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Sind die Berichte über Jesus nicht einfach Legenden?

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Friedolin Rumpf

unread,
Mar 30, 2013, 8:55:57 AM3/30/13
to
Als Literaturhistoriker bin ich restlos davon �berzeugt, da� die
Evangelien keine Legenden sind - was immer sie auch sonst sein m�gen.
Ich habe sehr viele Legenden gelesen, und es ist f�r mich eindeutig, da�
die Jesusgeschichten nicht in diese Gattung passen. Sie sind nicht
kunstvoll genug, um Legenden zu sein. In der Darstellung ihrer Inhalte
sind sie unbeholfen, sie arbeiten die Dinge nicht sauber heraus. Der
gr��te Teil des Lebens Jesu bleibt uns genauso unbekannt wie das Leben
irgendeines seiner Zeitgenossen. Kein Volk, das einen seiner Helden zum
legend�ren Heiligen erheben wollte, w�rde so etwas zulassen.

Auch kenne ich, au�er einigen Teilen aus den platonischen Dialogen, in
der Literatur des Altertums keinerlei Gespr�che, wie sie etwa im
Johannesevangelium vorkommen. Bis fast in unsere Zeit gab es so etwas
einfach nicht. Erst vor etwa hundert Jahren, mit dem Aufkommen des
realistischen Romans, fand das Gespr�ch Eingang in die Literatur. ...

Schlie�lich kommen wir zum seltsamsten aller Berichte, zum
Auferstehungsbericht. Mit dieser Geschichte m�ssen wir unbedingt ins
reine kommen. Ich h�rte einmal den Ausspruch: "Die Auferstehung beweist,
da� es ein Leben nach dem Tode gibt, darum ist sie so wichtig. Sie
beweist, da� die Pers�nlichkeit des Menschen den Tod �berdauert." Nach
diesem Verst�ndnis w�re an Christus nichts anderes geschehen, als was im
Tod schon immer an jedem Menschen geschah. Das Besondere w�re einzig,
da� es bei Christus sichtbar wurde.

Diese Deutung entspricht aber bestimmt nicht der Auffassung der
fr�hesten christlichen Schreiber. Nach ihrem Verst�ndnis hatte sich
etwas v�llig Neues, in der ganzen Geschichte noch nie Dagewesenes
ereignet. Christus hatte den Tod besiegt. Ein Tor war aufgesprengt
worden, zum allerersten Mal, ein Tor, das seit Urzeiten verschlossen und
verriegelt gewesen war. Da geht es um etwas ganz anderes als um ein rein
geistiges Weiterleben. Ich meine nicht, da� sie an eine Unsterblichkeit
des Geistes nicht schon immer geglaubt hatten. Im Gegenteil, sie
glaubten so fest daran, da� Christus ihnen mehr als einmal versichern
mu�te, er sei kein Geist. Das ist ja gerade das Bemerkenswerte: Obwohl
sie an ein Weiterleben nach dem Tode glaubten, war die Auferstehung f�r
sie etwas v�llig anderes, etwas ganz und gar Neues.

Die Auferstehungsberichte sind nicht ein Bild f�r das Weiterleben nach
dem Tode; sie bezeugen, da� eine absolut neue Existenzform in dieser
Welt begonnen hat. Etwas Neues ist in die Welt gekommen, so umw�lzend
neu wie einst das erste organische Lebewesen bei seiner Entstehung.
Dieser Mensch wird nach dem Tode nicht in "Geist" und "K�rper"
geschieden. Er ist zu einer neuen Art des Seins erstanden. Das sagt die
Geschichte. Was aber fangen wir damit an?

Mir scheint es fraglich, ob irgendeine Hypothese sich mit den Tatsachen
so gut deckt wie die christliche. Diese "Hypothese" sagt: Gott ist in
seine Sch�pfung hinabgekommen, hinab zur Menschheit - und ist wieder
aufgestiegen, wobei er seine Sch�pfung mit sich emporgezogen hat. Die
Alternative zu dieser Hypothese liegt nicht in Erkl�rungen wie: "Es sind
Legenden oder �bertreibungen oder Geistererscheinungen." Die Alternative
hei�t: Gr��enwahn, L�ge. Und wenn man diese Alternative nicht annehmen
kann, (und ich kann es nicht) so bleibt nur die christliche Hypothese.

C.S. Lewis, Gott auf der Anklagebank



http://www.zeltmacher-nachrichten.eu/content/sind-die-berichte-%C3%BCber-jesus-nicht-einfach-legenden







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Michael Fesser

unread,
Mar 30, 2013, 9:28:25 AM3/30/13
to
.oO(Friedolin Rumpf)

>Schlie�lich kommen wir zum seltsamsten aller Berichte, zum
>Auferstehungsbericht. Mit dieser Geschichte m�ssen wir unbedingt ins
>reine kommen. Ich h�rte einmal den Ausspruch: "Die Auferstehung beweist,
>da� es ein Leben nach dem Tode gibt, darum ist sie so wichtig. Sie
>beweist, da� die Pers�nlichkeit des Menschen den Tod �berdauert."

Zun�chst einmal w�re die Auferstehung selbst zu beweisen, bevor man
solche Schl�sse zieht. Unzul�ssige Schlu�folgerungen bzw. Zirkel-
schl�sse sind aber ein gern genutztes Mittel in den Religionen.

>Die Auferstehungsberichte sind nicht ein Bild f�r das Weiterleben nach
>dem Tode; sie bezeugen, da� eine absolut neue Existenzform in dieser
>Welt begonnen hat. Etwas Neues ist in die Welt gekommen, so umw�lzend
>neu wie einst das erste organische Lebewesen bei seiner Entstehung.

Nat�rlich kann man das bis ins Unendliche aufplustern und die dollsten
Dinge herbeiinterpretieren, aber da schon die Voraussetzung des Ganzen
unschl�ssig ist, ist auch alles darauf Aufbauende nur eine wirre Phanta-
sie ohne jeglichen realen Hintergrund. Das gesamte christliche Karten-
geb�ude basiert auf einem Trugschlu�, einer Halluzination.

Micha

--
http://mfesser.de/ | http://mfesser.de/www/gebetomat

Wer behauptet, irgendetwas sei auf �bernat�rliche Weise geschehen, sagt
nicht nur: "Wir verstehen es nicht", sondern auch: "Wir werden es nie
verstehen und versuchen es darum erst gar nicht." (Richard Dawkins)

J.Malberg

unread,
Mar 30, 2013, 9:59:24 AM3/30/13
to
Was gegen die Bibel spricht ist, dass in der Bibel *nichts* neues
steht. Alles was in der Bibel steht ist die Aufarbeitung vom Bekannten
und teilweise auch völlig falsch.

Jesus wurde nicht Immanuel genannt und als Immanuel bekannt!

Und warum schweigt die Bibel über die damaligen anderen - aber damalig
nicht bekannten - Hochkulturen der Mayas oder in China.

Auch wenn die Mayas grausamen Menschenopfer brachten, in der
Architektur, Mathematik. Astronomie und Verwaltung waren die den
Römern Lichtjahre voraus.

Peter Zander

unread,
Mar 30, 2013, 12:26:58 PM3/30/13
to
"J.Malberg" <j.ma...@gmail.com> schrieb am Sat, 30 Mar 2013 06:59:24
-0700 (PDT):

>Was gegen die Bibel spricht ist, dass in der Bibel *nichts* neues
>steht. Alles was in der Bibel steht ist die Aufarbeitung vom Bekannten
>und teilweise auch v�llig falsch.

Das christliche Buch der Widerspr�che und Universalausreden ist zwar
voller Fehler, bringt aber durchaus "NEUES". Etwa einen Forderer der
Liebe zu den Feinden, der sich seinerseits an Menschen mit der Ewigen
Pein im Feuer r�chen will. Oder einen an Minderwertigkeit kaum zu
�bertreffenden Allm�chtigen Sch�pfer der Himmel und der Erde, der sich
laut dem wichtigsten Gesetzeswerk der Bibel, den Zehn Geboten, an den
v�llig unschuldigen Kindern bis in die 4. Generation r�chen will, nur
weil ein Vorfahre anderen G�ttern gedient hat.

Wer aber an einen extrem verwirrten religi�sen Eiferer und
nachweislich gescheiterten Weltuntergangspropheten glauben will und an
einen giftigsten Feind der Religionsfreiheit, dem ist v�llig egal, was
seinem Gott in der Bibel an sadistischem Schwachsinn unterstellt wird.
Der bastelt sich sein eigenes Gottesbildchen, das er ben�tigt, um an
einen Erl�ser von einer von Verbrechern erfundenen Erbs�nde glauben zu
k�nnen in der Hoffnung, so das Ewige Leben im Reich eines laut Bibel
zehntausendfachen S�uglings- und Kindermassenm�rder zu erlangen.
Nachdenken �ber das, was er glaubt, verbieten sich viele Christen
selbst ;-)

Peter Zander

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