Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Re: Aussprache der Silbe "Wal"

62 views
Skip to first unread message
Message has been deleted

Joachim Pense

unread,
Dec 20, 2010, 8:28:32 AM12/20/10
to
Am 20.12.2010 14:22, schrieb Stefan Ram:
> Die Aussprache des<a> in<Wal> wird in Wiktionary stets mit
> [a] angegeben, nur einmal lang [a:], wie im Wort »Wal«, und
> einmal kurz [a], wie im Wort »Walter«.
>
> Aber mir erscheint das<a> in »Walter« auch geschlossener zu
> sein, wie man hört, wenn man einmal zum Vergleich das Wort
> »Wal« und dahinter die Silbe »Ter« spricht. Daher sollte man
> es meinem Gehör nach eher mit [/\] notieren. Oder?
>

Für mich ist das a in Walter nicht anders als bei anderen kurzen as.

Schade, dieser Längenunterschied, ein Schönheitsfehler bei dem Witz mit
dem Walzertänzer, der Wale zertanzt.

Joachim

JaWo

unread,
Dec 20, 2010, 9:44:52 AM12/20/10
to
Am 20.12.2010 14:22, schrieb Stefan Ram:
> Die Aussprache des<a> in<Wal> wird in Wiktionary stets mit
> [a] angegeben, nur einmal lang [a:], wie im Wort »Wal«, und
> einmal kurz [a], wie im Wort »Walter«.
>
> Aber mir erscheint das<a> in »Walter« auch geschlossener zu
> sein, wie man hört, wenn man einmal zum Vergleich das Wort
> »Wal« und dahinter die Silbe »Ter« spricht. Daher sollte man
> es meinem Gehör nach eher mit [/\] notieren. Oder?
>
----------------------------

der Wal [a:]
die Wahl [a:]

Für mich kein Unterschied in der Vokallänge.

Message has been deleted

Thomas Schade

unread,
Dec 20, 2010, 4:23:02 PM12/20/10
to
On 20.12.2010 22:18, Ulrich Witte wrote:
> Stefan Ram am 20 Dez 2010:

>> Die Aussprache des <a> in <Wal> wird in Wiktionary stets mit
>> [a] angegeben, nur einmal lang [a:], wie im Wort »Wal«, und
>> einmal kurz [a], wie im Wort »Walter«.
>

> Hm... W[a]lnuss oder W[a:]lnuss?
>
> Der Supermarkt um die Ecke hat's elegant umgangen: Dort gab es
> Wallnüsse.

Nur konsequent, so spricht der Engländer auch von der 'wallnutt'.


Ciao
Toscha
--
Ich bremse auch für Biere.

Walter P. Zähl

unread,
Dec 20, 2010, 6:18:16 PM12/20/10
to
Stefan Ram <r...@zedat.fu-berlin.de> wrote:
> Die Aussprache des <a> in <Wal> wird in Wiktionary stets mit
> [a] angegeben, nur einmal lang [a:], wie im Wort »Wal«, und
> einmal kurz [a], wie im Wort »Walter«.
>
> Aber mir erscheint das <a> in »Walter« auch geschlossener zu
> sein, wie man hört, wenn man einmal zum Vergleich das Wort
> »Wal« und dahinter die Silbe »Ter« spricht. Daher sollte man
> es meinem Gehör nach eher mit [/\] notieren. Oder?

Mein letzter Kurs in phonetic transcription ist so runde 35 Jahre her,
daher möchte ich Dir nur phänomenologisch zustimmen:
Ich fände es ausgesprochen seltsam, würde jemand meinen
Namen mit dem gleichen Wal wie in Walfisch beginnen ...

/Walter

Jon J Panury

unread,
Dec 21, 2010, 3:54:52 AM12/21/10
to
r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) schrieb:

> Die Aussprache des <a> in <Wal> wird in Wiktionary stets mit
> [a] angegeben, nur einmal lang [a:], wie im Wort �Wal�, und
> einmal kurz [a], wie im Wort �Walter�.
>
> Aber mir erscheint das <a> in �Walter� auch geschlossener zu

> sein, wie man h�rt, wenn man einmal zum Vergleich das Wort


> �Wal� und dahinter die Silbe �Ter� spricht. Daher sollte man

> es meinem Geh�r nach eher mit [/\] notieren. Oder?

Es geht nicht nach Silben ("Silben" sind ohnehin keine linguistisch
relevante Einheit), sondern nach Morphen. Und das Kernmorph in Walter
ist |walt| (|er| ist ein Allerwelts-Ableitungsmorph). Und da nun in
diesem Morph mehr als 1 Konsonant nach dem Vokal steht, ist der Vokal
regelm��ig *kuchz*!
(L�nge des Vokals gibt's, wenn nach dem Vokal kein oder ein Konsonant
kommt. Die meisten Ausnahmen hiervon sind in der Verschriftung durch
Konsonantbuchstabencluster, etwa <ng>, <ch>, <sch>, markiert.)

Gunhild Simon

unread,
Dec 21, 2010, 7:20:01 AM12/21/10
to

Ich habedie Idee, daß die Vorsilbe Wal- bei germanischstämmigen
Wörtern, insbesondere Namen auf Wal, Walstatt, Walküre hindeutet..

Demnach ist Waltraut nicht die "Waldvertraute" sondern die mit der Wal/
Wahl(?) Vertraute. Kennte ich mich mit Wagner - "Walmaid warst du mir"
- aus, wüßte ich mehr dazu.
Es scheint, daß Walter/ Walther nun der Walter, der Herr, des Heeres
ist, wie Gunther der Kämpfer des Heeres ist.

Gruß
Gunhild

Gunhild Simon

unread,
Dec 21, 2010, 7:32:52 AM12/21/10
to
On 20 Dez., 22:23, Thomas Schade <tos...@rrr.de> wrote:
> On 20.12.2010 22:18, Ulrich Witte wrote:
>
> > Stefan Ram am 20 Dez 2010:
> >>   Die Aussprache des <a> in <Wal> wird in Wiktionary stets mit
> >>   [a] angegeben, nur einmal lang [a:], wie im Wort Wal , und
> >>   einmal kurz [a], wie im Wort Walter .
>
> > Hm... W[a]lnuss oder W[a:]lnuss?
>
> > Der Supermarkt um die Ecke hat's elegant umgangen: Dort gab es
> > Walln sse.
>
> Nur konsequent, so spricht der Engl nder auch von der 'wallnutt'.


Die Walnuß hat ihren Namen von den welschen Nachbarn, in deren Land
sie besonders gut gedeiht. Es ist die walsche Nuß, englisch vielleich
walsh nut. Eigentlich kommt der Baum aus China, wie so vieles
Einheimische.
http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/querbeet/pflanzen-lexikon-stauden-walnuss-ID1199796108467.xml


Gruß
Gunhild

Oliver Cromm

unread,
Dec 21, 2010, 8:26:06 AM12/21/10
to
Jon J Panury *

> r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) schrieb:
>
> > Die Aussprache des <a> in <Wal> wird in Wiktionary stets mit
> > [a] angegeben, nur einmal lang [a:], wie im Wort »Wal«, und
> > einmal kurz [a], wie im Wort »Walter«.
> >
> > Aber mir erscheint das <a> in »Walter« auch geschlossener zu

> > sein, wie man hört, wenn man einmal zum Vergleich das Wort


> > »Wal« und dahinter die Silbe »Ter« spricht. Daher sollte man

> > es meinem Gehör nach eher mit [/\] notieren. Oder?


>
> Es geht nicht nach Silben ("Silben" sind ohnehin keine linguistisch
> relevante Einheit), sondern nach Morphen.

Natürlich sind Silben in der Phonetik und damit linguistisch relevant,
sie sind zum Beispiel Träger der Betonung.

> Und das Kernmorph in Walter
> ist |walt| (|er| ist ein Allerwelts-Ableitungsmorph).

Das weiß der Normalnutzer nicht. Braucht er auch nicht zu wissen.

> Und da nun in
> diesem Morph mehr als 1 Konsonant nach dem Vokal steht, ist der Vokal

> regelmäßig *kuchz*!

Ja, da sind wir uns wohl alle einig. Können wir jetzt zu Stefans Frage
kommen?

--
Ersparen Sie 80% im Vergleich zu Brand Preisen.
Wenn Sie Interesse an Fine Chronometern haben,die Ihren Stil voll
machen,heissen wir Sie auf unserer E Seite willkommen.
Spampoesie

Jon J Panury

unread,
Dec 21, 2010, 8:37:31 AM12/21/10
to
Oliver Cromm <lispa...@crommatograph.info> schrieb:

>Jon J Panury *
>
>> r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) schrieb:
>>
>> > Die Aussprache des <a> in <Wal> wird in Wiktionary stets mit
>> > [a] angegeben, nur einmal lang [a:], wie im Wort »Wal«, und
>> > einmal kurz [a], wie im Wort »Walter«.
>> >
>> > Aber mir erscheint das <a> in »Walter« auch geschlossener zu
>> > sein, wie man hört, wenn man einmal zum Vergleich das Wort
>> > »Wal« und dahinter die Silbe »Ter« spricht. Daher sollte man
>> > es meinem Gehör nach eher mit [/\] notieren. Oder?
>>
>> Es geht nicht nach Silben ("Silben" sind ohnehin keine linguistisch
>> relevante Einheit), sondern nach Morphen.
>
>Natürlich sind Silben in der Phonetik und damit linguistisch relevant,
>sie sind zum Beispiel Träger der Betonung.
>
>> Und das Kernmorph in Walter
>> ist |walt| (|er| ist ein Allerwelts-Ableitungsmorph).
>
>Das weiß der Normalnutzer nicht. Braucht er auch nicht zu wissen.
>
>> Und da nun in
>> diesem Morph mehr als 1 Konsonant nach dem Vokal steht, ist der Vokal
>> regelmäßig *kuchz*!
>
>Ja, da sind wir uns wohl alle einig. Können wir jetzt zu Stefans Frage
>kommen?

Die Frage ist doch beantwortet: Das a in Walter ist kurz, das a in zB
Wal ist lang.

Thomas Schade

unread,
Dec 21, 2010, 1:40:39 PM12/21/10
to
On 21.12.2010 13:32, Gunhild Simon wrote:

> Die Walnuß hat ihren Namen von den welschen Nachbarn, in deren Land
> sie besonders gut gedeiht. Es ist die walsche Nuß, englisch vielleich
> walsh nut. Eigentlich kommt der Baum aus China, wie so vieles
> Einheimische.

Hier hätte ich unbedingt ein 'heute' erwartet:
- wie so vieles /heute/ Einheimische -


Ciao
Toscha
--
Innocence is no excuse
[Saxon]

Paul Ney

unread,
Dec 22, 2010, 6:24:07 PM12/22/10
to

"Stefan Ram" <r...@zedat.fu-berlin.de> schrieb am 20.12.2010 14:22 den
Newsbeitrag news:Wal-20101...@ram.dialup.fu-berlin.de

> Die Aussprache des <a> in <Wal> wird in Wiktionary stets mit
> [a] angegeben, nur einmal lang [a:], wie im Wort »Wal«, und
> einmal kurz [a], wie im Wort »Walter«.

Da die US-Kaufhauskette WalMart http://en.wikipedia.org/wiki/Walmart auch
in Deutschland tätig war (oder noch ist), dürfte auch eine dritte
Aussprache von "Wal" (US-English) zu berücksichtigen sein.

MfG, PY [Paul_Ney/at/t-online.de]

Message has been deleted
Message has been deleted
Message has been deleted

Thomas Schade

unread,
Dec 26, 2010, 4:19:58 PM12/26/10
to
On 26.12.2010 21:00, Martin Gerdes wrote:
> homas Schade <tos...@rrr.de> schrieb:

>>> Die Walnuß hat ihren Namen von den welschen Nachbarn, in deren Land
>>> sie besonders gut gedeiht. Es ist die walsche Nuß, englisch vielleich
>>> walsh nut. Eigentlich kommt der Baum aus China, wie so vieles
>>> Einheimische.
>
>>Hier hätte ich unbedingt ein 'heute' erwartet:
>>- wie so vieles /heute/ Einheimische -
>

> Ich unbedingt nicht.

Hm.

> Rf trug nhs Jrvuanpugra. Gbfpun, qre fbafg xrvarz Jbegfcvry nhf qrz Jrt
> trug, gevgg va frvar reafgr Cunfr rva.

Wie jetzt; sag bloß, ich habe die Möglichkeit für eines übersehen?


Ciao
Toscha
--
Welcome to slavery!
No, thanks, I already have a wife.
[Seth Gecko / From Dusk till Dawn]

Joachim Pense

unread,
Dec 26, 2010, 4:31:36 PM12/26/10
to
Am 26.12.2010 21:15, schrieb Stefan Ram:

> r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) writes:
>> Die Aussprache des<a> in<Wal> wird in Wiktionary stets mit
>> [a] angegeben, nur einmal lang [a:], wie im Wort »Wal«, und
>> einmal kurz [a], wie im Wort »Walter«.
>> Aber mir erscheint das<a> in »Walter« auch geschlossener zu
>> sein, wie man hört, wenn man einmal zum Vergleich das Wort
>> »Wal« und dahinter die Silbe »Ter« spricht. Daher sollte man
>> es meinem Gehör nach eher mit [/\] notieren. Oder?
>
> Inzwischen habe ich einen Beleg dafür gefunden, daß die
> Deutschsprachigen das<a> manchmal als [/\] sprechen,
> namentlich im Worte »Spaghetti«. Canepari gibt die
> Aussprache der Deutschsprachigen rechts vom Pfeil an:
>
> « spaghetti /spa'getti/ --> [Sp/\'gEt:thi] »
>
> Seite 111 in
>
> http://venus.unive.it/canipa/pdf/01_2_Germ.pdf
>
> Ich vermute mal, daß viele deutschsprachigen Quellen,
> dort ein [a] angeben; glaube aber, daß Canepari hier
> näher an der tatsächlichen Lautung ist.
>

Ich sage "Schpagetti", und das a klingt nicht viel anders als in
"Spagat", "Talent", "Paniermehl". Ich kann nicht mal einen auffälligen
Vokaldauernunterschied beim a zwischen "Spaghetti" und "Hase"
feststellen, obwohl das a im zweiten Wort betont ist.

Joachim

Message has been deleted

Lothar Frings

unread,
Dec 27, 2010, 5:05:16 AM12/27/10
to
Martin Gerdes tat kund:

> Egal, wie dick man aufträgt, es gibt doch mindestens einen, der das
> immer noch nicht mitbekommt.

Oder jedenfalls eine.

Rike Kunze

unread,
Dec 27, 2010, 5:15:02 AM12/27/10
to
Joachim Pense bemerkte:

> Ich sage "Schpagetti", und das a klingt nicht viel anders als in
> "Spagat", "Talent", "Paniermehl". Ich kann nicht mal einen auffälligen
> Vokaldauernunterschied beim a zwischen "Spaghetti" und "Hase"
> feststellen, obwohl das a im zweiten Wort betont ist.

dto. Außer, dass ich einen deutlichen Unterschied (auch in
der Länge) zwischen dem a in "Spaghetti" und "Hase" höre.

-rike

Lothar Frings

unread,
Dec 27, 2010, 5:15:15 AM12/27/10
to
Martin Gerdes tat kund:

> homas Schade <tos...@rrr.de> schrieb:


>
> >> Die Walnuß hat ihren Namen von den welschen Nachbarn, in deren Land
> >> sie besonders gut gedeiht. Es ist die walsche Nuß, englisch vielleich
> >> walsh nut. Eigentlich kommt der Baum aus China, wie so vieles
> >> Einheimische.
> >Hier hätte ich unbedingt ein 'heute' erwartet:
> >- wie so vieles /heute/ Einheimische -
>

> Ich unbedingt nicht.

Ich auch nicht.

>
> Rf trug nhs Jrvuanpugra. Gbfpun, qre fbafg xrvarz Jbegfcvry nhf qrz Jrt
> trug, gevgg va frvar reafgr Cunfr rva.

Gerade stelle ich fest, daß "geht" auf ROT-13 "trug"
heißt. Gibt es eigentlich sinnvolle Sätze, die
nach ROT-13 immer noch einigermaßen sinnvoll klingen?

Joachim Pense

unread,
Dec 27, 2010, 5:50:11 AM12/27/10
to

Nochmal introspiziert, und ich kann das bestätigen. Das a in Spaghetti
fühlt sich zwar wie ein langes a an, aber nicht so lang, wie das a in Hase.

Joachim

Joachim Pense

unread,
Dec 27, 2010, 5:51:56 AM12/27/10
to
Am 27.12.2010 11:50, schrieb Joachim Pense:
> Am 27.12.2010 11:15, schrieb Rike Kunze:
>> Joachim Pense bemerkte:
>>
>>> Ich sage "Schpagetti", und das a klingt nicht viel anders als in
>>> "Spagat", "Talent", "Paniermehl". Ich kann nicht mal einen auff�lligen

>>> Vokaldauernunterschied beim a zwischen "Spaghetti" und "Hase"
>>> feststellen, obwohl das a im zweiten Wort betont ist.
>>
>> dto. Au�er, dass ich einen deutlichen Unterschied (auch in
>> der L�nge) zwischen dem a in "Spaghetti" und "Hase" h�re.
>>
>
> Nochmal introspiziert, und ich kann das best�tigen. Das a in Spaghetti
> f�hlt sich zwar wie ein langes a an, aber nicht so lang, wie das a in Hase.
>

A-L�nge: Falle (kurz) - Pfahl (lang); Spaghetti (irgendwo dazwischen)

Joachim

Lothar Frings

unread,
Dec 27, 2010, 7:12:09 AM12/27/10
to
Joachim Pense tat kund:

> A-Länge: Falle (kurz) - Pfahl (lang); Spaghetti (irgendwo dazwischen)

Dehnungs-h giltet nicht. Aber "Wal" (Tier und Nuß)
spreche ich genauso wie "Wahl", auch was die
a-Länge betrifft.

Gunhild Simon

unread,
Dec 27, 2010, 7:22:43 AM12/27/10
to

Wie ich bereits versuchte darzutun, ist die profane Aussprache
"*Wallnuß", die "welsche " Nuß ja richtig.

Eine unsinnige Hyperkorrektur.

Gruß
Gunhild

Joachim Pense

unread,
Dec 27, 2010, 8:38:43 AM12/27/10
to
Am 27.12.2010 13:22, schrieb Gunhild Simon:
> On 27 Dez., 13:12, Lothar Frings<Lothar.Fri...@gmx.de> wrote:
>> Joachim Pense tat kund:
>>
>>> A-Länge: Falle (kurz) - Pfahl (lang); Spaghetti (irgendwo dazwischen)
>>
>> Dehnungs-h giltet nicht. Aber "Wal" (Tier und Nuß)
>> spreche ich genauso wie "Wahl", auch was die
>> a-Länge betrifft.
>
> Wie ich bereits versuchte darzutun, ist die profane Aussprache
> "*Wallnuß", die "welsche " Nuß ja richtig.
>

Sagt man das denn noch irgendwo so? Vielleicht in profaneren Gegenden
des deutschen Sprachgebietes?

Joachim

Michael Pronay

unread,
Dec 27, 2010, 10:09:30 AM12/27/10
to
Joachim Pense wrote:

>> Wie ich bereits versuchte darzutun, ist die profane Aussprache

>> "*Wallnuss", die "welsche " Nuss ja richtig.

> Sagt man das denn noch irgendwo so? Vielleicht in profaneren
> Gegenden des deutschen Sprachgebietes?

Sowohl Siebs wie das DDR-Aussprachewörterbuch (hat das einen
brauchbaren Kurztitel - Krech?) haben bei der Walnuss kurzes a,
ÖWB sagt kurz oder lang, Duden kurz. (Beim Walross meint Siebs
kurz, in AT lang.)

Gar so unüblich dürfte das kurze a in der Walnuss nicht sein.

M.

Joachim Pense

unread,
Dec 27, 2010, 12:14:59 PM12/27/10
to

Staun. Vielleicht hab ich das von meiner sel. Mutter aus Danzig. Die hat
auch Fahrer für Pfarrer gesagt.

Joachim

Thomas Schade

unread,
Dec 27, 2010, 12:23:55 PM12/27/10
to
On 27.12.2010 11:00, Martin Gerdes wrote:
> Thomas Schade <tos...@rrr.de> schrieb:

>>> Rf trug nhs Jrvuanpugra. Gbfpun, qre fbafg xrvarz Jbegfcvry nhf qrz Jrt
>>> trug, gevgg va frvar reafgr Cunfr rva.
>
>>Wie jetzt; sag bloß, ich habe die Möglichkeit für eines übersehen?
>

> Nein, ein ganz offensichtliches nicht erkannt.

Das kommt ja nun fast aufs Gleiche raus.

> Aber wie heißt es noch so schön:


>
> Egal, wie dick man aufträgt, es gibt doch mindestens einen, der das
> immer noch nicht mitbekommt.

Das ist das alte Problem beim Schminken. Die eine gibt alles und bleibt
für den andern doch nur ein betagter Karton.


Ciao
Toscha
--
Now he's too old to Rock'n'Roll
but he's too young to die.
[Jethro Tull]

Dieter Bruegmann

unread,
Dec 27, 2010, 3:19:06 PM12/27/10
to
Joachim Pense (27.12.2010 18:14):

> Am 27.12.2010 16:09, schrieb Michael Pronay:
>> Joachim Pense wrote:
>>
>>>> Wie ich bereits versuchte darzutun, ist die profane Aussprache
>>>> "*Wallnuss", die "welsche " Nuss ja richtig.
>>
>>> Sagt man das denn noch irgendwo so? Vielleicht in profaneren
>>> Gegenden des deutschen Sprachgebietes?
>>

>> Sowohl Siebs wie das DDR-Aussprachew�rterbuch (hat das einen


>> brauchbaren Kurztitel - Krech?) haben bei der Walnuss kurzes a,

>> �WB sagt kurz oder lang, Duden kurz. (Beim Walross meint Siebs
>> kurz, in AT lang.)
>>
>> Gar so un�blich d�rfte das kurze a in der Walnuss nicht sein.


>>
>
> Staun. Vielleicht hab ich das von meiner sel. Mutter aus Danzig. Die hat

> auch Fahrer f�r Pfarrer gesagt.

Vielleicht hat er sie ja mal gefahren?`


Da Didi
--
Dieter Br�gmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de
Das Urkilogramm ist aus Gold und wird gemeinsam mit dem
Urmeter, der Urgewalt und dem Urlaub in Paris aufbewahrt.
(Hans Crauel, de.rec.fahrrad, 6.6.2009)

Rike Kunze

unread,
Dec 28, 2010, 8:21:53 AM12/28/10
to
Joachim Pense bemerkte:

> Am 27.12.2010 13:22, schrieb Gunhild Simon:
>> On 27 Dez., 13:12, Lothar Frings<Lothar.Fri...@gmx.de> wrote:
>>> Joachim Pense tat kund:
>>>
>>>> A-L�nge: Falle (kurz) - Pfahl (lang); Spaghetti (irgendwo dazwischen)
>>>
>>> Dehnungs-h giltet nicht. Aber "Wal" (Tier und Nu�)

>>> spreche ich genauso wie "Wahl", auch was die
>>> a-L�nge betrifft.

>>
>> Wie ich bereits versuchte darzutun, ist die profane Aussprache
>> "*Wallnu�", die "welsche " Nu� ja richtig.

>>
>
> Sagt man das denn noch irgendwo so? Vielleicht in profaneren Gegenden
> des deutschen Sprachgebietes?

Bitte, von erneuten Berlin-Beleidigungen abzusehen. Von hier
kenn ich das nur mit kurzem 'a'.

-ri"profanere Gegend!"ke

Lothar Frings

unread,
Dec 28, 2010, 8:50:03 AM12/28/10
to
Rike Kunze tat kund:

> Bitte, von erneuten Berlin-Beleidigungen abzusehen. Von hier
> kenn ich das nur mit kurzem 'a'.

Hängt vielleicht mit dem Schutzwall zusammen,
dem antifaschistischen.

Rike Kunze

unread,
Dec 28, 2010, 8:54:43 AM12/28/10
to
Lothar Frings bemerkte:

Stelle mir gerade einen antifaschistischen Schutzwal vor.
Ist schon gut, dass wir hier richtig sprechen können.

-rike

Message has been deleted

Peter J. Holzer

unread,
Dec 28, 2010, 10:37:49 AM12/28/10
to
On 2010-12-28 13:54, Rike Kunze <rike....@gmail.com> wrote:
> Lothar Frings bemerkte:
>> Rike Kunze tat kund:
>>> Bitte, von erneuten Berlin-Beleidigungen abzusehen. Von hier
>>> kenn ich das nur mit kurzem 'a'.
>>
>> Hängt vielleicht mit dem Schutzwall zusammen,
>> dem antifaschistischen.
>
> Stelle mir gerade einen antifaschistischen Schutzwal vor.

Ein Orca im Burggraben?

Ein Waal hingegen ist zum Schutz eher ungeignet.

hp

Helmut Richter

unread,
Dec 28, 2010, 10:51:44 AM12/28/10
to

Wurden deswegen freie Walen gefordert?

--
Helmut Richter

Lothar Frings

unread,
Dec 28, 2010, 10:56:28 AM12/28/10
to
Helmut Richter tat kund:

> On Tue, 28 Dec 2010, Peter J. Holzer wrote:

> > On 2010-12-28 13:54, Rike Kunze <rike.ku...@gmail.com> wrote:
> > > Lothar Frings bemerkte:
> > >> Rike Kunze tat kund:
> > >>>  Bitte, von erneuten Berlin-Beleidigungen abzusehen. Von hier
> > >>>  kenn ich das nur mit kurzem 'a'.
>

> > >> H ngt vielleicht mit dem Schutzwall zusammen,


> > >> dem antifaschistischen.
>
> > > Stelle mir gerade einen antifaschistischen Schutzwal vor.
>
> > Ein Orca im Burggraben?
>
> > Ein Waal hingegen ist zum Schutz eher ungeignet.
>
> Wurden deswegen freie Walen gefordert?

Zur Paarungszeit gibt es bstimmt den einen
oder anderen Walkampf.

Walter P. Zähl

unread,
Dec 28, 2010, 1:09:26 PM12/28/10
to

irgendwo (Clive Cussler/Dirk Pitt) habe ich mal gelesen, dass
der präparierte Wal, der in den Sechzigern regelmäßig auf
Jahrmärkten zu sehen und begehen war, Tarnwerk eines
östlichen Geheimdienstes war - passt doch ;-)

/Walter

Thomas Schade

unread,
Dec 28, 2010, 1:22:54 PM12/28/10
to
On 28.12.2010 15:18, Rüdiger Silberer wrote:

> Vielleicht in Gegenden wo man auch dem "Ratt", woanders Rad, zugeneigt
> ist. Im Mittelfränkischen ist das a in Walnuß lang.

Ich stelle bei mir, eher 'Ratt' denn 'Rad', fest, dass ich zwar Walnuss
mit Ratten-a spreche, hingegen Walroß mit Wal-a.


Ciao
Toscha
--
Wer Teppichböden richtig verlegt, der findet sie auch wieder.

Roland Franzius

unread,
Dec 28, 2010, 1:27:12 PM12/28/10
to

Kaum, Wale können keine Walplakate kleben.

--

Roland Franzius

Message has been deleted
Message has been deleted

Gunhild Simon

unread,
Dec 29, 2010, 6:37:42 AM12/29/10
to
On 29 Dez., 12:00, Martin Gerdes <martin.ger...@gmx.de> wrote:
> Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de> schrieb:

>
> >Wie ich bereits versuchte darzutun,  ist die profane Aussprache
> >"*Wallnuß", die "welsche Nuß" ja richtig.
> >Eine unsinnige Hyperkorrektur.
>
> Die Hochsprachler sprechen das a in "Walnuß" kurz. Was daran siehst Du
> als "Hyperkorrektur"?

Mißverständnis. Im Gegenteil.

Ich finde die lange Aussprache "Waalnuss" ist eine Hyperkorrektur, die
dazu dienen soll, das Wort nicht etwa als von Wall abgeleitet
erscheinen zu lassen.

Der Wal wird dagegen in der Regel "Walfisch" genannt, um ihn genauer
zu kennzeichnen.

Gruß
Gunhild

Message has been deleted

Helmut Richter

unread,
Dec 29, 2010, 8:40:25 AM12/29/10
to
On Wed, 29 Dec 2010, Matthias Opatz wrote:

> Naja, in der Regel wird diese �berlieferte Benennung eher kritisiert
> (unn�tigerweise freilich). Fr�her glaubte man, dass der Walfisch ein
> Fisch sei, dass ist ein Irrtum, keine genauere Kennzeichnung.

Ich nehme an, dass es den "Walfisch" schon l�nger gibt als die
Einschr�nkung, dass ein stromlinienf�rmiges ans Leben ausschlie�lich im
Wasser angepasstes Lebewesen nur dann "Fisch" hei�en darf, wenn es den
Sauerstoff direkt dem Wassen entnimmt, statt zum Atmen an die Oberfl�che
zu kommen. Der Irrtum besteht also erst seit dieser nachtr�glichen
Definition.

--
Helmut Richter

Lothar Frings

unread,
Dec 29, 2010, 8:47:22 AM12/29/10
to
Helmut Richter tat kund:

> Ich nehme an, dass es den "Walfisch" schon länger gibt als die
> Einschränkung, dass ein stromlinienförmiges ans Leben ausschließlich im
> Wasser angepasstes Lebewesen nur dann "Fisch" heißen darf, wenn es den
> Sauerstoff direkt dem Wassen entnimmt, statt zum Atmen an die Oberfläche
> zu kommen. Der Irrtum besteht also erst seit dieser nachträglichen
> Definition.

Es ist eben kein Irrtum, weil die Umgangssprache
sich nicht ändern muß, nur weil irgendein Fachgebiet
seine Definitionen ändert. Darum ist Pluto auch
immer noch ein Planet.

Joachim Pense

unread,
Dec 29, 2010, 9:35:50 AM12/29/10
to
Am 29.12.2010 12:37, schrieb Gunhild Simon:
>
> Ich finde die lange Aussprache "Waalnuss" ist eine Hyperkorrektur, die
> dazu dienen soll, das Wort nicht etwa als von Wall abgeleitet
> erscheinen zu lassen.
>

Ich sage Walnuss mit langem a, weil ich es noch nie anders gehört habe.

Joachim

Joachim Pense

unread,
Dec 29, 2010, 9:37:51 AM12/29/10
to

Allerdings wüsste man vom Pluto ohne die Experten "irgendeines
Fachgebietes" grade mal garnix, Planet oder nicht.

Joachim

Lothar Frings

unread,
Dec 29, 2010, 9:49:35 AM12/29/10
to

Ich habe auch nicht den Wert von Experten oder
Fachgebieten in Frage gestellt, sondern darauf
hingewiesen, daß die Umgangssprache sich nicht
nach ihnen richten muß. Das wäre übrigens auch
unmöglich, weil manche Begriffe in verschiedenen
Fachsprachen Unterschiedliches bedeuten.

Peter J. Holzer

unread,
Dec 29, 2010, 11:31:40 AM12/29/10
to
On 2010-12-29 13:40, Helmut Richter <hh...@web.de> wrote:
> On Wed, 29 Dec 2010, Matthias Opatz wrote:
>> Naja, in der Regel wird diese überlieferte Benennung eher kritisiert
>> (unnötigerweise freilich). Früher glaubte man, dass der Walfisch ein

>> Fisch sei, dass ist ein Irrtum, keine genauere Kennzeichnung.
>
> Ich nehme an, dass es den "Walfisch" schon länger gibt als die
> Einschränkung, dass ein stromlinienförmiges ans Leben ausschließlich
> im Wasser angepasstes Lebewesen nur dann "Fisch" heißen darf,

Muss nicht mal stromlinienförmig sein - siehe z.B. shellfish im
Englischen. Und im katholischen Österreich hat man pragmatischerweise
ohnehin alles essbare Getier, das sich gerne im Wasser aufhält, zum
Fisch erklärt - inklusive Bibern und Enten.

> wenn es den Sauerstoff direkt dem Wassen entnimmt, statt zum Atmen an

> die Oberfläche zu kommen. Der Irrtum besteht also erst seit dieser
> nachträglichen Definition.

Ich würde das nicht als Irrtum bezeichnen. Linnaeus hat sich
darangemacht, eine Schema zu erstellen, in das alle Tiere eingeordnet
werden können, und dafür waren halt historisch entstandene Bezeichnungen
webig geeignet (See- und Nilpferde zu den Pferden zu rechnen wäre eher
absurd). Er hat als Unterscheidungskriterien hauptsächlich solche
"innere" (Skelett, Warmblüter/Kaltblüter, ...) hergenommen und nicht
äußere (lebt im Wasser, kann fliegen, hat Hörner, ...) und damit
überraschend gute Kriterien für tatsächliche, genetische Verwandtschaft
gefunden. Du kannst natürlich kritisieren, dass er viele etablierte
Begriffe verwendet hat (z.B. "Fisch") statt neue zu erfinden (hat er
"Säugetier" erfunden? Müsste ich nachsehen). Aber das ist halt oft so,
dass man für eine Fachsprache Alltagsbegriffe entlehnt und nicht
irgendwas ganz neues erfindet - es dient IMO auch durchaus der
Verständlichkeit, wenn man sich unter einem Begriff schon grob etwas
vorstellen kann, ohne die Definition gelesen zu haben.

hp

Joachim Pense

unread,
Dec 29, 2010, 11:37:29 AM12/29/10
to
Am 29.12.2010 17:31, schrieb Peter J. Holzer:
> On 2010-12-29 13:40, Helmut Richter<hh...@web.de> wrote:
>> On Wed, 29 Dec 2010, Matthias Opatz wrote:
>>> Naja, in der Regel wird diese überlieferte Benennung eher kritisiert
>>> (unnötigerweise freilich). Früher glaubte man, dass der Walfisch ein
>>> Fisch sei, dass ist ein Irrtum, keine genauere Kennzeichnung.
>>
>> Ich nehme an, dass es den "Walfisch" schon länger gibt als die
>> Einschränkung, dass ein stromlinienförmiges ans Leben ausschließlich
>> im Wasser angepasstes Lebewesen nur dann "Fisch" heißen darf,
>
> Muss nicht mal stromlinienförmig sein - siehe z.B. shellfish im
> Englischen.

Im Englischen gibt es zwar shellfish, starfish und jellyfish, aber im
Deutschen würde (auch traditionell) keiner von diesen als Fisch durchgehen.

Joachim

Helmut Richter

unread,
Dec 29, 2010, 11:58:17 AM12/29/10
to
On Wed, 29 Dec 2010, Peter J. Holzer wrote:

> Muss nicht mal stromlinienförmig sein - siehe z.B. shellfish im
> Englischen.

Ich bezog mich aber aufs Deutsche, und dort sind Muscheln eben keine
Fische, Wale aber tarditionell schon.

> Ich würde das nicht als Irrtum bezeichnen. [...]


> Du kannst natürlich kritisieren, dass er viele etablierte
> Begriffe verwendet hat (z.B. "Fisch") statt neue zu erfinden (hat er
> "Säugetier" erfunden? Müsste ich nachsehen).

Ich kritisiere das ja gar nicht. Vielmehr kritisiere ich, wenn man den
Begriff "Walfisch" als irrig bezeichnet, obwohl er das nur aufgrund einer
späteren Definition ist.

--
Helmut Richter

Message has been deleted

Gunhild Simon

unread,
Dec 30, 2010, 1:49:38 AM12/30/10
to
On 30 Dez., 01:00, Martin Gerdes <martin.ger...@gmx.de> wrote:
> Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de> schrieb:
>
> >> >Wie ich bereits versuchte darzutun,  ist die profane Aussprache
> >> >"*Wallnuß", die "welsche Nuß" ja richtig.
> >> >Eine unsinnige Hyperkorrektur.
> >> Die Hochsprachler sprechen das a in "Walnuß" kurz. Was daran siehst Du
> >> als "Hyperkorrektur"?
> >Mißverständnis. Im Gegenteil.
> >Ich finde die lange Aussprache "Waalnuss" ist eine Hyperkorrektur, die
> >dazu dienen soll, das Wort nicht etwa als von Wall abgeleitet
> >erscheinen zu lassen.
>
> Offenbar verstehen wir unter dem Begriff "Hyperkorrektur" etwas anderes.

Zuerst wollte ich zustimmen.

Doch siehe da:

Ich hatte den Begriff zuerst nicht nachgeschlagen, sondern nur für
mich übersetzt als eine Art Überkorrektheit, Übergeneralisierung ist
in der Didaktik eine falsche Übertragung von Regeln.

Nun habe ich nachgeschlagen und festgestellt, daß ich nicht falsch
lag. Was die Hyperkorrektur - eine Art Überanpassung an die als
vorbildlich angesehene Sprachnorm - in der Soziolnguistik, ist die
Übergeneralisierung in der Sprachdidaktik , besonders im
Erstspracherwerb.

Gruß
Gunhild

Message has been deleted

Christina Kunze

unread,
Dec 30, 2010, 5:16:48 PM12/30/10
to
"Martin Gerdes" <martin...@gmx.de> schrieb

> Ich h�tte die Aussprache "Walnu�" mit langem a
> vermutlich f�r eine Leseaussprache gehalten,
> vielleicht auch f�r einen Regionalismus oder
> gar einen Fehler. Aber "Hyperkorrektur"? Kannst
> Du denn ein paar Beispiele nennen, bei denen
> das hier angewandte Schema (das hier danebengeht)
> regelm��ig richtig ist?

Rechtfertigt es nicht die Bezeichnung "Hyperkorrektur",
wenn der Sprecher einfach nur findet, dass Walnuss mit
Walfisch zu tun habe und also genauso auszusprechen
sei? Oder wenn er meinetwegen "viehrzick" sagt, weil
es doch mit "vier" zusammenh�ngt?

chr

Joachim Pense

unread,
Dec 30, 2010, 6:05:17 PM12/30/10
to
Am 30.12.2010 23:16, schrieb Christina Kunze:
> "Martin Gerdes" <martin...@gmx.de> schrieb
>
>> Ich hätte die Aussprache "Walnuß" mit langem a
>> vermutlich für eine Leseaussprache gehalten,
>> vielleicht auch für einen Regionalismus oder

>> gar einen Fehler. Aber "Hyperkorrektur"? Kannst
>> Du denn ein paar Beispiele nennen, bei denen
>> das hier angewandte Schema (das hier danebengeht)
>> regelmäßig richtig ist?

>
> Rechtfertigt es nicht die Bezeichnung "Hyperkorrektur",
> wenn der Sprecher einfach nur findet, dass Walnuss mit
> Walfisch zu tun habe und also genauso auszusprechen
> sei? Oder wenn er meinetwegen "viehrzick" sagt, weil
> es doch mit "vier" zusammenhängt?
>

Wenn ich hyperkorrigieren wollte, müsste ich "Waaahlnuss" sagen, mit
extralangem aa, dass nicht einer denkt, ich käme auf die Idee, das würde
mit kurzem a gesprochen, wie in "Wall".
Joachim

Christina Kunze

unread,
Dec 30, 2010, 7:00:23 PM12/30/10
to
"Joachim Pense" <sn...@pense-mainz.eu> schrieb

> Am 30.12.2010 23:16, schrieb Christina Kunze:
>>
>> Rechtfertigt es nicht die Bezeichnung "Hyperkorrektur",
>> wenn der Sprecher einfach nur findet, dass Walnuss mit
>> Walfisch zu tun habe und also genauso auszusprechen
>> sei?
>
> Wenn ich hyperkorrigieren wollte, müsste ich "Waaahlnuss" sagen, mit extralangem aa, dass nicht einer denkt, ich käme auf die
> Idee, das würde mit kurzem a gesprochen, wie in "Wall".

Ich dachte, genau um diese Aussprache ging es.

chr

Oliver Cromm

unread,
Dec 30, 2010, 9:23:34 PM12/30/10
to
Rüdiger Silberer *

> Am 27.12.2010 schrieb Michael Pronay:
>
> > Sowohl Siebs wie das DDR-Aussprachewörterbuch (hat das einen
> > brauchbaren Kurztitel - Krech?) haben bei der Walnuss kurzes a,
> > ÖWB sagt kurz oder lang, Duden kurz. (Beim Walross meint Siebs
> > kurz, in AT lang.)
> >
> > Gar so unüblich dürfte das kurze a in der Walnuss nicht sein.
>
> Vielleicht in Gegenden wo man auch dem "Ratt", woanders Rad, zugeneigt
> ist.

Nicht nur, bei mir sind Rad und Wal lang, Walnuß aber kurz. Wal-Nuß mit
langem a sage ich nur scherzenderweise, denn es läßt mich an das Tier
denken. Bei der Wallnuß hingegen denke ich mir nichts sachfremdes,
denn die klingt einfach normal.

Meine Aussprache ist dabei eher nicht einer Gegend geschuldet, sondern
dem (Fernseh-)Standard.

--
Klonen von Zeitmessern von hoechster Qualitaet.
Wozu zahlen tausende Euro fuer Edel chronometer brand,
wenn alles was Sie brauchen ist Reputation von dem Brand.
Spampoesie

Oliver Cromm

unread,
Dec 30, 2010, 9:31:18 PM12/30/10
to
Helmut Richter *

> Ich kritisiere das ja gar nicht. Vielmehr kritisiere ich, wenn man
> den Begriff "Walfisch" als irrig bezeichnet, obwohl er das nur
> aufgrund einer späteren Definition ist.

Kompromißvorschlag: der überlieferte Name kann heutzutage verwirren.
Pädagogisch kann das aber vielleicht sogar hilfreich sein. Wer immer
nur "Wal" hört, stellt sich die Frage vielleicht sogar weniger, worin
der sich von (anderen) Fischen unterscheidet.

Gerald Fix

unread,
Dec 31, 2010, 3:26:38 AM12/31/10
to
On Wed, 29 Dec 2010 17:58:17 +0100, Helmut Richter <hh...@web.de>
wrote:

>Ich kritisiere das ja gar nicht. Vielmehr kritisiere ich, wenn man den
>Begriff "Walfisch" als irrig bezeichnet, obwohl er das nur aufgrund einer
>späteren Definition ist.

Linnaeus erklärt in seinem System der Natur, A.D. 1766: "Hiermit
scheide ich die Wale von den Fischen." Doch wie ich aus eigener
Erfahrung weiß, teilten sich bis in das Jahr 1850 die Haifische und
Maifische, die Alsen und Heringe entgegen dem ausdrücklichen Edikt des
Linnaeus mit dem Leviathan immer noch in den Besitz ein und derselben
See.

Die Gründe, weshalb Linnaeus die Wale gern aus dem Wasser verbannt
hätte, lauten bei ihm wie folgt: "Wegen ihres warmblütigen Herzens mit
zwei Kammern, ihrer Lungen, ihrer beweglichen Augenlider, ihren innen
hohlen Ohren, penem intrantem feminam mammis lactantem" und
schließlich "ex lege naturae jure meritoque". Ich habe dies meinen
Freunden Simeon Macey und Charley Coffin aus Nantucket unterbreitet,
die beide auf einer Fahrt Backskameraden von mir waren, und sie
stimmten in der Auffassung überein, daß die dargelegten Gründe ganz
und gar unzureichend seien. Charley verstieg sich sogar zu der
Behauptung, sie seien Humbug.

Hiermit gebe ich kund, daß ich alle Beweise außer acht lasse und den
guten, altmodischen Standpunkt vertrete, daß der Wal ein Fisch sei,
wobei ich mich auf den heiligen Jona als Rückendeckung berufe.

Herman Melville, Moby Dick.

--
Viele Grüße
Gerald Fix

Joachim Pense

unread,
Dec 31, 2010, 4:29:02 AM12/31/10
to

Um diese Aussprache, aber nicht um die Motivation. Nicht, um
auszudrücken, dass Walnuss was mit Walfischen zu tun hätte, spricht man
das a besonders lang, wenn man hyperkorrigiert, sondern, um
auszudrücken, dass es nichts mit "Wall" zu tun hat.

Joachim

Message has been deleted

Gunhild Simon

unread,
Dec 31, 2010, 5:15:45 AM12/31/10
to
On 30 Dez., 12:00, Martin Gerdes <martin.ger...@gmx.de> wrote:
> Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de> schrieb:
>
> >> Offenbar verstehen wir unter dem Begriff "Hyperkorrektur" etwas anderes.
> >Zuerst wollte ich zustimmen.
> >Doch siehe da:
> >Ich hatte den Begriff zuerst nicht nachgeschlagen, sondern nur für
> >mich übersetzt als eine Art Überkorrektheit, Übergeneralisierung ist
> >in der Didaktik  eine falsche Übertragung von Regeln.
> >Nun habe ich nachgeschlagen und festgestellt, daß ich nicht falsch
> >lag.
>
> Das heißt, Du hast durch Nachschlagen in einem Buch festgestellt, daß
> wie beide unter dem Begriff "Hyperkorrektur" verstehen?
>
> Staun.

>
> >Was die Hyperkorrektur - eine Art Überanpassung an die als
> >vorbildlich angesehene Sprachnorm - in der Soziolnguistik, ist die
> >Übergeneralisierung in der Sprachdidaktik , besonders im
> >Erstspracherwerb.
>
> Ahja.

>
> Ich hätte die Aussprache "Walnuß" mit langem a vermutlich für eine
> Leseaussprache gehalten, vielleicht auch für einen Regionalismus oder
> gar einen Fehler. Aber "Hyperkorrektur"?  Kannst Du denn ein paar
> Beispiele nennen, bei denen das hier angewandte Schema (das hier
> danebengeht) regelmäßig richtig ist?

Ich finde Deine chatmäßigen Einlassungen 'nicht zielführend' - indes
ich deutlich machen will, daß ich sie eigentlich herablassend und blöd
finde.

Meine Idee, warum "Waalnuß" eine Art Übergeneralisierung sein könnte,
hat andere Gründe.
Zwar spricht man im Deutschen bei Komposita die einzelnen Wortteile
ihrer Einzelbedeutung entsprechend aus.

Die Ausspracheregel sieht aber vor, daß ein Volal kurz gesprochen
wird, wenn danach eine bestimmte Konsonantenkombination folgt,
unabhängig davon, ob der Vokal durch einen Doppelkonsonanten geschärft
wird.

So wird man etwa den Vokal in Samt, Salz , Balsam, Balneum, Land,
Wald, Mango kurz sprechen, weil zwei Konsonanten folgen.
Aus diesem Grund würde man das Wort Walnuß unbefangen lesend mit
kurzem /a/ aussprechen.

Nur im Osnabrücker Land sagt man unauffälligerweise Kiersche, Kierche,
viehrzehn, viehrzig, Pfiersich, Bierne, Wuurst, Duurst.

Walnuß ist ein Name, der die Herkunft des ersten Kompositumsglieds
zunächst offenläßt. Man kann, wenn man dem naiv begegnet, wie ein
Schulkind, das sich rechtschreiblich zu orientieren sucht, den Wal
ausschließen und vielleicht an Wallanlagen, die von Nußbäumen
bestanden sind, denken.

Umgekehrt würde man, wenn es einem erstmals als Schrift begegnete,
ohne zu zögern aus den genannten Gründen mit kurzem /a/ sprechen.

Danach wird man als Sprachinteressierter vielleicht weiterforschen
oder es als Kuriosum nehmen, wie es so manche in der Natur gibt.

Warum heißt die Himbeere "Himmbeere", die Brombeere ""Brommbeere", die
Preiselbeere "Preißelbeere" , die Blume Akelei "Ackelei".?

Gruß
Gunhild

Roland Franzius

unread,
Dec 31, 2010, 5:41:01 AM12/31/10
to
Am 31.12.2010 11:15, schrieb Gunhild Simon:
> On 30 Dez., 12:00, Martin Gerdes<martin.ger...@gmx.de> wrote:
>> Gunhild Simon<gunhild.si...@yahoo.de> schrieb:
>>
>>>> Offenbar verstehen wir unter dem Begriff "Hyperkorrektur" etwas anderes.
>>> Zuerst wollte ich zustimmen.
>>> Doch siehe da:
>>> Ich hatte den Begriff zuerst nicht nachgeschlagen, sondern nur f�r
>>> mich �bersetzt als eine Art �berkorrektheit, �bergeneralisierung ist
>>> in der Didaktik eine falsche �bertragung von Regeln.
>>> Nun habe ich nachgeschlagen und festgestellt, da� ich nicht falsch
>>> lag.
>>
>> Das hei�t, Du hast durch Nachschlagen in einem Buch festgestellt, da�

>> wie beide unter dem Begriff "Hyperkorrektur" verstehen?
>>
>> Staun.
>>
>>> Was die Hyperkorrektur - eine Art �beranpassung an die als

>>> vorbildlich angesehene Sprachnorm - in der Soziolnguistik, ist die
>>> �bergeneralisierung in der Sprachdidaktik , besonders im
>>> Erstspracherwerb.
>>
>> Ahja.
>>
>> Ich h�tte die Aussprache "Walnu�" mit langem a vermutlich f�r eine
>> Leseaussprache gehalten, vielleicht auch f�r einen Regionalismus oder

>> gar einen Fehler. Aber "Hyperkorrektur"? Kannst Du denn ein paar
>> Beispiele nennen, bei denen das hier angewandte Schema (das hier
>> danebengeht) regelm��ig richtig ist?
>
> Ich finde Deine chatm��igen Einlassungen 'nicht zielf�hrend' - indes
> ich deutlich machen will, da� ich sie eigentlich herablassend und bl�d
> finde.
>
> Meine Idee, warum "Waalnu�" eine Art �bergeneralisierung sein k�nnte,
> hat andere Gr�nde.

> Zwar spricht man im Deutschen bei Komposita die einzelnen Wortteile
> ihrer Einzelbedeutung entsprechend aus.
>
> Die Ausspracheregel sieht aber vor, da� ein Volal kurz gesprochen

> wird, wenn danach eine bestimmte Konsonantenkombination folgt,
> unabh�ngig davon, ob der Vokal durch einen Doppelkonsonanten gesch�rft

> wird.
>
> So wird man etwa den Vokal in Samt, Salz , Balsam, Balneum, Land,
> Wald, Mango kurz sprechen, weil zwei Konsonanten folgen.
> Aus diesem Grund w�rde man das Wort Walnu� unbefangen lesend mit
> kurzem /a/ aussprechen.
>
> Nur im Osnabr�cker Land sagt man unauff�lligerweise Kiersche, Kierche,

> viehrzehn, viehrzig, Pfiersich, Bierne, Wuurst, Duurst.
>
> Walnu� ist ein Name, der die Herkunft des ersten Kompositumsglieds
> zun�chst offenl��t. Man kann, wenn man dem naiv begegnet, wie ein

> Schulkind, das sich rechtschreiblich zu orientieren sucht, den Wal
> ausschlie�en und vielleicht an Wallanlagen, die von Nu�b�umen
> bestanden sind, denken.
>
> Umgekehrt w�rde man, wenn es einem erstmals als Schrift begegnete,
> ohne zu z�gern aus den genannten Gr�nden mit kurzem /a/ sprechen.

>
> Danach wird man als Sprachinteressierter vielleicht weiterforschen
> oder es als Kuriosum nehmen, wie es so manche in der Natur gibt.
>
> Warum hei�t die Himbeere "Himmbeere", die Brombeere ""Brommbeere", die
> Preiselbeere "Prei�elbeere" , die Blume Akelei "Ackelei".?

Vermutlich, weil die b�uerliche Bev�lkerung von diesen Dingen immer viel
mehr Ahnung hatte, als der lokale Dorfschullehrer. In fachsprachlichen
Dingen l��t sich der deutsche Bauer, Handwerker, Kaufmann vom Philologen
nicht hineinpfuschen.

--

Roland Franzius

Joachim Pense

unread,
Dec 31, 2010, 7:02:36 AM12/31/10
to
Am 31.12.2010 11:15, schrieb Gunhild Simon:

Was soll das für eine Regel sein? Die Walfangregel?

> So wird man etwa den Vokal in Samt, Salz , Balsam, Balneum, Land,
> Wald, Mango kurz sprechen, weil zwei Konsonanten folgen.
> Aus diesem Grund würde man das Wort Walnuß unbefangen lesend mit
> kurzem /a/ aussprechen.
>

Meiner Meinung nach werden Silben auf -al meist lang gesprochen,
national-, funktional-, rational-, saisonal-, und das wird auch nicht
dadurch kurz, dass ein zweites Kompositionsglied mit Konsonananten folgt.

Obwohl: "Albert" spreche ich mit kurzem a.

>
> Walnuß ist ein Name, der die Herkunft des ersten Kompositumsglieds
> zunächst offenläßt. Man kann, wenn man dem naiv begegnet, wie ein
> Schulkind, das sich rechtschreiblich zu orientieren sucht, den Wal
> ausschließen und vielleicht an Wallanlagen, die von Nußbäumen
> bestanden sind, denken.

Wenn ich "Malbuch" lese, spreche ich das a lang, wie in Walnuss. Würde
ich nicht wissen, dass "Alfons" mit kurzem a gesprochen wird, würde ich
"Aalfons" sagen. Obwohl: <http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Aalfons>

>
> Umgekehrt würde man, wenn es einem erstmals als Schrift begegnete,
> ohne zu zögern aus den genannten Gründen mit kurzem /a/ sprechen.
>

Nur, wenn das l verdoppelt ist.

> Danach wird man als Sprachinteressierter vielleicht weiterforschen
> oder es als Kuriosum nehmen, wie es so manche in der Natur gibt.
>

Vor allem, weil es nicht stimmt.

> Warum heißt die Himbeere "Himmbeere", die Brombeere ""Brommbeere", die
> Preiselbeere "Preißelbeere" , die Blume Akelei "Ackelei".?
>

Ich glaube, ich sage Ackelei, aber ich bin mir nicht sicher, und Aakelei
würde mich nicht wundern.

Joachim

Peter J. Holzer

unread,
Dec 31, 2010, 10:56:45 AM12/31/10
to
On 2010-12-31 02:23, Oliver Cromm <lispa...@crommatograph.info> wrote:
> Rüdiger Silberer *
>> Am 27.12.2010 schrieb Michael Pronay:
>> > Sowohl Siebs wie das DDR-Aussprachewörterbuch (hat das einen
>> > brauchbaren Kurztitel - Krech?) haben bei der Walnuss kurzes a,
>> > ÖWB sagt kurz oder lang, Duden kurz. (Beim Walross meint Siebs
>> > kurz, in AT lang.)
>> >
>> > Gar so unüblich dürfte das kurze a in der Walnuss nicht sein.
>>
>> Vielleicht in Gegenden wo man auch dem "Ratt", woanders Rad, zugeneigt
>> ist.
>
> Nicht nur, bei mir sind Rad und Wal lang, Walnuß aber kurz. Wal-Nuß mit
> langem a sage ich nur scherzenderweise, denn es läßt mich an das Tier
> denken.

Ich müsste hingegen bei einer Wallnuss an einen Wall denken. Die Walnuss
(lang gesprochen) habe ich hingegen soweit ich weiß nie mit Walen,
Wahlen oder Waalen in Zusammenhang gebracht.

> Meine Aussprache ist dabei eher nicht einer Gegend geschuldet, sondern
> dem (Fernseh-)Standard.

Von bundesdeutschem Fernsehen blieb ich in meiner Kindheit weitgehend
verschont - da gab es nur FS1 und FS2 (in Krimis und Quizsendungen kamen
vermutlich nie Walnüsse vor).

hp

Message has been deleted

Oliver Cromm

unread,
Dec 31, 2010, 4:41:36 PM12/31/10
to
Gunhild Simon *

> Warum heißt die Himbeere "Himmbeere", die Brombeere ""Brommbeere", die
> Preiselbeere "Preißelbeere" , die Blume Akelei "Ackelei".?

Ich spreche Preiselbeere mit /z/ und Akelei mit länglichem A (die
Länge ist nicht eindeutig, weil unbetont). Letzteres vermutlich nach
der Schrift geraten, ersteres aus dem Leben.

Wolfram Heinrich

unread,
Dec 31, 2010, 6:13:24 PM12/31/10
to
Am Fri, 31 Dec 2010 16:41:36 -0500 schrieb Oliver Cromm:

> Gunhild Simon *
>
>> Warum heißt die Himbeere "Himmbeere", die Brombeere ""Brommbeere", die
>> Preiselbeere "Preißelbeere" , die Blume Akelei "Ackelei".?
>
> Ich spreche Preiselbeere mit /z/ und Akelei mit länglichem A (die
> Länge ist nicht eindeutig, weil unbetont). Letzteres vermutlich nach
> der Schrift geraten, ersteres aus dem Leben.

Hierzulande schreibt man Preißelbeere, spricht aber Preiselbeere (hat ja
nix mit die Preißn zu tun, nö).

Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, schwarze Katzen bringen Unglück. Alles andere, sagt
er, aber auch.
<http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<http://www.freitag.de/community/blogs/wolfram-heinrich>

Yvonne Steiner

unread,
Dec 31, 2010, 6:29:09 PM12/31/10
to
Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> wrote:

> Am Fri, 31 Dec 2010 16:41:36 -0500 schrieb Oliver Cromm:
>
> > Gunhild Simon *
> >
> >> Warum heißt die Himbeere "Himmbeere", die Brombeere ""Brommbeere", die
> >> Preiselbeere "Preißelbeere" , die Blume Akelei "Ackelei".?
> >
> > Ich spreche Preiselbeere mit /z/ und Akelei mit länglichem A (die
> > Länge ist nicht eindeutig, weil unbetont). Letzteres vermutlich nach
> > der Schrift geraten, ersteres aus dem Leben.
>
> Hierzulande schreibt man Preißelbeere, spricht aber Preiselbeere
> (hat ja nix mit die Preißn zu tun, nö).

Eben - und darum schreibt man auch Preiselbeere.

--
Yvonne Steiner

Frank Zeeb

unread,
Jan 1, 2011, 4:29:55 AM1/1/11
to
Wolfram Heinrich schrieb:

> Hierzulande schreibt man Preißelbeere, spricht aber Preiselbeere (hat ja
> nix mit die Preißn zu tun, nö).

Das erinnert an die Bärencomics (von Brösel?):

-- Im Urlaub war i drobn im Norden
-- Geh, worst bei die Preißelbärn?

Gruß
Frank

Thomas Schade

unread,
Jan 1, 2011, 7:34:19 AM1/1/11
to
On 01.01.2011 00:29, Yvonne Steiner wrote:
> Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> wrote:

>> > Ich spreche Preiselbeere mit /z/ und Akelei mit länglichem A (die
>> > Länge ist nicht eindeutig, weil unbetont). Letzteres vermutlich nach
>> > der Schrift geraten, ersteres aus dem Leben.
>>
>> Hierzulande schreibt man Preißelbeere, spricht aber Preiselbeere
>> (hat ja nix mit die Preißn zu tun, nö).
>
> Eben - und darum schreibt man auch Preiselbeere.

Möglicherweise, aber wirklich nur vermutend, ist Wolframs 'hierzulande'
nicht deinzulande. :)


Ciao
Toscha
--
Spontanität will gut überlegt sein.

Yvonne Steiner

unread,
Jan 1, 2011, 8:28:59 AM1/1/11
to
Thomas Schade <tos...@rrr.de> wrote:

Das ist schon richtig, aber warum sollte es bei euch drüben anders sein?
Wir haben, vom ß/ss abegesehen, keine unterschiedliche Orthografie und
wenn Wolfram tatsächlich *Preißelbeere schreibt, dann weiss ich nicht,
woher er das übernommen hat bzw. in welchem Jahrhundert das vielleicht
tatsächlich einmal so geschrieben wurde.
In seiner Schulzeit dürfte er es eigentlich nicht so gelernt haben.

Vielleicht klärt er uns ja bald einmal auf.

--
Yvonne Steiner

Peter J. Holzer

unread,
Jan 1, 2011, 3:49:28 PM1/1/11
to
On 2011-01-01 13:28, Yvonne Steiner <yste...@swissonline.ch> wrote:
> Thomas Schade <tos...@rrr.de> wrote:
>> On 01.01.2011 00:29, Yvonne Steiner wrote:
>> > Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> wrote:
>> >> Hierzulande schreibt man Preißelbeere, spricht aber Preiselbeere
>> >> (hat ja nix mit die Preißn zu tun, nö).
>> >
>> > Eben - und darum schreibt man auch Preiselbeere.
>>
>> Möglicherweise, aber wirklich nur vermutend, ist Wolframs 'hierzulande'
>> nicht deinzulande. :)
>
> Das ist schon richtig, aber warum sollte es bei euch drüben anders sein?
> Wir haben, vom ß/ss abegesehen, keine unterschiedliche Orthografie und
> wenn Wolfram tatsächlich *Preißelbeere schreibt, dann weiss ich nicht,
> woher er das übernommen hat bzw. in welchem Jahrhundert das vielleicht
> tatsächlich einmal so geschrieben wurde.

Google führt mich bei der Suche nach Preißelbeere schnurstracks zu
Meyers Konversationslexikon aus dem Jahr 1888.

Ah, Google ngrams ist wirklich ein nettes Spielzeug:

http://ngrams.googlelabs.com/graph?content=Preiselbeere%2CPrei%C3%9Felbeere&year_start=1800&year_end=2000&corpus=8&smoothing=3

1840-1860: Preißelbeere
1860-1900: Preiselbeere
1900-1960: Preißelbeere
1960-2000: Preiselbeere

Ein Wort, dessen Schreibweise offenbar der Mode unterliegt.

> In seiner Schulzeit dürfte er es eigentlich nicht so gelernt haben.

Könnte sich ausgehen.

hp

Christina Kunze

unread,
Jan 1, 2011, 4:05:01 PM1/1/11
to
"Martin Gerdes" <martin...@gmx.de> schrieb

> In meinem Dialekt spricht man übrigens die Wörter "Salz"
> und "Wald" mit langem a, wenngleich die Längung als
> bäurisch gilt. Auch "Land" ist lang, allerdings spricht
> man dieses a nasal.

Hast Du dafür mal ein Tonbeispiel? Ein nasales A kann
ich mir gar nicht vorstellen.

chr

Christina Kunze

unread,
Jan 1, 2011, 4:06:28 PM1/1/11
to
"Wolfram Heinrich" <in...@theodor-rieh.de> schrieb

>
> Hierzulande schreibt man Preißelbeere, spricht
> aber Preiselbeere (hat ja nix mit die Preißn zu
> tun, nö).

In Deinem Tonbeispiel anno hast Du aber jedes
S stimmlos gesprochen. Sollte mitten in der
Preiselbeere auf Bairisch plötzlich ein
stimmhaftes auftauchen?
Wenn nicht, was unterscheidet dann die Aussprache
mit stimmlosem S und mit ß?

chr

Sergio Gatti

unread,
Jan 1, 2011, 4:17:46 PM1/1/11
to
Peter J. Holzer schrieb:

> Google führt mich bei der Suche nach Preißelbeere schnurstracks zu
> Meyers Konversationslexikon aus dem Jahr 1888.
>
> Ah, Google ngrams ist wirklich ein nettes Spielzeug:
>
> http://ngrams.googlelabs.com/graph?content=Preiselbeere%2CPrei%C3%9Felbeere&year_start=1800&year_end=2000&corpus=8&smoothing=3
>
> 1840-1860: Preißelbeere
> 1860-1900: Preiselbeere
> 1900-1960: Preißelbeere

Nettes Spielzeug, aber auch zuverlässig?
Mein Duden Deutsch-Italienisch von 1939 und das Brockhaus
von 1923 kennen nur Preiselbeere.
Laut Volks-Brockhaus von 1935: Preiselbeere oder Preißelbeere.
Grüße
Sergio

Joachim Pense

unread,
Jan 1, 2011, 4:19:28 PM1/1/11
to

Dann mach mal einen Ausflug nach Hanau.

Joachim

Message has been deleted

Michael Pronay

unread,
Jan 2, 2011, 3:47:38 AM1/2/11
to
Sergio Gatti wrote:

> Mein Duden Deutsch-Italienisch von 1939 und das Brockhaus

> von 1923 kennen nur Preiselbeere. ^^^
der

> Laut Volks-Brockhaus von 1935: Preiselbeere oder Prei�elbeere.

Der Gro�e Brockhaus (1933) kennt auch beide Schreibungen.

Aber seit 1951 (�WB) steht in allen meinen W�rterb�chern (Duden,
Krech, Mater, �WB, Paul, Siebs, Wahrig) nur mehr die Preiselbeere.

M.

Michael Pronay

unread,
Jan 2, 2011, 3:56:25 AM1/2/11
to
Christina Kunze wrote:

>> In meinem Dialekt spricht man übrigens die Wörter "Salz"
>> und "Wald" mit langem a, wenngleich die Längung als
>> bäurisch gilt. Auch "Land" ist lang, allerdings spricht
>> man dieses a nasal.

> Hast Du dafür mal ein Tonbeispiel? Ein nasales A kann
> ich mir gar nicht vorstellen.

Kennst Du "Travnicek auf Urlaub"? Da beginnt der Qualtinger
mit dem Satz: "Des is a La[u]nd ..."

Vielleicht ist sowas gemeint?

M.

Wolfram Heinrich

unread,
Jan 2, 2011, 5:21:49 AM1/2/11
to
Am Sat, 1 Jan 2011 14:28:59 +0100 schrieb Yvonne Steiner:

> Thomas Schade <tos...@rrr.de> wrote:
>
>> On 01.01.2011 00:29, Yvonne Steiner wrote:
>>> Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> wrote:
>>

>>>> > Ich spreche Preiselbeere mit /z/ und Akelei mit l�nglichem A (die
>>>> > L�nge ist nicht eindeutig, weil unbetont). Letzteres vermutlich nach


>>>> > der Schrift geraten, ersteres aus dem Leben.
>>>>

>>>> Hierzulande schreibt man Prei�elbeere, spricht aber Preiselbeere
>>>> (hat ja nix mit die Prei�n zu tun, n�).


>>>
>>> Eben - und darum schreibt man auch Preiselbeere.
>>

>> M�glicherweise, aber wirklich nur vermutend, ist Wolframs 'hierzulande'
>> nicht deinzulande. :)
>
> Das ist schon richtig, aber warum sollte es bei euch dr�ben anders sein?
> Wir haben, vom �/ss abegesehen, keine unterschiedliche Orthografie und
> wenn Wolfram tats�chlich *Prei�elbeere schreibt, dann weiss ich nicht,
> woher er das �bernommen hat bzw. in welchem Jahrhundert das vielleicht
> tats�chlich einmal so geschrieben wurde.
> In seiner Schulzeit d�rfte er es eigentlich nicht so gelernt haben.
>
> Vielleicht kl�rt er uns ja bald einmal auf.

Wollen mal so sagen: Google findet f�r Prei�elbeere/Preisselbeere immerhin
20.000 Belegstellen, auch schweizerische �brigens. Ich habe die
Schreibweise von den Gl�sern, in denen es eingemachte Prei�elbeeren gab.

Ciao
Wolfram
--
Wenn Elefanten k�mpfen leidet das Gras.
AFRIKANISCHES SPRICHWORT

Wolfram Heinrich

unread,
Jan 2, 2011, 5:23:31 AM1/2/11
to

Die Preißelbeere spricht man, wie ich sagte, so wie den Preis, wo einer
gewinnen tut. Die Preißn dagegen spricht man mit extrascharfem "ß" (weil
Preiß und weich, das gibt's nicht).

Ciao
Wolfram
--
Es gibt ja Leute, die sagen, unsere Politiker, das sind alles Verbrecher.
Das ist natürlich Unsinn. Das wirklich organisierte Verbrechen, das
arbeitet auf höherem Niveau. Da werden Menschen auch mal zur Verantwortung
gezogen.
MATHIAS BELTZ

Message has been deleted

Peter J. Holzer

unread,
Jan 2, 2011, 7:47:22 AM1/2/11
to
On 2011-01-01 21:17, Sergio Gatti <sergi...@meine-wahrheit-deine-wahrheit.de> wrote:
> Peter J. Holzer schrieb:
>> Google führt mich bei der Suche nach Preißelbeere schnurstracks zu
>> Meyers Konversationslexikon aus dem Jahr 1888.
>>
>> Ah, Google ngrams ist wirklich ein nettes Spielzeug:
>>
>> http://ngrams.googlelabs.com/graph?content=Preiselbeere%2CPrei%C3%9Felbeere&year_start=1800&year_end=2000&corpus=8&smoothing=3
>>
>> 1840-1860: Preißelbeere
>> 1860-1900: Preiselbeere
>> 1900-1960: Preißelbeere
>
> Nettes Spielzeug, aber auch zuverlässig?

Gute Frage. Ich habe keine Ahnung, wie repräsentativ der Googlebestand
für den gesamten Bestand an deutschsprachigen Publikationen ist. Rein
von der Menge her dürften sie aber alles, was eine Wörterbuchredaktion
jemals untersuchen konnte, bereits deutlich überschritten haben. Sofern
da keine besonderen Ausreißer dabei sind ("Gesammelte Preißelbeer-
Rezepte, Band 1-97"), sollte das für den tatsächlichen Sprachgebrauch
zuverlässiger sein als ein Wörterbuch, das der Entwicklung ja meistens
hinterherhinkt oder sie sogar aus einem präskriptiven Anspruch heraus
ignoriert.

hp

Sergio Gatti

unread,
Jan 2, 2011, 8:36:23 AM1/2/11
to
Peter J. Holzer schrieb:

Ach so, es geht dir um die tatsächlich benutzte
Schreibweise. Dann habe ich einige Zweifel, dass Google
wirklich mehr "gelesen" hat die damaligen
Wörterbuchredaktionen, aber im Prinzip stimme ich mit deinen
Überlegungen überein.
Ich dachte aber, es ginge um die Norm, nach der Wolfgang die
Schreibweise Preißelbeere gelernt haben sollte oder könnte.
Grüße
Sergio

Joachim Pense

unread,
Jan 2, 2011, 10:32:16 AM1/2/11
to
Am 02.01.2011 11:49, schrieb Matthias Opatz:
> Wolfram Heinrich schrieb:

>
>> Die Preißelbeere spricht man, wie ich sagte, so wie den Preis, wo einer
>> gewinnen tut. Die Preißn dagegen spricht man mit extrascharfem "ß" (weil
>> Preiß und weich, das gibt's nicht).
>
> Ich spreche das s in Preis wie das ß in Preußen. Ich kann am Wortende
> überhaupt nur scharfes s, egal, welcher Buchstabe da ist: Bus, Fuß, Stuss.
>
> Ein stimmhaftes s kann ich nur im Silbenanlaut (Segen, rasieren, Rose),
> am Wortanfang eigenlich immer, es sei denn, es steht Sz (wie in Szeged,
> Szechuan ... aber nicht in Szene).
>
> Keine Ahnung, ob dieser mein Sprachgebrauch genau normgerecht ist.
>

Doch, vorbildliches Neuhochdeutsch.

Joachim

Walter P. Zähl

unread,
Jan 2, 2011, 2:21:15 PM1/2/11
to
Joachim Pense <sn...@pense-mainz.eu> wrote:
> Am 01.01.2011 22:05, schrieb Christina Kunze:
>> "Martin Gerdes" <martin...@gmx.de> schrieb
>>
>>> In meinem Dialekt spricht man übrigens die Wörter "Salz"
>>> und "Wald" mit langem a, wenngleich die Längung als
>>> bäurisch gilt. Auch "Land" ist lang, allerdings spricht
>>> man dieses a nasal.

Ist das "a" nasal, oder das "an"?

>>
>> Hast Du dafür mal ein Tonbeispiel? Ein nasales A kann
>> ich mir gar nicht vorstellen.
>>
>
> Dann mach mal einen Ausflug nach Hanau.
>

Oder nach La France.


/Walter

Wolfram Heinrich

unread,
Jan 2, 2011, 4:13:47 PM1/2/11
to
Am Sun, 2 Jan 2011 11:49:07 +0100 schrieb Matthias Opatz:

> Wolfram Heinrich schrieb:
>

>> Die Preißelbeere spricht man, wie ich sagte, so wie den Preis, wo einer
>> gewinnen tut. Die Preißn dagegen spricht man mit extrascharfem "ß" (weil
>> Preiß und weich, das gibt's nicht).
>

> Ich spreche das s in Preis wie das ß in Preußen. Ich kann am Wortende
> überhaupt nur scharfes s, egal, welcher Buchstabe da ist: Bus, Fuß, Stuss.
>
> Ein stimmhaftes s kann ich nur im Silbenanlaut (Segen, rasieren, Rose),
> am Wortanfang eigenlich immer, es sei denn, es steht Sz (wie in Szeged,
> Szechuan ... aber nicht in Szene).
>

Du sprichst das "s" in Preis tatsächlich anders als das in "preisen"?

Ciao
Wolfram
--
Die Optimisten glauben, sie lebten in der besten aller möglichen Welten.
Die Pessimisten fürchten, daß dies so sei.
UNBEKANNT

Thomas Schade

unread,
Jan 2, 2011, 4:26:57 PM1/2/11
to
On 02.01.2011 22:13, Wolfram Heinrich wrote:
> Am Sun, 2 Jan 2011 11:49:07 +0100 schrieb Matthias Opatz:

>>> Die Preißelbeere spricht man, wie ich sagte, so wie den Preis, wo einer
>>> gewinnen tut. Die Preißn dagegen spricht man mit extrascharfem "ß" (weil
>>> Preiß und weich, das gibt's nicht).
>>
>> Ich spreche das s in Preis wie das ß in Preußen. Ich kann am Wortende
>> überhaupt nur scharfes s, egal, welcher Buchstabe da ist: Bus, Fuß, Stuss.
>>
>> Ein stimmhaftes s kann ich nur im Silbenanlaut (Segen, rasieren, Rose),
>> am Wortanfang eigenlich immer, es sei denn, es steht Sz (wie in Szeged,
>> Szechuan ... aber nicht in Szene).
>>
> Du sprichst das "s" in Preis tatsächlich anders als das in "preisen"?

Der Preis ist heiß,
die Preise sind leise.

Da spreche ich die s/ß in der ersten Zeile alle gleich, als scharfes s.
Die drei s in der zweiten Zeile spreche ich alle stimmhaft. Wobei ich
nicht weiß, wie ich einem Bayern ein stimmhaftes s beschreiben könnte.


Ciao
Toscha
--
In Beer we trust

Message has been deleted

Yvonne Steiner

unread,
Jan 2, 2011, 4:34:58 PM1/2/11
to
Thomas Schade <tos...@rrr.de> wrote:

> [...] Wobei ich nicht weiß, wie ich einem Bayern ein stimmhaftes s
> beschreiben könnte.

Wir Schweizer sprechen auch kein stimmhaftes s, dennoch wissen wir, was
das ist und wie es klingt. :)

--
Yvonne Steiner

Wolfram Heinrich

unread,
Jan 2, 2011, 4:39:00 PM1/2/11
to

Wenn du ersteres mit "ß" sprichst, weiß ja keiner, obst du nicht eine
Lobpreißung eines Berliners meinst.

Ciao
Wolfram
--
Eher nämlich wird ein Gebirge durch eine einzige Ameise beseitigt als durch
das Gerücht, es sei nicht zu beseitigen.
BERT BRECHT

Thomas Schade

unread,
Jan 2, 2011, 4:46:22 PM1/2/11
to
On 02.01.2011 22:39, Wolfram Heinrich wrote:
> Am Sun, 02 Jan 2011 22:26:57 +0100 schrieb Thomas Schade:

>>> Du sprichst das "s" in Preis tats�chlich anders als das in "preisen"?
>>
>> Der Preis ist hei�,
>> die Preise sind leise.
>>
>> Da spreche ich die s/� in der ersten Zeile alle gleich, als scharfes s.


>> Die drei s in der zweiten Zeile spreche ich alle stimmhaft. Wobei ich

>> nicht wei�, wie ich einem Bayern ein stimmhaftes s beschreiben k�nnte.
>>
> Wenn du ersteres mit "�" sprichst, wei� ja keiner, obst du nicht eine
> Lobprei�ung eines Berliners meinst.

Das Risiko best�nde nur, wenn es �berhaupt je einen Grund g�be, einen
Prei�'n zu preisen.


Ciao
Toscha
--
I know that I will never be politically correct.
And I don't give a damn about my lack of etiquette.
(Meat Loaf)

Thomas Schade

unread,
Jan 2, 2011, 4:50:23 PM1/2/11
to

Dann ist's ja gut. :)

Wobei mir die Sache mit stimmlosem / stimmhaftem s nach wie vor ein
gewisses Rätsel ist; ja, trotz 30 Jahren Bayern. Muss ich mir das
wirklich so vorstellen, dass ihr in der Aussprache nicht unterscheidet
zwischen z.B. 'heißer' und 'heiser' oder auch 'reißen' und 'reisen'?


Ciao
Toscha
--
Don't scab for the bosses don't listen to their lies
us poor folks haven't got a chance unless we organize.
[Dropkick Murphys]

Christina Kunze

unread,
Jan 2, 2011, 5:31:42 PM1/2/11
to
"Thomas Schade" <tos...@rrr.de> schrieb

So wie den Anfangsbuchstaben von "zanzari" minus
anlautendes D bzw. wie das Geräusch, das sie machen: bsssssss.

chr

Christina Kunze

unread,
Jan 2, 2011, 5:32:58 PM1/2/11
to
"Matthias Opatz" <m...@privacy.net> schrieb
> Wolfram Heinrich schrieb:

>>>
>> Du sprichst das "s" in Preis tatsächlich anders als das in "preisen"?
>
> Wer behauptet das? Ich nicht.
>
> Von allen Silbenanlauten war nicht die Rede. Hier steht ja wohl nicht
> einmal ein Glottisschlag vor dem s.

Huch?! Du sprichst das S in "Preis" *nicht* anders als das
in "preisen"?

chr

Wolfram Heinrich

unread,
Jan 2, 2011, 5:32:56 PM1/2/11
to
Am Sun, 02 Jan 2011 22:46:22 +0100 schrieb Thomas Schade:

> On 02.01.2011 22:39, Wolfram Heinrich wrote:
>> Am Sun, 02 Jan 2011 22:26:57 +0100 schrieb Thomas Schade:
>

>>>> Du sprichst das "s" in Preis tatsächlich anders als das in "preisen"?
>>>
>>> Der Preis ist heiß,
>>> die Preise sind leise.
>>>
>>> Da spreche ich die s/ß in der ersten Zeile alle gleich, als scharfes s.


>>> Die drei s in der zweiten Zeile spreche ich alle stimmhaft. Wobei ich

>>> nicht weiß, wie ich einem Bayern ein stimmhaftes s beschreiben könnte.
>>>

>> Wenn du ersteres mit "ß" sprichst, weiß ja keiner, obst du nicht eine
>> Lobpreißung eines Berliners meinst.
>
> Das Risiko bestände nur, wenn es überhaupt je einen Grund gäbe, einen
> Preiß'n zu preisen.
>
Das stimmt jetzt allerdings auch wieder.

Ciao
Wolfram
--
Jesus vergnügt ein Liedchen sang,
Als Kortzfleysch Gott im Schach bezwang.

It is loading more messages.
0 new messages