gestern stolperte ich beim Lesen ueber den Begriff Unglueckrabe. Mit diesem
war jemand gemeint, den das Pech erwischt hat. Mir stellt sich die Frage,
woher dieser Begriff kommt. Ich meine mich zu erinnern, dass frueher Raben
als Ungluecksboten angesehen wurden. Ist das der richtige Weg? Jedoch ist
der Ungluecksrabe im Buch ja kein Bote des Pechs sondern er wurde von diesem
ereilt.
Viele Gruesse
Ein interessierter Daniel
> gestern stolperte ich beim Lesen ueber den Begriff Unglueckrabe. Mit
> diesem war jemand gemeint, den das Pech erwischt hat. Mir stellt
> sich die Frage, woher dieser Begriff kommt. Ich meine mich zu
> erinnern, dass frueher Raben als Ungluecksboten angesehen
> wurden. Ist das der richtige Weg? Jedoch ist der Ungluecksrabe im
> Buch ja kein Bote des Pechs sondern er wurde von diesem ereilt.
Ja, Raben sind in der europäischen Mytholoie meist negativ besetzt,
weil sie als Kulturfolger und Aasfresser keine Probleme damit hatten,
sich auf Schlachtfeldern und Hinrichtungsstätten gütlich zu tun. Daß
sie die Boten heidnischer Götter (Odin) waren und sich so schnell wie
möglich von aderArche verzogen haben, haben sie aus christlicher Sicht
auch nicht positiver werden lassen.
> Ja, Raben sind in der europäischen Mytholoie meist negativ besetzt,
Wo denn genau?
> weil sie als Kulturfolger und Aasfresser keine Probleme damit hatten,
> sich auf Schlachtfeldern und Hinrichtungsstätten gütlich zu tun.
Ist das denn Mythologie?
> Daß
> sie die Boten heidnischer Götter (Odin) waren
Das ist jedenfalls Mythologie.
Matthias
--
Brutus und Cassius ermordeten den Caesar auf eine seiner Gesundheit
höchst nachtheilige Weise. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de/ **
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> Peter Bruells schrieb:
>> Ja, Raben sind in der europäischen Mytholoie meist negativ besetzt,
> Wo denn genau?
Märchen, etwa. Oder bei gewissen irischen Todes/Krieggötinnen, die in
Rabengestalt auftreten.
>> weil sie als Kulturfolger und Aasfresser keine Probleme damit hatten,
>> sich auf Schlachtfeldern und Hinrichtungsstätten gütlich zu tun.
> Ist das denn Mythologie?
Nein. Das war auch nicht die Aussage. Sie sind in der Mythologie
negativ belastet, weil sie in der Realität Verhaltensweisen zeigen,
die fehlinterpretiert wurden, bzw. den Menschen unangenehm sind.
>> Daß sie die Boten heidnischer Götter (Odin) waren
> Das ist jedenfalls Mythologie.
Wie das mit der Arche... :)
Micha
Rabe, in Mythik und Symbolik Sammelbezeichnung für den Kolkraben,
die Rabenkrähe und die Saat- und Nebelkrähe; sie wird vorwiegend negativ
gedeutet, seltener wegen ihrer Gelehrigkeit geschätzt. In der Bibel wird
der Rabe von Noah aus der Arche gesandt, um Land zu suchen, und er
bringt dem Propheten Elias Brot und Fleisch in die Wüste (später ebenso
den Einsiedlern Antonius und Paulus). Negativ ist seine Bedeutung im
babylonischen Kalender, wo er den 13. (Schalt-)Monat regiert. In der
antiken Mythik ist er negativ gedeutet, entweder als indiskreter
Schwätzer, der wegen dieser Eigenschaft nicht Gefährte der Göttin Athene
bleiben konnte, weshalb sie an seine Stelle die Eule wählte. Auch wird
erzählt, daß sein Gefieder anfangs weiß war, jedoch von Apollon zur
Strafe für seine Schwatzhaftigkeit geschwärzt wurde, oder daß er von
Apollon um Wasser geschickt wurde, dabei jedoch einen Baum mit unreifen
Feigen sah und unter ihm wartete, bis die Früchte reiften, ehe er den
Auftrag ausführte. Der Gott versetzte ihn als Sternbild Corvus (griech.
Korax) unter die Sterne, wo ihn die Hydra (Sternbild Wasserschlange) vom
Trinken aus der Schale (Krater, Sonnengottes Apollon (ähnlich wie in
China, wo ein - dreibeiniger - Rabe in der Sonne imaginiert wurde).
Kurios ist der antike Volksglaube, demzufolge Raben ihre Eier aus dem
Schnabel legen, weshalb sie von Gebärenden ferngehalten wurden, damit
diese nicht unter schweren Wehen leiden sollten. Plinius erwähnt die wie
»gewürgt« wirkende Stimme des Unglücksboten und meint, er allein unter
allen Vögeln scheine seine Vorbedeutung zu verstehen. Positiv tritt er
auf, wenn in seiner Gestalt die Einwohner von Thera (Santorin) von
Apollon nach Kyrene geleitet werden, wenn ein weißer Rabe die
auswandernden Böoter führt und zwei Raben Alexander d.Gr. den Weg zum
Ammon- Heiligtum (vgl. Horn) zeigen. Auch auf Plastiken des
Mithras-Kults sind oft Raben dargestellt. Im frühen Christentum wurde
dem Raben vorgeworfen, daß er den Noah nicht über das Ende der Sintflut
informierte, und er wurde zum Symbol des in der Weltlust Verhafteten,
der seine Bekehrung aufschiebt - wie der Rabe »cras, cras« (morgen,
morgen) ruft. Auch daß er von Aas (»Rabenaas«) lebt und angeblich seine
Jungen vernachlässigt (»Rabeneltern«), macht ihn zum »*Unglücksraben*«,
der Krankheit, Krieg und Tod ankündigt und sich von »Galgenfleisch«
nährt. Bei den Nordgermanen hingegen sind zwei Raben, Hugin und Munin
(»Gedanke« und »Erinnerung«), Begleiter des Gottes Odin, den sie über
alles auf Erden spielen Raben die Rolle von verwünschten Menschen, in
nordamerikanischen Indianermythen der Nordwestküstenstämme sogar die
eines schöpferischen Übernatürlichen. Einige christliche Heilige werden
mit Raben zusammen dargestellt (Benedikt, Bonifatius, Oswald und vor
allem Meinrad - seine beiden zahmen Raben halfen, seine Leiche
aufzufinden, und Raben verteidigten auch jene des hl. Vinzenz gegen
Raubtiere).
In der alchemistischen Symbolik stellt der Rabe die geschwärzte
»Materia prima« auf dem Weg zum Stein der Weisen dar, wobei er oft mit
einem weißen Kopf dargestellt wird - Anzeichen der erwarteten Aufhellung
im Zuge der Umwandlung. - Altchina sah, wie erwähnt, den dreibeinigen
Raben als Sonnentier, und es wird erzählt, daß einst zehn solcher Vögel
unerträgliche Hitze verbreiteten, bis ein Bogenschütze neun von ihnen
erlegte. Ein roter Rabe symbolisierte die Könige der Chou-Dynastie (bis
256 v. Chr.), die sich mit der Sonne gleichsetzten. Raben sind Boten der
Feengöttin Hsi-wang-mu und bringen ihr Speise, und bei himmlischen
Turnieren fürchten sie nur die Einhörner. - In der Wappenkunst ist der
Rabe seit dem Mittelalter vertreten, etwa im Wappen der Familie Corbet,
des Gutes Ravenstein, der sächsischen Stadt Rabenau, der Familie Biron
(Kurland) und des Klosters Einsiedeln (Schwyz, dort als Attribut von St.
Meinrad). - Im Volksmund gilt der Rabe wie die Elster als »diebisch«
(»stehlen wie die Raben«), und in Island heißt es, daß Kinder keinen
Rabenfederkiel als Trinkhalm benützen dürfen, weil sie sonst ebenfalls
Diebe würden. - Poetisch-symbolhaft wirkt eine von S.Golowin mitgeteilte
ukrainische Legende. Danach besaßen die Raben im Paradies vielfarbige
Federn, doch nach dem Sündenfall von Adam und Eva begannen sie Aas zu
fressen und wurden schwarz. Erst am Ende der Zeiten im neuen Paradies
wird ihre einstige Schönheit wiederhergestellt, und ihr Gekrächz wird
zur wohltönenden Musik, die den Schöpfer preist. - Evident ist nach
alldem die große Bedeutung des Raben als Symbol im Sinne der
Tiefenpsychologie. Er ist der dunklen Seite der Psyche nahe, kann aber
auch positiv wirksam werden, wenn der Mensch die Fähigkeit hat, sich mit
ihr bewußt und zielführend auseinanderzusetzen.
[Lexikon der Symbole: Rabe]
Von wegen Mythologie. Der Ausdruck kommt von Hans Huckebein, dem
Unglücksraben aus der gleichnamigen Geschichte von Wilhelm Busch. Der
hat doch nach etlichen Abenteuern ein Gläschen Schnaps geleert und sich
dann im Suff im Strickzeug verheddert und selber stranguliert.
Das nennt man Unglück.
Schöne Grüße
Heiner.
--
OttoJ:
Das Nacktbackverbot bedeutet nicht, dass man nicht nackt backen darf,
sondern der Bäcker soll back, wie Bock ihn schuf, am Bachtrog stehen
und fische Bötchen braten.
> Von wegen Mythologie. Der Ausdruck kommt von Hans Huckebein, dem
> Unglücksraben aus der gleichnamigen Geschichte von Wilhelm Busch. Der
> hat doch nach etlichen Abenteuern ein Gläschen Schnaps geleert und
> sich dann im Suff im Strickzeug verheddert und selber stranguliert.
> Das nennt man Unglück.
>
Danke.
D.
> Von wegen Mythologie. Der Ausdruck kommt von Hans Huckebein, dem
> Unglücksraben aus der gleichnamigen Geschichte von Wilhelm Busch.
Wohl kaum. Der erschien 1870.
| «Du bist ein Unglücksrabe», sagte Fink, seine Stiefel suchend,
| «um so mehr Bier wird in euren Kellern sein.»
in Gustav Freytag, Soll und Haben (1855)
Adelung kennt zwar keinen Unglücksraben, wohl aber einen Unglücksvogel, der
als Rabe oder Krähe gedeutet wird:
| Der Unglücksvogel,
| des -s, plur. die -vögel. 1) Eine Art Raben oder Krähen, deren Geschrey
| von dem großen Haufen für unglücklich, oder Unglück verkündigend,
| gehalten wird; Coruus infaustus Linn. In einigen Gegenden ist er auch
| unter dem Nahmen des Gertrautsvogels bekannt. 2) Eine Person, welche
| Unglück stiftet und anrichtet.
Dieser Hintergrund (Bedeutung 1) betreffend) wurde ja schon angeführt.
Unglücksvögel findet man in Des Knaben Wunderhorn (um 1800 gesammelte Texte,
die teilweise viel älter sind) oder auch schon bei Grimmelshausen:
| Ja ich war so schellig über mich
| daß ich mich vor einen rechten Unglücksvogel hielte;
(Das wunderbarliche Vogelnest, 1672)
Auch in neuerer Zeit gibt es Beispiele, etwa die
Donald-Duck-Geschichte aus Mickey Maus, Heft 25, 1967, "Der Fluch des
Albatros".
Daisy hat beim Quiz der Wunderweiß-Waschmittel-Werke [Bluefog Blubber
Company] eine Reise mit der »Korallen-Königin« [Fatsonia] gewonnen und
fährt zusammen mit ihrer Tante Melitta [Aunt Drusilla] in die Südsee.
Weil Gustav mit demselben Schiff fährt (er ist zur Beat-Weltkonferenz
nach Samoa eingeladen), beteiligt auch Donald sich an dem
Wunderweiß-Quiz. Er kann die letzten zwei Strophen aus dem Gedicht
»Der Fluch des Albatros« [Ancient Mariner]
"Weh mir Frevler dass ich schoss
den Königsvogel Albatros.
Dreimal wehe, dass ich traf:
jetzt trifft mich des Schicksals Straf'."
und gewinnt ebenfalls eine Fahrt mit der »Korallen-Königin« -
allerdings im Laderaum, wo er von Daisy nicht viel sieht. Er schleicht
sich an Deck, wo er versehentlich einen Albatros abschießt - was
letztendlich dazu führt, daß Donald über Bord geht.
Die dadurch bewirkte Fahrtverzögerung hat zur Folge, daß Donald die
Bordpreisfrage richtig beantwortet - und sich eine Kabine erster
Klasse leisten kann.
Im Original wird die Ballade »The Rhyme of the Ancient Mariner« (1798)
von Samuel Taylor Coleridge zitiert.
Etwas OT, aber CNR: Rainer
--
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