ich habe eine Frage an alle, die sich etwas mit Chinesisch, Japanisch oder
Arabisch auskennen.
Ich hätte die Möglichkeit, in allen drei Sprachen einen Sprachkurs zu
belegen. Ich kann mich aber nicht entscheiden, welche ich denn nun lernen
soll.
Könnt Ihr mir vielleicht Tipps geben? So in der Art vielleicht von:
-welche lernt sich am leichtesten (Alphabet etc.)?
- welche spezifischen Grammatikeigenheiten gibt es?
- und natürlich: welche kann man am ehesten nach drei Wochen Intensivkurs
(auf Uni-Niveau)?
Aber sonst freue ich mich über jeden Tipp und bin dankbar darüber!
Viele Grüße und vielen Dank für Eure Mühe,
Simon
Ich kenne mich nur mit Chinesisch (gut) und Japanisch (ein wenig) aus.
Beide Sprachen haben ihre besonderen Probleme, und ich glaube, beide
sind summa summarum etwa gleich schwer.
Um einen anderen Gesichtspunkt in die Wahl zu bringen: Welche Leute
sind die denn sympathischer? Welche Kultur findest du denn
attraktiver?
--
mfg
Heinz Lohmann
Taipei, Taiwan
>
> Ich kenne mich nur mit Chinesisch (gut) und Japanisch (ein wenig) aus.
> Beide Sprachen haben ihre besonderen Probleme, und ich glaube, beide
> sind summa summarum etwa gleich schwer.
>
> Um einen anderen Gesichtspunkt in die Wahl zu bringen: Welche Leute
> sind die denn sympathischer? Welche Kultur findest du denn
> attraktiver?
Hallo!
Hm, kann ich jetzt so gar nicht sagen. Bei Japan fasziniert mich eben diese
konsensorientierte Lebensweise, und bei China lockt mich halt die
Möglichkeit, eine Sprache zu lernen, die über 1 Mrd. Menschen sprechen
können und die eine sehr faszinierende Geschichte hat.
Ich weiß es wirklich nicht, welche Kultur mich mehr fasziniert. Ich habe es
schon versucht, mich danach zu entscheiden, welche Sprache mir später am
ehesten was im Beruf bringt. Aber ich weiß nicht, ob das Kriterien sind,
nach denen man entscheiden sollte, welche Sprachen man lernt.
Insofern möchte ich doch meine Wahl davon abhängig machen, welche
grammatikalischen Eigenheiten diese Sprachen haben. Aber um hierüber eine
fundierte Entscheidung zu treffen, weiß ich einfach zu wenig über die
Sprachen an sich.
Deshalb die Frage: Kennt Ihr vielleicht Websites oder auch kurze Grundrisse
der Sprachen, in denen man sich einen groben Überblick verschaffen kann, was
jetzt die spezifischen Eigenarten der jeweiligen Sprachen sind?
Mit vielen Grüßen,
Simon Wagner
> Heinz Lohmann <heinzl...@yahoo.com> schrieb in im Newsbeitrag:
>> Um einen anderen Gesichtspunkt in die Wahl zu bringen: Welche Leute
>> sind die denn sympathischer? Welche Kultur findest du denn
>> attraktiver?
> Bei Japan fasziniert mich eben diese konsensorientierte Lebensweise,
Manche würden das konfliktscheu nennen >;-> Wegen Japan/Japanisch
könntest du übrigens auch mal nebenan bei news:de.soc.kultur.japan
vorbeischauen.
> und bei China lockt mich halt die Möglichkeit, eine Sprache zu lernen,
> die über 1 Mrd. Menschen sprechen können
Ich muss dich enttäuschen. Es gibt nicht ein "Chinesisch", sondern
mindestens Mandarin und Kantonesisch, die aber so unterschiedlich sind,
dass sie gegenseitig nicht verstanden werden (bis auf die Schrift). Das
mit den > 1 Mrd. Menschen wird also wohl nicht klappen.
> und die eine sehr faszinierende Geschichte hat.
Das gilt meiner Meinung nach für alle drei Kandidaten Japanisch,
Chinesisch und Arabisch.
> Ich habe es schon versucht, mich danach zu entscheiden, welche Sprache
> mir später am ehesten was im Beruf bringt. Aber ich weiß nicht, ob das
> Kriterien sind, nach denen man entscheiden sollte, welche Sprachen man
> lernt.
Ich denke, dass Arabisch, Chinesisch und Japanisch im Beruf etwa gleich
nützlich sein können. Es hängt eher davon ab, was und vor allem wo du
später mal arbeiten willst.
> Insofern möchte ich doch meine Wahl davon abhängig machen, welche
> grammatikalischen Eigenheiten diese Sprachen haben.
Arabisch und Chinesisch kenne ich gar nicht. Die japanische Grammatik
ist einfacher als die deutsche, aber ganz anders, s. a.
news:96js6l$5sk$07$1...@news.t-online.com ff.
> Simon Wagner
.. Robert
> -welche lernt sich am leichtesten (Alphabet etc.)?
Da alle drei Kandidaten keine indogermanischen Sprachen sind und
auch nicht in den europäischen Kulturkreis fallen, sind sie fremdartig
und subjektiv schwer zu erlernen.
Klare Aussagen kann man zur Komplexität der Schriftsysteme machen.
Das arabische sollte vergleichsweise einfach weil den europäischen
verwandt sein, und das japanische ist unumstritten das komplizierteste,
das es gibt.
> - welche spezifischen Grammatikeigenheiten gibt es?
Ich glaube weder, dass sich das einfach zusammenfassen lässt, noch
dass das irgendwie als Entscheidungskriterium taugt.
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de
Simon Wagner <wagne...@web.de> wrote:
:> Hallo, liebe Newsgroup,
:> ich habe eine Frage an alle, die sich etwas mit Chinesisch, Japanisch oder
:> Arabisch auskennen.
Hmm naja, je nachdem, wie man "sich auskennen" definiert... :-) Richtige
Erfahrungen habe ich eigentlich nur mit dem Arabischen (das ich seit etwas
ueber einem Jahr lerne); meine Chinesisch- und Japanischkenntnisse sind,
sagen wir mal, hoechst theoretisch. Was man als allgemeine
Sprachwissenschaftlerin mit einem besonderen Interesse an Sprachen mit
exotischen Schriften halt so mitbekommt.
:> Ich hätte die Möglichkeit, in allen drei Sprachen einen Sprachkurs zu
:> belegen. Ich kann mich aber nicht entscheiden, welche ich denn nun lernen
:> soll.
:> Könnt Ihr mir vielleicht Tipps geben? So in der Art vielleicht von:
:> -welche lernt sich am leichtesten (Alphabet etc.)?
Alle haben einerseits ihre Tuecken und andererseits einfache Aspekte. Da Du
das Alphabet/Schriftsystem ansprichst: Das Arabische benutzt eine
Buchstabenschrift, das Chinesische eine Wort-/Silbenschrift und das
Japanische eine komplizierte Mischung aus Wort(-stamm-)zeichen (fuer die
Wortstaemme) und phonetischen Silbenzeichen (fuer Affixe und bestimmte
Namen). Von der Schrift her ist Japanisch also am schwierigsten, Chinesisch
etwas leichter und Arabisch, wenn man sich erst einmal an die "verkehrte"
Schreibrichtung gewoehnt hat, mit Abstand am einfachsten.
Von der Aussprache her ist es allerdings fast genau umgekehrt: das
Japanische ist von den dreien meiner Meinung am einfachsten (mir fallen als
einzige Problemchen die extrem breite Streuung gewisser Phoneme (/h/) und
die ungerundete Aussprache saemtlicher Vokale ein); das Chinesische ist
durch seine Toene und die zumindest fuer mich kaum unterscheidbaren
Frikative schon schwieriger; und das Arabische hat diese beruechtigten
"emphatischen" (pharyngalisierten) Konsonanten, die "drei verschiedenen
'h's" (:-) und noch ein paar andere fuer deutsche Zungen schwierige Laute
("Quetschlaut" /`/, uvularer Plosiv /q/).
Von der Morphologie her sollte Chinesisch am einfachsten sein - das ist
naemlich eine isolierende Sprache und hat (so gut wie) gar keine. (Dafuer
hat es natuerlich entsprechend starre Syntaxregeln und leider auch eine
ganze Menge Homophone, also Woerter, die zwar unterschiedlich geschrieben,
aber gleich ausgesprochen werden.) Das Arabische hat eine, hmm, ich wuerde
sagen mittelschwere Morphologie (die regelmaessigen Nomina sind sehr
einfach zu lernen; bei den unregelmaessigen muss man bloss die Pluralform
auswendiglernen und kann dann dieselben Kasusendungen wie bei den
regelmaessigen benutzen; die Verbalflexion ist sehr komplex, aber
durchschaubar). Mit der japanischen Morphologie und Syntax kenne ich mich
leider gar nicht aus...
Hoffe geholfen zu haben,
Julia 8-)
--
Julia Simon --- Hyppääjätär --- Sprachen-Freak vom Dienst
si...@cc.helsinki.fi, http://www.lingsoft.fi/~simon/
Don't you just love the way everything I say sounds important?
--- Mustafa, "You Wish"
> Von der Aussprache her ist es allerdings fast genau umgekehrt: das
> Japanische ist von den dreien meiner Meinung am einfachsten (mir fallen als
> einzige Problemchen die extrem breite Streuung gewisser Phoneme (/h/) und
> die ungerundete Aussprache saemtlicher Vokale ein);
Hmm. Dann stehen <o> und <u> nicht für das, was man erwarten würde.
Für was dann eigentlich? (Ich sehe da ein paar erschreckend seltsame
Kandidaten auf der IPA-Vokalkarte.) Und ist die Unterscheidung
lang/kurz wirklich nur nach Länge?
Nach meinen bescheidenen Kenntnisse sind die fünf japanischen Vokale für
unsereins problemlos verstehen und diese beiden auch verständlich
wiederzugeben. Kritisch ist 'e', was von Schwaben gesprochen richtig
rauskommt, aus norddeutschen Mündern aber als 'i' verstanden wird.Zur
Verdeutlichung sollte man 'ä' sagen. Aber dieses Problem gibt es auch mit
Mutterhöreren anderer Sprachen.
Daß die Vokale kein Problem für uns sein können, sieht man schon daran,
daß sie in der offiziellen Umschrift gezwungenermaßen nach den romanischen
Sprachen geschrieben werden, weil sie so am besten darstellbar sind.
Konsonanten werden nach englischer Sitte geschrieben. Damit ist die
Umschrift leider für niemanden intuitiv lesbar. Am besten wohl noch für
Deutsche mit guten Englischkenntnissen nach kurzer Gewöhnung.
(Die Unterscheidungen wie "rund" und "offen" mögen sprachwissenschaftklich
interessant sein, aber für den Lernenden sind sie im Falle von Japanisch
völlig unwesentlich.)
Am besten wäre es natürlich, wenn man gar nicht erst mit Umschrift
anfängt, sondern mit Kana, den japanischen Buchstabenschriften, lernt.
Mangels konsequenter Wörterbücher läßt sich das aber kaum durchhalten.)
> Und ist die Unterscheidung lang/kurz wirklich nur nach Länge?
Japaner betreiben sozusagen synchrone Datenübertragung, jede Silbe hat die
gleiche Länge, allenfalls verdoppelt.
Michael Kauffmann
Doch etwas leichter zu lernen als das Chinesische: Man kann sich mit
Silbenschriften behelfen, wen man die Kanji nicht weiß, außerdem gibt
es in vielen Publikationen Aussprachehilfen bei den Kanji, im
Chinesischen aber kommt man auf keinen Fall um die Schriftzeichen
herum. Der Lernaufwand bei der Schrift ist im Japanischen also m.E.
geringer.
Ich denke aber noch immer, dass das nicht das Entscheidende ist. Wenn
man am Umgang mit Land, Leuten und Kultur keine Freude hat, dann ist
der ganze Aufwand ziemlich für die Katz, egal für welche Sprache.
[ Das japanische Schriftsystem ]
> Doch etwas leichter zu lernen als das Chinesische: Man kann sich mit
> Silbenschriften behelfen, wen man die Kanji nicht weiß, außerdem gibt
> es in vielen Publikationen Aussprachehilfen bei den Kanji, im
> Chinesischen aber kommt man auf keinen Fall um die Schriftzeichen
> herum. Der Lernaufwand bei der Schrift ist im Japanischen also m.E.
> geringer.
Der Lernaufwand ist insgesamt nicht unbedingt geringer, aber man hat
schneller Erfolgserlebnisse. Wenn man z. B. die Katakana, das eine der
beiden Silbenalfabete, beherrscht, dann kann man schon mal all die
vielen Fremdwörter aus dem Englischen lesen.
Und wenn man das andere, die Hiragana, gelernt hat, dann kann man
außerdem noch die grammatische Struktur der Sätze erkennen, so dass
sich einem der Sinn eher erschließt.
> Heinz Lohmann
> Taipei, Taiwan
Was (welches Chinesisch) spricht man eigentlich in Taiwan?
.. Robert
Sogenanntes Mandarin oder Guoyu, entspricht nahezu vollständig dem
Chinesisch in der VRCh (Putonghua).
>> Was (welches Chinesisch) spricht man eigentlich in Taiwan?
>
> Sogenanntes Mandarin oder Guoyu, entspricht nahezu vollständig dem
> Chinesisch in der VRCh (Putonghua).
Was für Chinesisch spricht man eigentlich in Hong Kong? Dieselbe?
Grüss // Fredrik Roubert
--
fredrik...@student.ethz.ch · +41 76 5051937
rou...@df.lth.se · Weststrasse 145
http://www.efd.lth.se/~d95fr/ · CH-8003 Zürich
Kantonesisch.
> Und wenn man das andere, die Hiragana, gelernt hat, dann kann man
> außerdem noch die grammatische Struktur der Sätze erkennen, so dass
> sich einem der Sinn eher erschließt.
Was für eine Funktion hat eigentlich "no"? Flexionsendung,
Partikel, ...? Dieser Kringel taucht in fast jedem Fetzchen Japanisch
auf. Als diesen Sprachen völlig Unkundiger benutze ich das immer
als Unterscheidungsmerkmal, ob ein Text auf Chinesisch oder Japanisch
ist.
> Was für eine Funktion hat eigentlich "no"? Flexionsendung,
> Partikel, ...?
Man kann es als Genitivendung oder als Zugehörigkeitspartikel verstehen.
doitso-no-kaischa ist eine deutsche Firma, wataschi-no-kaischa meine Firma
(bei der ich arbeite oder die mir gehört), kaischa-no-kuruma ist der
Firmenwagen, Siemens-no-engineer ist einer, der bei Siemens arbeitet...
> Dieser Kringel taucht in fast jedem Fetzchen Japanisch auf.
Michael Kauffmann
R.H.
--
Posted from neptun.sns-felb.debis.de [53.122.101.2]
via Mailgate.ORG Server - http://www.Mailgate.ORG
Jan Bösenberg
Tejina - Das einzigartige japanische Zeichenlexikon (www.tejina.de)
"Jan Bösenberg" schrieb:
>
> Japanisch ist auch deshalb leichter als Chinesisch, weil im Japanischen die
> Aussprache recht einfach bzw die Betonung (relativ) unwichtig ist. Dadurch
> kann man die Sprache leichter mit Büchern lernen. Aber ein hartes Stück
> Arbeit ist es in jedem Fall, bis man sich einigermaßen verständigen kann.
>
> Jan Bösenberg
Japanisch aus Büchern lernen? Kicher ... naja, um
ein Bier zu bestellen, mag das reichen, aber
sicher nicht, um vernünftig zu reden, lesen,
schreiben, verstehen, unter Beachtung aller
Höflichkeitsregeln etc.pp.
und sooo unwichtig ist das mit der Betonung auch
wieder nicht ...
grüßle,
anneli