da kommt mir doch gerade aus der obigen Diskussion über die
englische Sprache heraus eine Frage.
Mag vielleicht merkwürdig klingen, aber ich kann es mir so
nicht beantworten.
Da ja alles wichtige in der Welt auf Englisch gemacht wird,
haben es die Inselleute und die Amerikaner ja eigentlich
ziemlich gut (im Vergleich zu uns.)
Aber inwiefern unterscheidet sich eigentlich britisches vom
amerikanischen Englisch?
Ist es vergleichbar mit - sagen wir mal - Deutsch in D und
in A / CH oder ist der Unterschied stärker?
Gruß Dirk.
> Aber inwiefern unterscheidet sich eigentlich britisches vom
> amerikanischen Englisch?
> Ist es vergleichbar mit - sagen wir mal - Deutsch in D und
> in A / CH oder ist der Unterschied stärker?
Zumindest nicht so stark wie in Nord und Süddeutschland;-)
Ein paar Würter sind verschieden zB Lift=Elevator und ein paar
Präpositionen werden anders benutzt.
Und jedenfalls ist die Aussprache total verschieden. Briten und Amerikaner
haben auch für Anfänger des Englisch-Lernens leicht erkennbar
unterschiedliche Akzente.
Im amerikanischen Englisch neigt man darüber hinaus dazu, die Sprache zu
vereinfachen: so wird die Endung -ough hin und wieder mit u verkürzt (etwa:
thru), einige unregelmäßigen Verben werden regelmäßig gebildet und hin und
wieder ist der Effekt zu bemerken, dass ein britisches Wort im Wortschatz
der Amerikaner vorkommt, aber eine andere Bedeutung hat (etwa: chips, soda,
gas, vest, first floor,...).
Alex
- Aussprache
- diverse Schreibweisen z.B. labor statt labour, center statt centre,
characterize statt characterise
Super ist der Webster!
http://www.m-w.com/mw/netdict.htm
Da sind beide Schreibweise und auch Aussprachen (mit Sprachausgabe) drin.
Gruß
Dieter
[...]
> Aber inwiefern unterscheidet sich eigentlich britisches vom
> amerikanischen Englisch?
Dazu folgende Anmerkung zur Frage der Glottonymie:
Manchmal wird amerikanisches Englisch einfach mit 'Amerikanisch'
bezeichnet. (Z.B. wenn es in Büchern heisst: 'Aus dem Amerikanischen von
XY.') Dann hätten wir quasi 2 Sprachen nebeneinander. 'Englisch' und
'Amerikanisch'.
Andererseits sagt man eben auch 'Britisches Englisch' und
'Amerikanisches Englisch', dann hätten wir 2 Varianten *einer* Sprache
(des Englischen).
Es erinnert mich ein wenig an den Fall 'Serbisch' - 'Kroatisch' vs.
'Serbokroatisch'.
Viele Grüße
Helmut
--
Dr. Helmut Kalb - Universitaet Innsbruck - Institut fuer Slawistik
http://slawistik.uibk.ac.at/hkalb.html
http://members.aon.at/hkalb/
> Dirk SCHNEIDER schrieb:
>
> [...]
>
>> Aber inwiefern unterscheidet sich eigentlich britisches vom
>> amerikanischen Englisch?
>
> Dazu folgende Anmerkung zur Frage der Glottonymie:
> Manchmal wird amerikanisches Englisch einfach mit 'Amerikanisch'
> bezeichnet. (Z.B. wenn es in Büchern heisst: 'Aus dem Amerikanischen von
> XY.')
Ein schöner Blödsinn, der auf dem Wege der Tradition vom Fehler zur
Konvention geworden ist. Kaum ein Amerikaner käme auf die Idee, er
würde "American" sprechen.
> Dann hätten wir quasi 2 Sprachen nebeneinander. 'Englisch' und
> 'Amerikanisch'.
Haben wir aber nicht.
- Sebastian
--
Die Afghanen sind ein sehr gebirgiges Volk.
(Johann Galletti)
> Manchmal wird amerikanisches Englisch einfach mit 'Amerikanisch'
> bezeichnet. (Z.B. wenn es in Büchern heisst: 'Aus dem Amerikanischen von
> XY.')
Der Verlag Hoffmann & Campe hat es sogar geschafft, die
Bücher des kanadischen Schriftstellers Douglas Coupland
"aus dem Amerikanischen" übersetzen zu lassen.
Ein sehr guter Freund von mir ist Kanadier. Er bezeichnet sich als
Nordamerikaner.
b.a.
--
Der Weg, den man beschreiten kann, ist nicht der wahre Weg
- hm, ein paar hundert kommt der Wahrheit
wohl näher, wie man diesem Wörterbuch
entnehmen kann
http://www.peak.org/~jeremy/dictionary/
Dennoch ist es wohl immer noch Ansichtssache,
was das amerikanische Englisch nun eigentlich
ist: bloß eine Variante des "britischen" Englisch,
ein Dialekt oder eine ganz eigenständige
Sprache (Der "Ethnologue", der sonst recht
freigibig mit dem Prädikat "Sprache" für
alle möglichen Dialekte ist
http://www.ethnologue.com/show_language.asp?code=ENG
macht keinen Unterschied zwischen britischem
und amerikanischem Englisch!)
Zur Formel "Aus dem Amerikanischen": Ich
habe sie als jemand, der bei der Arbeit
in der Bibliothek häufig auf sie stößt, schon
immer sehr kurios gefunden: Ist das Buch
nun aus dem Feuerländischen, Aztekischen,
der Eskimosprache oder doch bloß aus dem
Englischen übersetzt? Aber der vorauseilende
Chauvinismus kennt ja anscheinend kein
Halten mehr: Neuerdings wird nicht nur
mit schöner Regelmäßigkeit aus dem
Serbischen, Kroatischen und Bosnischen
übersetzt, wo's früher nur das schlichte
Serbokroatisch gab, nein auch aus
dem "chilenischen" bzw. "mexikanischen
Spanisch" - dafür gibts dann wahrscheinlich
eine Erschwerniszulage für den Übersetzer und
wieder ein paar Experten mehr auf der Welt ...
M. Kranz
--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de
> - hm, ein paar hundert kommt der Wahrheit
> wohl näher, wie man diesem Wörterbuch
> entnehmen kann
In deutschen Wörterbüchern gab es auch jede
Menge DDR-spezifische Wörter, und trotzdem
wäre niemand auf die Idee gekommen, das
als eigene Sprache aufzufassen.
> > Der Verlag Hoffmann & Campe hat es sogar geschafft, die
> > Bücher des kanadischen Schriftstellers Douglas Coupland
> > "aus dem Amerikanischen" übersetzen zu lassen.
>
> Ein sehr guter Freund von mir ist Kanadier. Er bezeichnet sich als
> Nordamerikaner.
"Nordamerikanisches Englisch" als Oberbegriff für die in
den USA und Kanada gesprochenen Varianten des
Englischen wäre ja ok, aber "Amerikanisch" ist einfach
Unsinn.
Davon abgesehen sprechen Schotten auch anders als
Engländer, Texaner anders als Neuengländer, usw.
> Der Verlag Hoffmann & Campe hat es sogar geschafft, die
> Bücher des kanadischen Schriftstellers Douglas Coupland
> "aus dem Amerikanischen" übersetzen zu lassen.
Und in der Verlangswerbung von Fischer zu Arno Schmidt habe ich früher
immer gelesen: "Übersetzungen aus dem Englischen und Amerikanischen ins
Deutsche".
--
Joachim
sorry, sollte ich den Ton nicht treffen, ist mein erster NG-Beitrag.
Nachdem ich nun einige Jahre selbst als Übersetzerin arbeite, drängt sich
mir der Eindruck auf, dass Verlage die Formulierung 'aus dem Amerikanischen'
vor allem deswegen gern benutzen, um auf die Herkunft des Buches/Autors
hinzuweisen - Amis verkaufen sich halt gut.
Was die sprachlichen Unterschiede angeht, habe ich den Eindruck, dass
Schottisch sich weit mehr von Oxford-Englisch unterscheidet, als
amerikanisches Englisch. In der Praxis macht mir der Unterschied keine
Schwierigkeiten, mehr als die einzelnen Vokabeln fällt mir immer wieder die
Verschiedenheit der Stile auf. Englische Vorlagen scheinen mir im Vergleich
zu amerikanischen gezierter, aber auch sorgfältiger formuliert.
Frauke Meier
'I want to believe.'
> Englische Vorlagen scheinen mir im Vergleich
> zu amerikanischen gezierter, aber auch sorgfältiger formuliert.
Sieht man auch beim Unterschied zwischen CNN und BBC.
Das oberflächliche *Rumgeblubbere* auf CNN nervt irgendwann.
>penthesileia schrieb:
Oder in Newsgruppen. Wenn einer etwas baut wie "and this the more so as"
(und dies umso mehr als), dann stammt er von diesseits des Ozeans. Oder
wenn einer sein Missfallen mit einem unqualifizierten Beitrag seines
Vorgängers nicht mit "Bullshit" ausdrückt, sondern mit "you could enhance
your service to the group a lot by applying a bit more consideration ...".
Helmut Richter
> In article <cNTs7.12196$%r.33...@news20.bellglobal.com>, "Ulf Moeller"
> <u...@sympatico.ca> wrote:
>
>> Der Verlag Hoffmann & Campe hat es sogar geschafft, die
>> Bücher des kanadischen Schriftstellers Douglas Coupland
>> "aus dem Amerikanischen" übersetzen zu lassen.
>
> Ein sehr guter Freund von mir ist Kanadier. Er bezeichnet sich als
> Nordamerikaner.
Ob beispielsweise die Stücke von Réjean Ducharme dann auch »aus dem
Amerikanischen« übersetzt werden?
- Sebastian