Nach welchen Grundlagen werden TV-Sprecher eigentlich ausgebildet?
M.
Ähm - seid Ihr ganz sicher, wie im Italienischen "ch"
ausgesprochen wird? Etwa in "Chianti"? In meiner Stammpizzeria
nennen sie den "kianti" ...
Ich spreche kein Italienisch, wähnte aber bisher zu wissen, dass
das h nach c vor e oder i die Aussprache k erzwingt, anstatt "tsch",
ähnlich wie "gh" als g, nicht als "dsch" ausgesprochen wird
("Lamborghini").
Ist Rubens B. eine Ausnahme von dieser Regel?
Diedrich
--
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> Weil wahrscheinlich italienische Ausspracheregeln nur bei einer Minderheit
> der Deutschen bekannt sind. Ich hätte hier auch "tsch" vermutet.
Barichello? Italienisch? Warum? Wegen Ferrari?
Falls dem so sei, will ich nicht wissen, wie man Michael Schumacher aussprechen sollte ;o)
Hab Mal auf 'nem Plakat "Schummy" gelesen *g*
Chrsitian
...
> >> Wieso das ch in Barichello als k gesprochen wird,
> >> obwohl man's richtig sch spricht? (Das machen die Österreicher, die
> >> dort "tsch" sagen, übrigens auch kaum besser.)
> >
> > Weil wahrscheinlich italienische Ausspracheregeln nur bei einer Minderheit
> > der Deutschen bekannt sind. Ich hätte hier auch "tsch" vermutet.
>
> Ähm - seid Ihr ganz sicher, wie im Italienischen "ch"
> ausgesprochen wird? Etwa in "Chianti"? In meiner Stammpizzeria
> nennen sie den "kianti" ...
>
> Ich spreche kein Italienisch, wähnte aber bisher zu wissen, dass
> das h nach c vor e oder i die Aussprache k erzwingt, anstatt "tsch",
> ähnlich wie "gh" als g, nicht als "dsch" ausgesprochen wird
> ("Lamborghini").
>
> Ist Rubens B. eine Ausnahme von dieser Regel?
...
Naja, seine italienischen Vorfahren werden wohl keine Ausnahme von der
Regel gewesen sein. Er aber ist Brasilianer, Michael ist offenbar der
Ansicht, deshalb müsse sein Name auch nach den Regeln des
brasilianischen Portugiesischen ausgesprochen werden, also in
eingedeutschter Umschrift etwa [bachiSCHÄLLo] oder [bachiSCHÄLLu] und
nicht italienisch [bar-ri-KÄL-lo].
Bei der Aussprache von Namen fremder Herkunft muss aber nicht
unbedingt immer nach den Regeln der aufnehmenden Sprache verfahren
werden. So pflegen wir im Deutschen ja meist Namen französischer
Herkunft einigermaßen korrekt auszusprechen, während Namen
osteuropäischer Herkunft meist phonetisch mehr oder weniger
eingedeutscht werden. Aber auch hier lässt sich keine einheitliche
Regel aufstellen, so dürfte die Aussprache slawisch- oder
ungarischstämmiger Namen in Österreich z. B. meist etwas näher am
Original liegen als in der BRD.
Was den Namen "Barrichello" betrifft, kann ich mich als am Motorsport
völlig desinteressierter Mensch nur im Web informieren, hier deutet
<http://www.bath.ac.uk/~bspahh/rasfaq/node147.html> auf die Aussprache
mit [k]. Zudem finden sich bei Google einige Falschschreibungen
'Barriquello' aber keine Falschschreibung 'Barrixello', auch dies
spräche für [k].
Tschüs, Jürgen
Mir ging's eher darum, dass Barichello, der heute ja gewonnen hat (*freu*), Brasilianer ist.
Und in Brasilien ist die Landessprache eher weniger italienisch.
Chris
Christian
> Naja, seine italienischen Vorfahren werden wohl keine Ausnahme
> von der Regel gewesen sein. Er aber ist Brasilianer, Michael ist
> offenbar der Ansicht, deshalb müsse sein Name auch nach den
> Regeln des brasilianischen Portugiesischen ausgesprochen werden,
> also in eingedeutschter Umschrift etwa [bachiSCHÄLLo] oder
> [bachiSCHÄLLu] und nicht italienisch [bar-ri-KÄL-lo].
Der Ansicht war ich bisher - danke für den Link, der mich eines
besseren belehrt hat. Mir war die Tatsache, dass man an einem Namen
wie "Barrichello" die italienische Deszendenz sofort erkennt, nicht
bekannt. Ich habe eher vermutet, dass man so ziemlich alles
"einbrasilianisiert" und nicht die geringste Scheu vor
Wörtern/Namen/Vornamen hat, die erkennbar nicht genuin portugiesisch
sind, wie eben "Rubens" oder "Ayrton".
> Bei der Aussprache von Namen fremder Herkunft muss aber nicht
> unbedingt immer nach den Regeln der aufnehmenden Sprache
> verfahren werden. So pflegen wir im Deutschen ja meist Namen
> französischer Herkunft einigermaßen korrekt auszusprechen,
> während Namen osteuropäischer Herkunft meist phonetisch mehr
> oder weniger eingedeutscht werden. Aber auch hier lässt sich
> keine einheitliche Regel aufstellen, so dürfte die Aussprache
> slawisch- oder ungarischstämmiger Namen in Österreich z. B.
> meist etwas näher am Original liegen als in der BRD.
Das mit dem Ungarischen stimmt auf jeden Fall. In DE wird bei
Sportreportern so gut wie jeder ungarische Name falsch betont
(nämlich nicht auf der ersten Silbe). Umgekehrt gibt's im
österreichischen TV einen völlig lächerlichen Hang zur
Hyperkorrektur: Ich erinnere mich mit Schaudern an die Aussprache von
"Mister Fixit on the Move": In DE korrekt Kissinger, bei uns völlig
idiotisch Kissindschör.
M.
> Weil grad der F-1-Grand-Prix läuft: Hat jemand eine Ahnung, warum in
> deutschen TV-Anstalten kaum ein fremder Name richtig ausgeprochen
> wird, sofern er auch nur den Hauch eines Fallstricks enthält?
Das kann so nicht sagen, es hängt vom jeweiligen Kommentator/Sender
ab. Z.B. kann man Heribert Faßbender (altgedienter Sportkommentator
der ARD) allerlei vorwerfen, aber er kann französische Namen
aussprechen und gibt sich bei allen Sprachen Mühe bzw. scheint
allgemein die Aussprache zu recherchieren.
Ein Kontrapunkt waren bei der letzten WM die Kommentatoren von SAT1.
Ich müsste auch nachschlagen, wie sich die diversen diakritischen
Zeichen im Polnischen auf die Aussprache auswirken, aber ich bin
mir sicher, dass sie nicht alle stumm sind...
> Wieso das ch in Barichello als k gesprochen wird, obwohl man's
> richtig sch spricht?
Vermutlich weil es niemand weiß.
(Hat jemand einen Verweis auf die portugiesischen Ausspracheregeln
parat?)
Auch wenn man es mit einer Sprache mit einigermaßen klaren Regeln
zu tun hat, ist die Aussprache von Personennamen oft problematisch.
Bei Auswanderern ist unklar, ob der Name nach den Regeln der Quell-
oder Zielsprache oder einer zufälligen Mixtur gesprochen wird. Oder
der Namensträger gehört zu einer Volksgruppe, die eine andere als
die Landessprache hat (z.B. Basken und Katalanen in spanischen
Nationalmannschaften).
> Das ä in Kimi Räikkönen wird richtig gesprochen, während Heinz
> Prüller das ä in Mika Häkkinen zu einem echten a verbogen hat -
> schlimm, das ganze.
Bei Häkkinen und Kollegen tritt das Problem auf, dass die Umlaute
in Namenslisten, Einblendungen, usw. oft wegfallen, was zu
entsprechender Unsicherheit bei der Aussprache führt. Abgesehen
davon dürfte hierzulande kaum jemand die Unterscheidung der kurzen
und langen Konsonanten hinbekommen.
> Nach welchen Grundlagen werden TV-Sprecher eigentlich ausgebildet?
Ich weiß nicht, ob die überhaupt ausgebildet oder einfach rekrutiert
werden. Für Sportkommentatoren dürfte die Hauptanforderung sein,
dass sie am laufenden Band reden können, ohne dabei allzu viel
grammatisch und inhaltlich Unakzeptables zu produzieren.
Die letzte Woche über hat sich ein anonymer Sprecher der Programmvorschau
von Pro7 mit der Ankündung für ein Filmchen namens »Varsity Blues«
als /"v{rsIti bluz/ blamiert.
Was mich auf die Palme bringt: Fast jeder TV-Sprecher besteht darauf,
entgegen der lokalen Sprachen den Namen der katalanischen Landeshaupt-
stadt zu lispeln, den der kastilischen aber nicht.
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de
> Ich müsste auch nachschlagen, wie sich die diversen diakritischen
> Zeichen im Polnischen auf die Aussprache auswirken, aber ich bin
> mir sicher, dass sie nicht alle stumm sind ...
Apropos:
Kommt mir immer komisch vor, wenn Dariu_ß_ Wo_sch_ höre.
Ist doch beides sz im Auslaut - oder steht auf einem von beiden
im Original noch ein diakritisches Zeichen?
Matthias
--
__________________________________________________________
NewsGroups individuell filtern mit http://www.NewsSIEVE.de
> Ich müsste auch nachschlagen, wie sich die diversen diakritischen
> Zeichen im Polnischen auf die Aussprache auswirken, aber ich bin
> mir sicher, dass sie nicht alle stumm sind ...
Apropos:
Kommt mir immer komisch vor, wenn ich /Dariu_ß_ Wo_sch_/ höre.
> > Das ä in Kimi Räikkönen wird richtig gesprochen, während Heinz
> > Prüller das ä in Mika Häkkinen zu einem echten a verbogen hat
> > - schlimm, das ganze.
>
> Mit den finnischen Ausspracheregeln dürfte es noch schlechter bestellt
> sein.
Die sind ja einfach, aber ihre Umsetzung...
> kündigte einen italienischen Film an (Titel leider vergessen), war aber in
> der Aussprache völlig hilflos. Da hat sie ihn eben spanisch ausgesprochen,
> alle c im Namen wie im Spanischen geliðpelt. Denn mit der Sprache war man
> dank der vielen Klassenkampf-Reportagen aus Lateinamerika vertraut,
In Lateinamerika lispelt man?
Ich war kürzlich ganz fasziniert von einer Sendung, wo einfache
Leute untertitelt irgendwelche Dinge erzählt haben. Nach etwas
Vergleichen zwischen Text und Ton habe ich erkannt, dass es eine
romanische Sprache sein muss, aber weiter konnte ich es nicht
eingrenzen. Normalerweise stellt sich dann heraus, dass es Portugiesisch
war. War es in diesem Fall aber nicht, sondern kubanisches Spanisch.
Das klingt gelinde gesagt etwas anders als das Madrilenisch, was
man hier sonst im Zweikanalton bei spanischen Filmen hört.
>> Wieso das ch in Barichello als k gesprochen wird, obwohl man's
>> richtig sch spricht?
>
> Vermutlich weil es niemand weiß.
> (Hat jemand einen Verweis auf die portugiesischen
> Ausspracheregeln parat?)
Mein Atlasband zum Großen Brockhaus, der vorn dankenswerterweise so
ziemlich alle Sprachen und ihre Aussprache enthält, meint "sch" für
portugiesisches "ch"; in den Ausnahmen für Brasilien ist es nicht
angeführt, also nehm ich an, dass es dort auch so ist.
>> Das ä in Kimi Räikkönen wird richtig gesprochen, während Heinz
>> Prüller das ä in Mika Häkkinen zu einem echten a verbogen hat -
>> schlimm, das ganze.
> Bei Häkkinen und Kollegen tritt das Problem auf, dass die Umlaute
> in Namenslisten, Einblendungen, usw. oft wegfallen, was zu
> entsprechender Unsicherheit bei der Aussprache führt. Abgesehen
> davon dürfte hierzulande kaum jemand die Unterscheidung der kurzen
> und langen Konsonanten hinbekommen.
Also Finnisch ist für jemanden deutscher Zunge vergleichsweise
einfach auszusprechen. Und ich erinnere mich, dass Heinz Prüller -
der ja auch schon ein altgedienter Hase ist (mit einem stupenden
Gedächtnis übrigens) ursprünglich richtig Häkkinen gesagt hat. Der
ist also offenbar bewusst zu einer falschen Aussprachen übergegangen.
M.
> Er hat jahrelang Hakkinen gesagt. Mein Sohn und ich waren sehr
> verblüfft, als wir draufgekommen sind, dass die
> RTL-Kommentatoren Häkkinen sagen. Einige Zeit später hat der
> Prüller auch die Variante mit dem "ä" übernommen.
> Dass er rückfällig geworden ist, wundert mich.
Is aber so. Warum? Keine Ahnung.
> Bemerkt habe ich es nicht, weil ich mangels eines
> österreichischen Fahrers nur mehr selten zusehe.
Ich hab's auch nur zufällig beim Zappen - anlässlich irgendeines
Trainings (Hockenheim?) - gehört.
M.
>> Bemerkt habe ich es nicht, weil ich mangels eines
>> österreichischen Fahrers nur mehr selten zusehe.
>
> Ich hab's auch nur zufällig beim Zappen - anlässlich irgendeines
> Trainings (Hockenheim?) - gehört.
Ist off-topic, aber ich verstehe das nicht.
Entweder ein Sport ist interessant, dann kann man ihn auch anschauen.
Das man dann ggf. jemandem Bestimmten die Daumen drückt, ist eine andere Sache.
Oder ein Sport ist eben langweilig, dann schaue ich das eher nicht.
Würdet ihr Euch ein dreistündiges Kegeln oder Eisschießen anschauen, nur
weil ein Österreicher den Grand Prix gewinnen kann?
Das Endspiel der Eishockey-WM aber nie (da kommt ja Osterreicht nicht rein)?
So etwas kann vielleicht manchmal das Zünglein an der Waage - heute schauen
und nicht - sein, aber das sieht ja aus wie "immer geschaut => nimmer geschaut".
>> Bemerkt habe ich es nicht, weil ich mangels eines
>> österreichischen Fahrers nur mehr selten zusehe.
>
> Ich hab's auch nur zufällig beim Zappen - anlässlich irgendeines
> Trainings (Hockenheim?) - gehört.
Ist off-topic, aber ich verstehe das nicht.
Entweder ein Sport ist interessant, dann kann man ihn auch anschauen.
Dass man dann ggf. jemandem Bestimmten die Daumen drückt, ist eine andere Sache.
Oder ein Sport ist eben langweilig, dann schaue ich das eher nicht.
Würdet ihr Euch ein dreistündiges Kegeln oder Eisschießen anschauen, nur
weil ein Österreicher den Grand Prix gewinnen kann?
Das Endspiel der Eishockey-WM aber nie (da kommt ja Osterreich nicht rein)?
So etwas kann vielleicht manchmal das Zünglein an der Waage - heute schauen
oder nicht - sein, aber das sieht ja aus wie "immer geschaut => nimmer geschaut".
> Mach dir nix draus. Selbst die Representanten der deutschen Firma
> Heckler und Koch in den USA sprechen die Firma "hecklerhooncoke" aus.
Analog zu "IBM Deutschland". Wobei das ja absichtlich als "Ieh Bee Emm"
gesprochen wird.
Gruss,
--
Henry
>> Analog zu "IBM Deutschland". Wobei das ja absichtlich als "Ieh
>> Bee Emm" gesprochen wird.
> Mir stellt es bei der "Kolgaate"-Werbung immer die Haare auf.
Michelin DE nennt sich selber seit jeher buchstäblich Michelin, in AT
hingegen korrekt "Mischläh" (sehr schwache Transkription, ich weiß),
was mich bis heute wundert. Offenbar halten die Karlsruher Importeure
ihre potentiellen Kunden für totale Volltrottel, denen man einen
französischen Namen nicht zumutet respektive ihnen nicht zutraut,
ihn korrekt auszusprechen. Mit den bekannten Inkonsequenz, dass der
im gleichen Hause erscheinende Hotel- und Restaurantführer erst recht
wieder französisch ausgesprochen wird.
M.
> Michelin DE nennt sich selber seit jeher buchstäblich Michelin, in AT
> hingegen korrekt "Mischläh" (sehr schwache Transkription, ich weiß),
> was mich bis heute wundert. Offenbar halten die Karlsruher Importeure
> ihre potentiellen Kunden für totale Volltrottel, denen man einen
> französischen Namen nicht zumutet respektive ihnen nicht zutraut,
> ihn korrekt auszusprechen.
Bei Markteinführung heute würde man vermutlich eine französische Aussprache
bevorzugen. Die Entscheidung ist aber sicherlich Ende des 19. oder Anfang des
20. Jahrhundert gefallen - und eine Änderung bestehender Begriffe wird gescheut.
>> Michelin DE nennt sich selber seit jeher buchstäblich Michelin,
>> in AT hingegen korrekt "Mischläh" (sehr schwache Transkription,
>> ich weiß), was mich bis heute wundert. Offenbar halten die
>> Karlsruher Importeure ihre potentiellen Kunden für totale
>> Volltrottel, denen man einen französischen Namen nicht zumutet
>> respektive ihnen nicht zutraut, ihn korrekt auszusprechen.
> Bei Markteinführung heute würde man vermutlich eine französische
> Aussprache bevorzugen. Die Entscheidung ist aber sicherlich Ende
> des 19. oder Anfang des 20. Jahrhundert gefallen - und eine
> Änderung bestehender Begriffe wird gescheut.
Michelin-Reifen gibt's in AT sogar schon länger*) als in DE - das
würde also nicht erklären, wie's zu dem Unterschied kommt. Noch dazu,
wo auch in der Schweiz die französische Aussprache selbstverständlich
ist.
*) Zum roten Michelin 2000 gab's als Draufgabe eine faksimilierte
Ausgabe des ersten Guide aus dem Jahr 1900. Damals hatte Michelin
außerhalb von FR zwei Niederlassungen: in Brüssel und Wien.
M.
Weil's ein italienischer Name ist und er zudem für einen italienischen
Rennstall fährt.
Keine Ahnung, wie nicht-portugiesische Namen in Brasilien ausgesprochen
werden.
Würde er "Hans Mueller" heißen, käme hoffentlich auch kein deutscher
Sprecher auf die Idee, portugiesische Ausspracheregeln anzuwenden.
(vielleicht [ãs myæje:r]? ;-)
Im Deutschen ist jedenfalls die Aussprache entsprechend der
Ursprungssprache üblich.
Herr de Maizière würde wohl protestieren, sollte sein Name [de:maitsi:re]
augesprochen werden (auch aus dem Munde eines die deutsche Aussprache
büffelnden brasilianischen Reporters ;-)
Obwohl ich andererseits einst einen Herrn Grandhomme kannte (vermutlich auch
hugenottischer Herkunft), der auf der albernen deutschen Aussprache
[grant-homme] seines Namens bestand.
> (Das machen die Österreicher, die
> dort "tsch" sagen, übrigens auch kaum besser.)
DIE Österreicher? Ich kenne nur Herrn Lauda, der das so sagt.
> Das ä in Kimi
> Räikkönen wird richtig gesprochen, während Heinz Prüller das ä in
> Mika Häkkinen zu einem echten a verbogen hat - schlimm, das ganze.
>
> Nach welchen Grundlagen werden TV-Sprecher eigentlich ausgebildet?
Finnisch-Ausbildung gehört sicher nicht dazu.
Mit Ausbildung hat das allein auch wenig zu tun, eher mangelt es nötiger
Sorgfalt und Recherche. Dies sind mithin allerdings doch Grundlagen des
Journalistenberufes.
Letzlich ist es aber kaum möglich, alle Namen aus jeder Sprache einwandfrei
auszusprechen, schon gar nicht in der nicht gänzlich hektik- und
emotionsfreien Sportberichterstattung.
[æi] (oder [ei]?) wie in Räikkonen kommt im Deutschen so kaum vor, da wird
schon mal rasch ein [ai] draus.
Lars
>> Wieso das ch in "Michelin" deutsch
>> ausgesprochen wird, obwohl's dem Laut "sch" entspricht? Wieso
>> das ch in Barichello als k gesprochen wird, obwohl man's
>> richtig sch spricht?
> Weil's ein italienischer Name ist und er zudem für einen
> italienischen Rennstall fährt.
Das mit dem italienischen Namen hätt ich nicht einmal bemerkt.
> Im Deutschen ist jedenfalls die Aussprache entsprechend der
> Ursprungssprache üblich.
<Sarkasmus>
Wie "Michelin" oder "IBM" untrüglich bezeugen.
</Sarkasmus>
>> (Das machen die Österreicher, die dort "tsch" sagen, übrigens
>> auch kaum besser.)
> DIE Österreicher? Ich kenne nur Herrn Lauda, der das so sagt.
Ich mkeine die österreichischen TV-Reporter (und nicht den Niki).
>> Das ä in Kimi
>> Räikkönen wird richtig gesprochen, während Heinz Prüller das ä
>> in Mika Häkkinen zu einem echten a verbogen hat - schlimm, das
>> ganze.
>>
>> Nach welchen Grundlagen werden TV-Sprecher eigentlich
>> ausgebildet?
>
> Finnisch-Ausbildung gehört sicher nicht dazu.
Man braucht auch keine umfassende Finnischausbildung um zu wissen,
dass das finnische Ä dem deutschen Ä ähnlich ist und nicht A
gesprochen wird.
> Mit Ausbildung hat das allein auch wenig zu tun, eher mangelt es
> nötiger Sorgfalt und Recherche. Dies sind mithin allerdings doch
> Grundlagen des Journalistenberufes.
In der Tat.
> Letzlich ist es aber kaum möglich, alle Namen aus jeder Sprache
> einwandfrei auszusprechen, schon gar nicht in der nicht gänzlich
> hektik- und emotionsfreien Sportberichterstattung.
> [æi] (oder [ei]?) wie in Räikkonen kommt im Deutschen so kaum
> vor, da wird schon mal rasch ein [ai] draus.
Das ist - pardon - lächerlich. Sich zu informieren, wie die 24
Formel-1-Piloten wirklich heißen, darf man von einem Menschen, der
sowas kommentiert, sehr wohl verlangen. Wobei sowieso nur eine
Handvoll unklar sind: Salo, Frentzen, Montoya, Heidfeld, Trulli,
Villeneuve oder Schuhmacher geben ja wenig Rätsel auf.
M.
>> Im Deutschen ist jedenfalls die Aussprache entsprechend der
>> Ursprungssprache üblich.
>
> <Sarkasmus>
> Wie "Michelin" oder "IBM" untrüglich bezeugen.
> </Sarkasmus>
Wußte gar nicht, daß man da [i:be:em] sagen soll statt [aibi:em]
Mir ging es eher um Personen- nicht Firmen- oder Markennamen oder gar
Abkürzungen
(NATO, USA, ANC, OAU etc. wären weitere)
>>> (Das machen die Österreicher, die dort "tsch" sagen, übrigens
>>> auch kaum besser.)
>
>> DIE Österreicher? Ich kenne nur Herrn Lauda, der das so sagt.
>
> Ich mkeine die österreichischen TV-Reporter (und nicht den Niki)
Ach so (leider kann ich kein ORF sehen).
Beim RTL-Komoderator höre ich nie zu.
Da kann denn da Niki also scheibar gar nix für, daß er immer Baritschello
sagt.
>>> Das ä in Kimi
>>> Räikkönen wird richtig gesprochen, während Heinz Prüller das ä
>>> in Mika Häkkinen zu einem echten a verbogen hat - schlimm, das
>>> ganze.
>>>
>>> Nach welchen Grundlagen werden TV-Sprecher eigentlich
>>> ausgebildet?
>>
>> Finnisch-Ausbildung gehört sicher nicht dazu.
>
> Man braucht auch keine umfassende Finnischausbildung um zu wissen,
> dass das finnische Ä dem deutschen Ä ähnlich ist und nicht A
> gesprochen wird.
Mit der Aussprache von "äi" kann es aber Schwierigkeiten geben.
Außerdem fehlen oft sämtl. diakrit. Zeichen, dann liest der Arme eben
"Raikkonen" und "Hakkinen", was soll er mahen...
Selbst wenn er das "äi" gut hinkriegt, das Doppel-k ignoriert er garantiert.
>> Mit Ausbildung hat das allein auch wenig zu tun, eher mangelt es
>> nötiger Sorgfalt und Recherche. Dies sind mithin allerdings doch
>> Grundlagen des Journalistenberufes.
>
> In der Tat.
>
>> Letzlich ist es aber kaum möglich, alle Namen aus jeder Sprache
>> einwandfrei auszusprechen, schon gar nicht in der nicht gänzlich
>> hektik- und emotionsfreien Sportberichterstattung.
>> [æi] (oder [ei]?) wie in Räikkonen kommt im Deutschen so kaum
>> vor, da wird schon mal rasch ein [ai] draus.
>
> Das ist - pardon - lächerlich. Sich zu informieren, wie die 24
> Formel-1-Piloten wirklich heißen, darf man von einem Menschen, der
> sowas kommentiert, sehr wohl verlangen. Wobei sowieso nur eine
> Handvoll unklar sind: Salo, Frentzen, Montoya, Heidfeld, Trulli,
> Villeneuve oder Schuhmacher geben ja wenig Rätsel auf.
Theoretisch sollte es so sein.
Praktisch kann es in der Hektik auch bei den von Dir genannten schwer
werden.
Salo [salo] oder {zalo]?
Montoya könnte man auch [mõto:ja], [montoija] oder [montoja] aussprechen.
Villeneuve ist für mich des Französischen Unkundigen schwer: [vi:lnov],
[vi:jnov] oder (zumeist gehört) [vilnof].
Von der Betonung ganz zu schweigen: ['vilnof] oder [vil'nof], ['salo] oder
[sa'lo]
Lars
> Theoretisch sollte es so sein.
> Praktisch kann es in der Hektik auch bei den von Dir genannten
> schwer werden.
> Salo [salo] oder {zalo]?
> [weitere Klippen geschnibbelt]
Also dass es für einen völligen Laien schwer sein mag, gebe ich
gerne zu. Aber dass Leute, zu deren Beruf es gehört, sich die
Aussprache von 24 Namen (und noch ein paar Oldies à la Ecclestone,
Lauda oder Berger) zu merken, das nicht zusammenbringen, ist ein
absolut klägliches Armutszeugnis. Immerhin kommen die ja nicht aus
der Religionsredaktion vom einen Tag auf den anderen an den
Hockenheimring.
M.
Sie sind überhaupt nicht stumm. Eigentlich kann man sie ganz einfach
erklären:
- Ein Strich über einem Konsonanten macht den Konsonanten weich
(pallatelisiert). Das betrifft die Konsonanten c, n, s und z. Auch jeder
Konsonant vor "i" muss weich ausgesprochen werden. Das ist für die Deutschen
schwer auszusprechen, sie versuchen dann z.B. weiches "s" als "sch"
auszusprechen, was aber falsch ist ("echtes" "sch" wird als "sz"
geschrieben). Ich würde eher raten: wer es nicht richtig aussprechen kann,
soll den Strich ignorieren.
- Ein Punkt über "z" ist die stimmhafte Version des deutschen "sch",
ähnlich wie das zweite "g" in "Garage".
- Ein "gestrichenes" "l" ist konsonantisches "u", ähnlich wie im
deutschen Wort "blau" (hier wird ja das "u" anders ausgesprochen als in
"Hut")
- "ó" wird wie "u" ausgesprochen
Und das war es - viel Spaß!
Sorry, ich habe in meinem früheren Beitrag die Häckchen unter "a" und "e"
vergessen: sie stehen für s.g. Nasalvokale, wobei "a mit Häckchen" nasalses
"o", und "e mit Häckchen" nasales "e" ist. Polnisch ist übrigens die einzige
slawische Sprache, die diese Vokale behalten hat.
Nein, über "sz" kann kein diakritisches Zeichen stehen.
Die polnischen Namen werden in den deutschen Medien grundsätzlich verzerrt.
Es muss nicht unbedingt eine Vereinfachung der Aussprache sein. Zum Beispiel
der ehemalige Außenminister Skubiszewski wurde in der ARD zu Skubiczewski
umbenannt. Da es immer bei jedem Namen passieren muss, auch wenn er für
Deutsche unproblematisch wäre, glaube ich nicht, dass das unabsichtlich
geschieht. (Ausnahme: Lem bleibt Lem)
Gibt es eigentlich einen Unterschied mit "rz"?
Grüße,
Rian
--
Rian van der Borgt, Leuven/Löwen, Belgien.
email: rvdb...@xs4all.nl www: http://www.xs4all.nl/~rvdborgt/
> geschieht. (Ausnahme: Lem bleibt Lem)
Koennte aber Lehm, Lemm, oder auch Laemm ausgesprochen werden, nach
Herkunft des Sprechers.
Oh wie schoen kann Unbildung sein. Hiermit verabschiede ich
mich von einer angenehmen Illusion.
Juergen Grosse wrote:
> Naja, seine italienischen Vorfahren werden wohl keine Ausnahme von der
> Regel gewesen sein. Er aber ist Brasilianer,
Ich bin an Sportberichterstattung voellig uninteressiert und
hatte den Namen bisher nie gelesen, sondern lediglich
gehoert. In der Annahme, der Name schreibe sich "Ruben
Sparichello" und der betreffende Fahrer sei Italiener,
konnte ich mich darueber freuen, wie schoen da die deutschen
Sportreporter ausnahmsweise von ihrer meist allzu
norddeutschen Aussprache abgingen und ein p tatsaechlich als
p aussprechen: s-parikelo statt mit mitgehauchtem h:
spharikhelo. War wohl nix mit guter Aussprache. Immerhin
interessant zu beobachten, wie (zumindest in meinem Ohr) die
stimmlose Umgebung das b zum p mutieren laesst.
Schade. Nun ja - ein weiterer Grund,
Fernseh-Sportberichterstattung zu meiden.
Kerstin
> Ich bin an Sportberichterstattung voellig uninteressiert und
> hatte den Namen bisher nie gelesen, sondern lediglich gehoert.
> In der Annahme, der Name schreibe sich "Ruben Sparichello" und
> der betreffende Fahrer sei Italiener, konnte ich mich darueber
> freuen, wie schoen da die deutschen Sportreporter ausnahmsweise
> von ihrer meist allzu norddeutschen Aussprache abgingen und ein
> p tatsaechlich als p aussprechen:
Sowas ähnliches ist mir in meiner Jugend passiert: Ich vermutete,
dass "Big Spyderback" der Bühnenname eines Jazzmusikers war, so
ähnlich wie "Satchmo" für Louis Armstrong. Dass der tatsächlich
Bix Beiderbeck hieß, hörte ich erst Jahre später mit großem
Erstaunen.
M.
Andreas
Andreas
Michalczewskis Vorname 'Dariusz' wird sicher in seiner Heimat Polen _nicht_
['darius] ausgesprochen!
Andreas
Ich hoffe du kommst nochmal in den Genuß, wenn sie alte Tagesschau-Folgen
von vor 20 (30) Jahren wiederholen. Wie sie sich damals einen bei Lech
WALESA abgebrochen haben, war schon comedy-reif. :) *scnr*
Ich hab den Mann immer [wal'e:sa] ausgesprochen, bin ja kein Pole und muss
das perfekt _polnisch_ aussprechen.
Nur die Nachrichtensprecher haben daraus - perfektionistisch, wie sie
sind - immer ein wa-[murmel, murmel]-sa gemacht mit irgendwelchem
unverständlichen Zeug in der Mitte. ;)
Andreas
Andreas
Da es den englischen [ae] Laut aber im Deutschen nicht gibt, ist das
deutsche Ä vom finnischen eine ganze Ecke entfernt. MUSEN geht [ae] schon
(leicht) ins Nasale hinein. Geht das deutsche Ä irgendwie ins Nasale? Zu 0%,
würde ich sagen.
Andreas
> > > Mir stellt es bei der "Kolgaate"-Werbung immer die Haare auf.
> Müsste es dann aber auch bei der "Sensodüühne" Werbung. *g*
Auweia. Da stellts einem nicht die Haare auf, da blitzt einem der
Schmerz durchs Gebiss.
Einen hamma noch: Drei-Komm, fuer den Hersteller von Modems und
Netzwerkkarten. Kommt gut auf ner internationalen Messe/Convention, wo
man Englisch spricht...ausser bei angewoehnten Markennamen.
"Yes, und denn I have installed a Dry com Ee Ess Dee Aenn card in mine
gommbyood'r."
Im Prinzip sollte sich der Moderator schon etwas mehr Mühe geben, "gar keine
Frage", wie Herr Berger zu sagen pflegt.
Im Einzelfall treten aber immer Fehler auf und 100% korrekte Aussprachen
sind nahezu unmöglich.
Zum "ä":
Im Deutschen wird dies sehr unterschiedlich ausgesprochen, von [æ] bis [e:].
Meinen Namen (Bräsicke) pflege ich stets ['bre:zik@] und nicht ['bræ:zik@]
auszusprechen. Letzeres klingt eher pejorativ in meinen Ohren. Woher aber
sollte das ein Reporter wissen? ;-)
Lars
> Im Deutschen wird dies sehr unterschiedlich ausgesprochen, von
> [æ] bis [e:]. Meinen Namen (Bräsicke) pflege ich stets
> ['bre:zik@] und nicht ['bræ:zik@] auszusprechen. Letzeres klingt
> eher pejorativ in meinen Ohren. Woher aber sollte das ein
> Reporter wissen? ;-)
Das braucht er auch nicht. Aber für "Häkkinen" gibt's eine richtige
Aussprache, an der's definitiv nix zu deuteln gibt.
M.
> Ich darf nur mal den Herrn AGASSI in die Runde werfen.
> Französisch, englisch oder sonst wie? Man war sich *nie* einig.
Oft genug wird man es nur durch Auskunft des Betroffenen endgültig
klären können. Und auch das geht manchmal ins Auge, wenn der keinen
besonderen Wert darauf legt und/oder die Aussprache selbst mit der
Sprache anpasst.
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de
> Einen hamma noch: Drei-Komm, fuer den Hersteller von Modems und
> Netzwerkkarten.
Das ist die bei der deutschen Niederlassung dieser Firma durchgängig
verwendete Form, wie ich dir aus erster Hand versichern kann.
(Es sei denn, es hätte sich in den letzten Jahren geändert.)
> Kommt gut auf ner internationalen Messe/Convention, wo
> man Englisch spricht...ausser bei angewoehnten Markennamen.
In der Tat, da kommt man leicht ins straucheln.
> Im Deutschen ist jedenfalls die Aussprache entsprechend der
> Ursprungssprache üblich.
Die meisten Leute mit Namen »Berger« werden dir da widersprechen.
> Obwohl ich andererseits einst einen Herrn Grandhomme kannte (vermutlich auch
> hugenottischer Herkunft), der auf der albernen deutschen Aussprache
> [grant-homme] seines Namens bestand.
In der Grundschule hatten wir einen »Roger«. Den haben wir bei der
englischen Aussprache gerufen, nach eigenem Bekunden empfand er die
deutsche als korrekt, und so mancher Dritte betrachtete beides als
blanker Unsinn und meinte, es müsse natürlich französisch ausgesprochen
werden.
> Letzlich ist es aber kaum möglich, alle Namen aus jeder Sprache einwandfrei
> auszusprechen, schon gar nicht in der nicht gänzlich hektik- und
> emotionsfreien Sportberichterstattung.
Die Frage ist insbesondere, ob man nur eine Näherung, die im Rahmen
der (erweiterten) deutschen Lautung bleibt, verwenden will, oder
sich darüber hinaus um eine fremdsprachliche Aussprache bemühen
will.
> Wußte gar nicht, daß man da [i:be:em] sagen soll statt [aibi:em]
Die Gretchenfrage ist doch: Heißt es »IBM« oder »die IBM«?
> Villeneuve ist für mich des Französischen Unkundigen schwer: [vi:lnov],
> [vi:jnov] oder (zumeist gehört) [vilnof].
/viln9v/. (/9/ wie in <plötzlich> /"pl9tslIC/.)
Praktisch wird dann eher /vIl"n9f/ daraus.
> Von der Betonung ganz zu schweigen: ['vilnof] oder [vil'nof],
Französich hat keine phonemische Betonung; bei Übernahme ins Deutsche
wird immer auf der letzten Silbe betont.
>> Ich darf nur mal den Herrn AGASSI in die Runde werfen.
>> Französisch, englisch oder sonst wie? Man war sich *nie* einig.
> Oft genug wird man es nur durch Auskunft des Betroffenen
> endgültig klären können. Und auch das geht manchmal ins Auge,
> wenn der keinen besonderen Wert darauf legt und/oder die
> Aussprache selbst mit der Sprache anpasst.
Fully ack. Ich spreche meinen Familiennamen deutsch aus, obwohl
man ihn natürlich ungarisch aussprechen könnte (wo er herkommt).
Warum es hier einige gibt, die ihn französisch aussprechen, wird
mir immer unbegreiflich bleiben.
Aus der Welt des Weins gibt's noch ein hübsches Beispiel: Hubert
de Boüard ist der Besitzer von Château Angelus in St-Emilion. Der
ist es offenbar leid geworden, auf die gesonderte Aussprache des
"u" in seinem Namen hinzuweisen, dass inzwischen selbst auf
Geschäftspapier und Etiketten "Bouard" steht. Oder Domaine de
Pégaü in Châteauneuf-du-Pape, das nennt sich numehr Pégau.
M.
>> Von der Betonung ganz zu schweigen: ['vilnof] oder [vil'nof],
> Französich hat keine phonemische Betonung; bei Übernahme ins
> Deutsche wird immer auf der letzten Silbe betont.
Außer in der Schweiz. Das "français fédéral" vulgo Français Federball
ist berüchtigt.
M.
Nein. "Z mit Punkt" und "rz" werden im heutigen Polnisch gleich
ausgesprochen. Den Unterschied in der Aussprache hat aber Tschechisch
behalten. Da schreibt man diese Laute "z mit haczek" und "r mit haczek"
("haczek" ist ein kleines "v" über dem Buchstaben)
Andreas
> Fully ack. Ich spreche meinen Familiennamen deutsch aus, obwohl
> man ihn natürlich ungarisch aussprechen könnte (wo er herkommt).
> Warum es hier einige gibt, die ihn französisch aussprechen, wird
> mir immer unbegreiflich bleiben.
Och, da schreibt einer in einer Publikation namens "A la Carte" über
Chardon*nay*, Bordeaux und Burgunder, hat einen Namen, der an
Quesnay, Epinay, Parthenay, Tannay usw. erinnert, in dem noch dazu ein
accent aigu auftritt (wenn auch an einer im Französischen unüblichen Stelle),
der Mann kann offensichtlich Französisch -- da liegt doch der
Gedanke, dass auch der Name französisch sein könnte, nicht allzu fern.
- Andi
...
> Ich darf nur mal den Herrn AGASSI in die Runde werfen.
> Französisch, englisch oder sonst wie? Man war sich *nie* einig. zu seinen
> aktiven Tennis-Zeiten - ist man wohl heut noch nicht.
...
Für eine französische Aussprache gibt es hier überhaupt keinen Grund,
da sein Vater Armenier ist, im Iran aufwuchs und 1952 in die USA kam.
Da der Geburtsname seines Vaters Agassian war und er seinen Namen in
den USA änderte, spricht IMHO wenig gegen eine englische Aussprache.
Tschüs, Jürgen
...
> wie "Barrichello" die italienische Deszendenz sofort erkennt, nicht
> bekannt. Ich habe eher vermutet, dass man so ziemlich alles
Ein wenig hat sich der Name bei der Einwanderung seines Großvaters
schon verändert, seine italienischen Verwandten schreiben sich
'Barichello'.
> "einbrasilianisiert" und nicht die geringste Scheu vor
> Wörtern/Namen/Vornamen hat, die erkennbar nicht genuin portugiesisch
> sind, wie eben "Rubens" oder "Ayrton".
Da scheint große Vielfalt zu herrschen, das Model Gisele Bündchen hat
ja sogar noch den Umlaut ihrer Vorfahren.
...
> > slawisch- oder ungarischstämmiger Namen in Österreich z. B.
> > meist etwas näher am Original liegen als in der BRD.
>
> Das mit dem Ungarischen stimmt auf jeden Fall. In DE wird bei
> Sportreportern so gut wie jeder ungarische Name falsch betont
> (nämlich nicht auf der ersten Silbe). Umgekehrt gibt's im
...
Nicht nur im Sport sondern auch in der Politik trifft man die
Verunstaltung ungarischer Namen an: Mein früherer Bürgermeister Klaus
von Dohnányi wird [doNAHnie] ausgesprochen, während sein Bruder, der
Dirigent Christoph v. D. korrekt [DOCHnanji] genannt wird.
Tschüs, Jürgen
Das [k] in 'Barrichello' dürfte aber doch in der Aussprache
deutschsprachiger meist aspiriert sein.
> interessant zu beobachten, wie (zumindest in meinem Ohr) die
> stimmlose Umgebung das b zum p mutieren laesst.
...
So sehr - wenn überhaupt - aspiriert sind die deutschen stimmlosen
Verschlusslaute ja eigentlich in der Stellung nach [s] oder [S] gar
nicht. Wenn ich die Aufgabe hätte, einem Deutschsprachigen (aus dem
Norden unseres Sprachgebiets) beizubringen, ein stimmloses aber
unaspiriertes [p], [t] oder [k] zu artikulieren, dann würde ich von
Wörtern wie 'Spur', 'Still' oder 'skandiert' ausgehen und ihn üben
lassen, den gleichen Verschlusslaut ohne vorgesetztes [S] oder [s] zu
sprechen. Wenn du diese Wörter einmal vor einer brennenden Kerze
aussprichst, dann wirst du feststellen, dass die Flamme sich deutlich
weniger bewegt als bei 'pur', 'Till' oder 'kandiert'.
Davon abgesehen gibt es im Italienischen einige Feinheiten der
Ausspache, die ich für erheblich wichtiger halte als die nicht
aspirierte Aussprache von [p], [t] und [k]. Diese ist ja phonologisch
irrelevant, im Gegensatz etwa zu den Verhältnissen im Isländischen,
Chinesischen oder gar den indoarischen Sprache. Wer diese Laute
aspiriert spricht, wird zwar als Nichtmuttersprachler erkannt, aber
ein Italiener versteht ihn trotzdem problemlos. Wichtiger erscheint
mir die leider häufig vernachlässigte Opposition zwischen offener und
geschlossener Aussprache von 'e' und 'o', die ja phonologisch durchaus
belastet ist.
Ebenfalls für nützlich halte ich es, eine vollständig stimmhafte
Aussprache von [b], [d] und [g] vor allem am Wortanfang einzuüben. Die
entsprechenden deutschen Laute liegen für Italiener ja ungefähr
zwischen ihren stimmhaften und stimmlosen Verschlusslauten. Deshalb
ist es für Deutschsprachige wiederum notwendiger unbehauchte [p], [t]
und [k] auch als solche _wahrzunehmen_, als sie auch korrekt zu
artikulieren.
Vielleicht ist mein Standpunkt sprachästhetisch gesehen falsch, aber
ich würde vor allem auf die Unterschiede achten, denen in der
Zielsprache phonologische Oppositionen entsprechen.
Tschüs, Jürgen
> Für eine französische Aussprache gibt es hier überhaupt keinen Grund,
> da sein Vater Armenier ist, im Iran aufwuchs und 1952 in die USA kam.
> Da der Geburtsname seines Vaters Agassian war und er seinen Namen in
> den USA änderte, spricht IMHO wenig gegen eine englische Aussprache.
/əˈgæsi/?
/ˈægəsi/?
Habe keinen Grund, dieses zu bezweifeln oder zu kritisieren.
> (Es sei denn, es hätte sich in den letzten Jahren geändert.)
Kann ich nicht beurteilen, war in den letzten Jahren nicht in .de.
Gibts die Werbung fuer "suhnlicht" bzw. "suhnkisst" noch?
Ach ja, Ferrero commercials in den USA benutzen eine aehnlich
daemliche Aussprache der Produktnamen wie in .de.
> Aber für "Häkkinen" gibt's eine richtige Aussprache, an der's
> definitiv nix zu deuteln gibt.
Wenn du sie uns doch nur verraten würdest.
Ich tippe auf /ˈhækkinen/. Ich muss gestehen, dass ich das nicht
aussprechen kann. In der deutschen Presse wird der Name in die
deutsche Lautung gezwängt: /ˈhɛkɪnən/.
Vielleicht tue ich dir damit unrecht, aber ich fürchte, dir geht es
allein um die Unterscheidung /ˈhɛkɪnən/ und /ˈhakɪnən/.
...
> /əˈgæsi/?
> /ˈægəsi/?
...
Eindeutig Letzteres.
Tschüs, Jürgen
Chris
Wieso "Schwedisch"?
Andreas
Andreas
> Außer in der Schweiz. Das "français fédéral" vulgo Français Federball
^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Diesen Ausdruck lese ich hier zum ersten Mal; gehört habe ich ihn noch nie.
- Andi
> > Wieso das ch in Barichello als k gesprochen wird, obwohl man's
> > richtig sch spricht?
>
> Vermutlich weil es niemand weiß.
> (Hat jemand einen Verweis auf die portugiesischen Ausspracheregeln
> parat?)
Die sind hier wohl eher nachrangig.
Ich halte 'k' wegen italienischer Aussprachregeln für richtig.
Gruß, ULF
> > Sorry, ich habe in meinem früheren Beitrag die Häckchen unter "a" und "e"
> > vergessen: sie stehen für s.g. Nasalvokale, wobei "a mit Häckchen"
> nasalses
> > "o", und "e mit Häckchen" nasales "e" ist. Polnisch ist übrigens die
> einzige
> > slawische Sprache, die diese Vokale behalten hat.
> Hihi. ^_^
>
> Ich hoffe du kommst nochmal in den Genuß, wenn sie alte Tagesschau-Folgen
> von vor 20 (30) Jahren wiederholen. Wie sie sich damals einen bei Lech
> WALESA abgebrochen haben, war schon comedy-reif. :) *scnr*
> Ich hab den Mann immer [wal'e:sa] ausgesprochen, bin ja kein Pole und muss
> das perfekt _polnisch_ aussprechen.
> Nur die Nachrichtensprecher haben daraus - perfektionistisch, wie sie
> sind - immer ein wa-[murmel, murmel]-sa gemacht mit irgendwelchem
> unverständlichen Zeug in der Mitte. ;)
Wo ist jetzt Dein Problem? Wenn man davon absieht, daß nicht alle
Versuche wirklich geglückt waren, waren sie doch den Versuch wert.
Gruß, ULF
In Andalusien wird gelispelt. Es sollte mich wundern, wenn der Effekt
nicht mindestens auf einzelne Gegenden Lateinamerikas durchgeschlagen
hätte.
Gruß, ULF
'Bahhi[...]' habe ich in hiesigen Reportagen noch nie gehört...
> Das mit dem Ungarischen stimmt auf jeden Fall. In DE wird bei
> Sportreportern so gut wie jeder ungarische Name falsch betont
> (nämlich nicht auf der ersten Silbe). Umgekehrt gibt's im
> österreichischen TV einen völlig lächerlichen Hang zur
> Hyperkorrektur: Ich erinnere mich mit Schaudern an die Aussprache von
> "Mister Fixit on the Move": In DE korrekt Kissinger, bei uns völlig
> idiotisch Kissindschör.
Der frühere Minister wird hier meist nach Variante II ausgesprochen,
obgleich er in Deutschland gebürtig ist.
Gruß, ULF
Wobei man im Süden '-ay' gerne wie '-aj' ausspricht...
> Aus der Welt des Weins gibt's noch ein hübsches Beispiel: Hubert
> de Boüard ist der Besitzer von Château Angelus in St-Emilion. Der
> ist es offenbar leid geworden, auf die gesonderte Aussprache des
> "u" in seinem Namen hinzuweisen, dass inzwischen selbst auf
> Geschäftspapier und Etiketten "Bouard" steht. Oder Domaine de
> Pégaü in Châteauneuf-du-Pape, das nennt sich numehr Pégau.
Soll man Péga-ü sprechen?
Gruß, ULF
Wir sagen ja auch nicht 'Lafontajne'...
> Ich kenn mich mit
> Fußball nicht so aus, höchstens Boris Becker hab ich schonmal gehört.
Das hätte jetzt auch nicht viel gebracht...
Gruß, ULF
Nein, es ist genau umgekehrt: Sowohl im andalusischen
als auch im lateinamerikanischen Spanisch wird nicht
gelispelt, d.h. "zorro" und "cielo" werden mit scharfem
"s" gesprochen; für diese Eigenart gibt es sogar einen
Fachbegriff, nämlich "seseo" ("el ceceo" ist das
spanische Wort für "das Lispeln")
http://www.latintrivium.com/newsletter/jun_02.htm
(Abschnitt "American Spanish")
Eine ähnliche Eigenart der Südamerikaner ist der
"yeísmo": Sie sprechen nämlich immer dort, wo im
Kastilischen das vertrackte "ll" steht, einfach
"j", so dass "calle" dort wie "caye" klingt.
M. Kranz
Andreas
Andreas
Sollte mich wundern, und zwar nicht nur wegen der Bwlegenheit.
Gruß, ULF
Na ja, von Peruanern hört man 'zho ablo'...
Gruß, ULF
> > Ich tippe auf /ˈhækkinen/. Ich muss gestehen, dass ich das nicht
> > aussprechen kann.
> ?!
> Du kannst auch englisch 'patch' oder 'mask' oder 'he has' aussprechen,
Ja.
Aber ich weiß nicht, wie ich das geminierte k artikulieren soll.
Und die geschlossenen Vokale in den unbetonten Silben bereiten mir auch
massiv Probleme.
> > /əˈgæsi/?
> > /ˈægəsi/?
>
> Eindeutig Letzteres.
Inwiefern eindeutig? Mir erschließt sich das aus der Schreibung nicht.
Sicher hast du Recht - wenn jemand bestimmte Laute nicht gelernt hat,
dann kann er sich die Aussprache fremder Worte anpassen. Kein Mensch
beherrscht die Laute aller Sprachen der Welt.
Aber bei Lech Wałęsa wüsste ich nicht, was es da für
Deutsche schwierig sein soll. "Ł" (="l" mit Strich) wird ähnlich
ausgesprochen wie "u" in "blau". Deutsch hat zwar kein "ę" (="e"
mit Häckchen), aber wenn dieser Laut in einem französchen Namen
auftaucht, wird er problemlos ausgesprochen, wieso dann nicht in einem
polnischen Namen?
Kannst du mir verraten, worauf sich dein "hihi" bezieht?
> Es ist dem englischen [ae] sogar _sehr_ ähnlich.
Was ist eigentlich dieses [ae] von dem du hier schreibst, das sind zwei
Laute. Meinst du vielleicht [æ]?
mfg, simon .... j
Nachrichtensprecher Wener Veigel meinte Jahre später, in einem Interview auf
das Thema dieses Threads im Allgemeinen und auf Herrn Walesa im Besonderen
angesprochen: "Da hilft im Zweifelsfall nur schnell und undeutlich
sprechen."
Sascha
Matthias hat recht.
Aber was hat 'zho ablo' (yo hablo) mit "ll" zu tun??
Klaus G.
...
> > > Eine ähnliche Eigenart der Südamerikaner ist der
> > > "yeísmo": Sie sprechen nämlich immer dort, wo im
> > > Kastilischen das vertrackte "ll" steht, einfach
> > > "j", so dass "calle" dort wie "caye" klingt.
> >
> > Na ja, von Peruanern hört man 'zho ablo'...
...
> Matthias hat recht.
> Aber was hat 'zho ablo' (yo hablo) mit "ll" zu tun??
...
Nicht so sehr viel. Doch spricht, wer [zho ablo] sagt, auch [kazhe]
statt [kalje], und das belegt dann den vollständigen Zusammenfall der
Phoneme /y/ und /ll/.
Tschüs, Jürgen
...
> > > /əˈgæsi/?
> > > /ˈægəsi/?
> >
> > Eindeutig Letzteres.
>
> Inwiefern eindeutig? Mir erschließt sich das aus der Schreibung nicht.
...
Ich meinte mit "eindeutig" nur, dass ich den Namen noch nie anders
gehört habe, und dass auch eine kurze Webrecherche keine dem
entgegenstehenden Informationen brachte. Auch die Aussprache etwa von
'Arkansas' ist eindeutig festgelegt, ohne dass dieses sich aus der
Schreibung erschlösse.
Tschüs, Jürgen
k wird in dieser Sprache _exakt_ wie im Französischen 'café' oder 'carte'
ausgesprochen!
'k' ohne Aspiration. Ebenso mit 'p' und 't' usw.
Andreas
Andreas
[Häkkinen]
> > Aber ich weiß nicht, wie ich das geminierte k artikulieren soll.
> ge... was?!
>
> k wird in dieser Sprache _exakt_ wie im Französischen 'café' oder 'carte'
> ausgesprochen!
> 'k' ohne Aspiration. Ebenso mit 'p' und 't' usw.
Ja. Aber nun heißt der Mann »Häkkinen«, nicht »Häkinen«. Im Finnischen
ist das ein erheblicher Unterschied. Und ich weiß immer noch nicht,
wie ich das aussprechen soll.
> Die polnischen Namen werden in den deutschen Medien grundsätzlich verzerrt.
> [...]. Da es immer bei jedem Namen passieren muss, auch wenn er für
> Deutsche unproblematisch wäre, glaube ich nicht, dass das unabsichtlich
> geschieht. (Ausnahme: Lem bleibt Lem)
Man soll nicht Böswilligkeit unterstellen, wenn einfache Dummheit/
Unkenntnis als Erklärung reicht. Wenn man sich über die Darstellung
von Polen in den deutschen Medien aufregen will, dann bieten die
Inhalte genügend Anlass.
> Aber bei Lech Wałęsa wüsste ich nicht, was es da für
> Deutsche schwierig sein soll.
Es fängt mit der Frage an, wie er sich denn überhaupt schreibt. Deine
obige Wahl der Darstellung illustriert das Problem. Ich weiß nicht
mehr recht, wie das war, als Wałęsa aktuell in den Nachrichten war,
aber heute sind Rundfunk und Presse offenbar im Latin-1-Zeichenvorrat
(oder einer Untermenge davon: »ich weiß nicht, wie man das eingibt«)
ihrer Schriftgeneratoren und Textverarbeitungen gefangen.
Wie heißt denn z.B. der Istanbuler Fußballverein, der in Deutschland
»Besiktas« geschrieben wird? Wirklich Besiktas? Beşiktas? Beşiktaş?
> "Ł" (="l" mit Strich) wird ähnlich ausgesprochen wie "u" in
> "blau".
Ich glaube nicht, dass ein Deutschsprachiger damit etwas anfangen kann.
Die mir geläufige Beschreibung ist, dass polnisch <ł> wie englisch <w>
gesprochen wird.
> Deutsch hat zwar kein "ę" (="e" mit Häckchen), aber wenn dieser
> Laut in einem französchen Namen auftaucht, wird er problemlos
> ausgesprochen,
Also [ε̃]?
Du hast noch nie gehört, was die deutschen Eurosport-Kommentatoren aus
Paris St. Germain machen...
Ein sehr interessante Übersicht über die typografischen Aspekte der
polnischen diakritischen Zeichen findet sich übrigens hier:
http://studweb.euv-frankfurt-o.de/twardoch/f/en/typo/ogonek/
andreas
>> Fully ack. Ich spreche meinen Familiennamen deutsch aus, obwohl
>> man ihn natürlich ungarisch aussprechen könnte (wo er
>> herkommt). Warum es hier einige gibt, die ihn französisch
>> aussprechen, wird mir immer unbegreiflich bleiben.
> Och, da schreibt einer in einer Publikation namens "A la Carte"
> über Chardon*nay*, Bordeaux und Burgunder, hat einen Namen, der
> an Quesnay, Epinay, Parthenay, Tannay usw. erinnert, in dem noch
> dazu ein accent aigu auftritt (wenn auch an einer im
> Französischen unüblichen Stelle),
Eben. Dort gibt's im Frazösischen keinen Akut, nur Zirkumflex.
> der Mann kann offensichtlich Französisch -- da liegt doch der
> Gedanke, dass auch der Name französisch sein könnte, nicht allzu
> fern.
Guter Gedanke. Und es ist tatsächlich so, dass in FR viel meinen,
dass der Name französisch sei, obwohl der Accent auf dem o nicht
passt.
M.
>> Aber für "Häkkinen" gibt's eine richtige Aussprache, an der's
>> definitiv nix zu deuteln gibt.
>
> Wenn du sie uns doch nur verraten würdest.
>
> Ich tippe auf /ˈhækkinen/. Ich muss gestehen, dass ich das
> nicht aussprechen kann. In der deutschen Presse wird der Name in
> die deutsche Lautung gezwängt: /ˈhɛkɪnən/.
>
> Vielleicht tue ich dir damit unrecht, aber ich fürchte, dir
> geht es allein um die Unterscheidung /ˈhɛkɪnən/ und
> /ˈhakɪnən/.
Soorry, aber ich kann Deinen Buchtabensalat nicht entschlüsseln und
daher auch nix dazu sagen.
M.
> * Michael Pronay <pro...@gmx.at>:
>
>> Außer in der Schweiz. Das "français fédéral" vulgo Français
>> Federball ^^^^^^^^^^^^^^^^^^
> Diesen Ausdruck lese ich hier zum ersten Mal; gehört habe ich
> ihn noch nie.
Welchen? Sorry, mein Newsreader verstümmelt mal wieder alles.
Wenn Du "Français Federball" meinst: Das ist eine Verballhornung, die
ich von einem in Zürich zur Maturität gelangten Freund habe. Ist also
ein Schülerscherz, no more.
M.
> Soll man Péga-ü sprechen?
Ja, wie auch Bo-ü-ar(d). Aber das wird sich bald gegeben haben,
weil's keiner mehr weiß.
Was ähnliches gibt's beim provençalischen "mas" (was soviel wie Gut,
Landhaus etc.) heißt. Im Original ist das S nicht stumm - aber selbst
Nobelhotels ("Auberge du Mas blanc") melden sich am Telefon mit
stummem S.
M.
>> Aus der Welt des Weins gibt's noch ein hübsches Beispiel:
>> Hubert de Boüard ist der Besitzer von Château Angelus in
>> St-Emilion. Der ist es offenbar leid geworden, auf die
>> gesonderte Aussprache des "u" in seinem Namen hinzuweisen
> Nun, in Frankreich kenne ich mich nun bezüglich Sprachregionen
> gar nicht aus. Ist das vielleicht bretonisch?
Kann ich mir nicht vorstellen. Ein Trema zur gesonderten
Aussprachebezeichnung des trematisierten Buchstabens ist im
Französischen übrigens gar nicht so selten. Die Stadt, in der das
Champagnerhaus Bollinger sitzt, heißt Aÿ.
M.
[ Lautschrift 'ae' ]
>>> Meinst du vielleicht [æ]?
>>
>> Ja. Genau das. Nenn es Faulheit. ;-)
>
> Außerdem ist es ja recht eindeutig.
Ich habe nach der Klarstellung gefragt, weil ich das nicht eindeutig
finde, eindeutig ist [æ] (Dafür muss ich auch mehrere Tasten drücken).
> Für 'ä' würde es kaum einer verwenden
Ironie? 'ae' wird in Texten andauernd für 'ä' verwendet.
> und a+e als einzelne Vokale ist ja 'aë'
In Lautschrift? Wo das denn?
mfg, simon .... l
"Schon" ist gut, die Seite gibts schon seit einigen Jahren ;)
Du meinst sicher http://www.sci.fi/~kajun/finns/ - Häkkinen ist gleich
hier: http://www.sci.fi/~kajun/finns/Samples/hakkinen.wav
Grüße aus Jyväskylä
Aran
> Sowas ähnliches ist mir in meiner Jugend passiert: Ich vermutete,
> dass "Big Spyderback" der Bühnenname eines Jazzmusikers war, so
> ähnlich wie "Satchmo" für Louis Armstrong. Dass der tatsächlich
> Bix Beiderbeck hieß, hörte ich erst Jahre später mit großem
> Erstaunen.
Beiderbecke bitte, Leon Bismarck Beiderbecke mit vollem Namen. Er
hatte deutsche Vorfahren. In Behrendt's Jazzbuch wird behauptet, dass
es in Westfalen Verwandte gleichen Namens (eventuell getrennt
geschrieben) gäbe, die allerdings von ihrem berühmten Namensvetter
nichts wüssten. Beiderbecke oder "bei der Becke" heißt übrigens "bei
dem Bach", für die, die des Niederdeutschen nicht mächtig sind.
--
Klaus Wacker wac...@Physik.Uni-Dortmund.DE
51°29'9"N 7°25'9"E http://www.physik.uni-dortmund.de/~wacker
> Beiderbecke bitte, Leon Bismarck Beiderbecke mit vollem Namen.
Danke für die Korrektur.
M.
> Was ähnliches gibt's beim provençalischen "mas" (was soviel wie Gut,
> Landhaus etc.) heißt. Im Original ist das S nicht stumm - aber selbst
> Nobelhotels ("Auberge du Mas blanc") melden sich am Telefon mit
> stummem S.
Die Stadt Miramas endet meines Wissens im Französischen mit stummem 's'.
Gruß, ULF
> > ähnlich wie "Satchmo" für Louis Armstrong. Dass der tatsächlich
> > Bix Beiderbeck hieß, hörte ich erst Jahre später mit großem
> > Erstaunen.
>
> Beiderbecke bitte, Leon Bismarck Beiderbecke mit vollem Namen.
Mit langem 'e'?
Gruß, ULF