Z.B.:
"Sehr geehrter Herr Dr. XY,"
oder
"Sehr geehrter Dr. XY," ?
Beides scheint mir nicht abwegig.
Ich halte es auch nicht für ausgeschlossen, daß es beim Prof. wieder
etwas anders ist.
Was meint ihr? Gibt es im Netz dazu eine gute Seite?
Vielen Dank!
> Wie werden akademische Titel (Dr. und Prof.) in Verbindung mit
> Herr/Frau korrekt verwendet? Kann es sein, daß man hier Herr/Frau
> gelegentlich wegläßt?
>
> Z.B.:
> "Sehr geehrter Herr Dr. XY,"
>
> oder
>
> "Sehr geehrter Dr. XY," ?
>
> Beides scheint mir nicht abwegig.
>
> Ich halte es auch nicht für ausgeschlossen, daß es beim Prof. wieder
> etwas anders ist.
"Sehr geehrter Professor Dr. Dr.phil. Dr mult. hc. ... "
Auf das Herr kann man da getrost verzichten.
Bei Frauen muß stets "Frau Professor" stehen, "sehr geehrte Professor
..." oder gar "Sehr geehrte Professorin" klänge albern.
Bei Männern zöge ich "Herr Professor" dann vor, wenn es ohne folgenden
Namen gebraucht wird: "Sehr geehrter Herr Professor, "
"Herr Doktor"/"Frau Doktor" ohne einen Namen klingt in fast jedem Falle
albern und sei nur Patienten gestattet
Lars
vielen Dank für deine Antwort.
Spiegelt Sie nur deine persönliche Meinung wieder oder sind das
festgefügte Regeln? Kennst du Seiten im Netz, die sich mit solchen
Fragen befassen?
Vielen Dank!
Nur mein persönliches Sprachempfinden und meinem persönlichen Sprach-
und Schreibgebrauch nach.
Lars
Im Duden (Hauptschwierigkeiten der deutschen Sprache), Ausgabe 1965, unter
"Anrede":
...II. Formen der Anrede. 2:
"Hat die angeredete Person einen Titel, einen akademischen Grad oder eine
bestimmte Berufsbezeichnung, so nennt man - in offizieller Anrede - diese an
Stelle des Namens: Guten Tag, Herr Doktor .."
MfG
Klaus Veltzé
Schön jetzt weiß jeder, das der Mensch ein Maskulinum ist.
>
> oder
>
> "Sehr geehrter Dr. XY," ?
Das geht auch, weil der/die es bekommt wohl weiß welches Geschlecht
er/sie hat.
>
> Beides scheint mir nicht abwegig.
>
Mir auch nicht, bei Frauen mit Titeln finde ich es mit schöner, falls
das Schreiben durch irgendeine bannig große Institution geistert, ist es
eine kleine Erleichterung für die Zuordnung. Finde ich auch respektvoller.
> Ich halte es auch nicht für ausgeschlossen, daß es beim Prof. wieder
> etwas anders ist.
Ist es nicht. Falls doch, wieso? Wie lautet Deine These dazu?
>
> Was meint ihr? Gibt es im Netz dazu eine gute Seite?
Wahrscheinlich. Schon gegugelt heute?
>
> Vielen Dank!
Da nicht für.
mfG
George
--
Kometen sind wie Katzen: sie haben einen Schweif und machen, was sie wollen.
Harald Schmidt
> Im Duden (Hauptschwierigkeiten der deutschen Sprache), Ausgabe 1965, unter
> "Anrede":
> ...II. Formen der Anrede. 2:
> "Hat die angeredete Person einen Titel, einen akademischen Grad oder eine
> bestimmte Berufsbezeichnung, so nennt man - in offizieller Anrede - diese an
> Stelle des Namens: Guten Tag, Herr Doktor .."
Speziell beim "Doktor" entspricht das nicht dem Sprachempfinden, das
sich bei mir im Umgang mit Doktoren gebildet hat. Überspitzt würde ich
so formulieren:
Es gibt im Deutschen zwei Wörter, die beide als ['dOktOr]
ausgesprochen werden, nämlich
- den akademischen Grad "Dr.", der *immer* mit dem Namen verwendet
wird und normalerweise nicht ausgeschrieben wird (außer in manchen
Zusammensetzungen wie "Doktortitel")
- die Berufsbezeichung "Doktor" für einen Arzt (unabhängig davon, ob
er den akademischen Grad "Dr." führt), die nicht mit dem Namen
verwendet wird.
Bei Ärzten, die einen Doktortitel führen, kann mans sichs also
heraussuchen.
Helmut Richter
> Auf das Herr kann man da getrost verzichten.
Ich halts indes für unverzichtbar. (Man braucht
andererseits nur den wichtigsten Titel zu
schreiben, also etwas "Sehr geehrter Herr
Professor", und kann dabei auch den Namen durchaus
weglassen. Aber nicht "Herr".)
Alles Wichtige ist im DUDEN 9 ("Zweifelsfälle") unter "Brief" nachzulesen.
"Sehr geehrter Herr Dr. XY" ist korrekt.
"Sehr geehrter Dr. XY" ist grob unhöflich.
Gruß
Armin Saam
Man muß sogar! Der herausgehobene Titel (Professor, Oberbürgermeister,
Minister, etc.) ersetzt in der Briefanrede den Namen!
Gruß Armin Saam
> "Sehr geehrter Professor Dr. Dr.phil. Dr mult. hc. ... "
> Auf das Herr kann man da getrost verzichten.
Keinesfalls! Die Anrede Herr oder Frau ist unverzichtbarer Bestandteil
der Anrede (DIN 5008). Weglassen wäre absolut unhöflich, egal was für
ein noch so langer Titel (vor dem Dr./Prof. kann ja auch noch eine
diplomatische Anrede kommen) folgt.
Gruß
G.O.
> > "Sehr geehrter Professor Dr. Dr.phil. Dr mult. hc. ... "
> > Auf das Herr kann man da getrost verzichten.
>
> Keinesfalls! Die Anrede Herr oder Frau ist unverzichtbarer Bestandteil
> der Anrede (DIN 5008). Weglassen wäre absolut unhöflich, egal was für
> ein noch so langer Titel (vor dem Dr./Prof. kann ja auch noch eine
> diplomatische Anrede kommen) folgt.
Was sagst Du zu Adelstiteln?
Gruß, ULF
Mir meinte eine Behörde "Sehr geehrter Herr!" schreiben zu müssen.
Gruß, ULF
> Bei Frauen muß stets "Frau Professor" stehen, "sehr geehrte Professor
> ..." oder gar "Sehr geehrte Professorin" klänge albern.
Wie steht es mit "Frau Professorin"? Dann weiß man wenigstens, daß es
nicht nur angeheiratet ist.
Gruß, ULF
Wo liegt das Problem: Sehr geehrte Frau von Pfuel, hätten Sie wohl
eine Tasse Kaffee für mich?
Wenn Sie allerdings Freifrau wäre, kann die Doppelung entfallen, weil
dabei die Anrede bereits im Titel enthalten ist.
Gruß
G.O.
Frau, gefolgt von männlichem ak. Grad, ist IMHO nur noch in Ösiland
gebräuchlich; immer noch das alte Syndrom aus der Abschaffung des
Adels. Hierzulande gibts den angeheirateten ak. Titel wohl nicht mehr.
Gruß
G.O.
Na, immer noch besser als "Sehr geehrter Steuerbürger"
oder "Sehr geehrter Verkehsteilnehmer".
Gruß
G.O.
Es gibt ja bekanntlich keine Adelstitel mehr, sondern nur noch
besonders behandelte Namensbestandteile. Somit wird die korrekte
Verwendung der Adelstitel ("Freifrau Sieglinde von Sickelbick"
anstelle von "Sieglinde Freifrau von Sickelbick") zum großen,
landesweiten Rollenspiel, an dem man sich genausowenig beteiligen muß
wie am Schwarzen Auge oä. - und deshalb kann die Doppelung zwar
entfallen, muß aber nicht. "Frau Sieglinde Freifrau von Sickelbick"
ist vielleicht etwas ungewöhnlich, dafür aber mit der besonderen
republikanischen Note...
- Sebastian
Man sollte jedoch wissen, das dieser Verzicht in Professorenkreisen als
extrem unhöflich empfunden wird.
Außerdem schreibt man "Sehr geehrter Herr Professor", der Rest der Titel hat
da im Normalfall nichts zu suchen. Natürlich gibt es Exemplare, die gern all
ihre Titel aufgereiht sehen, aber meiner Erfahrung nach sind die sehr
selten.
> "Herr Doktor"/"Frau Doktor" ohne einen Namen klingt in fast jedem Falle
> albern und sei nur Patienten gestattet
Albern finde ich es nicht, und ich finde auch, daß es nur für Ärzte geht
(die werden auch "Herr/Frau Doktor" genannt, wenn sie keinen Doktortitel
haben).
chr
> Ulf Kutzner <kutz...@students.uni-mainz.de> wrote
>> Was sagst Du zu Adelstiteln?
>
> Wo liegt das Problem: Sehr geehrte Frau von Pfuel, hätten Sie wohl
> eine Tasse Kaffee für mich?
> Wenn Sie allerdings Freifrau wäre
Man kann nicht Freifrau sein. Nur so heissen, wie man gehiessen
haette, waere man es gewesen, als man noch konnte.
Ein Kreiswehrersatzamt? Die haben ja nun eine Kundschaft, bei der sie
im Geschlecht der Anrede nicht unterscheiden muessen. Wenn man dann
den Namen weglassen kann, hat man wieder Muehe gespart.
Falscher Film, Sebastian: Das ist die korrekte Form für die Anschrift,
aber in der Anrede fehlt der Vorname, deshalb entstände da eine
unschöne Doppelung.
Gruß
G.O.
Mag sein. Bloß um z.B. einen "nur berufenen" von solchen zu
unterscheiden, die sich mit einer Dissertation "abgeplagt" haben, ist es
oft nicht unangemessen zu sagen: "Frau Prof. Dr. Namilie-Muster",
derartige Differenzierungen sind insbesondere an Fachhochschulen üblich,
denn dort gibt es oft Profs ohne Dr.
> chr
>
>
mfG
George
P.S. beruhigend, dass ich einige Profs duzen tu.
Naja, unschöne Namen, andere Leute heißen Bedürftig oder Breitkopf.
Die können sich das im Gegensatz zur Frau Freifrau nicht mal aussuchen.
- Sebastian
Du meinst, Frau Freifrau von Sickelbick kommt leichter zu einer
Namensänderung als Herr Breitkopf? Mal angenommen, beide sind mit
diesem Namen geboren - warum?
Matthias
--
__________________________________________________________
NewsGroups individuell filtern mit http://www.NewsSIEVE.de
> ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) schrieb:
>> G.O.Tuhls schrieb:
>>> ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) wrote
>
>>>> "Frau Sieglinde Freifrau von Sickelbick"
>>>
>>> Falscher Film, Sebastian: Das ist die korrekte Form für die Anschrift,
>>> aber in der Anrede fehlt der Vorname, deshalb entstände da eine
>>> unschöne Doppelung.
>>
>> Naja, unschöne Namen, andere Leute heißen Bedürftig oder Breitkopf.
>> Die können sich das im Gegensatz zur Frau Freifrau nicht mal aussuchen.
>
> Du meinst, Frau Freifrau von Sickelbick kommt leichter zu einer
> Namensänderung als Herr Breitkopf? Mal angenommen, beide sind mit
> diesem Namen geboren - warum?
Na, ob leichter, sei einmal dahingestellt, aber er müßte einen
komplett neuen Namen bekommen, während sie einfach den aneckenden
Bestandteil streichen könnte. Im übrigen steht zu bezweifeln, daß die
Frau mit diesem Namen geboren worden ist. Mit welchem Namen ist dann
ihr Bruder geboren? Die Frau heißt in Wirklichkeit vermutlich
"Sieglinde Freiherr von Sickelbick".
Zu schreiben: "Sehr geehrte Frau Freiherr von Sickelbick", gehört sich
nicht, ist aber "korrekt". Die gesellschaftlich angebrachte Anrede ist
vielmehr "Frau von Sickelbick".
- Sebastian
Ja, aber auch der Buergerliche hat's da nicht einfach. Wie redet
man denn, will man unschoene Doppelungen vermeiden, z.B. einen Herrn
mit dem Nachnamen "Herr" an? "Sie da"? Oder pfeift man nur?
Aber nicht nur die Zivilisten haben's schwer. Ich bin mal einem
Offiziersanwärter begegnet, der Hauptmann hieß.
Schöne Grüße,
Wolf
> Wolf Busch schrieb:
>
>>Aber nicht nur die Zivilisten haben's schwer. Ich bin mal einem
>>Offiziersanwärter begegnet, der Hauptmann hieß.
>
> Ich biete einen Leutnant der hieß Oberst.
Andersrum wär's besser.
- Sebastian
>
> Aber nicht nur die Zivilisten haben's schwer. Ich bin mal einem
> Offiziersanwärter begegnet, der Hauptmann hieß.
Ich kannte einen Spiess, der hiess Spiess.
Wenn Prüflinge aufgerufen werden, dann meist mit vollem Namen und
Höflichkeitsanrede.
Gruß, ULF
Solange deren Söhne vom Standesbeamten odentlich mit Familiennamen
"Freifrau von Pfuel" eingetragen werden...
Gruß, ULF
> Außerdem schreibt man "Sehr geehrter Herr Professor", der Rest der Titel hat
> da im Normalfall nichts zu suchen. Natürlich gibt es Exemplare, die gern all
> ihre Titel aufgereiht sehen, aber meiner Erfahrung nach sind die sehr
> selten.
Mir sind Exemplare begegnet, die in Aushängen an der Uni eilends den
Prof. durch den Univ.-Prof. ersetzten...
Gruß, ULF
> >> "Sehr geehrter Herr Dr. XY" ist korrekt.
> >> "Sehr geehrter Dr. XY" ist grob unhöflich.
> >
> > Mir meinte eine Behörde "Sehr geehrter Herr!" schreiben zu müssen.
>
> Ein Kreiswehrersatzamt? Die haben ja nun eine Kundschaft, bei der sie
> im Geschlecht der Anrede nicht unterscheiden muessen. Wenn man dann
> den Namen weglassen kann, hat man wieder Muehe gespart.
Ins Adreßfeld haben sie meinen Namen schon noch geschrieben, da hätte es
auch in der Anrede noch gepaßt.
Die Wiesbadener Polizei schrieb in einem Anhörungsbogen: "Sehr geehrter
[Nachname]!", wenn auch nicht an mich.
Gruß, ULF
Das kenne ich nur aus Österreich so. Frage: Spricht man die dann auch
so an? Herr Universitätsprofessor xy?
Gruß,
Gerhard
--
Dipl.-Phys. Gerhard Killesreiter <killes...@physik.uni-freiburg.de>
Auf gar keinen Fall, wenn ich faschistisches Gesockse Deines Kalibers sehe,
könnte ich abkotzen, daß die Amerikaner dieses Land im zweiten Weltkrieg
nicht völlig plattgebombt haben. (Dirk Burchard in de.alt.soc.antifa)
> > Mir sind Exemplare begegnet, die in Aushängen an der Uni eilends den
> > Prof. durch den Univ.-Prof. ersetzten...
>
> Das kenne ich nur aus Österreich so. Frage: Spricht man die dann auch
> so an? Herr Universitätsprofessor xy?
Einige wollen das wohl so. Solange an der Uni aber kein
Verwechlungsgefahr besteht, sollte ihnen "Professor" eigentlich reichen.
Außerhalb der Uni mag es gerechtfertigt sein, Jurauniprofs von Juraprofs
der FHen unterscheiden zu können.
Gruß, ULF
> >> Was sagst Du zu Adelstiteln?
> > >
> > > Wo liegt das Problem: Sehr geehrte Frau von Pfuel, hätten Sie wohl
> > > eine Tasse Kaffee für mich?
> > > Wenn Sie allerdings Freifrau wäre
> >
> > Man kann nicht Freifrau sein. Nur so heissen, wie man gehiessen
> > haette, waere man es gewesen, als man noch konnte.
>
> Solange deren Söhne vom Standesbeamten odentlich mit Familiennamen
> "Freifrau von Pfuel" eingetragen werden...
Eine Freifrau, wie auch eine Freiin, wird mit Baronesse angeredet - FR
Wie meinen? Sorry, aber die Conclusio im 2. Satz ist mir zu hoch.
Und wieso kann es keine Freifrauen geben? Denk mal an die Dame, die
unter dem Namen Vicky Leandros als Sängerin bekannt ist. Wohl die
bekannteste Freifrau in D, durch Heirat geworden.
Gruß
G.O.
> Andreas Kabel <aka...@penguin.slac.stanford.edu> wrote
>> Man kann nicht Freifrau sein. Nur so heissen, wie man gehiessen
>> haette, waere man es gewesen, als man noch konnte.
>
> Wie meinen? Sorry, aber die Conclusio im 2. Satz ist mir zu hoch.
> Und wieso kann es keine Freifrauen geben?
Weil es hierzulande keinen Adel gibt.
> Denk mal an die Dame, die
> unter dem Namen Vicky Leandros als Sängerin bekannt ist.
Kenne ich nicht.
> Weil es hierzulande keinen Adel gibt.
>
Wozulande? Dein Absender lässt auf außerhalb D schließen. In D gibt es
schon noch reichlich Adel, auch wenn er de jure nichts zu sagen hat.
Aber immerhin war ein Freiherr hier schon mal Präsi.
Okay, der war schon vor der Gründung der BRD Freiherr, also kein so
dolles Beispiel, aber was hältst du von Ernst-August? Dessen Eskapaden
dürften auch bei dir in der Presse schon zu lesen gewesen sein. Als
Nachkriegsgeneration dürfte er deiner Definition nach kein Prinz sein.
>
> > die Dame, die
> > unter dem Namen Vicky Leandros als Sängerin bekannt ist.
>
> Kenne ich nicht.
Schon seltsam, ist immerhin nicht nur Lokalgröße.
Gruß
G.O.
> In D gibt es
> schon noch reichlich Adel, auch wenn er de jure nichts zu sagen hat.
Also gibt es praktisch auch keinen.
Allerdings jede Menge Getue.
> Aber immerhin war ein Freiherr hier schon mal Präsi.
Nö. Höchstens ein Mann mit *Namen* Freiherr Sowieso.
> Okay, der war schon vor der Gründung der BRD Freiherr,
Da gab ea auch schon eine ganze Weile keinen Adel mehr.
> aber was hältst du von Ernst-August? Dessen Eskapaden
> dürften auch bei dir in der Presse schon zu lesen gewesen sein. Als
> Nachkriegsgeneration dürfte er deiner Definition nach kein Prinz sein.
Ist er auch nicht. Egal wie er *heißt*.
Die Verwechslungsgefahr zwischen Universitätsprofessor und Prof. (FH)
besteht in Österreich ja noch nicht so lange wie vielmehr die zwischen einem
Univ.-Prof. für Mathematik und einem Mathe-Professor an einer höheren Schule
(Gymnasium, Handelsakademie o.ä.).
Sascha
Jetzt schon, ein angeheirateter halt.
Sascha
> Andreas Kabel <aka...@penguin.slac.stanford.edu> wrote
>
>> Weil es hierzulande keinen Adel gibt.
>>
>
> Wozulande? Dein Absender lässt auf außerhalb D schließen. In D gibt es
> schon noch reichlich Adel
Ach so. Und der Adelstitel wird vom Bundespraesidenten verliehen,
nehme ich an.
> , auch wenn er de jure nichts zu sagen hat.
> Aber immerhin war ein Freiherr hier schon mal Präsi.
> Okay, der war schon vor der Gründung der BRD Freiherr, also kein so
> dolles Beispiel, aber was hältst du von Ernst-August? Dessen Eskapaden
> dürften auch bei dir in der Presse schon zu lesen gewesen sein. Als
> Nachkriegsgeneration dürfte er deiner Definition nach kein Prinz sein.
>
Der Adel wurde schon in der Weimarer Reichsverfassung
abgeschafft.
> Andreas Kabel <aka...@penguin.slac.stanford.edu> wrote in
> news:86g01ca...@penguin.slac.stanford.edu:
>
>>> Denk mal an die Dame, die
>>> unter dem Namen Vicky Leandros als Sängerin bekannt ist.
>>
>> Kenne ich nicht.
>
> Bist Du zu alt, zu jung, oder zu lange im Ausland?
Mein Alter ist genau richtig, und ich bin noch nicht zu
lange im Ausland.
:) Ihr Vater heißt Leo
> Leandros, der war auch Sänger.
>
Tatsaechlich? Das ist ja hochuninteressant.
Ersteres ja, letzteres nein. Woolworth kenne ich allerdings, wenn Dir
das weiterhilft.
>
> Diese Information hätte Dir dann weitergeholfen, wenn Du schon in den 50er
> Jahren an einem Radiogerät vorbeigekommen bist.
>
Also, das kann ich mit Sicherheit ausschliessen.
> use0...@onlinehome.de (Matthias Opatz) wrote in
>> got...@aol.com (G.O.Tuhls) schrieb:
>>
>>> In D gibt es
>>> schon noch reichlich Adel, auch wenn er de jure nichts zu sagen hat.
>>
>> Also gibt es praktisch auch keinen.
>> Allerdings jede Menge Getue.
>
> Das Getue sollte es uns die Sache doch wert sein, oder? Für den Fall, dass
> Deutschland wieder Monarchie wird, muss ja was da sein zum
> Wiederauflebenlassen.
Da ist ja nix mehr außer Klatschpresse, und die muß großenteils schon
auf den außerdeutschen Adel zurückgreifen, weil die lokale
Gesellschaft nicht mal mehr solche Prunkhochzeiten wie im norwegischen
oder holländischen Königshaus zu bieten hat. Wundert mich übrigens
nicht, daß die Heirat von Nichtadeligen ("aus dem Volk") für solche
Begeisterung sorgt schon wg. Genetik und so.
- Sebastian
> * Wolfgang Schwanke <NURFUERSPA...@snafu.de>:
>
>>>> Denk mal an die Dame, die
>>>> unter dem Namen Vicky Leandros als Sängerin bekannt ist.
>>>
>>> Kenne ich nicht.
>>
>> Bist Du zu alt, zu jung, oder zu lange im Ausland? :) Ihr Vater heißt Leo
>> Leandros, der war auch Sänger.
>
> Ich denke, Vicky Leandros ist so eine, naja Erscheinung, die man mit 14
> kennt und von der man sich spätestens mit 18 heimlich, aber heftig
> wünscht, man hätte den Namen nie gehört.
Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, ich wiederhole: mein Ehrenwort, dass
ich Vicky Leandros mit 14 nicht gekannt habe.
> heimlich, sondern er gibt Unkenntnis des Namens öffentlich vor.
> Ähnliches gilt beispielsweise für Rita Pavone, Dieter Bohlen, Kurt
> Felix, France Gall, Brintney Spears und überhaupt jeden zweiten
> sogenannten Stargast aus "Wetten daß..." oder einer früheren
> Samstagabendunterhaltungssendung.
Kurt Felix kenne ich, der Name "Dieter Bohlen" kommt mir bekannt vor,
und von Britney Spears habe ich eine verschwommene Vorstellung. Zufrieden?
Wer Rita Pavone und France Gall sind, wuesste ich auch mit Daumenschrauben
& Natriumthiopental nicht.
> Wie nennt man eigentlich im Sonnabendgebiet den Abend des Tages vor dem Sonntag?
Also, der Oktoberklub hat seinerzeit ein Lied gecovert mit der
Titelzeile "Jedermann liebt den Samstagabend".
Ich kann mich nicht erinnern, dass sich auch nur einer aus dem
Sonnabendgebiet darüber gewundert (oder "Iiii, Wessis!" gerufen) hätte.
Im Gegenteil. Mitgesungen haben sie.
Andy Zweck wrote:
> Wie nennt man eigentlich im Sonnabendgebiet den Abend des Tages vor dem Sonntag?
Sonnabend abend oder Sonnabendabend oder Sonnabend Abend. Oder was
wolltest du wissen?
caba abend
> Kurt Felix kenne ich, der Name "Dieter Bohlen" kommt mir bekannt vor,
> und von Britney Spears habe ich eine verschwommene Vorstellung. Zufrieden?
> Wer Rita Pavone und France Gall sind, wuesste ich auch mit Daumenschrauben
> & Natriumthiopental nicht.
Du mußt schrecklich jung sein!
Keine Empfehlung:
<http://www.vickyleandros.com/homed.htm>
Ralf
> In Deutschland ist man da nicht so devot wie
> in Ö. Man sagt zumeist schlicht "Herr xy".
War ist man?
Ich kenne viele, die "Herr Professor" oder "Herr Professor X."
sagen, und manche Professoren hören es wohl auch lieber so.
War da nicht auch mal ein Bundeskanzler, der ungeliebten Fragern
deren "Herr K." vorhielt ("Für Sie bin ich Herr Bundeskanzler!").
Falls Herr Busch solch Frevel kontaminierter Weise betrieben hätte,
würde er es nur aus publizistischen Gründen vollzogen haben.
wünsche einen schönen Sonnabend
George
P.S. Getreue niedere Saxonen machen gute Mine zum bösen Spiel.
--
Kometen sind wie Katzen: sie haben einen Schweif und machen, was sie wollen.
Harald Schmidt
> Andy Zweck <Andy....@gmx.net> wrote in news:3cd1adc8$1...@pfaff.ethz.ch:
>
>> Ähnliches gilt beispielsweise für Rita Pavone, Dieter Bohlen, Kurt
>> Felix, France Gall, Brintney Spears
>
> Du streichst da mit ziemlich breitem Pinsel. Die genannten Künstler kann
> man doch nicht alle in denselben Topf tun. Zumindest France Gall möchte ich
> doch vor Dieter Bohlen in Schutz nehmen.
Das wird kaum nötig sein.
>> und überhaupt jeden zweiten
>> sogenannten Stargast aus "Wetten daß..."
>
> Du guckst "Wetten daß" *entlarv*.
Und du guckst Biolek. Wer im Schlachthaus sitzt, soll nicht mit
Schweinen werfen.
- Sebastian
> Andreas Kabel <aka...@penguin.slac.stanford.edu> wrote in
> news:86adrik...@penguin.slac.stanford.edu:
>
>> Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, ich wiederhole: mein Ehrenwort, dass
>> ich Vicky Leandros mit 14 nicht gekannt habe.
>
> Theoooooooo, wir fahrn nach Lotsch.
>
>> Wer Rita Pavone und France Gall sind, wuesste ich auch mit
>> Daumenschrauben & Natriumthiopental nicht.
>
> Rita Pavone:
> Arrivederci Hans, das war der letzte Tanz; Wenn ich ein Junge wär (mal von
Aha?
> Nina Hagen gecovert)
Nina Hagen kenne ich.
>
> France Gall:
> KillimanKillimanKillimandscharo; Poupée de cire poupée de son;
> Der Computer Nummer drei sucht für mich den richtigen Boy ...
Du sprichts in Raetseln.
>
> Schnackelt's jetzt? Als nächstes wirst Du uns erzählen, dass Du nicht weißt
> wer Wencke Myhre ist.
Doch, den Namen habe ich mal gehoert.
> Da hilft dann nur noch zwangsweises Nachsitzen mit
> den Aufzeichungen des Grand Prix Eurovision der letzten 30 Jahre.
Ist das die Sendung mit "Deutschland: null Punkte -- Germany: zero points --
l'Allemagne ..."?
> Andreas Kabel <aka...@penguin.slac.stanford.edu> wrote in
> news:86adrik...@penguin.slac.stanford.edu:
>
>> Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, ich wiederhole: mein Ehrenwort, dass
>> ich Vicky Leandros mit 14 nicht gekannt habe.
>
> Theoooooooo, wir fahrn nach Lotsch.
Ach, *das* war Vicky Leandros?
>
>> Wer Rita Pavone und France Gall sind, wuesste ich auch mit
>> Daumenschrauben & Natriumthiopental nicht.
>
Weil das Versmas es verlangte.
Sonnabendabend hab ich aber auch schon gehört.
Oder eben Sonnabend Abend.
bge
Ach was! Und warum erben diese Leute dann munter Titel und nicht nur
Namen? Im Gegensatz zum Slawischen sind im Deutschen ja Namen
geschlechtsunabhängig, Titel jedoch nicht. Ösiland ist da AFAIK
konsequenter, die haben den Adel wirklich abgeschafft und da wird eine
Frau durch Heirat zum Freiherrn.
Gruß
G.O.
P.S. Chance für deine Ehrenrettung: Wen kennst du denn gesangsmäßig
überhaupt, nur mal so gefragt ... bei WwM wären deine Kenntnisse
jedenfalls eine Möglichkeit, unterhalb von 500 Euro auszusteigen. *gg*
> Andreas Kabel <aka...@penguin.slac.stanford.edu>
>>
>> Der Adel wurde schon in der Weimarer Reichsverfassung
>> abgeschafft.
>
> Ach was! Und warum erben diese Leute dann munter Titel und nicht nur
> Namen?
Nach welcher Rechtsgrundlage?
- Sebastian
> Ösiland ist da AFAIK konsequenter, die haben den Adel wirklich
> abgeschafft
Das ja.
> und da wird eine Frau durch Heirat zum Freiherrn.
Nein. Wo's keine Freiherren gibt, wir man auch keiner. Der Kaiserenkel
heißt "Otto Habsburg-Lothringen", und die Baroness Vetsera hieße
schlicht "Mary Vetsera", wenn sie heute lebte.
M.
> Andreas Kabel <aka...@penguin.slac.stanford.edu>
>>
>> Der Adel wurde schon in der Weimarer Reichsverfassung
>> abgeschafft.
>
> Ach was! Und warum erben diese Leute dann munter Titel und nicht nur
> Namen?
Sie erben Namen. Allerdings hat ihnen das Reichsgericht in den
20ern das Recht eingeraeumt, die Namen zu movieren.
--
Andreas Kabel | aka...@slac.stanford.edu
Stanford Linear Accelerator Center | +1(650)926-5069 (office)
2575 Sand Hill Road, MS 26 | +1(650)926-5368 (fax)
Menlo Park, CA 94025 | +1(650)917-8559 (home)
> > Ach was! Und warum erben diese Leute dann munter Titel und nicht nur
> > Namen?
>
> Sie erben Namen. Allerdings hat ihnen das Reichsgericht in den
> 20ern das Recht eingeraeumt, die Namen zu movieren.
Nachdem das Verb doch heutzutage einigermaßen ungebräuchlich erscheint
und die Richter in anderen Zeiten aufgewachsen sind, könnte man auch
eine Änderung der Rechtsprechung ins Auge fassen.
Hättest Du die Fundstelle der zitierten Entscheidung?
Gruß, ULF
Leider nicht. Ich glaube, die Entscheidung ist von 1926.
Mehr weiss ich nicht.
> Gerhard Killesreiter schrieb:
> > Das kenne ich nur aus Österreich so. Frage: Spricht man die dann auch
> > so an? Herr Universitätsprofessor xy?
>
> Hatten wir hier schon mal. In Deutschland ist man da nicht so devot wie
> in Ö. Man sagt zumeist schlicht "Herr xy".
Da ich mich auf eine bevorstehende Wienreise auch mental vorbereiten
wollte, hätte mich die für A übliche Regelung interessiert. Und die
Anrede »Herr Professor« ist auch in D nicht unpraktisch, wenn man den
Nachnamen vergessen hat.
Gruß,
Gerhard
--
Im Ausland gilt Holland als tolerant. Das hat damit zu tun, dass die
Holländer der Welt gesagt haben sie würden in einem toleranten Land
leben. Außerdem kann die Welt zu wenig Holländisch, um das zu überprüfen.
(Simon Kuper, Holländer, in der SZ vom 12.9.2001)
Hast du mit Leuten in ihrem Beruf zu tun, in dem sie einen Berufstitel
tragen, verwende diesen: Herr Professor, Frau Fachlehrerin, ...,
allenfalls in Verbindung mit dem Familiennamen.
Im Übrigen wird da alles nicht gar so ernst genommen, und wenn du
nicht von da bist, sieht man dir auch einen allfälligen Tritt ins
Fettnäpfchen nach.
Und beim Heurigen kommt's dann zur allgemeinen Verbrüderung und
Du-Sagerei. Am nächsten Morgen sollte man allerdings vorsichtshalber
eine diesbezügliche Erinnerungslücke haben, bis klar ist, dass die
Sache Rausch und Kater überdauert. ;-)
Reinhard
--
Die Weisheit ist wie ein klarer, kühler Teich -
man kann von jeder Seite
hineingelangen.
(Nagarjuna - trotzdem der nämliche)
> On 06 May 2002 12:58:58 +0200, Gerhard Killesreiter
> <nutz...@killesreiter.de> wrote:
> >
> >Da ich mich auf eine bevorstehende Wienreise auch mental vorbereiten
> >wollte, hätte mich die für A übliche Regelung interessiert. Und die
> >Anrede »Herr Professor« ist auch in D nicht unpraktisch, wenn man den
> >Nachnamen vergessen hat.
> Soweit mir das geläufig ist:
> Prinzipiell kannst du jeden Menschen so anreden, wie er sich
> vorstellt. Das wird normalerweise der Familienname sein.
> Befindest du dich in einem Kontext, in dem man erwarten kann, dass du
> einen allfälligen akademischen Grad deines Gegenübers kennst, rede ihn
> mit diesem an: Herr Doktor, Frau, Magister, Herr Ingenieur, ...
Gut, aber wenn mich jemand als Herr Diplomphysiker anredet, schreie
ich.
> Hast du mit Leuten in ihrem Beruf zu tun, in dem sie einen Berufstitel
> tragen, verwende diesen: Herr Professor, Frau Fachlehrerin, ...,
> allenfalls in Verbindung mit dem Familiennamen.
>
> Im Übrigen wird da alles nicht gar so ernst genommen, und wenn du
> nicht von da bist, sieht man dir auch einen allfälligen Tritt ins
> Fettnäpfchen nach.
Das will ich hoffen.
> Und beim Heurigen kommt's dann zur allgemeinen Verbrüderung und
> Du-Sagerei. Am nächsten Morgen sollte man allerdings vorsichtshalber
> eine diesbezügliche Erinnerungslücke haben, bis klar ist, dass die
> Sache Rausch und Kater überdauert. ;-)
Woher kennst Du den Zweck meiner Reise?
Gruß,
Ger»ENGE«hard
--
Dipl.-Phys. Gerhard Killesreiter <killes...@physik.uni-freiburg.de>
Tatsaechlich ist die Weltraumfahrt eher ein Abfallprodukt der
Bratpfannenforschung. (Jörg Geiger in de.sci.physik)
>> Befindest du dich in einem Kontext, in dem man erwarten kann, dass du
>> einen allfälligen akademischen Grad deines Gegenübers kennst, rede ihn
>> mit diesem an: Herr Doktor, Frau, Magister, Herr Ingenieur, ...
>
>Gut, aber wenn mich jemand als Herr Diplomphysiker anredet, schreie
>ich.
>
Kein Problem! Die Kenntnis eines solchen Titels kannst du nirgends
erwarten. ;-)
Bei uns kennt man allenfalls den Diplomingenieur, und da lässt man den
Teil "Diplom-" üblicherweise weg. Was nicht ganz logisch ist, denn
einen diplomfreien Ingenieur gibt's auch.
Aber was ist in Sprachdingen schon logisch?
>> Im Übrigen wird da alles nicht gar so ernst genommen, und wenn du
>> nicht von da bist, sieht man dir auch einen allfälligen Tritt ins
>> Fettnäpfchen nach.
>
>Das will ich hoffen.
>
Ist aber keine Garantie, gell?
Grantscherben und I-Tüpferlreiter gibt's überall.
>> Und beim Heurigen kommt's dann zur allgemeinen Verbrüderung und
>> Du-Sagerei. Am nächsten Morgen sollte man allerdings vorsichtshalber
>> eine diesbezügliche Erinnerungslücke haben, bis klar ist, dass die
>> Sache Rausch und Kater überdauert. ;-)
>
>Woher kennst Du den Zweck meiner Reise?
>
Wer nach Wien reist, ohne einen Heurigen zu besuchen,
der ist gestört. ;-) Für einen solchen halt ich dich nicht.
> On 07 May 2002 12:38:39 +0200, Gerhard Killesreiter
> <nutz...@killesreiter.de> wrote:
> >Gut, aber wenn mich jemand als Herr Diplomphysiker anredet, schreie
> >ich.
> >
> Kein Problem! Die Kenntnis eines solchen Titels kannst du nirgends
> erwarten. ;-)
Ach, stimmt. Den gibt es bei euch ja nicht.
> Bei uns kennt man allenfalls den Diplomingenieur, und da lässt man den
> Teil "Diplom-" üblicherweise weg. Was nicht ganz logisch ist, denn
> einen diplomfreien Ingenieur gibt's auch.
> Aber was ist in Sprachdingen schon logisch?
Mit der Erkenntnis könnten wir die Hälfte der Artikel hier
einstampfen.
> >> nicht von da bist, sieht man dir auch einen allfälligen Tritt ins
> >> Fettnäpfchen nach.
> >
> >Das will ich hoffen.
> >
> Ist aber keine Garantie, gell?
> Grantscherben und I-Tüpferlreiter gibt's überall.
Drum hoff ich ja. ;-)
> >> Und beim Heurigen kommt's dann zur allgemeinen Verbrüderung und
> >> Du-Sagerei. Am nächsten Morgen sollte man allerdings vorsichtshalber
> >> eine diesbezügliche Erinnerungslücke haben, bis klar ist, dass die
> >> Sache Rausch und Kater überdauert. ;-)
> >
> >Woher kennst Du den Zweck meiner Reise?
> >
> Wer nach Wien reist, ohne einen Heurigen zu besuchen,
> der ist gestört. ;-) Für einen solchen halt ich dich nicht.
*puuh* Glück gehabt und danke!
Was ist dem dem, der sich »Zehnermarie« nennt, zu halten?
Gruß,
Gerhard
--
Dipl.-Phys. Gerhard Killesreiter <killes...@physik.uni-freiburg.de>
Wenn man seinem Hirn nur recht regelmäßig Müll zuführt, wird man
matschig in der Birne. So ist das. (Markus Gail in desd)
>> Aber was ist in Sprachdingen schon logisch?
>
>Mit der Erkenntnis könnten wir die Hälfte der Artikel hier
>einstampfen.
>
Ja. Eh.
Das ist auch ungefähr die Menge des von mir aufmerksam Gelesenen. ;-)
>> Wer nach Wien reist, ohne einen Heurigen zu besuchen,
>> der ist gestört. ;-) Für einen solchen halt ich dich nicht.
>
>*puuh* Glück gehabt und danke!
>
>Was ist dem dem, der sich »Zehnermarie« nennt, zu halten?
>
Den kenn ich nur dem Namen nach. (Ich bin in der "Provinz" daheim, und
ich find die Heurigen in meiner unmittelbaren Umgebung gemütlicher,
besser und billiger als die in Wien, die Wiener mögen mir verzeihen!)
Wenn ich dir einen unverbindlichen Tip geben darf: Meide Grinzing,
schau lieber nach Nussdorf, oder schau dich außerhalb der Stadtgrenzen
um! Klosterneuburg, Bisamberg, Baden, ...
Da sind deine Chancen, nicht in eine Touristenfalle zu geraten,
deutlich größer! Frag Einheimische, aber nicht Bedienstete deines
Hotels, die kriegen womöglich Provision!
> On 07 May 2002 19:23:34 +0200, Gerhard Killesreiter
> <nutz...@killesreiter.de> wrote:
>
> >Mit der Erkenntnis könnten wir die Hälfte der Artikel hier
> >einstampfen.
> >
> Ja. Eh.
> Das ist auch ungefähr die Menge des von mir aufmerksam Gelesenen. ;-)
Wo Du es sagst, fällt es mir auch auf.
> >*puuh* Glück gehabt und danke!
> >
> >Was ist dem dem, der sich »Zehnermarie« nennt, zu halten?
>
> Den kenn ich nur dem Namen nach. (Ich bin in der "Provinz" daheim,
> und ich find die Heurigen in meiner unmittelbaren Umgebung
> gemütlicher, besser und billiger als die in Wien, die Wiener mögen
> mir verzeihen!)
>
> Wenn ich dir einen unverbindlichen Tip geben darf: Meide Grinzing,
> schau lieber nach Nussdorf, oder schau dich außerhalb der Stadtgrenzen
> um! Klosterneuburg, Bisamberg, Baden, ...
> Da sind deine Chancen, nicht in eine Touristenfalle zu geraten,
> deutlich größer! Frag Einheimische, aber nicht Bedienstete deines
> Hotels, die kriegen womöglich Provision!
Ich werde mit der Bahn hinfahren und da das ganze zeitlich recht
verplant ist, werde ich Deinen Hinweis nicht befolgen können. Aber
Wien soll ja auch zwei Reisen lohnen.
Gruß,
Gerhard
--
Dipl.-Phys. Gerhard Killesreiter <killes...@physik.uni-freiburg.de>
VDSt Karlsruhe <http://www.vdst.net/karlsruhe>
>
>Ich werde mit der Bahn hinfahren und da das ganze zeitlich recht
>verplant ist, werde ich Deinen Hinweis nicht befolgen können. Aber
>Wien soll ja auch zwei Reisen lohnen.
>
Kauf dir eine Tageszeitung und schau in den Inseratenteil!
Mit etwas Glück findest du die Rubrik "Heurige" oder "Ausg'steckt".
Wenn du da ein Lokal findest, das nur etwa 4 Wochen offen ist, dann
bist du fündig geworden! Das ist nämlich der Heurige mit
Echtheitszertifikat: Ein Weinhauer, der für begrenzte Zeit seinen
eigenen Wein und selbst zubereitete, kalte Speisen verkauft.
Und damit's wieder on topic wird:
"Ausg'steckt" kommt daher, dass der Heurigenwirt durch das
"Ausstecken" eines Föhrenbuschens oder Strohrades zu erkennen gibt,
dass er geöffnet hat.
Ich sage ja, sowas zu normieren ist Blödsinn. Der Rektor einer Univ.
wird nicht als Herr Magnifizenz angeredet, vielmehro nur mit
Magnifizenz, ein Dekan mit Spektabilität, in Briefen auch oft als
Spectabilis, ein Kardinal mit Eminenz, ein Angehöriger einer
reichsfreiherrlichen Familie mit Erlaucht &cet. p.p.
Allerdinx: Herr Präsident - FR
> > Was sagst Du zu Adelstiteln?
>
> Wo liegt das Problem: Sehr geehrte Frau von Pfuel, hätten Sie wohl
> eine Tasse Kaffee für mich?
> Wenn Sie allerdings Freifrau wäre, kann die Doppelung entfallen, weil
> dabei die Anrede bereits im Titel enthalten ist.
Nee, ne Freifrau wird mit Frau Baronin, ihre Tochter mit Baronesse tituliert - FR
> > >> "Frau Sieglinde Freifrau von Sickelbick"
> > >
> > > Falscher Film, Sebastian: Das ist die korrekte Form für die Anschrift,
> > > aber in der Anrede fehlt der Vorname, deshalb entstände da eine
> > > unschöne Doppelung.
> >
> > Ja, aber auch der Buergerliche hat's da nicht einfach. Wie redet
> > man denn, will man unschoene Doppelungen vermeiden, z.B. einen Herrn
> > mit dem Nachnamen "Herr" an? "Sie da"? Oder pfeift man nur?
>
> Aber nicht nur die Zivilisten haben's schwer. Ich bin mal einem
> Offiziersanwärter begegnet, der Hauptmann hieß.
Offiziersanwärter? Sicher? Sind das nicht Fahnenjunker-Unteroffiziere,
Fahnenjunker, Fähnriche?
die NVA kanntwe allerdinx den ROA (Reserve-Offiziers-Anwärter), die
Aktiven hießen schlicht und ergreifend Offz.-Schüler (im n-ten
Ausbildungsjahr) - FR
> >> > Ach was! Und warum erben diese Leute dann munter Titel und nicht nur
> >> > Namen?
> >>
> >> Sie erben Namen. Allerdings hat ihnen das Reichsgericht in den
> >> 20ern das Recht eingeraeumt, die Namen zu movieren.
> >
> > Nachdem das Verb doch heutzutage einigerma?n ungebr?chlich erscheint
> > und die Richter in anderen Zeiten aufgewachsen sind, k?nte man auch
> > eine ?derung der Rechtsprechung ins Auge fassen.
> >
> > H?test Du die Fundstelle der zitierten Entscheidung?
>
> Leider nicht. Ich glaube, die Entscheidung ist von 1926.
Nee, '26 war der Volksentscheid über die sog. Fürstenabfindung, die
zugunsten der Fürschten ausfiel. Die DNVP plakatierte damals übrigens:
"Enteignet die Fürsten, Kutisker braucht Geld". Kutisker war ein
straffällig gewordener jüdischer Pleitier.
Eine Parole der KPD von Anfang der 30er: "Sozi und Nazi wählt der
Offizier, die unteren Polizeibeamten wählen Liste vier".
Es war schon ein recht ein munteres Jhdt. - FR
> die NVA kanntwe allerdinx den ROA
Das AT-Bundesheer auch.
M.
> Andreas Kabel <aka...@penguin.slac.stanford.edu> wrote in message news:<86adrgd...@penguin.slac.stanford.edu>...
>
>> >> > Ach was! Und warum erben diese Leute dann munter Titel und nicht nur
>> >> > Namen?
>> >>
>> >> Sie erben Namen. Allerdings hat ihnen das Reichsgericht in den
>> >> 20ern das Recht eingeraeumt, die Namen zu movieren.
>> >
>> > Nachdem das Verb doch heutzutage einigerma?n ungebr?chlich erscheint
>> > und die Richter in anderen Zeiten aufgewachsen sind, k?nte man auch
>> > eine ?derung der Rechtsprechung ins Auge fassen.
>> >
>> > H?test Du die Fundstelle der zitierten Entscheidung?
>>
>> Leider nicht. Ich glaube, die Entscheidung ist von 1926.
>
> Nee, '26 war der Volksentscheid über die sog. Fürstenabfindung, die
> zugunsten der Fürschten ausfiel.
Aber es gibt ja kein Naturgesetz, das mehr als ein Ereignis
im Jahr verboete.
>> Wenn Sie allerdings Freifrau wäre, kann die Doppelung entfallen, weil
>> dabei die Anrede bereits im Titel enthalten ist.
>
>Nee, ne Freifrau wird mit Frau Baronin, ihre Tochter mit Baronesse tituliert
Nein, die Anrede "Herr" oder "Frau" entfällt im Zusammenhang mit
Adelstiteln. Sie wird heute allenfalls noch von Haus- oder
Schloßbediensteten verwendet. Der freie Bürger sagt "Sehr geehrte
Baronin Puselmuck", "Guten Abend, Graf Trollhausen" oder auch nur
"Guten Abend, Graf".
HG
> Gefreiter OA
> Fahnenjunker
> Fähnrich
Wie heißen dazu die weiblichen Formen?
Ralf
Ich war in Hohenheim zu einer Diskussion mit dem dzt. Scheff des
Hauses Württemberg und er wurde von der Leiterin der Veranstaltung
seffaschtändlich mit der ihm als Großherzog zustehenden Anrede
"Königliche Hoheit" angesprochen. Daß er dann abwehrte: " Aber meine
Liebe, ich bitte Sie, ganz einfach Herzog Karl", das ist eine andere
Sache.
Und ein Baron wird nun einfach mal mit "Herr Baron" angesprochen. Bei
freiherrlichen Namen muß man Obacht geben: "Baron Weizsäcker" oder
"Freiherr von Weizsäcker". Allerdinx gilt dies in einigen Familien
nicht: "Freiherr Knigge".
Dann gibt es noch Familien, die keinen Titel führen, aber von Adel
sind, die Blombergs zB.
Selbst in der DDR wurden die Töchter des Freiherrn v. Ardenne - auch
bekannt als Manfred von der Hochantenne - in der Schule mit Baronesse
angeredet - FR
Vielleicht Popcornf? - oder was denn sonst?
ys
Schreck lass nach ... ich stelle mir gerade vor, wie die erste
grüne VerteidigungsministerIn die Dienstvorschriften der Bundeswehr
auf politisch korrekte Formulierungen, "gender mainstreaming"
und so weiter durchforstet. Neben dem Binnen-I überall wo es
anwendbar ist ("der/die SoldatIn ...") dürfen wir uns dann wohl bald
an so schönen Begriffen wie "Fähnriette" (oder "Fähnrike"?) oder
gar am Doppel-Binnen-I ("GeneralInmajorIn") erfreuen.
Und abends sitzen dann Fähnrich und Fahnenjungfrau am Lagerfeuer und
singen das Lied von dem/der SanitätsgefreitIn Neufrauu/mann ...
SCNR, Diedrich
--
pgp-Key (RSA) 1024/09B8C0BD auf den üblichen Servern
fingerprint = 2C 49 FF B2 C4 66 2D 93 6F A1 FF 10 16 59 96 F3
> Selbst in der DDR wurden die Töchter des Freiherrn v. Ardenne - auch
> bekannt als Manfred von der Hochantenne - in der Schule mit Baronesse
> angeredet - FR
Von wem (Lehrer oder Mitschüler)?
Im Ernst oder zum Spaß?
Woher weißt Du das?
Matthias
--
__________________________________________________________
NewsGroups individuell filtern mit http://www.NewsSIEVE.de
Genauso. Bei der Heilsarmee gibt's allerdings die Kadettin,
Leutnantin, Kapitänin usw.
Schöne Grüße,
Wolf
>Ich war in Hohenheim zu einer Diskussion mit dem dzt. Scheff des
>Hauses Württemberg und er wurde von der Leiterin der Veranstaltung
>seffaschtändlich mit der ihm als Großherzog zustehenden Anrede
>"Königliche Hoheit" angesprochen. Daß er dann abwehrte: " Aber meine
>Liebe, ich bitte Sie, ganz einfach Herzog Karl", das ist eine andere
>Sache.
Da gibt es einen Unterschied zwischen regierenden und nicht
regierenden Häusern, aber den bringe ich jetzt nicht mehr ganz
zusammen.
>Und ein Baron wird nun einfach mal mit "Herr Baron" angesprochen. Bei
>freiherrlichen Namen muß man Obacht geben: "Baron Weizsäcker" oder
>"Freiherr von Weizsäcker". Allerdinx gilt dies in einigen Familien
>nicht: "Freiherr Knigge".
Ich hatte eine Weile lang häufiger mit Adeligen zu tun und wurde
von einem waschechten Grafen darauf eingeschworen, die Anrede
"Herr" oder "Frau" in Verbindung mit dem Adelsprädikat auf jeden
Fall wegzulassen.
Auch in meinem schon etwas angejahrten Buch über Umgangsformen
(Joachim Haller, "Der gute Ton im Umgang mit Menschen") von 1970
wird es so dargestellt, wie ich es beschrieben hatte.
>Dann gibt es noch Familien, die keinen Titel führen, aber von Adel
>sind, die Blombergs zB.
Ja, das ist der reine Namensadel oder der sogenannte
"Bahnhofsadel" (Adelstitel, die der Kaiser noch auf dem Bahnhof
vor seiner Abreise ins Exil verliehen haben soll...)
>Selbst in der DDR wurden die Töchter des Freiherrn v. Ardenne - auch
>bekannt als Manfred von der Hochantenne - in der Schule mit Baronesse
>angeredet
Das wundert mich jetzt. Hängt das eventuell damit zusammen, daß
die Umgangsformen in der DDR generell "konservativer" gewesen
sein sollen als im Westen?
Hat jemand ein passendes f'up2 in der Tasche?
HG
Na gut: de.alt.folklore.ddr ist sicher passend.
Auf Deine Verantwortung, vorwärts zu neuen, klassenbewussten Antworten!
;o)
> dürfen wir uns dann wohl bald an so schönen Begriffen wie
> "Fähnriette" (oder "Fähnrike"?) [erfreuen]
"Fähnrike" gefällt mir, ich meine: daran erfreue ich mich.
[×] Dafür.
vG
--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de
Phantasie ist wichtiger als Wissen. (Albert Einstein)
Das kenne ich als Geruecht:
Eine junge Dame wird (wesentlich zu schnell) auf der Autobahn
angehalten. Der Genosse Volkspolizist erstarrt schon, als er den
"Fahrt-frei"-Zettel [1] sieht, will sich entschuldigen: "Liebe Frau,
..."
Die "liebe Frau" besteht aber auf "Baroness" ...
> > Das wundert mich jetzt. Hängt das eventuell damit zusammen, daß
> > die Umgangsformen in der DDR generell "konservativer" gewesen
> > sein sollen als im Westen?
Ich wuerde das eher in "DDR mobbt Elite" oder in daf.urban-legends
einordnen wollen.
> > Hat jemand ein passendes f'up2 in der Tasche?
Noeh. Weiter parallel desd und dafd.
Martin Ebert
[1] Auf Autobahnen der DDR galt die Hoechstgeschwindigkeit 100.
Es gab aber eine A6-Karte, aehnlich der heutigen Anwohnerparkkarten.
Die Dinger hiessen "Fahrt-frei"; das stand wohl auch drauf.
Das ist geregelt in der ZDv 37/10, Anhang 4:
"Weibliche Formen nach Dienstgradgruppe"
Dienstgradgruppe Bezeichnung
-----------------------------------------------------
1 Generale und Stabsoffiziere Weibliche Formen
2 Offiziere Busen
3 Unteroffiziere mit Portepee Brueste
4 Unteroffiziere ohne Portepee Moepse
5 Mannschaften Ti-Ach so,*die*
weiblichen Formen. Keine Ahnung.
> Die "liebe Frau" besteht aber auf "Baroness" ...
Ich würde auch auf Gerücht (i.S:v. "Legende") tippen.
> [1] Auf Autobahnen der DDR galt die Hoechstgeschwindigkeit 100.
> Es gab aber eine A6-Karte, aehnlich der heutigen
> Anwohnerparkkarten.
> Die Dinger hiessen "Fahrt-frei"; das stand wohl auch drauf.
_Das_ halte ich auch für ein - früher geläufiges - Gerücht und Legende.
Häufig auch in der Art: Wessis könnten sich solche Karten gegen DM
kaufen ...
Seit dem ich live gesehen / gehört habe, wie ein "strammer Genosse" sich
beschwerte, das "Bundis" (frühere Bezeichnung für Wessis) auf dem
Berliner Ring (Autobahn) wenden dürfen .... Grund: Ein Schild mit der
Aufschrift "Wenden verboten - außer WD" ... glaube ich diesbezüglich nix
mehr.
Er hatte "WD" mit "Westdeutsche" übersetzt ... kein Witz! Aber so
entstehen Gerüchte.
Veith
--
Strukturen, Geschichte(n) & Bilder der LSK/LV
http://www.DDR-LUFTWAFFE.de
Wobei es hinter Autobahnabzweigen und -kreuzen auch immer eine
"Wendestelle Transitverkehr" gab und diese auch teilweise keine
öffentlichen Ausfahrten waren (z.B. beim Autobahnzubringer nach Schwerin).
Die Wendestelle "WD" war für den Winterdienst?
Bye Kai
> > Die Dinger hiessen "Fahrt-frei"; das stand wohl auch drauf.
> _Das_ halte ich auch für ein - früher geläufiges - Gerücht und Legende.
Es scheint aber keins zu sein:
Irgendwo in den Tiefen von http://www.ddr-suche.de ist IMHO ein
Angebot verlinkt, welches einen Scan eines solchen Ausweises hat.
Martin Ebert
> > Selbst in der DDR wurden die Töchter des Freiherrn v. Ardenne - auch
> > bekannt als Manfred von der Hochantenne - in der Schule mit Baronesse
> > angeredet - FR
>
> Von wem (Lehrer oder Mitschüler)?
Von den Paukern.
> Im Ernst oder zum Spaß?
Ardenne gehörte zu den Wissenschaftlern - wie auch der
Ehrenvorsitzende des Forschungsrates der DDR, Peter-Adolf Thießen, den
näher zu kennen ich das zweifelhafte Vergnügen hatte und zu dessen
Geburtstag bis nach der Wende pünktlichst Lotte Ulbricht erschien -,
die den Russen zu Raketen verholfen hatten; ähnlich bei den Amis die
Truppe um Wernher von Braun. Diese Leute genossen in der DDR
Narrenfreiheit; Ardenne - übrigens kein SED-Mitglied - hatte z.B. ein
privates Forschungsinstitut in Dresden-Weißer Hirsch. Und so hat er
denn mal eben diese Anrede durchgesetzt; das war aber durchaus
ernsthaft gemeint. Er war - er ist vor einiger Zeit hochbetagt von uns
gegangen - übrigens ein Nachfahre des Vorbildes für Fontanes Figur
Effi Briest. Näheres s.: Manfred von Ardenne, Eine glückliche Jugend
im Zeichen der Technik.
> Woher weißt Du das?
Mein Vater genießt des wenig schmeichelnden Vorzuges, im "Wer war wer
in der DDR" zu stehen; außerdem war die wissenschaftliche Gemeinde in
der DDR ein Dorf und traf sich allsommerlich in Ahrenshoop, dem
Worpswede auf dem Darß, wo der Präsident der gynäkologischen
Gesellschaft der DDR, ebenfalls ganz im Ernste, mal äußerte, die DDR
bräche jetzt endgültig zusammen weil, im Kurhaus gäb's Kohlrouladen -
FR
In der DDR wurde man amtlich mit "Werter Bürger" angeredet.
Sehr gewundert hatte mich szt., als ich zur Einberufungsüberprüfung
aufs Blner. Wehrkreiskommando Palisadenstr., zitiert wurde, daß in
meinen Unterlagen einfach rumradiert wurde und hielt es für
DDR-Schlamperei. Dieser Tage kam mir ein "Wehrstammbuch" von 1942 aus
dem Wehrmeldeamt Düsseldorf auf den Tisch und ich dachte ich trau
meinen Augen nicht: Da steht bei diversen Rubriken, zB "Dienstgrad",
"Anschrift", der Zusatz "(in Blei)"; bei Änderungen wurde einfach
ausradiert. Das scheint also bei dtsch. Militärbehörden Tradition zu
haben. FR
> Matthias Opatz wrote:
>
> Das kenne ich als Geruecht:
> Eine junge Dame wird (wesentlich zu schnell) auf der Autobahn
> angehalten. Der Genosse Volkspolizist erstarrt schon, als er den
> "Fahrt-frei"-Zettel [1] sieht, will sich entschuldigen: "Liebe Frau,
> ..."
DAS ist allerdings das Gerücht: Es hieß, wennschon, "Bürgerin!"
> Die "liebe Frau" besteht aber auf "Baroness" ...
>
> > > Das wundert mich jetzt. Hängt das eventuell damit zusammen, daß
> > > die Umgangsformen in der DDR generell "konservativer" gewesen
> > > sein sollen als im Westen?
>
> Ich wuerde das eher in "DDR mobbt Elite" oder in daf.urban-legends
> einordnen wollen...
> Martin Ebert
Keine Legende.
Empfinde übrigens durchaus konsequent, verstand sich der Arbeiter und Bauern -
Staat eben nicht als klassenlose Gesellschaft. (Irgendwie muss dann das Pendel
hintenrum ausgeschlagen haben, dass man das schon so skurril auf die Spitze
trieb. Vielleicht war's auch heimlicher oder sogar unverhüllter Stolz, dass es
so betont werden musste. Oder einfach ein Feigenblatt...)
Die Zöllner - hier ist die Geschichte von einer Zöllnerin nebenan überliefert
- wurden jedenfalls szt. vergattert, eben das in in der GÜST wartende Fräulein
Ardenne mit 'Comteß' zu titulieren.
Grüße von
Wolfram
> ... oder gar am Doppel-Binnen-I ("GeneralInmajorIn") erfreuen.
Nein, höchstens eines. Selbst hartgesottenen feministischen
Sünderinnen wird Generalabsolution erteilt.
M.
Hm.
Das "General" in "Generalabsolution" ist ein Adjektiv zu "Absolution".
Wie ist das mit dem "Generalmajor"? Ist das ein Adjektiv zu
"Major", oder ist "Major" hier nähere Detaillierung des Begriffs
"General"? Anders gesagt, ist ein Genralmajor eher Major oder eher
General? Ich vermute, er tendiert zu letzterer Interpretation.
Also können wir auf das Doppel-Phallus-I nicht verzichten.
Und mir fällt zum Thema noch ein: ein Kompaniefeldwebel wird ja
schon heute als "Mutter der Kompanie" bezeichnet. Eine
Oberfeldwebelin dann also demnächst als "Mutter Oberin"?
Womit belegt wäre, daß die Abschaffung der Adelstitel in der
Gesellschaft noch nach etlichen Jahrzehnten ignoriert wird.
Am meisten beeindruckt hat mich die - hier nicht mitzitierte -
Baronesse-Anrede in der DDR.
Gruß, ULF
> > Seit dem ich live gesehen / gehört habe, wie ein "strammer Genosse" sich
> > beschwerte, das "Bundis" (frühere Bezeichnung für Wessis) auf dem
> > Berliner Ring (Autobahn) wenden dürfen .... Grund: Ein Schild mit der
> > Aufschrift "Wenden verboten - außer WD"
> Wobei es hinter Autobahnabzweigen und -kreuzen auch immer eine
> "Wendestelle Transitverkehr" gab und diese auch teilweise keine
> öffentlichen Ausfahrten waren (z.B. beim Autobahnzubringer nach Schwerin).
Ja schon, aber das dürfte kreuzungs- und höhenfreies Wenden gewesen
sein. Ein Beleg für die Mehrdeutigkeit des Begriffs.
Gruß, ULF
-> desd
> > Keinesfalls! Die Anrede Herr oder Frau ist unverzichtbarer
> > Bestandteil der Anrede (DIN 5008).
>
> Wer sich Anreden von DIN-Normen vorschreiben lässt, den sollte man mal
> kräftig anreden, damit er diesen Unsinn unterlässt.
Na ja, irgend ein Leitfaden für Briefanreden kann nicht schaden...
Gruß, ULF