man liest immer wieder, dass eine Kappnaht mehr aushalten soll, als eine
Segelmachernaht. In vielen Drachentests gilt die Kappnaht als Garant für
hohe Segelhaltbarkeit bei starken Belastungen. Ich bin mir aber gar
nicht sicher, ob die Kappnaht (z.B. bei Icarex) im Vergleich zu einer
gut geklebten Segelmachernaht mehr aushält.
Kann mir das bitte mal jemand so erklären, dass auch ich es kapiere?
;-)))
--
Viele Grüße
Michael
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Michael Stegherr's Drachenseiten:
http://drachen.sport-aktiv.de
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also bei mir hat bisher (auch bei Sturm-Drachen) immer die normale Naht (einfach
umgelegt oder zweifach eingeschlagen) gereicht, "echte" appnaht ist nicht
notwendig. Ist einfacher zu bauen und gehalten hat愀 auch. Das sie
Segelmachernaht stabiler ist glaube ich nicht. Ist wohl erher gleichwertig zur
Kappnaht. Gehalten hat bisher aber alles...
Michael
--
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so long,
Stefan
s.ko...@prowings.de
http://www.drachentasche.de
Hallo Stefan,
ich arbeite auch mit dem Computer wenn es um das erstellen von
Schablonen geht. Das ist also kein Problem. Da ich aber vor habe, einen
3m-Drachen für etwas mehr Wind zu bauen, überlege ich, ob ich eine
offene Kappnaht nehmen soll oder besser eine Segelmachernaht. Letztere
wäre mir sympatischer, aber da immer gejubelt wird, dass Drachen mit
Kappnaht mehr aushalten, bin ich verunsichert.
Ich denke, dass die entstehende "Perforation" an der Kappnaht nicht zu
unterschätzen ist.
Hallo Michael,
geschlossene Kappnähte fange ich erst gar nicht an! Ich wollte mich nur
zwischen offener Kappnaht und Segelmachernaht entscheiden. Bei leichten
Drachen spielt es ja keine Rolle, aber bei Drachen die auch 5 Bft.
aushalten sollen, habe ich Zweifel. Ich denke auch (wie Du), dass die
beiden in etwa gleichwertig sind.
>Hallo Drachenbauer,
>
>man liest immer wieder, dass eine Kappnaht mehr aushalten soll, als eine
>Segelmachernaht. In vielen Drachentests gilt die Kappnaht als Garant für
>hohe Segelhaltbarkeit bei starken Belastungen. Ich bin mir aber gar
>nicht sicher, ob die Kappnaht (z.B. bei Icarex) im Vergleich zu einer
>gut geklebten Segelmachernaht mehr aushält.
>
>Kann mir das bitte mal jemand so erklären, dass auch ich es kapiere?
>;-)))
Hallo,
eine Kappnaht mit Gradstich und mehreren Lagen im Bereich der Naht
macht ein Segel im Nahtverlauf unelastisch, im Nahtverlauf wird das
Segel in seiner normalen Entfaltung behindert, eine Kappnaht ist für
Drachensegel kontraproduktiv.
Ich kenne keinen Fall einer schwächelnden Segelmachernaht.
Die Mitte meines Revolutions habe ich mit mehreren Segelmachernähten
verändert, ich kann keine *schwachen* Stellen entdecken, die Naht
sieht aus wie neu.
Gruesse von Andreas
--
22117 Hamburg, Borchardsheide 28a, ++49 (0)40-7136380
http://home.t-online.de/home/Andreas.Huss/
> eine Kappnaht mit Gradstich und mehreren Lagen im Bereich der Naht
> macht ein Segel im Nahtverlauf unelastisch, im Nahtverlauf wird das
> Segel in seiner normalen Entfaltung behindert, eine Kappnaht ist für
> Drachensegel kontraproduktiv.
Dem möchte ich in Teilen widersprechen.
Michael erwähnte den Bau eines 3m - Drachens für mehr Wind.
Gerade bei solchen Geräten ist der von Dir genannte "Nachteil" m.E. oft
wünschenswert!
Das Segel wird durch diese Naht - Unterbrechungen an einer übermäßigen
Bauschung und auch Dehnung gehindert (einen ähnlichen Zweck erfüllen ja
auch die Verstärkungsfäden im Tuch selbst).
> Ich kenne keinen Fall einer schwächelnden Segelmachernaht.
Ich auch nicht! :-)
--
Gruß,
Andi
aus Bad Segeberg
> Michael Hildebrandt schrieb:
>> Segelmachernaht stabiler ist glaube ich nicht. Ist wohl erher
>> gleichwertig zur Kappnaht. Gehalten hat bisher aber alles...
>
> Hallo Michael,
>
> geschlossene Kappnähte fange ich erst gar nicht an! Ich wollte mich
> nur zwischen offener Kappnaht und Segelmachernaht entscheiden. Bei
> leichten Drachen spielt es ja keine Rolle, aber bei Drachen die auch
> 5 Bft. aushalten sollen, habe ich Zweifel. Ich denke auch (wie Du),
> dass die beiden in etwa gleichwertig sind.
>
Nun will ich als Segler noch meine Senf dazu geben. Segel sind sehr
stark belastet. Sie müssen gut haltbare Nähte haben, ohne zuviel
Perforation (Klopapiereffekt). Das erfüllt die Segelmachernaht. Ich
würde ein Segel nie anders nähen. Wenn es halten soll...
Gruß
Abdul
also generell ist das Ganze auch eine Art Geschmacksache, was für eine Naht man
lieber wählt. Generell ist das aber auch abhängig von dem Segeldesign. Gebogene
Nähte kriegt man halt einfach nicht mit einer Kappnaht hin.
Ich habe eine 2,60 mtr.- Drachen mit Segelmachernaht genäht und habe ihn auch
schon mehrere Flugstunden bei 5 Bft. geflogen (bzw. habe mich ziehen lassen :-))
), und bisher noch keine gedehnten, gerissenen oder sonstwas Nähte festgestellt.
Eher brechen die Stäbe oder reisst die Leine.
Allgemein werden aber solche Segel für Großdrachen auch in Kombination genäht.
Erst beide Teile mit einem Geradstich zusammennähen (wie bei einer Kappnaht) und
anschließend die Naktzugaben umklappen und mit einem *Dreistich-Zickzack*
vernähen.
Vielleicht wäre das eine Alternative, da bei einer Kappnaht eine gewisse
*Zugentlastung* durch den parallelen Geradstich vorhanden ist.
Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich machen können ;-)
Stefan
s.ko...@prowings.de
http://www.drachentasche.de
<<< ...walking in the air >>>
Hi,
>Das Segel wird durch diese Naht - Unterbrechungen an einer übermäßigen
>Bauschung und auch Dehnung gehindert (einen ähnlichen Zweck erfüllen ja
>auch die Verstärkungsfäden im Tuch selbst).
kann ich ja nachvollziehen, dann sollte man aber stärkeres Tuch
wählen.
Die *Versteifung* durch Kappnähte schafft einen *zweiten* Bauch, das
Segel bauscht sich bis zur Naht, dahinter bildet sich die zweite
Bauschung aus.
Dieser Effekt tritt natürlich nicht bei senkrechten Nähten auf, aber
durch senkrechte Nähte entsteht kaum eine *Verstärkung*, die grössere
Kraft wir wohl eher waagerecht auftreten.
Bei viel wind habe ich mir noch nie Sorgen um das Segel gemacht. Ich
hatte immer mehr Angst um das Gestänge. Rein statisch / physikalisch
betrachtet wird bei der offenen oder (falschen) geschlossenen Kappnaht
die Segelteile "nur" durch den Faden der "ersten" Naht zusammengehalten.
Bei der Segelmachernaht kommt der Kleber noch hinzu und der Zug wird
flächiger verteilt.
Aber wie gesagt für die Stabilität ist das, denke ich, eher unwichtig.
Die Ryll oder S-Kites funktionieren alle mit Kappnähten...
Gruß,
Ralph
--
Posted via Mailgate.ORG Server - http://www.Mailgate.ORG
Gruß
Wolfram
Hallo Ralph,
jetzt sind wir genau an dem Punkt, der mich zu der Vermutung gebracht
hat, dass die Segelmachernaht mindestens so stabil wie die "falsche"
Kappnaht sein müsste. Zudem meine ich immer noch, dass diese eine gerade
Naht der Kappnaht eher noch als eine Art Perforation wirkt und somit
zusätzlich die Nahtstelle schwächt. Dort wo der Stoff doppelt liegt,
reißt die Naht sowieso nicht. Diese gerade Perforation wird bei der
Segelmachernaht mit Kleber komplett vermieden.
Also ich denke mittlerweile, dass auch bei stark belasteten
Drachensegeln die Segelmachernaht ihren Dienst erfüllt und die Kappnaht
zu unrecht den Ruf hat, für besondere Stabilität zu bürgen. Ich lasse
mich aber auch gerne vom Gegenteil überzeugen.
--
Viele Grüße
Michael
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FDB
Stefan
Ich meine, sowas hatten wir vor Jahren schon mal im Drama.
Aber ich finde es nicht :(( Es ist ein Drama.
Vorschlag:
Wenn mir jemand die genähten Proben schickt,
kann ich die Teile auf dafür gedachten Maschinen
zerreissen. (Wir bauen solche: www.textechno.com)
Mit Protokoll etc.
Proben:
- alle gleicher Stoff und gleicher Fadenlauf!
- Probenlänge ca. 30 cm
- Probenbreite ca. 10 cm
- die Naht in der Mitte quer bei 15cm (= Naht ist 10cm breit)
- jeweils mindestens 3 oder mehr Proben der gleichen Naht.
- und ein paar Proben Stoff ohne Naht in gleicher Grösse.
Ergebnisse gibt es dann hier. Und im Hoch Hinaus.
Jürgen Ebbinghaus
1. Vorsitzender DCD
PS:
Aber bitte nicht hunderte von Proben :)
Bei Bedarf Detailklärung per PM
"Alfred Schwarz" <skyl...@GMX.at> schrieb im Newsbeitrag
news:aav06r$akb$1...@newsreader1.netway.at...
> Hi Michael,
>
> > Ich lasse mich aber auch gerne vom Gegenteil überzeugen.
> Und wer soll jetzt vor Deinen Augen seinen Drachen zerreißen? :-))
> Warum machst Du nicht ein paar Probenähte und prüfst die Eigenschaften
unter
> "Labor"-Bedingungen (Schraubstock, Zugvorrichtung, Federwaage), dann hast
Du
> auch gleich was für die faq... ;-)
>
> Fredl.
... bei mir kommt auf jede Schablone auch noch ein (#)-Zeichen, das den
Fadenverlauf im Material angibt. Wenn man gerade so am Ausschneiden ist,
ist die Gefaht nämlich relativ groß, da ein Teil mal verdreht
auszuschneiden. Es soll schon vorgekommen sein, dass ein solcher Fehler
erst am fertigen Drachen aufgefallen ist. ;-)))
--
Viele Grüße
Michael
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FDB
Hallo Jürgen,
vielen Dank für das Angebot - da mache ich mit! Wäre toll, wenn Du mir
die Details genauer erklären könntest, damit ich die Proben korrekt
vorbereiten kann.
Stefan
s.ko...@prowings.de
http://www.drachentasche.de
<<< lass den Drachen fliegen, kapp die Nabelschnur >>>
in 1997 hat sich das Drachenmagazin in 2 Artikeln mit der Nähmaschine, dem
Zuschnitt und der Nähtechnik befasst. Es handelt sich um den Beiträge
"Verflixt und zugenäht", Drama 5/97 Seite 17 ff und "Do it yourself", Drama
6/97 Seite 16 ff von Sven Kaltschmidt. Im letzteren Artikel werden die
Nahtarten
einfache Kappnaht,
doppelte Kappnaht,
echte Kappnaht,
Segelmachernaht und
Saumnaht ausführlich erläutert. Eine Aussage darüber, ob die Segelmacher-
oder die doppelte Kappnaht stabiler ist, wird in dem Artikel jedoch nicht
getroffen.
Deshalb ist der Vorschlag, die Nähte mal professionell zu testen, echt
klasse!
Übrigens, wo ist eigentlich Sven Kaltschmidt abgeblieben?
--
Schöne Grüße Alfons
http://www.12move.de/home/drachen-ab-aw
Juergen Ebbinghaus <juergen.e...@t-online.de> schrieb in im
Newsbeitrag: ab0d5b$okg$05$1...@news.t-online.com...
Christian
> Hat jemand einen Link oder kann erklären worin die Unterschiede bestehen?
AFAIK sehen die Nähte so aus, alles ohne Fäden, nur Stoff:
Einfache Kappnaht
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Geschlossene Kappnaht
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Echte Kappnaht
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Daniela
Danke, jetzt kann ich mir was drunter vorstellen. Hoch lebe ASCII!!
Christian