[..]
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn mit rᅵhrendem Geblᅵse
Mᅵnner in rotem Wams die Blᅵtter treiben.
:-(
Nö.
Er schließt die Thermopenfenster fest und zieht sich in den
straßenabgewandten Wohnungsteil zurück.
Das Fatale ist, hier werden diese Aktionen der besseren Zugänglichkeit
wegen am Sonntag früh verrichtet. Schönes Wetter ist eine zweite
Voraussetzung.
Die Notwendigkeit rechtzeitigen Handelns erkennt man erst später, wenn
sich das romantisch raschelnde Ahornlaub im Wetterumschwung in einen
braunen Matsch verwandelt.
Dies trifft gerade zu, und so ist die Hegestraße - wie fast alle
Hamburger Straßen eine Allee - etwas glitschig zu beschreiten.
Gruß
Gunhild
> On 3 Nov., 09:54, "Jakob Achterndiek" <achternd...@buzemann.net>
> wrote:
>> | [..]
>> |ᅵ ᅵ ᅵunruhig wandern, wenn mit rᅵhrendem Geblᅵse
>> |ᅵ ᅵ ᅵMᅵnner in rotem Wams die Blᅵtter treiben.
>
> Nᅵ.
> Er schlieᅵt die Thermopenfenster fest und zieht sich in den
> straᅵenabgewandten Wohnungsteil zurᅵck.
>
> Das Fatale ist, hier werden diese Aktionen der besseren Zugᅵnglichkeit
> wegen am Sonntag frᅵh verrichtet. Schᅵnes Wetter ist eine zweite
> Voraussetzung.
>
> Die Notwendigkeit rechtzeitigen Handelns erkennt man erst spᅵter, wenn
> sich das romantisch raschelnde Ahornlaub im Wetterumschwung in einen
> braunen Matsch verwandelt.
Stimmt!
Geben wir den Zeilen also ihren alten Titel zurᅵck: Herbsttag.
Mit Gruᅵ von der Donau an die Isebek
:-) j/\a
--
> Und den richtigen Autor. Rilke.
Rilke kannte schon Laubpuster? Respekt!
KP
Zei Dinge stören mich an dem Gedicht.
Das eine ist der Titel. Denn alles ist dem Text spricht ja für mehr
als einen Tag. Der Herbst dient ja nur zu gern als Urbild der
Besinnung auf die menschliche Vergänglichkeit:
... wir sind nur Staub,
ein bald verwelkt Geschlechte,
ein Blum und fallend Laub:
der Wind nur drüber wehet,
so ist er nimmer da.
also der Mensch vergehet,
sein End', das ist ihm nah.
(Aus der 3. Strophe von: Nun lob mein Seel den Herren EK 289)
Der zweite Punkt:"jagen" und "drängen".in dem Zusammenhang, nur zwei
warme Tage sollten den Wein vervollkommnen:
Gib ihnen noch zwei südlichere Tage.
Dränge sie zu Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein
Aber in der Hansestadt steht nur hie und da ein Weinstock zur
Verzierung im Topf herum. Wir sind Laien.
Gruß
Gunhild
> Das Fatale ist, hier werden diese Aktionen der besseren Zug�nglichkeit
> wegen am Sonntag fr�h verrichtet. Sch�nes Wetter ist eine zweite
> Voraussetzung.
Dabei kann man doch die Bl�tter viel nerven- und umweltschonender
zusammenrechnen. ;-))))
Viele Gr��e von Dani
P.S: Und das sogar im Kopf.
> Der zweite Punkt:"jagen" und "drängen".in dem Zusammenhang, nur zwei
> warme Tage sollten den Wein vervollkommnen:
> Gib ihnen noch zwei südlichere Tage.
> Dränge sie zu Vollendung hin und jage
> die letzte Süße in den schweren Wein
Dieses Ersuchen richtet sich an einen Allmächtigen.
Der wird doch wohl in zwei Tagen hinkriegen, wozu
der Winzer nur ein bißchen Glykol braucht.
Das ist es ja nicht.
Ich finde es stilistisch unschön. Unrilkisch.
Klingt nicht poetisch: jagen, klingt sexistisch: drängen.
Gruß
Gunhild
> Ich finde es stilistisch unschön. Unrilkisch.
> Klingt nicht poetisch: jagen,
Muß sich halt auf "Tage" reimen.
> klingt sexistisch: drängen.
"Drängen" klingt sexistisch???
>> Ich finde es stilistisch unsch�n. Unrilkisch.
>> Klingt nicht poetisch: jagen,
>
> Mu� sich halt auf "Tage" reimen.
Das h�tte "trage" aber auch getan. Oder ein anderes Reimwort.
Gib ihnen noch vom s�dlicheren Glanze,
Trage sie zur Vollendung hin und pflanze
Die letzte S��e ...
vG
> Lothar Frings <Lothar.Fri...@gmx.de> wrote:
> >> Ich finde es stilistisch unschön. Unrilkisch.
> >> Klingt nicht poetisch: jagen,
>
> > Muß sich halt auf "Tage" reimen.
>
> Das hätte "trage" aber auch getan. Oder ein anderes Reimwort.
>
> Gib ihnen noch vom südlicheren Glanze,
> Trage sie zur Vollendung hin und pflanze
> Die letzte Süße ...
Klar, ich kann mir auch Alternativen ausdenken.
Vielleicht wollte er auf die knappe Zeit abheben.
Dann muß man sich schon ein bißchen beeilen.
Wahrscheinlich gibts darüber aber längst Doktorarbeiten.
>> � Gib ihnen noch vom s�dlicheren Glanze,
>> � Trage sie zur Vollendung hin und pflanze
>> � Die letzte S��e ...
>
> Klar, ich kann mir auch Alternativen ausdenken.
> Vielleicht wollte er auf die knappe Zeit abheben.
> Dann mu� man sich schon ein bi�chen beeilen.
Zwar kann man andre Reime sich erdenken,
Doch gilt es hier das Augenmerk zu lenken
Des Lesers auf die wahrlich knappe Zeit.
> Wahrscheinlich gibts dar�ber aber l�ngst Doktorarbeiten.
Hingegen sind der Literaten Scharen
h�chst dankbar angesichts von solchen klaren
Vorlagen f�r die dokt'rische Arbeit.
(sorry, mu�te ein Reim auf "Zeit" sein ...)
vG, das mal in Form bringend
> Das ist es ja nicht.
> Ich finde es stilistisch unschᅵn. Unrilkisch.
Au Backe, ja, das muᅵ man verstehen: Wenn ich schon Rilke lese,
dann will ich, bitteschᅵn, auch gehᅵrig angerilkt werden!
> Klingt nicht poetisch: jagen, klingt sexistisch: drᅵngen.
Dabei fᅵllt mir ein: In einer Handreichung fᅵr Deutschlehrer,
erschienen irgendwann in den 20er Jahren des vorigen Jahr-
hunderts, war dieses Gedicht als Muster dafᅵr vorgefᅵhrt, wie
man halbwᅵchsigen Rangen einen Begriff von dichterischer Sprache
beibringen kᅵnne.
Dazu wurde das Gedicht als Lᅵckentext - nein, nicht vorgelegt,
sondern an die Tafel geschrieben! Der begann so:
..... es ist Zeit. Der Sommer war sehr .....
Leg deinen ........ auf die Sonnenuhren,
und auf den ...... laᅵ die Winde los.
Befiehl den letzten Frᅵchten, ..... zu sein;
gib ihnen noch zwei .......... Tage,
...... sie zur Vollendung hin und jage
die letzte ..... in den ........ Wein.
Der erste Teil der Aufgabe war, aus dem Wortschatz der Schᅵler
passende Wᅵrter zu finden und einzusetzen, die den Text nach-
vollziehbar und schlᅵssig machen. Im zweiten Schritt wurden die
verschiedenen Vorschlᅵge begrᅵndet, verglichen und abwᅵgend
bewertet. Sowas dauert natᅵrlich.
In der nᅵchsten Unterrichtsstunde wurde das Original vorgezeigt.
Aufgabe war zunᅵchst wieder, zu vergleichen, was die Schᅵler
geschrieben und gemeinsam fᅵr gut befunden und was dagegen "der
Dichter" geschrieben hatte. Dabei muᅵte im letzten Schritt heraus-
kommen (muᅵte einfach, und wehe, wenn nicht!), wieviel tiefer,
komplexer, bildkrᅵftiger, sinnmᅵchtiger und dazu klangvollerererer
das Original war. Zum Schluᅵ (unbedingt pᅵnktlich 3 Minuten vorm
Klingeln!) die Hausaufgabe: Auswendig lernen, nᅵchste Stunde
"aufsagen".
Sowas gab's gedruckt und zu kaufen! Und es mᅵssen ja wohl auch
Lehrer (und Lehrerinnen?) genau so unterrichtet haben. Manchen
Erwachsenen merkte man das noch lange lange lange an - -
:-( j/\a
--
Ironie des Schicksals: die etablierten Weinsäufer überlebten damals
die Winterkälte, nur um danach am Frostschutzmittel zu versterben.
mike
> Am 04.11.2009, 11:02 Uhr, schrieb Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de>:
>
>> Das ist es ja nicht.
>> Ich finde es stilistisch unschön. Unrilkisch.
>
> Au Backe, ja, das muß man verstehen: Wenn ich schon Rilke lese,
> dann will ich, bitteschön, auch gehörig angerilkt werden!
Das würdest Du Dir aber bei den Autoren von "Warum Männer nicht
zuhören und Frauen schlecht einparken" bestimmt verbitten! :-)
mike
> Gib ihnen noch vom südlicheren Glanze,
> Trage sie zur Vollendung hin und pflanze
> Die letzte Süße ...
Mein Gott, Volker! Kannst Du nicht /einmal/ eine
Colaflasche leertrinken wie andere Menschen auch?
mi":-)"ke
>> Gib ihnen noch vom s�dlicheren Glanze,
>> Trage sie zur Vollendung hin und pflanze
>> Die letzte S��e ...
>
> Mein Gott, Volker! �Kannst Du nicht /einmal/ eine
> Colaflasche leertrinken wie andere Menschen auch?
Ehrenwort, ich /hab/ den Rainermaria gefragt, ob ich mir das nicht vorher
lieber noch mal durchlesen sollte. Aber er meinte, das f�nden die Leute so
schon gut genug.
vG
--
"Der Deutsche glaubt, wenn er die Schei�e ausm Klo in ne Vase f�llt, dann
hat er ne Chance bei 'Sch�ner Wohnen'. Und seitdem tr�gt die Merkel die
Vase durch die Gegend."
(Volker Pispers, "Bis neulich")
[jage | die letzte S��e in den schweren Wein]
>Ich finde es stilistisch unsch�n. Unrilkisch.
>Klingt nicht poetisch: jagen, klingt sexistisch: dr�ngen.
Jetzt wird es spannend. Warum bitte ist "jagen"
unpoetisch? Was ist poetisch?
chr
> Der zweite Punkt:"jagen" und "dr�ngen".in dem Zusammenhang, nur zwei
> warme Tage sollten den Wein vervollkommnen:
>
> Gib ihnen noch zwei s�dlichere Tage.
> Dr�nge sie zu Vollendung hin und jage
> die letzte S��e in den schweren Wein
"Gib' ihnen *noch* zwei s�dlichere Tage."
Also hatten sie schon einige, somit ist das nur ein Antrag
auf Aufschub der unvermeidlichen, damit der Wein vollendet wird.
> Aber in der Hansestadt steht nur hie und da ein Weinstock zur
> Verzierung im Topf herum. Wir sind Laien.
Die aufm Stintfang stehen aber nicht in T�pfen..
Es mu� schnell gehen, schlie�lich ist es Zeit, also pa�t "jage".
Andreas
Weil es aber im 1-Euro-Bereich an arbeitswilligen Rechenschiebern fehlt,
verwenden die meisten Stadtwerke lieber den <Loriot>Heinzelmann</>.
Andreas
Die Form des ersten Teil Gedichts ist ein Gebet: Herr, es ist Zeit ...
Alle Sätze sind Bitten um Reife bis zur Zeit der Ernte - übertragen,
um ein Ankommen vor Ablauf der Zeit.
Es sind also zweierlei Ansprüche zu erfüllen:
lyrische und respektgebotene, die göttlicher Autorität Rechnung
tragen.
Das Verb jagen als transitives Verb drückt aus, daß z. B. ein Jäger
das Wild jagt.
Hier dagegen wird eine andere Lesart gebraucht. Es handelt sich um
"etw. jagen in" oder "etwas hineinjagen". Dieser Gebrauch ist genau
besehen ein aggressiver oder salopper Ausdruck für etwas mit Gewalt,
Kraft, Schnelligkeit in etwas hineintreiben, etwa eine
Injektionsnadel, ein Messer, eine Lanze.
Wird das Verb jagen also in dieser Ausprägung gebraucht, klingt es -
für mich - unpoetisch und respektlos.
Muß ich " dränge sie zur Vollendung hin" auch noch filetieren?
Wie sagt man hier doch immer in aller Bescheidenheit? Nach meinem
unmaßgeblichen Sprachempfinden ...
Gruß
Gunhild
> Es muß schnell gehen, schließlich ist es Zeit, also paßt "jage".
Danke, soweit waren wir gestern schon.
> Daniela Duerbeck schrieb:
>> Gunhild Simon wrote:
>>
>>> Das Fatale ist, hier werden diese Aktionen der besseren Zugänglichkeit
>>> wegen am Sonntag früh verrichtet. Schönes Wetter ist eine zweite
>>> Voraussetzung.
>>
>> Dabei kann man doch die Blätter viel nerven- und umweltschonender
>> zusammenrechnen. ;-))))
>
> Weil es aber im 1-Euro-Bereich an arbeitswilligen Rechenschiebern fehlt,
> verwenden die meisten Stadtwerke lieber den <Loriot>Heinzelmann</>.
>
Der Papst bevorzugt den soffiatore.
http://www.youtube.com/watch?v=y_pJJloiosc
Ciao
Wolfram
--
Plattling - Stadt in Niederbayern, nicht die Bezeichnung für einen
garantiert arischen Disc-Jockey.
<http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <http://www.youtube.com/watch?v=oDjbbkGVT4Q>
Ein solches versucht man halt der dr�ngenden und jagenden m�nnlichen
Jugend anzuerziehen, bleibt aber oft erfolglos.
--
Roland Franzius
Hier nennst Du Anspruch, was Deine Erwartung an den TExt ist.
(N�mlich, dass konsequent der GEbetston beibehalten wird.)
Erstens gibt es Kulturen, die sich Gott nicht so ehrf�rchtig
n�hern wie die Christen, und die es durchaus nicht respektlos
finden, auch mal mit ihm zu schimpfen. Rilke stammte aus Prag.
Zweitens: woher nimmst Du, dass es ein Gebet ist?
Der Ton ist f�r mich von Anfang an nicht besonders
and�chtig. Da ist jemand, der Gott mitteilt, dass es
an der Zeit ist, den Herbst einzuleiten.
Es folgen Aufforderungen, Aufgaben, aus welchen
T�tigkeiten das konkret zu bestehen habe.
Welcher g�ttlichen Autorit�t tr�gt das Rechnung?
>Das Verb jagen als transitives Verb dr�ckt aus, da� z. B. ein J�ger
>das Wild jagt.
Nein, das Verb jagen als transitives Verb dr�ckt aus, dass etwas
durch eine m�chtige Instanz zur raschen Ver�nderung seines Aufent-
haltsortes gebracht wird.
Wenn Du mit Schulw�rterbuchbedeutungen an Lyrik gehst, wirst Du
eine Niederlage nach der anderen erleben.
>Hier dagegen wird eine andere Lesart gebraucht. Es handelt sich um
>"etw. jagen in" oder "etwas hineinjagen". Dieser Gebrauch ist genau
>besehen ein aggressiver oder salopper Ausdruck f�r etwas mit Gewalt,
>Kraft, Schnelligkeit in etwas hineintreiben, etwa eine
>Injektionsnadel, ein Messer, eine Lanze.
So liest Du ihn. *Du* liest ihn aggressiv, deshalb ist er das auch -
aber nur f�r Dich.
Das "jagen" k�nnte z.B. auch daf�r stehen, dass der schwere
Wein schon so s�� ist, dass die letzte S��e hineingepresst
werden muss, weil sonst nichts mehr hineingeht.
Und der pl�tzliche Perspektivenwechsel in der letzten
STrophe, gar nicht mehr Anrede des Gottes, st�rt Dich
das nicht?
Ich lese das Gedicht jetzt mal kurz so: Da ist jemand, dem
es missf�llt, dass der z�gerliche Gott, der wartet und hofft,
dass der letzte sich ein Haus baut, dass die, die allein sind,
noch schnell jemanden finden, der Gott, der Mitleid mit den
MEnschen hat, die sonst in der K�lte einsam sind, dass dieser
unentschlossene Gott nicht endlich Ma�nahmen ergreift.
Ein antiautorit�rer Gott, der nicht mal die letzte S��e in
den Wein bekommt! Dabei will der Sprecher vielleicht
wirklich s��en Wein trinken, es liegt aber nicht in seiner
Macht, ihn herzustellen.
Er dr�ngelt, quengelt, wartet, und stellt die Zeit bzw.
den Lauf der Jahreszeiten als Autorit�t �BER Gott.
Immerhin macht er sich die M�he, Gott die Gr�nde f�r sein
Dr�ngeln offenzulegen.
Gebet?
chr
> Zweitens: woher nimmst Du, dass es ein Gebet ist?
> Der Ton ist für mich von Anfang an nicht besonders
> andächtig. Da ist jemand, der Gott mitteilt, dass es
> an der Zeit ist, den Herbst einzuleiten.
> Es folgen Aufforderungen, Aufgaben, aus welchen
> Tätigkeiten das konkret zu bestehen habe.
> Welcher göttlichen Autorität trägt das Rechnung?
"Lieber Gott, so gib doch zu,
daß ich klüger bin als du..." (R. Gernhardt)
> Hier nennst Du Anspruch, was Deine Erwartung an den TExt ist.
> [..]
> Wenn Du mit Schulwᅵrterbuchbedeutungen an Lyrik gehst, wirst Du
> eine Niederlage nach der anderen erleben.
> [..]
> Ich lese das Gedicht jetzt mal kurz so: [..]
> Er drᅵngelt, quengelt, wartet, und stellt die Zeit bzw.
> den Lauf der Jahreszeiten als Autoritᅵt ᅵBER Gott.
> Immerhin macht er sich die Mᅵhe, Gott die Grᅵnde fᅵr sein
> Drᅵngeln offenzulegen.
> Gebet?
Ich lese weder Gebet noch Anmaᅵung noch Drᅵngelei und Quengelei,
sondern erinnere statt weiteren Kommentars an:
Alle, welche dich suchen, versuchen dich.
Und die, so dich finden, binden dich
an Bild und Gebᅵrde.
Ich aber will dich begreifen
wie dich die Erde begreift;
mit meinem Reifen
reift
dein Reich.
Ich will von dir keine Eitelkeit,
die dich beweist.
Ich weiᅵ, daᅵ die Zeit
anders heiᅵt
als du.
Tu mir kein Wunder zulieb.
Gieb deinen Gesetzen recht,
die von Geschlecht zu Geschlecht
sichtbarer sind.
[aus: Rilke, Das Stundenbuch. ]
In skeptischer Bescheidenheit:
j/\a
--
> > Es muß schnell gehen, schließlich ist es Zeit, also paßt "jage".
>
> Danke, soweit waren wir gestern schon.
Nu laß doch ma den jungen Theosophen in Ruhe! FR
> > [jage | die letzte Süße in den schweren Wein]
>
> > >Ich finde es stilistisch unschön. Unrilkisch.
> > >Klingt nicht poetisch: jagen, klingt sexistisch: drängen.
>
> > Jetzt wird es spannend. Warum bitte ist "jagen"
> > unpoetisch? Was ist poetischß
>
> Die Form des ersten Teil Gedichts ist ein Gebet: Herr, es ist Zeit ...
> Alle Sätze sind Bitten um Reife bis zur Zeit der Ernte - übertragen,
> um ein Ankommen vor Ablauf der Zeit.
>
> Es sind also zweierlei Ansprüche zu erfüllen:
> lyrische und respektgebotene, die göttlicher Autorität Rechnung
> tragen.
>
> Das Verb jagen als transitives Verb drückt aus, daß z. B. ein Jäger
> das Wild jagt.
> Hier dagegen wird eine andere Lesart gebraucht. Es handelt sich um
> "etw. jagen in" oder "etwas hineinjagen". Dieser Gebrauch ist genau
> besehen ein aggressiver oder salopper Ausdruck für etwas mit Gewalt,
> Kraft, Schnelligkeit in etwas hineintreiben, etwa eine
> Injektionsnadel, ein Messer, eine Lanze.
Psychoanal 'tür'ch hochintressant - FR
> Am Thu, 05 Nov 2009 07:27:42 +0100 schrieb Andreas H�feld:
>
>> Daniela Duerbeck schrieb:
>>
>>> Dabei kann man doch die Bl�tter viel nerven- und umweltschonender
>>> zusammenrechnen. ;-))))
>>
>> Weil es aber im 1-Euro-Bereich an arbeitswilligen Rechenschiebern fehlt,
>> verwenden die meisten Stadtwerke lieber den <Loriot>Heinzelmann</>.
>>
> Der Papst bevorzugt den soffiatore.
Der Papst soll gef�lligst ein PVLVERIS HAVRITORIVM verwenden.
--
die pfaffen mit ihren platten,
die m�nch mit ihren gugeln schon
bergreihen 26 ndr.
> * Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> wrote:
>
>> Am Thu, 05 Nov 2009 07:27:42 +0100 schrieb Andreas Höfeld:
>>
>>> Daniela Duerbeck schrieb:
>>>
>>>> Dabei kann man doch die Blätter viel nerven- und umweltschonender
>>>> zusammenrechnen. ;-))))
>>>
>>> Weil es aber im 1-Euro-Bereich an arbeitswilligen Rechenschiebern fehlt,
>>> verwenden die meisten Stadtwerke lieber den <Loriot>Heinzelmann</>.
>>>
>> Der Papst bevorzugt den soffiatore.
>
> Der Papst soll gefälligst ein PVLVERIS HAVRITORIVM verwenden.
Ich werd's ihm sagen.
Ciao
Wolfram
--
Wer nur etwas von Musik versteht, versteht auch von Musik nichts.
HANS EISLER
> Am Thu, 5 Nov 2009 12:35:04 -0500 schrieb Oliver Cromm:
>
>> * Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> wrote:
>>
>>> Am Thu, 05 Nov 2009 07:27:42 +0100 schrieb Andreas H�feld:
>>>
>>>> Daniela Duerbeck schrieb:
>>>>
>>>>> Dabei kann man doch die Bl�tter viel nerven- und umweltschonender
>>>>> zusammenrechnen. ;-))))
>>>>
>>>> Weil es aber im 1-Euro-Bereich an arbeitswilligen Rechenschiebern fehlt,
>>>> verwenden die meisten Stadtwerke lieber den <Loriot>Heinzelmann</>.
>>>>
>>> Der Papst bevorzugt den soffiatore.
>>
>> Der Papst soll gef�lligst ein PVLVERIS HAVRITORIVM verwenden.
>
> Ich werd's ihm sagen.
Du als bekennender Atheist wirst doch niemals bis zum Papst
vorgelassen!
Da Didi
--
Dieter Br�gmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de
16.35-17.00 DLF: Forschung aktuell (http://www.dradio.de)
> Wolfram Heinrich (5.11.2009 18:44):
>
>> Am Thu, 5 Nov 2009 12:35:04 -0500 schrieb Oliver Cromm:
>>
>>> Der Papst soll gefälligst ein PVLVERIS HAVRITORIVM verwenden.
>>
>> Ich werd's ihm sagen.
>
> Du als bekennender Atheist wirst doch niemals bis zum Papst
> vorgelassen!
>
Ach, unser beider Geburtsorte sind nur 30 km Luftlinie voneinander entfernt
und wir waren auch an der gleichen Uni (er als Prof., ich als Student).
Ciao
Wolfram
--
Ernst ist das Leben, heiter kunnt's sei.
KARL VALENTIN
>>> Der Papst soll gef�lligst ein PVLVERIS HAVRITORIVM verwenden.
>>
>> Ich werd's ihm sagen.
>
> Du als bekennender Atheist wirst doch niemals bis zum Papst
> vorgelassen!
"Nicht die Gesunden bed�rfen des Arztes, sondern die Kranken" sagte mal
metaphorisch einer, nach dem der Papst sich einklich zu richten hat.
vG
--
"Das ist Gro�e Koalition: Die einen sagen, wir brauchen ein Auto; die
anderen sagen, wir brauchen ein Motorrad; was wird gekauft? Ein M�lleimer!
Gro�artig! Super!"
> Dieter Bruegmann wrote:
>
>>>> Der Papst soll gefälligst ein PVLVERIS HAVRITORIVM verwenden.
>>>
>>> Ich werd's ihm sagen.
>>
>> Du als bekennender Atheist wirst doch niemals bis zum Papst
>> vorgelassen!
>
> "Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken" sagte mal
> metaphorisch einer, nach dem der Papst sich einklich zu richten hat.
>
"Wir sind eine große Kirche, da ist Gott auch nur eine Einzelmeinung."
Bischof Meissner im Interview mit Jürgen Becker (das ist Interview ist
gefaked).
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, er möcht nicht in den Himmel kommen. Wenn er mal tot
ist, sagt er, seinetwegen, aber heut nicht.
> "Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken" sagte mal
> metaphorisch einer, nach dem der Papst sich einklich zu richten hat.
Das hat Franz Beckenbauer gesagt?
> Am Thu, 5 Nov 2009 19:15:36 +0100 schrieb Dieter Bruegmann:
>
>> Wolfram Heinrich (5.11.2009 18:44):
>>
>>> Am Thu, 5 Nov 2009 12:35:04 -0500 schrieb Oliver Cromm:
>>>
>>>> Der Papst soll gef�lligst ein PVLVERIS HAVRITORIVM verwenden.
>>>
>>> Ich werd's ihm sagen.
>>
>> Du als bekennender Atheist wirst doch niemals bis zum Papst
>> vorgelassen!
>>
> Ach, unser beider Geburtsorte sind nur 30 km Luftlinie voneinander entfernt
> und wir waren auch an der gleichen Uni (er als Prof., ich als Student).
Ihr beide seid aber inzwischen aus euren Geburtsorten und der Uni
herausgewachsen. Die Entfernung ist gr��er geworden.
Da Didi
--
Dieter Br�gmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de
Umwickeln Sie Ihre Gl�hbirnen doppelt mit Tesafilm.
So gibt es keine Scherbenexplosion, falls die Birne
aus irgendeinem Grund aus dem Gewinde fallen sollte.
>>>> Der Papst soll gefᅵlligst ein PVLVERIS HAVRITORIVM verwenden.
>>>
>>> Ich werd's ihm sagen.
>>
>> Du als bekennender Atheist wirst doch niemals bis zum Papst
>> vorgelassen!
>
> "Nicht die Gesunden bedᅵrfen des Arztes, sondern die Kranken" sagte mal
> metaphorisch einer, nach dem der Papst sich einklich zu richten hat.
Der vorige Papst bedurfte zum Schluᅵ ja etlicher ᅵrzte.
Da Didi
--
Dieter Brᅵgmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de
t 4,25ᅵ * Rosinante 77$ (-7,63%) * BERLIN: Polizei tut was! * Spamcop
95,56% (-98) * Verperlung 55$ (+29) * Amigo 3$ * Hodengrᅵber 79% (+39
> Wolfram Heinrich (6.11.2009 0:03):
>
>> Am Thu, 5 Nov 2009 19:15:36 +0100 schrieb Dieter Bruegmann:
>>
>>> Wolfram Heinrich (5.11.2009 18:44):
>>>
>>>> Am Thu, 5 Nov 2009 12:35:04 -0500 schrieb Oliver Cromm:
>>>>
>>>>> Der Papst soll gefälligst ein PVLVERIS HAVRITORIVM verwenden.
>>>>
>>>> Ich werd's ihm sagen.
>>>
>>> Du als bekennender Atheist wirst doch niemals bis zum Papst
>>> vorgelassen!
>>>
>> Ach, unser beider Geburtsorte sind nur 30 km Luftlinie voneinander entfernt
>> und wir waren auch an der gleichen Uni (er als Prof., ich als Student).
>
> Ihr beide seid aber inzwischen aus euren Geburtsorten und der Uni
> herausgewachsen. Die Entfernung ist größer geworden.
>
280 km. Aber dafür sind wir beide inzwischen Alte Säcke.
Ciao
Wolfram
--
Hoffnung ist Mangel an Information.
HEINER MÜLLER
> Der vorige Papst bedurfte zum Schluß ja etlicher Ärzte.
Der heutige auch. Er hat es nur noch nicht gemerkt.
> Wolfram Heinrich <i...@theodor-rieh.de> wrote:
> > Am Thu, 5 Nov 2009 19:15:36 +0100 schrieb Dieter Bruegmann:
>
> > > Wolfram Heinrich (5.11.2009 18:44):
>
> > >> Am Thu, 5 Nov 2009 12:35:04 -0500 schrieb Oliver Cromm:
>
> > >>> Der Papst soll gefälligst ein PVLVERIS HAVRITORIVM verwenden.
>
> > >> Ich werd's ihm sagen.
>
> > > Du als bekennender Atheist wirst doch niemals bis zum Papst
> > > vorgelassen!
>
> Wolfram läßt sich nur vom Ratzepapst persönlich zur Umkehr bewegen.
> (Muß man eigentlich, wenn man dreimal unter Weihrauch am Steuer erwischt
> wurde, auch zur MPU?)
Ich würde jemandem, der an sowas wie jungfräuliche Geburt
glaubt, nicht mal einen Führerschein geben.
> Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> wrote:
>
>> Am Thu, 5 Nov 2009 19:15:36 +0100 schrieb Dieter Bruegmann:
>>
>>> Wolfram Heinrich (5.11.2009 18:44):
>>>
>>>> Am Thu, 5 Nov 2009 12:35:04 -0500 schrieb Oliver Cromm:
>>>>
>>>>> Der Papst soll gefälligst ein PVLVERIS HAVRITORIVM verwenden.
>>>>
>>>> Ich werd's ihm sagen.
>>>
>>> Du als bekennender Atheist wirst doch niemals bis zum Papst
>>> vorgelassen!
>
> Wolfram läßt sich nur vom Ratzepapst persönlich zur Umkehr bewegen.
> (Muß man eigentlich, wenn man dreimal unter Weihrauch am Steuer erwischt
> wurde, auch zur MPU?)
Da Weihrauch THC enthält muß man schon beim ersten Mal zu MPU.
>> Ach, unser beider Geburtsorte
>> sind nur 30 km Luftlinie voneinander entfernt
>> und wir waren auch an der gleichen Uni (er als Prof., ich als Student).
>
> Gleichzeitig?
>
Die beiden Geburtsorte sind gleichzeitig 30 km entfernt. Unser beider
Geburtstag unterscheidet sich um einige, wenige Jahre, an der Uni
Regensburg waren wir in der Tat zur gleichen Zeit. Ich sehe ihn noch vor
mir, wie er mit Jünger rechts und Jünger links zur Mensa schritt.
Ciao
Wolfram
--
Die listige Rache an besseren Zielen ist die, daß man sie als erreicht
ausgibt.
ERNST BLOCH
Wieso na solls ausgerechnet sowas nicht geben?
Ciao
Wolfram
--
"Es sei, ich spei", sagte der Herr Graf und kotzte der Gräfin ins
Dekolleté.
>>> > Du als bekennender Atheist wirst doch niemals bis zum Papst
>>> > vorgelassen!
>>
>> Wolfram l��t sich nur vom Ratzepapst pers�nlich zur Umkehr bewegen.
>> (Mu� man eigentlich, wenn man dreimal unter Weihrauch am Steuer erwischt
>> wurde, auch zur MPU?)
>
> Ich w�rde jemandem, der an sowas wie jungfr�uliche Geburt
> glaubt, nicht mal einen F�hrerschein geben.
Bei auraler Zeugung gab's h�chstens einen Ri� im Trommelfell. Das z�hlt,
soweit ich wei�, nicht als Defloration.
vG
> Lothar Frings <da_l...@gmx.de> wrote:
>
>>>> > Du als bekennender Atheist wirst doch niemals bis zum Papst
>>>> > vorgelassen!
>>>
>>> Wolfram läßt sich nur vom Ratzepapst persönlich zur Umkehr bewegen.
>>> (Muß man eigentlich, wenn man dreimal unter Weihrauch am Steuer erwischt
>>> wurde, auch zur MPU?)
>>
>> Ich würde jemandem, der an sowas wie jungfräuliche Geburt
>> glaubt, nicht mal einen Führerschein geben.
>
> Bei auraler Zeugung gab's höchstens einen Riß im Trommelfell. Das zählt,
> soweit ich weiß, nicht als Defloration.
Zumindest schaut dort keiner nach, wenn er die Intaktheit der Virgo checken
will. Ganz schön raffiniert das.
Ciao
Wolfram
--
Weltschmerz / grün / ist die heide / blau / ist das meer / aber noch bläuer
/ jetzt / weiß ich nichts mehr
> * Wolfram Heinrich wrote:
>
>> Am Fri, 6 Nov 2009 17:05:11 +0100 schrieb Volker Gringmuth:
>>
>>> Bei auraler Zeugung gab's höchstens einen Riß im Trommelfell. Das zählt,
>>> soweit ich weiß, nicht als Defloration.
>>
>> Zumindest schaut dort keiner nach, wenn er die Intaktheit der Virgo checken
>> will. Ganz schön raffiniert das.
>
> Stimmt, um "Virgo" zu checken, würde ich den Blick auf die Ekliptik
> richten.
Ein Gentleman schaut nicht auf die Ekliptik.
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, er würd am Liebsten auf alles scheißen. Er kackt
aber, sagt er, meist daneben.
Und der Wolfram ist so erzkatholisch, das kann sich ein Christ kaum
leisten ;-)
Andreas
> Volker Gringmuth schrieb:
>> Dieter Bruegmann wrote:
>>
>>>>> Der Papst soll gefälligst ein PVLVERIS HAVRITORIVM verwenden.
>>>> Ich werd's ihm sagen.
>>> Du als bekennender Atheist wirst doch niemals bis zum Papst
>>> vorgelassen!
>>
>> "Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken" sagte mal
>> metaphorisch einer, nach dem der Papst sich einklich zu richten hat.
>
> Und der Wolfram ist so erzkatholisch, das kann sich ein Christ kaum
> leisten ;-)
>
Gegen mich war Alois Hundhammer Moslem.
Ciao
Wolfram
--
Ich bin schön, ich bin stark, ich bin weise, ich bin gut. Und ich habe das
alles selbst entdeckt!
STANISLAW JERZY LEC
> Da Weihrauch THC enthält muß man schon beim ersten Mal zu MPU.
Das erklärt, warum die meisten katholoschen Priester nach dem
Hochamt schon nach der dritten Flasche Meßwein geeicht sind.
mike
> Lothar Frings <da_l...@gmx.de> wrote:
>
>> Ich würde jemandem, der an sowas wie jungfräuliche Geburt
>> glaubt, nicht mal einen Führerschein geben.
>
> Bei auraler Zeugung gab's höchstens einen Riß im Trommelfell.
Unbedingt meiden: Blonde Babelfischmänner!
mike
Ich hatte schon mal einen katholischen Priester bei der MPU. Der bekannte
sich als trockener Alkoholiker.
F - Ob er denn auch jetzt noch als Priester Messen feiere?
A - Freilich tue er das.
F - Und trinke er da Meßwein oder alkoholfreien Traubensaft?
A - Natürlich trinke er Meßwein, anderes gehe das gar nicht.
Damit war das negative Gutachten unvermeidlich geworden. Ich weiß nicht,
wie der derzeitige Stand der kanonischen Wissenschaft ist, aber damals war
Meßwein unverzichtbar, anders würde der Zauber nicht funktionieren.
Ciao
Wolfram
--
Bevor du dich dran machst, die Welt zu verbessern, gehe dreimal durch dein
eigenes Haus.
CHINESISCHES SPRICHWORT
> Ich hatte schon mal einen katholischen Priester bei der MPU. Der bekannte
> sich als trockener Alkoholiker.
> F - Ob er denn auch jetzt noch als Priester Messen feiere?
> A - Freilich tue er das.
> F - Und trinke er da Meßwein oder alkoholfreien Traubensaft?
> A - Natürlich trinke er Meßwein, anderes gehe das gar nicht.
>
> Damit war das negative Gutachten unvermeidlich geworden. Ich weiß nicht,
> wie der derzeitige Stand der kanonischen Wissenschaft ist, aber damals war
> Meßwein unverzichtbar, anders würde derZaubernicht funktionieren.
Na ja, was ist schon ein Führerschein gegen das Seelenheil?
> A - Nat�rlich trinke er Me�wein, anderes gehe das gar nicht.
>
> Damit war das negative Gutachten unvermeidlich geworden.
Sachlich gemeinte Nachfrage: wieso das? Wenn er's jeweils
bei dem einen Becher bel��t? Oder ist das undenkbar[tm]?
vG
--
"Wir haben ein Rentensystem, wo die Besserverdiener prozentual weniger
einzahlen und bessere Leistungen haben, und die Schlechterverdiener
prozentual mehr einzahlen und schlechtere Leistungen haben. Jetzt versuchen
Sie mal, irgendeinem Menschen, dessen IQ �ber seiner K�rpertemperatur
liegt, zu erkl�ren, da� das sozial gerecht ist."
> Wolfram Heinrich wrote:
>
>> A - Natürlich trinke er Meßwein, anderes gehe das gar nicht.
>>
>> Damit war das negative Gutachten unvermeidlich geworden.
>
> Sachlich gemeinte Nachfrage: wieso das? Wenn er's jeweils
> bei dem einen Becher beläßt? Oder ist das undenkbar[tm]?
>
Na ja, denkbar ist viel und sogar machbar ist noch einiges. Der Mann hatte
sich selbst als Alkoholiker eingeschätzt und nach Befundlage konnte ich ihm
zustimmen. (Das ist nicht immer der Fall.) Alkoholikern empfiehlt man
dringend, nie wieder in ihrem Leben auch nur einen Tropfen Alkohol zu
trinken, also konsequent trocken zu bleiben, es werde bei wenig Alkohol
nicht bleiben. Für viele Kollegen ist das eine conditio sine qua non.
So dogmatisch, wie ich das mal gesehen habe, sehe ich das inzwischen nicht
mehr, das Leben ist vielfältiger. Allerdings würde ich auch heute noch
keinem Alkoholiker von mir aus nahelegen, die Abstinenz nicht so streng zu
sehen, die Verantwortung möchte ich mir nicht aufladen.
Alkoholiker, die mit dem Grund für ihr Saufen innerlich abgeschlossen
haben, können wieder zu mäßigem Konsum zurückfinden, allerdings ist das
nach meinen Kenntnissen nicht der Regelfall. Das Risiko für einen Rückfall
ist hoch, höher als bei Totalabstinenz.
Wenn einer von sich aus davon spricht, irgendwann wieder mit wenig Alkohol
anzufangen, dann rate ich ihm dringend, den Begriff "wenig" für sich zu
operationalisieren, das heißt er soll für sich festlegen, wo für ihn die
Obergrenze sein soll. Wenn er die überschreitet, auch nur einmal, dann soll
er schleunigst zum Therapeuten oder wieder in die Selbsthilfegruppe.
Was mir bei dem Priester im konkreten Fall gefehlt hatte, das war der
Umstand, daß er sich diese Gedanken zu einem möglichen Rückfall bislang
nicht gemacht hatte. Er sah in dem Meßwein kein Problem, das war sein
Problem. Ansonsten hätte ich ihm vielleicht ein positives Gutachten
schreiben können, wenn auch so was eine Heiden(!)arbeit gewesen wäre. Man
muß als MPU-Gutachter stets sehr sorgfältig und ungewöhnlich ausführlich
argumentieren, wenn man eine Entscheidung gegen die Herrschende Meinung
trifft. Gelegentlich habe ich mir den Luxus geleistet.
Ciao
Wolfram
--
In mir streiten sich / Die Begeisterung über den blühenden Apfelbaum / Und
das Entsetzen über die Reden des Anstreichers / Aber nur das zweite /
Drängt mich zum Schreibtisch.
BERTOLT BRECHT
Ach, Becher heiᅵt das jetzt?
Bei uns hieᅵ das immer Kelch.
Naja, zu Zeiten der Wegwerf-Gesellschaft...
Wolle
Es ist nicht der Regelfall, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen,
dass das mᅵglich ist, wenn man lernt, sich zu beherrschen. Ich bin von
10-15 Bier und frᅵherem Schnapskonsum jetzt auf 1-2 Bier und keinen
Schnaps tᅵglich runter, trinke gelegentlich auch mal einen Glᅵhwein
(anstatt Bier), und ich kann nicht sagen, dass ich deswegen haltlos
werde und weitersaufe.
Ich denke, dass der Priester, wenn er seine selbst gesetzte Grenze
einhᅵlt, auch echten Messwein trinken kann, sofern das auf die Liturgie
beschrᅵnkt bleibt. Es handelt sich ja da nicht um Unmengen.
> Wenn einer von sich aus davon spricht, irgendwann wieder mit wenig Alkohol
> anzufangen, dann rate ich ihm dringend, den Begriff "wenig" fᅵr sich zu
> operationalisieren, das heiᅵt er soll fᅵr sich festlegen, wo fᅵr ihn die
> Obergrenze sein soll. Wenn er die ᅵberschreitet, auch nur einmal, dann soll
> er schleunigst zum Therapeuten oder wieder in die Selbsthilfegruppe.
Das ist auch richtig. Das sollte derjenige tun oder den Kontakt zum
Therapeuten oder zur Selbsthilfegruppe von vornherein nicht verlieren.
Wolle
>Volker Gringmuth schrieb:
>> Sachlich gemeinte Nachfrage: wieso das? Wenn er's jeweils
>> bei dem einen Becher beläßt? Oder ist das undenkbar[tm]?
>
>Ach, Becher heißt das jetzt?
>Bei uns hieß das immer Kelch.
Aber der Kelch ist jetzt vorübergegangen.
Gruß Uwe
--
Wie spricht man denn das Leerzeichen mit Akut aus? "Hmp!" oder so?
vG o
L_
=== http://www.sicherheitslampe.de === OL
> Was mir bei dem Priester im konkreten Fall gefehlt hatte,
> das war der Umstand, daᅵ er sich diese Gedanken zu einem
> mᅵglichen Rᅵckfall bislang nicht gemacht hatte. Er sah in
> dem Meᅵwein kein Problem, das war sein Problem.
Ich vermute, Du warst einfach inkompetent! Das Problem war
nᅵmlich gar kein therapeutisches, sondern ein theologisches:
Der Priester trinkt von dem Messwein ja nicht VOR, sondern
NACH der Transsubstantiation.
;-) j/\a
--
Ich sehe das Problem darin, was mit dem Rest der Transsubstantiation
zu geschehen hat. Man darf ihn ja nicht einfach wegschütten.
(Ich habe gehört, es gebe eine Öffnung in die Erde, die den geweihten
Wein empfangen dürfe.)
Und hier noch etwas nicht auf Suchterzeugung Bezogenes:
In der katholischen Kirche nimmt jeder Gottesdienstbesucher zu Beginn
mit einer Gebäckzange eine Oblate und legt diese in ein dafür
bestimmtes Gefäß. So wird sichergestellt, daß nur so viel gewandelt
wird, wie nötig.
Gruß
Gunhild
>> Sachlich gemeinte Nachfrage: wieso das? Wenn er's jeweils
>> bei dem einen Becher bel��t? Oder ist das undenkbar[tm]?
>
> Ach, Becher hei�t das jetzt?
> Bei uns hie� das immer Kelch.
Ist dem Kontext geschuldet: Man kann zuviel bechern,
aber nicht zuviel kelchen.
vG
--
"Es geht um die letzten Reste menschlichen Anstandes in einer
�berflu�gesellschaft. Wenn einer 40 Stunden arbeitet und sich dabei M�he
gibt, soll er auch davon leben k�nnen. Da gibt es doch nichts zu
diskutieren! Entweder Sie sind f�r den Mindestlohn, oder Sie sind ein
Arschloch, fertig, aus!"
> Wolfram Teufel wrote:
>
>>> Sachlich gemeinte Nachfrage: wieso das? Wenn er's jeweils
>>> bei dem einen Becher beläßt? Oder ist das undenkbar[tm]?
>>
>> Ach, Becher heißt das jetzt?
>> Bei uns hieß das immer Kelch.
>
> Ist dem Kontext geschuldet: Man kann zuviel bechern,
> aber nicht zuviel kelchen.
>
Sei da vorsichtig. Schwejk wollte sich seinerzeit mit seinem Kumpel um 6
Uhr nach dem Krieg treffen, und zwar im Lokal "U kalichu", das heißt "Zum
Kelch".
Ich glaube nicht, daß sie dort eine Messe feiern wollten.
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, wenn träge und faule Leute wie er an der Regierung
wären, gings auch in den Abgrund. Aber, sagt er, halt nicht so schnell.
Darum sagt man bekanntlich auch "Messbecher".
Gruss
Walter
>> Sei da vorsichtig. Schwejk wollte sich seinerzeit mit seinem Kumpel um 6
>> Uhr nach dem Krieg treffen, und zwar im Lokal "U kalichu", das hei�t "Zum
>> Kelch".
>> Ich glaube nicht, da� sie dort eine Messe feiern wollten.
>
> Darum sagt man bekanntlich auch "Messbecher".
Eine solche Assoziation verbietet sich nat�rlich dem bundesdeutschen
Reformgegner. *g*
Ciao
Toscha
--
Let there be rock
[AC/DC]
WWG. Ich wusste gar nicht, dass "Messbecher" eine ausschliesslich
protestantische Angelegenheit ist.
http://www.extrasafe.de/blog/archives/27-Diebe-machen-auch-vor-Kirche-keinen-Halt.html
Gruss
Walter
>>>> Ich glaube nicht, da� sie dort eine Messe feiern wollten.
>>> Darum sagt man bekanntlich auch "Messbecher".
>>
>> Eine solche Assoziation verbietet sich nat�rlich dem bundesdeutschen
>> Reformgegner. *g*
>
> WWG. Ich wusste gar nicht, dass "Messbecher" eine ausschliesslich
> protestantische Angelegenheit ist.
Es gab in den letzten 500 Jahren in Deutschland bzw. dem deutschen
Sprachraum zwei die Bev�lkerung massiv verst�rende Reformen. Von der
�lteren haben sich die meisten mittlerweile erholt, die Wunden der
j�ngeren werden wohl noch mehrere Jahrzehnte (mindestens) schw�ren.
Ciao
Toscha
--
Life's a road, not a destination.
> In der katholischen Kirche nimmt jeder Gottesdienstbesucher zu Beginn
> mit einer Geb�ckzange eine Oblate und legt diese in ein daf�r
> bestimmtes Gef��. So wird sichergestellt, da� nur so viel gewandelt
> wird, wie n�tig.
Wo ist das so (Land, Region, ...)?
Das ist in der St. Elisabeth-Kirche in Hamburg, Oberstraße, so.
Ich bin Protestantin. Als ich jedoch zusammen mit einem Freunnd, der
Katholik ist, die Messe besuchte, war ihm dieser Brauch offenbar so
vertraut, daß ich daraus auf allgemeine Üblichkeit schloß.
Gruß
Gunhild
> On 8 Nov., 15:11, Andreas Scharrer <stol...@voll-verreckt.de> wrote:
>>
>> > In der katholischen Kirche nimmt jeder Gottesdienstbesucher zu Beginn
>> > mit einer Geb�ckzange eine Oblate und legt diese in ein daf�r
>> > bestimmtes Gef��.
>>
>> Wo ist das so (Land, Region, ...)?
>
> Das ist in der St. Elisabeth-Kirche in Hamburg, Oberstra�e, so.
Aha. Du siehst mich erstaunt. Zumindest im S�den Deutschlands
gibt es f�r geweihte Oblaten den/das (desd!) Tabernakel.
> Wolfram Heinrich schrieb:
>> Alkoholiker, die mit dem Grund für ihr Saufen innerlich abgeschlossen
>> haben, können wieder zu mäßigem Konsum zurückfinden, allerdings ist das
>> nach meinen Kenntnissen nicht der Regelfall. Das Risiko für einen Rückfall
>> ist hoch, höher als bei Totalabstinenz.
>
> Es ist nicht der Regelfall, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen,
> dass das möglich ist, wenn man lernt, sich zu beherrschen.
Ich tät mal frech sagen: Solange man sich beherrschen muß, ist man noch
nicht drüber. Das Ziel wäre zufriedene Abstinenz, bzw. in diesem Fall
zufriedene Mäßigung. Sprich: Saufen juckt nicht mehr.
> Ich denke, dass der Priester, wenn er seine selbst gesetzte Grenze
> einhält, auch echten Messwein trinken kann, sofern das auf die Liturgie
> beschränkt bleibt. Es handelt sich ja da nicht um Unmengen.
>
Das ist richtig. Wenn er mir ein entsprechendes Problembewußtsein
rübergebracht hätte, hätte man drüber reden können, evtl. auch über ein
positives Gutachten.
Ciao
Wolfram
--
Auf der Kaiserpfalz nachts und halb zwei, / Ob du Herzog bist oder Lakai, /
Langeweilst du dich / Ja ganz fürchterlich / Auf der Kaiserpfalz nachts um
halb zwei.
> Am 08.11.2009, 07:18 Uhr, schrieb Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de>:
>
>> Was mir bei dem Priester im konkreten Fall gefehlt hatte,
>> das war der Umstand, daß er sich diese Gedanken zu einem
>> möglichen Rückfall bislang nicht gemacht hatte. Er sah in
>> dem Meßwein kein Problem, das war sein Problem.
>
> Ich vermute, Du warst einfach inkompetent! Das Problem war
> nämlich gar kein therapeutisches, sondern ein theologisches:
> Der Priester trinkt von dem Messwein ja nicht VOR, sondern
> NACH der Transsubstantiation.
>
Wenn aber, wie zu vermuten steht, das Blut Christi stark alkoholhaltig ist?
Ciao
Wolfram
--
A: Du weißt offensichtlich nicht, wovon Du sprichst.
B: Was glaubst du, warum ich diskutiere? Wenn ich irgendwann einmal weiß,
wovon ich spreche, dann höre ich auf zu sprechen, das verspreche ich dir.
> On 8 Nov., 11:29, "Jakob Achterndiek" <achternd...@buzemann.net>
> wrote:
>> Am 08.11.2009, 07:18 Uhr, schrieb Wolfram Heinrich <i...@theodor-rieh.de>:
>> ...
>>> Er sah in ...
>>> dem Meßwein kein Problem, das war sein Problem.
>>
>> Ich vermute, Du warst einfach inkompetent! Das Problem war
>> nämlich gar kein therapeutisches, sondern ein theologisches:
>> Der Priester trinkt von dem Messwein ja nicht VOR, sondern
>> NACH der Transsubstantiation.
>
> Ich sehe das Problem darin, was mit dem Rest der Transsubstantiation
> zu geschehen hat. Man darf ihn ja nicht einfach wegschütten.
Sowas kippt ein ordentlicher Pfarrer locker weg.
> (Ich habe gehört, es gebe eine Öffnung in die Erde, die den geweihten
> Wein empfangen dürfe.)
>
Die Entsorgung von Konsekriertem ist manchmal ein echtes Problem.
http://freenet-homepage.de/theo.rieh/Hostienproblem.pdf
Ciao
Wolfram
P. S.: Die Sig ist - wie immer - Zufall.
--
Vertrauen heißt, an etwas glauben, obwohl man weiß, daß es nicht wahr ist.
CELIA FREMLIN
>
> Aha. Du siehst mich erstaunt. Zumindest im Süden Deutschlands
> gibt es für geweihte Oblaten den/das (desd!) Tabernakel.
Gibt es da einen Widerspruch?
Ich hatte es so gedeutet:
Die ungeweihten Oblaten stehen im Gang der Kirche für die Ankommenden
bereit.
Die Menge der umgeschichteten Oblaten, die der Anzahl der
Tischgemeinde entspricht, wird im Abendmahlsritus oder -kult (ich weiß
den exakten theolgischen Begriff nicht) geweiht, gewandelt, oder wie
ich von Jakob erfuhr, transsubtantiiert.
Das, in der kath. Kirche auch der, Tabernakel ist offenbar ein mir
nicht vertrauter Gegenstand, vor dem die Gläubigen im Passieren kurz
in die Kniee sinken. Es ist ein tragbares Gehäuse, in dem die geweihte
Hostie aufbewahrt und zum Altar befördert wird. Damit habe ich mich
nicht so recht befaßt.
In der protestantischen Kirche stehen die Zutaten zugedeckt auf dem
Altar und werden mit einer besonderen Liturgie geweiht - ich weiß aber
nicht, ob das Wort so in der protestantischen Kirche korrekt verwendet
ist. (Da sind ja zuständige Theologen an Bord.)
Gruß
Gunhild
> >>> Sachlich gemeinte Nachfrage: wieso das? Wenn er's jeweils
> >>> bei dem einen Becher beläßt? Oder ist das undenkbar[tm]?
>
> >> Ach, Becher heißt das jetzt?
> >> Bei uns hieß das immer Kelch.
>
> > Ist dem Kontext geschuldet: Man kann zuviel bechern,
> > aber nicht zuviel kelchen.
>
> Sei da vorsichtig. Schwejk wollte sich seinerzeit mit seinem Kumpel um 6
> Uhr nach dem Krieg treffen, und zwar im Lokal "U kalichu", das heißt "Zum
> Kelch".
> Ich glaube nicht, daß sie dort eine Messe feiern wollten.
Ich war da mal drin und stellte fest, daß der Laden ein bevorzugtes
Ziel österr. Touristen war: An einer Wand hing (weiß nich, wie's heute
dorten aussieht) ein riesiges Bild, darstellend Franz Joseph - FR
> On 8 Nov., 17:13, Andreas Scharrer <stol...@voll-verreckt.de> wrote:
>> Aha. Du siehst mich erstaunt. Zumindest im S�den Deutschlands
>> gibt es f�r geweihte Oblaten den/das (desd!) Tabernakel.
>
> Gibt es da einen Widerspruch?
Gewandelte Oblaten soll man nicht leichtfertig handhaben,
sagt die kath. Kirche.
> Ich hatte es so gedeutet:
> Die ungeweihten Oblaten stehen im Gang der Kirche f�r die Ankommenden
> bereit.
Habe ich noch nie gesehen.
> Das, in der kath. Kirche auch der, Tabernakel ist offenbar ein mir
> nicht vertrauter Gegenstand, vor dem die Gl�ubigen im Passieren kurz
> in die Kniee sinken.
Weil darin die Hostien aufbewahrt werden, die nach der Wandlung nicht
an die Gl�ubigen ausgegeben werden konnten.
Weite Kreise derer, die sich mit Entzugstherapien beschᅵftigen,
gehen davon aus, dass es jemandem, der wirklich abhᅵngig ist,
nicht mᅵglich ist, sich zu beherrschen (jedenfalls nicht dauerhaft).
Im Rᅵckschluss: wer sein Alkoholproblem mit Willenskraft in
den Griff bekommt, ist nicht wirklich sᅵchtig.
Ich kenne Leute, fᅵr die diese Definition aber nicht zutrifft.
Scheint aber bei den meisten so zu sein. Sonst kᅵnnte z.B. nicht
das zufᅵllige Riechen von Hustentropfen einen Rᅵckfall verursachen.
chr
>In der katholischen Kirche nimmt jeder Gottesdienstbesucher zu Beginn
>mit einer Geb�ckzange eine Oblate und legt diese in ein daf�r
>bestimmtes Gef��. So wird sichergestellt, da� nur so viel gewandelt
>wird, wie n�tig.
Weil aber nie alle Gottesdienstbesucher eine Hostie umlegen,
sind immer etwas mehr in der Wandlung, als umgelegt werden.
Und au�erdem braucht der Pfarrer die gewandelten Hostien
wochentags f�r die Wortgottesdienste, die aus Zeitgr�nden
ohne Wandlung auskommen m�ssen (oder f�r Versehg�nge).
chr
> Das, in der kath. Kirche auch der, Tabernakel ist offenbar ein mir
> nicht vertrauter Gegenstand, vor dem die Gl�ubigen im Passieren kurz
> in die Kniee sinken. Es ist ein tragbares Geh�use, in dem die geweihte
> Hostie aufbewahrt und zum Altar bef�rdert wird. Damit habe ich mich
> nicht so recht befa�t.
Die Hostie und der Wein wandeln sich w�hrend der Liturgie in Leib und
Blut Christi. Dies geschieht quasi automatisch, indem der Priester kraft
seiner ihm vom Herrn selbst durch die Vermittlung der ununterbrochenen
Kette der apostolischen Nachfolge verliehenen Vollmacht die Liturgie
korrekt vollzieht. Brot und Wein behalten also ihre �u�eren
Eigenschaften, die sogenannten Akzidentien, aber sie sind ihrem Wesen
nach nicht mehr Nahrungsmittel, sondern eben Blut und Leib Christi. Da
eine R�ckverwandlung nicht mehr stattfindet, sind sie dies von Stund an
f�r immer, es gibt keine andere m�gliche Verwendung mehr als den Genu�
durch die Gl�ubigen, alles andere w�re unchristlicher Umgang. Daher
achtet man darauf, nur soviel Me�wein zu verwenden, wie der Priester
selbst w�hrend der Handlung verbraucht. Der Brauch mit den Hostien
k�nnte analog sein, ich kenne ihn nicht aus der katholischen Tradition.
Wenn indessen trotzdem Hostien �brig bleiben, kann man sie -- da geweiht
-- nicht einfach wegtun oder in die Schachtel zur�cklegen. Sie werden
dann f�r den n�chsten Gottesdienst (den zum Beispiel auch ein Diakon
halten kann) aufbewahrt und zwar im Tabernakel. Da dort also das
Allerheiligste liegt, wird dieser Schrank von den Gl�ubigen mit
besonderem Respekt behandelt. Die geweihte Hostie kann z.B. zur
Krankeneucharistie mitgenommen oder auch bei Prozessionen
mitgef�hrt werden.
> In der protestantischen Kirche stehen die Zutaten zugedeckt auf dem
^^^^^^^
Elemente
> Altar und werden mit einer besonderen Liturgie geweiht - ich wei� aber
> nicht, ob das Wort so in der protestantischen Kirche korrekt verwendet
> ist. (Da sind ja zust�ndige Theologen an Bord.)
Sie werden nat�rlich nicht geweiht, da die reformatorischen Kirchen
keine Priester im Sinne der kath. Kirche haben, die solches tun k�nnten.
Die Elemente bleiben was sie sind. Es wird allerdings an die Worte und
die Verhei�ung des Herrn erinnert. Was dann geschieht, ist in den
Kirchen der Reformation umstritten: Die Lutheraner sagen, da� die Zusage
Jesu "dies ist mein Leib/Blut" hinreicht, damit wir glauben d�rfen, da�
der Herr selbst in Brot und Wein ist, wir ihn also "mit unseren Z�hnen
zermalmen", wie dies ontologisch geschieht, ist Luther und den
Lutheranern letztlich gleichg�ltig: Christus ist allgegenw�rtig, also
auch in Brot und Wein, wie er uns zugesagt hat, fertig. Daraus
resultiert wiederum ein Problem, das die fr�he Reformation stark
besch�ftigt hat: Wenn diese Realpr�senz gleichsam automatisch zu fassen
ist, was ist dann, wenn der Pfarrer die Feier unw�rdig vollzieht oder
einer im Unglauben die Elemente verzehrt. Lutherische Antwort (Bucer und
andere sahen das anders): Das ist egal, Christus spricht, es ist mein
Leib, also ist er das auch, fertig. "Wer's unw�rdig isset, ist sich zum
Gericht".
Deutlich anders argumentiert die reformierte Tradition zum Beispiel in
der Schweiz: Sie sagen, da� eine solche Realpr�senz eine philosophische
Unm�glichkeit ist, wenn weder eine Wandlung der Substanz erfolgt noch
Bedingungen f�r die jeweiligen Zust�nde gegeben werden k�nnen. Also
seien die Worte Christi als symbolisch zu deuten, denn er spricht: "Dies
tut zu meinem Ged�chtnis". Die Handlung als solche hat also ihre
Dignit�t darin, dass die Gl�ubigen sich im Vertrauen auf die Verhei�ung
versammeln und das nachahmen, was der Irdische vorgelebt hat. In der
Vergegenw�rtigung geschieht dann das, was verhei�en ist. Damit l�st man
nat�rlich das Problem der unw�rdigen Kommunikanten, indem man es ganz
auf das reduziert, was verk�ndigt wird. Man handelt sich aber zwei
ontologische Probleme ein: Wie kann ein rein innerweltliche Substanz
transzendente Konsequenzen haben, und wie kann es sein, dass die
menschliche Natur Christi im Abendmahl an verschiedenen Orten pr�sent
ist, wo sie doch als menschlich nicht omnipr�sent ist und au�erdem im
Himmel sitzt. Antwort: Die Transzendenz wird durch den Hlg. Geist
gewirkt, den uns der Herr ebenfalls verhei�en hat, und den wir nur im
Glauben annehmen k�nnen. Christus ist kraft seiner g�ttlichen Natur
omnipr�sent, also auch in Brot und Wein, nicht jedoch nach seiner
menschlichen. Wir zermalmen ihn folglich auch nicht.
Diese innerprotestantischen Differenzen sind seit der Leuenberger
Konkordie (1973) ausger�umt, die Differenz zum r�mischen Katholizismus
besteht bis heute und hat entscheidet mit dem Amtsverst�ndnis zu tun.
Gru�
Frank
Wenn die Grᅵnde fᅵr das Alkoholproblem nicht mehr vorliegen, dann kommt
man auch wieder auf ein normales Level. Mᅵglicherweise kann man dann
nicht als sᅵchtig bezeichnen. Aber mir ist das wurscht, wie man das
nennt - ich habe frᅵher ganz schᅵn reingeleuchtet und komme heute wieder
mit wenig oder gar nichts aus.
Wolle
>> Das, in der kath. Kirche auch der, Tabernakel ist offenbar ein mir
>> nicht vertrauter Gegenstand, vor dem die Gl�ubigen im Passieren kurz
>> in die Kniee sinken.
>
> Weil darin die Hostien aufbewahrt werden, die nach der Wandlung nicht
> an die Gl�ubigen ausgegeben werden konnten.
Was die Frage provoziert, was geschieht, wenn darin kein Platz mehr f�r
weitere K�rperteile ist.
vG
--
"Sollen wir ein Volk von Kleinwagenfahrern werden? Nat�rlich nicht! Wenn der
Deutsche die Wahl hat, mit einem kleinen Auto �ber einen intakten Planeten
zu zockeln oder mit einem gro�en Gel�ndewagen �ber einen verw�steten
Planeten zu brettern - da wei� der Deutsche doch, was er will!"
> Wenn aber, wie zu vermuten steht, das Blut Christi stark alkoholhaltig
> ist?
Mit wieviel Promille wurde der denn geblitzt? Und jetzt sag keiner 115.
> Wolfram Heinrich wrote:
>
>> Wenn aber, wie zu vermuten steht, das Blut Christi stark alkoholhaltig
>> ist?
>
> Mit wieviel Promille wurde der denn geblitzt? Und jetzt sag keiner 115.
>
Alkohol am Prophetenstab war damals nicht strafbar.
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, wenn man ihn damals Helmut getauft hätt, dann hieß er
jetzt Kohl, sagt er, und nicht Vranitzky.
> Am Sun, 08 Nov 2009 19:37:12 +0100 schrieb Volker Gringmuth:
>> Wolfram Heinrich wrote:
>>
>>> Wenn aber, wie zu vermuten steht, das Blut Christi stark
>>> alkoholhaltig ist?
>>
>> Mit wieviel Promille wurde der denn geblitzt? Und jetzt sag
>> keiner 115.
>>
> Alkohol am Prophetenstab war damals nicht strafbar.
Weil's damals nur der Desinfektion diente? ;^)
mike
Das war vor der Erfindung des Brannteweins (in Salerno übrigens, durch
einen spanischen, sprich muselmanischen Studenten) noch nicht so wild mit
der Desinfektion. Das hat wohl mehr dazu gedient, die Infektion nicht mehr
so ernst zu nehmen wie sie war.
Ciao
Wolfram
--
Wenn die Worte nicht stimmen, stimmen die Begriffe nicht. Wenn die Begriffe
nicht stimmen, wird die Vernunft verwirrt. Wenn die Vernunft verwirrt ist,
gerät das Volk in Unruhe. Wenn das Volk unruhig wird, gerät die
Gesellschaft in Unordnung. Wenn die Gesellschaft in Unordnung gerät, ist
der Staat in Gefahr.
KONFUZIUS
> On 8 Nov., 11:29, "Jakob Achterndiek" <achternd...@buzemann.net>
> wrote:
>> Am 08.11.2009, 07:18 Uhr, schrieb Wolfram Heinrich
>> <i...@theodor-rieh.de>:
>> ...
>> > Er sah in ...
>> > dem Meßwein kein Problem, das war sein Problem.
>>
>> Ich vermute, Du warst einfach inkompetent! Das Problem war
>> nämlich gar kein therapeutisches, sondern ein theologisches:
>> Der Priester trinkt von dem Messwein ja nicht VOR, sondern
>> NACH der Transsubstantiation.
>
> Ich sehe das Problem darin, was mit dem Rest der
> Transsubstantiation zu geschehen hat. Man darf ihn ja nicht
> einfach wegschütten. (Ich habe gehört, es gebe eine Öffnung in
> die Erde, die den geweihten Wein empfangen dürfe.)
Wenn's wirklich "Rest" gibt, dann ist das meist vom Priester so
gewollt -- zu Ehren und zugunsten der teil-nehmenden Meßdiener.
Überschüssiger "Transsubstantiationsliquor" ist das Äquivalent
zu Kalter Fusion und ultravioletten Schimmelpilzen. :-)
> Und hier noch etwas nicht auf Suchterzeugung Bezogenes:
>
> In der katholischen Kirche nimmt jeder Gottesdienstbesucher zu
> Beginn mit einer Gebäckzange eine Oblate und legt diese in ein
> dafür bestimmtes Gefäß. So wird sichergestellt, daß nur so viel
> gewandelt wird, wie nötig.
Obwohl ich das tatsächlich auch schon ein- oder zweimal erlebt
habe (lange her!), ist das kein allgemeiner katholischer Brauch,
und unter hygienischen Aspekten auch nicht empfe_lenswert. Im
Allgemeinen wird vor dem Hochamt überschlagen, wieviele Schafe
gefüttert werden müssen, und die entsprechende Menge aufgelegt.
Sollte das nicht reichen, wird Nachschub an vorgeweihten Hostien
aus dem Tabernakel besorgt, in dem auch eventueller Überschuß
wieder verschwindet. Neigt sich der Tabernakelbestand dem Ende
zu, wird beim Zelebrieren des nächsten Hochamtes einfach ein
Pfund Hostien mehr geweiht als aktuell benötigt, danach: s.o.
Ob Tabernakel denselben gesetzlichen Hygienevorschriften wie
Schlachthöfe und Metzgereien unterliegen, entzieht sich leider
meiner Kenntnis. Vielleicht weiß hier ja jemand was Genaues?
mike
> > Weil's damals nur der Desinfektion diente? ;^)
>
> Das war vor der Erfindung des Brannteweins (in Salerno übrigens, durch
> einen spanischen, sprich muselmanischen Studenten)
Hinnerk neigt zur Verbreitung nicht nachprüfbarer Latrinenparolen - FR
> Am Sun, 08 Nov 2009 22:19:58 +0100 schrieb Michael Schumacher:
>> Wolfram Heinrich wrote:
>>> Am Sun, 08 Nov 2009 19:37:12 +0100 schrieb Volker Gringmuth:
>>>> Wolfram Heinrich wrote:
>>>>
>>>>> Wenn aber, wie zu vermuten steht, das Blut Christi stark
>>>>> alkoholhaltig ist?
>>>>
>>>> Mit wieviel Promille wurde der denn geblitzt? Und jetzt sag
>>>> keiner 115.
>>>>
>>> Alkohol am Prophetenstab war damals nicht strafbar.
>>
>> Weil's damals nur der Desinfektion diente? ;^)
>>
> Das war vor der Erfindung des Brannteweins (in Salerno übrigens,
> durch einen spanischen, sprich muselmanischen Studenten) noch
> nicht so wild mit der Desinfektion. Das hat wohl mehr dazu
> gedient, die Infektion nicht mehr so ernst zu nehmen wie sie war.
Das erklärt die Herkunft der auch heute noch beliebten Tradition,
die Stäbchenerreger einfach wegzublasen.
mike
> Andreas Scharrer wrote:
[Tabernakel]
>> [...]darin die Hostien aufbewahrt werden, die nach der Wandlung
>> nicht an die Gläubigen ausgegeben werden konnten.
>
> Was die Frage provoziert, was geschieht, wenn darin kein Platz
> mehr für weitere Körperteile ist.
"Outhosting"?
mike
> Neigt sich der
> Tabernakelbestand dem Ende zu, wird beim Zelebrieren des nļæ½chsten
> Hochamtes einfach ein Pfund Hostien mehr geweiht als aktuell benļæ½tigt
Die kļæ½nnten sich auch mal eine Mikroweihe anschaffen.
Jļæ½rn
> On Sun, 08 Nov 2009 23:07:55 +0100, Michael Schumacher wrote:
>
>> Neigt sich der Tabernakelbestand dem Ende zu, wird beim
>> Zelebrieren des nächsten Hochamtes einfach ein Pfund Hostien
>> mehr geweiht als aktuell benötigt
>
> Die könnten sich auch mal eine Mikroweihe anschaffen.
Um Gottes Willen: bloß nicht! Stell Dir doch nur mal vor, nach
einer Microweihe hinge am Leib Christi noch ein halber Matze!
Ich sehe schon die Schlagzeilen der Boulevardpresse vor meinem
geistigen Auge:
- "Jesus und Matthias -- eine verhängnisvolle Affäre!"
(Bold-Zeitung)
- "Jesus Christ Confesses: Mathew Is My Better Half!"
(The Sin)
- "Jesus Follows House, MD: I'm In Love With No. 13!"
(GAY Today)
Und zum Schluß muß mal wieder die halbe Bibel umgeschrieben werden!
Nix für ungut, Jörn, aber manchmal hast Du echt komische Ideen...
mike
> Am Fri, 6 Nov 2009 17:53:13 -0500 schrieb Oliver Cromm:
>
> > * Wolfram Heinrich wrote:
>
> >> Am Fri, 6 Nov 2009 17:05:11 +0100 schrieb Volker Gringmuth:
>
> >>> Bei auraler Zeugung gab's höchstens einen Riß im Trommelfell. Das zählt,
> >>> soweit ich weiß, nicht als Defloration.
>
> >> Zumindest schaut dort keiner nach, wenn er die Intaktheit der Virgo checken
> >> will. Ganz schön raffiniert das.
>
> > Stimmt, um "Virgo" zu checken, würde ich den Blick auf die Ekliptik
> > richten.
>
> Ein Gentleman schaut nicht auf die Ekliptik.
Hier geht es ja auch eher um die Venus.
> Weite Kreise derer, die sich mit Entzugstherapien beschäftigen,
> gehen davon aus, dass es jemandem, der wirklich abhängig ist,
> nicht möglich ist, sich zu beherrschen (jedenfalls nicht dauerhaft).
> Im Rückschluss: wer sein Alkoholproblem mit Willenskraft in
> den Griff bekommt, ist nicht wirklich süchtig.
Sie setzen "sich nicht beherrschen können" mit
"süchtig" gleich. Ist natürlich völlig beliebig.
> Ich vermute, Du warst einfach inkompetent! Das Problem war
> nämlich gar kein therapeutisches, sondern ein theologisches:
> Der Priester trinkt von dem Messwein ja nicht VOR, sondern
> NACH der Transsubstantiation.
Eben - wenn wir davon ausgehen, daß Jesus
kein Alkoholiker ist, kann man sein Blut
bedenkenlos trinken. Und hinterher sogar noch fahren.
Bei der Venus schaut ein Gentleman erst recht nicht auf die Ekliptik.
Zumindest nicht auffällig.
Ciao
Wolfram
--
Wer einen Sumpf trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen.
GEORG SCHRAMM
> WWG. Ich wusste gar nicht, dass "Messbecher" eine ausschliesslich
> protestantische Angelegenheit ist.
Ach, und was nehmen die Katholiken beim Kuchenbacken?
--
die pfaffen mit ihren platten,
die m�nch mit ihren gugeln schon
bergreihen 26 ndr.