dass schreiben einer Konfirmationskarte gestaltet sich auch mit hilfe eines
Duden schwerer als erwartet ;) im Duden steht zwar "Konfirmand" leider
jedoch nichts im Zusammenhang mit der Endung "en".
Heißt es nun "An den Konfirmanden" oder "An den Konfirmanten"? Ich Tippe
schwer auf zweiteres weil es sich einfach besser anhört.
Ciao
>Heißt es nun "An den Konfirmanden" oder "An den Konfirmanten"? Ich Tippe
>schwer auf zweiteres weil es sich einfach besser anhört.
"An den Konfirmanden" ist richtig. Mit dem "-anden" wird etwas gemacht (sie
werden konfirmiert, rehabilitiert etc. Die "-anten" sind aktiv.
Also, wenn es "der Konfirmand" heißt, dann muss es doch logischer Weise
auch "an den Konfirmanden" heißen, oder nicht? Es wird doch nur die
Endung -en angehängt. Ich habe es auch noch nie anders gelesen.
Gruß Dirk.
Richtig ist weder das eine noch das andere. Der Konfirmand ist
nur so lange Konfirmand, bis er konfirmiert wird. In diesem
Moment wird er vom Konfirmanden zum Konfirmierten.
"Konfirmand" bedeutet nämlich "Der konfirmiert werden soll".
Sofern die Karte also an den soeben Konfirmierten gerichtet sein
soll, wäre "An den Konfirmanden" ein schwerer Faux-Pas.
Das vermittelt sich ein Stueck weit.
im Duden steht zwar "Konfirmand" leider
> jedoch nichts im Zusammenhang mit der Endung "en".
>
> Heißt es nun "An den Konfirmanden" oder "An den Konfirmanten"? Ich Tippe
> schwer auf zweiteres weil es sich einfach besser anhört.
Bei Konfirmationskarten ist eigentlich nur wichtig, was auf dem
Scheck steht.
> Ciao
>
>
Ich grab mal in der Region meines Hirns, in die sich das Lateinische
zurückzog:
confirmans, confirmantis = der konfirmierende (der befestigende, wörtl.).
confirmandus, confirmandi = der zu konfirmierende (der zu befestigende)
(puer est confirmandus = der Knabe ist zu konfirmieren)
Das Kindlein ist zweifelsohne der Letztere, daher:
der Konfirmand, des Konfirmanden, dem Konfirmanden.
Der Konfirmant wäre der Pfarrer, der das Kind konfirmiert.
Andererseits ist das Befestigen des Glaubens auch etwas, das Aktivitität
auch vom Kinde erfordert ...:-)
Und nochmals andererseits: Nach der Konfirmation ist der Konfirmand eigtl.
der Konfirmat, der Konfirmierte.
Lars
Über Fremdwörter wissen andere wohl zu reden,
ich nenne die Deutschworte:
konfirmieren = einsegnen
Konfirmation = Einsegnung
konfirmand = der *Einsegling
konfirmierte = der Eingesegnete
gratulieren = beglückwünschen
Auf der Karte sollte stehen:
<Wir beglückwünschen dich, werter [Name], zur Einsegnung.>
Gruß vom Klaus.
>konfirmand = der *Einsegling
^^^^^^^^^^
Ich nix glauben das deutsch Wort?!
> dass schreiben einer Konfirmationskarte gestaltet sich auch mit hilfe eines
> Duden schwerer als erwartet ;) im Duden steht zwar "Konfirmand" leider
> jedoch nichts im Zusammenhang mit der Endung "en".
>
> Heißt es nun "An den Konfirmanden" oder "An den Konfirmanten"?
Jetzt bin ich aber gespannt auf Beispiele der deutschen Substantiv-
deklination, wo eine Konsonantenänderung stattfindet.
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de
Meinte Klaus damit vielleicht den Einhandsegler?
Da Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) http://www.bruhaha.de
Disclaimer: Ironieanzeiger bitte nach Bedarf selber einsetzen.
Alles, was ich sage, ist einmalig. Bis auf das, das ich zweimal sage.
[Gerd Schmerse, detebe, 22.12.1703]
nimm bitte den Beitrag von Klaus Scholl als den Scherz, der er wohl war
und schreibe *um Himmels Willen! nicht* "Wir beglückwünschen dich,
werter [Name], zur Einsegnung". Einsegnung ist das, was man mit einem
Verstorbenen macht!
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, es ist immer gut, wenn man Latein kann. Dann, sagt
er, kann man sich alles übersetzen, auch wenn man es nicht versteht.
http://www.theodor-rieh.de/Heinrich/
www.theodor-rieh.de
Wolfram Heinrich schrieb:
>nimm bitte den Beitrag von Klaus Scholl als den Scherz, der er wohl war
>und schreibe *um Himmels Willen! nicht* "Wir beglückwünschen dich,
>werter [Name], zur Einsegnung". Einsegnung ist das, was man mit einem
>Verstorbenen macht!
Nein, wie kommst Du darauf? "Einsegnung" ist völlig korrekt für
"Konfirmation" und auch gebräuchlich. Auch in Ämter wird man höchst
lebendig eingesegnet; eigentlich überall dort, wo für einen neuen
persönlichen Abschnitt feierlich der Segen gesprochen und als Stärkung
mit auf den Weg gegeben wird.
-------------------
Im Ernst? Trotzdem sollte man meines Erachtens den Begriff "Einsegnung"
in diesem Zusammenhang nur dann verwenden, wenn mindestens 100 km
Sicherheitsabstand zum Weißwurschtäquator da sind und der Adressat
garantiert und nachweislich und dokumentenecht kein Süddeutscher ist.
Weil sonst denkt er sich seinen Teil und wahrlich, der Teil wird sein,
wie ich es euch geschrieben habe.
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, ihm wärs wurscht, wie spät es ist. Hauptsach, sagt
er, er hat genug Zeit.
http://www.theodor-rieh.de/Heinrich/
www.theodor-rieh.de
KS> Auf der Karte sollte stehen:
KS> <Wir beglückwünschen dich, werter [Name], zur Einsegnung.>
Vielleicht, wenn der Angesprochene katholisch ist, aber bei den
standhaften Evangelen -- ein feste Burg ist unser Gott -- heißt das
unveränderlich Konfirmation und Konfirmand.
MfG,
Lüko Willms http://www.mlwerke.de
/--------- L.WI...@jpberlin.de -- Alle Rechte vorbehalten --
"Nach meiner Ansicht besitzt die Presse _das_ _Recht_,
Schriftsteller, Politiker, Komödianten und andere öffentliche
Charaktere zu _beleidigen_. Achtete ich [so einen Angriff gegen mich]
einer Notiz wert, so galt mir in solchen Fällen der Wahlspruch: à
corsaire, corsaire et demi [auf einen Schelmen anderthalben]."
- Karl Marx 17.11.1860 (Herr Vogt, Kapitel XI)
Konfirmation mag gebräuchlicher sein. Einsegnung kenne ich sehr wohl
auch aus protestantischen Kreisen.
daniel.
--
Daniel Küstner
pgp public key on request
Nimm eine fremde Hand und geh ins Unbekannte.
> konfirmand = der *Einsegling
Mit den eingesegten Fingern.
vG, scnr
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Es ist schwieriger, Vorurteile zu zertrümmern als Atome. (Einstein)
> nimm bitte den Beitrag von Klaus Scholl als den Scherz, der er
> wohl war und schreibe *um Himmels Willen! nicht* "Wir
> beglückwünschen dich, werter [Name], zur Einsegnung". Einsegnung
> ist das, was man mit einem Verstorbenen macht!
Das hängt von der Kirche ab. Bei uns in der EmK werden junge Menschen
nach Abschluß des "Kirchlichen Unterrichtes" nicht konfirmiert, sehr
wohl aber eingesegnet.
Wenn man aber zu einer Konfirmation gratuliert, sollte man das auch so
nennen, um Ständvermißnisse zu vermeiden.
vG
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Weltsprache No. 1 dürfte weder amerikanisches noch britisches, sondern
schlechtes Englisch sein." (Ralf Callenberg in de.etc.sprache.deutsch)
> Jetzt bin ich aber gespannt auf Beispiele der deutschen Substantiv-
> deklination, wo eine Konsonantenänderung stattfindet.
Zumal *phonetisch* durch Verschiebung der Silbengrenze ja das
Gegenteil passiert: Konfirman[t] -> Konfirman[d]en,
Nichtanwendung der Auslautverhärtung.
Gruß,
A- zu "Nora`s Konfirmation" eingeladen -chim
AP> schwerer als erwartet ;) im Duden steht zwar "Konfirmand"
AP> leider jedoch nichts im Zusammenhang mit der Endung "en".
AP>
AP> Heißt es nun "An den Konfirmanden" oder "An den Konfirmanten"? Ich
AP> Tippe schwer auf zweiteres weil es sich einfach besser anhört.
Deswegen wird ja auch nicht phonetisch geschrieben, also
"Konfirmant", sondern "Konfirmand", obwohl auf deutsch stimmhafte
Explosivlaute im Auslaut immer stimmlos gesprochen werden.
Aber eben nur im Auslaut, und ansonsten eben stimmhaft, so wie sie
auch geschrieben werden müssen.
mfG,
Lüko Willms http://www.mlwerke.de
/--------- L.WI...@jpberlin.de -- Alle Rechte vorbehalten --
"Das Volk, das ein anderes Volk unterjocht, schmiedet seine eigenen
Ketten." - Karl Marx (1. Januar 1870)
Drum Klaus machen kleine Stern for Buchstab an Anfang. Ist sich
Konvention in Sprachbucher.
- Andi
>nimm bitte den Beitrag von Klaus Scholl als den Scherz, der er wohl war
>und schreibe *um Himmels Willen! nicht* "Wir beglückwünschen dich,
>werter [Name], zur Einsegnung". Einsegnung ist das, was man mit einem
>Verstorbenen macht!
Knapp daneben, das nennt man "aussegnen" (bei den Papisten ;-).
Grüße, Andreas
--
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>Drum Klaus machen kleine Stern for Buchstab an Anfang. Ist sich
>Konvention in Sprachbucher.
Das wusste ich nicht. Was bedeutet der Stern denn dieser Konvention zufolge?
"Dieses Wort existiert nicht" oder was?
Genau.
Ch.
--
Posted via Mailgate.ORG Server - http://www.Mailgate.ORG
> Andreas Pietruschka <andreas...@emsee.de> wrote:
>
>> dass schreiben einer Konfirmationskarte gestaltet sich auch mit hilfe
>> eines
>> Duden schwerer als erwartet ;) im Duden steht zwar "Konfirmand" leider
>> jedoch nichts im Zusammenhang mit der Endung "en".
>>
>> Heißt es nun "An den Konfirmanden" oder "An den Konfirmanten"?
>
> Jetzt bin ich aber gespannt auf Beispiele der deutschen Substantiv-
> deklination, wo eine Konsonantenänderung stattfindet.
Das dachte ich auch zuerst und meinte folglich, dieser OP gehört auf die
Klippschule. Aber dann fiel mir ein, dass es vom Lateinischen her (fast)
Sinn machen könnte:
confirmandus = (er ist) zu konfirmieren
confirmatus = (er ist) konfirmiert
Es gibt also diesen Wechsel von d zu t. Man könnte sich vorstellen, dass
sich der Status nach dem Gottesdienst also ändert, also kurz bevor der
Konfirmand die Karte mit dem Geld bekommt: Er ist dann ein Konformierter.
Dann allerdings müsste man ihn Konfirmat nennen, nicht Konfirmant.
Andi
--
Das Leben ist eine Komödie für den Denkenden und eine
Tragödie für die, welche fühlen. (Hippokrates, gest. ca. 375 v.Chr.)
Einsegnung oder Konfirmation?
LW>> Vielleicht, wenn der Angesprochene katholisch ist, aber bei den
LW>> standhaften Evangelen -- ein feste Burg ist unser Gott -- heißt
LW>> das unveränderlich Konfirmation und Konfirmand.
DK> Konfirmation mag gebräuchlicher sein. Einsegnung kenne ich sehr wohl
DK> auch aus protestantischen Kreisen.
Ich kannte nur 'Konfirmation' für das, was man mit mir seinerzeit
gemcht hat, und es ist wohl auch die kirchenoffizielle Bezeichnung für
den Vorgang.
Aber ich hab mal nach beiden Begriffen gegoogelt und tatsächlich
gefunden, daß wohl in einigen Gegenden eher "Einsegnung" gesagt wird
als Konfirmation, in einem anderen Dokument, daß "Einsegnung" eher von
Leuten gebraucht werde, die selten zur Kirche gehen.
Dann auch "Einsegnung" als ein spezielles Moment während der
Konfirmation, den wo dem Konfirmanden die segnende Hand aufgelegt
wird, andererseits "Einsegnung" als ein allgemeinerer Begriff wie in
diesem Satz einer Kirche aus Schwerin:
"Die Konfirmation ist die feierliche Einsegnung der Jugendlichen in
einem Gottesdienst."
Wie die anderen Beiträge zu diesem Thema zeigen, ist "Einsegnung"
wohl wirklich nicht so spezifisch wie der Fachbegriff "Konfirmation";
ich würde bei "Einsegnung" auch eher eine Beerdigung assoziieren.
MfG,
Lüko Willms http://www.mlwerke.de
/--------- L.WI...@jpberlin.de -- Alle Rechte vorbehalten --
"Die Arbeit in weißer Haut kann sich nicht dort emanzipieren, wo sie
in schwarzer Haut gebrandmarkt wird." - Karl Marx 12.11.1866
> Man könnte sich vorstellen, dass
> sich der Status nach dem Gottesdienst also ändert,
Nicht nach dem Gottesdienst. Die Einsegnung ist ein eigener
Programmpunkt im Verlaufe des Gottesdienstes. Im Ablaufplan
meiner Konfirmation hieß es zum Beispiel:
- [Eröffnungslied etc.]
- "Die Konfirmanden ziehen in die Kirche ein."
- [Lieder, Predigt etc.]
- "KONFIRMATION"
- [Lieder, Segen etc.]
- "Die Konfirmierten verlassen die Kirche."
> also kurz bevor der
> Konfirmand die Karte mit dem Geld bekommt: Er ist dann ein Konformierter.
... und hätte alles Recht, die Karte und das Geld empört
zurückzuweisen, wenn er immer noch nicht als vollwertiges
Mitglied der Gemeinde, sondern als Konfirmand angesprochen
wird. ;-)
> Wie die anderen Beiträge zu diesem Thema zeigen, ist "Einsegnung"
> wohl wirklich nicht so spezifisch wie der Fachbegriff "Konfirmation";
> ich würde bei "Einsegnung" auch eher eine Beerdigung assoziieren.
Kannst Du dafür auch noch einen Beweis ergoogeln?
Es wird Dir wohl nicht gelingen: "Einsegnung" drückt immer aus, daß ein
Mensch in besonderer Form gesegnet wird, sei es für ein Amt (so z.B.
wenn ein Pfarrer neu in die Gemeinde kommt oder ein kirchlicher
Mitarbeiter einen Posten antritt) oder sei es als vollwertiges Mitglied
der Kirchengemeinde (in Form der Konfirmation).
Es mag natürlich regionale oder konfessionelle Unterschiede geben (hier:
Bayern; ev.-luth), das glaube ich aber eher nicht.
Mein fünfbändiger Brockhaus hier meint
"Einsegnung, 1) Konfirmation. 2) Erteilung des Segens bei kirchlichen
Amtshandlungen"
Du verwechselst das wohl wirklich mit "Aussegnung", dieser Begriff wird
in der Tat in Zusammenhang mit Verstorbenen verwendet.
Wieder der Brockhaus:
"Aussegnung, Segnung des Toten im Sterbehaus"
(Wobei das m.E. nicht auf das Sterbehaus beschränkt ist, ich kenne auch
den Begriff der "Aussegnungshalle" auf dem Friedhof, in welcher der Tote
ausgesegnet wird.)
Schöne Grüße,
Matthias
--
Matthias Damm
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>
>Über Fremdwörter wissen andere wohl zu reden,
>ich nenne die Deutschworte:
>konfirmieren = einsegnen
>Konfirmation = Einsegnung
>konfirmand = der *Einsegling
>konfirmierte = der Eingesegnete
>gratulieren = beglückwünschen
>
>Auf der Karte sollte stehen:
><Wir beglückwünschen dich, werter [Name], zur Einsegnung.>
>
Aber bitte nicht in Österreich!
Da liegen die Einzusegnenden im Sarg.
Reinhard
--
Mensch werden ist eine Kunst.
(Novalis)
> > ich würde bei "Einsegnung" auch eher eine Beerdigung assoziieren.
>
> Kannst Du dafür auch noch einen Beweis ergoogeln?
>
> Es wird Dir wohl nicht gelingen:
Doch, ganz einfach: Auf den spezifisch österreichischen Seiten liefert
google als erstes Resultat "die kirchliche Einsegnung - das Begräbnis".
Auch in diesem Falle bilden also die Wörterbücher die sprachliche
Realität *nicht* ab, umso mehr, wenn hier zu den geografischen Unter-
schieden vielleicht auch noch konfessionelle kommen.
Mir ist der Begriff "Einsegnung" jedenfalls aus der Reformierten
Landeskirche des eidgenössischen Standes Zürich (oder was von ihr
übrig geblieben ist) überhaupt nicht in Erinnerung.
Christian
> > Jetzt bin ich aber gespannt auf Beispiele der deutschen Substantiv-
> > deklination, wo eine Konsonantenänderung stattfindet.
>
> Zumal *phonetisch* durch Verschiebung der Silbengrenze ja das
> Gegenteil passiert: Konfirman[t] -> Konfirman[d]en,
> Nichtanwendung der Auslautverhärtung.
Jetzt mal nicht Kraut und Rüben durcheinander werfen:
- Die deutsche Auslautverhärtung ist ein Phänomen, dass sich grafisch
*nicht* niederschlägt: das Rad [Ra:t], des Rades [ra:dEs] ([E] = Schwa).
- Die deutsche Auslautverhärtung ist ein Phänomen der deutschen Sprache,
nicht der lateinischen.
- Der "Konfirmant" hat als lateinisches Lehnwort nichts mit dem
"Konfirmanden" zu tun. Beide leiten sich, wie hier schon von anderen
gepostet, aus völlig unterschiedlichen Verbaladjektiven ab.
Im Prinzip ja (übrigens nicht nur im deutschen Schrifttum), wobei es
allerdings mehrere Nuancen gibt:
- Das Wort (oder die Wortform) existiert nicht, weil es frei erfunden
oder nach einem nicht gerade zwingenden Schema konstruiert ist. In
die zweite Kategorie würde ich Klaus' *Einsegling (vielleicht an
"Zögling" angelehnt) einreihen; zur ersten gehört z.B. *Sprotz. Es
wäre natürlich auch möglich, dass man zu einem tatsächlich
existierenden Wort einfach eine neue Konjunktivform *erfünde.
- Das Wort oder die Wortform existiert nicht, obwohl es/sie "eigentlich
so lauten müsste/könnte" - etwa wenn eine Wortform (fälschlicherweise)
regelmäßig statt unregelmäßig gebildet wurde (z.B. *gegeht statt
"gegangen" bei kleinen Kindern). Wenn man "...ling" als universell
verwendbares Schema zur Ableitung eines Substantivs aus einem Verb
ansieht ("jemand/etwas, der/das zu ...en ist": zu prüfen -> Prüfling),
dann passt der *Einsegling auch hier - allerdings wären wir dann m.E.
ziemliche Bedauerlinge.
- Der ganze folgende (Beispiel-)Satz oder Satzteil ist "unmöglich", weil
ungrammatisch (*Ein passendes Beispiel fällt mich aber gerade nicht
ein), grob unidiomatisch, mit Fantasiewörtern durchsetzt oder was der
jeweilige Autor sonst zu Demonstrationszwecken zitiert bzw. selbst
konstruiert.
- Das Wort hat nicht mit Sicherheit jemals existiert, aber es "müsste
einmal so gelautet haben". Diese Verwendung findet man sehr häufig bei
Erläuterungen zur Wortherkunft in Wörterbüchern, wenn auf eine ältere
Form nur auf Grund bestimmter Gesetzmäßigkeiten geschlosen werden kann
(beispielsweise durch Vergleich mit ähnlichen Wörtern, deren ältere
Formen bekannt sind), es für ihre tatsächliche Existenz aber keine
Belege gibt - bei (proto-)indoeuropäischen Urwörtern und dergleichen
ja nicht wirklich verwunderlich...
Weil die ersten Verwendungen praktisch nur in sprachwissenschaftlicher
Literatur vorkommen, trifft man als Wörterbuchbenutzer am ehesten auf
die letzte - "rekonstruiertes Wort".
Gruß,
Michael
> - Die deutsche Auslautverhärtung ist ein Phänomen der deutschen Sprache,
> nicht der lateinischen.
Sie betrifft aber die lateinischen Lehnwörter in der dt. Sprache
sehr wohl. Mir jedenfalls ist noch niemand begegnet, der
"Konfirmand" mit einem auslautenden [d] spricht.
>
> - Der "Konfirmant" hat als lateinisches Lehnwort nichts mit dem
Den "Konfirmant" gips nicht. Geschrieben jedenfalls.
> "Konfirmanden" zu tun. Beide leiten sich, wie hier schon von anderen
> gepostet, aus völlig unterschiedlichen Verbaladjektiven ab.
Klaro.
Gruß,
Achim
>
>
Nicht nur dort, nachdem die entsprechenden Baulichkeiten auf den
kommunalen (und somit konfessionell folglich eher neutralen)
Friedhöfen üblicherweise "Aussegnungshalle" heißen.
Gruß,
Michael
> <Wir beglückwünschen dich, werter [Name], zur Einsegnung.>
>
> Vielleicht, wenn der Angesprochene katholisch ist, aber bei den
> standhaften Evangelen -- ein feste Burg ist unser Gott -- heißt das
> unveränderlich Konfirmation und Konfirmand.
In katholischem Kontext kenne nur ich den Begriff "Firmung", aber nicht
"Konfirmation"; die gibts es MUSEN nur bei Protestanten.
Diedrich
--
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Herbert
> Wolfram Heinrich schrieb:
>
> >nimm bitte den Beitrag von Klaus Scholl als den Scherz, der er wohl
war
> >und schreibe *um Himmels Willen! nicht* "Wir beglückwünschen dich,
> >werter [Name], zur Einsegnung". Einsegnung ist das, was man mit einem
> >Verstorbenen macht!
>
> Nein, wie kommst Du darauf? "Einsegnung" ist völlig korrekt für
> "Konfirmation" und auch gebräuchlich. Auch in Ämter wird man höchst
> lebendig eingesegnet; eigentlich überall dort, wo für einen neuen
> persönlichen Abschnitt feierlich der Segen gesprochen und als Stärkung
> mit auf den Weg gegeben wird.
>
Ja, ich hab nachgeschlagen. Du hast recht, liebe Astrid, wie immer. Wer
recht hat, zahlt a Maß!
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, es wär erschreckend, mit welchen kackordinären,
scheißgemeinen, Ausdrücken die jungen Leut um sich werfen. Das sind,
sagt er, dermaßen gescherte Rammeln, richtiggehend verbrunzte
Arschlöcher.
http://www.theodor-rieh.de/Heinrich/
www.theodor-rieh.de
> "Wolfram Heinrich" <wolfraDIESLOE...@tiscali.it> wrote:
>
> >nimm bitte den Beitrag von Klaus Scholl als den Scherz, der er wohl
war
> >und schreibe *um Himmels Willen! nicht* "Wir beglückwünschen dich,
> >werter [Name], zur Einsegnung". Einsegnung ist das, was man mit einem
> >Verstorbenen macht!
>
> Knapp daneben, das nennt man "aussegnen" (bei den Papisten ;-).
> Grüße, Andreas
Ja, heut habts ihr mich wieder einmal voll erwischt. Freilich heißt's
"aussegnen", bei die Papisten (aber bei die ludderischen Ketzer
nicht???).
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, er tät ja wahnsinnig gern eine Religion stiften.
Aber, sagt er, ihm ist einfach noch keine Religion eingefallen, die's
noch nicht gäb.
http://www.theodor-rieh.de/Heinrich/
www.theodor-rieh.de
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, wenn er Silberne Hochzeit feiert, dann geht er zum
Unterwirt und sauft sich einen Rausch an. Falls er, sagt er, bis dahin
eine Frau findet.
http://www.theodor-rieh.de/Heinrich/
www.theodor-rieh.de
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, er hat ein Buch über die Sinnlosigkeit des Lebens
geschrieben, aber, sagt er, die Drecksau von Verleger hat's nicht mehr
bis zur Buchmesse herausgebracht.
DK> ... und hätte alles Recht, die Karte und das Geld empört
DK> zurückzuweisen, wenn er immer noch nicht als vollwertiges
DK> Mitglied der Gemeinde, sondern als Konfirmand angesprochen
DK> wird. ;-)
Non olet.
mfG,
Lüko Willms http://www.mlwerke.de
/--------- L.WI...@jpberlin.de -- Alle Rechte vorbehalten --
"Kein Land kann seine Probleme in dieser globalisierten Welt allein
auf sich gestellt lösen. Entweder wir retten uns alle zusammen oder
wir gehen zusammen unter. Heute mehr denn je gilt das Wort von José
Martí: Das Vaterland ist die ganze Menschheit."
- Fidel Castro, Caracas (Veneuzuela), 3. Februar 1999
LW>> Wie die anderen Beiträge zu diesem Thema zeigen, ist
LW>> Einsegnung" wohl wirklich nicht so spezifisch wie der Fachbegriff
LW>> "Konfirmation"; ich würde bei "Einsegnung" auch eher eine
LW>> Beerdigung assoziieren.
MD> Kannst Du dafür auch noch einen Beweis ergoogeln?
Ich kann schlecht durch Recherche bei anderen herausfinden oder gar
beweisen, was _ich_ für Assoziationen habe.
Inwieweit das allgemeingültig ist, mag ich jetzt nicht ergründen,
mir reicht, daß wir uns jetzt einig sind, daß "Einsegnung" der
Übergang von einem Zustand in einen anderen besiegeln kann, und damit
auch den der Konfirmation, aber daß "Konfirmation" eben einen ganz
bestimmen Zustandsübergang kennzeichnet, nämlich den des
Initiationsritus eines jungen evangelischen Menschen in die
Gemeinschaft der Erwachsenen im evangelischen Kirchensinne.
Zu unterscheiden von Jugendweihe oder Kommunion.
MfG,
Lüko Willms http://www.mlwerke.de
/--------- L.WI...@jpberlin.de -- Alle Rechte vorbehalten --
"Es sind nicht die Generäle und Könige, die die Geschichte machen,
sondern die breiten Massen des Volkes" - Nelson Mandela
Vielleicht weil sie nicht so firm im Lateinischen sind?
Gruß,
Michael
> Ich kann schlecht durch Recherche bei anderen herausfinden oder gar
> beweisen, was _ich_ für Assoziationen habe.
Du kannst aber womöglich nachweisen, ob eine Assoziation richtig oder
falsch ist.
> Inwieweit das allgemeingültig ist, mag ich jetzt nicht ergründen,
> mir reicht, daß wir uns jetzt einig sind, daß "Einsegnung" der
> Übergang von einem Zustand in einen anderen besiegeln kann, und damit
> auch den der Konfirmation, aber daß "Konfirmation" eben einen ganz
> bestimmen Zustandsübergang kennzeichnet, nämlich den des
> Initiationsritus eines jungen evangelischen Menschen in die
> Gemeinschaft der Erwachsenen im evangelischen Kirchensinne.
Darauf können wir uns sicherlich einigen...
> Doch, ganz einfach: Auf den spezifisch österreichischen Seiten liefert
> google als erstes Resultat "die kirchliche Einsegnung - das Begräbnis".
Wie gesagt: Es mag natürlich regionale oder konfessionelle Unterschiede
geben...
Was gelernt:
Salve
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, es ist immer gut, wenn man Latein kann. Dann, sagt
er, kann man sich alles übersetzen, auch wenn man es nicht versteht.
http://www.theodor-rieh.de/Heinrich/
www.theodor-rieh.de
Wolfram Heinrich schrieb:
>>Also hab ich doch recht gehabt, aufgewachsen in Niederbayern, in
>>Spuckweite zu Oberösterreich. Ha!
>Dann sind wir ja maßmäßig wieder quitt. Belegt ist das alles auch:
Das hatte ich nun nicht bedacht, daß ich durch mein Aufprahlen mit dem
Rechthaben um eine frische Maß via Internet gekommen bin.
Na ja, soll wohl so sein...
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, der Xaver wenn das noch hätt erleben können, sagt
er, der hätt sich totgelacht.
> > - Die deutsche Auslautverhärtung ist ein Phänomen der deutschen Sprache,
> > nicht der lateinischen.
>
> Sie betrifft aber die lateinischen Lehnwörter in der dt. Sprache
> sehr wohl. Mir jedenfalls ist noch niemand begegnet, der
> "Konfirmand" mit einem auslautenden [d] spricht.
Dann liegt's an deinem Umgang: In der Schweiz ist die Konsonanten-
verhärtung ein völlig unbekanntes Phänomen und nur wenige bühnen-
deutsch geschulte Sprecher wenden sie an. Alle anderen hingegen
sprechen - wohl gemerkt: wenn sie Hochdeutsch sprechen - natürlich
sowas wie [kxomfir'månd] (wobei [x] das extrem weit im Rachen gebildete
"ch" ist).
> > - Der "Konfirmant" hat als lateinisches Lehnwort nichts mit dem
>
> Den "Konfirmant" gips nicht. Geschrieben jedenfalls.
In der Norm: ACK. Aber schau mal auf google, der liefert über 900
Beispiele. Der typische Fall, dass Leute mit Lehnwörtern so ihre
Mühe haben, umso mehr, als Latinismen auf "-ant" ja viel häufiger
sind als solche auf "-and", vgl. Laborant, Spekulant, Musikant,
Informant, Elefant, galant; in AT zusätzlich Buserant, Resitant...
Nebenbei sei an das ganz ähnliche Phänomen erinnert, dass die
Abiturienten in CH "Maturanden" heißen, in AT aber "Maturanten",
wie hierzugroup ja schon öfters debattiert worden ist.
Wobei zu fragen wäre, wer da wohin spuckt...
>
> >Dann sind wir ja maßmäßig wieder quitt. Belegt ist das alles auch:
>
> Das hatte ich nun nicht bedacht, daß ich durch mein Aufprahlen mit dem
> Rechthaben um eine frische Maß via Internet gekommen bin.
> Na ja, soll wohl so sein...
Und zu fragen wäre auch, ob man richtig bayerisch nicht von der "Mass"
schreiben müsste, da das /a/ dorten ja kurz ist.
>Ja, heut habts ihr mich wieder einmal voll erwischt. Freilich heißt's
>"aussegnen", bei die Papisten (aber bei die ludderischen Ketzer
>nicht???).
Doch, scheints schon. Ich habe mich mit den Papisten geirrt, habe das irgendwie
mit den römischen Sterbesakramenten in Verbindung gebracht.
http://kirchen-abc.de/abc.nordelbien/abc.fragen/abc.23/nordelbien.html
http://www.e-k-i-r.de/mettmann/reddot/bestattung_frage2.html
Mein Brockhaus sagt zur Aussegnung sogar:
"Aussegnung 1) Kath. Kirche: kirchl. Segnung der Mutter beim ersten Kirchgang
nach einer Geburt." (Ah ja ;-)
Die Begriffe scheinen regional ja sehr unterschiedlich genutzt zu werden, siehe
"Einsegnung" in Österreich.
>*Einsegling (vielleicht an "Zögling" angelehnt)
Naja, die andere Fraktion sagt "Firmling", da ist es vielleicht hererfunden.
Einzusegnende/r wäre wohl normal, wenn auch nicht gebräuchlich für Konfirmanden.
>("jemand/etwas, der/das zu ...en ist": zu prüfen -> Prüfling)
hat auch oft was Abwertendes: Schreiberling, Römling. Oder Freisler gegen die
Juli-Attentäter: "Ehrgeizlinge". Kollaborateure sind Quislinge.
> allerdings wären wir dann m.E. ziemliche Bedauerlinge.
^
Sternchen vergessen ;-)
Danke für die Erläuterung!
Grüße, Andreas
--
"Der Weisen Worte, in Ruhe vernommen,
Sind besser als des Herrschers Schreien
Unter den Törichten" -- Der Prediger Salomo 9, 17
> confirmandus = (er ist) zu konfirmieren
> confirmatus = (er ist) konfirmiert
confirmans, -antis = (er ist) konfirmierend
> Es gibt also diesen Wechsel von d zu t. Man könnte sich
> vorstellen, dass sich der Status nach dem Gottesdienst also
> ändert, also kurz bevor der Konfirmand die Karte mit dem Geld
> bekommt: Er ist dann ein Konformierter. Dann allerdings müsste man
> ihn Konfirmat nennen, nicht Konfirmant.
Es ist der Konfirmant, der den Konfirmanden zum Konfirmaten macht.
v'und nicht die Lerche'G
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
User: "Kann ich in Word den Drucker ändern?"
Support: "Nein. Sonst würden Sie ja nicht anrufen."
DE> In katholischem Kontext kenne nur ich den Begriff "Firmung", aber
DE> nicht "Konfirmation"; die gibts es MUSEN nur bei Protestanten.
Sachtichja.
MfG,
Lüko Willms http://www.mlwerke.de
/--------- L.WI...@jpberlin.de -- Alle Rechte vorbehalten --
"Die Arbeit in weißer Haut kann sich nicht dort emanzipieren, wo sie
in schwarzer Haut gebrandmarkt wird." - Karl Marx 12.11.1866
CS> - Die deutsche Auslautverhärtung ist ein Phänomen der deutschen
CS> Sprache, nicht der lateinischen.
übrigens auch der türkischen, nicht jedoch der englischen oder
arabischen.
So heißt das Buch eben auf Arabisch Kitab, und wird auch so
gesprochen, aber auf Türkisch Kitap, weil es eben so gesprochen wird.
Aber mit einem vokalisch anlautenden Suffix wird es zu eine Kitabym,
z.B. (wobei das "y" ein i ohne Punkt darstellen soll).
CS> - Der "Konfirmant" hat als lateinisches Lehnwort nichts mit dem
CS> "Konfirmanden" zu tun. Beide leiten sich, wie hier schon von anderen
CS> gepostet, aus völlig unterschiedlichen Verbaladjektiven ab.
Es könnte aber einen KonfirmanTen geben, das wäre dann derjenige,
der den Konfirmanden konfirmiert. Subjekt -- Objekt.
So wie es einen Diskutanten gibt, der eben derjenige ist, der selber
diskutiert, und nicht diskutiert wird.
Die sogenannte [sic] Neue Deutsche Rechtschreibung scheitert
regelmäßig bei dem Versuch, solche feinen Unterschiede der Einpressung
der lateinischen Wörter in das deutsche Phonemsystem über einen Kamm
zu scheren.
MfG,
Lüko Willms http://www.mlwerke.de
/--------- L.WI...@jpberlin.de -- Alle Rechte vorbehalten --
"Die Interessen der Nation lassen sich nicht anders formulieren als unter
dem Gesichtspunkt der herrschenden Klasse oder der Klasse, die die
Herrschaft anstrebt." - Leo Trotzki (27. Januar 1932)
>"Andreas Bachmann" <c...@gmx.tm> schrieb
>
>> "Wolfram Heinrich" <wolfraDIESLOE...@tiscali.it> wrote:
>>
>> >nimm bitte den Beitrag von Klaus Scholl als den Scherz, der er wohl
>war
>> >und schreibe *um Himmels Willen! nicht* "Wir beglückwünschen dich,
>> >werter [Name], zur Einsegnung". Einsegnung ist das, was man mit einem
>> >Verstorbenen macht!
>>
>> Knapp daneben, das nennt man "aussegnen" (bei den Papisten ;-).
>> Grüße, Andreas
>
>Ja, heut habts ihr mich wieder einmal voll erwischt. Freilich heißt's
>"aussegnen", bei die Papisten (aber bei die ludderischen Ketzer
>nicht???).
>
Also, ich hab das noch nie gehört.
Auch die Aussegnungshalle heißt bei uns seit eh und je Leichenhalle,
allenfalls Aufbahrungshalle, meist aber Friedhofskapelle.
Für das Sterben haben wir ja ein paar hübsche Verhüllungen, aber a
dode Leich is a dode Leich, de damma eigrobm. Und es Begräbnis is ara
Leich, und wauns urndli is, a scheene.
Reinhard
--
Mensch werden ist eine Kunst.
(Novalis)
>"Wolfram Heinrich" <wolfraDIESLOE...@tiscali.it> wrote in
>message news:c5mjm4$i28$1...@lacerta.tiscalinet.it
>
>> >>Also hab ich doch recht gehabt, aufgewachsen in Niederbayern, in
>> >>Spuckweite zu Oberösterreich. Ha!
>
>Wobei zu fragen wäre, wer da wohin spuckt...
Ach, immer die, die günstig stehen, und niemals gegen den Wind!
Aber auch nicht Konfirmantion.
Bei den Katholiken heißt das übrigens Firmung, und der Betroffene ist
ein Firmling. Ein solcher ist sprichwörtlich bekannt für gieriges
Essen. "Der bampft wie ein Firmling" sagen wir in Österreich von
einem, der sich den Bauch vollschlägt.
> "Der bampft wie ein Firmling" sagen wir in Österreich von
> einem, der sich den Bauch vollschlägt.
Aha. Protestantischerseits kennt man nur die Konfirmandenblase.
> - Die deutsche Auslautverhärtung ist ein Phänomen, dass [blablabla]
O Schande über Schande! Hab heute Abend einer Diskussionsrunde über
die Bologna-Reformen zugehört - und schon färbt die Sache ab...
Nochmals: O tempores, o mora!
Chris - mit einem s - tian
Stimmt, so weit habe ich gar nicht gedacht. Schlechter Katholik, ich.
>>("jemand/etwas, der/das zu ...en ist": zu prüfen -> Prüfling)
>
> hat auch oft was Abwertendes: Schreiberling, Römling. Oder Freisler gegen die
> Juli-Attentäter: "Ehrgeizlinge". Kollaborateure sind Quislinge.
Stimmt schon, allerdings sind das keine Bildungen aus Verben - obwohl:
Wenn man geizen kann, sollte man doch eigentlich auch ehrgeizen können?
Und "schreibern" hat alleine schon was Abwertendes...
>>allerdings wären wir dann m.E. ziemliche Bedauerlinge.
> ^
> Sternchen vergessen ;-)
Ich sehe, Du hast das Prinzip verstanden :-)
Gruß,
Michael
>Stimmt schon, allerdings sind das keine Bildungen aus Verben - obwohl:
>Wenn man geizen kann, sollte man doch eigentlich auch ehrgeizen können?
>Und "schreibern" hat alleine schon was Abwertendes...
Jau, aber warum sollen "-linge" auch immer von Verben abgeleitet sein?
Von den schon genannten mal abgesehen: Höfling. Jüngling.
Als ewigen Automaten wohl eher, im gegebenen Zusammenhang.
Gruß,
Michael
Character indelibilis. Die Zustandstabellen fuer Ordination, Taufe und
Konfirmation sind hochgradig entartet.
In ganz Google jedenfalls; mehr siehe unten.
> Ich kenne das als Friedhofskapelle
"Kapelle" impliziert eine ausschließliche Nutzung durch christliche
Religionen, während "Aussegnung" (nach meinem laienhaften Verständnis)
da noch einen gewissen Interpretationsspielraum lässt.
> oder neuer und noch neutraler Trauerhalle.
Okay, kenne ich auch. Ist bei Google übrigens (geringfügig) schwächer
vertreten als "Aussegnungshalle"; mein "üblicherweise" muss ich dennoch
etwas relativieren.
Eine kleinräumige geographische Analyse rechtfertigt mein (und wohl auch
Dein) Interesse nicht, aber eine kurze Google-Suche über die Websites
der zehn größten deutschen Städte ergibt Folgendes:
- Aussegnungshalle: M, S
- Trauerhalle: B (vorwiegend), K, E, HB (vorw.), DO, F
- In HH und D wird offenbar weder ausgesegnet noch getrauert.
Ob man daraus nun regionale oder größenmäßige Abhängigkeiten erkennen
will? Nun ja.
Gruß,
Michael
> "Der bampft wie ein Firmling" sagen wir in Österreich von
> einem, der sich den Bauch vollschlägt.
Ist die kanadische Staft Banff eigentlich von Österreichern gegründet
worden? Und wieviele andere Wörter hören mit -nff auf?
--
Oliver C.
> Oliver Cromm <c1...@er.uqam.ca> schrieb:
>
>>> Nicht nur dort, nachdem die entsprechenden Baulichkeiten auf den
>>> kommunalen (und somit konfessionell folglich eher neutralen)
>>> Friedhöfen üblicherweise "Aussegnungshalle" heißen.
>
>>Ich kenne das als Friedhofskapelle oder neuer und noch neutraler
>>Trauerhalle.
>
> Warum "neutraler"?
>
> Ein Friedhof heißt so, weil er umfriedet ist, und eine Umfriedung hat
> für mich keinen weltanschaulichen Aspekt.
Es ging natürlich um die Kapelle.
> Außerdem tue ich mich mit der Steigerung von "neutral" etwas schwer.
Weltanschaulich neutral als Steigerung von konfessionell neutral. Sind
zwei Schweizer eigentlich doppelt so neutral wie einer?
--
Oliver C.
> Oliver Cromm wrote:
>>>Nicht nur dort, nachdem die entsprechenden Baulichkeiten auf den
>>>kommunalen (und somit konfessionell folglich eher neutralen)
>>>Friedhöfen üblicherweise "Aussegnungshalle" heißen.
>>
>> Wo?
>
> In ganz Google jedenfalls; mehr siehe unten.
Oh ... ganz Google ist besetzt ...
>> Ich kenne das als Friedhofskapelle
>
> "Kapelle" impliziert eine ausschließliche Nutzung durch christliche
> Religionen, während "Aussegnung" (nach meinem laienhaften Verständnis)
> da noch einen gewissen Interpretationsspielraum lässt.
Ja, im Segnen sind die Esoteriker auch groß. Trauern tun allerdings
sogar Atheisten wie ich.
> eine kurze Google-Suche über die Websites
> der zehn größten deutschen Städte ergibt Folgendes:
> - Aussegnungshalle: M, S
> - Trauerhalle: B (vorwiegend), K, E, HB (vorw.), DO, F
> - In HH und D wird offenbar weder ausgesegnet noch getrauert.
> Ob man daraus nun regionale oder größenmäßige Abhängigkeiten erkennen
> will? Nun ja.
Sieht schon so aus: ausgesegnet wird eher im Süden.
--
Oliver C.
LW>> Ich kann schlecht durch Recherche bei anderen herausfinden
LW>> oder gar beweisen, was _ich_ für Assoziationen habe.
MD> Du kannst aber womöglich nachweisen, ob eine Assoziation richtig oder
MD> falsch ist.
Auch das nicht, höchstens, ob diese Assoziation mit dem allgemeinen
Gebrauch übereinstimmt.
MfG,
Lüko Willms http://www.mlwerke.de
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"Nach meiner Ansicht besitzt die Presse _das_ _Recht_,
Schriftsteller, Politiker, Komödianten und andere öffentliche
Charaktere zu _beleidigen_. Achtete ich [so einen Angriff gegen mich]
einer Notiz wert, so galt mir in solchen Fällen der Wahlspruch: à
corsaire, corsaire et demi [auf einen Schelmen anderthalben]."
- Karl Marx 17.11.1860 (Herr Vogt, Kapitel XI)
>> hat auch oft was Abwertendes: Schreiberling, Römling. Oder Freisler
>> gegen die Juli-Attentäter: "Ehrgeizlinge". Kollaborateure sind
>> Quislinge.
MH> Stimmt schon, allerdings sind das keine Bildungen aus Verben -
MH> obwohl: Wenn man geizen kann, sollte man doch eigentlich auch
MH> ehrgeizen können? Und "schreibern" hat alleine schon was
MH> Abwertendes...
Wenn es denn nicht schon vom Hauptwort "Schreiber" abgeleitet
wäre...
MfG,
Lüko Willms http://www.mlwerke.de
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"Kein Land kann seine Probleme in dieser globalisierten Welt allein
auf sich gestellt lösen. Entweder wir retten uns alle zusammen oder
wir gehen zusammen unter. Heute mehr denn je gilt das Wort von José
Martí: Das Vaterland ist die ganze Menschheit."
- Fidel Castro, Caracas (Veneuzuela), 3. Februar 1999
> Imübrigen meine ich doch,dass es Konfirmant heisst,denn das Ganze
> wird Konfirmation und nicht Konfirmadion genannt.
Seltsame Begründung. Wenn in einer Form ein -t auftaucht, muß das doch
nicht in allen anderen auch so sein.
Schauen wir mal auf die lateinische Wurzel:
confirmare befestigen, bekräftigen
confirmatio Befestigung, Bekräftigung
"Konfirmation" kommt vom Substantiv, ist klar.
"Konfirmand" kommt vom Gerundiv "confirmandus", was wörtlich "der zu
Befestigende" heißt, also "der, der befestigt werden soll".
"Konfirmant" käme vom Partizip Präsens "confirmans" und hieße "der
Befestigende". Das ist bei allen lateinischen Ableitungen auf "-nt" so:
regere herrschen
regens -> Regent der Herrschende
referre berichten ("<Nachricht> zurückbringen")
referens -> Referent der Berichtende
docere lehren
docens -> Dozent der Lehrende
etc.
"Konfirmat" käme vom Partizip Perfekt "confirmatus" und hieße "der
Befestigte" - das ist ein Konfirmand nach der Konfirmation.
Im Übrigen gilt im Deutschen immer noch "Bildest die Mehrzahl Du vom
Wort, dann hörst die Endung Du sofort", und der Plural lautet
"Konfirmanden".
Du kannst jetzt zu gegebener Maßen [1] dagegenhalten, daß auch andere
Wörter ihren Stamm im Plural ändern :) Aber hier liegt der Fall klar.
vG
_____
[1] Ja, diese Schreibweise ist mir schon in freier Wildbahn begegnet
*graus*
--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ http://einklich.net/ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Ich bin bei der FH angestellt und nicht bei der Caritas!"
(Dipl.-Ing. Paul auf die Frage, wie schwer denn die Prüfung werde)
> Am 15.04.04
> schrieb se...@indoger.unizh.ch (Christian Seidl)
> CS> - Die deutsche Auslautverhärtung ist ein Phänomen der deutschen
> CS> Sprache, nicht der lateinischen.
> übrigens auch der türkischen, nicht jedoch der englischen oder
> arabischen.
Wenn mans genau sieht, ist die totale Auslautverhärtung (stimmhaftes,
ungespanntes, unaspiriertes [d] wird zu stimmlosem, gespanntem, aspiriertem
[t]) ein Phänomen nicht der deutschen Sprache selbst, sondern einer
Neuauflage des Siebs ("Deutsche Bühnenaussprache") im 20.Jht. Der alte
Siebs hatte noch die deutsche Sprache beschrieben, wie sie tatsächlich
weithin gesprochen wird:
>| Stehen aber silbenauslautende b, d, g, nach l a n g e m Vokal
>| oder nach r, l, n, so sind sie nicht ohne weiteres den p, t, k
>| gleichzusetzen.
> (Th. Siebs: Deutsche Bühnenaussprache - Hochsprache, 15. Aufl.,
> Köln, 1930, S. 77)
und nur seine Epigonen konnten nicht mehr zwischen einer stimmlosen Variante
des [d_0] (in IPA ist die kleine Null unter dem d) und einem [t]
unterscheiden. Vielleicht ist es auch ein Artefakt der Tendenz, von der
norddeutschen Dialektaussprache ([rAt] statt [rA:d_0]) möglichst viel, hier
also wenigstens das [t], für hochsprachlich zu erklären.
Was es wirklich gibt, ist ein totaler Verlust der Stimmhaftigkeit und eine
ganz leichte Aspiration am Wortende. Das ist unvermeidlich, weil man anders
ein b, d oder g überhaupt nicht am Wortende sprechen kann, es sei denn man
hängt einen Vokal an, etwa ein Schwa, wie es die Italiener tun.
Den Verlust der Stimmhaftigkeit gibt es in der englischen Sprache auch.
Deswegen halte ich es für Unfug, einem Englischsprechenden die deutsche
Auslautverhärtung beibiegen zu wollen: wer in dieser Hinsicht Deutsch so
artikuliert wie Englisch, macht absolut nichts verkehrt. Den Italienern muss
man sie schon beibringen.
Helmut Richter
AB> hat auch oft was Abwertendes: Schreiberling, Römling. Oder Freisler
AB> gegen die Juli-Attentäter: "Ehrgeizlinge". Kollaborateure sind
AB> Quislinge.
Wobei letzteres aber nicht in die Reihe paßt. Was wäre denn ein
"Quis"? Falsch geschriebenes Ratespiel?
Nein, das heißt so nach dem real existiert habenden Vidkun Quisling
(1887-1945), der der von den deutschen Eroberern unter Hitler zum
Regierungschef von Norwegen ernannt wurde.
Vorher war er von 1931-1933 Kriegsminister in Norwegen, und 1933
gründete er dort eine faschistische Partei namens "Nasional Samling".
CS>
CS> Dann liegt's an deinem Umgang: In der Schweiz ist die Konsonanten-
CS> verhärtung ein völlig unbekanntes Phänomen und nur wenige bühnen-
CS> deutsch geschulte Sprecher wenden sie an.
CS> Alle anderen hingegen
sprechen "Tod" nicht wie "tot" aus? Sondern richtig mit einem "d" im
Auslaut?
Gut, ich fahre selten in die Schweiz, aber sowas ist mir noch nie
aufgefallen.
MfG,
Lüko Willms http://www.mlwerke.de
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"Es sind nicht die Generäle und Könige, die die Geschichte machen,
sondern die breiten Massen des Volkes" - Nelson Mandela
> CS> Dann liegt's an deinem Umgang: In der Schweiz ist die Konsonanten-
> CS> verhärtung ein völlig unbekanntes Phänomen und nur wenige bühnen-
> CS> deutsch geschulte Sprecher wenden sie an.
>
> CS> Alle anderen hingegen
>
> sprechen "Tod" nicht wie "tot" aus? Sondern richtig mit einem "d" im
> Auslaut?
Natürlich. Und so eine Aussprache würde auch niemandem einfallen, auch
keinem Lehrer, um sie den Kinderlein beizubringen, denn es gilt
allgemein das Prinzip: "Sprich, wie du schreibst".
>
> Gut, ich fahre selten in die Schweiz, aber sowas ist mir noch nie
> aufgefallen.
Klingt zwar etwas ungläubig; achte dich das nächste Mal drauf
(wenn man dich überhaupt reinlässt).
Christian
> Klingt zwar etwas ungläubig; achte dich das nächste Mal drauf
^^^^
Hmm! Wie hast du hier denn reflektiert?
--
Yvonne Steiner
> Klingt zwar etwas ungläubig; achte dich das nächste Mal drauf
^^^^
Hmm! Wie hast du hier denn reflektiert?
Schweizerisch ist das sicher nicht. :)
--
Yvonne Steiner
Und? Verb bleibt Verb :-)
Gruß,
Michael
Natürlich nicht immer, aber von der Bildungsmethode "Verbstamm + -ling =
Substantiv" war ja gerade die Rede. Bei den anderen -lingen kann man von
einem einheitlichen System der Ableitung ja eigentlich nicht sprechen.
Gruß,
Michael
... die mit den Samen vermutlich eher wenig zu tun hat, wo wir gerade
bei der Wortbildung mit -ling sind.
Gruß,
Michael
[Quisling]
> > Vorher war er von 1931-1933 Kriegsminister in Norwegen, und 1933
> > gründete er dort eine faschistische Partei namens "Nasional Samling".
>
> ... die mit den Samen vermutlich eher wenig zu tun hat, wo wir gerade
> bei der Wortbildung mit -ling sind.
... und um ein wenig zu beckmessern und zu schulmeistern, auch wenn
einem der Gegenstand zuwider ist: die Partei hieß "Nasjonal Samling",
mit "j".
Ch.
> Nein, das heißt so nach dem real existiert habenden Vidkun Quisling
>(1887-1945), der der von den deutschen Eroberern unter Hitler zum
>Regierungschef von Norwegen ernannt wurde.
>
> Vorher war er von 1931-1933 Kriegsminister in Norwegen, und 1933
>gründete er dort eine faschistische Partei namens "Nasional Samling".
Das ist mir schon klar. Ich dachte nur, daß sich der Begriff "Quisling"
vielleicht darum ausgebreitet hat, weil "-ling" ohnehin häufig eine pejorative
Bedeutung hat (zumindest wenn nicht von transitiven Verben abgeleitet), siehe
die schon erwähnten Höflinge, Schreiberlinge, Jünglinge etc. Oder Fieslinge.
Wenn der andere Verräter "Pétainling" geheißen hätte, gäbe es ein weiteres
Synonym ... ;-)
Klingt plausibel. Vielleicht war ja Lüko von dem andernorts erwähnten
"Dr.iur." (statt "jur.") so nachhaltig beeindruckt, dass er auch hier
das j durch i ersetzen wollte.
Gruß,
Michael
>> Gut, ich fahre selten in die Schweiz, aber sowas ist mir noch nie
>> aufgefallen.
CS> Klingt zwar etwas ungläubig; achte dich das nächste Mal drauf
CS> (wenn man dich überhaupt reinlässt).
Nu, wenn ich die Schweizer Nachrichten (10 nach 10) auf 3sat höre,
muß ich den Grenzübertritt gar nicht wagen. Der Prophet muß gar nicht
hin zum Berg, der Berg kommt zu ihm ...
MfG,
Lüko Willms http://www.mlwerke.de
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"Ohne Pressefreiheit, Vereins- und Versammlungsrecht ist keine
Arbeiterbewegung möglich" - Friedrich Engels (Februar 1865)
> Nu, wenn ich die Schweizer Nachrichten (10 nach 10) auf 3sat höre,
10 vor 10
--
Yvonne Steiner
Das ist das Dumme an solchen einfach zu merkenden Titeln: Man kann sie
sich im Großen und Ganzen wirklich gut merken, nur die Details gehen
dabei schon einmal verloren...
10 nach 10 kommt heute übrigens "Zeit im Bild" von der anderen
Minderheit ;-) Witzig finde ich, dass "10 vor 10" zwar erst nachts um
eins ausgestrahlt wird, aber das wenigstens mit der VPS-Zeit von
21.50 Uhr...
Gruß,
Michael
LW>> das heißt so nach dem real existiert habenden Vidkun Quisling
AB> Das ist mir schon klar. Ich dachte nur, daß sich der Begriff
AB> "Quisling" vielleicht darum ausgebreitet hat, weil "-ling" ohnehin
AB> häufig eine pejorative Bedeutung hat
Das mag mitgeholfen haben, v.a. in der deutschen Sprache. Der Name
Quisling wird aber in allen möglichen Sprachen verwendet, auch wo man
einen "Schreiberling" und ähnliches nicht kennt. Es fällt mir im
Englischen erstmal nur der "Hireling" ein.
mfG,
Lüko Willms http://www.mlwerke.de
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"Die Arbeit in weißer Haut kann sich nicht dort emanzipieren, wo sie
in schwarzer Haut gebrandmarkt wird." - Karl Marx 12.11.1866
>> ... und um ein wenig zu beckmessern und zu schulmeistern, auch wenn
>> einem der Gegenstand zuwider ist: die Partei hieß "Nasjonal Samling",
>> mit "j".
MH> Klingt plausibel. Vielleicht war ja Lüko von dem andernorts erwähnten
MH> "Dr.iur." (statt "jur.") so nachhaltig beeindruckt, dass er auch hier
MH> das j durch i ersetzen wollte.
Ich habs einfach falsch aus dem Lexikon abgetippt, und der Fehler
ist mir nichtmal aufgefallen. Wenn ich behaupten würde, meine
Kenntnisse des Norwegischen seien rudimentär, würde ich noch
prahlen...
Diesen "Dr.iur." habe ich erst jetzt wahrgenommen, als ich angeregt
durch diesen Beitrag, danach suchte.
MfG,
Lüko Willms http://www.mlwerke.de
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"Regierung aus dem Volke, durch das Volk und für das Volk"
- Abraham Lincoln, Ansprache in Gettysburg, 19.11.1863
"... was in die revolutionäre Sprache von heute übersetzt heißt:
eine Regierung von Arbeitern, durch Arbeiter und für Arbeiter"
- Fidel Castro, November 1994
LW>> Nu, wenn ich die Schweizer Nachrichten (10 nach 10) auf 3sat höre,
YS> 10 vor 10
Heidenei, meine Schlampigkeit :-((
Aber wenn das auch erst nach Mitternacht kommt, wie heute ...
MfG,
Lüko Willms http://www.mlwerke.de
/--------- L.WI...@jpberlin.de -- Alle Rechte vorbehalten --
"Die Arbeit in weißer Haut kann sich nicht dort emanzipieren, wo sie
Ich würde *gerade so* noch nicht prahlen (immerhin mal ein halbes
Halbjahr einen Kurs besucht...), aber sie waren sie jedenfalls
rudimentär genug, um den Fehler nicht gleich zu bemerken :-)
> Diesen "Dr.iur." habe ich erst jetzt wahrgenommen, als ich angeregt
> durch diesen Beitrag, danach suchte.
Na, war meine blöde Bemerkung doch noch zu was gut (was mit dieser hier
frelich schon ganz anders aussehen wird).
Gruß,
Michael
> > Das hatte ich nun nicht bedacht, daß ich durch mein Aufprahlen mit
dem
> > Rechthaben um eine frische Maß via Internet gekommen bin.
> > Na ja, soll wohl so sein...
>
> Und zu fragen wäre auch, ob man richtig bayerisch nicht von der "Mass"
> schreiben müsste, da das /a/ dorten ja kurz ist.
>
Fragen kann man viel, schreiben aber tut man "Maß". Punkt.
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, wenn ichs verstehen würd, könnt ers mir leicht
erklären. Aber so...
http://www.theodor-rieh.de/Heinrich/
www.theodor-rieh.de
> >Heißt es nun "An den Konfirmanden" oder "An den Konfirmanten"? Ich Tippe
> >schwer auf zweiteres weil es sich einfach besser anhört.
>
> "An den Konfirmanden" ist richtig. Mit dem "-anden" wird etwas gemacht (sie
> werden konfirmiert, rehabilitiert etc.
Und der Doktorand wird doktoriert?
Von professoraler Seite kenne ich auch den Promovenden - FR
> > > dass schreiben einer Konfirmationskarte gestaltet sich auch mit hilfe
> > > eines Duden schwerer als erwartet ;) im Duden steht zwar "Konfirmand"
> > > leider jedoch nichts im Zusammenhang mit der Endung "en".
> > >
> > > Heißt es nun "An den Konfirmanden" oder "An den Konfirmanten"? Ich
> > > Tippe schwer auf zweiteres weil es sich einfach besser anhört.
> >
> > Über Fremdwörter wissen andere wohl zu reden,
> > ich nenne die Deutschworte:
> > konfirmieren = einsegnen
> > Konfirmation = Einsegnung
> > konfirmand = der *Einsegling
> > konfirmierte = der Eingesegnete
> > gratulieren = beglückwünschen
> >
> > Auf der Karte sollte stehen:
> > <Wir beglückwünschen dich, werter [Name], zur Einsegnung.>
Werter? Um Gottes Willen! Das war in der DDR üblich ("Werter Genosse
Pinsel!")
> nimm bitte den Beitrag von Klaus Scholl als den Scherz, der er wohl war
> und schreibe *um Himmels Willen! nicht* "Wir beglückwünschen dich,
> werter [Name], zur Einsegnung". Einsegnung ist das, was man mit einem
> Verstorbenen macht!
In der Kirche der Preuß. Union ist Einsegnung die Konfirmation; bei
der Beisetzung wird ausgesegnet - FR
> Werter? Um Gottes Willen! Das war in der DDR üblich
Kino? Holz? Fahren? Musik? Liebe?
Um Gottes Willen, das war in der DDR üblich!
Ja, und "Werter" war natürlich auch bei Goethe, Schiller, Storm, ETA
Hoffmann, Droste usw. üblich.
Die Tendenz zur Einheitsformel (/sehr geehrter/ und /mit freundlichen
Grüßen/) ist eher dem Wunsch nach einem keinen Rückschluss auf Emotionen und
Unterstellungsverhältnisse zulassenden Ausdruck geschuldet als irgendwelchen
DDR-Überlegungen - und das Landen bei genau diesen Formeln hängt wohl mit
der zufällig großen Verbreitung zum Zeitpunkt des Aufkommens Tendenz im
Westen zusammen.
"Werter" war die gleiche Formel im Osten, und "Werter Herr Lehrer" stand
neben "Werte Eltern", "Werter Genosse" und "Werte Nachbarn" - also für
Untergebene, Vorgesetzte und Gleichgestellte gleichermaßen geeignet. "Liebe"
war aber im Osten auch ziemlich verbreitet. Ist das auch "um Gottes Willen!"
(wg. "Liebe Genossen!")?
Matthias
--
Wenn man vier Würfel hat und will sechs Sechsen werfen, so wird dies
nicht immer gelingen. Prof. Galletti
** Wer zum Kuckuck ist Prof. Galletti? => http://www.galletti.de/ **
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> Werter? Um Gottes Willen! Das war in der DDR üblich
Kino? Holz? Fahren? Musik? Liebe?
Um Gottes Willen, das war in der DDR üblich!
Ja, und "Werter" war natürlich auch bei Goethe, Schiller, Storm, ETA
Hoffmann, Droste usw. üblich.
Die Tendenz zur Einheitsformel (/sehr geehrter/ und /mit freundlichen
Grüßen/) ist eher dem Wunsch nach einem keinen Rückschluss auf Emotionen und
Unterstellungsverhältnisse zulassenden Ausdruck geschuldet als irgendwelchen
DDR-Überlegungen - und das Landen bei genau diesen Formeln hängt wohl
einfach nur mit der zufällig großen Verbreitung zum Zeitpunkt des Aufkommens
der Tendenz im Westen zusammen.
"Werter" war die gleiche Formel im Osten, und "Werter Herr Lehrer" stand
neben "Werte Eltern", "Werter Genosse", "Werte Mitarbeiter" und "Werte
> > Und zu fragen wäre auch, ob man richtig bayerisch nicht von der "Mass"
> > schreiben müsste, da das /a/ dorten ja kurz ist.
> >
> Fragen kann man viel, schreiben aber tut man "Maß". Punkt.
Weshalb so apodiktisch? Vgl.:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,295078,00.html
>Und der Doktorand wird doktoriert?
Vielleicht versaue ich dir jetzt die Pointe, aber dieses Verb gibt es lt. Duden
tatsächlich ;-)
Grüße, Andreas
--
"Denn ihr wartet wohl auf viel, und siehe, es wird wenig;
und ob ihr's schon heimbringt, so zerstäube ich's doch.
Warum das? spricht der Herr Zebaoth. Darum daß mein Haus
so wüst steht und ein jeglicher eilt auf sein Haus." -- Haggai 1,9
Lieber Christian, du hockst in Zürich, bist also weit ab vom Schuß
(obwohl der Name Seidl natürlich schon verdächtig bairisch klingt). Ich
aber, wahrlich ich sage dir, in München oder Mühldorf oder Schwandorf
oder wo wirst du die Schreibweise "Mass" zwar auch finden (du wirst
nahezu *jede* Schreibweise von nahezu jedem Wort irgendwo finden), die
Regel aber ist die Maß.
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, in der Früh ist der Morgen am schlimmsten.
http://www.theodor-rieh.de/Heinrich/
www.theodor-rieh.de
> Lieber Christian, du hockst in Zürich, bist also weit ab vom Schuß
> (obwohl der Name Seidl natürlich schon verdächtig bairisch klingt). Ich
> aber, wahrlich ich sage dir, in München oder Mühldorf oder Schwandorf
> oder wo wirst du die Schreibweise "Mass" zwar auch finden (du wirst
> nahezu *jede* Schreibweise von nahezu jedem Wort irgendwo finden), die
> Regel aber ist die Maß.
Gerade heute erfreut mich die Welt am Sonntag mit
| Mass Bier für 9,99 Dollar
<http://www.wams.de/data/2004/04/18/266175.html>
Und wenn sogar der Gelbe so eine Abweichung aufnimmt, muss es doch
*irgendwas* damit auf sich haben.
Matthias
--
Es ist eine häufige Erscheinung in der römischen Geschichte, die aber
nicht oft vorkömmt. Prof. Galletti
> > > Fragen kann man viel, schreiben aber tut man "Maß". Punkt.
> >
> > Weshalb so apodiktisch? Vgl.:
> >
> > http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,295078,00.html
> >
> Was finde ich unter dem Link? Das finde ich:
> "Die Schreibweise mit Doppel-s ist daher im Freistaat ausdrücklich
> erlaubt. Einige Bayern werden sogar fuchsteufelswild, wenn man ihre Mass
> mit ß schreibt."
> Das nenn ich mir Beleg.
Also ist falsch, was der Spiegel da schreibt? Das klang nämlich so,
als bestünde im erstaunlichsten Freistaat des Universums (Bayern)
die explizite Erlaubnis, auch offiziell <Mass> zu schreiben.
> "Christian Seidl" <se...@indoger.unizh.ch> schrieb
>> "Wolfram Heinrich" <wolfraDIESLOE...@tiscali.it> wrote
>
>> > Das hatte ich nun nicht bedacht, daß ich durch mein Aufprahlen mit dem
>> > Rechthaben um eine frische Maß via Internet gekommen bin.
>> > Na ja, soll wohl so sein...
>>
>> Und zu fragen wäre auch, ob man richtig bayerisch nicht von der "Mass"
>> schreiben müsste, da das /a/ dorten ja kurz ist.
>>
> Fragen kann man viel, schreiben aber tut man "Maß". Punkt.
Die renommierte Fachzeitschrift »Einkaufaktuell«, die ich jeden
Sonnabend erhalte - dem hohen Wert der Publikation angemessen in
eingeschweißter Form - bringt in ihrer aktuellen Ausgabe ein
Kreuzworträtsel, in dem gefragt wird: »Abk.: Body-Maß-Index« mit
drei Buchstaben.
- Sebastian
--
Look Great this Spring, while sleeping.
(Spam)
> Die renommierte Fachzeitschrift »Einkaufaktuell«, die ich jeden
> Sonnabend erhalte - dem hohen Wert der Publikation angemessen in
> eingeschweißter Form - bringt in ihrer aktuellen Ausgabe ein
> Kreuzworträtsel, in dem gefragt wird: »Abk.: Body-Maß-Index« mit
> drei Buchstaben.
Deshalb schade, dass wir in nächster Zeit auf deine Beiträge
verzichten müssen, denn du wirst ja vollauf mit der Lösung dieser
kniffligen Aufgabe beschäftigt sein.
Noch ein Glück (TJ lässt grüßen), dass wir jetzt wissen, weshalb
du schweigen wirst und dass es nichts mit den Forumsteilnehmern
persönlich zu tun hat.
Toi, toi, toi!
Christian
P.S.: Gegen entsprechende Gewinnbeteiligung könnten wir dir ja lösen
helfen.
> Also ist falsch, was der Spiegel da schreibt? Das klang nämlich so,
> als bestünde im erstaunlichsten Freistaat des Universums (Bayern)
> die explizite Erlaubnis, auch offiziell <Mass> zu schreiben.
>
Nein, nein, um Gottes Willen! Was DER SPIEGEL schreibt, ist fast immer
so richtig, daß es nur so rauscht und sämtliche Bibelschreiber vor Neid
erblaßten. Wahrscheinlich hat DER SPIEGEL also auch diesmal recht.
Im erstaunlichsten Freistaat des Universums gibt's bestimmt genug Leute,
wo
"Maß" mit Doppel-s schreiben. Und wo genug gibt, kommt Erlaubnis schnell
hinterdrein - "Die normative Kraft des Faktischen" hat dies mal ein
großer Humorist (nicht aus Bayern kommend, meines Wissens) genannt.
Es ist ja auch wurscht, wichtig ist letztlich nur, daß die Maß schmeckt
und gut
eingeschenkt ist. Eine solcherart beschaffene Mass ist allemal besser
als eine Feldafinger (fehlt ein Finger) Maß Bieres fragwürdiger
Qualität.
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, wenn er Silberne Hochzeit feiert, dann geht er zum
Unterwirt und sauft sich einen Rausch an. Falls er, sagt er, bis dahin
eine Frau findet.
http://www.theodor-rieh.de/Heinrich/
www.theodor-rieh.de