Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Elektronenbombe

122 views
Skip to first unread message

Marc Hein

unread,
Jan 20, 1997, 3:00:00 AM1/20/97
to

Ich glaube bei dem Arte Themenabend zu "Internet" hat einer
vom CCC ueber eine Elektronenbombe etwas erzaehlt.

Dazu war eine web-Page, ich glaube in Australien, zu sehen.

Hat jemand die url zu dieser Page, oder hat evtl. Texte, andere urls
zu Eletronenbomben?

Elektronenbomben (ich hoffe ich benutze das richtige Wort) zer-
stoeren alle(?) technischen Geraete im Umkreis von etwa 200m.


Thomas S.

unread,
Jan 21, 1997, 3:00:00 AM1/21/97
to

Hi!

>>>>> "Marc" =3D=3D Marc Hein <mh...@rz.uni-osnabrueck> writes:

Marc> Elektronenbomben (ich hoffe ich benutze das richtige Wort)
Marc> zer- stoeren alle(?) technischen Geraete im Umkreis von etwa
Marc> 200m.

Ja, Atombomben haben diesen Effekt (eher so in 20km Umkreis?),
wissenschaftliche Bezeichnung f=E4llt mir jetzt nicht ein. Und wo habe
ich letztens noch mein Plutonium gekauft?


=09=09=09Thomas
--
OOOO, OOOOOOOO, |, t...@rz.tu-ilmenau.de
OO, OO, O, O, |, http://www.rz.tu-ilmenau.de/~ths/
O, O, O, |, ______ __ ___
O, O--O, O, O, |, | (_ |-|-`
O, O, O, |, |homas __)te| |en
OO, OO, O, O, |,
OOOO, OOOOOOOO, |,


René Scholz

unread,
Jan 21, 1997, 3:00:00 AM1/21/97
to

On 21 Jan 1997 19:33:49 +0000, Thomas S. <t...@rz.tu-ilmenau.de> wrote:
>Ja, Atombomben haben diesen Effekt (eher so in 20km Umkreis?),
>wissenschaftliche Bezeichnung fällt mir jetzt nicht ein. Und wo habe

>ich letztens noch mein Plutonium gekauft?

EMP: Elektromagnetischer Impuls.

Früher konnte man den nur mit Atomwaffen erzeugen, aber heute ...

rené
--
=> Wenn Debuggen der Vorgang ist, Fehler aus einem Programm auszubauen, <=
=> dann ist Programmieren der Vorgang, Fehler in ein Programm einzubauen! <=
-------------------------- Voland@IRC ----------------------------------------
m...@informatik.uni-jena.de http://www2.informatik.uni-jena.de/~mrz/

G.SCH...@link-goe.de

unread,
Jan 22, 1997, 3:00:00 AM1/22/97
to

> Ich glaube bei dem Arte Themenabend zu "Internet" hat einer
> vom CCC ueber eine Elektronenbombe etwas erzaehlt.
> Dazu war eine web-Page, ich glaube in Australien, zu sehen.
> Hat jemand die url zu dieser Page, oder hat evtl. Texte, andere urls
> zu Eletronenbomben?

> Elektronenbomben (ich hoffe ich benutze das richtige Wort) zer-
> stoeren alle(?) technischen Geraete im Umkreis von etwa 200m.

Es geht um den electromagnetic puls EMP. Vielleicht findest Du unter
diesem Stichwort (Elektromagnetischer Impuls) mehr. So wie ein im
Magnetfeld bewegter Leiter elektrischen Strom induziert, wird bei einem
sich aufbauenden Magnetfeld in Leitern Strom erzeugt, der bei
Schwachstromgeraeten die Elektronik durchbrennen laesst oder
unvorhersehbare Reaktionen ausloest. Der EMP kann ausgelöst werden durch
eine in der Athmosphäre gezündete Atombombe. Schaetzungsweise geht das
aber auch heute schon gezielter mit Mikrowellen - vermute ich. Gegen EMP
sind schon viele Rechenzentren "gehaertet", das heisst, sie sind mit einer
Abschirmung gegen den EMP ausgeruestet. Bei Glasfasern wirkt der EMP
uebrigens nicht, da nicht elektrisch leitend.

gjs

## CrossPoint v3.02 ##

Alexander Stielau

unread,
Jan 23, 1997, 3:00:00 AM1/23/97
to

m...@isun27.inf.uni-jena.de (René Scholz) wrote:

>On 21 Jan 1997 19:33:49 +0000, Thomas S. <t...@rz.tu-ilmenau.de> wrote:
>>Ja, Atombomben haben diesen Effekt (eher so in 20km Umkreis?),
>>wissenschaftliche Bezeichnung fällt mir jetzt nicht ein. Und wo habe
>>ich letztens noch mein Plutonium gekauft?

>EMP: Elektromagnetischer Impuls.

>Früher konnte man den nur mit Atomwaffen erzeugen, aber heute ...

EMP's kann man inzwischen sehr gerichtet einsetzen, z.B. wird eine
EMP-Kanone getestet, die in Polizeifahrzeuge eingebaut werden soll, um
flüchtige Verbrecher bzw. deren elektronisches Motormanagent platt zu
machen, zur Zeit ist wohl die Streuwirklung für einen Feldversuch noch
zu groß, aber in dieser Richtung kann es gehen.
Mit so einem Teil könnte man natürlich auch super Rechner der
Konkurrenz grillen.
Was ist mit Tempest-Rechnern? Sind die nur gegen eigenes Abstrahlen
geschützt, oder auch gegen Strahlung von außen? Eher nein, oder?


Aleks


a...@speed.ash.de

unread,
Jan 24, 1997, 3:00:00 AM1/24/97
to

Rene Tschirley (gre...@ukbf.fu-berlin.de) wrote:
: Wenn Faradayscher Kaefig, dann ist's egal. Eine Metallkugel, die in
: einem elektromagnetischen Feld ist, hat ist im inneren Feldfrei. Also
: wuerde ich mal tippen, dass *gut* geschrimte Rechner gegen solche
: Impulse immun sind. Jedenfalls wenn die Staerke der Schrimung fuer die
: Staerke des Impulses ausreicht. Da muesste man mal den freundlichen
: HF-Elektroingeneur konsultieren, um zu erfahren, wie stark der Impuls
: sein muesste, der sich durch eine normale Schirmung nicht absorbieren
: laesst.
aehm, das Problem ist weniger die direkte Einstrahlung.
an den meisten Rechnern (eigentlich allen, die ich kenne) ist eine
gewisse menge Kabel dran.
und je laenger der leiter ist, der dem EMP ausgesetzt ist, desto
mehr spannung baut sich darin auf. (wird induziert ?)
nun nehmen wir als Beispiel mal eine Telefonleitung (oder eine
Stromzuleitung oder was auch immer).
die sind meistens eher nicht gegen die sich darin aufbauenden KV
abgesichert, selbst bei einer primitiv-Trennung (seriell-Kabel der
neueren ISTECs z.B.) haut es den Rechner ziemlich vom Sockel...

irgendwo meine ich mal gelesen zu haben, dass die Militaers ihre
(relevanten) Rechner mit ein paar (so richtig viele !) Meter
Glasfaser (no EMP-Gefahr !) entkoppeln. die werden schon wissen,
warum sie das machen. (auch wenn gerade die sonst ja eher nicht
wissen, was sie tun ...)

wenn du aber einen dicken faradayschen (schreibt man das jetzt so ?)
Kaefig und einen kleinen strom-generator und einen Rechner ohne
sonstige verbindung nach draussen kombinierst (nein, du sollst den
rechner nicht AUF den kaefig stellen... :) brauchst du um deine
platte wohl keine Angst haben.

: Naja, jedenfalls duerfte allseits bekannt sein, dass
: Metalloberflaechen Mikrowellen reflektieren. Also wuerde ich mir mit
: einem geschirmten Rechner nicht allzu grosse Sorgen machen...
nunja, es kommt immer nur auf die leistung an ... bratbrutzelschmelz

gruss,
Hauke (ich bin ja so ElItE) Johannknecht

Patrick Schaaf

unread,
Jan 24, 1997, 3:00:00 AM1/24/97
to

a...@speed.ash.de () writes:

>irgendwo meine ich mal gelesen zu haben, dass die Militaers ihre
>(relevanten) Rechner mit ein paar (so richtig viele !) Meter
>Glasfaser (no EMP-Gefahr !) entkoppeln.

Mir erzaehlte die Tage jemand, das sei auch nicht die ideale Loesung,
weil Glasfaser bei EMP fuer ein paar Stunden 'erblinden' wuerde, bis
es wieder ginge. Kann mir das jemand erklaeren? Mir schweben irgendwelche
angeregte Elektronen vor, die sich erst mal abreagieren muessen...

Gruss
Patrick

Wau Holland

unread,
Jan 24, 1997, 3:00:00 AM1/24/97
to

aleks zum emp-Thread:

...
> EMP's kann man inzwischen sehr gerichtet einsetzen, z.B. wird eine
> EMP-Kanone getestet, die in Polizeifahrzeuge eingebaut werden soll, um
> flüchtige Verbrecher bzw. deren elektronisches Motormanagent platt zu
> machen, zur Zeit ist wohl die Streuwirklung für einen Feldversuch noch
> zu groß, aber in dieser Richtung kann es gehen.
Der Vortrag dazu auf dem CCC'96 war ganz interessant.
Ich glaube, dass er auf Video vorliegt und folglich eine Audiokassette
gezogen werden kann.
Da ist harter Stoff drin.
Wenn wer den abtippen will (nur ernsthafte Interessenten - sowas ist
echt Arbeit! An den sechs Teilen CCC-Rueckblick, 90 Minuten real,
sass ich fast eine Woche), bitte Mail an mich; ich leite das weiter
an Christian (der mit den Videotapes).

> Mit so einem Teil könnte man natürlich auch super Rechner der
> Konkurrenz grillen.
> Was ist mit Tempest-Rechnern? Sind die nur gegen eigenes Abstrahlen
> geschützt, oder auch gegen Strahlung von außen? Eher nein, oder?

"Tempest" ist immer relativ und ein Loch ist ein Loch.
Wenn es etwa 1/10 der Wellenlaenge klein ist, haben die
Wellen Probleme, da durchzukommen.
Irgendwie gibt es da einen Unterschied zu Blaumeisen, die beim
Durchfliegen eines Maschendrahtzaunes mal kurz die Fluegel
zusammenklappen und als Beobachter staunt man.

Deshalb explodiert das Eiweiss Deiner Augen nicht wie ein Ei im
Mikrowellenherd, wenn Du durch die Tuerlochansammlung beim Fix-
Garen zuschaust.

Lichtwellen sind halt deutlich kuerzer als die Tuerloecher und
Mikrowellen relativ gross.

Zusammengefasst ist - frei nach Goethe - letztlich alles ein
Problem der Dichtung. In der Literatur, bei Atomkraftwerken.
Und bei Tempest.
Geheimdienstler nennen undichte Menschen "Durchstecher".
wau

-- Meine drei grossen Prozessgegner waren im weitesten Sinne Linke
-- oder ehemalige Linke. Das kann kein Zufall sein. (Eckhard Henscheid
-- am 17.1. in Marburg auf hr2-Podiumsdiskussion "Komik vor Gericht")


Rene Tschirley

unread,
Jan 25, 1997, 3:00:00 AM1/25/97
to

a...@speed.ash.de () writes:

>aehm, das Problem ist weniger die direkte Einstrahlung.
>an den meisten Rechnern (eigentlich allen, die ich kenne) ist eine
>gewisse menge Kabel dran.

Nun sollten die meisten Kabel ebenfalls geschirmt sein. Somit
wirdlediglich im Schirm die Spannung induziert, die ja bei einem
ordentlichen Rechner mit der Schutzerde des Schuko-Steckers verbunden
ist. Dort haengt die Erde dran, womit die auftretenden
Spannungsspitzen im Nichts verpuffen sollten.

>die sind meistens eher nicht gegen die sich darin aufbauenden KV
>abgesichert

Tja, man haette vielleicht bei Erstellung der ganzen
Schnittstellen-Standards V.nn etc. auf eine galvanische Trennung der
Komponenten achten sollen. Mit einem Optokoppler waere das nicht
passiert (werden bei MIDI-Leitungen vorgeschrieben. Der Sender speist
dort die Leitung, eine Stromschleife -- der Empfaenger betreibt damit
seinen Empfangsdiode...).

>irgendwo meine ich mal gelesen zu haben, dass die Militaers ihre
>(relevanten) Rechner mit ein paar (so richtig viele !) Meter
>Glasfaser (no EMP-Gefahr !) entkoppeln.

Nun, o.g. Optokoppler reicht da voellig. Ist auch nicht so schwer
nachzubauen. Du brauchst nur ein Geraet mit Stromversorgung, das die
Spannungs-basierten Leitungssignale fuer einen Optokoppler
vertraeglich macht (braucht nur wenige mA Strom...).


Gruss,
Rene, der mal mit seinem Bruder darueber philosophieren wird
(Dipl-Ing E-Technik)...
--
Zehntausend Leute im Eishockey-Stadion, und ich bekomm' den Puck in die Fresse!
/>
/< Rene Tschirley tsch...@ukbf.fu-berlin.de
[\\\\\\(O):::<========================================- gre...@cs.tu-berlin.de

Rene Tschirley

unread,
Jan 25, 1997, 3:00:00 AM1/25/97
to

b...@saarlink.de (Patrick Schaaf) writes:

>Mir erzaehlte die Tage jemand, das sei auch nicht die ideale Loesung,
>weil Glasfaser bei EMP fuer ein paar Stunden 'erblinden' wuerde, bis
>es wieder ginge.

Halte ich fuer ausgemachten Bloedsinn. So wie Elefanten aus eigener
Kraft fliegen koennen. Mit den Ohren.

Wer rechnet mir das Gegenteil vor?


Gruss,
Rene, der sich wundert, was manche Leute so von sich geben.

Hauke Johannknecht

unread,
Jan 25, 1997, 3:00:00 AM1/25/97
to

Patrick Schaaf (b...@saarlink.de) wrote:
: Mir erzaehlte die Tage jemand, das sei auch nicht die ideale Loesung,

: weil Glasfaser bei EMP fuer ein paar Stunden 'erblinden' wuerde, bis
: es wieder ginge. Kann mir das jemand erklaeren? Mir schweben irgendwelche

: angeregte Elektronen vor, die sich erst mal abreagieren muessen...
Sowas ist relativ egal, weil ja "alles" ausserhalb der Abschirmung
eh gebraten ist. Es geht ja nicht um den Schutz der Kabel, sondern um
den Schutz der angeschlossenen Rechner. Und es geht schneller 10 Meter
Glasfaser und zwei Koppler-Module neu einzubauen (wenn man darauf
vorbereitet ist sollte das keine Minute dauern) als ein RZ neu
einzurichten. gelle.

Und irgendwie glaube ich das mit den zeitweise blinden Glasfasern auch
nicht so ganz. Ein EMP ist ein elektro-MAGNETISCHER Puls. Der hat
Auswirkungen (der induktiven Art) auf diverse Strom-Leiter (und
auf diverse andere Dinge, z.B. Herzschrittmacher, gelle), aber was
soll der in ein wenig Glasfaser anrichten ? Er killt ziemlich sicher
das "auessere" Draht-to-Licht - Modul, aber das ist ja auch so gedacht.
Evtl kann natuerlich das Modul beim Kontakt mit ein paar dutzend KV
ein _wenig_ heller leuchten als normal, was dann Auswirkungen auf die
Glasfaser haben kann. aber wie gesagt, Glasfaser iss nicht teuer.

gruss,
HJ (irgendwann kaufe ich mir andere Initialen)

ps: sorry wegen der voellig vermurksten header in meinem letzten
beitrag zu diesem thread. news configurieren ist fast so aetzend
wie sendmail.cf bauen. nun sollte das besser aussehen da oben.

SEN...@argo.rhein-neckar.de

unread,
Jan 27, 1997, 3:00:00 AM1/27/97
to

> > Mit so einem Teil könnte man natürlich auch super Rechner der
> > Konkurrenz grillen.
> > Was ist mit Tempest-Rechnern? Sind die nur gegen eigenes Abstrahlen
> > geschützt, oder auch gegen Strahlung von außen? Eher nein, oder?
>
> "Tempest" ist immer relativ und ein Loch ist ein Loch.
> Wenn es etwa 1/10 der Wellenlaenge klein ist, haben die
> Wellen Probleme, da durchzukommen.
> Irgendwie gibt es da einen Unterschied zu Blaumeisen, die beim
> Durchfliegen eines Maschendrahtzaunes mal kurz die Fluegel
> zusammenklappen und als Beobachter staunt man.
>
> Deshalb explodiert das Eiweiss Deiner Augen nicht wie ein Ei im
> Mikrowellenherd, wenn Du durch die Tuerlochansammlung beim Fix-
> Garen zuschaust.
>
> Lichtwellen sind halt deutlich kuerzer als die Tuerloecher und
> Mikrowellen relativ gross.

Ganz so einfach ist die Sache mit einer EMP Bombe nun doch nicht.
Der EMP ist ja ueber eine Spitzenfunktion deffiniert, desto
steiler umso besser. Daher beinhaltet er ein grosses Frequenzgemisch
mit Oberwellen bis in den mm Bereich. Bei einem nuklear ausgeloesten
EMP, zum Flaechenkill im Weltraum gezuendet, werden die mm Wellen zum
Teil von der Atmosphaere verschluckt, die cm und dm Wellen sind dann
relevanter. Bei einer Atmosphaerenexplosion in der Naehe werden fuer
die Abschirmung aber auch die mm Wellen beruecksichtigt. Ein EMP
gehaerteter Bunker einer schweizer Bankgesellschaft hat daher
Metalldichtungen die auf zehntel mm genau schliessen. Vermutlich
sogar noch mit Andruckfedern. Dass der Mikrowellenherd wenig
gefaehrlich ist liegt nur an seiner festen Wellenlaenge die
eben keine oder kaum Oberwellen hat.

Bei einer im Koffer nahe zu ihrem Ziel transportierten EMP
Bombe ist die Abschirmung nochmal problematischer. Denn die
Bombe kann vor ihrer Zuendung ihr Magnetfeld durch die
Abschirmung bekommen. Sicher durch Kupfer + Alu Abschirmungen.
Bis zu einer gewissen Distanz auch durch Stahlblech, das
je nach Dicke ein starkes aeusseres Feld irgendwann nicht
mehr kompensieren kann und was davon durchlaesst. Der
Schutz eines Hauses gegen eine Kofferbombe ist daher um
einiges problematischer als gegen einen nuke EMP.

MfG

SENECA

## CrossPoint v3.1 ##

Matthias Bethke

unread,
Jan 28, 1997, 3:00:00 AM1/28/97
to

In article <5cd44b$6...@fu-berlin.de> gre...@ukbf.fu-berlin.de (Rene Tschirley) writes:
> >aehm, das Problem ist weniger die direkte Einstrahlung.
> >an den meisten Rechnern (eigentlich allen, die ich kenne) ist eine
> >gewisse menge Kabel dran.
>
> Nun sollten die meisten Kabel ebenfalls geschirmt sein. Somit
> wirdlediglich im Schirm die Spannung induziert, die ja bei einem
> ordentlichen Rechner mit der Schutzerde des Schuko-Steckers verbunden
> ist. Dort haengt die Erde dran, womit die auftretenden
> Spannungsspitzen im Nichts verpuffen sollten.

Nicht vergessen: es handelt sich um HF! Da machen Wellenwiderstand und
Laenge der Ableitung einiges aus!

> Tja, man haette vielleicht bei Erstellung der ganzen
> Schnittstellen-Standards V.nn etc. auf eine galvanische Trennung der
> Komponenten achten sollen. Mit einem Optokoppler waere das nicht
> passiert (werden bei MIDI-Leitungen vorgeschrieben. Der Sender speist
> dort die Leitung, eine Stromschleife -- der Empfaenger betreibt damit
> seinen Empfangsdiode...).

Wer braucht schon EMP-gesicherte Geraete? Die Militaers koennen sich
abgesicherte inkompatibe Versionen leisten, aber dass ein UART ein paar
Mark kostet ist mir wichtiger als dass mein Rechner im Atomkrieg laenger
lebt als ich 8-)

> >(relevanten) Rechner mit ein paar (so richtig viele !) Meter
> >Glasfaser (no EMP-Gefahr !) entkoppeln.
>
> Nun, o.g. Optokoppler reicht da voellig. Ist auch nicht so schwer

Kommt drauf an, fuer wieviel kV! Bis 5kV machen AFAIK die meisten mit,
darueber kommen nur Spezialversionen.

bye!
Matthias
--
## GrassJoint 14.95 ##

Erik Heinz

unread,
Jan 30, 1997, 3:00:00 AM1/30/97
to

In article <5cq16i$s...@fu-berlin.de>, Rene Tschirley wrote:
>mbe...@sweetdreams.lahn.de (Matthias Bethke) writes:

>Also nochmal -- wie willst Du einen 5kV-Peak ueber einen Optokoppler
>bringen???

Durchschlag? So dick ist das Dielektrikum nicht bei den einfachen
Optokopplern im DIL-Gehäuse.


Gruß,
Erik

--
| Ritterregel zum Tage: |
| Ein Ritter, der den Weg nicht kennt, kommt niemals in den Orient. |
+---------------------------------------------------------------------------+

Rene Tschirley

unread,
Jan 30, 1997, 3:00:00 AM1/30/97
to

mbe...@sweetdreams.lahn.de (Matthias Bethke) writes:

>> Nun, o.g. Optokoppler reicht da voellig. Ist auch nicht so schwer

>Kommt drauf an, fuer wieviel kV! Bis 5kV machen AFAIK die meisten mit,
>darueber kommen nur Spezialversionen.

Nu will ich nicht klugscheissen -- gerade, wo ich es vielleicht nicht
besser weiss. Aber sag mir, wie soll ein 5kV-Peak eine galvanische
Unterbrechung ueberspringen? Die Leuchtdiode des Optikopplers wird
durch die Spannungsspitze vielleicht abrauchen, vielleicht auch nicht
(LED sind gar nicht mal so empfindlich!). Doch ob sie im Moment des
Peaks vielleicht auch heller leuchtet oder nicht -- der Fototransistor
wird den Widerstand nicht weiter senken koennen als bis auf Null. Der
Stom muss ja schliesslich irgendwo herkommen, ne? Und da er nicht aus
dem optoentkoppelten Kabel kommen kann, kommt er von der internen
Spannungsversorgung des Kopplers. Dem ist es aber egal, wie stark die
Impulse in der aeusseren Leitung sind, wenn nur die LED anstaendig
leuchtet!

Also nochmal -- wie willst Du einen 5kV-Peak ueber einen Optokoppler
bringen???


Ach ja -- zum Aspekt, dass das ja eigentlich Kleckerkram ist und man
es sowieso nicht braucht -- stimmt schon. Aber wer wird schon mit
gezielten EMPs beschossen?


Gruss,
Rene
--
Wer glaubt, dass Projektleiter Projekte leiten,
der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten...

fra...@metronet.de.spunckh!

unread,
Jan 30, 1997, 3:00:00 AM1/30/97
to

Kleiner Irrtum:

>>> Nun, o.g. Optokoppler reicht da voellig. Ist auch nicht so schwer
>
>>Kommt drauf an, fuer wieviel kV! Bis 5kV machen AFAIK die meisten mit,
>>darueber kommen nur Spezialversionen.
>

[...]


>Also nochmal -- wie willst Du einen 5kV-Peak ueber einen Optokoppler
>bringen???

Der Optokoppler ueberlebt diesen Peak nicht. Es geht auch nicht darum,
5 KV am anderen Ende zu haben, sondern eine Isolation zu besitzen, die
bis 5 kV durchhaelt. Der Ausgang des Optokpopplers ist nur ein
Schalter, dessen Strom von der Stromquelle der Ausgangsseite geliefert
wird.
Bei den Optokopplern ist ein Kriechstrom angegeben...

Gruss
franzd
---------------------------------------------------------------------------
Before I forget: All the texts I write have my copyright tag on them,
mine and only mine. No company, no databank, no network provider has
now or shall ever have any right to use my work.
I have to add this as now in Germany (and perhaps somewhere else as
well) some crooked providers and other companies try to get access on
other peoples' work. This is what I call a criminal behaveour.
*
Happiness is a cat purr.
---------------------------------------------------------------------------


Andre Grosse Bley

unread,
Jan 31, 1997, 3:00:00 AM1/31/97
to

In article <5cq16i$s...@fu-berlin.de>,

gre...@ukbf.fu-berlin.de (Rene Tschirley) writes:
> Nu will ich nicht klugscheissen -- gerade, wo ich es vielleicht nicht
> besser weiss. Aber sag mir, wie soll ein 5kV-Peak eine galvanische
> Unterbrechung ueberspringen? Die Leuchtdiode des Optikopplers wird

Recht einfach. Ein Optokoppler ist auch nur ein IC, auf dem Sender
und Empfaenger untergebracht sind, wenn auch getrennt. Nur bei
irgendeiner Spannung wird auch die Isolierung durchschlagen und
ploetzlich zum Leiter.

Rene Tschirley

unread,
Feb 4, 1997, 3:00:00 AM2/4/97
to

gan...@infinity.ping.de (Andre Grosse Bley) writes:

>Recht einfach. Ein Optokoppler ist auch nur ein IC, auf dem Sender
>und Empfaenger untergebracht sind, wenn auch getrennt. Nur bei
>irgendeiner Spannung wird auch die Isolierung durchschlagen und
>ploetzlich zum Leiter.

Hmm, ueberredet. Bliebe nachzupruefen, wie hoch die
Durchschlagspannung von handelsueblichen Optokopplern ist. Egal wie
hoch -- es geht bestimmt noch hoeher! Dann vielleicht nicht mehr
integriert, aber das sollte eigentlich auch nicht das Problem sein...

Hauke Johannknecht

unread,
Feb 4, 1997, 3:00:00 AM2/4/97
to

Rene Tschirley (gre...@ukbf.fu-berlin.de) wrote:
: Hmm, ueberredet. Bliebe nachzupruefen, wie hoch die

: Durchschlagspannung von handelsueblichen Optokopplern ist. Egal wie
: hoch -- es geht bestimmt noch hoeher! Dann vielleicht nicht mehr
: integriert, aber das sollte eigentlich auch nicht das Problem sein...

Die militaerische Kombination aus
"Kabel-Wandler------vielGlasfaser------Wandler-Kabel"
ist ja im Prinzip nichts anderes als ein 10 Meter langer Optokoppler !
aber bei einem handelueblichen Einchipper wuerde sich der Strom wohl
im Normalfall noch nicht mal die Arbeit machen, den Koppler selbst zu
durchschlagen sondern einfach draussen ueberschlagen. in ein paar
Kilometern Telefon-(oder-was-auch-immer)Kabel kommen ja doch ein paar
KV zusammen bei einem EMP.

Gruss,
Hauke

--
Hauke Johannknecht 5joh...@informatik.uni-hamburg.de
-> Hamburg / Germany <- - a...@ash.ccc.de
http://www.geocities.com/TimesSquare/Arcade/9242/ tsch...@geocities.com
---> pgp-key via public-key-server and on request <---> use pgp ! <---

Rene Tschirley

unread,
Feb 5, 1997, 3:00:00 AM2/5/97
to

a...@ash.ccc.de (Hauke Johannknecht) writes:

>Die militaerische Kombination aus
>"Kabel-Wandler------vielGlasfaser------Wandler-Kabel"
>ist ja im Prinzip nichts anderes als ein 10 Meter langer Optokoppler !

Was die Frage aufwirft, welche Vorteile Glasfaser denn noch so hat.
Wie abhoersicher ist das Faserbuendel? Ich gehe mal davon aus, dass
mit genuegend technischem Aufwand quasi alles moeglich ist, also
muesste eigentlich auch der Lichtwellenleiter zu knacken sein... Any
comments? Lasst mal Eure Phantasie spielen!

In der allergroessten Not stelle ich mir eine kleine Box mit zwei
Anschluessen vor, die intern einen Teil des Lichtstrahls abzweigt, um
ihn dann auszuwerten, und den weit groesseren Teil durchlaesst, damit
er den Empfaenger erreicht. Mit einer Guillotine-aehnlichen
Konstruktion sollte es dann moeglich sein, innerhalb weniger
Millisekunden einen Teil der freigelegten Glasfaser auszuschneiden und
durch die Box zu ersetzen -- fertig ist die Abhoereinrichtung.

Stell' ich mir das zu einfach vor? Oder waere das realisierbar? Wer
kann dazu was sagen, der ein wenig mehr Ahnung hat, als ich? ;-)


Gruss,
Rene, der sich allmaehlich fragt, wer in dieser NG eigentlich
auf was fuer Ideen gebracht wird...

--
"... so the program will exactly do what you code, not what you want!"


/>
/< Rene Tschirley tsch...@ukbf.fu-berlin.de

[\\\\\\(O):::<========================================- gre...@cs.tu-berlin.de

Ronal...@informatik.tu-chemnitz.de

unread,
Feb 5, 1997, 3:00:00 AM2/5/97
to

On 5 Feb 1997, Rene Tschirley wrote:

> a...@ash.ccc.de (Hauke Johannknecht) writes:
>
> >Die militaerische Kombination aus
> >"Kabel-Wandler------vielGlasfaser------Wandler-Kabel"
> >ist ja im Prinzip nichts anderes als ein 10 Meter langer Optokoppler !
>
> Was die Frage aufwirft, welche Vorteile Glasfaser denn noch so hat.
> Wie abhoersicher ist das Faserbuendel? Ich gehe mal davon aus, dass
> mit genuegend technischem Aufwand quasi alles moeglich ist, also
> muesste eigentlich auch der Lichtwellenleiter zu knacken sein... Any
> comments? Lasst mal Eure Phantasie spielen!
>
> In der allergroessten Not stelle ich mir eine kleine Box mit zwei
> Anschluessen vor, die intern einen Teil des Lichtstrahls abzweigt, um
> ihn dann auszuwerten, und den weit groesseren Teil durchlaesst, damit
> er den Empfaenger erreicht. Mit einer Guillotine-aehnlichen
> Konstruktion sollte es dann moeglich sein, innerhalb weniger
> Millisekunden einen Teil der freigelegten Glasfaser auszuschneiden und
> durch die Box zu ersetzen -- fertig ist die Abhoereinrichtung.

Naja, die Glasfasern muessen IMHO noch poliert werden. Das dauert ne
Weile...

Es gab mal in de.comp.security einen Thread mit dem Subjekt
"Quantenkryptographie" oder so. Dort ging es darum ueber Glasfaser einen
Schluesselaustausch vorzunehmen der abhoersicher ist. Soweit ich weiss
wurden da gekoppelte Quantenzustaende benutzt. Vielleicht hat ja noch
jemand die Artikel und kann mehr darueber erzaehlen.

ron

--
\ Ronald Wahl --- r...@informatik.tu-chemnitz.de \
\ WWW: http://www.tu-chemnitz.de/~row \
\ Talk: r...@goliath.csn.tu-chemnitz.de \
\ PGP key available by finger to my email address \


Lutz Donnerhacke

unread,
Feb 5, 1997, 3:00:00 AM2/5/97
to

In article <5d9opf$8...@fu-berlin.de>, Rene Tschirley wrote:
>Wie abhoersicher ist das Faserbuendel? Ich gehe mal davon aus, dass
>mit genuegend technischem Aufwand quasi alles moeglich ist, also
>muesste eigentlich auch der Lichtwellenleiter zu knacken sein...

Ja, es geht. Nur wenn Du an die Experten der British Telekom gerätst, hast
Du verloren. Die Quantenkryptographische Übertragung wird beim Abhörversuch
zerstört. Es fällt also sofort auf.

Ronal...@informatik.tu-chemnitz.de

unread,
Feb 5, 1997, 3:00:00 AM2/5/97
to

Heisst das, dass die British Telekom Quantenkryptographie schon praktisch
einsetzt oder ist das noch in der Experimentierphase?

Lutz Donnerhacke

unread,
Feb 5, 1997, 3:00:00 AM2/5/97
to

In article <Pine.LNX.3.95.97020...@goliath.csn.tu-chemnitz.de>, Ronal...@Informatik.TU-Chemnitz.DE wrote:
>Es gab mal in de.comp.security einen Thread mit dem Subjekt
>"Quantenkryptographie" oder so. Dort ging es darum ueber Glasfaser einen
>Schluesselaustausch vorzunehmen der abhoersicher ist. Soweit ich weiss
>wurden da gekoppelte Quantenzustaende benutzt. Vielleicht hat ja noch
>jemand die Artikel und kann mehr darueber erzaehlen.

Die Idee besteht darin, daß nur senkrecht zueinander stehende
Polarisierungsebenen erkannt werden können, wenn es um die Bestimmung der
Polarisierung eines Einzelphotons geht.

Wenn nun ein Sender Einzelphotonen erzeugt, deren Polaisierungsebene
wahlweise bei 0°, 45°, 90° oder 135° liegt, dann kann der Empfänger
wahlweise sein Empfangsgerät auf 0° oder 45° stellen und dann entweder 0°
oder 90° oder 45° oder 135° Polarisation messen. Stimmt die Einstellung des
Empfängers, so mißt er absolut sicher die richtige Polarisation. Stimmt
diese nicht, so mißt er absolut zufällig eine Polarisation.

Nach der Messung ist das Photon so polarisiert, wie er es gemessen hat.
Stimmt die Meßanordnung, so ändert sich die Polarisationsebene nicht.
,--------------------------------------'
Stimmt die Meßanordnung nicht, so ändert sich die Polarisationsebene.
Hängt sich jemand dazwischen ... ändert er in 50% der Fälle die
Polarisiation.

Nach der Übertragung übermittelt der Empfänger an den Sender die
Empfangszustände. Der Sender sagt daraufhin, was stimmte. Der Empfänger
übergibt einige Empfangswerte... der Rest ist verwendbar, entweder als
Zufallsbits oder als Schlüsselbits, je nach Einstellung.

Lutz Donnerhacke

unread,
Feb 5, 1997, 3:00:00 AM2/5/97
to
>On 5 Feb 1997, Lutz Donnerhacke wrote:
>> Ja, es geht. Nur wenn Du an die Experten der British Telekom gerätst, hast
>> Du verloren. Die Quantenkryptographische Übertragung wird beim Abhörversuch
>> zerstört. Es fällt also sofort auf.
>
>Heisst das, dass die British Telekom Quantenkryptographie schon praktisch
>einsetzt oder ist das noch in der Experimentierphase?

Der praktische Feldversuch liegt bereits über 50km Reichweite.

Olaf Fichtner

unread,
Feb 5, 1997, 3:00:00 AM2/5/97
to


On 5 Feb 1997, Rene Tschirley wrote:

> a...@ash.ccc.de (Hauke Johannknecht) writes:
>
> >Die militaerische Kombination aus
> >"Kabel-Wandler------vielGlasfaser------Wandler-Kabel"
> >ist ja im Prinzip nichts anderes als ein 10 Meter langer Optokoppler !
>
> Was die Frage aufwirft, welche Vorteile Glasfaser denn noch so hat.

> Wie abhoersicher ist das Faserbuendel? Ich gehe mal davon aus, dass

> ...


> In der allergroessten Not stelle ich mir eine kleine Box mit zwei
> Anschluessen vor, die intern einen Teil des Lichtstrahls abzweigt, um

Man kann sich natuerlich auch die naechste Verstaerkerstation suchen
(denn auch Glasfasern brauchen sowas) und "zapft" dort an - ohne
irgendwelche Fasern zu kappen (die man hinterher schwerlich wieder
zusammenbekommt)...

Gruss

Olaf


Hauke Johannknecht

unread,
Feb 6, 1997, 3:00:00 AM2/6/97
to

Olaf Fichtner (h044...@rz.hu-berlin.de) wrote:
:
:
: > >"Kabel-Wandler------vielGlasfaser------Wandler-Kabel"

: > >ist ja im Prinzip nichts anderes als ein 10 Meter langer Optokoppler !
: > Was die Frage aufwirft, welche Vorteile Glasfaser denn noch so hat.
: > Wie abhoersicher ist das Faserbuendel? Ich gehe mal davon aus, dass
: > In der allergroessten Not stelle ich mir eine kleine Box mit zwei

: > Anschluessen vor, die intern einen Teil des Lichtstrahls abzweigt, um
: Man kann sich natuerlich auch die naechste Verstaerkerstation suchen
: (denn auch Glasfasern brauchen sowas) und "zapft" dort an - ohne
: irgendwelche Fasern zu kappen (die man hinterher schwerlich wieder
: zusammenbekommt)...
der beschriebene 10 Meter Optohoppler ist wohl eher sicher verbunkert,
weil eben direkt vor der Bunker-EDV, schon innerhalb des Farrad-Kaefigs
und so. daher ist da ein zugriff wohl eher nicht moeglich.

draussen haben die sicher so abgedrehte leitungen mit ueber-/unter-druck-
rohr drum rum. da kommt man dann eher schwer ran.

und wer sich in so eine verstaerker-station schleichen will muss auch
mit einem loch groesse 7,62 mm rechnen.

wenn ich mich recht erinnere sprachen wir (oder zumindest ich) von
militaerischen sicherungen, und (wenn schon nicht bei der software)
sind die doch wenigstens bei der hardware relativ fit was die
sicherheit angeht.

gruss,
Hauke

--
- - - -

Markus Kaufmann

unread,
Feb 6, 1997, 3:00:00 AM2/6/97
to

Rene Tschirley (gre...@ukbf.fu-berlin.de) wrote:

: Was die Frage aufwirft, welche Vorteile Glasfaser denn noch so hat.
: Wie abhoersicher ist das Faserbuendel? Ich gehe mal davon aus, dass

: mit genuegend technischem Aufwand quasi alles moeglich ist, also
: muesste eigentlich auch der Lichtwellenleiter zu knacken sein... Any


: comments? Lasst mal Eure Phantasie spielen!

Einfach die Faser stark biegen, dann tritt das Licht auf der Seite aus.
(Heh, nicht so stark dass die Faser bricht.)
Auf diese Weise kann man auch Licht einspeissen.

Ich denke aber, dass die Signalqualitaet darunter ziemlich leiden duerfte.

: In der allergroessten Not stelle ich mir eine kleine Box mit zwei
: Anschluessen vor, die intern einen Teil des Lichtstrahls abzweigt, um

: ihn dann auszuwerten, und den weit groesseren Teil durchlaesst, damit


: er den Empfaenger erreicht. Mit einer Guillotine-aehnlichen
: Konstruktion sollte es dann moeglich sein, innerhalb weniger
: Millisekunden einen Teil der freigelegten Glasfaser auszuschneiden und
: durch die Box zu ersetzen -- fertig ist die Abhoereinrichtung.

Sollte wohl gehen, aber sowas kann man auf alle Faelle anmessen.
(Vermutlich wegen der auftretenden Reflektionen.)

Tschau
Markus

Markus Kaufmann

unread,
Feb 6, 1997, 3:00:00 AM2/6/97
to

Olaf Fichtner (h044...@rz.hu-berlin.de) wrote:

: > In der allergroessten Not stelle ich mir eine kleine Box mit zwei
: > Anschluessen vor, die intern einen Teil des Lichtstrahls abzweigt, um

: Man kann sich natuerlich auch die naechste Verstaerkerstation suchen
: (denn auch Glasfasern brauchen sowas) und "zapft" dort an - ohne
: irgendwelche Fasern zu kappen (die man hinterher schwerlich wieder
: zusammenbekommt)...

Warum? Glasfaser kann man doch schweissen.

Tschau
Markus

Matthias Jordan

unread,
Feb 7, 1997, 3:00:00 AM2/7/97
to

a...@ash.ccc.de meinte am 06.02.97
zum Thema "Re: Glasfase abhoersicher? (war: Elektronenbombe)":

> und wer sich in so eine verstaerker-station schleichen will muss auch
> mit einem loch groesse 7,62 mm rechnen.

Aber erst nach zweimaligem Warnschuß in den Rücken oder so. =B)

Ciao!

--
MicroBody@blankuu - der UUCP-Testpoint der sensenet.free.de


S. Koopmann

unread,
Feb 8, 1997, 3:00:00 AM2/8/97
to

Autor: Ronald.Wahl
Subjekt: Re: Glasfase abhoersicher? (war: Elektronenbombe)
Date: 05.02.97


> > Mit einer Guillotine-aehnlichen
> > Konstruktion sollte es dann moeglich sein, innerhalb
> > weniger Millisekunden einen Teil der freigelegten
> > Glasfaser auszuschneiden und durch die Box zu ersetzen
> > -- fertig ist die Abhoereinrichtung.
>

> Naja, die Glasfasern muessen IMHO noch poliert werden.
> Das dauert ne Weile...

Und anschliessend muss noch verklebt werden. Und dass die an
den Enden der Faserstrecke sitzenden Sende- und Empfangs-
Bausteine auch bei kuerzester Unterbrecheung einen Alarm
auloesen, ist wohl auch noch keinem in den Sinn gekommen?

--
mfg

Sebastian ** PGP-Key Request per EB **


Holger Bruns

unread,
Feb 8, 1997, 3:00:00 AM2/8/97
to

In article <6QST9LtMSxB@-wastl-.picca.ndh.com>
WA...@picca.ndh.com (S. Koopmann) writes:

>Und anschliessend muss noch verklebt werden. Und dass die an
>den Enden der Faserstrecke sitzenden Sende- und Empfangs-
>Bausteine auch bei kuerzester Unterbrecheung einen Alarm
>auloesen, ist wohl auch noch keinem in den Sinn gekommen?

Glasfasern werden nicht verklebt, sondern verschweisst. :-)

Holger


Matthias Bethke

unread,
Feb 8, 1997, 3:00:00 AM2/8/97
to

In article <5cq16i$s...@fu-berlin.de> gre...@ukbf.fu-berlin.de (Rene Tschirley) writes:
> >> Nun, o.g. Optokoppler reicht da voellig. Ist auch nicht so schwer
>
> >Kommt drauf an, fuer wieviel kV! Bis 5kV machen AFAIK die meisten mit,
> >darueber kommen nur Spezialversionen.
>

> Nu will ich nicht klugscheissen -- gerade, wo ich es vielleicht nicht
> besser weiss. Aber sag mir, wie soll ein 5kV-Peak eine galvanische
> Unterbrechung ueberspringen? Die Leuchtdiode des Optikopplers wird

Ganz einfach: durch die Luft! Optokoppler haben normalerweise in
DIL-Gehaeuse mit 1/10" Kontaktabstand. Die Durchschlagsfestigkeit von Luft
ist zwar stark Umgebungsabhaengig, aber zur Schaetzung kann man von etwa
1kV/mm ausgehen. Also waeren 5mm schon angesagt. Selbst wenn das gegeben
ist, wuerde ich nicht drauf wetten, dass ein CMOS-IC das mitmacht, wenn
ein HF-Impuls von ~5kV in einiger Entfernung ueber die gleiche Platine
fetzt. Die spitzen Enden der IC-Pins eignen sich auch prima fuer
Spitzenentladung, damit lassen sich auch noch ein paar zusaetzliche
Millimeter ueberspringen. Und bei HF muessen auch nur zwei Leiterbahnen
eine Strecke nebeneinander herlaufen, und schon gibt's schoene
Induktionsstroeme in der jeweils anderen.

bye!
Matthias
--

-----BEGIN GEEK CODE BLOCK-----
GMC/O d-- s+: a-- C+++>$ BU+ P+ L+ E- W+@ N++ o+ K? w--- !O M V-
PS+++ PE-- Y+ PGP>+ t 5 X- R tv- b++ DI D--- G e+ h r- y+
------END GEEK CODE BLOCK------

Matthias Bethke

unread,
Feb 8, 1997, 3:00:00 AM2/8/97
to

In article <slrn5fh6e...@belenus.iks-jena.de> lu...@belenus.iks-jena.de (Lutz Donnerhacke) writes:
> >Heisst das, dass die British Telekom Quantenkryptographie schon praktisch
> >einsetzt oder ist das noch in der Experimentierphase?
>
> Der praktische Feldversuch liegt bereits über 50km Reichweite.

Wie funktioniert das denn? Dass die Daten einigermassen abhoersicher
verschluesselt werden, kann ich mir ja noch vorstellen (wenn auch sicher
sehr aufwendig bei einigen GBit/s), aber eine Veschluesselung, die durch
Abhoeren zerstoert wird??? Wie man eine Glasfaser praktisch abhoert, ist mir
schon nicht ganz klar. Geht das ohne sie aufzutrennen? Koennte mir
vorstellen, mit einem Photomultiplier die Streustrahlung zu verstaerken,
aber die Methode duerfte wohl zu langsam fuer diese Datenraten sein.
Lass mich nicht dumm sterben! :-)

Lutz Donnerhacke

unread,
Feb 9, 1997, 3:00:00 AM2/9/97
to

In article <E5ApM...@elrond.toppoint.de>, Claus Schoenleber wrote:
>Wenn man "Spektrum" 1/97 glauben darf, kann man schon wechselwirkungsfrei
>Quantenmessungen durchfuehren. Und damit im Grunde auch Quantenkrypto-
>graphiertes unbemerkt abhoeren...

Mensch sollte das nicht glauben. Wirklich nicht.

Wau Holland

unread,
Feb 10, 1997, 3:00:00 AM2/10/97
to

rene frug

> a...@ash.ccc.de (Hauke Johannknecht) writes:
>
> >Die militaerische Kombination aus
> >"Kabel-Wandler------vielGlasfaser------Wandler-Kabel"
> >ist ja im Prinzip nichts anderes als ein 10 Meter langer Optokoppler !
>
> Was die Frage aufwirft, welche Vorteile Glasfaser denn noch so hat.
> Wie abhoersicher ist das Faserbuendel? Ich gehe mal davon aus, dass
> mit genuegend technischem Aufwand quasi alles moeglich ist, also
> muesste eigentlich auch der Lichtwellenleiter zu knacken sein... Any
> comments? Lasst mal Eure Phantasie spielen!

Ein Stoehn zum Thread.
Glasfaser abhoeren geht "ganz einfach".

Man schleift aussen am Rand eine laengliche Spirale ganz leicht in
die Oberflaeche der abzuhoerenden Glasfaser und legt eine zweite
Glasfaser dort laengs.

Die in die zweite Faser so eingekoppelte Lichtmenge reicht fuer
einen guten Verstaerker und der "Verlust", die geringfuegig
erhoehte Daempfung, faellt kaum auf ;-)

Es geht durchaus.

wau


-- Kinder koennen grausam sein, wenn sie etwas wollen. (Volkmar
-- diskutiert Datenfunk-Einfuehrungsstrategien in thur.comm.dfue)


UZS...@ibm.rhrz.uni-bonn.de

unread,
Feb 10, 1997, 3:00:00 AM2/10/97
to

In article <6QaA9...@wau6458.other.thur.de>

w...@wau6458.other.thur.de (Wau Holland) writes:

>Glasfaser abhoeren geht "ganz einfach".
>
>Man schleift aussen am Rand eine laengliche Spirale ganz leicht in
>die Oberflaeche der abzuhoerenden Glasfaser und legt eine zweite

Auf so einen Vorschlag hab ich aber lange gewartet:)) Man muss doch
doch nur ein bischen Licht dazu bewegen, aus der Faser auszutreten.

Heiko

Lutz Donnerhacke

unread,
Feb 11, 1997, 3:00:00 AM2/11/97
to

Was natuerlich nur geht, wenn mehr als ein Lichtquant die Information
trägt...

j...@distel.robin.de

unread,
Feb 11, 1997, 3:00:00 AM2/11/97
to

lu...@belenus.iks-jena.de wrote about:
_"Re: Glasfase abhoersicher?"_
the following text:

> >> Donnerhacke wrote: Ja, es geht. Nur wenn Du an die Experten der British
> >> Telekom gerätst, hast Du verloren. Die Quantenkryptographische
> >> Übertragung wird beim Abhörversuch zerstört. Es fällt also sofort auf.
> >

> >Heisst das, dass die British Telekom Quantenkryptographie schon praktisch
> >einsetzt oder ist das noch in der Experimentierphase?
>
> Der praktische Feldversuch liegt bereits über 50km Reichweite.

Dazu stehen in der neuen c't (Ausgabe 3'97) einige interessante Artikel,
z.B. Quantenkryptographie, Quantencomputer-Technologie und einiges mehr.
Lohnt sich zu lesen !

bye, Jey. [j...@distel.robin.de]


Matthias Bethke

unread,
Feb 12, 1997, 3:00:00 AM2/12/97
to

In article <E5ApM...@elrond.toppoint.de> fre...@elrond.toppoint.de (Claus Schoenleber) writes:
> Wenn man "Spektrum" 1/97 glauben darf, kann man schon wechselwirkungsfrei
> Quantenmessungen durchfuehren. Und damit im Grunde auch Quantenkrypto-
> graphiertes unbemerkt abhoeren...

Ich weiss nicht genau, was mit Quantenmessungen gemeint ist, aber wenn es
die Messung von Quantenzustaenden meint, verstoesst es IMHO gegen
elementare Naturgesetze. Heisenberg sagt zumindest, dass es nicht geht...

bye!
Matthias
--

Matthias Bethke

unread,
Feb 12, 1997, 3:00:00 AM2/12/97
to

In article <slrn5g0cd...@taranis.iks-jena.de> lu...@taranis.iks-jena.de (Lutz Donnerhacke) writes:
> >Auf so einen Vorschlag hab ich aber lange gewartet:)) Man muss doch
> >doch nur ein bischen Licht dazu bewegen, aus der Faser auszutreten.
>
> Was natuerlich nur geht, wenn mehr als ein Lichtquant die Information
> trägt...

D.h. es gibt Systeme, bei denen *einzelne* Photonen zur Uebertragung
benutzt werden? Wie sieht das denn mit der Daempfung aus? Ein nicht
unerheblicher Teil der eingespeisten Strahlung bleibt doch ueblicherweise
in der nicht perfekt durchsichtigen Faser haengen. Man kommt also
tatsaechlich um das Problem rum, dass die gesendeten Photonen mit grosser
Wahrscheinlichkeit gar nicht, und wenn, dann evtl. wegen der
Signalverschleifung nicht in der richtigen Reihenfolge ankommen?

Lutz Donnerhacke

unread,
Feb 13, 1997, 3:00:00 AM2/13/97
to

In article <root...@sweetdreams.lahn.de>, Matthias Bethke wrote:
>> Was natuerlich nur geht, wenn mehr als ein Lichtquant die Information
>> trägt...

>D.h. es gibt Systeme, bei denen *einzelne* Photonen zur Uebertragung
>benutzt werden?

Ja, das nennt mensch dann Quantenkryptographie und darüber reden wir hier
schon eine geraume Weile.

>Wie sieht das denn mit der Daempfung aus? Ein nicht
>unerheblicher Teil der eingespeisten Strahlung bleibt doch ueblicherweise
>in der nicht perfekt durchsichtigen Faser haengen. Man kommt also
>tatsaechlich um das Problem rum, dass die gesendeten Photonen mit grosser
>Wahrscheinlichkeit gar nicht, und wenn, dann evtl. wegen der
>Signalverschleifung nicht in der richtigen Reihenfolge ankommen?

Die Techniker von BT haben es auf eine Länge von mindestens 50 km in den
Griff bekommen. Wie? Weiß ich nicht.

j...@distel.robin.de

unread,
Feb 13, 1997, 3:00:00 AM2/13/97
to

mbe...@sweetdreams.lahn.de wrote about:

_"Re: Glasfase abhoersicher?"_
the following text:

> > Schoenleber) writes: Wenn man "Spektrum" 1/97 glauben darf, kann man


> > schon wechselwirkungsfrei Quantenmessungen durchfuehren. Und damit im
> > Grunde auch Quantenkrypto- graphiertes unbemerkt abhoeren...
> Ich weiss nicht genau, was mit Quantenmessungen gemeint ist, aber wenn es
> die Messung von Quantenzustaenden meint, verstoesst es IMHO gegen
> elementare Naturgesetze. Heisenberg sagt zumindest, dass es nicht geht...

Die Heisenbergsche Unschärferelation besagt: Je genauer man den
Quantenzustand messen will, desto ungenauer wird die
Gewschwindigkeitsmessung, soweit ich das so verstanden habe.

bye, Jey. [j...@distel.robin.de]


Lutz Donnerhacke

unread,
Feb 14, 1997, 3:00:00 AM2/14/97
to

In article <6QnR4...@ptjey.distel.robin.de>, j...@distel.robin.de wrote:
>Die Heisenbergsche Unschärferelation besagt: Je genauer man den
>Quantenzustand messen will, desto ungenauer wird die
>Gewschwindigkeitsmessung, soweit ich das so verstanden habe.

Nein, die Unschärferelation besagt, daß das Produkt der glecihzeitigen
Meßungenauigkeiten von zwei zueinander gehörenden Größen (Das Produkt muß
notwendig die Einheit einer Wirkung haben) nicht unter eine Naturkonstante
fallen kann. Deine Messungen können beispielsweise den Ort und die
Geschwindigkeit eines Teilchens nicht gleichzeitig besser als h/2pi messen.
Daß heißt, wenn Du den Ort eines Teilchens sehr genau bestimmen konnest,
konntest Du es in diesem Augenblick nicht festhalten (Meßungenauigkeit
Geschwindigkeit). Ein anderes Beispiel ist die Messung der Energie.
Komplementät dazu ist die Zeit. Du weißt also nicht, wann Du die Energie
gemessen hast...

Matthias Bethke

unread,
Feb 14, 1997, 3:00:00 AM2/14/97
to

In article <slrn5g63n...@taranis.iks-jena.de> lu...@taranis.iks-jena.de (Lutz Donnerhacke) writes:
> >D.h. es gibt Systeme, bei denen *einzelne* Photonen zur Uebertragung
> >benutzt werden?
>
> Ja, das nennt mensch dann Quantenkryptographie und darüber reden wir hier
> schon eine geraume Weile.

Sorry, den erwaehnten c't-Artikel hab ich noch nicht gelesen.

> Die Techniker von BT haben es auf eine Länge von mindestens 50 km in den
> Griff bekommen. Wie? Weiß ich nicht.

Ich denke Heise verdient mal wieder ein paar Mark an mir... :-)

0 new messages