ich hoffe, ich nerve nicht mit dieser Frage (weil sie so simpel ist),
aber ich suche nach Rezeptionen zu Ovids 'Die vier Weltalter'...
Gibt es (möglicherweise aus der Renaissance) Gemälde / Skulpturen o.ä.
- mehr oder weniger "populär" - zu dieser Metamorphose?
Über den Namen der Werke und des jeweiligen Künstlers würde ich mich freuen!
(Ich werde in einigen Wochen besagte Metamorphose in unserem Latein LK 11
vorstellen und bis auf Schiller/Schubert habe ich bislang noch keine
Rezeptionen gefunden...)
Vielen Dank im vorraus,
Jens
--
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So simpel ist die Frage gar nicht, weil die Goldene Zeit ja schwer ins
Bild umzusetzen ist, ich kenne Lucas Cranach: Das Goldene Zeitalter
(1530) in der Alten Pinakothek Muenchen; Jacopo Zucchi (1541-1589) in
den Uffizien Florenz.
Moeglicherweise gibt es noch ein paar Beispiele mehr bei den von mir
unter
http://www.phil.uni-erlangen.de/~p2latein/ovid/start.html#rez
zusammengestellten Links (ziemlich sicher bei H. Greensberg,
Metamorphosing the Metamorphoses)
>
> Gibt es (möglicherweise aus der Renaissance) Gemälde / Skulpturen o.ä.
> - mehr oder weniger "populär" - zu dieser Metamorphose?
>
> Über den Namen der Werke und des jeweiligen Künstlers würde ich mich freuen!
>
> (Ich werde in einigen Wochen besagte Metamorphose in unserem Latein LK 11
> vorstellen und bis auf Schiller/Schubert habe ich bislang noch keine
> Rezeptionen gefunden...)
Thomas Mann, Buddenbrooks (Der Schultag des Hanno Buddenbrook) nicht
vergessen, auch wenn das keine besonders angenehme Form der Rezeption
ist.
Ulrich Schmitzer
--
htp://www.phil.uni-erlangen.de/~p2latein/home.html
Inwiefern hzw. wie denn, d.h. wie wird das da rezipiert? Interessierte
mich.
Gruß
Christian Preuß
--
"Nam sophistice est sapientia quae videtur, cum re vera non sit:
sophista est, qui quaestum captat ex ea sapientia, quae videtur esse,
nec est."(Arist. soph. el. 165a, 21 vel I, 6, quod Iul. Pacius e Graeca
in Latinam linguam convertit)
paginae meae:
http://www.sophistos.de
http://kritias.sophistos.de
Kritias wrote:
>
> > > (Ich werde in einigen Wochen besagte Metamorphose in unserem Latein LK 11
> > > vorstellen und bis auf Schiller/Schubert habe ich bislang noch keine
> > > Rezeptionen gefunden...)
> >
> > Thomas Mann, Buddenbrooks (Der Schultag des Hanno Buddenbrook) nicht
> > vergessen, auch wenn das keine besonders angenehme Form der Rezeption
> > ist.
>
> Inwiefern hzw. wie denn, d.h. wie wird das da rezipiert? Interessierte
> mich.
Ohne jetzt zuviel aus meinem eigenen Buechlein zitieren zu wollen
(schliesslich ist es noch nicht ganz fertig), kopiere ich einfach aus
dem Manuskript: Buch 11, 2. Kapitel:
Und Hanno starrte dorthin und fing an zu lesen. Mit wankender Stimme
und verzogenen Brauen und Lippen las er von dem Goldenen Zeitalter,
das zuerst entsprossen war und ohne Rächer, aus freiem Willen, ohne
Gesetzesvorschrift, Treue und Recht gepflegt hatte. “Strafe und Furcht
waren nicht vorhanden”, sagte er auf lateinisch. “Es wurden weder
drohende Worte auf angehefteter eherner Tafel gelesen, noch scheute
die bittende Schar das Antlitz ihres Rich~ters ...” ... Dann schwieg
er, und es entstand eine Stille, in der er nicht aufzublicken wagte.
Diese Stille war entsetzlich... Schliesslich aber seufzte der
Ordinarius und sagte:
“O Buddenbrook, si tacuisses! Sie entschuldigen wohl ausnahmsweise das
klassische Du! ... Wissen Sie, was Sie getan haben? Sie haben die
Schönheit in den Staub gezogen, Sie haben sich benommen wie ein
Vandale, wie ein Barbar. Sie sind ein amusisches Geschöpf,
Buddenbrook, man sieht es Ihnen an der Nase an! Wenn ich mich frage,
ob Sie die ganze Zeit gehustet oder erhabene Verse gesprochen haben,
so neige ich mehr der ersteren Ansicht zu ..."
Die Passage ist im Original viel laenger, die boese Pointe leigt
natuerlich darin, dass ausgerechnet das Goldene Zeitalter dazu
bemnuetzt wird, Furcht und Schrecken zu verbreiten
Ulrich Schmitzer
--
http://www.phil.uni-erlangen.de/~p2latein/home.html
Gerald Franschitz wrote:
>
> H.Hungers (vergriff.?) Lexicon ist wegen der auflistungen des
> Weiterwirkens interessant.
Doch, es scheint noch lieferbar:
http://www.ais.co.at/hollinek/51192303.htm
Preis: 75,- DM / 580,- ATS
> So simpel ist die Frage gar nicht, weil die Goldene Zeit ja schwer ins
> Bild umzusetzen ist, ich kenne Lucas Cranach: Das Goldene Zeitalter
> (1530) in der Alten Pinakothek Muenchen; Jacopo Zucchi (1541-1589) in
> den Uffizien Florenz.
als Einführung vielleicht ein Kinobesuch mit dem Film "L'age d'or" von
Bunuel und Dalì?
dann gibt es in der der neuen Pinakothek in München zwei Bilder von Hans v.
Marées zum Thema Goldenes Zeitalter, ca. Ende 19.Jh., für Illustrationen in
der Klasse weiterhin ein paar Buchillustrationen zu den Weltaltern:
http://www.ku-eichstaett.de/SLF/Klassphil/grau/eichst.htm
M.
Also, weil Ulrich das nicht selber machen kann, möchte ich doch seine
Disseration zu Ovid empfehlen, die mich mächtig beeindruckt hat, weil man
lernt wie unheimlich politisch und regimekritisch die "Metamorphosen" und
natürlich auch die "vier Weltalter" sind. Ich habe diesen "hübschen"
Ovid-Text danach mit völlig neuen Augen gelesen, was eigentlich der beste
Effekt von wissenschaftlicher Arbeit ist: das, was man meinte gut zu kennen,
wird auf einmal ganz neu.
Schönen Gruß,
Udo.
vielen Dank für Eure vielen Antworten, Ihr habt mir damit sehr weitergeholfen!
Viele Grüße,