Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Zusammensetzung des Mensa Test?

75 views
Skip to first unread message

Thomas Hagen

unread,
Sep 24, 2001, 10:25:23 PM9/24/01
to
Hi!

Ich wüßte gerne aus welchen Teilen der bzw. die offiziellen Mensa
Tests bestehen, und evt. wie die gewichtet sind. Im RTL Test war ja
schon viel drin, einige Tests, die ich so finde, verzichten dagegen
auf einige Bereiche, zb den sprachlichen und den Erinnerungsteil. In
denen wird dann nur mit Zahlen und Zeichnungen gearbeitet.

Andere legen Tabellen/ein paar Sätze vor stellen danach Fragen, also:

Unter der Vorraussetzung das.......

Welcher satz stimmt?
a)......... ja/nein
b)......... ja/nein
c)........ ja/nein

Wie siehts da bei den Mensa Tests aus?

Darf man Bleistift und Papier benutzen?
Hat man Zeitbegrenzungen für jede einzelne Aufgabe (wie RTL) / für
jeden Abschnitt / oder für den gesamten Test.
Hat man Vorteile wenn man den Test schneller schafft?

Was macht man eigentlich als Mensa Mitglied, außer sich über seinen IQ
zu unterhalten?

Hat man irgendwelche konstitutionellen Vorteile? Bekommt man ein
Stipendium? Kann man Fächer studieren, für die sonst der NC nicht
langt? (Ich weiß von einem Fall, wo jemand ohne bestandenes Abitur
schon studiert - wie kann das sein?)

Viele Fragen... ist doch schon ein zeichen von intelligenz, oder ;-)

Danke im voraus.

Ciao,

Thomas Hagen
--
Manchmal ist das Licht am Ende des Tunnels
nur der Scheinwerfer des entgegenkommenden Zuges.

sabseB

unread,
Sep 25, 2001, 12:59:54 AM9/25/01
to
Thomas Hagen <Thomas...@gmx.net> schrieb in im Newsbeitrag:
ggpvqt05ar1cbv3es...@4ax.com...

> Was macht man eigentlich als Mensa Mitglied, außer sich über seinen
IQ
> zu unterhalten?

allerlei,
aber genau das thema habe ich noch nicht besprochen gehört

saBse
--
sB


Beate Rother

unread,
Sep 25, 2001, 6:14:45 AM9/25/01
to
Hallo Thomas,

>Ich wüßte gerne aus welchen Teilen der bzw. die offiziellen Mensa
>Tests bestehen,

am besten einfach mal machen (ich bin bei Mensa, also muß ich Dich dazu
auffordern ;-))

Technisches Verständnis ist im Mensa-Test nicht enthalten, Aufgaben
zum Gedächtnis haben sehr viel weniger Umfang als beim RTL-Test.

>
>Darf man Bleistift und Papier benutzen?

Bei den Zahlenreihen ja, bei den Gedächtnisaufgaben nein ;-))

>Hat man Zeitbegrenzungen für jede einzelne Aufgabe (wie RTL) / für
>jeden Abschnitt / oder für den gesamten Test.

für jeden Abschnitt

>Hat man Vorteile wenn man den Test schneller schafft?

Meinst Du, wenn Du alle Aufgaben richtig gelöst hast, aber weniger als die
erlaubte Zeit gebraucht? Nein, das geht in die Auswertung nicht ein.

>Was macht man eigentlich als Mensa Mitglied, außer sich über seinen IQ
>zu unterhalten?
>

Ich habe es in 16 Jahren Mirtgliedschaft noch nicht erlebt, daß Mensaner sich
über ihren IQ unterhielten außer ein Journalist fragte sie danach. Und dann
lautet die Antwort: Über 130, weil das das Aufnahmekriterium ist, alles weitere
ist unwichtig.

>
>Bekommt man ein Stipendium?

Einige Studienstiftungen führen bei der Auswahl ihrer Stipendiaten
Intelligenztests durch, teilweise dieselben, die Mensa verwendet. Könnte sein,
daß der Mensa-Test da angerechnet wird, aber ich weiß es nicht.


>Ich weiß von einem Fall,
>wo jemand ohne bestandenes Abitur schon studiert - wie kann das sein?

Ich vermute, er/sie ist über die "Begabtenprüfung" an die Uni gekommen,
Einzelheiten unterschiedlich je nach Bundesland.

Viele Grüße,

Beate

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 25, 2001, 7:27:54 AM9/25/01
to
Moin Beate!

Beate Rother schrieb:

> Ich habe es in 16 Jahren Mirtgliedschaft noch nicht erlebt, daß Mensaner sich
> über ihren IQ unterhielten außer ein Journalist fragte sie danach. Und dann
> lautet die Antwort: Über 130, weil das das Aufnahmekriterium ist, alles weitere
> ist unwichtig.

Es fällt mir schwer, Leuten, denen es wichtig zu sein scheint, daß sie
in einem Verein sind, in den nur jemand mit einem IQ über 130 kommt, zu
glauben, daß sie den genauen Wert ihres IQ unwichtig finden. Welche
Erklärung gibt es dafür?

Gruß,
Ingo

Beate Rother

unread,
Sep 25, 2001, 8:06:32 AM9/25/01
to
Moin Ingo,

>
>Es fällt mir schwer, Leuten, denen es wichtig zu sein scheint, daß sie
>in einem Verein sind, in den nur jemand mit einem IQ über 130 kommt, zu
>glauben, daß sie den genauen Wert ihres IQ unwichtig finden. Welche
>Erklärung gibt es dafür?
>

Das Wichtige sind die Anderen, Kontakt zu Menschen, die auf der gleichen
Wellenlänge schwimmen. Ich bin nicht bei Mensa eingetreten, weil ich mir etwas
auf meinem IQ einbilde, sondern wei ich endlich mal unter Leuten war, wo ich
mich sozusagen geistig austoben kann, ohne gleich für fürchterlich arrogant
gehalten zu werden. Und wo ich gelegentlich auch mal gefordert werde und
nicht alles immer leicht fällt.

Ein Fußball-Nationalspieler hätte vermutlich auch nicht viel Spaß daran, immer
nur in der Regionalliga zu spielen, und wer schon den 3fachen Axel springen
kann, möchte keine Kür trainieren, in der nur der 1fache vorkommt.

Grüßchen,

Beate

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 25, 2001, 8:20:16 AM9/25/01
to
Moin André!

André Janz schrieb:

> > Es fällt mir schwer, Leuten, denen es wichtig zu sein scheint, daß sie
> > in einem Verein sind, in den nur jemand mit einem IQ über 130 kommt, zu
> > glauben, daß sie den genauen Wert ihres IQ unwichtig finden. Welche
> > Erklärung gibt es dafür?

> Es hat keiner behauptet, daß uns unser IQ völlig unwichtig ist, aber wir
> geben halt nicht damit an :-)

Wieso meinst Du / meint Ihr, daß es Angeben wäre, den genauen Wert zu
nennen, es aber kein Angeben sei, einem Verein beizutreten, in dem
nachweislich nur Menschen mit einem IQ über 130 sind? Mir ist der
Unterschied nicht klar.

Gruß,
Ingo

André Janz

unread,
Sep 25, 2001, 7:58:51 AM9/25/01
to
Ingo Leschnewsky wrote:

> Es fällt mir schwer, Leuten, denen es wichtig zu sein scheint, daß sie
> in einem Verein sind, in den nur jemand mit einem IQ über 130 kommt, zu
> glauben, daß sie den genauen Wert ihres IQ unwichtig finden. Welche
> Erklärung gibt es dafür?

Es hat keiner behauptet, daß uns unser IQ völlig unwichtig ist, aber wir
geben halt nicht damit an :-) (Im Gegensatz zu den Amis, von denen
Cherno Jobatey in der IQ-Show erzählt hat). Generell über IQ und Tests
wird aber durchaus mal diskutiert, wie Du wohl in dieser Gruppe bemerkt
hast ;-).

Ciao,
André

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 25, 2001, 8:30:08 AM9/25/01
to
Moin Beate!

Beate Rother schrieb:

> Das Wichtige sind die Anderen, Kontakt zu Menschen, die auf der gleichen
> Wellenlänge schwimmen.

Dazu brauche ich doch aber nicht bei Mensa einzutreten. Oder ich könnte
ebenso gut einen Verein für Leute mit Schuhgröße 42 oder darunter
gründen.

> Ich bin nicht bei Mensa eingetreten, weil ich mir etwas
> auf meinem IQ einbilde, sondern wei ich endlich mal unter Leuten war, wo ich
> mich sozusagen geistig austoben kann,

Hm, das kann ich alleine meist sogar besser. Und wenn ich Anregungen von
außen brauche, dann schaue ich mal wieder ins Usenet rein. ;-)

> ohne gleich für fürchterlich arrogant
> gehalten zu werden.

Also ist Mensa eine Art Ghetto für arrogante Leute? Dann gehöre ich da
vielleicht auch hinein. :)

> Und wo ich gelegentlich auch mal gefordert werde und
> nicht alles immer leicht fällt.

Och, das erlebe ich schon oft genug im Alltag. Da hilft mir meine
Intelligenz nämlich ziemlich wenig.

> Ein Fußball-Nationalspieler hätte vermutlich auch nicht viel Spaß daran, immer
> nur in der Regionalliga zu spielen, und wer schon den 3fachen Axel springen
> kann, möchte keine Kür trainieren, in der nur der 1fache vorkommt.

Weshalb tun sie dann nicht was ganz anderes, wenn sie dazu keine Lust
mehr haben? Ein wenig Abwechslung kann Wunder wirken.

Gruß,
Ingo

Beate Rother

unread,
Sep 25, 2001, 9:04:35 AM9/25/01
to
Moin Ingo,

>Dazu brauche ich doch aber nicht bei Mensa einzutreten. Oder ich könnte
>ebenso gut einen Verein für Leute mit Schuhgröße 42 oder darunter
>gründen.

Sicher, vielleicht gibt es den sogar schon. Es gibt ja auch einen Verein langer
Menschen, in dem ich keine Chance habe, Mitglied zu werden, bin gerade mal 159
cm "groß". Der Sinn ist doch nur, daß sich Menschen mit gleichen Merkmalen
und/oder Interessen gerne zusammentun. Bei großgewachsenen Menschen ist das
kein Problem, bei Sportlern ist das kein Problem, bei intellektuell
Hochbegabten ist es plötzlich eins und mensch gilt als arrogant und
angeberisch. Warum?


>Weshalb tun sie dann nicht was ganz anderes, wenn sie dazu keine Lust
>mehr haben? Ein wenig Abwechslung kann Wunder wirken.
>

Sorry, da haben wir uns mißverstanden, ich wollte andeuten, daß der Fußballer
lieber in der Bundesliga spielt, weil er dort auf Leute seines Niveaus trifft,
und daß man ihn nicht daran hindern soll.

Grüßchen,

Beate

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 25, 2001, 9:25:02 AM9/25/01
to
Moin Beate!

Beate Rother schrieb:

> Sicher, vielleicht gibt es den sogar schon. Es gibt ja auch einen Verein langer


> Menschen, in dem ich keine Chance habe, Mitglied zu werden, bin gerade mal 159
> cm "groß". Der Sinn ist doch nur, daß sich Menschen mit gleichen Merkmalen
> und/oder Interessen gerne zusammentun. Bei großgewachsenen Menschen ist das
> kein Problem,

Bei gleichen Interessen schon, aber bei gleichen Merkmalen? Na gut, es
gibt zum Beispiel Selbsthilfegruppen für Querschnittsgelähmte, aber
Mensa sieht sich ja wohl nicht so gerne als Selbsthilfegruppe.

Bleibt die Frage: Haben Mensamitglieder nur ein gemeinsames Merkmal,
oder haben sie auch gemeinsame Interessen? Wobei dann wieder das
Interessante ist, was das Besondere an diesen gemeinsamen Interessen
ist, daß sie diesen nicht auch in anderen Vereinen frönen könnten.

> bei Sportlern ist das kein Problem, bei intellektuell
> Hochbegabten ist es plötzlich eins und mensch gilt als arrogant und
> angeberisch. Warum?

Weil Fleiß und hartes (körperliches) Training in unserer Gesellschaft
höher anerkannt sind als zum großen Teil angeborene geistige
Fähigkeiten. Ausnahme: Kleine Kinder werden noch hoch für solche
Fähigkeiten gelobt, aber mit zunehmendem Alter nervt es die anderen doch
eher, wenn jemand so viel besser weiß.

> Sorry, da haben wir uns mißverstanden, ich wollte andeuten, daß der Fußballer
> lieber in der Bundesliga spielt, weil er dort auf Leute seines Niveaus trifft,
> und daß man ihn nicht daran hindern soll.

Mensa als "Bundesliga der Denksportler"? Wenn ich dabei nur eines
Bruchteil des Lohns eines Fußballbundesligaprofis verdienen könnte, dann
würde ich sofort in den Verein eintreten...

Gruß,
Ingo

Beate Rother

unread,
Sep 25, 2001, 10:09:48 AM9/25/01
to
Moin Ingo,

>
>Bleibt die Frage: Haben Mensamitglieder nur ein gemeinsames Merkmal,
>oder haben sie auch gemeinsame Interessen?

sowohl als auch.

>Wobei dann wieder das
>Interessante ist, was das Besondere an diesen gemeinsamen Interessen
>ist, daß sie diesen nicht auch in anderen Vereinen frönen könnten.
>

Die Mitgliedschaft bei Mensa schließt die in anderen Vereinen ja
nicht aus. Wir sind da keine Konkurrenz.
Erfahrungsgemäß hat jeder Mensaner so ungefähr 10 Hobbies, für die er
bei Mensa Gesprächspartner findet. Da ist es praktischer, in einem
Verein zu sein als in 10. Außerdem sind die Gespräche abwechslungsreicher wegen
der Themenvielfalt, die es so bei anderen Vereinen nicht gibt.

Grüßchen,

Neate


sabseB

unread,
Sep 25, 2001, 10:32:46 AM9/25/01
to
Ingo Leschnewsky <ingo.les...@isg.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3BB06A3A...@isg.de...
...

> Es fällt mir schwer, Leuten, denen es wichtig zu sein scheint, daß
sie
> in einem Verein sind, in den nur jemand mit einem IQ über 130 kommt,
zu
> glauben, daß sie den genauen Wert ihres IQ unwichtig finden. Welche
> Erklärung gibt es dafür?
>
> Gruß,
> Ingo

ich weiß von niemandem, dass der eintritt in mensa
ein ziel per se gewesen ist
in vielen fällen ist der hohe IQ durch zufall oder spieltests
in erscheinung getreten
neugierige menschen möchten dann der frage nachgehen
was es damit auf sich hat, ob das denn stimmen kann u dgl

und mensa bietet den test nun mal an - als einzige
*ohne* eine einrichtung wie psychologen-praxis oder
therapieverwandtes hinter sich zu haben
- außerdem deshalb auch preiswerter und trotzdem "gültig"

und manche der getesteten nehmen das angebot,
mensa beizutreten, an - und manche nicht

ich weiß nicht, ob es leute gibt,
die unbedingt hechel-hechel in mensa sein wollen
vielleicht gibt es die tatsächlich
aber ich persönlich könnte das nicht nachvollziehen

aber wenn alle dort zu den 2% gehören
(was ja auch eine willkürliche grenze ist)
warum soll man sich über unterschiede,
die fast im messfehlerbereich liegen, unterhalten???

man freut sich aneinander
ärgert sich übereinander
entdeckt sich und andere in neuen zusammenhängen
alles wie im richtigen leben eben

grüße
saBse
--
sB


Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 25, 2001, 10:49:56 AM9/25/01
to
Moin!

sabseB schrieb:

> in vielen fällen ist der hohe IQ durch zufall oder spieltests
> in erscheinung getreten

Bei mir zum ersten Mal vor 34 Jahren bei der Einschulung.

> neugierige menschen möchten dann der frage nachgehen
> was es damit auf sich hat, ob das denn stimmen kann u dgl

Deswegen habe ich auch immer wieder alle möglichen Tests gerne
mitgemacht, ohne dafür allerdings Geld auszugeben. Oft waren es auch
einfach nur Eignungstests für Ausbildungen oder Jobs. Und bei solchen
Gelegenheiten bekam ich dann mehrfach zu hören, daß sie mich mit meinem
außergewöhnlichen Ergebnis gerne nehmen würden, aber ob ich mich denn
nicht vielleicht langweilen würde?

> und mensa bietet den test nun mal an - als einzige
> *ohne* eine einrichtung wie psychologen-praxis oder
> therapieverwandtes hinter sich zu haben
> - außerdem deshalb auch preiswerter und trotzdem "gültig"

Tja, brauche ich eigentlich einen "gültigen" Test, wenn mir bisher auch
schon alle "ungültigen" bescheinigt haben, daß mein IQ über 130 liegt?

> ich weiß nicht, ob es leute gibt,
> die unbedingt hechel-hechel in mensa sein wollen
> vielleicht gibt es die tatsächlich
> aber ich persönlich könnte das nicht nachvollziehen

Ich gehe davon aus, daß es Leute gibt, die in Mensa sein wollen.
Vielleicht nicht "unbedingt hechel-hechel", aber wenn es diese nicht
gäbe, dann gäbe es auch den Verein nicht.

> aber wenn alle dort zu den 2% gehören
> (was ja auch eine willkürliche grenze ist)
> warum soll man sich über unterschiede,
> die fast im messfehlerbereich liegen, unterhalten???

Im Gegenteil: Je "enger" es unter dem oberen Zweig der Glockenkurve
wird, desto bedeutender können schon kleine Unterschiede werden.

> man freut sich aneinander
> ärgert sich übereinander
> entdeckt sich und andere in neuen zusammenhängen
> alles wie im richtigen leben eben

Na, dann kann ich auch im richtigen Leben bleiben.

Gruß,
Ingo

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 25, 2001, 10:51:08 AM9/25/01
to
Moin Beate!

Beate Rother schrieb:

> Erfahrungsgemäß hat jeder Mensaner so ungefähr 10 Hobbies, für die er


> bei Mensa Gesprächspartner findet. Da ist es praktischer, in einem
> Verein zu sein als in 10. Außerdem sind die Gespräche abwechslungsreicher wegen
> der Themenvielfalt, die es so bei anderen Vereinen nicht gibt.

*Das* könnte mich überzeugen, wenn ich mal Zeit und Geld übrighaben
werde...

Gruß,
Ingo

Hans-Georg Michna

unread,
Sep 25, 2001, 10:40:37 AM9/25/01
to
Ingo Leschnewsky <ingo.les...@isg.de> wrote:

>Es fällt mir schwer, Leuten, denen es wichtig zu sein scheint, daß sie
>in einem Verein sind, in den nur jemand mit einem IQ über 130 kommt, zu
>glauben, daß sie den genauen Wert ihres IQ unwichtig finden. Welche
>Erklärung gibt es dafür?

Ingo,

erstens finden sie ihn vielleicht gar nicht unwichtig, aber es
gibt einfach nicht viel darüber zu reden. Und zweitens fällt den
meisten Mensa-Mitgliedern vielleicht auf, dass, wenn man schon
einen hohen IQ voraussetzen kann, der Erfolg im Leben nun
hauptsächlich von anderen Dingen abhängt und nicht mehr davon,
ob der IQ nun 131, 140 oder 150 ist.

In Mensa findet man sowohl sehr erfolgreiche Menschen als auch
soziale und gesellschaftliche Versager. Ein hoher IQ kann sehr
nützlich sein, aber er kann auch zu Problemen führen, besonders
in der Schule. Manche intelligente Leute scheitern an diesen
Problemen, andere meistern sie. Es ist viel interessanter, sich
darüber zu unterhalten als über die Höhe der IQ-Zahl.

Aber die allermeisten Unterhaltungen zwischen Mensa-Mitgliedern
drehen sich überhaupt nicht um den IQ, sondern um alle möglichen
anderen Themen, vom Kochen bis zur Wissenschaft. Nichts ist
tabu.

Hans-Georg

--
No mail, please.

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 25, 2001, 11:18:47 AM9/25/01
to
Moin Hans-Georg!

Hans-Georg Michna schrieb:

> In Mensa findet man sowohl sehr erfolgreiche Menschen als auch
> soziale und gesellschaftliche Versager. Ein hoher IQ kann sehr
> nützlich sein, aber er kann auch zu Problemen führen, besonders
> in der Schule. Manche intelligente Leute scheitern an diesen
> Problemen, andere meistern sie. Es ist viel interessanter, sich
> darüber zu unterhalten als über die Höhe der IQ-Zahl.

Wem sagst Du das? Aber dann hat es doch wiederum etwas von einer
Selbsthilfegruppe.

Gruß,
Ingo

Andreas Hirte

unread,
Sep 25, 2001, 12:16:23 PM9/25/01
to
Hallo Ingo,


Ingo Leschnewsky <ingo.les...@isg.de> schrieb:


>Bleibt die Frage: Haben Mensamitglieder nur ein gemeinsames Merkmal,
>oder haben sie auch gemeinsame Interessen? Wobei dann wieder das
>Interessante ist, was das Besondere an diesen gemeinsamen Interessen
>ist, daß sie diesen nicht auch in anderen Vereinen frönen könnten.

das gemeinsame Merkmal, in einem IQ-test ein Testergebnis oberhalb 98%
des zu erwartenden Ergebnisses der Gesamtbevölkerung zu erreichen, mag
als solches sicher ungewöhnlich anmuten. Da hast du auf den ersten
Blick völlig recht.
Dieser Eindruck verstärkt sich sogar noch, wenn du einmal über die
vermeintliche Banalität des Tests nachdenkst.

Umso erstaunlicher ist allerdings dann der Traffic in dieser NG und
das nachweislich (Einschaltquote)riesengrosse Interesse am RTL-Test.

zurück zu M.& I.:

Wenn du dich einmal aufraffst und an einer M.-Veranstaltung in deiner
Region - zB. Stammtisch - teilnimmst, wirst du allerdings schnell
feststellen, dass es einer Drogenwirkung gleichkommen kann, sich
heimisch zu fühlen, weil alle etwas Angenehmes gemeinsam haben.
Das gemeinsame Interesse sich für ein paar Minuten, Stunden oder
<Variable x Zeiteinheit> einmal geistig fallen lassen zu können,
Achtung: für die meisten M. heisst das nicht abschalten sondern
durchstarten und geistiger 'Bleifuss'!, ist eigentlich nur treffend zu
beschreiben, wenn man es einmal selbst erlebt hat.

Vielleicht hast du einmal Interesse dazuzustoßen (???). Du bist
herzlichst eingeladen, und vielleicht ziehst du einen Beitritt ja doch
in Erwägung - den Mitgliedschaftsvorraussetzung hast du nach deinen
Angaben schliesslich auf mehreren Plattformen bereits unter Beweis
gestellt.

Bis die Tage ein freundlicher Gruss,

Andreas

Michael Stratmann

unread,
Sep 25, 2001, 12:28:47 PM9/25/01
to
Hallo Ingo,

Ingo Leschnewsky schrieb:

> Wem sagst Du das? Aber dann hat es doch wiederum etwas von einer
> Selbsthilfegruppe.

Jeder Verein ist eine Selbsthilfegruppe.

Viele Grüße,
Michael

Joerg Karpa

unread,
Sep 25, 2001, 12:42:44 PM9/25/01
to
Hallo Ingo,

die meisten Ms erwähnen noch nicht einmal, daß sie bei Mensa sind. In
Extremfällen noch nicht einmal dem Lebensgefährten gegenüber.

Gruß
Jörg

P.S.: Ich bin bei Mensa gekommen, um es mir selber zu beweisen. Ich bin bei
Mensa geblieben, weil ich plötzlich nette Leute getroffen haben. Was hat das
mit dem IQ zu tun? Kein Ahnung, vielleicht nichts, vielleicht etwas mit
Wellenlänge u.ä. . Ist mein IQ wichtig? Mir ist war es wichtig, bevor ich
ihn wusste, nun ist er unwichtig. So als ob ich dringend den allerneuesten
Fernseher haben will und dann feststelle, daß der auch nur die gleichen
Filme zeigt. Mag kindisch sein, aber das erlaube ich mir halt ab und zu.
Muß man zu Mensa, um nette Leute zu treffen? Nein, aber muß ich jetzt aus
Mensa austreten, weil es woanders auch nette Leute gibt?


Ingo wrote...

Iris Hoth

unread,
Sep 25, 2001, 1:16:50 PM9/25/01
to
On Tue, 25 Sep 2001 16:49:56 +0200, Ingo Leschnewsky
<ingo.les...@isg.de> wrote:

>Tja, brauche ich eigentlich einen "gültigen" Test, wenn mir bisher auch
>schon alle "ungültigen" bescheinigt haben, daß mein IQ über 130 liegt?

dieser satz gefällt mir :-). ich sehe das im grunde genauso. wenn der
genaue IQ-wert egal ist (und da er mit auswahl und gewichtung der
testfragen variiert, müsste er so egal sein wie er beliebig ist),
reicht es völlig hin zu wissen, dass man überdurchschnittlich
intelligent ist. auch das muss man eigentlich nicht wissen, aber man
merkt es halt.

>Ich gehe davon aus, daß es Leute gibt, die in Mensa sein wollen.
>Vielleicht nicht "unbedingt hechel-hechel", aber wenn es diese nicht
>gäbe, dann gäbe es auch den Verein nicht.

ich habe eine reihe von homepages gesehen, die zwar wenig inhalt
boten, aber immerhin eine auflistung der vereinsmitgliedschaften. ich
würde sowas eine "verdeckte operation" nennen :-).

gruß
iris

--
hot)-(spot
http://www.hothspot.de/

Peter Kaisers

unread,
Sep 25, 2001, 1:29:04 PM9/25/01
to
Hallo

In article <1001412885...@news.nexgo.de>, b.ro...@freenet.de
says...

>
> >Ich wei=DF von einem Fall,


> >wo jemand ohne bestandenes Abitur schon studiert - wie kann das sein?
>

Da gibt es heutzutage mehrere Möglichkeiten zu. Sei es das du langjährige
Berufserfahrung und Qualifikationen hast und damit die Berechtigung hast
an die Uni zu gehen. Dann kannst du noch über die Begabtenförderung
reinkommen, trifft zwar hpts. auf Musik und Kunsthochschulen zu geht aber
auch an 'normalen' Unis. In NRW gibt es dann auch noch alle möglichen
abgespeckten Varianten des Abiturs, so dass du eben nicht das Vollabitur
machen musst.

Gruß
Peter

Peter Kaisers

unread,
Sep 25, 2001, 1:40:54 PM9/25/01
to

Hallo

In article <3BB09994...@isg.de>, ingo.les...@isg.de says...

> > aber wenn alle dort zu den 2% gehören
> > (was ja auch eine willkürliche grenze ist)
> > warum soll man sich über unterschiede,
> > die fast im messfehlerbereich liegen, unterhalten???
>
> Im Gegenteil: Je "enger" es unter dem oberen Zweig der Glockenkurve
> wird, desto bedeutender können schon kleine Unterschiede werden.
>

Man sollte vielelicht mal erwähnen, dass Mensa bei weitem nicht der
einzige Verein für hoochintelligente Leute ist. Da gibt es noch ca. 10
weitere (Hat nicht irgendjemand da mal eine URL zu?) mit teils noch
extremeren Aufnahmebedingungen (99,999 % statt 98 %) bei Mensa.

Die Genauigkeit des Ergebnisses eines IQ-Tests ist aber in den Extremen
Bereichen wohl nicht mehr so gut wie in den mittleren. Da hängt ja dann
auch extrem viel von der Tagesform usw. ab. Eine einzige anders
beantwortete Frage kann dich in dem hohen Bereich ja mehr Punkte kosten
als in dem mittleren. Deshalb macht es da wenig Sinn zu versuchen den
Wert möglichst genau festlegen zu wollen.

Gruß
Peter

Peter Kaisers

unread,
Sep 25, 2001, 1:44:44 PM9/25/01
to
Hallo

In article <3BB0A057...@isg.de>, ingo.les...@isg.de says...

> Wem sagst Du das? Aber dann hat es doch wiederum etwas von einer
> Selbsthilfegruppe.
>

Der Selbsthilfegruppeneffekt läst sich wegen der Ähnlichkeit der Probleme
vor denen Mensaner im Leben gestanden haben kaum vermeiden. Ist aber in
anderen Gruppierungen ja genau so. Wenn du im Sportverein mit einer
Bänderverletzung ankommst wird dir jeder seine Geschichte zu diesem Thema
angedeihen lassen und dir Hilfe anbieten. Wieso sollte das also bei Mensa
anders sein. Da es eben immer einige geben wird die Hilfe haben möchten
wird sich dem nicht verschlossen werden. Nach aussen entsteht dann leider
das Bild der Selbsthilfegruppe.

Gruß
Peter

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 25, 2001, 1:48:00 PM9/25/01
to
Moin Joerg!

Joerg Karpa schrieb:

> die meisten Ms erwähnen noch nicht einmal, daß sie bei Mensa sind. In
> Extremfällen noch nicht einmal dem Lebensgefährten gegenüber.

Ist denn das so peinlich, bei Mensa zu sein?

Gruß,
Ingo

Andreas Hirte

unread,
Sep 25, 2001, 1:53:19 PM9/25/01
to
Peter Kaisers <pet...@gmx.de> schrieb:

>(Hat nicht irgendjemand da mal eine URL zu?) mit teils noch
>extremeren Aufnahmebedingungen (99,999 % statt 98 %) bei Mensa.

http://www.prometheussociety.org/links/index.html

Bitte,

Andreas

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 25, 2001, 1:56:25 PM9/25/01
to
Moin Andreas!

Andreas Hirte schrieb:

> Wenn du dich einmal aufraffst und an einer M.-Veranstaltung in deiner
> Region - zB. Stammtisch - teilnimmst,

Ich war schon einmal in der kürzlich erwähnten verrauchten Kneipe in
Braunschweig dabei, weil das damals ganz in meiner Nähe lag.

> wirst du allerdings schnell
> feststellen, dass es einer Drogenwirkung gleichkommen kann, sich
> heimisch zu fühlen, weil alle etwas Angenehmes gemeinsam haben.

Hm, das hatte ich sogar erwartet, aber ich bin interessanterweise nicht
süchtig geworden.

> Das gemeinsame Interesse sich für ein paar Minuten, Stunden oder
> <Variable x Zeiteinheit> einmal geistig fallen lassen zu können,
> Achtung: für die meisten M. heisst das nicht abschalten sondern
> durchstarten und geistiger 'Bleifuss'!, ist eigentlich nur treffend zu
> beschreiben, wenn man es einmal selbst erlebt hat.

Ich habe das ab und zu schon mal erlebt, wenn die "passenden" Menschen
zusammentrafen, allerdings weniger bei dem besagten Mensa-Stammtisch.

> Vielleicht hast du einmal Interesse dazuzustoßen (???). Du bist
> herzlichst eingeladen,

s.o.

> und vielleicht ziehst du einen Beitritt ja doch
> in Erwägung - den Mitgliedschaftsvorraussetzung hast du nach deinen
> Angaben schliesslich auf mehreren Plattformen bereits unter Beweis
> gestellt.

Ich hatte mir schon mal Unterlagen schicken lassen. Inzwischen habe ich
zwar wieder etwas mehr Geld, aber mir fehlt einfach die Zeit (wer
schrieb von zehn Hobbies im Schnitt? ;-) ). Und ich sehe irgendwie nicht
ein, einem Verein beizutreten, für den ich gar keine Zeit habe. Da suche
ich lieber gezielt nach dem, was mir noch fehlt, nämlich eine
A-Capella-Gruppe, die noch einen Baß-Bariton sucht... ;-)

Gruß,
Ingo

Dirk Taggesell

unread,
Sep 25, 2001, 1:32:16 PM9/25/01
to
Ingo Leschnewsky wrote:
[...]
> Beate Rother schrieb:
[...]

>> bei Sportlern ist das kein Problem, bei intellektuell
>> Hochbegabten ist es plötzlich eins und mensch gilt als arrogant und
>> angeberisch. Warum?
>
> Weil Fleiß und hartes (körperliches) Training in unserer Gesellschaft
> höher anerkannt sind als zum großen Teil angeborene geistige
> Fähigkeiten. Ausnahme: Kleine Kinder werden noch hoch für solche
> Fähigkeiten gelobt, aber mit zunehmendem Alter nervt es die anderen doch
> eher, wenn jemand so viel besser weiß.

_Das_ ist sicher einer der Gründe. IMHO kann der "normale" Mensch es
leichter verkraften, daß ein anderer schneller rennen, höher springen oder
besser <Lieblingssportart einsetzen> kann als er selber. Aber wenn jemand
fürchten muß, daß ein anderer womöglich wesentlich intelligenter ist, dann
kann das schnell zur Ablehnung führen.

Das Unterstellen von Arroganz kann allerdings auch subtilere Gründe haben
(wieder IMHO). So kann es -- je nach dem sozialen Umkreis, in dem man sich
bewegt -- durchaus ungewöhnlich sein, sich gewählt, in grammatisch
korrekten Sätzen, eventuell noch mit Fremdwörtern gespickt, zu
artikulieren. Ohne daß man es übertreibt, wohlgemerkt. Für manche Ohren mag
sich das sehr intellektuell und abgehoben anhören.

> Mensa als "Bundesliga der Denksportler"? Wenn ich dabei nur eines
> Bruchteil des Lohns eines Fußballbundesligaprofis verdienen könnte, dann
> würde ich sofort in den Verein eintreten...

Dann mußt Du aber auch als Kasper in irgendwelchen Show auftreten und
öffentlich Denksport treiben (lange Zahlen im Kopf multiplizieren usw.).
Kommt alles darauf an, wie weit man sich prostituieren will. :-)

--
mit freundlichen Grüßen
Dirk Taggesell

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 25, 2001, 2:00:31 PM9/25/01
to
Moin Iris!

Iris Hoth schrieb:

> >Tja, brauche ich eigentlich einen "gültigen" Test, wenn mir bisher auch
> >schon alle "ungültigen" bescheinigt haben, daß mein IQ über 130 liegt?
> dieser satz gefällt mir :-). ich sehe das im grunde genauso. wenn der
> genaue IQ-wert egal ist (und da er mit auswahl und gewichtung der
> testfragen variiert, müsste er so egal sein wie er beliebig ist),
> reicht es völlig hin zu wissen, dass man überdurchschnittlich
> intelligent ist. auch das muss man eigentlich nicht wissen, aber man
> merkt es halt.

Und andere merken es auch... :)

> ich habe eine reihe von homepages gesehen, die zwar wenig inhalt
> boten, aber immerhin eine auflistung der vereinsmitgliedschaften. ich
> würde sowas eine "verdeckte operation" nennen :-).

Ich möchte die "unauffälligen" Mensa-Mitglieder ehrlich gesagt nur
ungern mit islamistischen Terroristen vergleichen...

Gruß,
Ingo

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 25, 2001, 2:02:06 PM9/25/01
to
Moin Peter!

Peter Kaisers schrieb:

> Man sollte vielelicht mal erwähnen, dass Mensa bei weitem nicht der
> einzige Verein für hoochintelligente Leute ist. Da gibt es noch ca. 10
> weitere (Hat nicht irgendjemand da mal eine URL zu?) mit teils noch
> extremeren Aufnahmebedingungen (99,999 % statt 98 %) bei Mensa.

Welchen IQ haben denn die zwei Mitglieder? ;-)

Gruß,
Ingo

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 25, 2001, 2:05:11 PM9/25/01
to
Moin Peter!

Peter Kaisers schrieb:

> [...] Nach aussen entsteht dann leider das Bild der Selbsthilfegruppe.

Wieso leider? Ich finde Selbsthilfegruppen so gut, daß ich selber schon
welche gegründet habe. (Fehlt eigentlich nur noch die SHG für Leute, die
gerne eine SHG gründen möchten...)

Gruß,
Ingo

Andreas Hirte

unread,
Sep 25, 2001, 2:02:21 PM9/25/01
to
Hallo Jörg,


"Joerg Karpa" <jo...@karpa.de> schrieb:


>die meisten Ms erwähnen noch nicht einmal, daß sie bei Mensa sind. In
>Extremfällen noch nicht einmal dem Lebensgefährten gegenüber.

das ist nur allzu natürlich, daß jemand mit seiner Zugehörigkeit zu
einer Minderheit nicht sofort souverän umgeht.

>P.S.: Ich bin bei Mensa gekommen, um ...

Ja, Mensa hat so viele Facetten... ;-)

(Sorry, aber nach S.Freud konnte ich den nicht ungeschoren...;
bitte das Smiley markieren und Schriftart vergrößern!)


Sehr freundlicher Gruss,

Andreas


PS: Morgen treten wir voraussichtlich zu zweit an.

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 25, 2001, 2:10:43 PM9/25/01
to
Moin Andreas!

Andreas Hirte schrieb:

> das ist nur allzu natürlich, daß jemand mit seiner Zugehörigkeit zu


> einer Minderheit nicht sofort souverän umgeht.

Wie lange brauchen denn Mensa-Mitglieder so im Durchschnitt bis zu ihrem
Coming Out?

Gruß,
Ingo

Iris Hoth

unread,
Sep 25, 2001, 2:59:42 PM9/25/01
to
On Tue, 25 Sep 2001 20:00:31 +0200, Ingo Leschnewsky
<ingo.les...@isg.de> wrote:

>> ich habe eine reihe von homepages gesehen, die zwar wenig inhalt
>> boten, aber immerhin eine auflistung der vereinsmitgliedschaften. ich
>> würde sowas eine "verdeckte operation" nennen :-).
>
>Ich möchte die "unauffälligen" Mensa-Mitglieder ehrlich gesagt nur
>ungern mit islamistischen Terroristen vergleichen...

hoppla... da hab ich wohl einen falschen terminus gewählt. sowas
wollte ich natürlich mitnichten zum ausdruck bringen. aber ich denke,
du weißt, wie ich es meinte. wobei _diese_ mensaner gar nicht mal die
unauffälligsten sind.

Iris Hoth

unread,
Sep 25, 2001, 2:59:43 PM9/25/01
to
On Tue, 25 Sep 2001 19:44:44 +0200, Peter Kaisers <pet...@gmx.de>
wrote:

>> Wem sagst Du das? Aber dann hat es doch wiederum etwas von einer
>> Selbsthilfegruppe.
>>
>Der Selbsthilfegruppeneffekt läst sich wegen der Ähnlichkeit der Probleme

>vor denen Mensaner im Leben gestanden haben kaum vermeiden....
>... Nach aussen entsteht dann leider
>das Bild der Selbsthilfegruppe.

selbsthilfegruppen scheinen hier ein schlechtes image zu haben. dabei
sind sie eine wirklich hervorragende einrichtung. selbsthilfegruppen
sollte es für jeden geben. gibt es wohl auch, nur... bei dem
reichhaltigen angebot an problemen ist es so schwierig, sich für eins
zu entscheiden :-)

Gabriele Conrad

unread,
Sep 25, 2001, 2:55:58 PM9/25/01
to
Ingo Leschnewsky wrote:
>
> Ist denn das so peinlich, bei Mensa zu sein?
>
Wenn Dich Leute fragen:"Du sag mal, Mensaner, sind das eigentlich ganz
normale Leute?", dann überlegt man sich das schon, ob es einem nicht
eigentlich peinlich sein sollte. Und es gibt natürlich auch Leute, die von
einem erwarten, daß man im Dunkeln leuchtet oder so...
Auf jeden Fall ist die Reaktion des Gegenübers gelegentlich ein wenig
befremdlich:^)

Tschüß,
Gabi
100% peinlichfest

Andreas Hirte

unread,
Sep 25, 2001, 4:32:19 PM9/25/01
to
Hallo Ingo,


Ingo Leschnewsky <ingo.les...@isg.de> schrieb:


>> das ist nur allzu natürlich, daß jemand mit seiner Zugehörigkeit zu
>> einer Minderheit nicht sofort souverän umgeht.
>
>Wie lange brauchen denn Mensa-Mitglieder so im Durchschnitt bis zu ihrem
>Coming Out?


Auch wenn es heissen sollte: "Pay no attention to the man behind the
curtain!" ,ist das , wie du es nennst, 'coming out', sicherlich von
der Lebenserfahrung, vom Selbstbewustsein (im eigentlichen Wortsinn),
vom Selbstverständnis um nur einige wichtige Aspekte zu nennen,
abhängig und spiegelt sich in unterbewusster Entscheidungsfindung
wider.
Danach kommt dann die jeweilige Entscheidung wieviel, und das trifft
nicht nur auf die M.-Mitgliedschaft zu, man bereit ist preiszugeben,
bzw. wieviel man davon für zweckmässig bzw. angemessen preiszugeben
hält.

Du wirst sicher bei einer Bewerbung um einen verantwortungvollen
perspektivischen Posten nicht deine Vorlieben für lebensgefährliche
Sportarten preisgeben. Das Taktgefühl ist gefragt und liegt bei jedem
in einem anderen Gewicht.

Zu Anderen kann ich keine Angaben machen.

Zu mir: Ausser meiner Frau, meinem Sohn(0,5J)und meinen Geschwistern
habe ich es niemandem ungefragt auf die Nase gerieben. Mittlerweile
erfährt es der, der es erfährt. Zugegeben, bei der Diskussion um die
RTL-Show war ich nicht in der ersten Reihe.

Du kannst mir gern in Kürze mitteilen, wie du das handhabst. ;-)

Freundlicher Gruss,

Andreas

--
"Kein Krieg ist heilig,
kein Krieg ist gerecht.
.. und auch für die sogenannten Sieger zuviel verlor'nes Blut."
PUR

Peter Kaisers

unread,
Sep 25, 2001, 6:48:27 PM9/25/01
to
Hall

> Welchen IQ haben denn die zwei Mitglieder? ;-)
>

Ich glaube bei der Vereinigung mit dem höchsten Prozentsatz ibt es knapp
40 Mitglieder weltweit. Steht leider nicht auf der Seite die Andreas
angegeben hat, ich glaub ich such mal welche ich da im Kopf hatte.

Gruß
Peter

Peter Kaisers

unread,
Sep 25, 2001, 6:50:27 PM9/25/01
to
Hallihallo

In article <3BB0C757...@isg.de>, ingo.les...@isg.de says...

Das Bild einer Selbsthilfegruppe vermittelt aber das Image, das hohe
Intelligenz was 'krankhaftes' oder nicht gewolltes ist. Aber dem ist ja
nicht so, wir wollen ja scheinbar alle intellient sein.

Gruß
Peter

Peter Kaisers

unread,
Sep 25, 2001, 6:52:18 PM9/25/01
to
Hallo


> selbsthilfegruppen scheinen hier ein schlechtes image zu haben. dabei
> sind sie eine wirklich hervorragende einrichtung. selbsthilfegruppen
> sollte es für jeden geben. gibt es wohl auch, nur... bei dem
> reichhaltigen angebot an problemen ist es so schwierig, sich für eins
> zu entscheiden :-)
>
Vielleicht sind die im Dutzend billiger. Aber so langsam denke ich wir
bekommen noch amerikanische Verhältnisse. Jedm sein eigener Psychiater.

:)

Gruß
Peter

Peter Kaisers

unread,
Sep 25, 2001, 6:54:28 PM9/25/01
to
Noch mal Hallo

In article <3BB0C350...@isg.de>, ingo.les...@isg.de says...

Peinlich nicht, aber die Reaktionen der Umgebung sind nciht so die
besten. Man wird in den Elitetopf geworfen und elitär zu sein ist in
Deutschland negativ besetzt.

Gruß
Peter

Joerg Karpa

unread,
Sep 26, 2001, 4:04:23 AM9/26/01
to
Hallo Ingo,

lies doch einfach noch mal durch, was Du hier alles zum Thema Mensa
geschrieben hast, und dann beantworte Dir selber, warum Ms mit der
Mitgliedschaft nicht hausieren gehen.

Gruß
Jörg

Ingo wrote...


> > die meisten Ms erwähnen noch nicht einmal, daß sie bei Mensa sind

> Ist denn das so peinlich, bei Mensa zu sein?


Hans-Georg Michna

unread,
Sep 26, 2001, 6:33:31 AM9/26/01
to
Ingo Leschnewsky <ingo.les...@isg.de> wrote:

>Ich hatte mir schon mal Unterlagen schicken lassen. Inzwischen habe ich
>zwar wieder etwas mehr Geld, aber mir fehlt einfach die Zeit (wer
>schrieb von zehn Hobbies im Schnitt? ;-) ). Und ich sehe irgendwie nicht
>ein, einem Verein beizutreten, für den ich gar keine Zeit habe. Da suche
>ich lieber gezielt nach dem, was mir noch fehlt, nämlich eine

Alles Ausreden ...

André Janz

unread,
Sep 26, 2001, 7:29:22 AM9/26/01
to
Peter Kaisers wrote:

> Man sollte vielelicht mal erwähnen, dass Mensa bei weitem nicht der
> einzige Verein für hoochintelligente Leute ist. Da gibt es noch ca. 10
> weitere (Hat nicht irgendjemand da mal eine URL zu?) mit teils noch
> extremeren Aufnahmebedingungen (99,999 % statt 98 %) bei Mensa.


Die zum Teil recht phantasievolle selbstgebastelte Tests verwenden, die
dann keinen wissenschaftlichen IQ mehr liefern. (99,999 % entspricht 1
Person von 100.000, um das also statistisch abzusichern, müßte man den
Test an 1 Mio Leuten eichen.)


> Die Genauigkeit des Ergebnisses eines IQ-Tests ist aber in den Extremen
> Bereichen wohl nicht mehr so gut wie in den mittleren. Da hängt ja dann
> auch extrem viel von der Tagesform usw. ab. Eine einzige anders
> beantwortete Frage kann dich in dem hohen Bereich ja mehr Punkte kosten
> als in dem mittleren. Deshalb macht es da wenig Sinn zu versuchen den
> Wert möglichst genau festlegen zu wollen.

Aus diesem Grund haben die anerkannten Tests auch recht viele Fragen,
damit von einer einzigen Frage nicht so viel abhängt. Insbesondere wird
der für den Test maximale IQ bereits erreicht, wenn noch nicht alle
Fragen richtig beantwortet werden, da der Zufall sonst im oberen Bereich
eine zu große Rolle spielen würde (wie auch im RTL-Test).

Ciao,
André

André Janz

unread,
Sep 26, 2001, 7:41:13 AM9/26/01
to
Hallo Ingo,

Ingo Leschnewsky wrote:

Hmm, also ich habe es meiner Familie, meiner damaligen Freundin und
meinem besten Freund erzählt. Ach ja, und ich habe es bei einer
Bewerbung für ein Stipendium angegeben - in dem Fall stört es mich
natürlich nicht, in die Elite-Ecke geschoben zu werden <bg>. (Weiß jetzt
aber nicht, ob es die beeindruckt hat, angenommen wurde ich jedenfalls.)
Aber ich muß es nicht jedem auf die Nase binden - wenn man irgendwie auf
das Thema Intelligenz kommt, würde ich es vielleicht erzählen, aber wenn
ich es völlig ohne Bezug einbringe, klingt es wieder nach Angeberei...
Genauso würde ich ohne Aufforderung erzählen, ich welchen Vereinen ich
sonst noch Mitglied bin, wenn das nicht gerade paßt (d.h. entweder das
Thema paßt, oder ich muß erklären, warum ich an einem Termin keine Zeit
habe).

Ciao,
André

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 26, 2001, 7:50:59 AM9/26/01
to
Moin Gabriele!

Gabriele Conrad schrieb:

> > Ist denn das so peinlich, bei Mensa zu sein?
> Wenn Dich Leute fragen:"Du sag mal, Mensaner, sind das eigentlich ganz
> normale Leute?", dann überlegt man sich das schon, ob es einem nicht
> eigentlich peinlich sein sollte.

Und wieso sollte einem das peinlicher sein als zum Beispiel die
Mitgliedschaft bei Bayern München oder der Schill-Partei?

[...]


> Auf jeden Fall ist die Reaktion des Gegenübers gelegentlich ein wenig
> befremdlich:^)

Könnte eventuell an fehlenden Informationen liegen, was wiederum mit der
"Unauffälligkeit" der Mensa-Mitglieder zusammenhängen könnte.

Gruß,
Ingo

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 26, 2001, 7:52:10 AM9/26/01
to
Moin!

Joerg Karpa schrieb:

> lies doch einfach noch mal durch, was Du hier alles zum Thema Mensa
> geschrieben hast, und dann beantworte Dir selber, warum Ms mit der
> Mitgliedschaft nicht hausieren gehen.

Na, *ich* weiß das doch. Ich wollte eigentlich nur wissen, ob das auch
den Mensa-Mitgliedern klar ist... ;-)

Gruß,
Ingo

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 26, 2001, 8:04:57 AM9/26/01
to
Moin Andreas!

Andreas Hirte schrieb:

> Zu mir: Ausser meiner Frau, meinem Sohn(0,5J)und meinen Geschwistern


> habe ich es niemandem ungefragt auf die Nase gerieben. Mittlerweile
> erfährt es der, der es erfährt. Zugegeben, bei der Diskussion um die
> RTL-Show war ich nicht in der ersten Reihe.
> Du kannst mir gern in Kürze mitteilen, wie du das handhabst. ;-)

Ich kann Dir jetzt schon mitteilen, wie ich das zum Beispiel in Bezug
auf meine Bisexualität handhabe (deswegen kam ich auch auf "Coming
Out"): Eigentlich genauso wie Du.

Heute gehe ich ziemlich offen damit um, meine nähere Umgebung
(Schwester, Partnerin, Freunde, etc.) weiß Bescheid, und ich habe auch
keine Scheu, bei "Bedarf" anderen davon zu erzählen. Allerdings binde
ich es den Leuten selten von mir aus auf die Nase. Auch habe ich bisher
meinen Vater "verschont", weil dieser sich wahrscheinlich nur unnötige
Gedanken und Sorgen machen würde. Bei passender Gelegenheit würde ich es
aber auch ihm mitteilen. Bislang weiß ich jedoch keinen Grund, weshalb
er das erfahren müßte. Dies alles fällt mir aber auch erst leichter,
nachdem ich bei einer Selbsthilfegruppe (für Bisexuelle) mitgemacht
habe.

Daß die Mitgliedschaft bei Mensa *nicht* dazu führt, daß man im
Allgemeinen über seine Intelligenz leichter reden kann als vorher, zeigt
mir jedoch, daß es sich wohl doch nicht um eine Selbsthilfegruppe zum
Thema Intelligenz handeln kann...

Gruß,
Ingo

Hans-Georg Michna

unread,
Sep 26, 2001, 8:56:42 AM9/26/01
to
Ingo Leschnewsky <ingo.les...@isg.de> wrote:

>Daß die Mitgliedschaft bei Mensa *nicht* dazu führt, daß man im
>Allgemeinen über seine Intelligenz leichter reden kann als vorher, zeigt
>mir jedoch, daß es sich wohl doch nicht um eine Selbsthilfegruppe zum
>Thema Intelligenz handeln kann...

Ingo,

vielleicht war das nur eine Einzelmeinung. Ich glaube, dass
Mensa-Kontakte meist auch dazu führen, dass man mit seiner
Intelligenz besser umgehen kann, sie besser versteht und daher
auch leichter darüber reden kann.

Ich sehe auch das Problem der Selbstdarstellung. Es ist in
Deutschland nicht üblich, dass man mit seinem IQ hausieren geht.
Der eigene IQ ist eher ein Tabu-Thema. Der Grund hierfür ist,
dass viele Menschen Angst vor dem ganzen Konzept haben. Sie
haben Angst, sie könnten unveränderlich dumm sein und man könnte
das auch noch messen. Oder sie haben Angst, dass andere kraft
ihrer nachgewiesenen Intelligenz als übermächtige Konkurrenten
auftreten könnten. Solche Ängste, begründet oder eher
unbegründet, geistern herum, seit der IQ erfunden wurde, und
deswegen stickt man seinen IQ nicht auf das Revers.

Ein etwas ähnliches Tabu ist die Höhe des Einkommens
(witzigerweise auch mit dem IQ korreliert). Auch dieses wird
meist geheim gehalten.

Das Sport-Cabrio hingegen zeigt man gerne vor. Warum, verstehe
ich nicht ganz, aber vielleicht dient es auch nur als Ersatz und
ist ja zwangsläufig sichtbar, wenn man damit vorfährt.

Was gibt es noch so für moderne Tabus? Ist eigentlich ein
interessantes Thema.

Hans-Georg

--
No mail, please.

André Janz

unread,
Sep 26, 2001, 9:42:21 AM9/26/01
to
Ingo Leschnewsky wrote:

> Gabriele Conrad schrieb:


>
>>Auf jeden Fall ist die Reaktion des Gegenübers gelegentlich ein wenig
>>befremdlich:^)
>>
> Könnte eventuell an fehlenden Informationen liegen, was wiederum mit der
> "Unauffälligkeit" der Mensa-Mitglieder zusammenhängen könnte.

Leider hat der RTL-Test selbst auch kaum Informationen über Mensa
gebracht, aber wenigstens das Interesse geweckt.
Als wir in diesem Sommer unseren Stammtisch einmal draußen vor dem Lokal
hatten, hatten wir auch ein ganz interessantes Gespräch mit ein paar
Leuten, denen es offenbar zuerst unangenehm war, uns zu fragen, ob wir
von Mensa sind. (wörtlich hieß es glaube ich sinngemäß: "Ja also, ich
wollte fragen, ob Sie die sind, die ich glaube?").
Naja, wir hatten wenigstens unseren Stammtisch-Wimpel auf dem Tisch
stehen, sonst wären wir wohl auch nicht aufgefallen. Aber wodurch soll
man sonst Deiner Meinung nach auffallen?

Ciao,
André

Iris Hoth

unread,
Sep 26, 2001, 2:10:59 PM9/26/01
to
On Wed, 26 Sep 2001 00:52:18 +0200, Peter Kaisers <pet...@gmx.de>
wrote:

>> ..... selbsthilfegruppen


>> sollte es für jeden geben. gibt es wohl auch, nur... bei dem
>> reichhaltigen angebot an problemen ist es so schwierig, sich für eins
>> zu entscheiden :-)
>>
>Vielleicht sind die im Dutzend billiger. Aber so langsam denke ich wir
>bekommen noch amerikanische Verhältnisse. Jedm sein eigener Psychiater.

aber nicht doch. da gibt es einen gewaltigen unterschied zwischen
vereinfacht gesagt: in selbsthilfegruppen gleichberechtigter und
eigenverantwortliche "genesungsarbeit" und beim psychiater abtreten
der verantwortung an eine fachautorität.

Gabriel Gaus

unread,
Sep 26, 2001, 2:12:32 PM9/26/01
to
Hi,

> Als wir in diesem Sommer unseren Stammtisch einmal draußen vor dem Lokal
> hatten, hatten wir auch ein ganz interessantes Gespräch mit ein paar
> Leuten, denen es offenbar zuerst unangenehm war, uns zu fragen, ob wir
> von Mensa sind. (wörtlich hieß es glaube ich sinngemäß: "Ja also, ich
> wollte fragen, ob Sie die sind, die ich glaube?").


wo wir gerade bei Stories und Anekdoten sind:

als ich mich das erste Mal für Mensa interessierte, war ich
mir nicht so sicher, ob es sich nicht vielleicht um eine
verkappte Sektenorganisation (à la Scientology, so mit
Einstein-Werbung, "Nutzung" geistigen Potentials usw.)
handeln könnte, weil ja auch der Name MinD (Mensa in
Deutschland) gewisse Ähnlichkeit mit der Abkürzung WISE hat
(World Institute of Scientology Enterprises).

Inzwischen hat sich natürlich längst herausgestellt, daß
dieser wunderbar unorganisierte Haufen noch nie versucht
hat, mir mehr abzubuchen als den Mitgliedsbeitrag, und ich
mußte auch nicht mit dem MinD-Magazin an der Hausecke
stehen. Im Gegenteil: So liebenswürdig chaotisch wie das
manchmal abläuft würde ich Mensa als das glatte Gegenteil
einer religiösen oder wirtschaftlichen Vereinigung ansehen.
:-)


Mir wurde auch schon von anderen Leuten erzählt, daß sie
ähnliche Gedanken gehegt haben - vielleicht sollten wir das
mal ganz offiziell klarstellen.

Grüßle,

Gabriel

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 26, 2001, 6:51:35 PM9/26/01
to
Moin Peter!

Am 26.09.01, 00:50:27, schrieb Peter Kaisers <pet...@gmx.de>:

> Das Bild einer Selbsthilfegruppe vermittelt aber das Image, das hohe
> Intelligenz was 'krankhaftes' oder nicht gewolltes ist. Aber dem ist ja
> nicht so, wir wollen ja scheinbar alle intellient sein.

Krankhaft? Nicht gewollt? SELBST-HILFE-GRUPPEN heißen die Dinger! Meinst
Du, Hilfe braucht man nur, wenn man krank ist?

Da treffen sich z.B. alleinerziehende Mütter oder Bisexuelle, um
Erfahrungen auszutauschen und vielleicht sogar durch die Begegnung mit
anderen "Betroffenen" auch ein wenig mehr Selbstvertrauen für den Alltag
zu bekommen. Klar, alleinerziehende Mütter haben auch manchmal was "nicht
gewolltes", und manche Leute halten Bisexualität für eine Krankheit.

Mal ganz ehrlich, wer Selbsthilfegruppen in solch eine Ecke stecken will,
der hätte meiner Meinung nach *gerade* eine Selbsthilfegruppe nötig. Am
besten eine für vorurteilsbehaftete Menschen...

Gruß,
Ingo

--
"Frau und Mann sind niemals frei.
Stets ist ein Gefühl dabei.
Und die Dummen sind gewöhnlich alle zwei."
Kurt Tucholsky

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 26, 2001, 8:43:21 PM9/26/01
to
Moin Hans-Georg!

Am 26.09.01, 12:33:31, schrieb Hans-Georg Michna
<hans-georgN...@michna.com>:

> Alles Ausreden ...

Ja, aber gute! :)

Gruß,
Ingo

--
"Ratlosigkeit und Unzufriedenheit sind die ersten Vorbedingungen des
Fortschritts." Thomas A. Edison

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 26, 2001, 8:43:26 PM9/26/01
to
Moin Iris!

Am 26.09.01, 20:10:59, schrieb Iris Hoth <ho...@hothspot.de>:

> aber nicht doch. da gibt es einen gewaltigen unterschied zwischen
> vereinfacht gesagt: in selbsthilfegruppen gleichberechtigter und
> eigenverantwortliche "genesungsarbeit" und beim psychiater abtreten
> der verantwortung an eine fachautorität.

Bei meiner Psychotherapeutin habe ich gerade nicht meine Verantwortung
abgegeben. Im Gegenteil, sie sorgte dafür, daß ich diese schließlich ganz
bewußt selber tragen konnte.

Irgendwo habe ich mal einen sehr treffenden Satz über Depressive gelesen:
"Depressive sind nicht bereit, die Verantwortung für ihr eigenes Leben zu
übernehmen." Daher muß es Aufgabe eines jeden Psychiaters oder
Psychotherapeuten sein, einen Patienten wieder in einen Zustand zu
bringen, wo er eben dieses wieder tut bzw. tun kann.

Eine Selbsthilfegruppe kann in Fällen, in denen ein Patient noch nicht so
weit ist, auch kaum weiterhelfen.

Gruß,
Ingo

--
"Habe gesagt: Swach wie eine Flasche leer. Muß sagen: Swach wie eine leer
Flasche." Kommentar von Giovanni Trapattoni zur sprachlichen Qualität
seiner berühmten Rede ("Ich habe fertig.")

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 26, 2001, 8:43:23 PM9/26/01
to
Moin Hans-Georg!

Am 26.09.01, 14:56:42, schrieb Hans-Georg Michna
<hans-georgN...@michna.com>:

> Ich sehe auch das Problem der Selbstdarstellung. Es ist in
> Deutschland nicht üblich, dass man mit seinem IQ hausieren geht.
> Der eigene IQ ist eher ein Tabu-Thema. Der Grund hierfür ist,
> dass viele Menschen Angst vor dem ganzen Konzept haben. Sie
> haben Angst, sie könnten unveränderlich dumm sein und man könnte
> das auch noch messen. Oder sie haben Angst, dass andere kraft
> ihrer nachgewiesenen Intelligenz als übermächtige Konkurrenten
> auftreten könnten. Solche Ängste, begründet oder eher
> unbegründet, geistern herum, seit der IQ erfunden wurde, und
> deswegen stickt man seinen IQ nicht auf das Revers.

Um es doch nochmal mit einer Krankheit zu vergleichen: Könnte es nicht
auch geradezu erleichternd sein, zu erfahren, daß man sein Gegenüber
deswegen so "merkwürdig" oder "schwierig" findet, weil es hochintelligent
ist? Wenn man weiß, worunter man "leidet", geht's einem doch auch
meistens gleich besser, solange es nicht gerade 'ne tödliche Krankheit
ist. Aber an Intelligenz ist glaub' ich noch niemand gestorben... ;-)

> Ein etwas ähnliches Tabu ist die Höhe des Einkommens
> (witzigerweise auch mit dem IQ korreliert). Auch dieses wird
> meist geheim gehalten.

Das habe ich noch nie begriffen, und bin deswegen wohl auch schon
manchesmal angeeckt. und bei Intelligenz fällt es mir halt auch schwer.
Schon in der Grundschule wurde ich als Angeber bezeichnet, weil ich nicht
einsah, daß ich ausgerechnet das, was ich nun mal gut konnte, nicht
zeigen sollte.

> Das Sport-Cabrio hingegen zeigt man gerne vor. Warum, verstehe
> ich nicht ganz, aber vielleicht dient es auch nur als Ersatz und
> ist ja zwangsläufig sichtbar, wenn man damit vorfährt.

Ich sag nur: "Phallus-Symbol"... ;-)

> Was gibt es noch so für moderne Tabus? Ist eigentlich ein
> interessantes Thema.

Oh ja! Ich bin allerdings political ziemlich incorrect, und erzähle
nahezu alles von mir (jedoch tratsche ich nicht über andere, weshalb ich
dann natürlich gleich wieder als egozentrisch gelte). Aber was wäre für
mich selber tabu? Vielleicht ein paar peinliche Erlebnisse aus meiner
Kindheit bzw. Jugend?

Gruß,
Ingo

--
"Selbstmord ist das größte Kompliment, das man der Gesellschaft machen
kann." Oscar Wilde

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 26, 2001, 8:43:25 PM9/26/01
to
Moin André!

Am 26.09.01, 15:42:21, schrieb André Janz
<5j...@informatik.uni-hamburg.de>:

> Als wir in diesem Sommer unseren Stammtisch einmal draußen vor dem Lokal
> hatten, hatten wir auch ein ganz interessantes Gespräch mit ein paar
> Leuten, denen es offenbar zuerst unangenehm war, uns zu fragen, ob wir
> von Mensa sind. (wörtlich hieß es glaube ich sinngemäß: "Ja also, ich
> wollte fragen, ob Sie die sind, die ich glaube?").

Das ist ja genau wie beim Bisexuellen-Stammtisch. :)

> Naja, wir hatten wenigstens unseren Stammtisch-Wimpel auf dem Tisch
> stehen,

Wir hatten damals einen Regenbogenwimpel auf dem Tisch stehen. ;-)

> sonst wären wir wohl auch nicht aufgefallen. Aber wodurch soll
> man sonst Deiner Meinung nach auffallen?

Nein, es geht mir nicht darum, besonders aufzufallen. Aber ich habe den
Eindruck, daß sich Mensaner in der Öffentlichkeit besonders bedeckt
halten (aus welchen Gründen jetzt auch immer). Und das finde ich ehrlich
gesagt schade. Das verbreitet für mich so etwas von einem "Geheimbund",
es erscheint etwas "elitär", wie Mensa ja gerade nicht erscheinen möchte.

Nein, das andere Extrem, wie es in Amerika üblich zu sein scheint, finde
ich auch nicht gut. Mensaner sind keine "besseren" Menschen, aber sie
sind ganz klar "andere" Menschen. Und das wissen auch die meisten von
euch, denn deswegen sind sie ja dabei. Nur wird gerade diese
Andersartigkeit *nach außen hin* immer wieder vertuscht.

Und ich glaube, es ist gerade diese Diskrepanz, die mich immer wieder von
einem Beitritt absehen läßt: Einerseits ist der Verein natürlich etwas
ganz besonderes, denn es kommt nicht jeder hinein. Andererseits versucht
man den Anschein von "Normalität" zu wahren, und das eigentlich Besondere
an dem Verein immer wieder zu verstecken.

Ich möchte nicht in einem Verein sein, auf den ich nicht auch öffentlich
stolz sein kann/darf.

Gruß,
Ingo

--
"Viele Frauen dagegen haben ein übersteigertes Bedürfnis nach Harmonie und
flunkern deshalb ab und an. Vor allem bei Geschlecht und Alter wird nicht
selten geschummelt." Aus der "Hamburger Morgenpost"

Hans-Georg Michna

unread,
Sep 27, 2001, 3:00:43 AM9/27/01
to
Ingo Leschnewsky <Gon...@tiscalinet.de> wrote:

>Und ich glaube, es ist gerade diese Diskrepanz, die mich immer wieder von
>einem Beitritt absehen läßt: Einerseits ist der Verein natürlich etwas
>ganz besonderes, denn es kommt nicht jeder hinein. Andererseits versucht
>man den Anschein von "Normalität" zu wahren, und das eigentlich Besondere
>an dem Verein immer wieder zu verstecken.
>
>Ich möchte nicht in einem Verein sein, auf den ich nicht auch öffentlich
>stolz sein kann/darf.

Ingo,

das ist ein interessantes Problem. Ich hatte ja schon versucht,
zu erklären, warum genaue Intelligenz-Definitionen in der
Bevölkerung in gewisser Weise tabu sind.

Was ich aber auch beobachte, ist, dass selbst innerhalb von
Mensa, wo man das am allerletzten erwarten sollte, eine Art
apologetischer Haltung gegenüber dem IQ, der doch die ganze
Basis von Mensa darstellt, eingenommen wird. Das geht so weit,
zu behaupten, dass der IQ eigentlich gar keine Bedeutung hat.

Das ist jedoch unwahr. Der IQ und die Intelligenz hat in unserer
von Technik und Wissenschaft zunehmend durchdrungenen Welt eine
steigende Bedeutung. Nur mag man darüber nicht gerne öffentlich
Stellung nehmen, weil es politisch unklug oder inkorrekt ist,
weil es die "Gefahr" birgt, Menschen auf einfache (zu einfache)
Weise zu bewerten. In dieser Ecke liegt der Knackpunkt.

Hier bei Mensa ist eine der wenigen Stellen, wo man über dieses
Thema halbwegs offen und unvoreingenommen diskutieren kann,
zumindest unter Mitgliedern.

Hans-Georg Michna

unread,
Sep 27, 2001, 3:00:41 AM9/27/01
to
Ingo Leschnewsky <Gon...@tiscalinet.de> wrote:

>Am 26.09.01, 12:33:31, schrieb Hans-Georg Michna
><hans-georgN...@michna.com>:

>> Alles Ausreden ...

>Ja, aber gute! :)

Ingo,

fadenscheinige.

Wir hatten hier mal einen Hardcore-Troll namens Boris von der
Linde, der geradezu verzweifelt und extrem hartnäckig versuchte,
Mensa und Intelligenz und IQ und Tests zu diskreditieren. Viele
hier werden sich noch gut an Boris erinnern.

Von Boris bist du zum Glück weit entfernt, aber manchmal
erinnert die eine oder andere Message von dir mich einn kleines
Bisschen an ihn. Deshalb meine Empfehlungen.

Hans-Georg Michna

unread,
Sep 27, 2001, 3:00:45 AM9/27/01
to
Ingo Leschnewsky <Gon...@tiscalinet.de> wrote:

>Am 26.09.01, 14:56:42, schrieb Hans-Georg Michna
><hans-georgN...@michna.com>:

>> Ich sehe auch das Problem der Selbstdarstellung. Es ist in
>> Deutschland nicht üblich, dass man mit seinem IQ hausieren geht.
>> Der eigene IQ ist eher ein Tabu-Thema. Der Grund hierfür ist,
>> dass viele Menschen Angst vor dem ganzen Konzept haben. Sie
>> haben Angst, sie könnten unveränderlich dumm sein und man könnte
>> das auch noch messen. Oder sie haben Angst, dass andere kraft
>> ihrer nachgewiesenen Intelligenz als übermächtige Konkurrenten
>> auftreten könnten. Solche Ängste, begründet oder eher
>> unbegründet, geistern herum, seit der IQ erfunden wurde, und
>> deswegen stickt man seinen IQ nicht auf das Revers.

>Um es doch nochmal mit einer Krankheit zu vergleichen: Könnte es nicht
>auch geradezu erleichternd sein, zu erfahren, daß man sein Gegenüber
>deswegen so "merkwürdig" oder "schwierig" findet, weil es hochintelligent
>ist? Wenn man weiß, worunter man "leidet", geht's einem doch auch
>meistens gleich besser, solange es nicht gerade 'ne tödliche Krankheit
>ist. Aber an Intelligenz ist glaub' ich noch niemand gestorben... ;-)

Ingo,

dem kann ich jetzt nicht so recht folgen. Die meisten
intelligenten Menschen, sogar die in Mensa, leiden ja keineswegs
unter ihrem IQ. Leiden tut nur eine kleine Minderheit. Und auch
die leidet nur sehr indirekt unter ihrem IQ, sondern vielmehr
darunter, dass sie in Konflikt mit der Schule geraten und dort
ausgegrenzt und psychisch geschädigt werden. Diese Dinge sind
gut dokumentiert und betreffen eine Minderheit, allerdings eine
beträchtliche Minderheit, der hochbegabten Kinder.

Die Kapazität auf diesem Gebiet in Deutschland ist Frau Dr. Aiga
Stapf, deren Vorträge einem gut die Augen dafür öffnen können.

So geschädigte Menschen landen dann manchmal bei Mensa und
können sich hier mehr oder weniger gut wieder geradebiegen.

Aber wie gesagt, es ist eine Minderheit und daher eher als
Sonderfall zu betrachten.

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 27, 2001, 4:48:20 AM9/27/01
to
Moin Hans-Georg!

Hans-Georg Michna schrieb:

> >Um es doch nochmal mit einer Krankheit zu vergleichen: Könnte es nicht
> >auch geradezu erleichternd sein, zu erfahren, daß man sein Gegenüber
> >deswegen so "merkwürdig" oder "schwierig" findet, weil es hochintelligent
> >ist? Wenn man weiß, worunter man "leidet", geht's einem doch auch
> >meistens gleich besser, solange es nicht gerade 'ne tödliche Krankheit
> >ist. Aber an Intelligenz ist glaub' ich noch niemand gestorben... ;-)

> dem kann ich jetzt nicht so recht folgen. Die meisten
> intelligenten Menschen, sogar die in Mensa, leiden ja keineswegs
> unter ihrem IQ.

Ich bezog das auch vielmehr z.B. auf Gesprächspartner von
Hochintelligenten. Ich selber habe die Erfahrung gemacht, daß relativ
viele Leute aus ihnen unerklärlichen Gründen Schwierigkeiten mit mir
hatten. Das merke ich halt an Attributen wie "faul", "arrogant",
"egozentrisch" oder einfach nur Ratlosigkeit mir gegenüber (mit
"exzentrisch" hätte ich ja noch leben können). Das sind aber aus meiner
Sicht alles nur Symptome gewesen. Ich behaupte auch nicht, daß meine
Intelligenz (bei der Einschulung hatten sie einen IQ von 136 oder 138
bei mir festgestellt) der alleinige Grund ist, denn sicherlich spielt
dabei auch Sozialisation und Vererbung eine Rolle.

> Leiden tut nur eine kleine Minderheit. Und auch
> die leidet nur sehr indirekt unter ihrem IQ, sondern vielmehr
> darunter, dass sie in Konflikt mit der Schule geraten und dort
> ausgegrenzt und psychisch geschädigt werden. Diese Dinge sind
> gut dokumentiert und betreffen eine Minderheit, allerdings eine
> beträchtliche Minderheit, der hochbegabten Kinder.

Bei mir ging es sogar schon vorher los. Ich spielte zwar mit
Gleichaltrigen, da ich aber mit vier Jahren lesen konnte, und einen
enormen Wissensvorsprung vor Gleichaltrigen hatte, war eigentlich kein
"gleichberechtigtes Spiel" möglich. Ich versuchte immer die anderen zu
dominieren: Entweder wurde das getan, was ich wollte - denn schließlich
wußte ich es ja besser als die anderen -, oder ich spielte halt nicht
mit, sondern für mich alleine. Da ist einiges bei meiner Sozialisation
schiefgelaufen, nicht zuletzt auch deshalb, weil ich nie im Kindergarten
war, da meine Eltern mich in dem Alter tagsüber bei meinen Großeltern
lassen konnten, die im gleichen Dorf wohnten.

Ich war quasi von klein auf der "Primus" unter Gleichaltrigen, und mußte
daher auch immer wieder als Vorbild herhalten, was ich als keiner Junge
natürlich auch sehr gerne tat. Daß ich schnell zum Außenseiter wurde,
dürfte inzwischen klar sein. Das änderte sich auch nicht wesentlich
während meiner Schulzeit. Nur wurde dort dann irgendwann meine
Vorbildfunktion nicht mehr benötigt, was mich in einer Art Vakuum
zurückließ, da das für mich bis dahin die einzige Möglichkeit war,
Aufmerksamkeit und Anerkennung zu erheischen.

> Die Kapazität auf diesem Gebiet in Deutschland ist Frau Dr. Aiga
> Stapf, deren Vorträge einem gut die Augen dafür öffnen können.

Die Augen sind mir schon geöffnet worden, und ich finde es auch gut, daß
heutzutage noch eher auf so etwas geachtet wird, und daß versucht wird,
solchen Kindern dann angemessen zu helfen. Leider hilft mir das heute
nicht mehr. Ich habe allerdings vor einigen Jahren eine Psychotherapie
gemacht, die mir sehr gut geholfen hat, damit besser leben zu können.
Aber einige Probleme bestehen bis heute, sie werden nur geschickt von
mir - auch mit Hilfe meiner Intelligenz - überspielt.

> So geschädigte Menschen landen dann manchmal bei Mensa und
> können sich hier mehr oder weniger gut wieder geradebiegen.

Deshalb ja meine Frage: Ist es denn nun eine Selbsthilfegruppe? Und wenn
ja, wie gut ist Mensa (auch gerade in meinem Fall) als Selbsthilfegruppe
geeignet?

Ich denke nämlich manchmal auch, daß mir der Umgang mit
"Gleichgesinnten" kaum weiterhelfen kann. Meine "Defizite" habe ich
nämlich eher beim Umgang mit "normalen Menschen". Mich unter
intelligenten Leuten angemessen zu verhalten, sehe ich nicht als mein
Problem an... ;-)

Und meine "Lernprobleme" werde ich durch eine Mensa-Mitgliedschaft
vermutlich auch nicht los.

> Aber wie gesagt, es ist eine Minderheit und daher eher als
> Sonderfall zu betrachten.

Ich habe eher den Eindruck, daß es eigentlich alle Hochintelligenten
betrifft, nur leiden diese aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen
auch unterschiedlich stark unter den Folgen.

Gruß,
Ingo

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 27, 2001, 4:55:52 AM9/27/01
to
Moin Hans-Georg!

Hans-Georg Michna schrieb:

> Wir hatten hier mal einen Hardcore-Troll namens Boris von der


> Linde, der geradezu verzweifelt und extrem hartnäckig versuchte,
> Mensa und Intelligenz und IQ und Tests zu diskreditieren. Viele
> hier werden sich noch gut an Boris erinnern.

Ich entsinne mich auch noch, denn ich habe früher schon mal hier
hereingeschaut.

> Von Boris bist du zum Glück weit entfernt, aber manchmal
> erinnert die eine oder andere Message von dir mich einn kleines
> Bisschen an ihn. Deshalb meine Empfehlungen.

Da kann ich Dich beruhigen, denn ich habe kein Interesse daran, Mensa
oder deren Mitglieder zu diskreditieren (dazu kenne ich auch schon
zuviele nette Mitglieder). ;-)

Ich bin nur einerseits schrecklich neugierig, und andererseits kenne ich
- wie schon in einem anderen Posting erwähnt - kaum Tabus, daher frage
ich einfach drauflos, auch wenn ich mir bewußt bin, daß manche meiner
Fragen ein wenig provokant sind.

Gleichzeitig ist es natürlich auch so etwas wie ein "Test", denn die
Antworten auf meine Fragen tragen natürlich erheblich zu meinem Bild
über Mensa bei, und haben daher auch Einfluß darauf, ob ich dem Verein
jemals beitreten werde.

Gruß,
Ingo

Gabriel Gaus

unread,
Sep 27, 2001, 8:18:20 AM9/27/01
to
Hans-Georg Michna wrote:

> Wir hatten hier mal einen Hardcore-Troll namens Boris von der
> Linde, der geradezu verzweifelt und extrem hartnäckig versuchte,
> Mensa und Intelligenz und IQ und Tests zu diskreditieren. Viele
> hier werden sich noch gut an Boris erinnern.

Stimmt. Demnächst ist doch Semesterbeginn, da müßte er doch
wieder auftauchen, oder?
<freu>


HGM, der Vergleich mit Boris ist ein wenig stark, oder?
Ich bin auch der Meinung, daß Intelligenz sowohl landläufig
als auch wissenschaftlich unterschiedlich beschrieben wird.
Eigenschaften der Psyche kann man wohl nicht immer 100%
eingrenzen. Klar, ich könnte jetzt was definieren, aber das
heißt noch lange nicht, daß die Definition für jeden gültig
ist. Oder gibt's einen internationales
Standardisierungsgremium zur Definition psychischer
Begrifflichkeiten?
#:-)


just my $.002

Gabriel

Gabriel Gaus

unread,
Sep 27, 2001, 8:21:59 AM9/27/01
to
Hallo Ingo,

Ingo Leschnewsky wrote:
> Und ich glaube, es ist gerade diese Diskrepanz, die mich immer wieder von
> einem Beitritt absehen läßt: Einerseits ist der Verein natürlich etwas
> ganz besonderes, denn es kommt nicht jeder hinein. Andererseits versucht
> man den Anschein von "Normalität" zu wahren, und das eigentlich Besondere
> an dem Verein immer wieder zu verstecken.

Eigentlich bin ich ganz froh, daß es mal einen Verein gibt,
wo man "ganz normal" sein kann. Ich will bei Mensa gar nix
besonderes sein, ich passe sonst schon in kein Formular. Die
Normalität suche ich - einmal nicht auffallen.
:-)



> Ich möchte nicht in einem Verein sein, auf den ich nicht auch öffentlich
> stolz sein kann/darf.

Stolz sein kann ich eigentlich nur auf eigene Verdienste -
wenn überhaupt...

Gabriel

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 27, 2001, 9:02:53 AM9/27/01
to
Moin Gabriel!

Gabriel Gaus schrieb:

> Eigentlich bin ich ganz froh, daß es mal einen Verein gibt,
> wo man "ganz normal" sein kann. Ich will bei Mensa gar nix
> besonderes sein, ich passe sonst schon in kein Formular. Die
> Normalität suche ich - einmal nicht auffallen.
> :-)

Wo Du das schreibst, fällt mir etwas ein, was ich damals zusammen mit
meiner Psychotherapeutin festgestellt hatte. Bei allen Gruppen,
Vereinen, etc. wo ich mitmachte, war ich immer etwas "besonderes". Ein
Beispiel: Ich war Mitglied im Blinden- und Sehbehindertensportverein,
aber nicht als blinder Sportler, sondern als sehender Trainer der
Mannschaft. Die "besondere Stellung", die ich schon als kleiner Junge
hatte, versuche ich immer wieder in Gruppen zu erreichen.

Ich schaffe es bis heute nicht, mich als "Gleicher unter Gleichen"
wirklich wohlzufühlen. Bei solchen Konstellationen fehlt mir etwas,
vermutlich Aufmerksamkeit und/oder Anerkennung, wie ich es von klein auf
gewohnt war. Daran sollte ich bestimmt auch nochmal arbeiten, doch das
ist nicht so einfach, da ich Situationen, in denen ich mich nicht
wohlfühle, möglichst auszuweichen versuche.

Und da liegt wahrscheinlich auch der Grund dafür, daß ich von dem
Mensa-Stammtisch, den ich mal besucht hatte, nicht so begeistert war,
wie ich es erwartet hatte: Die waren alle irgendwie wie ich, und das,
was an mir besonders ist, war dort nicht weiter auffällig. Eine für mich
ungewohnte Situation, in der ich wohl mal wieder gespürt habe, daß ich
außer meiner Intelligenz nicht viel vorzuweisen habe...

> > Ich möchte nicht in einem Verein sein, auf den ich nicht auch öffentlich
> > stolz sein kann/darf.
> Stolz sein kann ich eigentlich nur auf eigene Verdienste -
> wenn überhaupt...

Nun ja, ich betrachte es schon als eigenen Verdienst, den Aufnahmetest
bestanden zu haben...

Gruß,
Ingo

Hans-Georg Michna

unread,
Sep 27, 2001, 9:13:41 AM9/27/01
to
Ingo Leschnewsky <ingo.les...@isg.de> wrote:

>Ich habe eher den Eindruck, daß es eigentlich alle Hochintelligenten
>betrifft, nur leiden diese aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen
>auch unterschiedlich stark unter den Folgen.

Ingo,

Hochbegabte, die gleichzeitig gute soziale Fähigkeiten haben,
kommen mit ihrer Begabung eher gut zurecht. Die Frage hier ist
eher, ob sie unter den heutigen Schulbedingungen ihr Talent gut
ausschöpfen können. Besonders Mädchen neigen sehr zur Anpassung.

Hans-Georg Michna

unread,
Sep 27, 2001, 9:13:40 AM9/27/01
to
Ingo Leschnewsky <ingo.les...@isg.de> wrote:

>Gleichzeitig ist es natürlich auch so etwas wie ein "Test", denn die
>Antworten auf meine Fragen tragen natürlich erheblich zu meinem Bild
>über Mensa bei, und haben daher auch Einfluß darauf, ob ich dem Verein
>jemals beitreten werde.

Ingo,

aus Mensa wieder austreten tun jedenfalls nicht auffällig viele.

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 27, 2001, 9:51:57 AM9/27/01
to
Moin Hans-Georg!

Hans-Georg Michna schrieb:

> >Gleichzeitig ist es natürlich auch so etwas wie ein "Test", denn die


> >Antworten auf meine Fragen tragen natürlich erheblich zu meinem Bild
> >über Mensa bei, und haben daher auch Einfluß darauf, ob ich dem Verein
> >jemals beitreten werde.

> aus Mensa wieder austreten tun jedenfalls nicht auffällig viele.

Das könnte auch damit zu tun haben, daß sich all die intelligenten Leute
den Beitritt sehr genau überlegt haben. Interessant wäre daher für mich
in diesem Zusammenhang auch der Anteil derjenigen mit einem IQ über 130,
die gar nicht erst bei Mensa eingetreten sind, und zwar einmal bezogen
auf alle Leute, die beim Test über 130 kamen, und dann auch bezogen auf
die Gesamtheit mit IQ über 130, was sich ja aufgrund der statistischen
Zusammenhänge ermitteln läßt.

Gruß,
Ingo

Gabriele Conrad

unread,
Sep 27, 2001, 10:27:33 AM9/27/01
to
Ingo Leschnewsky <ingo.les...@isg.de> schrieb > Moin
Hans-Georg!

> Interessant wäre daher für mich
> in diesem Zusammenhang auch der Anteil derjenigen mit einem IQ
über 130,
> die gar nicht erst bei Mensa eingetreten sind, und zwar einmal
bezogen
> auf alle Leute, die beim Test über 130 kamen, und dann auch
bezogen auf
> die Gesamtheit mit IQ über 130, was sich ja aufgrund der
statistischen
> Zusammenhänge ermitteln läßt.

Und wenn man schon mal dabei ist, vielleicht auch noch die Leute
rausrechnen, die einen IQ von über 130 haben und nichts davon
wissen, und diejenigen, die einen IQ von über 130 haben, davon
wissen und Mensa nicht kennen.
Im Endeffekt ist hier eigentlich von Interesse, wieviele Leute
den Test bei Mensa gemacht haben, und trotz des Erreichens eines
IQs von über 130 dann doch nicht eingetreten sind.
Und noch viel mehr von Interesse wäre dann, aus welchen
Gründen...

Und wer bin ich eigentlich, und wenn ja wie viele? :-)

Gabi


Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 27, 2001, 11:45:11 AM9/27/01
to
Moin Kerstin!

Kerstin Michler schrieb:

> *Weshalb* brauchst Du immer Deine "Extrawurst"?

Ich hatte es ja schon angedeutet, und kann das auch noch etwas
ausführen. Es hängt meiner Ansicht nach mit dem "Urvertrauen" zusammen.
Damit meine ich das Vertrauen in mich und die Welt, daß ich ok bin, so
wie ich bin, und allein deswegen liebenswert bin, ohne daß ich besondere
Leistungen vollbringen müsste, um geliebt zu werden. Dieses Urvertrauen
mußte ich mühsam erst wieder erlernen, und inzwischen habe ich auch ein
wenig davon. Ich merke das zum Beispiel in meiner (glücklichen)
Partnerschaft.

Als kleiner Junge wurde ich (vor allem von Eltern und Verwandten) gelobt
und dafür gemocht, wenn ich brav und artig war, und wenn ich zeigte, was
ich tolles konnte. Ansonsten war ich halt unartig, und unartige Kinder
werden nicht gemocht. Das ging soweit, daß meine Eltern mit mir in den
Sechzigern einmal zu einer Psychologin gingen, weil ich "immer so
bockig" war (da gab's dann die Standardtests und ein EEG, aber es wurde
natürlich nichts festgestellt), und später, wohl zu Beginn der Pubertät
hatten sie solche Probleme mit meiner Erziehung, daß überlegt wurde,
mich in ein Heim zu geben. Ich habe noch viele Jahre nach meiner
Pubertät geglaubt, ich müsse etwas dafür tun, gemocht zu werden, und
dann entwickelten sich wohl auch irgendwann meine Depressionen.

Seit meiner Psychotherapie geht es mir besser als je zuvor, jedoch sind
wohl immer noch "Verhaltensreste" aus frühester Kindheit vorhanden. Es
reicht anscheinend nicht aus, zu wissen, wo die Ursachen liegen. Ich
brauche eventuell doch nochmal eine weitere Therapie. Leider wohne ich
inzwischen über 300 km von meiner früheren Psychotherapeutin entfernt.
Da mein Leidensdruck im Moment aber eher gering ist, verspüre ich auch
nicht so sehr das Bedürfnis danach.

> Es wäre sicher
> hochinteressant (für Dich), das herauszufinden. Es könnte dein Leben
> möglicherweise wesentlich vereinfachen, wenn Du diesem Zwang nicht
> mehr unterworfen wärst.

Ja, das würde sicherlich einiges ändern.

> Vergiß niemals, Du bist einmalig - genau wie alle anderen Menschen
> auch. ;-)

Ich selber weiß das, und ich zeige es ja auch immer wieder. :)

> Kerstin, die es genießt, ab und an genauso zu sein wie alle anderen

Ich konnte dem noch nie etwas abgewinnen und finde es langweilig. Ich
selber bevorzuge ja auch Leute, die eben nicht so sind wie alle
anderen...

Gruß,
Ingo

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 27, 2001, 11:46:50 AM9/27/01
to
Moin Gabriele!

Gabriele Conrad schrieb:

> Im Endeffekt ist hier eigentlich von Interesse, wieviele Leute


> den Test bei Mensa gemacht haben, und trotz des Erreichens eines
> IQs von über 130 dann doch nicht eingetreten sind.

Sachichdoch...

> Und wer bin ich eigentlich, und wenn ja wie viele? :-)

42

Gruß,
Ingo

Ortrun Mack

unread,
Sep 27, 2001, 12:34:32 PM9/27/01
to

Hallo Ingo,

> ...


> Ich selber bevorzuge ja auch Leute, die eben nicht so sind wie alle
> anderen...
>

na dann bist Du ja bei Mensa gerade richtig. Wir sind nicht so wie alle
anderen. Zumindest nicht immer :-)

Ortrun,
endlich mal nix besonderes


Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 27, 2001, 12:18:28 PM9/27/01
to
Moin Ortrun!

Ortrun Mack schrieb:

> > ...
> > Ich selber bevorzuge ja auch Leute, die eben nicht so sind wie alle
> > anderen...
> na dann bist Du ja bei Mensa gerade richtig. Wir sind nicht so wie alle
> anderen. Zumindest nicht immer :-)

Aber die sind da alle so wie ich. Das ist vermutlich noch schlimmer! ;-)

Gruß,
Ingo

Jens Bernsdorf

unread,
Sep 27, 2001, 3:37:14 PM9/27/01
to
Kerstin Michler schrieb:

> >> na dann bist Du ja bei Mensa gerade richtig. Wir sind nicht so wie alle
> >> anderen. Zumindest nicht immer :-)
> >Aber die sind da alle so wie ich. Das ist vermutlich noch schlimmer! ;-)

> Nein, die sind da weiß Gott nicht so wie Du. Schon gar nicht alle. ;-)
> Das einzige, was sie miteinander gemeinsam haben, ist eigentlich, daß
> sie Individualisten sind. Jeder auf seine Art, damit's nicht so
> langweilig ist. :-)

ICH BIN KEIN INDIVIDUALIST!!! ;-)

--
Die besten Grüße
Meister Jens

Gabriel Gaus

unread,
Sep 27, 2001, 5:15:00 PM9/27/01
to
Jens Bernsdorf wrote:
>
> Kerstin Michler schrieb:
> > [...]

> > Nein, die sind da weiß Gott nicht so wie Du. Schon gar nicht alle. ;-)
> > Das einzige, was sie miteinander gemeinsam haben, ist eigentlich, daß
> > sie Individualisten sind. [...]

> ICH BIN KEIN INDIVIDUALIST!!! ;-)

Setz' Dich und nimm' Dir 'nen Keks! Jeder nur ein Kreuz!
:-)

SCNR,

Gabriel

Gabriel Gaus

unread,
Sep 27, 2001, 5:21:27 PM9/27/01
to
Hallo Ingo!

> Ich schaffe es bis heute nicht, mich als "Gleicher unter Gleichen"
> wirklich wohlzufühlen. Bei solchen Konstellationen fehlt mir etwas,
> vermutlich Aufmerksamkeit und/oder Anerkennung, wie ich es von klein auf
> gewohnt war.

Hmhm; vielleicht ist ja das ein ganz interessanter Punkt -
bei Mensa wird Intelligenz als gegeben vorausgesetzt. Man
spielt natürlich gerne mit der Intelligenz als Fähigkeit, so
wie man einer kleinen Katze Kunststückchen beibringt -
Rätsel, anspruchsvolle Spiele, Diskussionen.

Aber aufgrund der Intelligenz ist da keiner was besonderes.
Und vielleicht geht es auch anderen so, daß sie früher
vorwiegend über diese möglicherweise bei ihnen auffallende
Eigenschaft wahrgenommen wurden und deshalb eine bestimmte
Rolle annahmen. Bei solchen Treffen kann man die anderen nur
sehr schwer mit Intelligenzleistungen wirklich beeindrucken,
also muß man sich mal auf was anderes verlegen - und findet
möglicherweise einen ganz ungewohnten Menschen in sich. Und
eine ganz andere Form von Freundschaften.

Muß mal eine Weile drüber nachdenken.


Gabriel

André Janz

unread,
Sep 28, 2001, 5:45:28 AM9/28/01
to
Hallo Ingo,

Ingo Leschnewsky wrote:

> Am 26.09.01, 14:56:42, schrieb Hans-Georg Michna
>

> Um es doch nochmal mit einer Krankheit zu vergleichen: Könnte es nicht
> auch geradezu erleichternd sein, zu erfahren, daß man sein Gegenüber
> deswegen so "merkwürdig" oder "schwierig" findet, weil es hochintelligent
> ist? Wenn man weiß, worunter man "leidet", geht's einem doch auch
> meistens gleich besser, solange es nicht gerade 'ne tödliche Krankheit
> ist. Aber an Intelligenz ist glaub' ich noch niemand gestorben... ;-)


ACK. Ich verstehe vieles an mir selbst besser, seid ich meinen IQ weiß.
Ob es anderen Leuten helfen würde, wenn ich es ihnen erzählen würde,
weiß ich nicht - ich habe allerdings festgestellt, daß ich im Laufe der
Zeit (Grundschule->Gymnasium->Oberstufe->Uni) immer besser mit anderen
Leuten klarkomme, was daran liegen mag, daß der Durchschnitts-IQ meiner
Umgebung gestiegen ist.

>>Ein etwas ähnliches Tabu ist die Höhe des Einkommens
>>(witzigerweise auch mit dem IQ korreliert). Auch dieses wird
>>meist geheim gehalten.
>>
> Das habe ich noch nie begriffen, und bin deswegen wohl auch schon
> manchesmal angeeckt. und bei Intelligenz fällt es mir halt auch schwer.
> Schon in der Grundschule wurde ich als Angeber bezeichnet, weil ich nicht
> einsah, daß ich ausgerechnet das, was ich nun mal gut konnte, nicht
> zeigen sollte.


Kommt mir bekannt vor - es hat mich ziemlich gestört, wenn Lehrer die
Dinge grob vereinfacht haben. Und später war es gerade in Mathe geradezu
ein Hobby von mir, meine Lehrer zu korrigieren (natürlich nur, wenn es
gerechtfertigt war :-) ).

Ciao,
André

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 28, 2001, 6:30:07 AM9/28/01
to
Moin Kerstin!

Kerstin Michler schrieb:

> >> na dann bist Du ja bei Mensa gerade richtig. Wir sind nicht so wie alle


> >> anderen. Zumindest nicht immer :-)
> >Aber die sind da alle so wie ich. Das ist vermutlich noch schlimmer! ;-)

> Nein, die sind da weiß Gott nicht so wie Du. Schon gar nicht alle. ;-)
> Das einzige, was sie miteinander gemeinsam haben, ist eigentlich, daß

> sie Individualisten sind. Jeder auf seine Art, damit's nicht so
> langweilig ist. :-)

Sag' ich doch: Die sind alle wie ich! :)))

KERSTIN:
Look. You've got it all wrong. You don't need to follow me. You
don't need to follow anybody! You've got to think for yourselves. You're
all individuals!
MENSA-MEMBERS:
Yes, we're all individuals!
BRIAN:
You're all different!
MENSA-MEMBERS:
Yes, we are all different!
INGO:
I'm not.

Gruß,
Ingo

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 28, 2001, 6:40:38 AM9/28/01
to
Moin Gabriel!

Gabriel Gaus schrieb:

> Aber aufgrund der Intelligenz ist da keiner was besonderes.


> Und vielleicht geht es auch anderen so, daß sie früher
> vorwiegend über diese möglicherweise bei ihnen auffallende
> Eigenschaft wahrgenommen wurden und deshalb eine bestimmte
> Rolle annahmen. Bei solchen Treffen kann man die anderen nur
> sehr schwer mit Intelligenzleistungen wirklich beeindrucken,
> also muß man sich mal auf was anderes verlegen - und findet
> möglicherweise einen ganz ungewohnten Menschen in sich.

Hm, ich weiß ziemlich genau, was ich bei solchen Gelegenheiten finde,
denn dann lege ich meist ein extremes Verhalten an den Tag, indem ich
mich zurückziehe. Schlimmstenfalls kommuniziere ich nicht nur nicht
mehr, sondern bin auch noch mit den Gedanken ganz woanders...

> Und eine ganz andere Form von Freundschaften.
> Muß mal eine Weile drüber nachdenken.

Ich auch. Vielen Dank für Deine Antwort!

Gruß,
Ingo

Hans-Georg Michna

unread,
Sep 28, 2001, 6:36:53 AM9/28/01
to
Ingo Leschnewsky <ingo.les...@isg.de> wrote:

>Ich habe noch viele Jahre nach meiner
>Pubertät geglaubt, ich müsse etwas dafür tun, gemocht zu werden

Ingo,

das glaube ich aber auch. Ich tue ständig etwas dafür, "gemocht"
zu werden. Gehört im beruflichen Feld sogar in gewisser Weise zu
meinem Berufsethos (als selbständiger Computerberater).

Und im privaten Bereich ist es sicherlich erst recht ganz gut,
wenn man etwas dafür tut, gemocht zu werden. Daran kann ich
nichts Schlechtes erkennen.

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 28, 2001, 7:05:24 AM9/28/01
to
Moin André!

André Janz schrieb:

> [...] ich habe allerdings festgestellt, daß ich im Laufe der


> Zeit (Grundschule->Gymnasium->Oberstufe->Uni) immer besser mit anderen
> Leuten klarkomme, was daran liegen mag, daß der Durchschnitts-IQ meiner
> Umgebung gestiegen ist.

Ich habe zwar auch zweimal studiert, aber diesen Eindruck hatte ich in
meinem Fall nicht.

> Kommt mir bekannt vor - es hat mich ziemlich gestört, wenn Lehrer die
> Dinge grob vereinfacht haben. Und später war es gerade in Mathe geradezu
> ein Hobby von mir, meine Lehrer zu korrigieren (natürlich nur, wenn es
> gerechtfertigt war :-) ).

Jaja, das kenne ich auch noch sehr gut...

Mein Mathelehrer fand es jedenfalls nicht gerechtfertigt, daß ich wegen
zu geringer Auslastung nebenbei zu stricken begann. ;-)

Gruß,
Ingo

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 28, 2001, 7:49:10 AM9/28/01
to
Moin Hans-Georg!

Hans-Georg Michna schrieb:

> das glaube ich aber auch. Ich tue ständig etwas dafür, "gemocht"


> zu werden. Gehört im beruflichen Feld sogar in gewisser Weise zu
> meinem Berufsethos (als selbständiger Computerberater).
> Und im privaten Bereich ist es sicherlich erst recht ganz gut,
> wenn man etwas dafür tut, gemocht zu werden. Daran kann ich
> nichts Schlechtes erkennen.

Fühlst Du Dich dadurch nicht unter Druck gesetzt, ständig etwas tun zu
müssen?

Gruß,
Ingo

André Janz

unread,
Sep 28, 2001, 7:53:43 AM9/28/01
to
Hi Ingo,

Ingo Leschnewsky wrote:

> André Janz schrieb:
>
>>[...] ich habe allerdings festgestellt, daß ich im Laufe der
>>Zeit (Grundschule->Gymnasium->Oberstufe->Uni) immer besser mit anderen
>>Leuten klarkomme, was daran liegen mag, daß der Durchschnitts-IQ meiner
>>Umgebung gestiegen ist.
>>
> Ich habe zwar auch zweimal studiert, aber diesen Eindruck hatte ich in
> meinem Fall nicht.


Hmm - was hast Du studiert? Vielleicht waren das eher weniger
Intelligenz-intensive Fächer (ohne Dich jetzt beleidigen wollen ;-) ).
Aber klar, Intelligenz ist bestimmt nicht der einzige Faktor in der
Beziehung zu anderen Leuten.

>Kommt mir bekannt vor - es hat mich ziemlich gestört, wenn Lehrer die
>>Dinge grob vereinfacht haben. Und später war es gerade in Mathe geradezu
>>ein Hobby von mir, meine Lehrer zu korrigieren (natürlich nur, wenn es
>>gerechtfertigt war :-) ).
>>
> Jaja, das kenne ich auch noch sehr gut...
>
> Mein Mathelehrer fand es jedenfalls nicht gerechtfertigt, daß ich wegen
> zu geringer Auslastung nebenbei zu stricken begann. ;-)

Also, ich habe im Leistungskurs mit einem Kumpel zusammen das Niveau
schön hoch gehalten :-). Im Nachhinein verstehe ich jetzt auch, warum
das den anderen nicht ganz so viel Spaß gemacht hat wie uns ;-).
Aber so etwas ähnliches habe ich auch mal gebracht: In einer 4
Stunden-Klausur war ich nach 2 Stunden fertig und habe mich dann mit
einem Buch hingesetzt (wenn man rausgeht, darf normalerweise kein
anderer mehr zwischendurch raus, weil man ja sonst schummeln könnte...).
Der Lehrer hat mir dann das Versprechen abgenommen, direkt nach Hause zu
gehen, und mich dann gehen lassen.
Meine Arbeit war natürlich wie meistens die beste :-) (Ich hoffe, das
klingt jetzt nicht zu angeberisch - ich weiß ja inzwischen, daß es nicht
mein Verdienst war, insbesondere lag es nicht an meinem Fleiß ;-) ).

Ciao,
André

Nina

unread,
Sep 28, 2001, 8:32:51 AM9/28/01
to
>
> >
> >>[...] ich habe allerdings festgestellt, daß ich im Laufe der
> >>Zeit (Grundschule->Gymnasium->Oberstufe->Uni) immer besser mit anderen
> >>Leuten klarkomme, was daran liegen mag, daß der Durchschnitts-IQ meiner
> >>Umgebung gestiegen ist.
> >>
> > Ich habe zwar auch zweimal studiert, aber diesen Eindruck hatte ich in
> > meinem Fall nicht.
>
> Hmm - was hast Du studiert? Vielleicht waren das eher weniger
> Intelligenz-intensive Fächer (ohne Dich jetzt beleidigen wollen ;-) ).
> Aber klar, Intelligenz ist bestimmt nicht der einzige Faktor in der
> Beziehung zu anderen Leuten.

Oho, erkenne ich da gewisse Vorurteile den Geisteswissenschaften gegenüber
;-) ? Ich hab an der Uni übrigens auch eher intelligentere Leute getroffen,
mit denen man mal Scherze machen kann, die man erst verstehen kann, wenn man
3 Schritte weitergedacht hat oder ganz einfach das Niveau der Unterhaltung
erhähren kann. Aber ich habe auch sonst keine Probleme mit "normalen" Leuten.


Nina

unread,
Sep 28, 2001, 8:37:16 AM9/28/01
to
>
>
> Mein Mathelehrer fand es jedenfalls nicht gerechtfertigt, daß ich wegen
> zu geringer Auslastung nebenbei zu stricken begann. ;-)
>

Meine Lehrer fanden es erst auch scheisse, dass ich während der Stunden immer
Briefe geschrieben oder Bücher gelesen habe, aber irgendwann haben sies
akzeptiert nachdem sie rausgefunden hatte, dass das ne super Methode ist, um
mich ruhigzustellen oder mich von dem Fragen blöder Fragen abzuhalten...


André Janz

unread,
Sep 28, 2001, 9:09:17 AM9/28/01
to
Nina wrote:

>>Hmm - was hast Du studiert? Vielleicht waren das eher weniger
>>Intelligenz-intensive Fächer (ohne Dich jetzt beleidigen wollen ;-) ).
>>Aber klar, Intelligenz ist bestimmt nicht der einzige Faktor in der
>>Beziehung zu anderen Leuten.
>>
> Oho, erkenne ich da gewisse Vorurteile den Geisteswissenschaften gegenüber
> ;-) ?


Ich wollte jetzt nicht sagen, daß alle Geisteswissenschaftler einen
niedrigen IQ haben, wenn Du das meinst ;-). Aber meiner Erfahrung nach
gibt es halt Fächer/Wissensbereiche, bei denen Fleiß und Büffeln etwas
bringen, und andere, bei denen man fehlende Intelligenz nicht
kompensieren kann. Folgerichtig tue ich mich daher auch in den
erstgenannten Bereichen häufig schwerer, da Intelligenz auch zu Faulheit
verleitet <bg>.
Das bezieht sich auch nicht unbedingt auf die Geisteswissenschaften,
auch in Medizin ist Auswendiglernen IMHO wichtiger als Intelligenz. (Ich
hoffe, ich darf das sagen, ich hatte selber Medizin als Ergänzungsfach <g>)

> Ich hab an der Uni übrigens auch eher intelligentere Leute getroffen,
> mit denen man mal Scherze machen kann, die man erst verstehen kann, wenn man
> 3 Schritte weitergedacht hat oder ganz einfach das Niveau der Unterhaltung
> erhähren kann.


Genau das meinte ich. Und das gilt wahrscheinlich für die meisten
Studiengänge, da man sich IMHO ohne eine entsprechende Intelligenz
einfach nicht so lange mit theoretischer Materie beschäftigen mag.

> Aber ich habe auch sonst keine Probleme mit "normalen" Leuten.

Ich eigentlich auch nicht, trotzdem empfinde ich die Atmosphäre am
Mensa-Stammtisch und anderen Veranstaltungen als sehr angenehm.

Ciao,
André

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 28, 2001, 12:31:17 PM9/28/01
to
Moin André!

André Janz schrieb:

> Hmm - was hast Du studiert? Vielleicht waren das eher weniger


> Intelligenz-intensive Fächer (ohne Dich jetzt beleidigen wollen ;-) ).

Vor langer, langer Zeit Informatik und ev. Theologie. Aber beides
ebenfalls vor langer Zeit abgebrochen.

> Also, ich habe im Leistungskurs mit einem Kumpel zusammen das Niveau
> schön hoch gehalten :-). Im Nachhinein verstehe ich jetzt auch, warum
> das den anderen nicht ganz so viel Spaß gemacht hat wie uns ;-).
> Aber so etwas ähnliches habe ich auch mal gebracht: In einer 4
> Stunden-Klausur war ich nach 2 Stunden fertig und habe mich dann mit
> einem Buch hingesetzt (wenn man rausgeht, darf normalerweise kein
> anderer mehr zwischendurch raus, weil man ja sonst schummeln könnte...).
> Der Lehrer hat mir dann das Versprechen abgenommen, direkt nach Hause zu
> gehen, und mich dann gehen lassen.
> Meine Arbeit war natürlich wie meistens die beste :-) (Ich hoffe, das
> klingt jetzt nicht zu angeberisch - ich weiß ja inzwischen, daß es nicht
> mein Verdienst war, insbesondere lag es nicht an meinem Fleiß ;-) ).

War bei uns ja auch nicht anders. Allerdings litt der Leistungskurs doch
ziemlich darunter, daß zwei Leute jedes Mal 15 Punkte hatten, während
die anderen selbst bei sehr großzügiger Bewertung selten über 11 Punkte
hinauskamen. Wenn mal jemand drittes in den Einser-Bereich (13 bis 15
Punkte) vorstieß, war das schon sensationell.

Gruß,
Ingo

André Janz

unread,
Sep 28, 2001, 12:40:02 PM9/28/01
to
Ingo Leschnewsky wrote:

> André Janz schrieb:
>

>>Also, ich habe im Leistungskurs mit einem Kumpel zusammen das Niveau
>>schön hoch gehalten :-). Im Nachhinein verstehe ich jetzt auch, warum
>>das den anderen nicht ganz so viel Spaß gemacht hat wie uns ;-).
>

> War bei uns ja auch nicht anders. Allerdings litt der Leistungskurs doch
> ziemlich darunter, daß zwei Leute jedes Mal 15 Punkte hatten, während
> die anderen selbst bei sehr großzügiger Bewertung selten über 11 Punkte
> hinauskamen. Wenn mal jemand drittes in den Einser-Bereich (13 bis 15
> Punkte) vorstieß, war das schon sensationell.

So ungefähr, in der Abi-Klausur hatte ich z.B. 13 Punkte (ohne vorher zu
lernen - wozu? Intelligenz->Faulheit), der nächste hatte dann 10 oder 11
- und ich habe mich immer gewundert <kopfkratz>

Ciao,
André

Iris Hoth

unread,
Sep 28, 2001, 1:20:48 PM9/28/01
to
On Thu, 27 Sep 2001 00:43:26 GMT, Ingo Leschnewsky
<Gon...@tiscalinet.de> wrote:

>> aber nicht doch. da gibt es einen gewaltigen unterschied zwischen
>> vereinfacht gesagt: in selbsthilfegruppen gleichberechtigter und
>> eigenverantwortliche "genesungsarbeit" und beim psychiater abtreten
>> der verantwortung an eine fachautorität.
>
>Bei meiner Psychotherapeutin habe ich gerade nicht meine Verantwortung
>abgegeben. Im Gegenteil, sie sorgte dafür, daß ich diese schließlich ganz
>bewußt selber tragen konnte.

ich schrieb deshalb auch "vereinfacht gesagt". in erster linie wollte
ich das klischee einer horde hysterischer hypochonder ("jedem ami sein
eigener therapeut") nicht auf die selbsthilfegruppen übertragen sehen.
das klischee trifft so aber auch auf therapeutische situationen
natürlich nicht zu.

_tendenziell_ sehe ich es allerdings schon so, dass jemand der einen
therapeuten aufsucht, zunächst hilfe erwartet in dem sinne: er will
geheilt werden. jemand, der in eine selbsthilfegruppe geht, denkt
vielleicht eher aktiv: ich tue etwas für mich und damit es mir besser
geht.

>Irgendwo habe ich mal einen sehr treffenden Satz über Depressive gelesen:
>"Depressive sind nicht bereit, die Verantwortung für ihr eigenes Leben zu
>übernehmen." Daher muß es Aufgabe eines jeden Psychiaters oder
>Psychotherapeuten sein, einen Patienten wieder in einen Zustand zu
>bringen, wo er eben dieses wieder tut bzw. tun kann.

volle zustimmung.

>Eine Selbsthilfegruppe kann in Fällen, in denen ein Patient noch nicht so
>weit ist, auch kaum weiterhelfen.

du hast recht. ich habe klinische fälle erlebt, die in der
selbsthilfegruppe überhaupt nichts für sich gewinnen konnten.
andererseits ist, tatsächlich nicht die verantwortung für das eigene
leben zu übernehmen, eine erkenntnis, die vielen erst in einer
selbsthilfegruppe kommt. auch dort soll dies ja erlernt werden, und es
ist nicht voraussetzung, um hinzugehen.

gruß
iris

--
hot)-(spot
http://www.hothspot.de/

Iris Hoth

unread,
Sep 28, 2001, 1:20:49 PM9/28/01
to
On Fri, 28 Sep 2001 14:32:51 +0200, Nina <nin...@gmx.de> wrote:

>> >>[...] ich habe allerdings festgestellt, daß ich im Laufe der
>> >>Zeit (Grundschule->Gymnasium->Oberstufe->Uni) immer besser mit anderen
>> >>Leuten klarkomme, was daran liegen mag, daß der Durchschnitts-IQ meiner
>> >>Umgebung gestiegen ist.

es könnte auch daran liegen, dass die soziale kompetenz zugenommen
hat.

>Oho, erkenne ich da gewisse Vorurteile den Geisteswissenschaften gegenüber
>;-) ? Ich hab an der Uni übrigens auch eher intelligentere Leute getroffen,
>mit denen man mal Scherze machen kann, die man erst verstehen kann, wenn man
>3 Schritte weitergedacht hat oder ganz einfach das Niveau der Unterhaltung
>erhähren kann. Aber ich habe auch sonst keine Probleme mit "normalen" Leuten.

merkwürdig. als ich von der schule zur uni wechselte, habe ich das als
ganz rapiden niveauabfall erlebt. an der uni kam ich mir vor wie im
kindergarten. und dann lagen da noch allenthalben diese von
rechtschreib- und grammatikfehler und von polemik strotzdenden flyer
rum. später habe ich an der fernuni hagen studiert, was ich als
überaus angenehm empfand.

Hans-Georg Michna

unread,
Sep 28, 2001, 1:13:56 PM9/28/01
to
Ingo Leschnewsky <ingo.les...@isg.de> wrote:

>Hans-Georg Michna schrieb:

Ingo,

nein. Ich muss es ja nicht, ich will es. Und oft macht es sogar
Spaß.

Wir Menschen sind egoistische Jägertypen. Ohne unsere Kultur und
etwas guten Willen würden wir uns gegenseitig umbringen, Mann
gegen Mann, wie bei den Naturvölkern. Und meines Erachtens
gehört es zu unserer Kultur, sich Mühe zu geben, mit anderen
Menschen gut auszukommen. Ohnedem funktioniert die ganze
Gesellschaft nicht. Und ein Teil davon besteht darin, sich so zu
verhalten (und zu kleiden, zu pflegen usw.), dass man von
anderen Menschen gemocht wird.

André Janz

unread,
Sep 28, 2001, 1:49:57 PM9/28/01
to
Iris Hoth wrote:

> On Fri, 28 Sep 2001 14:32:51 +0200, Nina <nin...@gmx.de> wrote:
>
>>>>>[...] ich habe allerdings festgestellt, daß ich im Laufe der
>>>>>Zeit (Grundschule->Gymnasium->Oberstufe->Uni) immer besser mit anderen
>>>>>Leuten klarkomme, was daran liegen mag, daß der Durchschnitts-IQ meiner
>>>>>Umgebung gestiegen ist.
>>>>>
>
> es könnte auch daran liegen, dass die soziale kompetenz zugenommen
> hat.


Wessen? Meine? Fühlte für mich nicht so an. Die der anderen? Und warum
kamen die dann vorher untereinander aus?

>
>>Oho, erkenne ich da gewisse Vorurteile den Geisteswissenschaften gegenüber
>>;-) ? Ich hab an der Uni übrigens auch eher intelligentere Leute getroffen,
>>mit denen man mal Scherze machen kann, die man erst verstehen kann, wenn man
>>3 Schritte weitergedacht hat oder ganz einfach das Niveau der Unterhaltung
>>erhähren kann. Aber ich habe auch sonst keine Probleme mit "normalen" Leuten.
>>
> merkwürdig. als ich von der schule zur uni wechselte, habe ich das als
> ganz rapiden niveauabfall erlebt. an der uni kam ich mir vor wie im
> kindergarten. und dann lagen da noch allenthalben diese von
> rechtschreib- und grammatikfehler und von polemik strotzdenden flyer
> rum. später habe ich an der fernuni hagen studiert, was ich als
> überaus angenehm empfand.

Hmm - ohne jetzt wieder Klischees bedienen zu wollen, aber welche
Fachrichtung?
Und das mit den Flyern: <POLEMIK>Naja, ins Studentenparlament lassen
sich doch normalerweise nur die Leute wählen, die ein übersteigertes
Selbstdarstellungsbedürfnis haben</POLEMIK>
Von den StuPa-Sitzungen habe ich wirklich schon Sachen gehört...
Außerdem glaube ich, in der Schule sähe es ähnlich aus, wenn die Lehrer
da kein Auge drauf hätten.

Ciao,
André

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 28, 2001, 1:56:24 PM9/28/01
to
Moin Iris!

Iris Hoth schrieb:

> _tendenziell_ sehe ich es allerdings schon so, dass jemand der einen
> therapeuten aufsucht, zunächst hilfe erwartet in dem sinne: er will
> geheilt werden.

Tja, wenn er sich da man nicht täuscht...

> jemand, der in eine selbsthilfegruppe geht, denkt
> vielleicht eher aktiv: ich tue etwas für mich und damit es mir besser
> geht.

Genau das wird ihm ein guter Therapeut versuchen beizubringen.

> du hast recht. ich habe klinische fälle erlebt, die in der
> selbsthilfegruppe überhaupt nichts für sich gewinnen konnten.
> andererseits ist, tatsächlich nicht die verantwortung für das eigene
> leben zu übernehmen, eine erkenntnis, die vielen erst in einer
> selbsthilfegruppe kommt. auch dort soll dies ja erlernt werden, und es
> ist nicht voraussetzung, um hinzugehen.

Und einige gewinnen in einer Selbsthilfegruppe vielleicht sogar die
Erkenntnis, daß sie mal zu einem Therapeuten gehen sollten...

Gruß,
Ingo

Iris Hoth

unread,
Sep 28, 2001, 5:05:42 PM9/28/01
to
On Fri, 28 Sep 2001 19:49:57 +0200, André Janz
<5j...@informatik.uni-hamburg.de> wrote:

>> merkwürdig. als ich von der schule zur uni wechselte, habe ich das als

>> ganz rapiden niveauabfall erlebt......


>
>Hmm - ohne jetzt wieder Klischees bedienen zu wollen,

warum fragst du dann?

>aber welche Fachrichtung?
>...

Annette Schlüter

unread,
Sep 29, 2001, 3:09:23 AM9/29/01
to
Hallo Ingo,


> Deshalb ja meine Frage: Ist es denn nun eine Selbsthilfegruppe? Und wenn
> ja, wie gut ist Mensa (auch gerade in meinem Fall) als Selbsthilfegruppe
> geeignet?

Ich glaube schon, daß Mensa auch so etwas wie eine Selbsthilfegruppe sein kann,
wenn man das sucht. In meinem persönlichen Fall zumindest war es so, daß mir der
Beitritt (bzw. eher der Entschluß, auch wirklich zu größeren Veranstaltungen zu
fahren) sehr geholfen hat, aus meiner damaligen Depression heraus zu kommen.
Einzelheiten erzähle ich Dir bei Interesse gern per private mail.

Grüße von

Annette,
gerade vom U3SIG-Urlaub im Centerpark zurück

Annette Schlüter

unread,
Sep 29, 2001, 3:23:37 AM9/29/01
to
Hallo Ingo,


> Andreas Hirte schrieb:
>
> > Wenn du dich einmal aufraffst und an einer M.-Veranstaltung in deiner
> > Region - zB. Stammtisch - teilnimmst,
>
> Ich war schon einmal in der kürzlich erwähnten verrauchten Kneipe in
> Braunschweig dabei, weil das damals ganz in meiner Nähe lag.

meine persönliche Meinung ist, daß die Stammtische zwar eine ganz angenehme
Sache sind, aber in keinem Maße zu vergleichen mit einem nationalen Event wie
z.B. der Silvesterparty.
(das hängt natürlich auch jeweils deutlich von der Anzahl der anwesenden Leute
ab, schließlich "funkt" es auf geistiger Ebene eben auch nicht mit jedem
Mensaner, die Quote ist nur etwas höher als im Alltag)
Irre ich mich, oder habe ich Deinen Namen nicht doch auch in Würzburg letztes
Jahr auf einem Namensschild gelesen?

Annette

Ingo Leschnewsky

unread,
Sep 29, 2001, 7:19:46 AM9/29/01
to
Moin Annette!

Am 29.09.01, 09:23:37, schrieb Annette Schlüter
<AG.Sch...@t-online.de>:

> meine persönliche Meinung ist, daß die Stammtische zwar eine ganz angenehme
> Sache sind, aber in keinem Maße zu vergleichen mit einem nationalen Event wie
> z.B. der Silvesterparty.

Nun ja, Silvester feiern wir aus "Tradition" am liebsten zu zweit, weil
wir uns zu Silvester zum ersten Mal begegnet sind.

> (das hängt natürlich auch jeweils deutlich von der Anzahl der anwesenden Leute
> ab, schließlich "funkt" es auf geistiger Ebene eben auch nicht mit jedem
> Mensaner, die Quote ist nur etwas höher als im Alltag)

Bei mir hängt es auch stark von der Anzahl der anwesenden Leute ab, denn
je weniger es sind, desto wohler fühle ich mich.

> Irre ich mich, oder habe ich Deinen Namen nicht doch auch in Würzburg letztes
> Jahr auf einem Namensschild gelesen?

Du irrst Dich. Ich war weder in den letzten Jahren in Würzburg noch bin
ich Mensa-Mitglied.

Gruß,
Ingo

--
"... im Vorprogramm ab 22.00h Katrin Höfer aus Baddeckenstedt mit der
unnachahmlichen Stimme von Whitney Houston." (Aus einem Konzerthinweis)

0 new messages