Für mich ist das a in Walter nicht anders als bei anderen kurzen as.
Schade, dieser Längenunterschied, ein Schönheitsfehler bei dem Witz mit
dem Walzertänzer, der Wale zertanzt.
Joachim
der Wal [a:]
die Wahl [a:]
Für mich kein Unterschied in der Vokallänge.
>> Die Aussprache des <a> in <Wal> wird in Wiktionary stets mit
>> [a] angegeben, nur einmal lang [a:], wie im Wort »Wal«, und
>> einmal kurz [a], wie im Wort »Walter«.
>
> Hm... W[a]lnuss oder W[a:]lnuss?
>
> Der Supermarkt um die Ecke hat's elegant umgangen: Dort gab es
> Wallnüsse.
Nur konsequent, so spricht der Engländer auch von der 'wallnutt'.
Ciao
Toscha
--
Ich bremse auch für Biere.
Mein letzter Kurs in phonetic transcription ist so runde 35 Jahre her,
daher möchte ich Dir nur phänomenologisch zustimmen:
Ich fände es ausgesprochen seltsam, würde jemand meinen
Namen mit dem gleichen Wal wie in Walfisch beginnen ...
/Walter
> Die Aussprache des <a> in <Wal> wird in Wiktionary stets mit
> [a] angegeben, nur einmal lang [a:], wie im Wort �Wal�, und
> einmal kurz [a], wie im Wort �Walter�.
>
> Aber mir erscheint das <a> in �Walter� auch geschlossener zu
> sein, wie man h�rt, wenn man einmal zum Vergleich das Wort
> �Wal� und dahinter die Silbe �Ter� spricht. Daher sollte man
> es meinem Geh�r nach eher mit [/\] notieren. Oder?
Es geht nicht nach Silben ("Silben" sind ohnehin keine linguistisch
relevante Einheit), sondern nach Morphen. Und das Kernmorph in Walter
ist |walt| (|er| ist ein Allerwelts-Ableitungsmorph). Und da nun in
diesem Morph mehr als 1 Konsonant nach dem Vokal steht, ist der Vokal
regelm��ig *kuchz*!
(L�nge des Vokals gibt's, wenn nach dem Vokal kein oder ein Konsonant
kommt. Die meisten Ausnahmen hiervon sind in der Verschriftung durch
Konsonantbuchstabencluster, etwa <ng>, <ch>, <sch>, markiert.)
Ich habedie Idee, daß die Vorsilbe Wal- bei germanischstämmigen
Wörtern, insbesondere Namen auf Wal, Walstatt, Walküre hindeutet..
Demnach ist Waltraut nicht die "Waldvertraute" sondern die mit der Wal/
Wahl(?) Vertraute. Kennte ich mich mit Wagner - "Walmaid warst du mir"
- aus, wüßte ich mehr dazu.
Es scheint, daß Walter/ Walther nun der Walter, der Herr, des Heeres
ist, wie Gunther der Kämpfer des Heeres ist.
Gruß
Gunhild
Die Walnuß hat ihren Namen von den welschen Nachbarn, in deren Land
sie besonders gut gedeiht. Es ist die walsche Nuß, englisch vielleich
walsh nut. Eigentlich kommt der Baum aus China, wie so vieles
Einheimische.
http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/querbeet/pflanzen-lexikon-stauden-walnuss-ID1199796108467.xml
Gruß
Gunhild
> r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) schrieb:
>
> > Die Aussprache des <a> in <Wal> wird in Wiktionary stets mit
> > [a] angegeben, nur einmal lang [a:], wie im Wort »Wal«, und
> > einmal kurz [a], wie im Wort »Walter«.
> >
> > Aber mir erscheint das <a> in »Walter« auch geschlossener zu
> > sein, wie man hört, wenn man einmal zum Vergleich das Wort
> > »Wal« und dahinter die Silbe »Ter« spricht. Daher sollte man
> > es meinem Gehör nach eher mit [/\] notieren. Oder?
>
> Es geht nicht nach Silben ("Silben" sind ohnehin keine linguistisch
> relevante Einheit), sondern nach Morphen.
Natürlich sind Silben in der Phonetik und damit linguistisch relevant,
sie sind zum Beispiel Träger der Betonung.
> Und das Kernmorph in Walter
> ist |walt| (|er| ist ein Allerwelts-Ableitungsmorph).
Das weiß der Normalnutzer nicht. Braucht er auch nicht zu wissen.
> Und da nun in
> diesem Morph mehr als 1 Konsonant nach dem Vokal steht, ist der Vokal
> regelmäßig *kuchz*!
Ja, da sind wir uns wohl alle einig. Können wir jetzt zu Stefans Frage
kommen?
--
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Wenn Sie Interesse an Fine Chronometern haben,die Ihren Stil voll
machen,heissen wir Sie auf unserer E Seite willkommen.
Spampoesie
>Jon J Panury *
>
>> r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) schrieb:
>>
>> > Die Aussprache des <a> in <Wal> wird in Wiktionary stets mit
>> > [a] angegeben, nur einmal lang [a:], wie im Wort »Wal«, und
>> > einmal kurz [a], wie im Wort »Walter«.
>> >
>> > Aber mir erscheint das <a> in »Walter« auch geschlossener zu
>> > sein, wie man hört, wenn man einmal zum Vergleich das Wort
>> > »Wal« und dahinter die Silbe »Ter« spricht. Daher sollte man
>> > es meinem Gehör nach eher mit [/\] notieren. Oder?
>>
>> Es geht nicht nach Silben ("Silben" sind ohnehin keine linguistisch
>> relevante Einheit), sondern nach Morphen.
>
>Natürlich sind Silben in der Phonetik und damit linguistisch relevant,
>sie sind zum Beispiel Träger der Betonung.
>
>> Und das Kernmorph in Walter
>> ist |walt| (|er| ist ein Allerwelts-Ableitungsmorph).
>
>Das weiß der Normalnutzer nicht. Braucht er auch nicht zu wissen.
>
>> Und da nun in
>> diesem Morph mehr als 1 Konsonant nach dem Vokal steht, ist der Vokal
>> regelmäßig *kuchz*!
>
>Ja, da sind wir uns wohl alle einig. Können wir jetzt zu Stefans Frage
>kommen?
Die Frage ist doch beantwortet: Das a in Walter ist kurz, das a in zB
Wal ist lang.
> Die Walnuß hat ihren Namen von den welschen Nachbarn, in deren Land
> sie besonders gut gedeiht. Es ist die walsche Nuß, englisch vielleich
> walsh nut. Eigentlich kommt der Baum aus China, wie so vieles
> Einheimische.
Hier hätte ich unbedingt ein 'heute' erwartet:
- wie so vieles /heute/ Einheimische -
Ciao
Toscha
--
Innocence is no excuse
[Saxon]
> Die Aussprache des <a> in <Wal> wird in Wiktionary stets mit
> [a] angegeben, nur einmal lang [a:], wie im Wort »Wal«, und
> einmal kurz [a], wie im Wort »Walter«.
Da die US-Kaufhauskette WalMart http://en.wikipedia.org/wiki/Walmart auch
in Deutschland tätig war (oder noch ist), dürfte auch eine dritte
Aussprache von "Wal" (US-English) zu berücksichtigen sein.
MfG, PY [Paul_Ney/at/t-online.de]
>>> Die Walnuß hat ihren Namen von den welschen Nachbarn, in deren Land
>>> sie besonders gut gedeiht. Es ist die walsche Nuß, englisch vielleich
>>> walsh nut. Eigentlich kommt der Baum aus China, wie so vieles
>>> Einheimische.
>
>>Hier hätte ich unbedingt ein 'heute' erwartet:
>>- wie so vieles /heute/ Einheimische -
>
> Ich unbedingt nicht.
Hm.
> Rf trug nhs Jrvuanpugra. Gbfpun, qre fbafg xrvarz Jbegfcvry nhf qrz Jrt
> trug, gevgg va frvar reafgr Cunfr rva.
Wie jetzt; sag bloß, ich habe die Möglichkeit für eines übersehen?
Ciao
Toscha
--
Welcome to slavery!
No, thanks, I already have a wife.
[Seth Gecko / From Dusk till Dawn]
Ich sage "Schpagetti", und das a klingt nicht viel anders als in
"Spagat", "Talent", "Paniermehl". Ich kann nicht mal einen auffälligen
Vokaldauernunterschied beim a zwischen "Spaghetti" und "Hase"
feststellen, obwohl das a im zweiten Wort betont ist.
Joachim
> Egal, wie dick man aufträgt, es gibt doch mindestens einen, der das
> immer noch nicht mitbekommt.
Oder jedenfalls eine.
> Ich sage "Schpagetti", und das a klingt nicht viel anders als in
> "Spagat", "Talent", "Paniermehl". Ich kann nicht mal einen auffälligen
> Vokaldauernunterschied beim a zwischen "Spaghetti" und "Hase"
> feststellen, obwohl das a im zweiten Wort betont ist.
dto. Außer, dass ich einen deutlichen Unterschied (auch in
der Länge) zwischen dem a in "Spaghetti" und "Hase" höre.
-rike
> homas Schade <tos...@rrr.de> schrieb:
>
> >> Die Walnuß hat ihren Namen von den welschen Nachbarn, in deren Land
> >> sie besonders gut gedeiht. Es ist die walsche Nuß, englisch vielleich
> >> walsh nut. Eigentlich kommt der Baum aus China, wie so vieles
> >> Einheimische.
> >Hier hätte ich unbedingt ein 'heute' erwartet:
> >- wie so vieles /heute/ Einheimische -
>
> Ich unbedingt nicht.
Ich auch nicht.
>
> Rf trug nhs Jrvuanpugra. Gbfpun, qre fbafg xrvarz Jbegfcvry nhf qrz Jrt
> trug, gevgg va frvar reafgr Cunfr rva.
Gerade stelle ich fest, daß "geht" auf ROT-13 "trug"
heißt. Gibt es eigentlich sinnvolle Sätze, die
nach ROT-13 immer noch einigermaßen sinnvoll klingen?
Nochmal introspiziert, und ich kann das bestätigen. Das a in Spaghetti
fühlt sich zwar wie ein langes a an, aber nicht so lang, wie das a in Hase.
Joachim
A-L�nge: Falle (kurz) - Pfahl (lang); Spaghetti (irgendwo dazwischen)
Joachim
> A-Länge: Falle (kurz) - Pfahl (lang); Spaghetti (irgendwo dazwischen)
Dehnungs-h giltet nicht. Aber "Wal" (Tier und Nuß)
spreche ich genauso wie "Wahl", auch was die
a-Länge betrifft.
Wie ich bereits versuchte darzutun, ist die profane Aussprache
"*Wallnuß", die "welsche " Nuß ja richtig.
Eine unsinnige Hyperkorrektur.
Gruß
Gunhild
Sagt man das denn noch irgendwo so? Vielleicht in profaneren Gegenden
des deutschen Sprachgebietes?
Joachim
>> Wie ich bereits versuchte darzutun, ist die profane Aussprache
>> "*Wallnuss", die "welsche " Nuss ja richtig.
> Sagt man das denn noch irgendwo so? Vielleicht in profaneren
> Gegenden des deutschen Sprachgebietes?
Sowohl Siebs wie das DDR-Aussprachewörterbuch (hat das einen
brauchbaren Kurztitel - Krech?) haben bei der Walnuss kurzes a,
ÖWB sagt kurz oder lang, Duden kurz. (Beim Walross meint Siebs
kurz, in AT lang.)
Gar so unüblich dürfte das kurze a in der Walnuss nicht sein.
M.
Staun. Vielleicht hab ich das von meiner sel. Mutter aus Danzig. Die hat
auch Fahrer für Pfarrer gesagt.
Joachim
>>> Rf trug nhs Jrvuanpugra. Gbfpun, qre fbafg xrvarz Jbegfcvry nhf qrz Jrt
>>> trug, gevgg va frvar reafgr Cunfr rva.
>
>>Wie jetzt; sag bloß, ich habe die Möglichkeit für eines übersehen?
>
> Nein, ein ganz offensichtliches nicht erkannt.
Das kommt ja nun fast aufs Gleiche raus.
> Aber wie heißt es noch so schön:
>
> Egal, wie dick man aufträgt, es gibt doch mindestens einen, der das
> immer noch nicht mitbekommt.
Das ist das alte Problem beim Schminken. Die eine gibt alles und bleibt
für den andern doch nur ein betagter Karton.
Ciao
Toscha
--
Now he's too old to Rock'n'Roll
but he's too young to die.
[Jethro Tull]
> Am 27.12.2010 16:09, schrieb Michael Pronay:
>> Joachim Pense wrote:
>>
>>>> Wie ich bereits versuchte darzutun, ist die profane Aussprache
>>>> "*Wallnuss", die "welsche " Nuss ja richtig.
>>
>>> Sagt man das denn noch irgendwo so? Vielleicht in profaneren
>>> Gegenden des deutschen Sprachgebietes?
>>
>> Sowohl Siebs wie das DDR-Aussprachew�rterbuch (hat das einen
>> brauchbaren Kurztitel - Krech?) haben bei der Walnuss kurzes a,
>> �WB sagt kurz oder lang, Duden kurz. (Beim Walross meint Siebs
>> kurz, in AT lang.)
>>
>> Gar so un�blich d�rfte das kurze a in der Walnuss nicht sein.
>>
>
> Staun. Vielleicht hab ich das von meiner sel. Mutter aus Danzig. Die hat
> auch Fahrer f�r Pfarrer gesagt.
Vielleicht hat er sie ja mal gefahren?`
Da Didi
--
Dieter Br�gmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de
Das Urkilogramm ist aus Gold und wird gemeinsam mit dem
Urmeter, der Urgewalt und dem Urlaub in Paris aufbewahrt.
(Hans Crauel, de.rec.fahrrad, 6.6.2009)
Bitte, von erneuten Berlin-Beleidigungen abzusehen. Von hier
kenn ich das nur mit kurzem 'a'.
-ri"profanere Gegend!"ke
> Bitte, von erneuten Berlin-Beleidigungen abzusehen. Von hier
> kenn ich das nur mit kurzem 'a'.
Hängt vielleicht mit dem Schutzwall zusammen,
dem antifaschistischen.
Stelle mir gerade einen antifaschistischen Schutzwal vor.
Ist schon gut, dass wir hier richtig sprechen können.
-rike
Ein Orca im Burggraben?
Ein Waal hingegen ist zum Schutz eher ungeignet.
hp
Wurden deswegen freie Walen gefordert?
--
Helmut Richter
> On Tue, 28 Dec 2010, Peter J. Holzer wrote:
> > On 2010-12-28 13:54, Rike Kunze <rike.ku...@gmail.com> wrote:
> > > Lothar Frings bemerkte:
> > >> Rike Kunze tat kund:
> > >>> Bitte, von erneuten Berlin-Beleidigungen abzusehen. Von hier
> > >>> kenn ich das nur mit kurzem 'a'.
>
> > >> H ngt vielleicht mit dem Schutzwall zusammen,
> > >> dem antifaschistischen.
>
> > > Stelle mir gerade einen antifaschistischen Schutzwal vor.
>
> > Ein Orca im Burggraben?
>
> > Ein Waal hingegen ist zum Schutz eher ungeignet.
>
> Wurden deswegen freie Walen gefordert?
Zur Paarungszeit gibt es bstimmt den einen
oder anderen Walkampf.
irgendwo (Clive Cussler/Dirk Pitt) habe ich mal gelesen, dass
der präparierte Wal, der in den Sechzigern regelmäßig auf
Jahrmärkten zu sehen und begehen war, Tarnwerk eines
östlichen Geheimdienstes war - passt doch ;-)
/Walter
> Vielleicht in Gegenden wo man auch dem "Ratt", woanders Rad, zugeneigt
> ist. Im Mittelfränkischen ist das a in Walnuß lang.
Ich stelle bei mir, eher 'Ratt' denn 'Rad', fest, dass ich zwar Walnuss
mit Ratten-a spreche, hingegen Walroß mit Wal-a.
Ciao
Toscha
--
Wer Teppichböden richtig verlegt, der findet sie auch wieder.
Kaum, Wale können keine Walplakate kleben.
--
Roland Franzius
Mißverständnis. Im Gegenteil.
Ich finde die lange Aussprache "Waalnuss" ist eine Hyperkorrektur, die
dazu dienen soll, das Wort nicht etwa als von Wall abgeleitet
erscheinen zu lassen.
Der Wal wird dagegen in der Regel "Walfisch" genannt, um ihn genauer
zu kennzeichnen.
Gruß
Gunhild
> Naja, in der Regel wird diese �berlieferte Benennung eher kritisiert
> (unn�tigerweise freilich). Fr�her glaubte man, dass der Walfisch ein
> Fisch sei, dass ist ein Irrtum, keine genauere Kennzeichnung.
Ich nehme an, dass es den "Walfisch" schon l�nger gibt als die
Einschr�nkung, dass ein stromlinienf�rmiges ans Leben ausschlie�lich im
Wasser angepasstes Lebewesen nur dann "Fisch" hei�en darf, wenn es den
Sauerstoff direkt dem Wassen entnimmt, statt zum Atmen an die Oberfl�che
zu kommen. Der Irrtum besteht also erst seit dieser nachtr�glichen
Definition.
--
Helmut Richter
> Ich nehme an, dass es den "Walfisch" schon länger gibt als die
> Einschränkung, dass ein stromlinienförmiges ans Leben ausschließlich im
> Wasser angepasstes Lebewesen nur dann "Fisch" heißen darf, wenn es den
> Sauerstoff direkt dem Wassen entnimmt, statt zum Atmen an die Oberfläche
> zu kommen. Der Irrtum besteht also erst seit dieser nachträglichen
> Definition.
Es ist eben kein Irrtum, weil die Umgangssprache
sich nicht ändern muß, nur weil irgendein Fachgebiet
seine Definitionen ändert. Darum ist Pluto auch
immer noch ein Planet.
Ich sage Walnuss mit langem a, weil ich es noch nie anders gehört habe.
Joachim
Allerdings wüsste man vom Pluto ohne die Experten "irgendeines
Fachgebietes" grade mal garnix, Planet oder nicht.
Joachim
Ich habe auch nicht den Wert von Experten oder
Fachgebieten in Frage gestellt, sondern darauf
hingewiesen, daß die Umgangssprache sich nicht
nach ihnen richten muß. Das wäre übrigens auch
unmöglich, weil manche Begriffe in verschiedenen
Fachsprachen Unterschiedliches bedeuten.
Muss nicht mal stromlinienförmig sein - siehe z.B. shellfish im
Englischen. Und im katholischen Österreich hat man pragmatischerweise
ohnehin alles essbare Getier, das sich gerne im Wasser aufhält, zum
Fisch erklärt - inklusive Bibern und Enten.
> wenn es den Sauerstoff direkt dem Wassen entnimmt, statt zum Atmen an
> die Oberfläche zu kommen. Der Irrtum besteht also erst seit dieser
> nachträglichen Definition.
Ich würde das nicht als Irrtum bezeichnen. Linnaeus hat sich
darangemacht, eine Schema zu erstellen, in das alle Tiere eingeordnet
werden können, und dafür waren halt historisch entstandene Bezeichnungen
webig geeignet (See- und Nilpferde zu den Pferden zu rechnen wäre eher
absurd). Er hat als Unterscheidungskriterien hauptsächlich solche
"innere" (Skelett, Warmblüter/Kaltblüter, ...) hergenommen und nicht
äußere (lebt im Wasser, kann fliegen, hat Hörner, ...) und damit
überraschend gute Kriterien für tatsächliche, genetische Verwandtschaft
gefunden. Du kannst natürlich kritisieren, dass er viele etablierte
Begriffe verwendet hat (z.B. "Fisch") statt neue zu erfinden (hat er
"Säugetier" erfunden? Müsste ich nachsehen). Aber das ist halt oft so,
dass man für eine Fachsprache Alltagsbegriffe entlehnt und nicht
irgendwas ganz neues erfindet - es dient IMO auch durchaus der
Verständlichkeit, wenn man sich unter einem Begriff schon grob etwas
vorstellen kann, ohne die Definition gelesen zu haben.
hp
Im Englischen gibt es zwar shellfish, starfish und jellyfish, aber im
Deutschen würde (auch traditionell) keiner von diesen als Fisch durchgehen.
Joachim
> Muss nicht mal stromlinienförmig sein - siehe z.B. shellfish im
> Englischen.
Ich bezog mich aber aufs Deutsche, und dort sind Muscheln eben keine
Fische, Wale aber tarditionell schon.
> Ich würde das nicht als Irrtum bezeichnen. [...]
> Du kannst natürlich kritisieren, dass er viele etablierte
> Begriffe verwendet hat (z.B. "Fisch") statt neue zu erfinden (hat er
> "Säugetier" erfunden? Müsste ich nachsehen).
Ich kritisiere das ja gar nicht. Vielmehr kritisiere ich, wenn man den
Begriff "Walfisch" als irrig bezeichnet, obwohl er das nur aufgrund einer
späteren Definition ist.
--
Helmut Richter
Zuerst wollte ich zustimmen.
Doch siehe da:
Ich hatte den Begriff zuerst nicht nachgeschlagen, sondern nur für
mich übersetzt als eine Art Überkorrektheit, Übergeneralisierung ist
in der Didaktik eine falsche Übertragung von Regeln.
Nun habe ich nachgeschlagen und festgestellt, daß ich nicht falsch
lag. Was die Hyperkorrektur - eine Art Überanpassung an die als
vorbildlich angesehene Sprachnorm - in der Soziolnguistik, ist die
Übergeneralisierung in der Sprachdidaktik , besonders im
Erstspracherwerb.
Gruß
Gunhild
> Ich h�tte die Aussprache "Walnu�" mit langem a
> vermutlich f�r eine Leseaussprache gehalten,
> vielleicht auch f�r einen Regionalismus oder
> gar einen Fehler. Aber "Hyperkorrektur"? Kannst
> Du denn ein paar Beispiele nennen, bei denen
> das hier angewandte Schema (das hier danebengeht)
> regelm��ig richtig ist?
Rechtfertigt es nicht die Bezeichnung "Hyperkorrektur",
wenn der Sprecher einfach nur findet, dass Walnuss mit
Walfisch zu tun habe und also genauso auszusprechen
sei? Oder wenn er meinetwegen "viehrzick" sagt, weil
es doch mit "vier" zusammenh�ngt?
chr
Wenn ich hyperkorrigieren wollte, müsste ich "Waaahlnuss" sagen, mit
extralangem aa, dass nicht einer denkt, ich käme auf die Idee, das würde
mit kurzem a gesprochen, wie in "Wall".
Joachim
Ich dachte, genau um diese Aussprache ging es.
chr
> Am 27.12.2010 schrieb Michael Pronay:
>
> > Sowohl Siebs wie das DDR-Aussprachewörterbuch (hat das einen
> > brauchbaren Kurztitel - Krech?) haben bei der Walnuss kurzes a,
> > ÖWB sagt kurz oder lang, Duden kurz. (Beim Walross meint Siebs
> > kurz, in AT lang.)
> >
> > Gar so unüblich dürfte das kurze a in der Walnuss nicht sein.
>
> Vielleicht in Gegenden wo man auch dem "Ratt", woanders Rad, zugeneigt
> ist.
Nicht nur, bei mir sind Rad und Wal lang, Walnuß aber kurz. Wal-Nuß mit
langem a sage ich nur scherzenderweise, denn es läßt mich an das Tier
denken. Bei der Wallnuß hingegen denke ich mir nichts sachfremdes,
denn die klingt einfach normal.
Meine Aussprache ist dabei eher nicht einer Gegend geschuldet, sondern
dem (Fernseh-)Standard.
--
Klonen von Zeitmessern von hoechster Qualitaet.
Wozu zahlen tausende Euro fuer Edel chronometer brand,
wenn alles was Sie brauchen ist Reputation von dem Brand.
Spampoesie
> Ich kritisiere das ja gar nicht. Vielmehr kritisiere ich, wenn man
> den Begriff "Walfisch" als irrig bezeichnet, obwohl er das nur
> aufgrund einer späteren Definition ist.
Kompromißvorschlag: der überlieferte Name kann heutzutage verwirren.
Pädagogisch kann das aber vielleicht sogar hilfreich sein. Wer immer
nur "Wal" hört, stellt sich die Frage vielleicht sogar weniger, worin
der sich von (anderen) Fischen unterscheidet.
>Ich kritisiere das ja gar nicht. Vielmehr kritisiere ich, wenn man den
>Begriff "Walfisch" als irrig bezeichnet, obwohl er das nur aufgrund einer
>späteren Definition ist.
Linnaeus erklärt in seinem System der Natur, A.D. 1766: "Hiermit
scheide ich die Wale von den Fischen." Doch wie ich aus eigener
Erfahrung weiß, teilten sich bis in das Jahr 1850 die Haifische und
Maifische, die Alsen und Heringe entgegen dem ausdrücklichen Edikt des
Linnaeus mit dem Leviathan immer noch in den Besitz ein und derselben
See.
Die Gründe, weshalb Linnaeus die Wale gern aus dem Wasser verbannt
hätte, lauten bei ihm wie folgt: "Wegen ihres warmblütigen Herzens mit
zwei Kammern, ihrer Lungen, ihrer beweglichen Augenlider, ihren innen
hohlen Ohren, penem intrantem feminam mammis lactantem" und
schließlich "ex lege naturae jure meritoque". Ich habe dies meinen
Freunden Simeon Macey und Charley Coffin aus Nantucket unterbreitet,
die beide auf einer Fahrt Backskameraden von mir waren, und sie
stimmten in der Auffassung überein, daß die dargelegten Gründe ganz
und gar unzureichend seien. Charley verstieg sich sogar zu der
Behauptung, sie seien Humbug.
Hiermit gebe ich kund, daß ich alle Beweise außer acht lasse und den
guten, altmodischen Standpunkt vertrete, daß der Wal ein Fisch sei,
wobei ich mich auf den heiligen Jona als Rückendeckung berufe.
Herman Melville, Moby Dick.
--
Viele Grüße
Gerald Fix
Um diese Aussprache, aber nicht um die Motivation. Nicht, um
auszudrücken, dass Walnuss was mit Walfischen zu tun hätte, spricht man
das a besonders lang, wenn man hyperkorrigiert, sondern, um
auszudrücken, dass es nichts mit "Wall" zu tun hat.
Joachim
Ich finde Deine chatmäßigen Einlassungen 'nicht zielführend' - indes
ich deutlich machen will, daß ich sie eigentlich herablassend und blöd
finde.
Meine Idee, warum "Waalnuß" eine Art Übergeneralisierung sein könnte,
hat andere Gründe.
Zwar spricht man im Deutschen bei Komposita die einzelnen Wortteile
ihrer Einzelbedeutung entsprechend aus.
Die Ausspracheregel sieht aber vor, daß ein Volal kurz gesprochen
wird, wenn danach eine bestimmte Konsonantenkombination folgt,
unabhängig davon, ob der Vokal durch einen Doppelkonsonanten geschärft
wird.
So wird man etwa den Vokal in Samt, Salz , Balsam, Balneum, Land,
Wald, Mango kurz sprechen, weil zwei Konsonanten folgen.
Aus diesem Grund würde man das Wort Walnuß unbefangen lesend mit
kurzem /a/ aussprechen.
Nur im Osnabrücker Land sagt man unauffälligerweise Kiersche, Kierche,
viehrzehn, viehrzig, Pfiersich, Bierne, Wuurst, Duurst.
Walnuß ist ein Name, der die Herkunft des ersten Kompositumsglieds
zunächst offenläßt. Man kann, wenn man dem naiv begegnet, wie ein
Schulkind, das sich rechtschreiblich zu orientieren sucht, den Wal
ausschließen und vielleicht an Wallanlagen, die von Nußbäumen
bestanden sind, denken.
Umgekehrt würde man, wenn es einem erstmals als Schrift begegnete,
ohne zu zögern aus den genannten Gründen mit kurzem /a/ sprechen.
Danach wird man als Sprachinteressierter vielleicht weiterforschen
oder es als Kuriosum nehmen, wie es so manche in der Natur gibt.
Warum heißt die Himbeere "Himmbeere", die Brombeere ""Brommbeere", die
Preiselbeere "Preißelbeere" , die Blume Akelei "Ackelei".?
Gruß
Gunhild
Vermutlich, weil die b�uerliche Bev�lkerung von diesen Dingen immer viel
mehr Ahnung hatte, als der lokale Dorfschullehrer. In fachsprachlichen
Dingen l��t sich der deutsche Bauer, Handwerker, Kaufmann vom Philologen
nicht hineinpfuschen.
--
Roland Franzius
Was soll das für eine Regel sein? Die Walfangregel?
> So wird man etwa den Vokal in Samt, Salz , Balsam, Balneum, Land,
> Wald, Mango kurz sprechen, weil zwei Konsonanten folgen.
> Aus diesem Grund würde man das Wort Walnuß unbefangen lesend mit
> kurzem /a/ aussprechen.
>
Meiner Meinung nach werden Silben auf -al meist lang gesprochen,
national-, funktional-, rational-, saisonal-, und das wird auch nicht
dadurch kurz, dass ein zweites Kompositionsglied mit Konsonananten folgt.
Obwohl: "Albert" spreche ich mit kurzem a.
>
> Walnuß ist ein Name, der die Herkunft des ersten Kompositumsglieds
> zunächst offenläßt. Man kann, wenn man dem naiv begegnet, wie ein
> Schulkind, das sich rechtschreiblich zu orientieren sucht, den Wal
> ausschließen und vielleicht an Wallanlagen, die von Nußbäumen
> bestanden sind, denken.
Wenn ich "Malbuch" lese, spreche ich das a lang, wie in Walnuss. Würde
ich nicht wissen, dass "Alfons" mit kurzem a gesprochen wird, würde ich
"Aalfons" sagen. Obwohl: <http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Aalfons>
>
> Umgekehrt würde man, wenn es einem erstmals als Schrift begegnete,
> ohne zu zögern aus den genannten Gründen mit kurzem /a/ sprechen.
>
Nur, wenn das l verdoppelt ist.
> Danach wird man als Sprachinteressierter vielleicht weiterforschen
> oder es als Kuriosum nehmen, wie es so manche in der Natur gibt.
>
Vor allem, weil es nicht stimmt.
> Warum heißt die Himbeere "Himmbeere", die Brombeere ""Brommbeere", die
> Preiselbeere "Preißelbeere" , die Blume Akelei "Ackelei".?
>
Ich glaube, ich sage Ackelei, aber ich bin mir nicht sicher, und Aakelei
würde mich nicht wundern.
Joachim
Ich müsste hingegen bei einer Wallnuss an einen Wall denken. Die Walnuss
(lang gesprochen) habe ich hingegen soweit ich weiß nie mit Walen,
Wahlen oder Waalen in Zusammenhang gebracht.
> Meine Aussprache ist dabei eher nicht einer Gegend geschuldet, sondern
> dem (Fernseh-)Standard.
Von bundesdeutschem Fernsehen blieb ich in meiner Kindheit weitgehend
verschont - da gab es nur FS1 und FS2 (in Krimis und Quizsendungen kamen
vermutlich nie Walnüsse vor).
hp
> Warum heißt die Himbeere "Himmbeere", die Brombeere ""Brommbeere", die
> Preiselbeere "Preißelbeere" , die Blume Akelei "Ackelei".?
Ich spreche Preiselbeere mit /z/ und Akelei mit länglichem A (die
Länge ist nicht eindeutig, weil unbetont). Letzteres vermutlich nach
der Schrift geraten, ersteres aus dem Leben.
> Gunhild Simon *
>
>> Warum heißt die Himbeere "Himmbeere", die Brombeere ""Brommbeere", die
>> Preiselbeere "Preißelbeere" , die Blume Akelei "Ackelei".?
>
> Ich spreche Preiselbeere mit /z/ und Akelei mit länglichem A (die
> Länge ist nicht eindeutig, weil unbetont). Letzteres vermutlich nach
> der Schrift geraten, ersteres aus dem Leben.
Hierzulande schreibt man Preißelbeere, spricht aber Preiselbeere (hat ja
nix mit die Preißn zu tun, nö).
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, schwarze Katzen bringen Unglück. Alles andere, sagt
er, aber auch.
<http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<http://www.freitag.de/community/blogs/wolfram-heinrich>
> Am Fri, 31 Dec 2010 16:41:36 -0500 schrieb Oliver Cromm:
>
> > Gunhild Simon *
> >
> >> Warum heißt die Himbeere "Himmbeere", die Brombeere ""Brommbeere", die
> >> Preiselbeere "Preißelbeere" , die Blume Akelei "Ackelei".?
> >
> > Ich spreche Preiselbeere mit /z/ und Akelei mit länglichem A (die
> > Länge ist nicht eindeutig, weil unbetont). Letzteres vermutlich nach
> > der Schrift geraten, ersteres aus dem Leben.
>
> Hierzulande schreibt man Preißelbeere, spricht aber Preiselbeere
> (hat ja nix mit die Preißn zu tun, nö).
Eben - und darum schreibt man auch Preiselbeere.
--
Yvonne Steiner
> Hierzulande schreibt man Preißelbeere, spricht aber Preiselbeere (hat ja
> nix mit die Preißn zu tun, nö).
Das erinnert an die Bärencomics (von Brösel?):
-- Im Urlaub war i drobn im Norden
-- Geh, worst bei die Preißelbärn?
Gruß
Frank
>> > Ich spreche Preiselbeere mit /z/ und Akelei mit länglichem A (die
>> > Länge ist nicht eindeutig, weil unbetont). Letzteres vermutlich nach
>> > der Schrift geraten, ersteres aus dem Leben.
>>
>> Hierzulande schreibt man Preißelbeere, spricht aber Preiselbeere
>> (hat ja nix mit die Preißn zu tun, nö).
>
> Eben - und darum schreibt man auch Preiselbeere.
Möglicherweise, aber wirklich nur vermutend, ist Wolframs 'hierzulande'
nicht deinzulande. :)
Ciao
Toscha
--
Spontanität will gut überlegt sein.
Das ist schon richtig, aber warum sollte es bei euch drüben anders sein?
Wir haben, vom ß/ss abegesehen, keine unterschiedliche Orthografie und
wenn Wolfram tatsächlich *Preißelbeere schreibt, dann weiss ich nicht,
woher er das übernommen hat bzw. in welchem Jahrhundert das vielleicht
tatsächlich einmal so geschrieben wurde.
In seiner Schulzeit dürfte er es eigentlich nicht so gelernt haben.
Vielleicht klärt er uns ja bald einmal auf.
--
Yvonne Steiner
Google führt mich bei der Suche nach Preißelbeere schnurstracks zu
Meyers Konversationslexikon aus dem Jahr 1888.
Ah, Google ngrams ist wirklich ein nettes Spielzeug:
1840-1860: Preißelbeere
1860-1900: Preiselbeere
1900-1960: Preißelbeere
1960-2000: Preiselbeere
Ein Wort, dessen Schreibweise offenbar der Mode unterliegt.
> In seiner Schulzeit dürfte er es eigentlich nicht so gelernt haben.
Könnte sich ausgehen.
hp
> In meinem Dialekt spricht man übrigens die Wörter "Salz"
> und "Wald" mit langem a, wenngleich die Längung als
> bäurisch gilt. Auch "Land" ist lang, allerdings spricht
> man dieses a nasal.
Hast Du dafür mal ein Tonbeispiel? Ein nasales A kann
ich mir gar nicht vorstellen.
chr
In Deinem Tonbeispiel anno hast Du aber jedes
S stimmlos gesprochen. Sollte mitten in der
Preiselbeere auf Bairisch plötzlich ein
stimmhaftes auftauchen?
Wenn nicht, was unterscheidet dann die Aussprache
mit stimmlosem S und mit ß?
chr
> Google führt mich bei der Suche nach Preißelbeere schnurstracks zu
> Meyers Konversationslexikon aus dem Jahr 1888.
>
> Ah, Google ngrams ist wirklich ein nettes Spielzeug:
>
> http://ngrams.googlelabs.com/graph?content=Preiselbeere%2CPrei%C3%9Felbeere&year_start=1800&year_end=2000&corpus=8&smoothing=3
>
> 1840-1860: Preißelbeere
> 1860-1900: Preiselbeere
> 1900-1960: Preißelbeere
Nettes Spielzeug, aber auch zuverlässig?
Mein Duden Deutsch-Italienisch von 1939 und das Brockhaus
von 1923 kennen nur Preiselbeere.
Laut Volks-Brockhaus von 1935: Preiselbeere oder Preißelbeere.
Grüße
Sergio
Dann mach mal einen Ausflug nach Hanau.
Joachim
> Mein Duden Deutsch-Italienisch von 1939 und das Brockhaus
> von 1923 kennen nur Preiselbeere. ^^^
der
> Laut Volks-Brockhaus von 1935: Preiselbeere oder Prei�elbeere.
Der Gro�e Brockhaus (1933) kennt auch beide Schreibungen.
Aber seit 1951 (�WB) steht in allen meinen W�rterb�chern (Duden,
Krech, Mater, �WB, Paul, Siebs, Wahrig) nur mehr die Preiselbeere.
M.
>> In meinem Dialekt spricht man übrigens die Wörter "Salz"
>> und "Wald" mit langem a, wenngleich die Längung als
>> bäurisch gilt. Auch "Land" ist lang, allerdings spricht
>> man dieses a nasal.
> Hast Du dafür mal ein Tonbeispiel? Ein nasales A kann
> ich mir gar nicht vorstellen.
Kennst Du "Travnicek auf Urlaub"? Da beginnt der Qualtinger
mit dem Satz: "Des is a La[u]nd ..."
Vielleicht ist sowas gemeint?
M.
> Thomas Schade <tos...@rrr.de> wrote:
>
>> On 01.01.2011 00:29, Yvonne Steiner wrote:
>>> Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> wrote:
>>
>>>> > Ich spreche Preiselbeere mit /z/ und Akelei mit l�nglichem A (die
>>>> > L�nge ist nicht eindeutig, weil unbetont). Letzteres vermutlich nach
>>>> > der Schrift geraten, ersteres aus dem Leben.
>>>>
>>>> Hierzulande schreibt man Prei�elbeere, spricht aber Preiselbeere
>>>> (hat ja nix mit die Prei�n zu tun, n�).
>>>
>>> Eben - und darum schreibt man auch Preiselbeere.
>>
>> M�glicherweise, aber wirklich nur vermutend, ist Wolframs 'hierzulande'
>> nicht deinzulande. :)
>
> Das ist schon richtig, aber warum sollte es bei euch dr�ben anders sein?
> Wir haben, vom �/ss abegesehen, keine unterschiedliche Orthografie und
> wenn Wolfram tats�chlich *Prei�elbeere schreibt, dann weiss ich nicht,
> woher er das �bernommen hat bzw. in welchem Jahrhundert das vielleicht
> tats�chlich einmal so geschrieben wurde.
> In seiner Schulzeit d�rfte er es eigentlich nicht so gelernt haben.
>
> Vielleicht kl�rt er uns ja bald einmal auf.
Wollen mal so sagen: Google findet f�r Prei�elbeere/Preisselbeere immerhin
20.000 Belegstellen, auch schweizerische �brigens. Ich habe die
Schreibweise von den Gl�sern, in denen es eingemachte Prei�elbeeren gab.
Ciao
Wolfram
--
Wenn Elefanten k�mpfen leidet das Gras.
AFRIKANISCHES SPRICHWORT
Die Preißelbeere spricht man, wie ich sagte, so wie den Preis, wo einer
gewinnen tut. Die Preißn dagegen spricht man mit extrascharfem "ß" (weil
Preiß und weich, das gibt's nicht).
Ciao
Wolfram
--
Es gibt ja Leute, die sagen, unsere Politiker, das sind alles Verbrecher.
Das ist natürlich Unsinn. Das wirklich organisierte Verbrechen, das
arbeitet auf höherem Niveau. Da werden Menschen auch mal zur Verantwortung
gezogen.
MATHIAS BELTZ
Gute Frage. Ich habe keine Ahnung, wie repräsentativ der Googlebestand
für den gesamten Bestand an deutschsprachigen Publikationen ist. Rein
von der Menge her dürften sie aber alles, was eine Wörterbuchredaktion
jemals untersuchen konnte, bereits deutlich überschritten haben. Sofern
da keine besonderen Ausreißer dabei sind ("Gesammelte Preißelbeer-
Rezepte, Band 1-97"), sollte das für den tatsächlichen Sprachgebrauch
zuverlässiger sein als ein Wörterbuch, das der Entwicklung ja meistens
hinterherhinkt oder sie sogar aus einem präskriptiven Anspruch heraus
ignoriert.
hp
Ach so, es geht dir um die tatsächlich benutzte
Schreibweise. Dann habe ich einige Zweifel, dass Google
wirklich mehr "gelesen" hat die damaligen
Wörterbuchredaktionen, aber im Prinzip stimme ich mit deinen
Überlegungen überein.
Ich dachte aber, es ginge um die Norm, nach der Wolfgang die
Schreibweise Preißelbeere gelernt haben sollte oder könnte.
Grüße
Sergio
Doch, vorbildliches Neuhochdeutsch.
Joachim
Ist das "a" nasal, oder das "an"?
>>
>> Hast Du dafür mal ein Tonbeispiel? Ein nasales A kann
>> ich mir gar nicht vorstellen.
>>
>
> Dann mach mal einen Ausflug nach Hanau.
>
Oder nach La France.
/Walter
> Wolfram Heinrich schrieb:
>
>> Die Preißelbeere spricht man, wie ich sagte, so wie den Preis, wo einer
>> gewinnen tut. Die Preißn dagegen spricht man mit extrascharfem "ß" (weil
>> Preiß und weich, das gibt's nicht).
>
> Ich spreche das s in Preis wie das ß in Preußen. Ich kann am Wortende
> überhaupt nur scharfes s, egal, welcher Buchstabe da ist: Bus, Fuß, Stuss.
>
> Ein stimmhaftes s kann ich nur im Silbenanlaut (Segen, rasieren, Rose),
> am Wortanfang eigenlich immer, es sei denn, es steht Sz (wie in Szeged,
> Szechuan ... aber nicht in Szene).
>
Du sprichst das "s" in Preis tatsächlich anders als das in "preisen"?
Ciao
Wolfram
--
Die Optimisten glauben, sie lebten in der besten aller möglichen Welten.
Die Pessimisten fürchten, daß dies so sei.
UNBEKANNT
>>> Die Preißelbeere spricht man, wie ich sagte, so wie den Preis, wo einer
>>> gewinnen tut. Die Preißn dagegen spricht man mit extrascharfem "ß" (weil
>>> Preiß und weich, das gibt's nicht).
>>
>> Ich spreche das s in Preis wie das ß in Preußen. Ich kann am Wortende
>> überhaupt nur scharfes s, egal, welcher Buchstabe da ist: Bus, Fuß, Stuss.
>>
>> Ein stimmhaftes s kann ich nur im Silbenanlaut (Segen, rasieren, Rose),
>> am Wortanfang eigenlich immer, es sei denn, es steht Sz (wie in Szeged,
>> Szechuan ... aber nicht in Szene).
>>
> Du sprichst das "s" in Preis tatsächlich anders als das in "preisen"?
Der Preis ist heiß,
die Preise sind leise.
Da spreche ich die s/ß in der ersten Zeile alle gleich, als scharfes s.
Die drei s in der zweiten Zeile spreche ich alle stimmhaft. Wobei ich
nicht weiß, wie ich einem Bayern ein stimmhaftes s beschreiben könnte.
Ciao
Toscha
--
In Beer we trust
> [...] Wobei ich nicht weiß, wie ich einem Bayern ein stimmhaftes s
> beschreiben könnte.
Wir Schweizer sprechen auch kein stimmhaftes s, dennoch wissen wir, was
das ist und wie es klingt. :)
--
Yvonne Steiner
Wenn du ersteres mit "ß" sprichst, weiß ja keiner, obst du nicht eine
Lobpreißung eines Berliners meinst.
Ciao
Wolfram
--
Eher nämlich wird ein Gebirge durch eine einzige Ameise beseitigt als durch
das Gerücht, es sei nicht zu beseitigen.
BERT BRECHT
>>> Du sprichst das "s" in Preis tats�chlich anders als das in "preisen"?
>>
>> Der Preis ist hei�,
>> die Preise sind leise.
>>
>> Da spreche ich die s/� in der ersten Zeile alle gleich, als scharfes s.
>> Die drei s in der zweiten Zeile spreche ich alle stimmhaft. Wobei ich
>> nicht wei�, wie ich einem Bayern ein stimmhaftes s beschreiben k�nnte.
>>
> Wenn du ersteres mit "�" sprichst, wei� ja keiner, obst du nicht eine
> Lobprei�ung eines Berliners meinst.
Das Risiko best�nde nur, wenn es �berhaupt je einen Grund g�be, einen
Prei�'n zu preisen.
Ciao
Toscha
--
I know that I will never be politically correct.
And I don't give a damn about my lack of etiquette.
(Meat Loaf)
Dann ist's ja gut. :)
Wobei mir die Sache mit stimmlosem / stimmhaftem s nach wie vor ein
gewisses Rätsel ist; ja, trotz 30 Jahren Bayern. Muss ich mir das
wirklich so vorstellen, dass ihr in der Aussprache nicht unterscheidet
zwischen z.B. 'heißer' und 'heiser' oder auch 'reißen' und 'reisen'?
Ciao
Toscha
--
Don't scab for the bosses don't listen to their lies
us poor folks haven't got a chance unless we organize.
[Dropkick Murphys]
So wie den Anfangsbuchstaben von "zanzari" minus
anlautendes D bzw. wie das Geräusch, das sie machen: bsssssss.
chr
Huch?! Du sprichst das S in "Preis" *nicht* anders als das
in "preisen"?
chr
> On 02.01.2011 22:39, Wolfram Heinrich wrote:
>> Am Sun, 02 Jan 2011 22:26:57 +0100 schrieb Thomas Schade:
>
>>>> Du sprichst das "s" in Preis tatsächlich anders als das in "preisen"?
>>>
>>> Der Preis ist heiß,
>>> die Preise sind leise.
>>>
>>> Da spreche ich die s/ß in der ersten Zeile alle gleich, als scharfes s.
>>> Die drei s in der zweiten Zeile spreche ich alle stimmhaft. Wobei ich
>>> nicht weiß, wie ich einem Bayern ein stimmhaftes s beschreiben könnte.
>>>
>> Wenn du ersteres mit "ß" sprichst, weiß ja keiner, obst du nicht eine
>> Lobpreißung eines Berliners meinst.
>
> Das Risiko bestände nur, wenn es überhaupt je einen Grund gäbe, einen
> Preiß'n zu preisen.
>
Das stimmt jetzt allerdings auch wieder.
Ciao
Wolfram
--
Jesus vergnügt ein Liedchen sang,
Als Kortzfleysch Gott im Schach bezwang.