CCC '93: AGFMB- AG freie Mailboxen

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Chris Vogel

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Jan 14, 1994, 9:00:00 AM1/14/94
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AGFMB

Autor / Referent: Kai Strieder, EMOtional TEKnow.logies (emo...@doo.aworld.de)

Während des Koordinationstreffens der Systembetreiber des
Z-Netz im Oktober in Nürnberg wurde der Grundstein gelegt für die
Arbeitsgemeinschaft Freier MailBoxen, kurz die AGFMB. Als Reaktion auf
aggressive Berichterstattung in den Massenmedien im Zusammenhang mit
Kinderpornographie und MailBoxen rechtsradikaler Organisationen hat die
AGFMB die Zielsetzung auf der einen Seite Öffentlichkeit für
MailBoxsysteme zu schaffen, die sich selbst einer freiheitlichen
Kommunikation verpflichtet fühlen und auf der anderen Seite verschafft
die AGFMB ihren Mitgliedern die Möglichkeiten einer organisierten
Öffentlichkeitsarbeit und der Entwicklung inhaltlicher Grundsätze für
freiheitliche und selbstbestimmte Kommunikation auf elektronischer
Basis.

Der Verein, der sich derzeit in Gründung befindet und als
gemeinnütziger, eingetragener Verein aktiv werden soll, gliedert sich
dezentral in Landesverbände und schafft fachliche Foren, die der
konzentrierten inhaltlichen Diskussion, technischen Weiterentwicklung
(auf Empfehlungsbasis) und der Entwicklung fortschrittlicher
Möglichkeiten und Anwendungen der elektronischen Kommunikation dienen.
Während des CCC nimmt der Verein die Möglichkeit wahr, sich, seine
Arbeit und seine Prinzipien den verschiedenen Datenreisenden
vorzustellen.

Die AGFMB ist der Versuch der Konstitutionalisierung der stark
zergliederten dezentralen MailBoxstruktur in der Bundesrepublik
Deutschland (geschätzte 8.000 MailBoxen) um hier geschlossen gegenüber
Öffentlichkeit, Institutionen und Firmen aufzutreten. Unter anderem ist
es Ziel und Zweck des Vereines (laut Satzung):

Zweck der AGFMB ist die Vertretung und Unterstützung der Interessen der
in ihr organisierten MailBoxen und Betreibergemeinschaften freier und
unabhängiger MailBoxen sowie der Landesverbände in diesen Fragen. Der
Satzungszweck wird auch dadurch verwirklicht, die elektronische
Kommunikation für jedermann zugänglich und nutzbar zu machen.
Vereinszweck ist deshalb insbesondere die Gewährleistung freiheitlicher
und gleichberechtigter Kommunikation seiner Mitglieder bzw. der dort
angeschlossenen Nutzer öffentlicher elektronischer Datenkommunikation.

Der Verein fühlt sich einem sozial- und demokratieverträglichen Zugang
zur elektronischen Kommunikation im Sinne des Allgemeinwohls
verpflichtet. Dazu fördert er besonders:

- das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung,

- den Verbraucherschutz von Betreibern und Anwendern
öffentlicher MailBoxsysteme und elektronischer Medien,

- die Gestaltung und Umsetzung der datenschutzrechtlichen
Belange und Bestimmungen in elektronischen Kommunikationsmedien,

- die Aufklärung der MailBox-Betreiber, Betreibergemeinschaften
von MailBoxen und der Anwender elektronischer Kommunikation
über diese Rechte und Pflichten.

Für seine Mitglieder bietet der Verein nun resultierend:

- organisierte Öffentlichkeitsarbeit für die verschiedenen
Einsatzgebiete und Anwendungen elektronischer Kommunikation
in MailBoxen in der Bundesrepublik.

- Rechtsschutz für die diversen derzeit problematischen
Fälle im Betrieb von MailBoxen auch in Bezug auf Rechtsberatung
und Klärung derzeit noch nicht klar definierter Situationen.

- die Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen und
Institutionen in Hinblick auf das Stellen von
Sachverständigen für den Bereich Telekommunikation.

- die Bereitstellung vorrübergehenden Ersatzes für
beschlagnahmte Hardware (z.B. in einem laufenden Verfahren)
für die Mitglieder (in zumutbarer Qualität um z.B. einen
Notbetrieb gewährleisten zu können).

- die Bereitstellung eines Logo und eines Qualitätssiegel,
daß MitgliedsMailBoxen sich an definierte Richtlinien zur
inhaltlichen Gestaltung halten (z.B. Pornographie nur gegen
Altersnachweis, keine Raubkopien, virengeprüfte Software).

- Verbraucherschutz für den Telekommunikationsbereich
(Beratung im Bereich des Modemkaufes, Empfehlungen,
Hardwaretests, Zusammenarbeit mit

Softwaresentwicklern für den Bereich Terminalprogramme, Pointprogramme).

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