Ja, sicher, wenn man versucht, für eine
grammatische Analyse nach einzelnen Satz-
teilen zu fragen, dann macht man das so.
Mit natürlicher Sprache hat das oft wenig
zu tun ('Wessen Buch ist das?' statt: 'Wem
gehört das Buch?' oder, noch einfacher:
'Ist das deins?')
> Stellt sich die Frage folgendermaßen,
>
> Welchen Bus nimmst du?
> Den ganz frühen, den sehr frühen oder den
> ziemlich späten?
> dann stellt sich heraus, daß das Adverb, das
> Attribut des Adjektivs ist, allein nicht als
> Antwort taugt.
>
> Wenn man etwas zu Adverb oder Adjektiv Gehöriges,
> erfragt, muß man das Wort, das
> genauer bestimmt werden soll, mitbenennen.
Nun, Walter Schmid und meine Wenigkeit hatten
da Gegenbeispiele: 'Bist du überrascht?' -
'Total!'
> Die Frage "Wie?" lautet:
> Wie _schnell_ läuft das Pferd?
>
> Bei diesen Beispielen handelt es sich um eine
> besondere Art von Adverbien, um Gradpartikeln.
> Während man Fokus- und Abönungspartikeln gar
> nicht erfragen kann, sind
> Gradpartikeln nur zusammen mit ihrem Bezugswort
> erfragbar.
Wie gesagt, das sind grammatische Analysemethoden.
Im Moment fällt mir kein natürlichsprachliches
Beispiel ein, wo es Sinn machen würde, nach einer
Gradpartikel zu fragen ... oder vielleicht so: 'Wie
sehr waren Sie von dieser Reaktion überrascht?'-
'Das war schon ein ziemlicher Schock - ich würde
sogar sagen, ich hätte nicht überraschter sein
können.' Also antworten nur mit Gradpartikel geht
in dem Fall nicht so gut, aber in Form einer
graduierenden Adverbialbestimmung ginge das schon:
'In höchstem Maße!' Und jetzt sehe ich auch, dass
diese wie-sehr-Frage nicht nach der Grad_partikel_
fragt, sondern nach dem Grad. Und das führt mich
zu der Frage, ob es denn einen logischen Sinn haben
kann, isoliert nach einer Gradpartikel zu fragen.
Das lass ich offen.
>
> Auch an den Satzanfang sind sie nur
> mit ihrem Bezugswort zu stellen. Das zeigt ihre
> Einheit damit an. Denn die zweite Stelle
> nimmt im HS das immer das finite Verb ein.
> Sie können also keinesfalls _allein_ an die erste
> syntaktische Stelle gestellt werden:
>
> Sehr schnell lief das Pferd.
> Nicht:
> *Sehr lief das Pferd schnell.
Das dürfte immer zutreffen.
Die Frage wäre noch, wie diese Wortklasse zu
bezeichnen wäre. Was Canoonet 'Gradpartikeln'
nennt, läuft anderswo unter 'Intensitäts-
partikeln':
http://www.studiger.tu-dortmund.de/index.php?title=Intensit%C3%A4tspartikeln
So auch bei Ludger Hoffman, Handbuch der
deutschen Wortarten. Aber das ist lediglich
ein terminologisches Problem. Als Gradpartikeln
werden in vielen anderen Darstellungen Wörter
wie 'nur - sogar - auch' und andere bezeichnet.
Ich will mich da aber zurzeit nicht tief
reinhängen. Sind ein spannendes Thema, die
Partikeln, sie sind zusammen mit den Modal-
wörtern ein sehr charakteristisches
Merkmal unserer Sprache und stellen eine
ziemliche Herausforderung beim Übersetzen
dar.
Danke für Deine Hinweise
Grüße: Ralf Joerres