Die Frage stelle ich mir wegen des Nachnamens des ungarischen, bei Hertha
spielenden Torhüters Gabor Kiraly.
Ich hab mir sagen lassen, dass sein Name "Kirei" mit Betonung auf "ei"
ausgesprochen wird.
Nun zu drei Fragen:
1.) Welche Funktion übernimmt in diesem Fall das "l"? Wie würde dann
ungarisch das (vermutliche) Kunstwort "Kiray" ausgesprochen?
2.) Ich sehe gerade für Jugoslawien einen Spieler mit dem Namen "Kralj"
spielen bei der EM. Da ich mir hab sagen lassen, dass ungarisch nix mit
serbokroatisch gemeinsam haben soll, ich aber auch mal gehört habe, dass
die Lautkombination aus dem serbokroatischen "alj" auch wie "ei"
ausgesprochen wird, klingen "Kiraly" und "Kralj" sehr ähnlich. Weiß
jemand, ob es da eine Gemeinsamkeit gibt, und ob beides vielleicht
"König" heißt, was dann quasi schon als Beweis gilt...?
3.) Bedeutet "Gabor" etwas und ist das auf einen bekannten Namen
übertragbar? Wäre Gabor uns als Gabriel bekannt?
Soviel dazu...
love,
ein interessierter Flave.
> Ich hab mir sagen lassen, dass sein Name "Kirei" mit Betonung auf "ei"
> ausgesprochen wird.
Stimmt. Man koennte es auch als auch 'Kirej' verschriftlichen.
> Nun zu drei Fragen:
>
> 1.) Welche Funktion übernimmt in diesem Fall das "l"? Wie würde dann
> ungarisch das (vermutliche) Kunstwort "Kiray" ausgesprochen?
Die Buchstabengruppe 'ly' und der Buchstabe 'j' werden im Ungarischen
gleich ausgesprochen, nämlich wie deutsches 'j'. Ob man 'ly' oder 'j'
schreibt,
hat historische Gründe. 'Kiraj' und 'Kiraly' würden gleich
ausgesprochen.
> 2.) Ich sehe gerade für Jugoslawien einen Spieler mit dem Namen "Kralj"
> spielen bei der EM. Da ich mir hab sagen lassen, dass ungarisch nix mit
> serbokroatisch gemeinsam haben soll,
Nix kann man so nicht sagen; die beiden Sprachen gehören zwar ganz
unterschiedlichen
Sprachstämmen an (Serbokroatisch [heute geteilt in Serbisch und
Kroatisch] gehört
zu den indogermanischen Sprachen (wie auch das Deutsche und die Mehrzahl
der Sprachen
in Europa), Ungarisch gehört zu den finno-ugrischen Sprachen),
allerdings gibt es
durch die jahrhundertelange Nachbarschaft etliche gegenseitige
Entlehnungen im Bereich
des Wortschatzes.
> ich aber auch mal gehört habe, dass
> die Lautkombination aus dem serbokroatischen "alj" auch wie "ei"
> ausgesprochen wird, klingen "Kiraly" und "Kralj" sehr ähnlich.
'Serbokroatisch' 'lj' wird als palatales 'l' ausgesprochen, d.h., die
Zunge ist im
Mundraum weiter vorne und mehr gehoben als beim 'normalen l'.
Serbokroatisch 'lj'
und Ungarisch 'ly' unterscheiden sich also in der Aussprache.
> Weiß
> jemand, ob es da eine Gemeinsamkeit gibt, und ob beides vielleicht
> "König" heißt, was dann quasi schon als Beweis gilt...?
Ja, beides heisst 'König'. Das Wort stammt von dem deuschen Namen 'Karl'
(Kaiser Karl
der Große) und gelangte über slawischen Mund (Liquidametathese) ins
Ungarische.
> 3.) Bedeutet "Gabor" etwas und ist das auf einen bekannten Namen
> übertragbar? Wäre Gabor uns als Gabriel bekannt?
>
Ja, ungarisch Gabor entspricht unserem Gabriel
Viele Grüße
Helmut
> ich aber auch mal gehört habe, dass die Lautkombination aus dem
> serbokroatischen "alj" auch wie "ei" ausgesprochen wird,
"LJ" ist ein palatalisiertes l /L/ und in kyrillischer Schreibung
ein eigener Buchstabe. Dass "alj" /ai/ statt /aL/ sein soll,
überrascht mich etwas. Kann das jemand bestätigen?
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de
> "LJ" ist ein palatalisiertes l /L/ und in kyrillischer Schreibung
> ein eigener Buchstabe.
Genau.
> Dass "alj" /ai/ statt /aL/ sein soll,
> überrascht mich etwas. Kann das jemand bestätigen?
Nein, "alj" ist im Serbischen/Kroatischen /aL/, wie du geschrieben hast.
Helmut
ich nehme es zurück., dass es wie "ei" ausgesprochen würde.
Aber immerhin, die Vermutung, dass Kiraly und Kralj dasselbe bedeuten...
*aufSchulterpatsch* :)
Hallo Flavio und Helmut, ich antworte mal Euch beiden, weil ich Flavios
Frage noch nciht habe.
>> Ich hab mir sagen lassen, dass sein Name "Kirei" mit Betonung auf
"ei"
>> ausgesprochen wird.
>
>Stimmt. Man koennte es auch als auch 'Kirej' verschriftlichen.
Fußballunwissend, wie ich bin, stören mich trotzdem zwei Sachen:
Im Ungarischen sind alle Wörter auf der ersten Silbe betont. Wieso
sollte es bei dem Namen dieses Mannes anders sein?
Das ungarische Wort "király" wird absolut in keiner Weise mit -ej
gesprochen, es handelt sich um ein langes á, "kiráj" also.
>> 1.) Welche Funktion übernimmt in diesem Fall das "l"? Wie würde dann
>> ungarisch das (vermutliche) Kunstwort "Kiray" ausgesprochen?
So ein Wort könnte es nur als Eigennamen geben, weil es im Ungarischen
ein einzelnes Y nur in alten Eigennamen gibt (Esterházy).
Wenn es ein solcher wäre, würde es genauso gesprochen wie Király.
chr
Hallo Flavio und Helmut, ich antworte mal Euch beiden, weil ich Flavios
Frage noch nciht habe.
>> Ich hab mir sagen lassen, dass sein Name "Kirei" mit Betonung auf
"ei"
>> ausgesprochen wird.
>
>Stimmt. Man koennte es auch als auch 'Kirej' verschriftlichen.
Fußballunwissend, wie ich bin, stören mich trotzdem zwei Sachen:
Im Ungarischen sind alle Wörter auf der ersten Silbe betont. Wieso
sollte es bei dem Namen dieses Mannes anders sein?
Und dann will ich das mit dem -ei noch präzisieren. Es gibt ja
schließlich für den deutschen ei-Diphthong mehrere
Aussprachemöglichkeiten. In diesem Wort hier hört es sich an wie kirahj.
> Fußballunwissend, wie ich bin, stören mich trotzdem zwei Sachen:
> Im Ungarischen sind alle Wörter auf der ersten Silbe betont. Wieso
> sollte es bei dem Namen dieses Mannes anders sein?
> Das ungarische Wort "király" wird absolut in keiner Weise mit -ej
> gesprochen, es handelt sich um ein langes á, "kiráj" also.
>
ja ist nun am Ende des Wort ein Laut, der gegen "i" tendiert?
> Das ungarische Wort "király" wird absolut in keiner Weise mit -ej
> gesprochen, es handelt sich um ein langes á, "kiráj" also.
Hallo, Christina,
du hast selbstverständlich recht! <Király> muss [kiraj] ausgesprochen
werden, mit Betonung
auf dem [i] und langem [a].
Danke fuer die Richtigstellung.
Helmut
> >> 1.) Welche Funktion übernimmt in diesem Fall das "l"? Wie würde dann
> >> ungarisch das (vermutliche) Kunstwort "Kiray" ausgesprochen?
>
> So ein Wort könnte es nur als Eigennamen geben, weil es im Ungarischen
> ein einzelnes Y nur in alten Eigennamen gibt (Esterházy).
Siehe auch http://www.cas.umn.edu/ahy1976_77pt1.htm
> Wenn es ein solcher wäre, würde es genauso gesprochen wie Király.
Wenn auch noch ein 'á' enthalten wäre. Gibt es in ungarischssprachigen
Gefilden eine Ortschaft namens Kira? Sonst müßte der Name als
phonetisches Äquivalent aus Zeiten wenig normierter Orthographie
aufgefaßt werden...
Gruß, ULF
--
________________________________________________________________________
Ulf Kutzner Backhaushohl 46 D-55128 Mainz
________________________________________________________________________
>> So ein Wort könnte es nur als Eigennamen geben, weil es im
Ungarischen
>> ein einzelnes Y nur in alten Eigennamen gibt (Esterházy).
>
>Siehe auch http://www.cas.umn.edu/ahy1976_77pt1.htm
Nu aber Tippfehler als Beweismittel für die Existenz von Namen zu
bieten, ist wissenschaftlich schon etwas fragwürdig ...
Sollte es sich nämlich um _den_ Béla Király handeln, dann wird der ganz
sicher mit ly geschrieben.
Von ihm ist z.B. das hier:
Király Béla: Deák Ferenc. Akadémiai, Bp., 1993. 193 l.
Das K. hat er sich nach seiner Übersiedelung in die Staaten zugelegt.
Guck mal:
http://www.sulinet.hu/tananyag/97110/on/szerviz/kislex/biograf/kiraly.ht
m
chr
> >Siehe auch http://www.cas.umn.edu/ahy1976_77pt1.htm
>
> Nu aber Tippfehler als Beweismittel für die Existenz von Namen zu
> bieten, ist wissenschaftlich schon etwas fragwürdig ...
Tippfehler ist es nicht.
> Sollte es sich nämlich um _den_ Béla Király handeln, dann wird der ganz
> sicher mit ly geschrieben.
> Von ihm ist z.B. das hier:
>
> Király Béla: Deák Ferenc. Akadémiai, Bp., 1993. 193 l.
>
> Das K. hat er sich nach seiner Übersiedelung in die Staaten zugelegt.
Du meinst eine neue Namensschreibung?
Ich habe diesen Thread eben mit Spannung gelesen.
Ich bin eine geb. "Kiray" (kein Witz!), hatte aber bisher
keinen Schimmer (nach 44 Jahren!) wo dieser Name
seinen Ursprung hat. Mindestens 3 Generationen vor mir
sind schon Deutsche gewesen.
Ich tippe mal auf Völkerwanderung. ;-)
Wow, das war aufschlußreich! :-))))
Schönes Wochenende!
gruß
Barbara
> Ich bin eine geb. "Kiray" (kein Witz!), hatte aber bisher
> keinen Schimmer (nach 44 Jahren!) wo dieser Name
> seinen Ursprung hat. Mindestens 3 Generationen vor mir
> sind schon Deutsche gewesen.
Wollte Dich gerade nach einem Akut auf dem 'a' fragen, wird aber
verschütt gegangen sein.
>
> Stimmt. Man koennte es auch als auch 'Kirej' verschriftlichen.
király = König. Mit langgezogenem "a" gesprochen.
> hat historische Gründe. 'Kiraj' und 'Kiraly' würden gleich
> ausgesprochen.
Mein ungarisch ist sicher nicht gut, aber generell enden die Wörter in ly...
j wird nur im Wort verwendet.
Gruss, Michael
Jein, lautmässig schon, aber melodiös nicht. Ich würde es deutlich kürzer
aussprechen. Als bestes Beispiel mag mein Name ...Szönyi...dienen. "ny" hat
auch einen kurzen, melodiösen Laut, der durch das "i" dann deutlich
verlängert wird.
Gruss, Michael
> Mein ungarisch ist sicher nicht gut, aber generell enden die Wörter in ly...
> j wird nur im Wort verwendet.
Ich biete "Tokaj"
> aussprechen. Als bestes Beispiel mag mein Name ...Szönyi...dienen. "ny" hat
> auch einen kurzen, melodiösen Laut, der durch das "i" dann deutlich
> verlängert wird.
...und der bedeutet...?
love,
Flave.
Sprich: Toki?
love,
Flave.
> ...und der bedeutet...?
ist meines Wissens eine Art Genitiv. "Der Bewohner des.... derjenige von...
etc."
Gruss, Michael
> > > Mein ungarisch ist sicher nicht gut, aber generell enden die Wörter in ly...
> > > j wird nur im Wort verwendet.
> >
> > Ich biete "Tokaj"
>
> Sprich: Toki?
Nein, das 'a' wird durchaus mitgesprochen. Damit nicht nur ein Toponym
herumschwirrt: tej, baj.
Genitiv nicht, eher so eine Art Detoponymal. Paßt in die Kategorie -er
bei 'Zürcher', 'Frankfurter'.
>Ja, beides heisst 'König'. Das Wort stammt von dem deuschen Namen 'Karl'
>(Kaiser Karl
>der Große) und gelangte über slawischen Mund (Liquidametathese) ins
>Ungarische.
Kralj hat ein lj und nicht l wahrscheinlich deshalb, weil das deutsche helle
l dem slaw. palat. l näher schien als dem dunklen velaren l; a in kralj ist
lang, daher ung. á. Das Ung. hat kr- durch i-Einschub in kir- aufgelöst,
weil es nicht mehr als einen Konsonanten am Wort- (und Silben-)Anfang
duldet. Gleichfalls barát (Freund)<sl. brat (Bruder), Ferenc<Franz,
görög<...<graecus, karácsony<rum. craciun (Weihnachten)<lat. crea:tio:ne(m).
========
"Michael Szönyi" <m.sz...@gmx.ch> schrieb:
Date: Wed, 28 Jun 2000 20:16:15 +0200
Message-ID: <8jdf8t$lm1$1...@news1.sunrise.ch>
>> ja ist nun am Ende des Wort ein Laut, der gegen "i" tendiert?
>Jein, lautmässig schon, aber melodiös nicht. Ich würde es deutlich kürzer
>aussprechen. Als bestes Beispiel mag mein Name ...Szönyi...dienen. "ny" hat
>auch einen kurzen, melodiösen Laut, der durch das "i" dann deutlich
>verlängert wird.
Hat jemand was verstanden? bravissimo! Dann würdet Ihr so gut sein, es mir
zu erklären.
========
Ulf Kutzner <kutz...@mail.uni-mainz.de> schrieb:
Date: Wed, 21 Jun 2000 10:37:49 +0200
Message-ID: <39507E...@mail.uni-mainz.de>
>Christina Kunze wrote:
>> >> 1.) Welche Funktion übernimmt in diesem Fall das "l"?
ly bezeichnete einmal ein palatales l, wie ital. gli, span. ll, portug. lh.
Auch franz. gab es das früher, geschrieben ill, aber heute ist das nur noch
j, wie ungar. und vielerorts auch span. So detail, Versailles, taille usw.
>> >>
Wie würde dann
>> >> ungarisch das (vermutliche) Kunstwort "Kiray" ausgesprochen?
>>
>> So ein Wort könnte es nur als Eigennamen geben, weil es im Ungarischen
>> ein einzelnes Y nur in alten Eigennamen gibt (Esterházy).
wo s=[s], auch Eszterházy. Andere Kuriositäten: Thököly=[třkřli]!! Sigray,
Vay, Wiczay [-a-i], Fáy
[fa:-i].
>Siehe auch http://www.cas.umn.edu/ahy1976_77pt1.htm
>> Wenn es ein solcher wäre, würde es genauso gesprochen wie Király.
>Wenn auch noch ein 'á' enthalten wäre. Gibt es in ungarischssprachigen
>Gefilden eine Ortschaft namens Kira? Sonst müßte der Name als
>phonetisches Äquivalent aus Zeiten wenig normierter Orthographie
>aufgefaßt werden...
========
"Michael Szönyi" <m.sz...@gmx.ch> schrieb:
Date: Wed, 28 Jun 2000 20:15:11 +0200
Message-ID: <8jdf6t$l6j$1...@news1.sunrise.ch>
>> > Ich hab mir sagen lassen, dass sein Name "Kirei" mit Betonung auf "ei"
>> > ausgesprochen wird.
>NEin, die Melodie liegt vielleicht hinten, die Betonung generell vorne.
Was soll diese "Melodie" bedeuten? Ich verstehe nichts.
Wieso "generell"? Nicht immer?
========
Flavio Deisler <fla...@elfiaa.de> schrieb:
Date: Thu, 29 Jun 2000 21:31:37 +0200
Message-ID: <MPG.13c5c2876...@news.rz.uni-karlsruhe.de>
>Laut Ulf Kutzner <kutz...@mail.uni-mainz.de> am Thu, 29 Jun 2000
>13:11:06 +0200:
>> Michael Szönyi wrote:
>>
>> > Mein ungarisch ist sicher nicht gut, aber generell enden die Wörter in
ly...
>> > j wird nur im Wort verwendet.
>>
>> Ich biete "Tokaj"
>Sprich: Toki?
Was?? In welcher Sprache?
und baj (Übel), báj (Anmut), díj (Preis), dörej (Knall), éj (Nacht), faj
(Rasse), fáj (schmerzen), fej (melken; Kopf), férj (Mann), fúj (blasen), haj
(Haar), háj (Fett), héj (Schale), íj (Bogen), jaj! (weh!), kéj (Wonne), máj
(Leber), olaj (Öl) usw.
Das sind keine Diphthonge, sondern a, á, e, é usw. + j. Zu unterscheiden von
mai (zweisilbig): heutig, von ma: heute + suffix -i, Szinnyei [sińńe-i]
dreisilbig.
========
Helmut Kalb <helmu...@uibk.ac.at> schrieb:
Message-ID: <394D733C...@uibk.ac.at>
Date: Mon, 19 Jun 2000 03:11:24 +0200
>Christian Weisgerber schrieb:
>Genau.
/L/ bezeichnet lj (palatal)? merkwürdig. Und wie würde man das velare l
(engl., arab., russ. usw.) wiedergeben?
mfG
G. Leo Sahakian
Szöny ist offenbar das frühere Brigetio, welches offenbar in der Nähe
von Komorn/Komárom anzusiedeln ist.
Kann man auch noch allgemeiner fassen: -i drückt die Zugehörigkeit zu
etwas aus.
Das gilt nicht nur für Orte.
Von "király" in seiner Bedeutung als König läßt sich "királyi" bilden,
"königlich", und das kann auch sein Pferd oder sein Schuhanzieher sein.
Christina
> Die Buchstabengruppe 'ly' und der Buchstabe 'j' werden im Ungarischen
> gleich ausgesprochen, nämlich wie deutsches 'j'. Ob man 'ly' oder 'j'
> schreibt,
> hat historische Gründe. 'Kiraj' und 'Kiraly' würden gleich
> ausgesprochen.
Auch wieder was gelernt, danke! :)
Jetzt weiss ich wenigstens, wie man den Komponisten Zóltán Kódaly *richtig* ausspricht.
(ist ja analog! hoffe die ´ 's stimmen ;))
Andreas
> Fußballunwissend, wie ich bin, stören mich trotzdem zwei Sachen:
> Im Ungarischen sind alle Wörter auf der ersten Silbe betont. Wieso
> sollte es bei dem Namen dieses Mannes anders sein?
Ich kann kein Ungarisch :) - versuche es trotz einer *Sprache* mal mit *Logik*,
auch wenn ich mir dabei eine potentielle blutige Nase hole ;)
Der Komponist Zóltán Kódaly wird *** AFAIK *** (so in etwa) [k 'O daj] und nicht
[kod 'A: j] gesprocheh, weil auf dem 'a' des Nachnamens KEIN Akzent kommt.
Offenbar _bestimmt_ der Akzent, *wo* betont wird.
Erschieß mich aber ich bring dir jetzt einen Vergleich ausgerechnet aus dem Italienischen:
Worte werden im Italienischen auf der _vorletzten_ Silbe betont, _wenn_ _nicht_ ein
Akzent eine ABWEICHUNG angibt.
Z. B. der italienische Name 'Sàbato' wird im (Schrift)Italienischen meistens *mit* Akzent
geschrieben, da man ihn sonst 'Sab A to' aussprechen müsste.
Dass ein Akzent die Betonungsregel aufhebt ist in vielen Sprachen so.
Kann mich aber gerade *hier* auch täuschen.
Andreas
> /L/ bezeichnet lj (palatal)?
Leo,
dieses LJ hört sich für mich fast so wie das französische 'LL' an
(z. B. 'se debrouiller - sich durchschlagen', 'la taille')
Ungarisch / Slawisch haben für mich zwar überhaupt nix am Hut mit Französisch,
nur finde ich die Parallele schon sehr zutreffend.
Andreas
...
> Ich kann kein Ungarisch :) - versuche es trotz einer *Sprache* mal mit *Logik*,
> auch wenn ich mir dabei eine potentielle blutige Nase hole ;)
Das bleibt nicht aus. ;-)
> Der Komponist Zóltán Kódaly wird *** AFAIK *** (so in etwa) [k 'O daj] und nicht
> [kod 'A: j] gesprocheh, weil auf dem 'a' des Nachnamens KEIN Akzent kommt.
>
> Offenbar _bestimmt_ der Akzent, *wo* betont wird.
>
> Erschieß mich aber ich bring dir jetzt einen Vergleich ausgerechnet aus dem Italienischen:
Erschießen wäre sicher übertrieben, aber das, was du schreibst, ist
weder im Ungarischen noch im Italienischen richtig.
> Worte werden im Italienischen auf der _vorletzten_ Silbe betont, _wenn_ _nicht_ ein
> Akzent eine ABWEICHUNG angibt.
> Z. B. der italienische Name 'Sàbato' wird im (Schrift)Italienischen meistens *mit* Akzent
> geschrieben, da man ihn sonst 'Sab A to' aussprechen müsste.
>
> Dass ein Akzent die Betonungsregel aufhebt ist in vielen Sprachen so.
> Kann mich aber gerade *hier* auch täuschen.
So ist es. Im Italienischen bezeichnet der Akzent (mit Ausnahme des
Zirkumflexakzents, aber der wird heute kaum noch gebraucht) zwar _immer_
die betonte Silbe, aber sein Fehlen bedeutet _nicht_, dass die vorletzte
Silbe betont werden muss. Der Akzent ist nur dann vorgeschrieben,wenn
die letzte Silbe betont wird, oder wenn ein Wort auf betontem I plus
Vokal endet. Er kommt auch in einigen Worten zur Unterscheidung von
Homonymen vor, sonst wird er normalerweise nicht gesetzt. Man _kann_ ihn
auch in den von dir genannten Fällen schreiben, dies ist z. B. bei
Fahrplänen üblich, hier bezeichnet er nicht nur die betonte Silbe
sondern bei E und O auch Offenheit (Gravis) oder Geschlossenheit (Akut)
des Vokals. Allgemein üblich ist dies aber nicht, in einem normalen Text
findest du sehr viele auf der drittletzten Silbe betonte Wörter ohne
Markierung, du musst die korrekte Betonung also lernen oder im
Wörterbuch nachschlagen.
Im Ungarischen wird _immer_ die erste Silbe betont, der Akzent
bezeichnet also lediglich die Länge des Vokals.
Was du schreibst, ist z. B. im Spanischen richtig, hier _muss_ der
Akzent bei Abweichung von der allgemeinen Betonungsregel gesetzt werden.
Tschüs, Jürgen
"Juergen Grosse" <gro...@hanse-net.de> schrieb im Newsbeitrag news:3961CF43...@hanse-net.de...
> ... aber sein Fehlen [des Akzents] bedeutet _nicht_, dass die vorletzte
> Silbe betont werden muss. Der Akzent ist nur dann vorgeschrieben,wenn
> die letzte Silbe betont wird,
Jo das weiss ich. città, libertà.
>oder wenn ein Wort auf betontem I plus
> Vokal endet.
Stimmt. (hab ich nicht drüber nachgedacht)
Trattorìa. ... *pause* ... Pizzerìa ja auch!.
STOP. Tatsächlich *muss* man das so gebräuchliche Wort Pizzeria in Italien
also 'Pizzerìa' schreiben? Alle Achtung. Ich *war* mehrmals dort, darauf habe ich
allerdings nicht geachtet. Dankeschön für den Hinweis.
> Allgemein üblich ist dies aber nicht, in einem normalen Text
> findest du sehr viele auf der drittletzten Silbe betonte Wörter ohne
> Markierung, du musst die korrekte Betonung also lernen oder im
> Wörterbuch nachschlagen.
Das habe ich aber auch angegeben, wenn auch nur in einem Wort. :)
> wird im (Schrift)Italienischen meistens *mit* Akzent ...
^^^^^^^
(kann, muss nicht).
Stimmt mir fällt just in diesem Moment ein, eine Italienerin hat mir erzählt dass die
Zeitungen die auch für Ausländer geschrieben sind, die Akzente _führen_, damit
es verständlicher ist; bei denjenigen, die für die Einheimischen geschrieben sind,
das jedoch _nicht_ praktiziert wird.
Wo ich meine it. "E-Mail-Brieffreundin" nicht verstanden habe, war im wort
e s e r c i t a t i. Sie schreibt auch wie in einer *echten* it. zeitung. =)
Das ist für einen Ausländer *ganz* fies - da muss er erstmal innehalten. :)
vgl. e s [e] r c i t a t i / / e s e r c i t [a] t i
-----
> Im Ungarischen wird _immer_ die erste Silbe betont, der Akzent
> bezeichnet also lediglich die Länge des Vokals.
Wohl aber doch nicht.
Ich dachte den Postings war nacheinander eindeutig zu entnehmen, dass man
"Kiraly" eben *nicht* [k I r aj] sondern [kir A: j] ausspricht, nein?
(Ausnahmen bestätigen .... )
> Was du schreibst, ist z. B. im Spanischen richtig, hier _muss_ der
> Akzent bei Abweichung von der allgemeinen Betonungsregel gesetzt werden.
Donnerwetter.
THX - Auch was gelernt.
(Ich habe ja korrekt angegeben, dass ich mich irren *könnte*, und nicht gesagt
"ich weiss dass ich recht habe", ich bin schliesslich kein typischer Usenet-Regular
<eg>;)))
Andreas
Fußballunwissenheit schützt noch nicht vor Ungarischkenntnissen...
>Der Komponist Zóltán Kódaly wird *** AFAIK *** (so in etwa) [k 'O daj]
und nicht
>[kod 'A: j] gesprocheh, weil auf dem 'a' des Nachnamens KEIN Akzent
kommt.
Dummerweise hast Du Dich verschrieben, der gute Mann heißt Zoltán
Kodály, und sowohl sein Vor- als auch sein NAchname werden auf der
ersten Silbe betont und in der zweiten mit langem a gesprochen.
(Der mit dem Strich überm o ist Bartók.)
Der Strich hat nämlich mit der Betonung überhaupt nichts zu tun. Was
machst Du sonst mit einem Wort wie "szállítás", wo alle Silben einen
Akzent haben? Die Regel,
daß alle ungarischen Wörter auf der ersten Silbe betont sind, ist eine
100-prozentige Regel. Selten genug, aber sowas kommt vor.
>Offenbar _bestimmt_ der Akzent, *wo* betont wird.
Nein, siehe oben.
>Erschieß mich aber ich bring dir jetzt einen Vergleich ausgerechnet aus
dem Italienischen:
Nu, schießen tu ich nicht gleich, nicht mal mit Kirschkernen, aber
Italienisch ist vielleicht nicht so furchtbar gut geeignet.
Was ich eigentlich wissen wollte, war, ob der Mann, um den es am Anfang
ging, selbst seinen Namen
hinten betont.
Sowas gibt's, daß Namen auch in der Betonung an eine andere Sprache
angeglichen werden.
Wenn ich mich in Ungarn vorstelle, betone ich "Krisztina" auch auf der
ersten Silbe.
chr
> >Genitiv nicht, eher so eine Art Detoponymal. Paßt in die Kategorie -er
> >bei 'Zürcher', 'Frankfurter'.
>
> Kann man auch noch allgemeiner fassen: -i drückt die Zugehörigkeit zu
> etwas aus.
> Das gilt nicht nur für Orte.
Auch wieder zutreffend. Wäre es dann im Ungarischen ein Adjektiv?
> Von "király" in seiner Bedeutung als König läßt sich "királyi" bilden,
> "königlich", und das kann auch sein Pferd oder sein Schuhanzieher sein.
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen 'minösegi' und minösegü'
(ohne Vokallängen)? Hoffentlich nicht der Schreibfehler?
[.it]
> Silbe betont werden muss. Der Akzent ist nur dann vorgeschrieben,wenn
> die letzte Silbe betont wird, oder wenn ein Wort auf betontem I plus
> Vokal endet.
Es sei denn bei 'Lucia' ;-)
> Ich kann kein Ungarisch :) - versuche es trotz einer *Sprache* mal mit *Logik*,
> auch wenn ich mir dabei eine potentielle blutige Nase hole ;)
>
> Der Komponist Zóltán Kódaly wird *** AFAIK *** (so in etwa) [k 'O daj] und nicht
> [kod 'A: j] gesprocheh, weil auf dem 'a' des Nachnamens KEIN Akzent kommt.
>
> Offenbar _bestimmt_ der Akzent, *wo* betont wird.
Eine fehlende Länge auf dem 'a' bedeutet auch, daß kein reines 'a'
gesprochen wird...
> Akzent haben? Die Regel,
> daß alle ungarischen Wörter auf der ersten Silbe betont sind, ist eine
> 100-prozentige Regel. Selten genug, aber sowas kommt vor.
Lässest Du die Regel gelten, daß sich die Betonung ggf. auf einen
vorangehenden Einsilber verschieben kann?
...
> [.it]
> > Silbe betont werden muss. Der Akzent ist nur dann vorgeschrieben,wenn
> > die letzte Silbe betont wird, oder wenn ein Wort auf betontem I plus
> > Vokal endet.
>
> Es sei denn bei 'Lucia' ;-)
...
Bei LU-tscha? Die kenne ich nicht. Und lu-TSCHI-a hat immer einen
Akzent. Welchen, das ist Ansichtssache, weder Lucía noch Lucìa ist
verkehrt. Während A immer den Gravis hat und bei E und O meistens
zwischen offener und geschlossener Aussprache differenziert wird,
findest Du bei I und U beides. Eine wenig repräsentative Stichprobe in
meinem Bücherschrank ergab 60 % für den Gravis.
Tschüs, Jürgen
Hä? Das _ist_ doch der Irrtum! Weil Lucia von der Akzentuierung wie Lu-
ci-a gesprochen wird, wird auf das "i" kein ì (oder í) gesetzt, da es die
vorletzte gesprochene Silbe ist, die auch betont wird.
Genauso wie mein Vorname, der eigentlich "Flávio" lautet, also "Fla-vio"
und auf der ersten Silbe betont ausgesprochen wird, im Gegensatz zu einem
"Flavio", was ein "Fla-vi-o" wäre, welches eine Betonung auf dem "vi"
hätte, was aber ganz furchtbar klänge :)
Und deswegen hat auch "Pizzeria" auf dem zweiten "i" kein Akzent, da er
nicht notwendig ist, da eh die "ri"-Silbe betont wird. Das Ganze gilt
meines Wissens auch für "Trattoria", welches meines Erachtens auch kein
"í" (oder ì) hat.
love,
Flave.
> > [.it]
> > > Silbe betont werden muss. Der Akzent ist nur dann vorgeschrieben,wenn
> > > die letzte Silbe betont wird, oder wenn ein Wort auf betontem I plus
> > > Vokal endet.
> >
> > Es sei denn bei 'Lucia' ;-)
>
> Hä? Das _ist_ doch der Irrtum! Weil Lucia von der Akzentuierung wie Lu-
> ci-a gesprochen wird, wird auf das "i" kein ì (oder í) gesetzt, da es die
> vorletzte gesprochene Silbe ist, die auch betont wird.
Ja, dann stimmt aber die Regel nicht, die da lautet, der Akzent sei
vorgeschrieben, wenn das Wort auf betontes 'i' plus Vokal ende...
...
> > Hä? Das _ist_ doch der Irrtum! Weil Lucia von der Akzentuierung wie Lu-
> > ci-a gesprochen wird, wird auf das "i" kein ì (oder í) gesetzt, da es die
> > vorletzte gesprochene Silbe ist, die auch betont wird.
>
> Ja, dann stimmt aber die Regel nicht, die da lautet, der Akzent sei
> vorgeschrieben, wenn das Wort auf betontes 'i' plus Vokal ende...
...
Sie existiert auch nicht, diese Regel, sie entsprang meiner Phantasie
und meinem alten Handwörterbuch. Der Akzent ist hier fakultativ, er wird
normalerweise nicht geschrieben. Mea culpa.
Tschüs, Jürgen
Du hast Recht. Ich habe in meinen Postings teilweise Unsinn geschrieben.
Lucia, trattoria, pizzeria etc. brauchen keinen Akzent. Mea maxima
culpa. In meinem Langenscheidts Handwörterbuch (Aufl. von 1985) tragen
sie ihn allesamt, daher komme ich auch darauf, im normalen italienischen
Text wird er aber nicht gesetzt. Der Akzent ist obligatorisch _nur_ bei
Endbetonung und in einigen einsilbigen Worten.
Schreibungen wie Flàvio, Lucìa, pizzerìa etc. sind fakultativ,
üblicherweise schreibt man Flavio, Lucia und pizzeria. Aldo Gabrielli
empfiehlt in "Si dici o non si dice? Guida pratica allo scrivere e al
parlare" (5. Aufl., Milano 1990), sie z. B. bei auf -ía, -íe, -íi und
-ío endenden Wörtern zu setzen, hält sich selbst aber eher selten daran.
Tschüs, Jürgen
> Während A immer den Gravis hat und bei E und O meistens
> zwischen offener und geschlossener Aussprache differenziert wird,
> findest Du bei I und U beides.
???
*staun*
andreas
> Du hast Recht. Ich habe in meinen Postings teilweise Unsinn geschrieben.
Sieh mal einer an.
Dann schau mal was ich Depp fast so blind geglaubt hätte :)))
[zitier mich]
>>STOP. Tatsächlich *muss* man das so gebräuchliche Wort Pizzeria in Italien
>>also 'Pizzerìa' schreiben? Alle Achtung. Ich *war* mehrmals dort, darauf habe ich
>>allerdings nicht geachtet. Dankeschön für den Hinweis.
[/zitier mich]
> Lucia, trattoria, pizzeria etc. brauchen keinen Akzent. Mea maxima> culpa. In meinem Langenscheidts Handwörterbuch (Aufl. von
1985) tragen
> sie ihn allesamt, daher komme ich auch darauf, im normalen italienischen
> Text wird er aber nicht gesetzt.
hehehe. :)
(hätte mir in Italien ja auffallen müssen ;)
andreas
> >> Helmut Kalb schrieb in Nachricht <394D39A7...@uibk.ac.at>...
***** > >> Im Ungarischen sind alle Wörter auf der ersten Silbe betont. ****
> >> Wieso sollte es bei dem Namen dieses Mannes anders sein?
> Andreas Eibach schrieb:
> >Der Komponist Zóltán Kódaly wird *** AFAIK *** (so in etwa) [k 'O daj]
> und nicht
> >[kod 'A: j] gesprocheh, weil auf dem 'a' des Nachnamens KEIN Akzent
> kommt.
> Dummerweise hast Du Dich verschrieben, der gute Mann heißt Zoltán
> Kodály, und sowohl sein Vor- als auch sein NAchname werden auf der
> ersten Silbe betont und in der zweiten mit langem a gesprochen.
> (Der mit dem Strich überm o ist Bartók.)
(Ja, VERWECHSLUNG! Immer diese Musiker! ;) O wie peinlich weh mir ;
Da steh ich nur ich armer Tor ... und bin ... nächstesmal hoffentlich klüger!
(frei nach einem grossen deutschen Dichter) ;)
> Der Strich hat nämlich mit der Betonung überhaupt nichts zu tun.
Das nahm ich an, ich dachte jedoch er hat *indirekt* auf die Betonung Einfluss.
(s. u.)
Aber : Helmut hatte tatsächlich recht. Alles erste Silbe. (s.o.)
> Die Regel, daß alle ungarischen Wörter auf der ersten Silbe betont sind, ist eine
> 100-prozentige Regel. Selten genug, aber sowas kommt vor.
s. o. [Helmut]
Schöne Sprache deswegen, BTW. Eindeutig. Nich' wie die Engländer (mal 1. mal 2.)
(Eigentlich sollten alle Mathematiker nach Ungarn ziehen.
Die ham doch alles immer so gerne _eindeutig_ *G*)
([Krisztina mit 'K' ? Hat sowas kühles, hartes ;) 'C' gefällt mir besser - ist aber geschmacksache ;)
Danke für die Aufklärung.
:)
andreas
Danke.
An ' zur Kenntnis genommen ' dreas
Sascha Scharfs
Ulf Kutzner schrieb:
> > Es sei denn bei 'Lucia' ;-)
>
> Hä? Das _ist_ doch der Irrtum! Weil Lucia von der Akzentuierung wie Lu-
> ci-a gesprochen wird, wird auf das "i" kein ě (oder í) gesetzt, da es die
> vorletzte gesprochene Silbe ist, die auch betont wird.
Erstmal interessiert es den Sprecher, ob es sich bei dem 'i' phonetisch
überhaupt um einen Vokal oder um den zweiten Teil eines
Konsonantengraphems handelt. Man spricht 'calcio' ja auch nicht
'kaltschíjo'.
...
> > Während A immer den Gravis hat und bei E und O meistens
> > zwischen offener und geschlossener Aussprache differenziert wird,
> > findest Du bei I und U beides.
>
> ???
> *staun*
...
Ich habe Verständnis dafür, dass du mir kein Wort mehr glaubst ;-), aber
es ist wirklich so, ich habe gerade noch einmal in zwei italienische
Bücher geschaut, die es unterschiedlich machen. Es gibt Schreiber, die
grundsätzlich den Gravis setzen und nur bei geschlossenem E oder O den
Akut benutzen, und es gibt welche, die bei I und U, die ja auch
geschlossene Vokale sind, immer den Akut benutzen.
Tschüs, Jürgen
Nun, darüber muß ich erst einmal nachdenken (gnädiges Kopfwiegen).
Nee, aber ernsthaft: die Satzintonation spielt natürlich auch noch mit.
Und Redewendungen werden oft wie ein Wort ausgesprochen (manchmal sogar
zusammengeschrieben): jó napot, jó reggelt, hét vége stb.
Das hatte ich nicht bedacht. Oder an was für ein Beispiel denkst Du?
Und dann haben die Ungarn die Tendenz, in Redewendungen in trochäischem
Rhythmus zu sprechen (lang kurz, lang kurz - am liebsten acht Silben mit
Wortgrenze in der Mitte). Das ist auch das häufigste ungarische Versmaß,
und wenn ich mal viel Zeit habe, schreibe ich ein Textlein darüber, daß
genau das in den ganz neuen Redewendungen nciht mehr funktioniert.
Ich habe öfter erlebt, daß die ungarische Betonung für deutsche Ohren
recht schwer zu hören ist, weil die längeren Silben mit der Betonung
verwechselt werden, z.B. bemegyek a szobába, da hören manche die
Betonung auf dem á.
Und dann gibt es noch sehr, sehr selten Leute, die die Verben auf der
Stammsilbe betonen. Das ist aber ne Marotte (bisher habe ich es einmal
bei einem Erwachsenen erlebt, normalerweise machen das Kinder so mit 1
1/2, wenn sie noch nicht richtig sprechen können).
chr
>> Kann man auch noch allgemeiner fassen: -i drückt die Zugehörigkeit zu
>> etwas aus.
>> Das gilt nicht nur für Orte.
>
>Auch wieder zutreffend. Wäre es dann im Ungarischen ein Adjektiv?
Ja.
>Was ist eigentlich der Unterschied zwischen 'minösegi' und minösegü'
>(ohne Vokallängen)? Hoffentlich nicht der Schreibfehler?
Puh, das ist jetzt aber schwierig zu erklären. Mir fehlen - wie immer im
Zusammenhang mit der ungarischen Grammatik - die deutschen
Bezeichnungen, also schreibe ich Dir die ungarischen mit dazu.
Also:
-i (valahová tartozást kifejezô névszóképzô) bildet Adjektive mit der
Bedeutung "gehört zu etwas". minôségi bedeutet Qualitäts-irgendwas (z.B.
minôségi vizsgálat - Qualitätskontrolle; die Kontrolle gehört zur
Qualität, sozusagen.
bei -ú / -ű (ellátottságot kifejezô névszóképzô) hat das Adjektiv die
Bedeutung "dem (folgenden) Substantiv ist XY eigen", wobei diese
Eigenschaft fest mit dem Bezugswort verbunden ist, rossz minôségű ruha -
die Qualität gehört zum Kleid (außerdem kann man minôségű - wenn ich
richtig sehe - nur mit Präzisierung benutzen).
War das verständlich?
Christina
> >Lässest Du die Regel gelten, daß sich die Betonung ggf. auf einen
> >vorangehenden Einsilber verschieben kann?
>
> Nun, darüber muß ich erst einmal nachdenken (gnädiges Kopfwiegen).
;-)
> Nee, aber ernsthaft: die Satzintonation spielt natürlich auch noch mit.
> Und Redewendungen werden oft wie ein Wort ausgesprochen (manchmal sogar
> zusammengeschrieben): jó napot, jó reggelt, hét vége stb.
> Das hatte ich nicht bedacht. Oder an was für ein Beispiel denkst Du?
An so etwas... Das Phänomen findet sich auch in westslawischen Sprachen
und gelegentlich in Russischen.
> Ich habe öfter erlebt, daß die ungarische Betonung für deutsche Ohren
> recht schwer zu hören ist, weil die längeren Silben mit der Betonung
> verwechselt werden, z.B. bemegyek a szobába, da hören manche die
> Betonung auf dem á.
Jedenfalls liegt bei 'Jó napot kivánok' recht wenig Betonung auf dem
'a', im Zweifel weniger als bei 'á'.
>([Krisztina mit 'K' ? Hat sowas kühles, hartes ;) 'C' gefällt mir besser - ist aber geschmacksache ;)
auch wenn sich das dann wie "Zristina" anhört
was mich wundert ist warum die Ungarn die Konsonantenverbing "kr"
nicht gestört hat ;
aus Kreis haben sie "kör" gemacht ,
aus "skola" , "iskola" , aus "hrvat" "horvát" ,
aus "kralj" besagtes "király" , ....
wieso nicht aus "Krisztina" "Kirisztina" oder so etwas in der Art
---
http://purl.oclc.org/NET/idi-lang.htm
idi pale - e^palanto de noua epoko - uiui ueada kanabo ino
>Eine fehlende Länge auf dem 'a' bedeutet auch, daß kein reines 'a'
>gesprochen wird...
der Laut kommt den im Osten Österreichs verwendeten kurzen
o ziemlich nahe ;
Das sagt aber keiner, auch die Ungarn wissen, daß man Namen in anderen
Ländern manchmal anders schreibt.
>was mich wundert ist warum die Ungarn die Konsonantenverbing "kr"
>nicht gestört hat ;
>
>aus Kreis haben sie "kör" gemacht ,
Das glaube ich erst, wenn ich es nachgesehen habe. Wohin soll denn das
"-eis" dabei verschwunden sein?
>aus "kralj" besagtes "király" , ....
>wieso nicht aus "Krisztina" "Kirisztina" oder so etwas in der Art
Spontane Vermutung: sie haben den Namen später übernommen. Bei
"christlich" = keresztény ist die Konsonantenhäufung aufgelöst worden
(wobei ich jetzt nicht aus dem Kopf weiß, ob das aus dem Slawischen oder
Lateinischen ins Ungarische gekommen ist.)
chr
Leider ja: Den Tabori György nennen jetzt alle
"Georges Tabo:ri", ts, ts ...
Michael