Nun wurde ich beschieden, daß "gehen" Schrittempo bedeutet, "laufen"
in etwa
Joggingtempo und "rennen" "so schnell es geht" - letzteres hätte ich
allerdings auch so gesehen.
Und wie sehen das die anderen?
Ist vermutlich regional. Ich (sächsische und berliner Wurzeln) kenne es
so wie du, meine Freundin (Hamburgerin) meint mit laufen auch rennen.
daniel.
--
NEU: daniel. ist momentan auf Wohnungssuche: 2-3R.-Whg., max. 500 €
warm, möglichst Friedrichshain, Bezug ab 1. November
Nimm eine fremde Hand und geh ins Unbekannte.
Für *laufen* sehe ich es einmal wie Du (Der Kleine...),
dann aber auch ganz im Wortsinne: Ich laufe heute die 5.000 m für das
Sportabzeichen.
Das ist sicher eine andere Bedeutung als beim Joggen.
MfG aus Kiel
Dieter
Hier in Wien und Umgebung:
'Gehen' ist normales Tempo und mit einem Bein immer am Boden.
'Laufen' ist ausschließlich sportliches rasches Bewegen!
Die Verwendung anstatt 'gehen' kennzeichnet den Sprecher als Nord-
menschen ...
'Rennen' ist umgangssprachlich für alle raschen Fortbewegungen.
--
_____ _ _ mailto: halbritter at acornusers.org
|__ __|| | | | "Die Politik beruht darauf, daß man den Depperten
| | | |_| | nicht sagt, daß sie deppert sind, weil sie einen
| | | _ | sonst nicht wählen würden." (Georg A. Siegl)
|_|a |_| |_|a
Für mich (Pfälzer) gilt dasselbe: gehen und laufen ist synonym.
mawa
--
Alle sind sie mit ihrer Figur unzufrieden. Alle finden sie ihren Hintern zu
ausladend, ihre Brüste zu klein, ihre Schenkel und Fesseln zu dick. [...] Sogar
Frauen, die so schön sind, dass man sich nicht vorstellen kann, sie hätten in
der Beziehung irgendwelche Sorgen, /machen/ sich unentwegt Sorgen. -- E. Jong
Offenbar ist das wirklich regional unterschiedlich.
Mir, als Rheinländer, ist sowohl die synonyme Verwendung von gehen und
laufen geläufig,
aber in einem anderen Kontext kann laufen auch schnells Fortbewegen sein.
Synonym: "Willst Du dahin fahren oder laufen?"
Aber auch: "Ich bin nicht gegangen, ich bin gleaufen."
[gehen - laufen - rennen]
Es kommt, wie bei so vielem, auf den Kontext an.
Ich gehe nach Amerika - aber mitnichten zu Fuß.
Das Fass läuft über - aber mitnichten zu Fuß.
Aber mal zur menschlichen Fortbewegung mit eigenen Mitteln:
Ich gehe zu Aldi, Bier holen - hier steht nicht irgendeine
Geschwindigkeit im Mittelpunkt, sondern das Ziel. Ich könnte
auch zu Aldi rennen, aber die Regel ist das nicht.
Ich laufe zu /Aldi/ - das ist annähernd synonym.
Ich /laufe/ zu Aldi - das MUSEN nicht, Betonung auf Eile.
In bestimmten Situationen - etwa bei der sportlichen
Betätigung - scheint es eine Art Konsens zu geben, dass
gehen, laufen und rennen abgestufte Intensitäten sind.
Gehen i. e. S. im Sport ist wieder etwas anderes und hat
mit "natürlicher" Fortbewegung gar nichts zu tun.
Zusammenfassung (MUSEN):
gehen: *entweder* fortbewegen allgemein (wie auch immer)
*oder* funktionstüchtig [1] sein (die Uhr geht wieder)
*oder* ohne Eile zu Fuß gehen
laufen: *entweder* fortbewegen allgemein (wie auch immer)
*oder* in Betrieb sein (der Fernseher läuft)
*oder* zu Fuß gehen mit oder ohne Eile (Kontext)
rennen: *immer* schnell fortbewegen (auch zu Fuß)
Dazu kommt noch:
wandern: *entweder* fortbewegen allgemein (wie auch immer)
*oder* ohne Eile zu Fuß gehen [2]
[1] ggf. eingeschränkt funktionstüchtig (die Uhr geht vor)
[2] Der Weg ist das Ziel (gilt nur hier, nicht bei gehen)
Matthias
--
__________________________________________________________
NewsGroups individuell filtern mit http://www.NewsSIEVE.de
Beispiel: Fährst Du zum Bahnhof oder läufst Du ?
Die Geschwindigkeit der Fortbewegung ist dem Fragenden nicht wichtig er
möchte nur wissen, ob ein Fahrzeug benutzt wird oder nicht. Laufen kann
rennen oder gehen sein (je nachdem wieviel Zeit noch ist bis der Zug
abfährt).
Im Sport ist beim Lauf auch nur die Fortbewegung "zu Fuss" gemeint. Beim
Marathon-Lauf beispielsweise steht es den "Läufern" durchaus frei
zwischendurch auch mal eine Gehpause einzulegen.
GA
> Lothar Frings schrieb:
>
> [gehen - laufen - rennen]
>
> Es kommt, wie bei so vielem, auf den Kontext an.
Genau, und das gilt wohl für alle Sprachregionen.
>
> Ich gehe nach Amerika - aber mitnichten zu Fuß.
> Das Fass läuft über - aber mitnichten zu Fuß.
Wenn die Sache so weiterläuft, geht's mir über die Hutschnur.
Hier geht's rund. Aber: Der Motor läuft rund.
>
> Aber mal zur menschlichen Fortbewegung mit eigenen Mitteln:
>
> Ich gehe zu Aldi, Bier holen - hier steht nicht irgendeine
> Geschwindigkeit im Mittelpunkt, sondern das Ziel. Ich könnte
> auch zu Aldi rennen, aber die Regel ist das nicht.
>
> Ich laufe zu /Aldi/ - das ist annähernd synonym.
Aber würde man das sagen?
> Ich /laufe/ zu Aldi - das MUSEN nicht, Betonung auf Eile.
Vergleiche: Ich muß noch einkaufen gehen.
Mit: Ich lauf mal eben zum Bäcker.
>
> In bestimmten Situationen - etwa bei der sportlichen
> Betätigung - scheint es eine Art Konsens zu geben, dass
> gehen, laufen und rennen abgestufte Intensitäten sind.
>
> Gehen i. e. S. im Sport ist wieder etwas anderes und hat
> mit "natürlicher" Fortbewegung gar nichts zu tun.
Es ist in den Wettkampfregeln genau definiert. Angeblich sind Geher auf
lange Strecken (100 km) schneller als Läufer.
Der genauen Definition des Gehens in diesem Zusammenhang liegt aber wohl
die (wo auch immer) verbreitete Vorstellung zugrunde, daß beim Gehen
immer ein Fuß den Boden berührt.
> Zusammenfassung (MUSEN):
> gehen: *entweder* fortbewegen allgemein (wie auch immer)
> *oder* funktionstüchtig [1] sein (die Uhr geht wieder)
> *oder* ohne Eile zu Fuß gehen
*oder* immer einen Fuß auf dem Boden haben
> laufen: *entweder* fortbewegen allgemein (wie auch immer)
> *oder* in Betrieb sein (der Fernseher läuft)
> *oder* zu Fuß gehen mit oder ohne Eile (Kontext)
Wirklich? Muß man nicht dazusagen, daß jemand langsam
läuft?
> rennen: *immer* schnell fortbewegen (auch zu Fuß)
Im Sport gibt es Rennen nur mit Pferden oder anderen
Tieren und mit Rahrzeugen. Man sagt aber nicht, daß
die Pferde oder Motorräder rennen.
Das Verb "rennen" benutzt man MUSEN nur, um die schnelle
Fortbewegung ausdrücklich hervorzuheben.
>
> Dazu kommt noch:
> wandern: *entweder* fortbewegen allgemein (wie auch immer)
> *oder* ohne Eile zu Fuß gehen [2]
>
> [1] ggf. eingeschränkt funktionstüchtig (die Uhr geht vor)
> [2] Der Weg ist das Ziel (gilt nur hier, nicht bei gehen)
Konstruiert man einen Kontext mit "gehen", "laufen" und "rennen", dann
gilt MUSEN, daß von unterschiedlichen Geschwindigkeiten gesprochen wird.
Um die Fortbewegungsweise mit den Füßen genauer zu charakterisieren
verwendet man besondere Verben, wie: schreiten, schleichen, schlurfen,
trippeln, springen, ...
Ralf
--
9. Die Frisuren sind nach den Anweisungen des Baukomitees zu ordnen.
(Aus: Genossenschaft Heimatschutz, Verordnung für die Kellnerinnen des
Heimatschutzwirtshauses "zum Roseligarte" an der Schweizerischen
Landesaustellung in Bern 1914)
> Im Sport ist beim Lauf auch nur die Fortbewegung "zu Fuss" gemeint. Beim
> Marathon-Lauf beispielsweise steht es den "Läufern" durchaus frei
> zwischendurch auch mal eine Gehpause einzulegen.
Heisst das: dass er dann "geht", statt läuft,
oder: darf er auch stehen bleiben -> also eine "Laufpause" einlegen?
(Natürlich ist mir schon klar, dass letztere nicht zu empfehlen ist).
Yvonne Steiner
Ralf Heinrich Arning schreibt am 01.10.2002 14:27:
> Matthias Opatz <use0...@onlinehome.de> wrote:
>
>
>>Lothar Frings schrieb:
>>
>>[gehen - laufen - rennen]
>>
>>Es kommt, wie bei so vielem, auf den Kontext an.
>
>
> Genau, und das gilt wohl für alle Sprachregionen.
Das bezweifle ich. Ich bin mit sächsisch (Muttersprache) und berlinisch
(peer group) aufgewachsen. In beiden wird laufen synonym zu gehen
gebraucht. Das andere heißt rennen. Substantivisch ist das anders. An
unserer Schule gab es jährlich den "Arkadi-Gaidar-Lauf", der immer in
Anstrengung ausartete ;-)
(Wobei Gerenne sicher das treffendere Wort gewesen wäre)
greetinx. daniel.
> Aber mal zur menschlichen Fortbewegung mit eigenen Mitteln:
>
> Ich gehe zu Aldi, Bier holen - hier steht nicht irgendeine
kann ich den nächsten Amerikaner luftholend auf dem Balkon
vorfinden... die haben total keinen Geschmack, gibt's bei denen ein
Buch. WER hat denen ne VERFASSUNG geschrieben. BUSCH
Manuel, freundlich grüssend
--
http://www.metatop.com
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Daniel Küstner wrote:
>
> Hallo,
>
> Ralf Heinrich Arning schreibt am 01.10.2002 14:27:
> > Matthias Opatz <use0...@onlinehome.de> wrote:
> >
> >
> >>Lothar Frings schrieb:
> >>
> >>[gehen - laufen - rennen]
> >>
> >>Es kommt, wie bei so vielem, auf den Kontext an.
> >
> >
> > Genau, und das gilt wohl für alle Sprachregionen.
>
> Das bezweifle ich. Ich bin mit sächsisch (Muttersprache) und berlinisch
> (peer group) aufgewachsen. In beiden wird laufen synonym zu gehen
> gebraucht. Das andere heißt rennen. Substantivisch ist das anders. An
> unserer Schule gab es jährlich den "Arkadi-Gaidar-Lauf", der immer in
> Anstrengung ausartete ;-)
Und den Crosslauf. ebenfalls ;-)
>
> (Wobei Gerenne sicher das treffendere Wort gewesen wäre)
Genau.
c.
>Für mich (Pfälzer) gilt dasselbe: gehen und laufen ist synonym.
Im Schriftdeutschen seh ich allemal einen Unterschied. Ich hab beim
Sport noch nie von einem "1000-Meter-Gang" gehört.
Als Abgrenzung zu "fahren" verwende ich allerdings eher "zu Fuß gehen"
als laufen: "Bist du mit dem Auto zur Feier gefahren?" "Nein, ich bin
zu Fuß gegangen."
Grüße
Jörg.
--
"Recht hat er, der Dingsbums!"
> Hallo,
>
> Ralf Heinrich Arning schreibt am 01.10.2002 14:27:
> > Matthias Opatz <use0...@onlinehome.de> wrote:
> >
> >
> >>Lothar Frings schrieb:
> >>
> >>[gehen - laufen - rennen]
> >>
> >>Es kommt, wie bei so vielem, auf den Kontext an.
> >
> >
> > Genau, und das gilt wohl für alle Sprachregionen.
>
> Das bezweifle ich. Ich bin mit sächsisch (Muttersprache) und berlinisch
> (peer group) aufgewachsen. In beiden wird laufen synonym zu gehen
> gebraucht.
In allen Zusammenhängen ist das so?
"Jens-Jörg geht ins Kino."
ist völlig gleichbedeutend und austauschbar mit
"Jens-Jörg läuft ins Kino."?
Gilt genauso für Bayern.
Gruß, Michael
Nein, nicht in allen.
"Jens-Jörg läuft ins Kino" betont den Akt des _hinein_gehens/laufens,
während "ins Kino gehen" auch das Filmansehen mitmeint.
Jedoch ist
"Jens-Jörg geht zum Kino"
synonym zu
"Jens-Jörg läuft zum Kino"
daniel.
--
Ähnliche Probleme hatte ich mal mit der Spracherkennung von OS/2 :
Einmal geniest und auf dem Monitor stand 'wollen sie Laufwerk C
wirklich formatieren?' Nur Pech wenn man dann 'Nachnieser' ist!
-- Jörg Kalisch in de.comp.os.unix.linux.misc
Umgangssprachlich wuerde ich (Baden) eher "laufen" verwenden, wenn
ich betonen will, dass ich *zu Fuss* gehe, und "gehen" eher fuer eine
unbestimmte Art der Fortbewegung
Florian
--
email: diesch at gmx dot de
Synonyme? Aber sonst läuft's Dir gut?
:-)
> In Franken wird 'laufen' in der Bedeutung von 'gehen' verwandt. Und
> nur in dieser.
>
> "Laaf mer in die Stadd nei odder former?"
> (Gehen wir in die Stadt oder fahren wir?)
Am deutlichsten wird der fränkische Gebrauch der Fortbewegungsverben
wohl in der folgenden typischen Ermahnung einer Mutter an ihr Kind:
"Ge, renn ned so, sonnern laaf langsam." Darin haben wir also:
* "gehen" in übertragener Bedeutung,
* "laufen" für gemächliches Spaziergängertempo,
* "rennen" für alles, was nach Eile ausschaut.
--
Bernd Gramlich Quod scripsi, scripsi.
Müssten wir uns eigentlich nicht _alle_ darauf einigen können, dass
"laufen" nur regional (mundartsprachlich!) an Stelle von "gehen"
angewendet wird, dass aber auf Hochdeutsch "gehen" nicht durch "laufen"
ersezt werden kann?
Auch in der Schweiz ist es so: "laufen" kann in Mundart verschiedene
Bedeutungen haben, je nach Kontext -> aber in Schriftdeutsch müssen wir
die schon immer auf hier "gültige" Begriffe umstellen. *)
*) Ausgenommen sind natürlich Sätze in direkter Rede.
Yvonne Steiner
Müssten wir uns eigentlich nicht _alle_ darauf einigen können, dass
"laufen" nur regional (mundartsprachlich!) an Stelle von "gehen"
angewendet wird, dass aber auf Hochdeutsch "gehen" nicht durch "laufen"
ersezt werden kann?
Auch in der Schweiz ist es so: "laufen" kann in Mundart verschiedene
Bedeutungen haben, je nach Kontext -> aber in Schriftdeutsch müssen wir
diese schon immer auf hier "gültige" Begriffe umstellen. *)
Müssten wir uns eigentlich nicht _alle_ darauf einigen können, dass
"laufen" nur regional (mundartsprachlich!) an Stelle von "gehen"
angewendet wird, dass aber auf Hochdeutsch "gehen" nicht durch "laufen"
ersezt werden kann?
Auch in der Schweiz ist es so: "laufen" kann in Mundart verschiedene
Bedeutungen haben, je nach Kontext -> aber in Schriftdeutsch müssen wir
diese schon immer auf hierin "gültige" Begriffe umstellen. *)
> In Franken wird 'laufen' in der Bedeutung von 'gehen' verwandt. Und
> nur in dieser.
>
> "Laaf mer in die Stadd nei odder former?"
> (Gehen wir in die Stadt oder fahren wir?)
>
> Wenn woanders 'laufen' (also schnelles gehen) verwendet wird, sagt man
> bei uns rennen.
> "Do hob i obber renna müssn, damid i den Zuch nu derwischd hob."
> (Da mußte ich aber laufen, damit ich den Zug noch erreichen konnte.)
Nach meinem münsterländischen Sprachempfinden ist rennen schneller als
laufen und laufen schneller als gehen.
"Gehen" sagt man eher, wenn es um das Ziel geht.
>
> 'Gehen' wiederum wird nur imperativ verwendet.
> "Gemmer!"
> (Gehen wir!" Als knappe Aufforderung den letzten Schluck Bier
> auszutrinken und nach Haus zu wank.. äh zu gehen.
Aber man wird doch auch im Fränkischen sinnvolle Sätze mit "gehen"
bilden können, die keine Aufforderung sind?
Geht ihr nie in den Keller, in eine Kneipe, ein Theater, auf ein Fest,
zur Schule? Geht Ihr spazieren oder lauft Ihr spazieren?
> Müssten wir uns eigentlich nicht _alle_ darauf einigen können, dass
> "laufen" nur regional (mundartsprachlich!) an Stelle von "gehen"
> angewendet wird, dass aber auf Hochdeutsch "gehen" nicht durch "laufen"
> ersezt werden kann?
Da bin ich nicht so sicher. Mir erscheint es wesentlich komplizierter,
da neben den regionalen Unterschieden der sachliche Zusammenhang eine
Rolle spielt. Hinzukommen übertragene Bedeutungen.
>
> Auch in der Schweiz ist es so: "laufen" kann in Mundart verschiedene
> Bedeutungen haben, je nach Kontext -> aber in Schriftdeutsch müssen wir
> diese schon immer auf hierin "gültige" Begriffe umstellen. *)
>
> *) Ausgenommen sind natürlich Sätze in direkter Rede.
Das Schriftdeutschen kennt verschiedene Zusammenhänge. Es verhält sich
in dieser Frage nur wie ein weiterer Dialekt.
Rüdiger Silberer wrote:
>
> In Franken wird 'laufen' in der Bedeutung von 'gehen' verwandt. Und
> nur in dieser.
>
> "Laaf mer in die Stadd nei odder former?"
> (Gehen wir in die Stadt oder fahren wir?)
>
> Wenn woanders 'laufen' (also schnelles gehen) verwendet wird, sagt man
> bei uns rennen.
Ich glaube, das ist nirgends der Fall (ich meine deine erste
Satzhälfte). Laufen für Rennen ist doch Sport(fach)sprache. In der
Umgangssprache ist Laufen synonym zu gehen.
c.
> Yvonne Steiner <y...@swissonline.ch> wrote:
[...]
> > Auch in der Schweiz ist es so: "laufen" kann in Mundart verschiedene
> > Bedeutungen haben, je nach Kontext -> aber in Schriftdeutsch müssen wir
> > diese schon immer auf hierin "gültige" Begriffe umstellen. *)
> >
> > *) Ausgenommen sind natürlich Sätze in direkter Rede.
> Das Schriftdeutschen kennt verschiedene Zusammenhänge. Es verhält sich
> in dieser Frage nur wie ein weiterer Dialekt.
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^?
Mit Schriftdeutsch meinte ich die deutsche, _geschriebene_ Hochsprache,
die ihr auch "Hochdeutsch" nennt und die doch hierzugruppe stets als die
"Hochform deutscher Sprache" angepriesen wird.
Und diese verhält sich nun auch mal -> nur wie ein weiterer Dialekt?
Interessantes Eingeständnis! ;-)
Gruss
Yvonne Steiner
> Ralf Heinrich Arning <Muell...@despammed.com> wrote:
>
> > Yvonne Steiner <y...@swissonline.ch> wrote:
> [...]
> > > Auch in der Schweiz ist es so: "laufen" kann in Mundart verschiedene
> > > Bedeutungen haben, je nach Kontext -> aber in Schriftdeutsch müssen wir
> > > diese schon immer auf hierin "gültige" Begriffe umstellen. *)
> > >
> > > *) Ausgenommen sind natürlich Sätze in direkter Rede.
>
> > Das Schriftdeutschen kennt verschiedene Zusammenhänge. Es verhält sich
> > in dieser Frage nur wie ein weiterer Dialekt.
> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^?
>
> Mit Schriftdeutsch meinte ich die deutsche, _geschriebene_ Hochsprache,
> die ihr auch "Hochdeutsch" nennt
Ich weiß.
> und die doch hierzugruppe stets als die
> "Hochform deutscher Sprache" angepriesen wird.
Von wem? Ich habe hier "überregionale Verkehrssprache" übernommen.
> Und diese verhält sich nun auch mal -> nur wie ein weiterer Dialekt?
^^^
Ja, in diesem Fall, da sie nur eine weitere Variante der
Bedeutungszuordnungen zu "gehen, rennen, laufen" stellt. Im Gegensatz zu
den echten Dialekten, soll sie aber im gesamten deutschen Sprachraum
gelten. Ob sie es in solchen diffizilen Fragen wie dieser leisten kann,
wage ich zu bezweifeln.
>
> Interessantes Eingeständnis! ;-)
Es funktioniert halt nicht alles so, wie es soll.
Ralf
> Aber man wird doch auch im Fränkischen sinnvolle Sätze mit "gehen"
> bilden können, die keine Aufforderung sind?
> Geht ihr nie in den Keller, in eine Kneipe, ein Theater, auf ein Fest,
> zur Schule?
Doch, aber das ist alles entweder mit Präposition oder mit übertragener
Bedeutung verknüpft. Das Wort für die langsame Bewegung zu Fuß ist im
Fränkischen laufen.
> Geht Ihr spazieren oder lauft Ihr spazieren?
Weder noch. Wir machen Spaziergänge. Oder wir laufen zu einem
Ausflugsziel.
Rüdiger Silberer wrote:
>
> Claudia Bartsch schrieb:
> Ich glaube doch, daß es Gebiete gibt in denen 'laufen' für ein
> schnelleres gehen verwendet wird. Allerdings kann ich Dir jetzt keine
> Gegend nennen.
Na warten wir mal ab, ob sich jemand meldet.
c.
> Na warten wir mal ab, ob sich jemand meldet.
Hier!
"Ich mußte laufen, um den Bus noch zu bekommen."
- Sebastian
Wohin?
Wenn ich das so lese, frage ich mich das nämlich. Aber: Ich musste ganz
schön schnell laufen, damit ich den Bus noch gekriegt hab. Dann stimmts
auch mit laufen.
c.
> Sebastian Koppehel wrote:
>> Claudia Bartsch schrieb:
>>
>> > Na warten wir mal ab, ob sich jemand meldet.
>>
>> Hier!
>>
>> "Ich mußte laufen, um den Bus noch zu bekommen."
>
> Wohin?
Da, wie gesagt, nur die Geschwindigkeit charakterisiert wird, kann
diese Angabe entfallen. Im Gegenteil: Würde ich schreiben: "Ich mußte
zur Bushaltestelle laufen, um den Bus noch zu bekommen", würde die
Aussage etwas trivial wirken, weil auch nach meinem Sprachgefühl
"laufen" auch einfach den fußgebundenen Personennahverkehr beschreiben
kann. Steht es aber so wie oben, dann steht es im Gegensatz zum
langsamen "gehen".
- Sebastian