PM4/15/01
to
Hallo NG!

Auch wenn ich eigentlich nicht mehr hier posten wollte, so sehe ich doch
hier und heute Anlass genug, mich in diesem Forum zu Wort zu melden, da
ich weiß, daß hier viele mitlesen.

Gestern war ich auf dem für mich ersten Drachenfest in diesem Jahr. Die
Stimmung war gut, wenn auch das Wetter nicht so recht mitspielte. Etliche
Drachen waren am Himmel, auch große Teile. Der Wind hatte so um die 4-6
bft.

In einer Böe von gewaltiger Stärke riß sich am späten Nachmittag so ein
Großdrachen los. Und er riß nicht im Seil, sondern die Bodenanker wurden
herausgezogen und sausten, Geschossen gleich, über die Wiese.

Da ich mit Freunden gerade auf dem Feld stand, sahen wir den Drachen
abtreiben. Ich drehte mich um und konnte meinen Kopf durch eine reine
Reflexbewegung noch zur Seite bringen. Mein Freund hatte weniger Glück,
er liegt jetzt mit einem doppelten Kiefernbruch im Krankenhaus!

Für die nächsten 6 Wochen kann er sich aus der Schnabeltasse ernähren,
hat 2 Operationen vor sich, behält mit Sicherheit eine Narbe im Gesicht
(ich habe das Loch gesehen, konnte seine Zähne hindurch sehen), fällt in
seiner Tätigkeit aus und hat jede Menge Ärger.

Ich will hier kein
Moralapostel sein und auch keinem Unvermögen in der Benutzung seiner
Drachen unterstellen aber es sollte sich jeder Einzelne doch im Klaren
darüber sein, daß so ein herausgerissener Bodenanker ein Geschoß
darstellt, welches die schlimmsten Folgen haben kann und in diesem Falle
auch hatte. Bitte überprüft eure Schnüre und Bodenanker, bevor ihr sie
auf einem Drachenfest benutzt.
Und wenn der Wind zuviel wird, dann nehmt besser die Drachen herunter.

Meiner Meinung nach sollte in solchen Fällen eher die Schnur reißen, auch
wenn man danach 1 km oder weiter seinem Drachen hinterherlaufen muß. Aber
eine Schnur hat nicht solche fatalen Folgen wie ein 60er oder 80er
Winkeleisen von etwa 60cm Länge (wie in diesem Fall), wenn es einen
(völlig unbeteiligten) Kopf trifft! Nicht auszudenken, was passiert
wäre, wenn das gleiche Geschoß auf dessen Hinterkopf oder ins Auge
geflogen wäre!!!! Es hätte jeden treffen können!

Bitte schaut auf den von euch besuchten Drachenfesten auch mal zu euren
Nachbarn rüber und macht sie evtl. darauf aufmerksam, falls euch das
verwendete Equipment zu klein erscheint, denn das sollte hoffentlich das
letzte Mal gewesen sein, daß so etwas passiert ist.

Die Drachen, von denen wir hier sprechen sind keine Spielzeuge, darüber
sollte sich jeder im Klaren sein!

Ein Lenkdrachenflieger hat die Schnüre in der Hand, er kann meist noch
etwas machen, aber diese Dinger sind nicht mehr mit den Händen zu
beherrschen!
Ein Buggyfahrer, der sich mit einem überpowerten Schirm die Knochen
bricht, war sich der Gefahr (mehr oder weniger) bewußt. Ein Unbeteiligter
aber, der auf dem Feld irgendwo steht, ahnt nicht einmal die Gefahr, die
da auf ihn zukommt!

Den Lenkdrachenpiloten kann ich nur raten, sich in Windrichtung hinter
die Standdrachen zu stellen, da man (so wir wir gestern) überhaupt nicht
auf so etwas gefasst ist und man nie weiß, ob der/die Einleiner hinter
einem wirklich ausreichend gesichert sind.

Mir ist das jedenfalls eine Lehre, um Haaresbreite hätte ich den
Bodenanker auf den Schädel bekommen und dann hätte ich mit ziemlicher
Sicherheit diese Zeilen hier nicht mehr schreiben können und meine
Familie hätte sich nach einem neuen Papa umschauen können.

Bitte bitte, nehmt euch das zu Herzen.

Kommentare, auch die blöden wie "der kann ja aufpassen" etc. könnt ihr an
meine Mailadresse schicken.


Ciao sagt
Thomas Friebe

--
***Drachenchat im IRC dienstags und freitags ab 21:00 unter #kites.de
\!/
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| http://I.am/kiteman http://go.to/Friebe http://Friebe.here.de |
+---------------------------------------------------------------------+

Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 16, 2001, 4:45:16 AM4/16/01
to
Hi Thomas,

[...]

> Bitte bitte, nehmt euch das zu Herzen.
>
> Kommentare, auch die blöden wie "der kann ja aufpassen" etc. könnt ihr an
> meine Mailadresse schicken.

Das wirst Du hoffentlich nicht hören.
Ich jedenfalls danke Dir für die eindringliche Schilderung und Mahnung,
und ich wünsche Deinem Freund baldige und möglichst wenig schmerzvolle
Genesung!
Auch wenn der Anlass sehr traurig ist, ich finde es gut, dass Du uns
alle daran erinnerst, dass auch Drachenfliegen Risiken birgt. Das
vergisst man leicht einmal, wenn man ehrlich zu sich ist.

Ausser Leinenbrüchen und dem besagten Kilometer-Marsch zum einsammeln
der Trümmerstücke ist mir Gott sei Dank noch nichts schlimmes passiert.
Just in Titz letztes Jahr (auch sehr sehr böiger Wind) hat sich mein
grosser Rokkaku davongemacht. Der Anker war so ein
Meter-Erdungsbohranker-Teil, über den viele gelächelt und gewitzelt
haben, als ich ihn über die Wiese schleppte. Hätte ich den kleinen
Boots-Schraubanker in den Matsch damals gesetzt, wäre der vielleicht
auch mit fliegen gegangen. Tatsächlich habe ich meinen dicken Brummer
(den Anker meine ich) aufgrund der Witzeleien seither meist zu Hause
gelassen (ausser für die Windräder), in Zukunft kommt er wieder mit.

Unterstützen möchte ich auch im Besonderen Deinen Hinweis auf die
Leinenstärke: nach diesen Erfahrungen ist wohl ein Tick zu leicht besser
als umgekehrt.

Lenkdrachen-Leute und Buggy-Fahrer (wir selbst haben auch Lenkdrachen
und fahren Buggy) solltest Du in Deiner Mahnung aber auch nicht von
Deiner Mahnung ausnehmen, da hab ich auch schon genug Beinahe-Unfälle
beobachtet, auch von "erfahrenen" Fliegern bzw. -Fahrern, an einschlägig
bekannten und gut besuchten Stränden z.B.

Was mich nun tatsächlich sehr interessieren würde: Wieviel hält
eigentlich welcher Ankertyp in welchem Grund? Hat das mal jemand
getestet? Wieviele Kilogramm Zug bringt man selbst zu Stande, wenn man
am Anker zieht mit allem was drin ist? Keinen Dunst. Ich würde schätzen
so eben das Körpergewicht, aber vielleicht sinds auch nur 40 Kg???

Ich selbst fände so einen Test einmal sehr interessant und wäre bereit
da mitzumachen.
Vielleicht findet sich hier jemand, der eine dicke Federwaage (so zum
Vieh-Wiegen) hat oder besorgen kann. 1x Wiese, 1xAcker, 1xStrand, Anker
in verschiedenen Winkeln, dicke Leine, Auto dran und Gas geben. Müsste
doch zumindest Anhaltspunkte ergeben, und wenn die Leine nicht zu kurz
ist, sollte auch das Auto keinen Schaden nehmen ;-)

Na, vielleicht wäre so ein Test eher "akademisch" anzusehen oder einfach
nur blödsinnig.
Was meint Ihr?

Viele Grüsse us Kölle
Andreas

der sich über das Scheiss-Wetter ärgert, weil gerade ein neuer Drachen
fertig ist und der nicht Jungfern-geflogen werden kann :-((


Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 16, 2001, 4:56:02 AM4/16/01
to
Hallo alle,

anlässlich des von Thomas geschilderten Unfalls eine Frage:

Könnte man nicht ein "Release"-System verwenden zur zusätzlichen
Sicherung von Ankern? Sicherheitsschäkel mit Reissleine, die an einem
zweiten (leichteren) Anker befestigt ist. Flugleine klinkt aus, wenn
sich der Haupt-Anker verabschiedet.
Hat jemand so etwas schon im Einsatz oder Erfahrungen damit?

Und noch eine Frage: Hat jemand von Euch schon Erfahrungen mit
herausgezogenen Ankern gemacht? Eine Schilderung solcher Begebenheiten
fände ich interessant, vielleicht kann man ja daraus lernen. Ich habe
als newcomer recht wenig Erfahrung mit Bodenankern.

Viele Grüsse
Andreas

Lalle

unread,
Apr 16, 2001, 5:09:11 AM4/16/01
to
> Ich jedenfalls danke Dir für die eindringliche Schilderung und Mahnung,
> und ich wünsche Deinem Freund baldige und möglichst wenig schmerzvolle
> Genesung!
> Auch wenn der Anlass sehr traurig ist, ich finde es gut, dass Du uns
> alle daran erinnerst, dass auch Drachenfliegen Risiken birgt. Das
> vergisst man leicht einmal, wenn man ehrlich zu sich ist.

Dem kann ich mich nur anschliessen!

> Ich selbst fände so einen Test einmal sehr interessant und wäre bereit
> da mitzumachen.
> Vielleicht findet sich hier jemand, der eine dicke Federwaage (so zum
> Vieh-Wiegen) hat oder besorgen kann. 1x Wiese, 1xAcker, 1xStrand, Anker
> in verschiedenen Winkeln, dicke Leine, Auto dran und Gas geben. Müsste
> doch zumindest Anhaltspunkte ergeben, und wenn die Leine nicht zu kurz
> ist, sollte auch das Auto keinen Schaden nehmen ;-)
>
> Na, vielleicht wäre so ein Test eher "akademisch" anzusehen oder einfach
> nur blödsinnig.
> Was meint Ihr?

Sehr sinnvoll, das wäre mal ein Test, der in einem Drachenmagazin wirklich
Sinn machen würde!
Aber ob das mit dem Auto so sinnvoll wäre, wage ich zu bezweifeln, denn die
Belastung / Zug müßte ja in einem entsprechenden Winkel angesetzt werden,
oder fliegen Deine Drachen in Bodennähe ? ;-)

Naja, vielleicht liest es ja jemand von den Magazinen und bringt wirklich
den Test *hoff*

Cu
Lalle


Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 16, 2001, 6:35:17 AM4/16/01
to
Hi,

> Sehr sinnvoll, das wäre mal ein Test, der in einem Drachenmagazin wirklich
> Sinn machen würde!
> Aber ob das mit dem Auto so sinnvoll wäre, wage ich zu bezweifeln, denn die
> Belastung / Zug müßte ja in einem entsprechenden Winkel angesetzt werden,
> oder fliegen Deine Drachen in Bodennähe ? ;-)

Stimmt, man müsste sich da was überlegen. Hatte ich zu kurz gedacht.
Vielleicht eine Winsch/Winde, dann wäre der Zug auch eher konstant und
leichter zu kontrollieren. Vielleicht vom WoMo-Dach aus, Turnmatte zum
Schutz des Fahrzeugs ....

> Naja, vielleicht liest es ja jemand von den Magazinen und bringt wirklich
> den Test *hoff*

Aber warum das den Drachenmagazinen überlassen? Haben die da irgendeine
Kompetenz, die "einfache" Drachenleute nicht haben? Unter uns gibts doch
sicher auch Leute die von Werkstoffen, Belastungen, Statik, Aerodynamik
und wasweissich Ahnung haben, sei es beruflich oder durch gesunden
Menschenverstand und Praxiserfahrung?
Meldet Euch, ich bin gerne bereit so einen Test zu organisieren, alleine
gehts nicht.

Können wir das nicht selbst auch durchführen? Schliesslich gibts ja noch
das Internet für die Veröffentlichung. Zwei, drei, vier Leutchen würden
doch reichen. Wer macht mit?

Viele Grüsse us Kölle
Andreas -realnamesfreueneinen- Weber
;-))

André Leipner

unread,
Apr 16, 2001, 5:29:48 AM4/16/01
to
sowas ist schon traurig...

Danke für die Warnung und gute Besserung für deinen Freund.

Nur leider wird diese Warnung nur innerhalb dieser NG gelesen und evtl. auch
noch ein paar Bekannten erzählt, aber die Masse wird davon nix erfahren und
der papa wird ahnungslos mit seinem kleinen kind auf nen drachenfest gehen
und ...

Vielleicht solltet Ihr daher an einer großen überregionalen Zeitung
herantreten und denen das schildern, so das die das auf die Titelseite
bringen können und jeder, wirklich jeder gewarnt wird.

vielleicht auch an Günter Jauch (Stern-RTL) schreiben, so das dies im
Fernsehen gebracht wird.

!!! Das Ist Wirklich Sau Ernst Gemeint !!!

Nur mal zur Anregung, man könnte doch auch mehrere Bodenanker verwenden,
oder?

mal etwas anderes:
Hier in Berlin ist ein schon älterer Mensch auf die Idee gekommen, den
Fallschirm (BW und mit etwas größere Ausmaße), den er geschenkt bekommen
hat, mal zu testen. Es muß aber gesagt sein, das ich ihn schon mit sehr
schönen selbstgebauten Einleinern gesehen habe. Mächtig Gewaltig. Es muß ihm
aber bewußt gewesen sein, das da Bodenanker, egal in welcher Form und Anzahl
auch immer, nichts nützen. Daher hat er das Ding kurzerhand an seinen VW Bus
drangehängt (am Abschlebbhaken *kopfschüttel*). Ich war leider nicht dabei,
und habe es auch nur über nen Kumpel erfahren (den Fallschirm habe ich aber
schonmal gesehen). Es war ein stürmischer, recht böhiger Wind an dem Tag.
Naja, wie gesagt, das Ding an den Abschlepphaken und los gings. Soll recht
amüsant anzuschauen gewesen sein, wie der Fallschirm dann den Bus über den
ganzen Acker gezogen hat. :-)))
Es ist aber nix passiert, außer das der Fallschirm ein paar leinen lassen
mußte. Wurde von den anderen Drachenfliegern kurzerhand durchgeschnitten.
Wie sonst hält man so ein Gefährt auch auf ?!? Und der Eigentümer hat
vielleicht ein Teater um seinen schönen Fallschirm gemacht. Seitdem habe ich
ihn auch nicht mehr gesehen *wunder*.

--
AL (B)

Vava Luna

unread,
Apr 16, 2001, 6:20:36 AM4/16/01
to
Im Artikel <1ery9nx.pk5eev10iyqy6N%awe...@webercard.de>, awe...@webercard.de
(Dr. Andreas Weber) schreibt:

>Na, vielleicht wäre so ein Test eher "akademisch" anzusehen oder einfach
>nur blödsinnig.
>Was meint Ihr?

Weiss nich, ich hab keinen Erdanker, aber haengt das nich davon ab, in welchem
Winkel sowas zum Drachen in der Erde steckte. In Richtung zum Drachen isser
wohl schneller drausen, als in Richtung vom Drachen weg? Die Heringe beim
zelten steckste ja auch in Richtung vom Zelt weg.

Mein einzigster Einleiner is`n richtiger zwo Meter grosser Chinadrachen mit`m
Kopf und Zaehnen und nem langem Schwanz :-)

Tschau,
Vava
--
Bewegung ist ihm ein Beduerfnis. Wird es nicht erfuellt, verkuemmert der
Mensch, Ersatzhandlungen greifen um sich - Rauchen, Saufen, Fressen, Kaufen.
Bekannte Merkmale des "modernen Menschen".

Rudi Holzberger

Uwe Bartzsch

unread,
Apr 16, 2001, 7:06:06 AM4/16/01
to

"Dr. Andreas Weber" <awe...@webercard.de> schrieb im Newsbeitrag
news:1ery9nx.pk5eev10iyqy6N%awe...@webercard.de...
> Hi Thomas,
>
> [...]
>
[Snip]

> Ich selbst fände so einen Test einmal sehr interessant und wäre bereit
> da mitzumachen.
> Vielleicht findet sich hier jemand, der eine dicke Federwaage (so zum
> Vieh-Wiegen) hat oder besorgen kann. 1x Wiese, 1xAcker, 1xStrand, Anker
> in verschiedenen Winkeln, dicke Leine, Auto dran und Gas geben. Müsste
> doch zumindest Anhaltspunkte ergeben, und wenn die Leine nicht zu kurz
> ist, sollte auch das Auto keinen Schaden nehmen ;-)

Klingt ganz interessant, aber etwas möchte ich ergänzen. Den Zeitpunkt des
Tests!! Hängt der Drachen schon 'ne Weile am Anker ist der unter Umständen schon
gelockert und fliegt bei Belastung eher weg als einer , der eben erst gesetzt
wurde.
Außerdem ist wahrscheinlich die "An"Fahrweise und damit der Krafteintrag nicht
zu reproduzieren. Vielleicht sollte man mal so eine Waage in die Leine einbauen
und die Zugkraft des Drachens protokollieren ( Anschwellen und Abschwellen bei
Böen usw.).

Gruß Uwe

Michael Stegherr

unread,
Apr 16, 2001, 7:59:05 AM4/16/01
to
"Dr. Andreas Weber" schrieb:

> Na, vielleicht wäre so ein Test eher "akademisch" anzusehen oder einfach
> nur blödsinnig.
> Was meint Ihr?

Hallo Andreas, hallo Newsgroup,

sorry - aber den Test würde ich wirklich blödsinnig finden. Die
Haltbarkeit eines Ankers im Boden ist zwar sicherlich von der Bauart des
Ankers abhängig. Viel entscheidender ist aber die Bodenbeschaffenheit.
Ist der Boden trocken hält der Anker ganz anders, wie in feuchtem Boden.
Zudem ist interessant, ob es sich um einen eher lehmigen oder Kies-Boden
handelt. Durch eine Tabelle, die eine Aussage über die Haltbarkeit der
Anker im Boden trifft, würde man den Drachenfliegern die eigene
Verantwortung (scheinbar) abnehmen.

Ich denke, die Wahl des Ankers ist und bleibt Gefühlssache. Der einzige
Weg, der Sicherheit bringen kann, ist der, dass jeder einzelne
Drachenflieger seinen Anker gewissenhaft auswählt, seine Wahl -
besonders bei veränderten Windverhältnissen - ständig überprüft und auch
ein offenes Auge für die anderen Drachenflieger hat. Wenn bei denen
Gefahr lauert, ist dann auch dort schnell einzuschreiten - auch wenn es
einen scheinbar nichts angeht!

Zudem sollte man andere Drachenflieger informieren, wenn selbst an deren
Befestigung manipuliert hat - dazu fallen mir zwei Begebenheiten ein.
Auf einem Drachenfest habe ich selbst beobachtet, wie ein Drachenflieger
über den Bodenanker eines anderen gestolpert ist. Ohne weitere Notiz zu
nehmen, ist er weitergegangen. Eigentlich hätte ihm klar sein müssen,
dass er durch seine Krafteinwirkung den Anker gelockert haben könnte. Da
wäre zumindest eine Überprüfung angebracht gewesen (das habe ich dann
getan, weil ich es zufällig beobachtet habe).

Die zweite Unart, die ich beobachtet habe, war, dass ein Einleinerpilot
seinen Drachen einfach an den Bodenanker eines anderen mit befestigt
hatte. Später erfuhr ich, dass der Eigentümer darüber erst durch einen
dritten informiert wurde. Auch dieses Verhalten finde ich
verantwortungslos. Ich denke, ich werde darauf auf den kommenden
Drachenfesten besonders acht geben und hoffe, dass mit mir noch viele
darauf achten, möglichst viele Unfallgefahren bei unseren Hobby zu
vermeiden.

Wenig sinnvoll finde ich große Medienaktionen, wie die vorgeschlagene
Stern-TV Kampagne. Ich denke, das würde unseren Sport in ein falsches
Licht bringen. So gefährlich ist es nun wirklich nicht, was wir tun. Ich
denke, dass eine solche Aktion nur Flugverbote und anderes hervorbringen
würde und es den Veranstaltern von Drachenfesten noch schwieriger
gemacht werden würde, die nötigen Genehmigungen einzuholen. Das kann
nicht in unserem Sinne sein!

Wir selbst sind für unser Handeln verantwortlich und wenn jeder auf sich
selbst und sein Umfeld achtet, sollten Unfälle wie dieser weiterhin
Einzelfälle bleiben. Dem Verletzten - er ist in dieser Newgroup kein
Unbekannter - wünsche ich auch auf diesem Wege eine gute und hoffentlich
sehr schnelle Besserung und freue mich schon darauf, ihn bald wieder auf
einem Drachenfest zu treffen!

--
Viele Grüße
Michael

_____________________________________

Michael Stegherr's Drachenseiten:
http://drachen.sport-aktiv.de
_____________________________________
FDB

Ralf Smaga

unread,
Apr 16, 2001, 8:33:05 AM4/16/01
to
Hallo NG !
Das klingt ja alles sehr schön von der eigenen Verantwortung,
aber geh doch mal auf der Wiese zu einem Drachenflieger
und sag ihm, hallo, ich glaube dein Bodenanker ist wohl ein
bisschen zu klein.Was du da zu hören bekommst daß geht dich
einen Schei......dreck an oder kümmer dich um deinen Schei..
wenn du den Einleinerpiloten überhaupt findest und er nicht
gerade am Bierstand oder sonstwo herum läuft.
--
More Wind for Cody
Ralf
WWW.smaga.de

Ulrich Cziollek

unread,
Apr 16, 2001, 10:30:46 AM4/16/01
to
Hallo NG,
zwei weitere Erlebnisse zu diesem Thema:
Einem Freund ist vor zwei Jahren in Fanö ein kleiner Fallschirmen mit zwei
Bodenanker abgeflogen. Schaden zwischen 10- und 20.000,- DM -mehrere Autos
mussten neu lackiert und verglast werden -keine Personenschäden.
Beim gleichen Festival haben ich erlebt, dass ein -offensichtlich
unerfahrener Flieger zwei Bowls an mit Sand gefüllten Postsäcken befestigte.
Diese sind dann auch gut in Richtung Ferienhäuser mit den Säcken
abmarschiert. Nur der Tatsache, dass eine Bowl zusammenfiel und wir mit vier
Mann (Mann heißt hier keine Leichtgewichte) auf den Säcken saßen, war es zu
verdanken, dass das "Gefährt" noch vor den Dünen zum stehen kam.
mit windigen Grüßen
Ulrich
"Thomas Friebe" <Drachenfest...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9bd4m5$8rc3j$1...@ID-28183.news.dfncis.de...

Lalle

unread,
Apr 16, 2001, 12:04:36 PM4/16/01
to
> > Sehr sinnvoll, das wäre mal ein Test, der in einem Drachenmagazin
wirklich
> > Sinn machen würde
> > Naja, vielleicht liest es ja jemand von den Magazinen und bringt
wirklich
> > den Test *hoff*
>
> Aber warum das den Drachenmagazinen überlassen? Haben die da irgendeine
> Kompetenz, die "einfache" Drachenleute nicht haben? Unter uns gibts doch
> sicher auch Leute die von Werkstoffen, Belastungen, Statik, Aerodynamik
> und wasweissich Ahnung haben, sei es beruflich oder durch gesunden
> Menschenverstand und Praxiserfahrung?
> Können wir das nicht selbst auch durchführen? Schliesslich gibts ja noch
> das Internet für die Veröffentlichung. Zwei, drei, vier Leutchen würden
> doch reichen. Wer macht mit?

Zum einen haben die mehr Geld im Hintergrund, um sowas professionell
aufzuziehen, die können auch sehr viel einfacher "mal eben" Strand, Wiese,
Acker, lehmig, sandig etc. austesten.

Aber der meines Erachtens wichtigere Grund ist die Weitergabe und
Veröffentlichung der Ergebnisse.
Nicht jeder hat einen Internetzugang, und nich selbst von denen mit Zugang
wird jeder diese NG lesen. Und es "nur" auf diese NG zu beschränken, und die
Hoffnung, daß es in lokalen Drachenclubs etc weitererzählt wird, halte ich
für wenig effektiv.

Aber vorstellbar wäre ja auch eine Kooperation?!

CU
Lalle
*derimmersoheißt*
;-)


Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 16, 2001, 1:36:30 PM4/16/01
to
Hi Michael,

> sorry - aber den Test würde ich wirklich blödsinnig finden.

Das sorry ist hier unnötig, ich habe die Frage bewust so gestellt, da
ich mir selbst unsicher bin, ob so ein Test etwas bringen würde. Also
Danke für die offene Antwort :-)

> Die
> Haltbarkeit eines Ankers im Boden ist zwar sicherlich von der Bauart des
> Ankers abhängig. Viel entscheidender ist aber die Bodenbeschaffenheit.
> Ist der Boden trocken hält der Anker ganz anders, wie in feuchtem Boden.
> Zudem ist interessant, ob es sich um einen eher lehmigen oder Kies-Boden
> handelt. Durch eine Tabelle, die eine Aussage über die Haltbarkeit der
> Anker im Boden trifft, würde man den Drachenfliegern die eigene
> Verantwortung (scheinbar) abnehmen.

Diese Gefahr besteht natürlich, aber die besteht bei jedem Tip den man
gibt ("Ist ein Sitztrapez mit Panikauslöser sicherer als ein
Rückengurt?" und ähnlcihe Dinke aus drd oder anderen Foren).

Auch hast Du sicher recht, was die Bodenbeschaffenheit anbelangt. Dies
könnte man aber bei durchdachter Planung einbeziehen. Und was ist denn
mit den Intscheniören, TÜVlern, THWlern etc. Hat hier keiner
Connections? Die haben doch sicher auch Richtlinien für
Bodenanker-Abspannungen von irgendwelchen mobilen Kontstruktionen
(Bierzelt, Achterbahn, Behelfsbrücken, portable Sendemasten (Hallo
Amateurfunker ;-)) etc.pp).

Auf der anderen Seite würde mich einfach die "Grössenordnung" der
Anker-Haltbarkeit interessieren. Sind es bei einem Viertelzoll, 40cm
Stahlbolzen 10, 50 oder 100 Kg, sind es beim Erdungsbohranker 100, 200
oder 1000 Kg??? Da habe ich nicht einmal einen Anhaltspunkt.

> Ich denke, die Wahl des Ankers ist und bleibt Gefühlssache. Der einzige
> Weg, der Sicherheit bringen kann, ist der, dass jeder einzelne
> Drachenflieger seinen Anker gewissenhaft auswählt, seine Wahl -
> besonders bei veränderten Windverhältnissen - ständig überprüft und auch
> ein offenes Auge für die anderen Drachenflieger hat. Wenn bei denen
> Gefahr lauert, ist dann auch dort schnell einzuschreiten - auch wenn es
> einen scheinbar nichts angeht!

Volle Zustimmung. Letztendlich muss natürlich jeder selbst Verantwortung
zeigen. Dennoch mag es sich als nützlich erweisen Erfahrungen aus so
einem Test zu ziehen. Vielleicht gibt es die eine oder andere
Überraschung. Was jeder damit dann macht, nun das ist auch
Selbstverantwortung.

Aber ich glaube mir wäre es vielleicht auch zu "heiss" so eine Tabelle
zu veröffentlichen wenn ich mir es recht überlege. Wer weiss was dann
auf einen zukommt.

Na jedenfalls werde ich bei Gelegenheit einmal eigene Versuche machen,
auf meine Verantwortung und aus meinem persönlichen Interesse heraus.
Bin schon gespannt ...

Wie würdest Du die Brauchbarkeit eines "Release" -Systems sehen? Würde
mich interessieren. Könnten hierzu die "alten" Einleiner-Freaks etwas
sagen?

Weisst Du, ich wollte einfach mit meine Posting versuchen, aus dem
scheiss Unfall irgend etwas halbwegs positives und konkretes
herauszuziehen. Dein Appell an die Selbstverantwortung ist richtig und
in jedem Falle auch notwendig, allerdings befürchte ich, dass er, wie
meist leider, nur zum einen Ohr rein und zum anderen raus geht.

Vielleicht hilft wenigsten die Erinnerung an den Unfall, für die nächste
Zeit zu etwas mehr Umsicht auf der Drachenwiese.

In diesem Sinne viele Grüsse
Andreas

Michael Stegherr

unread,
Apr 16, 2001, 11:39:01 AM4/16/01
to
Ralf Smaga schrieb:

> Das klingt ja alles sehr schön von der eigenen Verantwortung,
> aber geh doch mal auf der Wiese zu einem Drachenflieger
> und sag ihm, hallo, ich glaube dein Bodenanker ist wohl ein
> bisschen zu klein.Was du da zu hören bekommst daß geht dich
> einen Schei......dreck an oder kümmer dich um deinen Schei..
> wenn du den Einleinerpiloten überhaupt findest und er nicht
> gerade am Bierstand oder sonstwo herum läuft.


... genau das habe ich auch mit Eigenverantwortung und Verantwortung für
den Nächsten gemeint - vielleicht denken jetzt einige mal wieder drüber
nach!

Tobias Westphal

unread,
Apr 16, 2001, 4:20:55 PM4/16/01
to
Hi,
ich habe bislang kaum Erfahrungen mit Bodenankern, aber ich habe einen
Rok mit nur einem Meter Höhe an einen Spiralbodenanker am Strand
gebunden. Die Leine hatte eine Bruchlast von nur 15 kp und der Drachen
hat schon sehr am Bodenanker gerüttelt, obwohl der fast koplett (heißt
bis GANZ oben hin) eingedreht war. Ich schätze, daß bei ca 20 kp Zug in
einem Winkel von über 60° Der Anker rausgekommen wäre.
Der gleiche Anker in lehmigem, feuchtem Ackerboden saß so fest, daß ich
ihn kaum bewegen konnte, geschweigedenn rausziehen. Ich kann zwar nicht
gut schätzen, aber ich denke, daß der 150 kp massig standgehalten hätte.
Ein Tabelle wäre also sehr sinnvoll. Vielleicht halten unterschiedliche
Arten von Ankern auch unter verschiedenen Bedingungen unterschiedlich
gut. Zum Beispiel hält ein Spiralförmiger Anker wahrscheinlich mehr Zug
bei großen Steigfinkeln aus. An solchen Untersuchungen würde ich auch
mitwirken. Wer solche Tabellen nicht abkann, weil er sich bevormundet
fühlt, soll gefälligst nicht reinschauen!!!
Die Messungen unter verschiedenen Winkeln könnte man relativ
unkompliziert verwirklichen:


Drachen
\
\
\
O Umlenkrolle (am Auto)
/ `.
______ / `.
__/ Auto \ / `.
-0-----O-- `/ Bodenanker


Wenn der Zug vom Drachen nicht zu stark wird, kann man mit der
Entfernung des Autos vom Bodenanker den Winkel der Flugleine variieren,
wobei der Zug vom Drachen aber immer gleich bleibt. Vielleicht finden
sich ja ein paar Leute zum Verwirklichen der Idee.

Eine kleine Geschichte habe ich noch. In Husum habe ich einen Typen
kennengelernt, der einen 6-Meter Gestängedrachen hatte. Da man den ja
nicht so einfach fliegen kann, hat er sich mit Gurtzeug an dem Drachen
festgebunden, und das Gurtzeug an einem Bodenanker befestigt. Da ich da
noch Anfänger war, war ich fasziniert von den Tampen und dem Bodenanker,
aber trotzdem hat sich der Bodenanker losgerissen und ist dem Typen ins
Kreuz geknallt. Sein Abgang ging mit ein paar Bodenberührungen ca 200
Meter weit über die Wiese und hörte erst auf, als der Drachen in einem
See notgewassert hat. Wenn so ein Moster auf der Erde aufkommt und nicht
sofort flachliegt, wird der Pilot immer weiter hinterhergeschleift.
Deshalb habe ich in meinem Drachenladen auch den Rat bekommen, mich
NIEMALS an Drachen festzubinden. Wie ich gelesen habe, soll es aber so
eine Art Notauslöser geben. Vielleicht kann jemand etwas darüber
berichten. Das aber nur nebenbei.
Also, tolle Idee mit der Tabelle!
Meine Mailaddresse ist übrigens mitlerweile 05136893...@t-online.de
Also denne, man liest sich, MfG Tobias

Michael Stegherr

unread,
Apr 16, 2001, 4:30:50 PM4/16/01
to
"Dr. Andreas Weber" schrieb:

> Weisst Du, ich wollte einfach mit meine Posting versuchen, aus dem
> scheiss Unfall irgend etwas halbwegs positives und konkretes
> herauszuziehen. Dein Appell an die Selbstverantwortung ist richtig und
> in jedem Falle auch notwendig, allerdings befürchte ich, dass er, wie
> meist leider, nur zum einen Ohr rein und zum anderen raus geht.

Hallo Andreas,

Du hast sicher auch recht, aber ich will denjenigen, die selbst nicht
bereit sind, für die Sicherheit ihres Materials zu sorgen, nicht auch
noch ein Papier in die Hand geben, das fälschlicherweise als Beleg für
die Sicherheit einer bestimmten Vorgehensweise ausgelegt werden kann.

Ein Bericht an geeigneter Stelle (z.B. im Kite-Workshop) der über die
Gefahren und häufigen Irrtümer (z.B. ein Drachen ist an einem
KFZ-Abschlepphaken sicher befestigt) aufklärt, wäre aber sicherlich sehr
gut.

Alle Drachenflieger sollten für die relativ wenigen aber nicht geringen
Gefahren unseres Sportes sensibilisiert werden - ohne Panik zu machen -
damit schlimme Unfälle, wie der geschilderte, nicht mehr vorkommen!

Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 17, 2001, 4:39:45 AM4/17/01
to
Hi Vava,

> In Richtung zum Drachen isser
> wohl schneller drausen, als in Richtung vom Drachen weg? Die Heringe beim
> zelten steckste ja auch in Richtung vom Zelt weg.

Exakt so isses. Anscheinend gibts aber viele "Grossstadtcowboys" die
früher nie "beim Zelten" waren, nach allem was man auf einer
durchschnittlichen Drachenwiese so alles sieht. Anker bolzgerade, 1
Drittel im Boden, 2 Drittel draussen und den Drachen an die Spitze
geknotet. Wenn wunderts dann wenn er fliegen geht - der Anker.

> Mein einzigster Einleiner is`n richtiger zwo Meter grosser Chinadrachen mit`m
> Kopf und Zaehnen und nem langem Schwanz :-)

Na wenn er so bissig ist wie das klingt, fliegt man den wohl besser nur
aus der Hand ;-))

Viele Grüsse
Andreas

Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 17, 2001, 4:39:46 AM4/17/01
to
Hi Michael,

> Ein Bericht an geeigneter Stelle (z.B. im Kite-Workshop)

Das wäre vielleicht eine Möglichkeit. oder als FAQ oder in Form von
Erfahrungsberichten mehrerer Leute. Dann kann jeder an Informationen
rausziehen was er braucht und will.

> der über die
> Gefahren und häufigen Irrtümer (z.B. ein Drachen ist an einem
> KFZ-Abschlepphaken sicher befestigt) aufklärt, wäre aber sicherlich sehr
> gut.

Da haben wir schon eines der Probleme. Manche schwören eben auf den
Abschlepphaken am Strand. Ein LKW-Fahrer hat mir gestern zu dieser
Technik gesagt, dies funktioniert nur sicher wenn der Drachen nach vorne
zieht (Aufbau der Handbremse, Bremswirkung nur ausreichend in
Fahrtrichtung) und ggf. die Räder in eine geschaufelte Mulde parkt.
Das sind also alles Dinge die verschieden gesehen werden können und bei
denen es drauf ankommt WIE man es macht.

Also vielleicht wirklich eher ein Artikel über das "Wie". Anker 90 Grad
zum Flugwinkel des Drachens oder mehr (?), Anker mind. 80% einschlagen,
keine "Korkenzieher", vernünftiger Schäkel oder Karabiner zum Belegen
etc. Ein "How-To" eben.

> Alle Drachenflieger sollten für die relativ wenigen aber nicht geringen
> Gefahren unseres Sportes sensibilisiert werden - ohne Panik zu machen -
> damit schlimme Unfälle, wie der geschilderte, nicht mehr vorkommen!

Yep, genau dies fände ich auch wichtig. Informationen geben unterstützt
die Sensibilisierung vielleicht.

Bis denne
Andreas

Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 17, 2001, 4:39:44 AM4/17/01
to
Hi Lalle,

> Zum einen haben die mehr Geld im Hintergrund, um sowas professionell
> aufzuziehen, die können auch sehr viel einfacher "mal eben" Strand, Wiese,
> Acker, lehmig, sandig etc. austesten.

Mmmh. Also ich kenne keinen Redakteur einschlägiger (Print-)
Drachenmagazine persönlich. Da mich aber ein bischen im Verlagswesen
auskenne, vermute ich, dass diese auch nicht gerade auf Rosen gebettet
sind (finanziell). Ich hab ja auch nix gegen Magazine, kauf sie ja auch
selber, bin mir nur nicht sicher, ob für die so etwas interessant genug
ist. Der Aufwand für einen Artikel wäre hier vergleichsweise hoch.

> Nicht jeder hat einen Internetzugang, und nich selbst von denen mit Zugang
> wird jeder diese NG lesen. Und es "nur" auf diese NG zu beschränken, und die
> Hoffnung, daß es in lokalen Drachenclubs etc weitererzählt wird, halte ich
> für wenig effektiv.

Dies kann ich schwer beurteilen. NG alleine bringt sicher nicht viel. Es
gibt aber sehr viele private Homepages, Vereinsseiten und neuerdings
auch ein deutsches e-zine. Eine Artikel eines Verlages steht eben nur im
Magazin und sonst nirgens, aus verständlichen Gründen. Ein Artikel von
"Drachenmenschen" eher privater Natur könnte im Gegensatz dazu an
verschiedenen Stellen veröffentlicht werden.


>
> Aber vorstellbar wäre ja auch eine Kooperation?!

Klar wäre die vorstellbar. Nur eben: Das Copyright verhindert eine
Verbreitung über den Leserkreis einer Zeitschrift hinaus, es sei denn,
es wird ausdrücklich eine freie Weitergabe vereinbart. Wäre von mir aus
o.k., aber die Frage ist was die Magazine davon halten. Als Herausgeber
einer Zeitschrift, die schliesslich verkauft werden muss, würde ich
selbst mir jedenfalls sehr schwer damit tun. Aber mal sehen, vielleicht
meldet sich ja jemand.

> *derimmersoheißt*
> ;-)

Na dann is ja gut :-))

Best wishes
Andreas

Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 17, 2001, 4:39:47 AM4/17/01
to
Hallo Tobias,

> ich habe bislang kaum Erfahrungen mit Bodenankern, aber ich habe einen
> Rok mit nur einem Meter Höhe an einen Spiralbodenanker am Strand
> gebunden. Die Leine hatte eine Bruchlast von nur 15 kp und der Drachen
> hat schon sehr am Bodenanker gerüttelt, obwohl der fast koplett (heißt
> bis GANZ oben hin) eingedreht war.

Das "Rütteln" ist ein wichtiger Punkt für die Haltbarkeit, besonders im
Sand. Ich verwende aber eigentlich keine Korkenzieher mehr. In weichem
Boden habe ich das Gefühl, dass dieser durch das eindrehen eher mehr
gräbt und damit den Boden weiter lockert. Allerdings habe auch ich
einmal einen Korkenzieher nur durch ausgraben wieder herausbekommen,
nachdem der Griff abgedreht war! Ich trau den Dingern nicht, ausser für
"Meter"-Drachen.

> An solchen Untersuchungen würde ich auch
> mitwirken.

Das wäre fein.
Ob mans als Tabelle macht weiss nicht. Michael hat schon irgendwie
recht, dass so eine Tabelle leicht dazu verführt, sich keine eigenen
Gedanken mehr zu machen. Womöglich aber als "HowTo". Also "wie" schlage
ich eine Anker ein etc. Das klingt zwar trivial, aber nach allem was man
sieht, waren nicht alle früher mal "Zelten".

> Drachen
> \
> \
> \
> O Umlenkrolle (am Auto)
> / `.
> ______ / `.
> __/ Auto \ / `.
> -0-----O-- `/ Bodenanker
>

Wenn ich die Zeichnung richtig deute, wäre dies eine Möglichkeit den Zug
bestimmter Drachen bei verschiedenen Steigwinkeln zu messen (Die Rolle,
i.e.S. deren Befestigung) nimmt natürlich auch einen guten Teil der
Kraft auf, je nach Winkel. Was mir vorschwebt ist eher Einen Zugtest
mit Winde oder ähnlichem. Auto wäre vielleicht doch nicht so gut.
Entweder drehen die Räder durch, oder es gibt einen mächtigen Ruck wenn
man einiges an Lose in der Leine lässt.

Also was man bracht ist 1. eine Winde (so ein Hebelteil) und 2. eine
geeignete Waage. Beides habbich leider nicht.

Aber da kann man ja mal probieren an einem Schönen Tag. Dies täte auch
meinem seit 2 Jahren brachliegendem "wissenschaftlichen Spieltrieb" gut
;-))

Natürlich wäre auch wichtig einmal herauszufinden, wieviel Drachen
eigentlich wirklich ziehen. Und zwar durchschnittlich und in Spitzen.
Die (Steuer-) Leinen meiner 5m Peel zum Buggyfahren haben eine
Belastbarkeit von 180Kp. Würde die im Schnitt soviel ziehen, würde ich
mit Buggy bis England fliegen. Andererseits sind die Leinen sicher nicht
überdimensioniert, da kurzzeitig durchaus solche Belastungen auftreten
können. Nur: Wieviel ist es eben bei x qm Fläche und y m/s, Knoten,
Beaufort Windstärke?? Wie wirkt sich die Form des Drachens aus? Fragen
über Fragen.
Ich hab mal irgendwo etwas theoretisches über Kräfte beim Drachen
gelesen, finde es aber nicht mehr. Kennt jemand eine Page wo so etwas
steht?


> Eine kleine Geschichte habe ich noch. In Husum habe ich einen Typen
> kennengelernt, der einen 6-Meter Gestängedrachen hatte. Da man den ja
> nicht so einfach fliegen kann, hat er sich mit Gurtzeug an dem Drachen
> festgebunden, und das Gurtzeug an einem Bodenanker befestigt.

Aechz, da wirds natürlich gefährlich, ist aber bei einem grossen
Lenkdrachen nur so möglich (Dieses Rückhaltesystem gibts sogar
kommerziell zu kaufen). Es sei denn man sitzt in einem Buggy ;-). Dort
sind Trapeze Gang und gebe, aber dort gibts auch manchmal Blessuren und
Brüche (bei uns gott sei Dank noch nicht). Nur: Ein Buggy-Fahrer oder
Lenkdrachenflieger der sich festlascht weiss (oder sollte es wissen),
worauf er sich einlässt. Bekomm ich eins übergezogen, darf ich dann
eigentlich nicht jammern. Das heisst jammern schon, aber nicht beklagen
(ausser über die eigene Dummheit). Ist eben wie beim Skifahren o.ä.

Ich sehe eher die Gefahr für "unbeteiligte" Zuschauer, die einfach nicht
wissen wie gefährlich Drachen (Ein- UND Mehrleiner) sein können.

Weiss denn ein Sonntagsspaziergänger, der sich auf ein Drachenfest
verirrt WO er stehen sollte und wo nicht??? Ich glaube die Wenigsten.
Man denke nur an die Kids, die mit Begeisterung versuchen Bowls zu
"fangen"! Schauder!

Insofern wäre natürlich eine Aufklärung der Besucher von Drachenfesten
über Sicherheit genauso wichtig wie die Umsicht der Drachenflieger
selbst.
Ich habe noch nie auf einem Drachenfest eine Tafel oder so gesehen, mit
Sicherheitshinweisen für die *Besucher* ("Steht immer hinter dem
Piloten", Spaziert nicht über Leinen, Haltet Abstand zu Windrädern
etc.). Oder gibts das irgendwo? Könnte man doch als nette Bildertafel
gestalten (Lesen tut eh keiner!)
Wäre dass nicht eine Anregung für Organisatoren? Na vielleicht wäre so
etwas aber auch Marketingtechnisch nicht sehr werbewirksam ;-).

> Deshalb habe ich in meinem Drachenladen auch den Rat bekommen, mich
> NIEMALS an Drachen festzubinden. Wie ich gelesen habe, soll es aber so
> eine Art Notauslöser geben. Vielleicht kann jemand etwas darüber
> berichten. Das aber nur nebenbei.

Manchmal muss man sich eben festbinden (siehe oben). Panikauslöser
funktionieren nur in den seltensten Fällen. Wenn man bäuchlings über den
Strand schleift, kommt man eh nicht an den Karabiner, bzw. den Bändsel
der den Haken öffnet, ran, der auf dem Bauch sitzt!
Also besser: Nicht überpowern, es sei denn, man will es wissen oder es
muss einfach einmal sein ;-)

> Meine Mailaddresse ist übrigens mitlerweile 05136893...@t-online.de

Und Deine telefonnummer auch ;-) Lehrte oder Burgdorf?
Im Header des Postings steht deine email doch vernünftig drin. Oder hat
t-offline nu wieder den Service "verbessert" ;-))

Hprinzler

unread,
Apr 17, 2001, 4:58:49 AM4/17/01
to
Im Artikel <1eryb8x.15qbairprx9yN%awe...@webercard.de>, awe...@webercard.de
(Dr. Andreas Weber) schreibt:

>Und noch eine Frage: Hat jemand von Euch schon Erfahrungen mit


>herausgezogenen Ankern gemacht? Eine Schilderung solcher Begebenheiten
>fände ich interessant, vielleicht kann man ja daraus lernen. Ich habe
>als newcomer recht wenig Erfahrung mit Bodenankern.

1.
In Burhave 1999 flog gegen unseren Wohnwagen ein Schraubanker, der von einer
Bol mit etwa 2m Durchmesser aus der Grasnarbe (!) gezogen wurde. Bols sind ein
besonderer Fall: Durch das Hin und Her wird der Bodenanker solange in
verschiedenen Richtungen gezogen, bis er total lose ist.

2.
In Berck sur Mer 2000 ist ein BW-Bodenanker geplatzt. Wieder war es eine Bol.

3.
Auf Fanö 2000 wurde ein BW-Bodenanker auf fast 90 Grad abgewinkelt, obwohl er
komplett eingedreht war. Ratet mal, was an dem Bodenaker hing.

4.
Mir wurde berichtet, daß auf Fanö 1999 ein BW-Bodenanker durch die Luft flog
und mehrere Autos beschädigte.

Das noch nicht mehr Personen zu schaden gekommen sind, ist reines Glück. Es
gehört sehr viel Mut dazu, bei zu starkem Wind, den Drachen nicht auszupacken
oder einzuholen. Aber viele müssen erst durch Erfahrungen lernen.

Meine Empfehlungen sind Sandsäcke. Die werden über den Strand gezogen, anstatt
wie Geschosse durch die Luft zu fliegen. Merkt man, daß die Verankerung nicht
reicht, dann kann man noch rechtzeitig reagieren. Schwieriger wird es auf der
Wiese. Dort wäre eine Überdimensionierung des Ankers sinnvoll oder über eine
kurze Sicherungsleine eine zusätzliche Ankersicherung möglich. Diese
Ankersicherung funktioniert natürlich auch am Strand für die Sandsäcke.
Sicherungen an Autos sind vergleichbar mit Sandsäcken. Sie werden langsam
fortbewegt.Nur ist es häufig nicht möglich, die Autos als Anker oder
Ankersicherung zu verwenden.

Just my 2 pence
Harald.

Tobias Westphal

unread,
Apr 17, 2001, 7:09:33 AM4/17/01
to
Dr. Andreas Weber schrieb:
Ich glaube, du hast das falsch verstanden. Ich meinte, daß man den
Winkel der Leine, die am Bodenanker fest ist, verändert. Da nimmt die
Rolle am Auto keinen Zug auf, sondern lenkt ihn um. Mit winde wäre das
ganze nicht so intellent, da die meisten Drachen - so habe ich es mir
sagen lassen - auch nach oben ziehen.

> Natürlich wäre auch wichtig einmal herauszufinden, wieviel Drachen
> eigentlich wirklich ziehen. Und zwar durchschnittlich und in Spitzen.
> Die (Steuer-) Leinen meiner 5m Peel zum Buggyfahren haben eine
> Belastbarkeit von 180Kp. Würde die im Schnitt soviel ziehen, würde ich
> mit Buggy bis England fliegen. Andererseits sind die Leinen sicher nicht
> überdimensioniert, da kurzzeitig durchaus solche Belastungen auftreten
> können.
Das will ich auch wissen! Meine Leinen für die große Matte sind
überdimensioniert! Die vorne halten 240 kp und die hinten 130 kp. Ich
glaube kaum, daß ich auch bei Böen soviel halten kann. Das wäre aber
intereeant: wieviel kann ein x kg schwerer Mensch bein einem Winkel von
y Grand überhaupt halten?

> Nur: Wieviel ist es eben bei x qm Fläche und y m/s, Knoten,
> Beaufort Windstärke?? Wie wirkt sich die Form des Drachens aus? Fragen
> über Fragen.
> Ich hab mal irgendwo etwas theoretisches über Kräfte beim Drachen
> gelesen, finde es aber nicht mehr. Kennt jemand eine Page wo so etwas
> steht?
>
> > Eine kleine Geschichte habe ich noch. In Husum habe ich einen Typen
> > kennengelernt, der einen 6-Meter Gestängedrachen hatte. Da man den ja
> > nicht so einfach fliegen kann, hat er sich mit Gurtzeug an dem Drachen
> > festgebunden, und das Gurtzeug an einem Bodenanker befestigt.
>
> Aechz, da wirds natürlich gefährlich, ist aber bei einem grossen
> Lenkdrachen nur so möglich (Dieses Rückhaltesystem gibts sogar
> kommerziell zu kaufen). Es sei denn man sitzt in einem Buggy ;-). Dort
> sind Trapeze Gang und gebe, aber dort gibts auch manchmal Blessuren und
> Brüche (bei uns gott sei Dank noch nicht). Nur: Ein Buggy-Fahrer oder
> Lenkdrachenflieger der sich festlascht weiss (oder sollte es wissen),
> worauf er sich einlässt. Bekomm ich eins übergezogen, darf ich dann
> eigentlich nicht jammern. Das heisst jammern schon, aber nicht beklagen
> (ausser über die eigene Dummheit). Ist eben wie beim Skifahren o.ä.
Bitte verstoßt mich jetzt nich aus dieser NG aber ist ein Gurtzeug nicht
was für Luschen? ;-) Mir wäre sowas viel zu aufwendig. Meine beiden
Matten fliege ich so weiter (die kleine Sigma mit 2,8m bis ca Windstärke
8 - ungelogen in Husum, die große Matte hört aber bei 4-5 bft auf, denn
hierzulande ist es so böig, daß man dann sich in die Seile hängt, auf
den Hintern fällt und im nächsten Moment - enschuldigt meine
Ausdrucksweise - aufm Arsch wie ´ne besenkte Sau über den Acker
schreddert - iss doch war!) Vielleicht ändert sich das bald, denn jetzt
bin ich ein bissche verrückt nach dem Wolkenstürmer 2001 - für mich als
Schüler, der zu faul zum Arbeiten ist, kaum finanzierbar. Hat jemand
damit Erfahrungen? Zieht der mich auch schön weg???


> Ich sehe eher die Gefahr für "unbeteiligte" Zuschauer, die einfach nicht
> wissen wie gefährlich Drachen (Ein- UND Mehrleiner) sein können.
>
> Weiss denn ein Sonntagsspaziergänger, der sich auf ein Drachenfest
> verirrt WO er stehen sollte und wo nicht??? Ich glaube die Wenigsten.
> Man denke nur an die Kids, die mit Begeisterung versuchen Bowls zu
> "fangen"! Schauder!
Stimmt schon, aber die Besucher sind oft auch ein bisschen dusselig!
Wenn man auf einem Drachenfest ist, weiß man, daß auch einmal Drachen
runterkommen und, da Drachen ja bekanntlichermaßen an Schnüren fliegen,
können auch mal welche auf dem Boden liegen. Viele Zuschauer sind aber
nur damit beschäftigt, staunend an den Himmel zu gaffen und unter
Umständen weiterzulaufen, bis sie irgendwann eine herrumliegende Leine
treffen. Die dümmsten unter ihnen geraten dann noch fast in Panik und
versuchen nicht die Leinen zu umgehen, sondern fangen wild an zu
strampeln, bis sie richtig verheddert sind (sowas soll´s ja geben -
besonders am Strand).
Jetzt habe ich aber noch zwei Erlebnisse aus Cuxhaven: Flieg ich mit
meiner selbergabauten 4,8 Metermatte am Strand herrum (übrigens ist das
Fliegen nur auf bestimmten Strandabschnitten erlaubt), da kommen
plötzlich ein paar für mich schon ältere Leute von hinten an und gehen -
schon mürrisch, daß sie um mich rumgehenmüssen - mit eingezogenem Kopf
weiter, bis sie an mir vorbei sind und vor mir unter den Leinen
stehenbleiben um Einleiner anzuschauen. "Ist es eigendlich
rechtswiedrig, wenn ich dann so tief fliege, daß sich die Leinen um den
Hals wickeln und die Typen sowas nie wieder tun ,,,,,,;-)". Mich
ärgert´s nur, daß ich ständig irgendwelchen Leuten am Strand ausweichen
muß. Der ist so breit und die Spaziergänger denken, sie müßten die
Breite auch komplett für sich nutzen!
Das zweite Erlebnis war ein Rentner, der unter dem Rok (nochmal: nur 1
Meter hoch) langging und ihn nicht für gefährlich einschätzte. Er war
aber noch zu kampfmäßig eingestellt und der Wind war auch schwach, so
daß der Drachen runterkam. Was meint ihr, wie der sich aufgeregt hat?!?
Ich hatte schon Angst, daß der den Drachen in der Luft zerfetzt - hatte
wohl keine Peilung, daß so ein Drachen in meiner Einstellung nicht
lenkbar ist und sich deshalb die dümmsten Menschen zum bombardieren
selber aussucht ;-)). Man sollte also nicht unbedingt unter einem
Drachen stehenbleiben!!!!

> Insofern wäre natürlich eine Aufklärung der Besucher von Drachenfesten
> über Sicherheit genauso wichtig wie die Umsicht der Drachenflieger
> selbst.
> Ich habe noch nie auf einem Drachenfest eine Tafel oder so gesehen, mit
> Sicherheitshinweisen für die *Besucher* ("Steht immer hinter dem
> Piloten", Spaziert nicht über Leinen, Haltet Abstand zu Windrädern
> etc.). Oder gibts das irgendwo? Könnte man doch als nette Bildertafel
> gestalten (Lesen tut eh keiner!)
> Wäre dass nicht eine Anregung für Organisatoren? Na vielleicht wäre so
> etwas aber auch Marketingtechnisch nicht sehr werbewirksam ;-).
>
> > Deshalb habe ich in meinem Drachenladen auch den Rat bekommen, mich
> > NIEMALS an Drachen festzubinden. Wie ich gelesen habe, soll es aber so
> > eine Art Notauslöser geben. Vielleicht kann jemand etwas darüber
> > berichten. Das aber nur nebenbei.
>
> Manchmal muss man sich eben festbinden (siehe oben). Panikauslöser
> funktionieren nur in den seltensten Fällen. Wenn man bäuchlings über den
> Strand schleift, kommt man eh nicht an den Karabiner, bzw. den Bändsel
> der den Haken öffnet, ran, der auf dem Bauch sitzt!
> Also besser: Nicht überpowern, es sei denn, man will es wissen oder es
> muss einfach einmal sein ;-)

> > Meine Mailaddresse ist übrigens mitlerweile 05136893...@t-online.de
>
> Und Deine telefonnummer auch ;-) Lehrte oder Burgdorf?
> Im Header des Postings steht deine email doch vernünftig drin. Oder hat
> t-offline nu wieder den Service "verbessert" ;-))

Wie du sicher weißt, ist t-online ein SCHEIßLANDEN (absichtlich ohne
Pünktchen!!!). Die Software sagt mir ständig, daß ich verpennt habe,
eine Aliasaddresse einzurichten und mitlerweile sowas nichtmehr geht.
:-(
Naja, ich wohne in Burgdorf. Kennt hier jemand einen Drachenclub in der
Umgebung? Ich habe schon von einem in Peine und einem in Hannover gehört
aber keine Bezugsaddressen gefunden. In Hannover am Leinedreieck oder so
(jedenfalls in der Marsch) sollen sich die Drachenflieger öfters mal
treffen - WANN???

Wenn jemandem meine Gesinnung nicht passt - es sind Ferien und für mich
ist es morgens ganz früh. Also denn
MfG, besonders an Dr. Andreas Weber, Tobias

Gerd Bott

unread,
Apr 17, 2001, 6:46:07 AM4/17/01
to

Thomas Friebe <Drachenfest...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
9bd4m5$8rc3j$1...@ID-28183.news.dfncis.de...

Hallo Thomas,

> Gestern war ich auf dem für mich ersten Drachenfest in diesem Jahr. Die
> Stimmung war gut, wenn auch das Wetter nicht so recht mitspielte. Etliche
> Drachen waren am Himmel, auch große Teile. Der Wind hatte so um die 4-6
> bft.

Urrgs bei dem Wetter auffen Drachenfest, nee das wär es nicht für mich, mich
und meine Drachen diesem geradezu schauderhaftem Wetter auszuliefern.


> In einer Böe von gewaltiger Stärke riß sich am späten Nachmittag so ein
> Großdrachen los. Und er riß nicht im Seil, sondern die Bodenanker wurden
> herausgezogen und sausten, Geschossen gleich, über die Wiese.

Sag mal was das denn für ein Drachen?? Ich Tipp jetzt mal auf einen großen
Sled oder ne Parafoil denn wenn Anker fliegen muss am anderen Ende der Leine
(Seil) schon ein Zugschwein am Werke sein.

>Mein Freund hatte weniger Glück,
> er liegt jetzt mit einem doppelten Kiefernbruch im Krankenhaus!

Dann bestell Ihm gute Besserung und alles Gute von mir.

> Ich will hier kein
> Moralapostel sein und auch keinem Unvermögen in der Benutzung seiner
> Drachen unterstellen aber es sollte sich jeder Einzelne doch im Klaren
> darüber sein, daß so ein herausgerissener Bodenanker ein Geschoß
> darstellt, welches die schlimmsten Folgen haben kann und in diesem Falle
> auch hatte. Bitte überprüft eure Schnüre und Bodenanker, bevor ihr sie
> auf einem Drachenfest benutzt.
> Und wenn der Wind zuviel wird, dann nehmt besser die Drachen herunter.

Ich glaube schon das wir auf unser Zeug gucken, und auch sehr pingelich sind
unseren Drachen nicht den Urgewalten des Windes zur Zerstörung
anheimzustellen, dafür stecken wir glaub ich zu viel Mühe,Arbeit und
Herzblut in unsere Drachen das wir da doch in der Regel eher übervorsichtig
mit umgehen.
Aber gegen eine fette Böe mit einer hohen Lastspitze hilft halt alle nichts
ausser man verzichtet darauf in dieser Wetterlage zugstarke große Drachen
steigen zu lassen.

> Meiner Meinung nach sollte in solchen Fällen eher die Schnur reißen, auch
> wenn man danach 1 km oder weiter seinem Drachen hinterherlaufen muß. Aber
> eine Schnur hat nicht solche fatalen Folgen wie ein 60er oder 80er
> Winkeleisen von etwa 60cm Länge (wie in diesem Fall), wenn es einen

> (völlig unbeteiligten) Kopf trifft! können!

Also Thomas, da bin ich konträrer Meinung, denn das ist auch nicht
ungefährlich weil dann der Drachen total ohne Kontrolle rumfliegt und evtl
auf ner befahreren Strasse und so landet und dort Dinge verursacht die sehr
unangenehm werden können.
Ich denke es ist eine Frage des eigenen Interesses mal über sein Equipment
nachzudenken, geh mal über die Wiese, die tollsten Drachen werden da
aufgebaut, an Schnüren die schon bessere Tage gesehen haben das ganze an
irgendeinem Anker befestigt, und fertich ist die Laube. Gerade bei den
Ankern siehst du Konstruktionen die geradezu lachhaft sind oder für den
Bodentyp total ungeeignet sind.


> Bitte schaut auf den von euch Drachenfesten auch mal zu euren


> Nachbarn rüber und macht sie evtl. darauf aufmerksam, falls euch das
> verwendete Equipment zu klein erscheint, denn das sollte hoffentlich das
> letzte Mal gewesen sein, daß so etwas passiert ist.

Es wird mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen sein, denn totale
Sicherheit ist illisionär aber ich denk mal solche Vorfälle sensibilisieren.

> Die Drachen, von denen wir hier sprechen sind keine Spielzeuge, darüber
> sollte sich jeder im Klaren sein!

> Ein Lenkdrachenflieger hat die Schnüre in der Hand, er kann meist noch
> etwas machen, aber diese Dinger sind nicht mehr mit den Händen zu
> beherrschen!

Und wenn loslässt kracht der Drachen mit kawuppdich auf die Erde, wenn der
gemanden trifft hat der auch ne Beule am Kopp mindestens.

> Kommentare, auch die blöden wie "der kann ja aufpassen" etc. könnt ihr an
> meine Mailadresse schicken.

Kommentar gibt es keinen dazu ist der Anlass zu traurig.

bis denn

Gerd

Gerd Bott

unread,
Apr 17, 2001, 7:04:53 AM4/17/01
to

Dr. Andreas Weber <awe...@webercard.de> schrieb in im Newsbeitrag:
1eryyo6.nhq6fkw5wg9wN%awe...@webercard.de...

Hallo Andreas,

> Auf der anderen Seite würde mich einfach die "Grössenordnung" der
> Anker-Haltbarkeit interessieren. Sind es bei einem Viertelzoll, 40cm
> Stahlbolzen 10, 50 oder 100 Kg,

Na ich würd sagen ein 6 mm Pin von 40 cm Länge hält so 10 daN aus, wenn er
in einem gewachsenen Boden steckt, besser wird er bestenfalls in einer
Grasnarbe halten.
Mit 12 mm und 50-60 cm würd ich meinen das du da so bis 30 daN Zugkraft in
den Boden verteilen kannst, immer vorausgesetzt du hast den Anker ordentlich
bis zum Stehkragen reingehauen.

>sind es beim Erdungsbohranker 100, 200

Naja da kommt was zusammen, die kannste wenn die ca. 1m eingedreht nicht mal
mit einem Frontlader aussem Boden ziehen, aber wer würgt die Dinger jedesmal
komplett in den Boden??


> Na jedenfalls werde ich bei Gelegenheit einmal eigene Versuche machen,
> auf meine Verantwortung und aus meinem persönlichen Interesse heraus.
> Bin schon gespannt ...

Naja so mal als Anhaltspunkt:
Wir haben im Herbst zwei Kessel so um die 3 Tonnen schwer mittels Greifzüge
aussem Kesselhaus gezogen, dafür haben zwei Stahlwellen 1m lang 30 mm dick
und komplett in den Boden geschlagen ausgereicht. Die Dinger waren nachher
in dem feuchten Boden so festgeknutscht das wir die nur mit dem Frontlader
wieder rausgekriegt haben.

> Wie würdest Du die Brauchbarkeit eines "Release" -Systems sehen? Würde
> mich interessieren. Könnten hierzu die "alten" Einleiner-Freaks etwas
> sagen?

Quatsch wenn der erste Anker fliegen geht gibt das einen Ruck und der wird
den nächsten mit rausreißen, es sei denn man nimmt ein Gummiseil was die
Kraft aufzehrt, ansonsten glaub ich nicht das der Hit ist.

bis denn

Gerd

der nachher mal testet wieviel Kraft meine Stahlanker verdauen können.

Gerd Bott

unread,
Apr 17, 2001, 6:52:06 AM4/17/01
to

Dr. Andreas Weber <awe...@webercard.de> schrieb in im Newsbeitrag:
1es0224.v03u4ehjgha8N%awe...@webercard.de...

Hallo Andreas,

> Exakt so isses. Anscheinend gibts aber viele "Grossstadtcowboys" die
> früher nie "beim Zelten" waren, nach allem was man auf einer
> durchschnittlichen Drachenwiese so alles sieht. Anker bolzgerade, 1
> Drittel im Boden, 2 Drittel draussen und den Drachen an die Spitze
> geknotet. Wenn wunderts dann wenn er fliegen geht - der Anker.

tja, ich denk mal das selbst Citycowboys inner Schule die Gesetze der Physik
eingebleut gekriegt haben, so alla man gebe mir einen festen Punkt und ich
hebe die Welt aus den Angeln.;-)

Aber jetzt mal im Ernst in deiner beschriebenen Vorgehensweise steckt doch
schon alles drin was verkehrt machen kann. So ein Pin gekört bis zum
Kronkorken in die Erde gedonnert, schön schräg und die Schnur hat direkt an
der Grasnarbe an den Anker angeschlagen zu werden, dann muss es aber schon
heftiger Brisen wenn der Anker sich verdünnisieren soll. Und wenn haut man
zwei Anker über Kreuz dicht beieinander inne Erde und verteilt die Last mit
Schlinge die man um beide Anker legt.

bis denn

Gerd


Gerd Bott

unread,
Apr 17, 2001, 7:09:36 AM4/17/01
to

Dr. Andreas Weber <awe...@webercard.de> schrieb in im Newsbeitrag:
1es029j.1x1g6zsyvoazoN%awe...@webercard.de...

Hallo andreas,

> Da haben wir schon eines der Probleme. Manche schwören eben auf den
> Abschlepphaken am Strand. Ein LKW-Fahrer hat mir gestern zu dieser
> Technik gesagt, dies funktioniert nur sicher wenn der Drachen nach vorne
> zieht (Aufbau der Handbremse, Bremswirkung nur ausreichend in
> Fahrtrichtung) und ggf. die Räder in eine geschaufelte Mulde parkt.

Stimmt , hinten sind Autos zu leicht und wenn der Drachen stark genug ist in
Böen das Auto leicht auszufedern sinkt die Wirkung der Bremse drastisch, und
dann kann das Auto schonmal ein Stück nach hinten rutschen, zumal die
meisten Handbremsen eh nicht gerade Wirkungsweltmeister sind, schon garnicht
nach rückwärts raus.

> Also vielleicht wirklich eher ein Artikel über das "Wie". Anker 90 Grad
> zum Flugwinkel des Drachens oder mehr (?), Anker mind. 80% einschlagen,
>

90 Grad ist korrekt und so tief wie möglich rein in der Luft hält der
schönste V4A Anker nix.

bis denn

Gerd

Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 17, 2001, 9:39:24 AM4/17/01
to
HiFly,

> Stimmt ,

Witzbold, von wem hab ich denn den Tip ;-)))

Aber schön, dass Du Dich zum Thema zu Wort meldest, ich dachte Du
schreibst hier nicht mehr. Daher hatte ich diese Dinge selbst erwähnt,
ich wollte Dir nicht vorgreifen!

Bis denne in alter Frische und was hat der Trecker mit dem Pin gemacht
und is der neue endlich fettich?

Andreas

Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 17, 2001, 9:39:23 AM4/17/01
to
Hi Tobias,

> Ich glaube, du hast das falsch verstanden. Ich meinte, daß man den
> Winkel der Leine, die am Bodenanker fest ist, verändert. Da nimmt die
> Rolle am Auto keinen Zug auf, sondern lenkt ihn um.

Die Rolle muss aber mit Kraft (im entsprechenden Winkel) festgehalten
werden, wenn sie die Leine umlenkt. Diese Kraft addiert sich
(Vektoraddition) mit der Zugkraft des Drachens zur Gesamt-Kraft die am
Anker hängt, zumindest muss diese Kraft ja irgendwo herkommen (Vom
Drachen) und hingehen (Zum Auto und zum Anker ?) . Gross wird diese
nicht sein (5-10% ?), aber ein paar Kilochen kommen da schon zusammen.
Vielleicht hab ich aber auch in Physik nicht so ganz aufgepasst als das
Kräfteparallelogram dran war ;-)) Weiss es jemand besser?

> Mit winde wäre das
> ganze nicht so intellent, da die meisten Drachen - so habe ich es mir
> sagen lassen - auch nach oben ziehen.

Natürlich muss auch die Wind im entsprechenden Winkel "nach oben"
ziehen. Da hatt ich zuerst falsch gedacht (Zweibein, WoMo-Dach o.ä.).

> Das will ich auch wissen! Meine Leinen für die große Matte sind
> überdimensioniert! Die vorne halten 240 kp und die hinten 130 kp. Ich
> glaube kaum, daß ich auch bei Böen soviel halten kann. Das wäre aber
> intereeant: wieviel kann ein x kg schwerer Mensch bein einem Winkel von
> y Grand überhaupt halten?

Wahrscheinlich hälst Du nicht 240Kg. Ein kurzer Ruck kann aber
vielleicht so viel erreichen. Du bzw. Dein Buggy ruckt natürlich
ebenfalls in Richtung Zug. Also hängt im Minimalfall Dein gewicht, der
des Buggys plus entsprechender Reinbung dran. Das kann sich schon
läppern vermute ich.

> Bitte verstoßt mich jetzt nich aus dieser NG aber ist ein Gurtzeug nicht
> was für Luschen? ;-)

Nein, es ist eine Frage der Bequemlichkeit. Mit Trapez kann man ein
lockeres Stündchen Buggy-Fahren bei steifer Brise, ohne eben nur 10
Minuten. Schliesslich ist mein Spass ja das Fahren und nicht das Halten
;-). Aber es kommt eben darauf an was man möchte.

> Stimmt schon, aber die Besucher sind oft auch ein bisschen dusselig!

Das mag schon sein, aber so sind sie nun mal.
Entweder man ignoriert dies, oder man tut sein Bestes zur Belehrung. Im
ersteren Falle zahlt die Haftpflicht (hoffentlich, nicht alle tun
das!!!), im zweiten Falle gibts, so hofft man wenigstens, keinen Ärger.

Auch an den Steckdosen steht nicht: bitte keine spitzen
Metallgegenstände hineinstecken. Dennoch hatte ich Kindersicherungen
drin als meine Tochter jünger war.

Ärgerlich ist der von Dir beschriebene Typ Leute alle Mal, da geb ich
Dir recht. Nur man selbst ist im Zweifelsfall der Beklagte und nicht der
Spaziergänger mit abbem Ohr.


> ist es morgens ganz früh. Also denn
> MfG, besonders an Dr. Andreas Weber, Tobias

Danke, darfst Andreas zu mir sagen ;-))

Beste Grüsse
Shmendric

Tobias Westphal

unread,
Apr 17, 2001, 10:00:29 AM4/17/01
to
Hi

> Die Rolle muss aber mit Kraft (im entsprechenden Winkel) festgehalten
> werden, wenn sie die Leine umlenkt. Diese Kraft addiert sich
> (Vektoraddition) mit der Zugkraft des Drachens zur Gesamt-Kraft die am
> Anker hängt, zumindest muss diese Kraft ja irgendwo herkommen (Vom
> Drachen) und hingehen (Zum Auto und zum Anker ?) . Gross wird diese
> nicht sein (5-10% ?), aber ein paar Kilochen kommen da schon zusammen.
> Vielleicht hab ich aber auch in Physik nicht so ganz aufgepasst als das
> Kräfteparallelogram dran war ;-)) Weiss es jemand besser?

Worin hast du deinen Doktortitel? In Psychologie oder so?
In diesem Fall darfst du nicht mit Kräfteparallelogrammen anfangen.
Stell dir vor, die Leine und das Auto Wären nicht da und die Rolle wäre
in der Luft befestigt. Der Zug vom Drachen kommt von oben und wirkt auf
die Schnur, als ob die Rolle ein BODENANKER wäre, der aber nicht abhauen
kann. Dann wirkt der gesamte Zugkraft des Drachens darauf. Die Leine
geht aber weiter, hat halt nur nen Knick. Der Zug wird also einfach
umgelenkt!
Anderes Beispiel: Ist dir die Definition von PS (ich weiß - veraltet)
bekannt? Mit einem PS kann man 75 kg in einer Sekunde einen Meter
hochheben. Da Pferde aber meist (so soll es sein) nach vorne ziehen und
nicht nach oben (auch wenn es für Drachenfanatiker nichts anderes gibt)
Wird die Kraft sozusagen über eine Rolle umgelenkt:


O
Pferd -------o ___
|| || |
| 1Meter/Sekunde
| ___
75 kg

Beim Drachen wäre das nichts anderes! Nur der rechte Winkel wird
verändert

>
> > Mit winde wäre das
> > ganze nicht so intellent, da die meisten Drachen - so habe ich es mir
> > sagen lassen - auch nach oben ziehen.
>
> Natürlich muss auch die Wind im entsprechenden Winkel "nach oben"
> ziehen. Da hatt ich zuerst falsch gedacht (Zweibein, WoMo-Dach o.ä.).

Wenn jemand sein Wohnmobil dafür opfern würde - das ist ziemlich
riskant, denn wenn der Anker losfliegt, kracht er warscheinlich
hintenrein, wenn nicht sogar vorne wieder raus. Die Winde müßte nämlich
entweder ziemlich hoch oder sehr nah beim Anker stehen! Bei
Wohnmobilhöhe (ca 2,5m) nur etwa 2 Meter weg! Wolltest du dein Wohnmobil
verschrotten???

> > Das will ich auch wissen! Meine Leinen für die große Matte sind
> > überdimensioniert! Die vorne halten 240 kp und die hinten 130 kp. Ich
> > glaube kaum, daß ich auch bei Böen soviel halten kann. Das wäre aber
> > intereeant: wieviel kann ein x kg schwerer Mensch bein einem Winkel von
> > y Grand überhaupt halten?
>
> Wahrscheinlich hälst Du nicht 240Kg. Ein kurzer Ruck kann aber
> vielleicht so viel erreichen. Du bzw. Dein Buggy ruckt natürlich
> ebenfalls in Richtung Zug. Also hängt im Minimalfall Dein gewicht, der
> des Buggys plus entsprechender Reinbung dran. Das kann sich schon
> läppern vermute ich.

> Nein, es ist eine Frage der Bequemlichkeit. Mit Trapez kann man ein
> lockeres Stündchen Buggy-Fahren bei steifer Brise, ohne eben nur 10
> Minuten. Schliesslich ist mein Spass ja das Fahren und nicht das Halten
> ;-). Aber es kommt eben darauf an was man möchte.

Weiß nicht, denn bislang bin ich nur so geflogen. Ich bin auch noch nie
Buggy gefahren, aber in Cuxhaven bin ich wenigstens 300 Meter weit
gestanden! :-)))) Waaahhhnsinn! Die Kinder standen immer da und
lachten (ich lag in einem Winkel von vielleicht 30-40° in den Leinen und
bin so auch ohne Buggy vorangekommen. Für die Furchen hätte ich fast ne
Genehmigung gebraucht;-)
Wenn man bedenkt, daß der Drachen nicht nach oben Zieht, kommt
tatsächlich schon was an Zug zusammen. Interessant wäre wirklich auch,
zu wissen, wieviel das ist (auf dem huckeligem Acker sicher mehr als im
glitschigem Watt!).

> Nur man selbst ist im Zweifelsfall der Beklagte und nicht der
> Spaziergänger mit abbem Ohr.

Stimmt, aber ich meine, man kann sich nicht immer um alle sorgen. Ein
bisschen Verantwortung liegt immernoch bei den Anderen

Woinem1

unread,
Apr 17, 2001, 11:50:55 AM4/17/01
to
Hallo Leute,
freut mich, daß viele so sicherhetisbewußt sind...
Noch einige wenige Anmerkungen:
Das mit den Tests nutzt nicht viel, denn
die Kraft auf den Bodenanker wächst wie uns allen bekannt ist mit dem QUADRAT
der Windgeschwindigkeit an.
Eine plötzliche Bö löst also schwierig zu kalkulierende, riesige Kräfte aus.
Dashgeht bei großen Drachen ruckzuck in Tonnen (!)beträge!!
Da hilft also nur noch das Messer (...) oder in automatisch auslösender
"Panikhaken", der dann auslöst, wenn sich der Hauptanker selbstständig macht.
Dann fliegt zwar kein Bodenanker mehr durch die Gegend (immerhin) aber dennoch
ein elastisches Seil, das leicht Ohren und Köpfe abschneiden kann...
Die käuflichen Panikhaken für den Segelbedarf lösen bei diesen großen
Belastungen nicht mehr aus und sind wie zugeschweißt, wenn man dran zieht.
Also sind Eigenkonstruktionen gefragt, die man dann unter zu erwartenden
Belastungen auch TESTEN sollte, ob sie ihren Zweck auch erfüllen!!!
Praktischer wäre m.E. der Einbau einer Sollbruchstelle wie aus dem
Windenschleppzubehör für Segelflugzeuge erhältlich. Die reißt dann einfach bei
Belastung ab und der Drachen macht sich ohne Seil davon. Das ist das sicherste.
Ich nehme nach ähnlichen Erfahrungen (ist aber Gott sei Dank nie was
passiert...) solche gefährlichen Teile gar nicht mehr auf Feste mit.
Bitte um Kommentare dazu.
Gruß
Uli Wahl
Kite Musical Instruments
http://members.aol.com/woinem1/index/

Michael Stegherr

unread,
Apr 17, 2001, 1:21:50 PM4/17/01
to
"Dr. Andreas Weber" schrieb:

> Ich habe noch nie auf einem Drachenfest eine Tafel oder so gesehen, mit
> Sicherheitshinweisen für die *Besucher* ("Steht immer hinter dem
> Piloten", Spaziert nicht über Leinen, Haltet Abstand zu Windrädern
> etc.). Oder gibts das irgendwo? Könnte man doch als nette Bildertafel
> gestalten (Lesen tut eh keiner!)
> Wäre dass nicht eine Anregung für Organisatoren? Na vielleicht wäre so
> etwas aber auch Marketingtechnisch nicht sehr werbewirksam ;-).


Hallo Andreas,

beim Augsburger Drachenfest gibt's diese Tafeln schon seit einiger Zeit
(manchmal sind die Bayern eben doch fortschrittlich ;-)) ). Dabei ist
darauf geachtet worden, dass den Besuchern keine Angst vor den Drachen
gemacht, aber der nötige Respekt vermittelt wird. Gerade Eltern mit
Kinder müssen darauf hingewiesen werden, dass die gezeigten Drachen kein
Spielzeug sind und im Einzelfall sogar eine Gefahr für ihre Kinder - die
ja gern mal an den Leinen ziehen wollen - darstellen können.

Ich habe sogar einige Besucher beobachtet, die vor diesen Tafeln stehen
geblieben sind und sich die Mühe gemacht haben, die Hinweise zu lesen.
Ich denke, das hilft dann schon ein gutes Stück weiter.

Stefan Trcek

unread,
Apr 17, 2001, 1:38:21 PM4/17/01
to
On Tue, 17 Apr 2001 13:09:36 +0200, Gerd Bott wrote:

> Dr. Andreas Weber <awe...@webercard.de> schrieb:


>
> > Also vielleicht wirklich eher ein Artikel über das "Wie". Anker 90 Grad
> > zum Flugwinkel des Drachens oder mehr (?), Anker mind. 80% einschlagen,
> >
> 90 Grad ist korrekt und so tief wie möglich rein in der Luft hält der
> schönste V4A Anker nix.

Moin

Vielleicht verstehe ich grade nicht, worüber ihr redet, aber 90 Grad
halte ich für nicht so gut. Nehmen wir an, der Drachen fliegt mit 70
Grad zur Erde, dann hätte der Anker 20 Grad zur Erde und das hält
garantiert nicht. Ein ganz eingeschlagener 1m langer Nagel wäre dann
mit der Spitze 34cm unter der Erde.

Man wird also nicht drumherum kommen mit stumpfen Winkeln zwischen
Nagel und Flugleine zu arbeiten, auch wenn es dann - selbst wenn der
Boden nicht nachgibt - den Anker herausziehen kann (ja, ich hab schon
im Schnee gezeltet). Wenn die Reibung des Ankers nicht reicht, braucht
man halt eine Schraube oder eine Quersicherung.

Stefan

Stefan Trcek

unread,
Apr 17, 2001, 1:46:55 PM4/17/01
to
On 17 Apr 2001 15:50:55 GMT, Woinem1 wrote:

> Hallo Leute,
> freut mich, daß viele so sicherhetisbewußt sind...
> Noch einige wenige Anmerkungen:
> Das mit den Tests nutzt nicht viel, denn
> die Kraft auf den Bodenanker wächst wie uns allen bekannt ist mit dem QUADRAT
> der Windgeschwindigkeit an.

Moin

Aber nur wenn das der Drachen umsetzt. Irgendwann wird jeder Drachen
ineffizient, bei Einleinern eher beabsichtigt, bei Buggymotoren eher
nicht (aber nicht vermeidbar).

Man kann auch Drachen konstruieren, deren Zugkraft ab einer gewissen
Windgeschwindigkeit nachläßt statt zu steigen, und wie ich schon bei
Ald* Eddys beobachten konnte, hat das schon jemand in die Tat
umgesetzt.

Stefan

Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 17, 2001, 3:35:18 PM4/17/01
to
Grias Di Michael,

> beim Augsburger Drachenfest gibt's diese Tafeln schon seit einiger Zeit
> (manchmal sind die Bayern eben doch fortschrittlich ;-)) ).

Wieso manchmal? Bayern liegt doch neben Baden-Württemberg ;-))

Aber Spass bei Seite, das finde ich Klasse von den Augsburgern (die ja
auch sonst sehr fortschrittlich sind: Hatten schon ein Friedensfest als
in Cuba noch mit dem Säbel gerasselt wurde. Anno '77 war ich da auch mal
dabei, in Augsburg nicht in Cuba, im Rahmen des damaligen
"Friedenscamps". Seufz, schön war die Zeit ... aber leider ja OT;-).

> Ich habe sogar einige Besucher beobachtet, die vor diesen Tafeln stehen
> geblieben sind und sich die Mühe gemacht haben, die Hinweise zu lesen.
> Ich denke, das hilft dann schon ein gutes Stück weiter.

Na das gibt doch Hoffnung.
Vielleicht sieht man das ja in Zukunft öfter.
Wenn man so etwas den Kiddies nahebringt, ist schon was gewonnen. Die
vergessen nicht so schnell wie Erwachsene!


Liebe Grüsse nach Süddeutschland von einem Exilschwaben

Andreas

Ulrich Cziollek

unread,
Apr 17, 2001, 2:39:38 PM4/17/01
to
Hallo NG,
ich glaube, solche Medien oder gar das Fernsehen mit dieser Problematik zu
beschäftige wäre das dümmste und gefährlichste, was wir machen könnten.
Aufgrund eigener -dienstlicher- Erfahrungen mit der "örtlichen Presse"
befürchte ich, dass diese Leute die Angelegenheit so aufbauschen werden,
dass sich keiner mehr mit Drachen in die Öffentlichkeit trauen wird. Denkt
doch bloss mal an die, zwar berechtigte, aber extrem übertriebene Reaktion
von Presse und Politik zum Thema Kampfhunde im letzten Jahr.
Das Problem müssen wir schon selber -in der Drachenfliegerszene- erledigen.
Ursache ist aber auch hier der allgemeine Hang zum Gigantismus. Auch ich
finde grosse Drachen beeindruckender als ein 1-m-Teil. Aber ich selber baue
nur Drachen, die ich alleine fliegen -Starthilfen ausgenommen- und landen
kann. Auch hierbei besteht selbstverständlich die Gefahr, dass man sich bei
der Wahl der Bodenanker vertut. Aber die Teile sind dann nicht ganz so
gross.

mit windigen Grüssen
Ulrich

"André Leipner" <andree...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9bef86$95ol5$2...@ID-65146.news.dfncis.de...
> sowas ist schon traurig...
>
> Danke für die Warnung und gute Besserung für deinen Freund.
>
> Nur leider wird diese Warnung nur innerhalb dieser NG gelesen und evtl.
auch
> noch ein paar Bekannten erzählt, aber die Masse wird davon nix erfahren
und
> der papa wird ahnungslos mit seinem kleinen kind auf nen drachenfest gehen
> und ...
>
> Vielleicht solltet Ihr daher an einer großen überregionalen Zeitung
> herantreten und denen das schildern, so das die das auf die Titelseite
> bringen können und jeder, wirklich jeder gewarnt wird.
>
> vielleicht auch an Günter Jauch (Stern-RTL) schreiben, so das dies im
> Fernsehen gebracht wird.
>
> !!! Das Ist Wirklich Sau Ernst Gemeint !!!
>
> Nur mal zur Anregung, man könnte doch auch mehrere Bodenanker verwenden,
> oder?
>
>
>
> mal etwas anderes:
> Hier in Berlin ist ein schon älterer Mensch auf die Idee gekommen, den
> Fallschirm (BW und mit etwas größere Ausmaße), den er geschenkt bekommen
> hat, mal zu testen. Es muß aber gesagt sein, das ich ihn schon mit sehr
> schönen selbstgebauten Einleinern gesehen habe. Mächtig Gewaltig. Es muß
ihm
> aber bewußt gewesen sein, das da Bodenanker, egal in welcher Form und
Anzahl
> auch immer, nichts nützen. Daher hat er das Ding kurzerhand an seinen VW
Bus
> drangehängt (am Abschlebbhaken *kopfschüttel*). Ich war leider nicht
dabei,
> und habe es auch nur über nen Kumpel erfahren (den Fallschirm habe ich
aber
> schonmal gesehen). Es war ein stürmischer, recht böhiger Wind an dem Tag.
> Naja, wie gesagt, das Ding an den Abschlepphaken und los gings. Soll recht
> amüsant anzuschauen gewesen sein, wie der Fallschirm dann den Bus über den
> ganzen Acker gezogen hat. :-)))
> Es ist aber nix passiert, außer das der Fallschirm ein paar leinen lassen
> mußte. Wurde von den anderen Drachenfliegern kurzerhand durchgeschnitten.
> Wie sonst hält man so ein Gefährt auch auf ?!? Und der Eigentümer hat
> vielleicht ein Teater um seinen schönen Fallschirm gemacht. Seitdem habe
ich
> ihn auch nicht mehr gesehen *wunder*.
>
> --
> AL (B)
>
>
>


Horst Saak-Winkelmann

unread,
Apr 17, 2001, 5:29:33 PM4/17/01
to
Im Auftrag von "Hermann Reincke" <reincke-w...@freenet.de>:


Liebe NG, lieber Uli,

also, das ist ein heißes und wichtiges Thema. Auch mir ist schon mal
ein
Bodenanker ausgerissen, ein Federhaken, der machte wilde, völlig
unberechenbare Sprünge über die Wiese.
Der Berg war mit Kindern und Eltern dicht bevölkert,
so hab ich noch nie geschrien, so bin ich noch nie
gelaufen, Gottseidank ist nichts passiert.

Uli schreibt


> Das mit den Tests nutzt nicht viel, denn
> die Kraft auf den Bodenanker wächst wie uns allen bekannt ist mit dem
QUADRAT der Windgeschwindigkeit an.

Ich finde auch, zuerst sollte man sich über die Höhe der wirkenden
Kräfte im
klaren sein.
Daher hier erstmal eine Übersicht. Hoffentlich kommt die Tabelle
lesbar bei
Euch an.
Ich gebe Euch als Tabelle an, links die Windstärke in bft (Beaufort),
dann
die entsprechende max. Windgeschwindigkeit in m/s (Meter pro Sekunde)
und in
km/h, dann die Windkraft auf ein Segel mit der Fläche 1m x 1m,
also 1qm, das senkrecht gegen den Wind steht, z.B. ein kleiner
Rokkaku.
Linker Wert statisch, also wenn der Drachen beim Start senkrecht
festgehalten wird, rechter Wert dynamisch, also bei schneller Bewegung
des
Drachens quer durch das Windfenster.
Angabe der Kraft in N (Newton, 10 N entsprechen dem alten Maß 1Kilo).
Im bewegten Zustand steigt die Kraft unheimlich an, Ihr müßt Euch
vorstellen, daß der Drachen dann wie das Tragflächenprofil eines
Flugzeuges
einen zusätzlichen Auftrieb erzeugt. Ich rechne hier mal mit dem
vierfachen
des statischen Wertes.

Windgeschwindigkeit Windkraft in N/qm
bft m/s km/h statisch bewegt
-----------------------------------------------------------------
1 1,5 5 1,5 6
2 3,3 12 7,2 29
3 5,4 19 19 76
4 7,9 28 41 164
5 10,7 38 76 304
6 13,8 50 126 504
7 17,1 62 193 772
8 20,7 75 283 1132
9 24,4 88 393 1572

Uli schreibt:


> Eine plötzliche Bö löst also schwierig zu kalkulierende, riesige Kräfte
aus.

Genau. Stellt Euch mal einen Rokkaku mit 2 qm Segelfläche vor.
Bei Windstärke 2 bringt der beim Start nach Tabelle etwa
2 x 7,2 N = 14,4 N Kraft auf die Leine. Harmlos!
Beim Aufstieg steigt die Kraft je Quadratmeter durch die zunehmende
Geschwindigkeit an, gleichzeitig sinkt aber auch die wirksame
Segelfläche,
der Zug bleibt also gering.
Ganz oben steht der Drachen schräg gegen den Wind, da ist die wirksame
Segelfläche nur noch etwa die Hälfte, also 1 qm, dann zieht er also
nur etwa
7,2 N. Lächerlich!
Wenn jetzt eine Bö von 6 bft kommt, steigt die Windkraft zunächst nur
auf
126 N, das hält man ohne Handschuhe nicht mehr, aber der Anker hält
das gut.
Jetzt aber kommt der Chaosfaktor: Das Drachengestänge ist dieser Last
nicht
mehr gewachsen, der Drachen verbiegt sich und beginnt zu rotieren. Je
schneller er dreht, umso "besser" wird sein Profil, umso schneller
dreht,
umso stärker zieht er. Jetzt jagt er quer durch den Wind, zeigt ihm
also
die ganze Segelfläche 2qm und die bringt je nach Profil und
Geschwindigkeit
bei 6 bft
dann nach Tabelle 1008 N, also über 100 Kilo.
Lenkdrachenflieger kennen das, zwei 100-Kilo-Leinen für 1 qm Drachen
sind da
ganz normal. Ein Lenkdrachen kommt wegen seines optimierten Profils
und
seiner hohen Geschwindigkeit leicht auf den doppelten Tabellenwert.
Wir
Einleiner stehen ungläubig daneben, wenn der kleine Drachen unseren
stärksten Kumpel voll durch den Dreck zerrt.
Für den Bodenanker unseres Rokkakus sind 100 Kilo aber vielleicht
schon
zuviel.
Wie sagt der Uli richtig?
> Da hilft also nur noch das Messer (...) oder ein automatisch auslösender
"Panikhaken".
Ich bin mehr für eine gut berechnete Sollbruchstelle im Gestänge, die
im
Extremfall bricht, daß der Drachen leicht herabgezogen werden kann
oder
locker zu Boden flattert.
Ich bin ja gut dran, mein "größter Drachen hat knapp 2 qm Segelfläche.
Aber Ihr Giganten der NG?
Für Euer 10 qm-Teil müßt Ihr bei einer 8 bft-Bö mit 1132 N Schnurlast
rechnen, für einen Parafoil mit optimalem Profil mit noch mehr.
Pelham empfiehlt eine Leine mit Reißfestigkeit 15 Kilo/qm.

Bitte bedenkt auch: Ein Knoten reduziert die Reißfestigkeit auf die
Hälfte.
Eure PE-Leine (z.B. Spectra) hat nach 2 Jahren noch 90%
Reißfestigkeit, eine
weniger teure PA-Leine (Dacron) aber nur noch 70%. Wir Einleiner
fliegen
eher PA, nicht aus Geiz, sondern wegen der größeren Dehnung, sie
federt
weicher.
Strandflieger wissen auch, feiner Flugsand ist ein absoluter
Leinenkiller.
Das Schlimmste, von außen sieht man den halbtoten Leinen nichts an.
Über die Bodenanker will ich hier nichts mehr sagen, nur soviel: Zwei
kleinere Anker in 1m Abstand mit Verbindungsleine 1,5m und Rolle
bringen
viel mehr als ein starker Anker. Weil die Schnurlast die Anker nämlich
nicht
nach oben auszureißen sucht, sondern sie seitlich aufeinander zu
drückt.
Tut mir leid, kürzer konnte ich das alles nicht schreiben.
Gruß vom Hermann

Vava Luna

unread,
Apr 18, 2001, 1:54:56 AM4/18/01
to
Im Artikel <1es0224.v03u4ehjgha8N%awe...@webercard.de>, awe...@webercard.de
(Dr. Andreas Weber) schreibt:

>Na wenn er so bissig ist wie das klingt, fliegt man den wohl besser nur
>aus der Hand ;-))

So richtig gut fliegen tut der sowieso nich, weil die Wageschnur nich
einzustellen geht. Vielleicht mach ich die einfach ab und ne eigene Schnur mit
drei Schlaufen dran, dann kann ich die Drachenschnur anknoten, je nachdem, was
fuer`n Wind is. Mein alter Kinderdrachen hat statts Schlaufen so`n Stueck
Plastik mit drei Loechern, aber das sieht an so nem handbemalten Drachen nix
aus.

Tschau,
Vava
--
Bewegung ist ihm ein Beduerfnis. Wird es nicht erfuellt, verkuemmert der
Mensch, Ersatzhandlungen greifen um sich - Rauchen, Saufen, Fressen, Kaufen.
Bekannte Merkmale des "modernen Menschen".

Rudi Holzberger

Jochen Mueller

unread,
Apr 18, 2001, 1:59:11 AM4/18/01
to
> Horst Saak-Winkelmann schrieb:
... und er lebt doch noch ;-)))

So long,

Jochen

--
______________________________________________________
Das Internet-Portal zum Indoor-Drachensport
- http://www.indoor-kiting.de

Kite Page: Infos über Lenkdrachen - Indoor & Outdoor!
- http://www.kitepage.de.vu

Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 18, 2001, 3:12:22 AM4/18/01
to
Moin Tobias,

> Worin hast du deinen Doktortitel? In Psychologie oder so?

Pruuuust! Was hat das denn damit zu tun? Warum hängst Du Dich denn an
meinen zwei Buchstaben auf? Ich hab doch geschrieben, dass ich das nicht
weiss und mich nur dunkel an die 8. Klasse erinnere (BTW, es ist *nicht*
Psychologie).

> In diesem Fall darfst du nicht mit Kräfteparallelogrammen anfangen.

Dürfen darf man alles, auch wenn man als Psychologe promoviert hat ;-))

Also Dein Gedankenexperiment und das Beispiel mit dem Hottehühpferdchen
hab ich nicht verstanden, die waren mir zu akademisch.

Dennoch hast Du recht, Glückwunsch, ich hab mal nachgeblättert:

http://marvin.sn.schule.de/~physikms/pruefung/loesung/mechanik/kraefte/l
sgkra5.htm

1. Eine feste Rolle spart keine Kraft: Fzug=Fhub
2. Eine lose Rolle spart Kraft: Fzug = 1/2 Fhub (bei parallelen Leinen)

Aus zweitens folgt noch ein, für mich der da anscheinend etwas doof ist,
wichtiger Gesichtspunkt:

Möchte man die Zugkraft eines Drachen auf ZWEI Anker verteilen, MUSS der
Drachen über eine lose Rolle befestigt sein, die auf einer Leine
zwischen den beiden Ankern läuft (Halbierung der Kraft wenn die Leinen
parallel (!) sind, also Anker *hintereinander*). Ansonsten ist's in den
Wind gepiffen ;-)

Aber das weiss "man" ja ...

In diesem Sinne

Dr. Shmendric ;-)

Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 18, 2001, 3:12:23 AM4/18/01
to
Hallo Herman (Danke Horst),

> Daher hier erstmal eine Übersicht. Hoffentlich kommt die Tabelle
> lesbar bei
> Euch an.

Kam sie, und ist sehr interessant. Danke dafür!

> Wenn jetzt eine Bö von 6 bft kommt, steigt die Windkraft zunächst nur
> auf
> 126 N

[...]

> bei 6 bft
> dann nach Tabelle 1008 N, also über 100 Kilo.

Das ist beeindruckend und heisst für mich letzlich: Bei zu erwartenden
Böen in der Stärke ist auch ein 2m Rok zu gross, es sei denn an einem
dicken Anker. Danm bricht eben höchstens die Leine, nur an welcher
Stelle ist die Frage.

> Ich bin mehr für eine gut berechnete Sollbruchstelle im Gestänge, die
> im

Wie berechnet man so etwas? Hier besteht u.U. die Gefahr, dass das
gebrochene Gestänge das Segel zerreist. Wäre da nicht die von Uli
vorgeschlagene Sollbruchstelle in der Leine (kurz nach der Waage) eine
bessere und einfacher zu realisierende Alternative? Vielleicht eine 75er
Leine in die 100er Flugleine einknoten.

> Über die Bodenanker will ich hier nichts mehr sagen, nur soviel: Zwei
> kleinere Anker in 1m Abstand mit Verbindungsleine 1,5m und Rolle
> bringen viel mehr als ein starker Anker. Weil die Schnurlast die Anker nämlich
> nicht

Wenn die Anker *hintereinander angebracht werden (parallele Leinen),
reduziert sich auch die Kraft pro Anker auf die Hälfte, wie ich gerade
gelernt habe ;-)

Danke für Deine Ausführungen, auch zum Thema Leinenhaltbarkeit.

Viele grüsse
Andreas

Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 18, 2001, 3:44:44 AM4/18/01
to
Hi Vava,

> So richtig gut fliegen tut der sowieso nich, weil die Wageschnur nich
> einzustellen geht. Vielleicht mach ich die einfach ab und ne eigene Schnur mit
> drei Schlaufen dran,

Einfacher und variabler: In die Waageschnur einen "Buchtknoten" (geht
ohne die Waage aufzutrennen)

http://www.magicworlds.de/kites/newbie.html#Buchtknoten
http://www.realknots.com/knots/hitches.htm#cow

um ein kurzes (ca. 10 cm) Stück (dickerer) Leine legen, die Knoten an
den Enden hat (z.B. Achtknoten). Dann am kurzen Stück, wiederum mit
Buchtknoten, die Flugleine (an deren Ende du eine Schlaufe genkotet
hast, z.B. mit einem Palstek) befestigen.

Also letztlich genau wie die Befestigung der Steuerleinen an einer
Lenkdrachenwaage.

Nun kannst Du den Buchtknoten der Waage nach Wunsch verschieben und so
die Waageschenkel einstellen.
Auch ist so die Flugleine sehr einfach zu lösen.

Liebe Grüsse us Kölle
Andreas

Hprinzler

unread,
Apr 18, 2001, 4:54:18 AM4/18/01
to
Im Artikel <1es1unt.7b1zt7nkuj52N%awe...@webercard.de>, awe...@webercard.de
(Dr. Andreas Weber) schreibt:

>Möchte man die Zugkraft eines Drachen auf ZWEI Anker verteilen, MUSS der


>Drachen über eine lose Rolle befestigt sein, die auf einer Leine
>zwischen den beiden Ankern läuft (Halbierung der Kraft wenn die Leinen
>parallel (!) sind, also Anker *hintereinander*). Ansonsten ist's in den
>Wind gepiffen ;-)

Sollte eigentlich auch mit zwei Ankern nebeneinander funktionieren.
Grundsätzlich müssen bei beiden Variationen folgende Bedingungen erfüllt sein:
1. Die Anker müssen dicht bei einander platziert sein.
2. Die Leine zwischen beiden Ankern muß ausreichend lang sein.

Nur so ist eine einigermaßen gleichmäßige Verteilung der Kräfte möglich. Bei zu
kurzer Leine zwischen den Ankern oder zu großen Abstand zwischen den Ankern
wird die Kraft ungleichmäßig verteilt. Wird dann bei der großen Kraftwirkung
der Anker gezogen fliegt der andere postwendend hinterher.

Harald.

Guido Jüttner

unread,
Apr 18, 2001, 6:45:37 AM4/18/01
to
Hallo ,

> > Nur: Wieviel ist es eben bei x qm Fläche und y m/s, Knoten,
> >Beaufort Windstärke?? Wie wirkt sich die Form des Drachens aus? Fragen
> >über Fragen.

> In einem Buch für Wetterkunde habe ich auch Angaben über Winddruck bei den
> Beaufort-Angaben. Damit könnte man sich maximale Kräfte errechnen. Unklar
ist
> natürlich, welcher Anteil der Fläche zur Krafterzeugung wirkt und wieviel
davon
> in Richtung der Flugleine wirkt. Aber für eine Schätzung der maximalen
Kraft
> könnte man es ja verwenden.


>
> >Ich hab mal irgendwo etwas theoretisches über Kräfte beim Drachen
> >gelesen, finde es aber nicht mehr. Kennt jemand eine Page wo so etwas
> >steht?

...im DraMa 5/96 steht ein Artikel von unserem Guru P.L. über dynamischen
Druck und zu erwartende Zugkräfte. Starker Tobak, aber trotzdem relativ
einfach erklärt. Bei Bedarf kann ich das mal einscannen und mailen...

Zum anderen habe ich irgendwo gelesen, dass Peter über dieses Thema gerade
eine Dissertation schreibt. Mit Oktopus und Megabite am Abschlepphaken fährt
er gerade über Kiwistrände und betreibt Messungen. Weiss jemand mehr
darüber?

Windige Grüsse

Guido


Tobias Westphal

unread,
Apr 18, 2001, 7:58:43 AM4/18/01
to
Hi,

> Also Dein Gedankenexperiment und das Beispiel mit dem Hottehühpferdchen
> hab ich nicht verstanden, die waren mir zu akademisch.

Also nochmal anders: die Leistung, die ein Pferd aufbringt, entspricht
der, die benötigt wird, um 75 kg in einer Sekunde einen Meter
hochzuheben ja???-
da das Pferd nur nach vorne zieht, und nicht nach oben!!!, kann der
Vergleich nur durch eine Umlenkung der Gewichtskraft der 75 kg erreicht
werden (Umlenkrolle)

> Aus zweitens folgt noch ein, für mich der da anscheinend etwas doof ist,
> wichtiger Gesichtspunkt:
>
> Möchte man die Zugkraft eines Drachen auf ZWEI Anker verteilen, MUSS der
> Drachen über eine lose Rolle befestigt sein, die auf einer Leine
> zwischen den beiden Ankern läuft (Halbierung der Kraft wenn die Leinen
> parallel (!) sind, also Anker *hintereinander*). Ansonsten ist's in den
> Wind gepiffen ;-)

Super, du hast das Prinzip eines Flaschenzuges begriffen!!! Da wird der
Zug auch verringert (lose Rolle)
Man sollte die beiden Anker aber nicht zu dicht aneinandersetzen, da
sonst der Boden zu sehr aufgelockert wird und beide zusammen weniger Zug
aushalten, als ein vernünftiger alleine! Am besten ist natürlich
immernoch ein Betonfundament o;-)
bis später, Tobias

Ralf Smaga

unread,
Apr 18, 2001, 2:47:47 AM4/18/01
to
Hi,
auch das Auto als Bodenanker hat seine Grenzen,
ich möchte nur an Peter Lynn erinnern als von seinem
Trilobyet der Kleinlaster der als Anker diente ein Kind
überrollt hat.
Man kann nur jeden raten es mit Leine und Bodenanker
genau so ernst zunehmen wie mit den Nähten an seinem Drachen.

More Wind for Cody
Ralf
WWW.smaga.de

Woinem1

unread,
Apr 18, 2001, 12:33:36 PM4/18/01
to
Hallo Andreas,

<<Könnte man nicht ein "Release"-System verwenden zur zusätzlichen Sicherung
von Ankern? Sicherheitsschäkel mit Reissleine, die an einem zweiten
(leichteren) Anker befestigt ist. Flugleine klinkt aus, wenn sich der
Haupt-Anker verabschiedet.
Hat jemand so etwas schon im Einsatz oder Erfahrungen damit?>>

Genau dieses System benutze ich schon seit Jahren nach den schlechten
Erfahrungen mit käuflichen Panikhaken für den Segelsport. Das System ist ganz
einfach: Am einen Ende ist ein 8mm starker Metallring, glanzverzinkt, damit
glatt. Durchmesser ca 4cm.
Dahinein kommt das andere Ende de zu sichernden Drachenleine mit einer Schlinge
(Auge), z.B. Palstek.
Die Schlinge wird mit einem glatten (!) Metall (!)-bolzen am Rausrutschen
gehindert. Die Leine, an der der Metallbolzen hängt ist mit einem kleinen
Erdanker versehen. Beim Selbstständigmachen der Hauptleine kommt Zug auf die
Bolzenleine. Dadurch wird der Bolzen herausgezogen, die Schlinge rutscht aus
dem Ring und der Drachen macht sich ohne Hauptanker selbstständig.
Wichtig ist, daß der Bolzen aus Metall und nicht aus Holz ist. Bei den
Riesenkräften die auf die Schlinge kommen (können Tonnen sein) genügt die kurze
Bewegung des Herausziehens des Bolzens, um die Schlinge in der Hauptleine
teilweise zum Schmelzen zu bringen....
Der Metallbolzen leitet die Wärme zumindest teilweise ab und verursacht die
geringstmögliche Reibung im System und dadurch niedrige Auslösekraft.
Wir experiemntierten früher mit Lastenfallschirmen der Bundeswehr....
Alles klar...?
Gruß Uli

Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 19, 2001, 1:39:23 AM4/19/01
to
Hi Uli,

> Genau dieses System benutze ich schon seit Jahren nach den schlechten
> Erfahrungen mit käuflichen Panikhaken für den Segelsport. Das System ist ganz
> einfach: Am einen Ende ist ein 8mm starker Metallring, glanzverzinkt, damit
> glatt. Durchmesser ca 4cm.

[...]

Danke für diesen Tip. Werd ich vielleicht mal ausprobieren. So etwas
ähnliches hab ich auch auf den Seiten von Uwe Gryzbeck gefunden, für
Zugdrachen:

http://www.drachenundfeuerwerk.de/safety.htm

Das nsieht eigentlcih auch sehr einfach, und damit auch recht
zuverlässig aus.

Beste Grüsse
Andreas

Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 19, 2001, 1:39:24 AM4/19/01
to
Moin Tobias,

> Super, du hast das Prinzip eines Flaschenzuges begriffen!!! Da wird der
> Zug auch verringert (lose Rolle)

Bin ich auch ganz stolz drauf ;-)))

CU
Andreas

PS: Was ich recht gut finde, so langsam läppern sich doch die Hinweise
wie man mit Ankern/starken Drachen richtig umgeht. Noch ein bisschen
Diskussion und das gibt schon einen ganz brauchbaren Artikel über dieses
Thema im Sinne eine "HowTo" :-))) (Ich hoffe mal die "Autoren" gestatten
die Verwendung bei Nennung des Names, so a la FAQ).
A.

Dr. Andreas Weber

unread,
Apr 19, 2001, 1:39:25 AM4/19/01
to
Hi Guido,

> ...im DraMa 5/96 steht ein Artikel von unserem Guru P.L. über dynamischen
> Druck und zu erwartende Zugkräfte. Starker Tobak, aber trotzdem relativ
> einfach erklärt. Bei Bedarf kann ich das mal einscannen und mailen...

Würde mich sehr interessieren, wäre sehr nett von Dir.

> Zum anderen habe ich irgendwo gelesen, dass Peter über dieses Thema gerade
> eine Dissertation schreibt. Mit Oktopus und Megabite am Abschlepphaken fährt
> er gerade über Kiwistrände und betreibt Messungen. Weiss jemand mehr
> darüber?

Oh mein Gott, schon wieder ein Doktore mehr auf der Welt. Gibts da nicht
langsam genug von ;-)))
Obwohl: Dr. Kite klingt nicht übel :-)

Beste Grüsse
Andreas

Vava Luna

unread,
Apr 19, 2001, 2:28:04 PM4/19/01
to
Im Artikel <1es1unt.7b1zt7nkuj52N%awe...@webercard.de>, awe...@webercard.de
(Dr. Andreas Weber) schreibt:

>Dürfen darf man alles, auch wenn man als Psychologe promoviert hat ;-))

Ich wuerd eher vermuten, gerade wenn :-)

Cool, ich will das auch studiern und Kunst ausserdem. Ich hab noch`n paar
Buecher auf der Kaufliste, was meinste welches davon soltte ich lesen?

Helga Levend, Der Stille Weg nach Innnen
Josef Zehentbauer, Melancholie. Die traurige Leichtigkeit des Seins
Pascal Bruckner, Verdammt zum Glueck
Franz Josef Witz, Die Kunst der Resignation
Verena Kast, Vom Interesse und dem Sinn der Langeweile

Is zwar irgendwo OT, aber Drachenfliegen und Psychologie hat bestimmt ne
besondere Verbindung, wahrscheinlich noch eher bei Einleinerdrachenfliegern als
bei Lenkdrachenleuten.

Joerg Mueller

unread,
Apr 19, 2001, 4:02:16 PM4/19/01
to
vanes...@aol.com (Vava Luna) wrote:
>Is zwar irgendwo OT, aber Drachenfliegen und Psychologie hat bestimmt ne
>besondere Verbindung, wahrscheinlich noch eher bei Einleinerdrachenfliegern als
>bei Lenkdrachenleuten.

Genau, alles Verrueckte! SCNR :-) :-)

Um nochmal zum orginal Thread zurueckzukommen: Die Bodenanker werden
ja gerade in lockerem Boden unberechenbar (z.B. Sand am Strand). Wie
gut funktionieren denn da Sandsaecke? Wie hoch ist denn ungefaehr die
Dichte (spez. Gewicht) von trockenem Sand?

MfG.

--
Joerg Mueller 59555 Lippstadt
eMail: joerg....@owl-online.de

Hprinzler

unread,
Apr 20, 2001, 3:58:46 AM4/20/01
to
Im Artikel <3adf4360...@newsfeed.owl-online.de>,
joerg....@owl-online.de (Joerg Mueller) schreibt:

>Wie
>gut funktionieren denn da Sandsaecke? Wie hoch ist denn ungefaehr die
>Dichte (spez. Gewicht) von trockenem Sand?

Keine Ahnung, aber mal folgende Erfahrung:

Habe ich mir mal 2 Säcke aus verstärkter Abdeckfolie gebaut, die etwa jeweils
ein Fassungsvermögen eines 10L Eimers haben. Die habe ich dann mit Sand gefüllt
(den lockeren). Tragen war schon schwierig, aber ziehen auf dem Sand ging doch
noch (Spielt halt wieder die Wirkrichtung mit). Mit beiden Sandsäcken ging es
dann, eine Flowform mit 5qm zu halten (mittlerer Seewind, geschätzt 4 bis 5
bft). So noch am Rande, am Ende des Tages war der Sand beim Auskippen feucht.
Es ist immer nur die obere Schicht, die trocken ist. Der Rest wird durch
Kapillarwirkung feucht.

So ein schöner Jutesack, die es damals für Kartoffeln gab, ist also nicht
übertrieben. Manchmal sieht man dann auf Fanö, daß mehrere dieser Dinger
zusammen verwendet werden. Sieht zwar übertrieben aus, aber Erfahrungen zeigen
anderes.

Harald.

Gerd Bott

unread,
Apr 20, 2001, 9:01:05 AM4/20/01
to

Joerg Mueller <joerg....@owl-online.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3adf4360...@newsfeed.owl-: Die Bodenanker werden

> ja gerade in lockerem Boden unberechenbar (z.B. Sand am Strand). Wie
> gut funktionieren denn da Sandsaecke? Wie hoch ist denn ungefaehr die
> Dichte (spez. Gewicht) von trockenem Sand?

Hallo Jörg,

Sand wiegt normal feucht so 1,7 to je cbm trocken so ca. 1,3 bis 1,4 to cbm
und gewaschen aus der Nassauskiesung je nach Gehalt an Kies von 1-7-2to je
cbm so grob überschlagsweise.
Faustzahl 10 cbm ein 3 Achser voll.

hoffe geholfen zu haben

bis denn
Gerd

Joerg Mueller

unread,
Apr 20, 2001, 4:10:47 PM4/20/01
to
"Gerd Bott" <g.b...@t-online.de> wrote:
>Hallo Jörg,
>
>Sand wiegt normal feucht so 1,7 to je cbm trocken so ca. 1,3 bis 1,4 to cbm
>und gewaschen aus der Nassauskiesung je nach Gehalt an Kies von 1-7-2to je
>cbm so grob überschlagsweise.

Ein Kartoffelsack bringt also gut 100Kg. D.h. dass man damit maximal
einen Drachen absichern kann, den man gerade noch so selber halten
kann. Fuer meinen 35er Cody reicht das :-) was andere Einleiner so
ziehen, weiss ich aber nicht.

>Faustzahl 10 cbm ein 3 Achser voll.

Der haelt dann sicher auch Grossdrachen :-).

Tschuess

Hprinzler

unread,
Apr 23, 2001, 10:30:05 AM4/23/01
to
Im Artikel <3ae0967...@newsfeed.owl-online.de>,
joerg....@owl-online.de (Joerg Mueller) schreibt:

>Ein Kartoffelsack bringt also gut 100Kg. D.h. dass man damit maximal


>einen Drachen absichern kann, den man gerade noch so selber halten
>kann.

Ja, aber...
Wieder ist an die Wirkrichtung zu denken.
Ein normaler PKW wiegt ungefähr eine Tonne. Trotzdem kann es eine Person
schaffen, ihn zu schieben. Einen Sandsack von 100Kg auf Sand zu ziehen, braucht
wahrscheinlich auch nur eine Kraft von 30kg (nur so geschätzt). Aber recht hast
Du schon, ein Drachen, der horizontal eine Kraft von 30daN schafft, ist schon
ein Mörderteil. In Zugrichtung der Flugleine wird das dann schon gigantisch.

Harald
Nein, ich will kein Besserwisser sein, das Thema ist so schon heikel genug ;-)

Hermann Reincke

unread,
May 1, 2001, 5:37:50 PM5/1/01
to
Liebe NG, lieber Harald
Ich hab mich vor ein paar Tagen schon mal theoretisch über das Thema ausgelassen, aber dieser Beitrag ist irgendwie untergegangen,
hatte auch ein paar Fehler.
Bitte entschuldigt das und nehmt diesen verbesserten Text an.

Drachen und Sicherheit, das ist ein heißes und wichtiges Thema.


Auch mir ist schon mal ein Bodenanker ausgerissen, ein Federhaken,
der machte wilde, völlig unberechenbare Sprünge über die Wiese.
Der Berg war mit Kindern und Eltern dicht bevölkert, so hab ich noch nie
geschrien, so bin ich noch nie gelaufen, Gottseidank ist nichts passiert.

Uli (woinem) schreibt


> Das mit den Tests nutzt nicht viel, denn
> die Kraft auf den Bodenanker wächst wie uns allen bekannt ist mit dem
>QUADRAT der Windgeschwindigkeit an.

und Dr. Andreas Weber) schreibt:


> > Nur: Wieviel ist es eben bei x qm Fläche und y m/s, Knoten,
> >Beaufort Windstärke?? Wie wirkt sich die Form des Drachens aus? Fragen
> >über Fragen.
> In einem Buch für Wetterkunde habe ich auch Angaben über Winddruck bei den
> Beaufort-Angaben. Damit könnte man sich maximale Kräfte errechnen. Unklar ist
> natürlich, welcher Anteil der Fläche zur Krafterzeugung wirkt und wieviel davon
> in Richtung der Flugleine wirkt. Aber für eine Schätzung der maximalen Kraft
> könnte man es ja verwenden.

Ich finde auch, zuerst sollte man sich über die Höhe der wirkenden Kräfte im
klaren sein. Daher hier erstmal eine Übersicht. Hoffentlich kommt die
Tabelle lesbar bei Euch an, vielleicht müßt Ihr sie in die Breite ziehen.
Die Tabelle zeigt links die Windstärke in bft (Beaufort), in m/s und in
km/h, dann die statische Windkraft auf ein Segel mit der Fläche 1m x 1m, das


senkrecht gegen den Wind steht, z.B. ein kleiner Rokkaku.

Ganz rechts die dynamische Windkraft bei schneller Bewegung des
Drachens quer durch das Windfenster. Im bewegten Zustand steigt die Kraft
unheimlich an, der Drachen erzeugt dann wie das Tragflächenprofil eines
Flugzeuges einen zusätzlichen Auftrieb. Das ergibt vielleicht das vierfache
des statischen Wertes.
Die Kraft wird in N angegeben (10 Newton entsprechen der alten Einkeit 1kp).

Windgeschwindigkeit Windkraft in N/qm
bft m/s km/h statisch bewegt
-----------------------------------------------------------------
1 1,5 5 1,5 6
2 3,3 12 7,2 29
3 5,4 19 19 76
4 7,9 28 41 164
5 10,7 38 76 304
6 13,8 50 126 504
7 17,1 62 193 772
8 20,7 75 283 1132
9 24,4 88 393 1572

Uli schreibt:
> Eine plötzliche Bö löst also schwierig zu kalkulierende, riesige Kräfte
aus.
Genau. Stellt Euch mal einen Rokkaku mit 2 qm Segelfläche vor.
Bei Windstärke 2 bringt der beim Start nach Tabelle etwa
2 x 7,2 N = 14,4 N Kraft auf die Leine. Harmlos!
Beim Aufstieg steigt die Kraft je Quadratmeter durch die zunehmende
Geschwindigkeit an, gleichzeitig sinkt aber auch die wirksame Segelfläche,
der Zug bleibt also gering.
Ganz oben steht der Drachen schräg gegen den Wind, da ist die wirksame
Segelfläche nur noch etwa die Hälfte, also 1 qm, dann zieht er also nur etwa
7,2 N. Lächerlich!

Wenn jetzt eine Bö von 6 bft kommt, steigt die Windkraft zunächst nur auf

126 N, das hält man ohne Handschuhe nicht mehr, aber der Anker hält das gut.
Jetzt aber kommt der Chaosfaktor: Das Drachengestänge ist dieser Last nicht
mehr gewachsen, der Drachen verbiegt sich und beginnt zu rotieren. Je
schneller er dreht, umso "besser" wird sein Profil, umso schneller dreht,
umso stärker zieht er. Jetzt jagt er quer durch den Wind, zeigt ihm also
die ganze Segelfläche 2qm und die bringt je nach Profil und Geschwindigkeit

bei 6 bft dann nach Tabelle 1008 N, also über 100 Kilo.

Lenkdrachenflieger kennen das, zwei 100-Kilo-Leinen für 1 qm Drachen sind da
ganz normal. Ein Lenkdrachen kommt wegen seines optimierten Profils und
seiner hohen Geschwindigkeit leicht auf den doppelten Tabellenwert. Wir
Einleiner stehen ungläubig daneben, wenn der kleine Drachen unseren
stärksten Kumpel voll durch den Dreck zerrt.
Für den Bodenanker unseres Rokkakus sind 100 Kilo aber vielleicht schon
zuviel.

Wie sagt der Uli richtig?
> Da hilft also nur noch das Messer (...) oder ein automatisch auslösender
"Panikhaken".

Ich bin mehr für eine gut berechnete Sollbruchstelle im Gestänge, die im

Extremfall bricht, daß der Drachen leicht herabgezogen werden kann oder
locker zu Boden flattert.

Mein größter Drachen hat knapp 2 qm Segelfläche, da habe ich weniger
Probleme. Aber Ihr, Giganten der NG?
Für Euer 10 qm-Teil müßt Ihr bei einer 8 bft-Bö mit 10 x 1132 N Schnurlast
rechnen, das wäre etwa das Gewicht meines Astra.
Ein Parafoil mit optimalem Profil bringt vielleicht noch größere Kraft.

Bitte denkt auch über Eure Leinen nach. Ein wichtiger Schwachpunkt ist der
Knoten, der die Leine mit dem Anker verbindet. Ein Knoten reduziert die
Reißfestigkeit auf die Hälfte.
Auch das Alter mindert die Festigkeit der Leinen. Eine PE-Leine (z.B.


Spectra) hat nach 2 Jahren noch 90% Reißfestigkeit, eine weniger teure

PA-Leine (z.B. Nylon) aber nur noch 70%. Wir Einleiner fliegen eher PA,
nicht aus Geiz, sondern wegen der größeren Dehnung, die harte Stöße weich
abfedert. Kevlar-Leinen sind sehr UV-empfindlich, sie altern besonders im
Sonnenlicht.
Strandflieger wissen hoffentlich, feiner Flugsand ist ein absoluter
Leinenkiller. Das Schlimmste, von außen sieht man den urlaubsgeschädigten
halbtoten Schnüren nichts an.

Über Bodenanker will ich hier nichts mehr sagen, nur soviel:
Zwei kleinere Anker bringen viel mehr als ein starker Anker, wenn sie mit
Abstand gesetzt sind und wenn eine Verbindungsleine, etwa 1,5 mal so lang
wie der Ankerabstand, die Schnurlast über eine Rolle auf beide Anker überträgt. Der Drachen versucht die Anker dann nämlich nicht
nach oben auszureißen, sondern
er drückt sie seitlich aufeinander zu. Auch Anordnungen mit 3 Ankern und 2 Rollen wären denkbar.

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